Kapitel 42: Eulen
Einige Tage nach dem Ereignis, das sie mit Snape zusammen gesehen hatte, traf Carol Nicholas Kasparian wieder. Er war charmant und höflich wie immer und nichts erinnerte an den vor Zorn bebenden Mann, den sie bei dem Streit gesehen hatte.
Er machte ihr Komplimente, brachte sie zum Lachen und war wie jedes Mal ein vorzüglicher Gesellschafter. Carol genoss seine Gegenwart, aber es ließ ihr keine Ruhe, was sie gesehen hatte und schließlich fragte sie ihn vorsichtig nach der Situation.
Er schien zunächst bestürzt, dass sie den Streit mit angesehen hatte, dann aber erklärte er ihr in ruhigem Tonfall: „Es ist ein alter Disput zwischen den Familien Malfoy und Kasparian. Wir, die Familie Kasparian, vertreten die alte Linie des Hauses Slytherin, verkörpern Stolz und Ehre. Stolz sind die Malfoys, aber es mangelt ihnen an Ehre, deshalb können sie niemals würdige Vertreter des Hauses sein.
List und das Erringen des eigenen Vorteils müssen nicht ehrlos sein, man muss nur verstehen, diese Eigenschaften zu verknüpfen. Das ist nicht einfach, aber der einfache Weg ist nie der Weg eines wahren Slytherins. Gryffindors rennen mit dem Kopf durch die Wand, sie kennen nur schwarz oder weiß. Aber ein wahrer Slytherin weiß, dass es viele Grautöne gibt und dass es die Kunst des Meisters ist, sie zu kombinieren."
Er schwieg einen Moment und sah sie fragend an.
Carol nickte stumm.
„Draco ist ein echter Spross der Malfoys", fuhr Kasparian fort. „Ich habe versucht, ihm beizubringen, wie man sich ehrenhaft duelliert, aber er ist nicht einmal daran interessiert, die Grundlagen zu beherrschen. Er glaubt, ein gezielter Fluch in den Rücken des Gegners wäre effizienter, als die Duellregeln zu befolgen. Als käme es immer nur auf Effizienz an. Ich selber habe mehr Kämpfe gewonnen, als dieser Bursche Frühstückseier gegessen hat und ich hatte es nie nötig ehrlos zu agieren. Merlin, dieser Junge ist auf direktem Wege dahin, eine vollständige Kopie seines widerlichen Vaters zu werden."
Abscheu klang aus Kasparians Stimme.
Die Erinnerung an ihre Begegnung mit Lucius Malfoy und an die Bedrohung, die von ihm ausgegangen war, drängte sich in Carols Gedanken nach vorne. Unwillkürlich schauderte sie, als sie daran dachte, wie haarknapp sie dem schrecklichen Schicksal entkommen war, das Malfoy sen. für sie vorgesehen hatte.
Kasparian schien es zu bemerken, denn ein fragender Ausdruck trat in seine Augen, als er Carol ansah.
„Ich bin Lucius Malfoy begegnet", sagte sie in einem gezwungen neutral klingenden Tonfall.
„Aus Ihrem Tonfall und Ihrer Haltung schließe ich, dass es keine angenehme Begegnung war."
Carol schüttelte leicht den Kopf. „Er wollte mich Lord Voldemort zum Geschenk machen. Natürlich erst, nachdem er mich selber ein wenig gequält hatte."
Wieder schauderte sie leicht, als sie an die kalte Grausamkeit und das Vergnügen in den Augen Malfoys dachte.
Gleichzeitig bemerkte ein Teil von ihr, dass Kasparian nicht zusammenzuckte, als sie den Namen Voldemorts ausgesprochen hatte, wie sie es sonst so oft in der erstaunlich abergläubischen Zaubererwelt erlebt hatte. Sie dachte nicht darüber nach, aber etwas in ihr nahm diesen Umstand zur Kenntnis und legte die Information zur späteren Begutachtung in den Tiefen des Bewusstseins ab.
„Ja", sagte Kasparian und brachte sie damit in die Gegenwart zurück. „Ja, das passt hervorragend zu Lucius."
„Sie scheinen ihn sehr gut zu kennen", Carol musterte ihn stirnrunzelnd, der merkwürdige Unterton in seinen Worten war ihr nicht entgangen und er passte so ganz und gar nicht zu dem sonst so beherrschten und fröhlichen Mann. Ihr fiel plötzlich auf, wie seltsam es war, dass sie ihn vorher nie anders erlebt hatte, bis zu dem Moment, als er mit einem der Malfoys aneinander geraten war. Zuerst war es die Auseinandersetzung mit Draco gewesen und nun schon das Gespräch über Lucius.
Er antwortete nicht gleich, musterte sie einen Moment, als müsse er sich überlegen, was er ihr erzählen sollte, dann sagte er in deutlich ruhigerem Tonfall: „Wir kennen uns seit der Schulzeit. Lucius und ich kommen aus Familien, die sich seit Generationen kennen und mal näher und mal weniger nahe gestanden haben.
Wir waren im gleichen Jahrgang hier in Hogwarts, natürlich im gleichen Haus und einander anfangs nicht einmal feindselig gesonnen." Ein spöttisches Lächeln umspielte seine Mundwinkel und erinnerte an den charmanten Ausdruck, den sein Gesicht normalerweise hatte.
„Severus war damals einer der Kleinen, wir haben sie kaum wahrgenommen, außer natürlich, dass sie uns Älteren im Haus dienen mussten."
Als er ihren irritierten Gesichtsausdruck sah, fügte er hinzu:" Eine jahrhundertealte Tradition im Haus Slytherin. Die jüngeren Schüler nehmen den Älteren die Arbeiten ab, erledigen Aufträge für sie und dergleichen mehr. Nichts Ungewöhnliches. Ich schätze, Severus hatte es schwerer, als die meisten. Viel Ärger in seinem eigenen Jahrgang, Sie wissen ja, wie Jugendliche sind.
Jedenfalls habe ich nie viel mit ihm zu tun gehabt, keiner von uns hat das.
Es war ein merkwürdiges Gefühl, ihn nun hier wieder zu treffen, als Hauslehrer des Hauses Slytherin."
Er lachte trocken und Carol konnte fühlen, dass ihm diese Art Umkehrung der Rollen nicht sehr gefallen hatte.
Es dauerte einen Moment, dann merkte sie, dass er sie geschickt manipuliert hatte. Er war von einem Thema, das ihm unangenehm war ausgewichen auf eines, mit dem er besser umgehen konnte und von dem er annahm, dass es sie genauso interessierte. Fast hätte sie nicht einmal bemerkt, wie er mit ihr und ihren Gedanken gespielt hatte und sie konnte ein anerkennendes Lächeln nicht unterdrücken.
„Und was ist dann zwischen Ihnen und Lucius Malfoy vorgefallen, dass sie nun so verbittert über ihn und seine Familie sprechen?", versuchte sie ihn auf das eigentliche Thema zurück zu bringen.
„Oh, das ist eine lange Geschichte, eine düstere Geschichte und vor allen Dingen eine sehr private Geschichte. Keine Sache, die an diesem Ort zu dieser Zeit erzählt werden sollte. Sie werden einem verschrobenen Mann erlauben, seine Geheimnisse zu wahren, bis er bereit ist, sie preiszugeben."
Er lächelte sie gewinnend an.
„Vielleicht können Sie mir die düsteren, privaten Geschichten bei einem Abendessen und einer Flaschen alten Elfenwein entlocken. Es wäre mir ein Vergnügen, mich dieser Versuchung zu unterziehen und ich glaube, Sie könnten sehr erfolgreich sein, meine Liebe."
Er zwinkerte ihr zu und sie lächelte.
„Wir werden sehen, Mr Kasparian." Sie lachte fröhlich und die düstere Stimmung vom Anfang des Gesprächs war verschwunden.
Schließlich erhob verabschiedete sie sich und ging in Richtung Schloss davon. Er sah ihr sinnierend nach. Erstaunlich, wie er ihr fast erzählt hätte, was er so lange tief in seinem Inneren vergraben hatte. Er schüttelte den Kopf über sich selber, was war ihm nur eingefallen, sie war eine Fremde, jemand, der nur in der Bibliothek des Schlosses für ein Buch recherchierte und nichts mit ihnen zu tun hatte. Sein alter Disput ging sie nichts an und er schalt sich einen alten Esel. Wieder fiel ihm ein, dass er sie eigentlich hatte fragen wollen, woher sie kam, denn sie kam ja offensichtlich nicht von hier. Er nahm sich fest vor, bei nächster Gelegenheit etwas nachzuforschen, woher sie eigentlich kam und was genau sie hier tat.
Carol ging versonnen zurück zum Schloss, als plötzlich etwas in ihre Richtung flog. Sie kniff die Augen zusammen und erkannte, dass es eine Eule war. Der hellbraune Vogel flog direkt auf sie zu und Carol bemerkte erstaunt, dass es Coco war. Mit einem eleganten Schwung landete das Tier vor ihren Füssen und schuhute freundlich.
Carol ging in die Hocke und sah Coco fragend an: „Was machst Du denn hier?"
Coco streckte ihr ein Bein entgegen, an das ein Stück aufgerolltes Pergament gebunden war.
Erstaunt nahm Carol es ab, der Brief konnte nur von Jaspers Mutter sein, aber was könnte sie ihr mitzuteilen haben?
Gespannt öffnete Carol den Brief und las ihn voller Erstaunen.
Jaspers Mutter teilte ihr mit, sie habe lange Zeit überlegt, was sie mit Coco machen solle, denn schließlich war das Jaspers Eule gewesen und sie selber habe ja eine eigene. Schließlich habe sie sich überlegt, dass Carol, jetzt, da sie in der Zaubererwelt lebte auch eine Eule für die Briefpost brauchen würde und was läge da näher als ihr Coco zu schicken?
Sie sandte Carol die Eule mit all ihren guten Wünschen und vielen Gebeten für das Gelingen ihrer Aufgabe. Die alte Frau versicherte ihr, sie würde oft an Carol denken und versuchen, ihr immer wieder Kraft und Mut zu schicken.
Carol blinzelte ein paar Tränen der Rührung weg und strich Coco sanft über das Gefieder. Die Eule schuhute wieder zufrieden, anscheinend war sie mit dem Arrangement einverstanden.
Und so schickte Carol sie in die Eulerei der Schule und nahm sich vor, Winky zu fragen, was man besorgen könnte, um einer Eule eine Freude zu machen.
Sie sah dem wunderschönen Tier nach, das in einem weiten Bogen auf den höchsten Turm des Schlosses zu flog und ihre Erinnerungen an Jasper und an eine unbeschwerte Zeit des Lernens und der Freude erfüllten sie. Sie hatte nichts gewusst von der Zaubererwelt und von der Bedrohung, die in ihr heranwuchs. Sie hatte nicht geahnt, welchen Schmerz und Verlust ihr Weg noch für sie bereithielt.
Mit jedem Tag, an dem sie lernte, um was es hier ging, hatte sie ein wenig mehr von der naiven Unschuld verloren, mit der sie staunend wie ein Kind diese Welt betreten hatte.
Und gleichzeitig hatte sie mit jedem Tag ein wenig mehr bekommen. Wissen, Verstehen, Freunde und Liebe.
Es waren so turbulente Zeiten und es gab kaum einmal Momente, in denen man Luft holen konnte, um Gedanken und Gefühle zu ordnen. Sie sorgte sich um so viele Menschen, die ihr wertvoll geworden waren.
Sie dachte an Harry und seine Freunde und es kam ihr so unfair vor, dass sie eine solche Last auf ihren jungen Schultern tragen mussten. Sie hätten unbeschwert ihre Schulzeit erleben sollen, die erste Liebe und den Druck der Prüfungen. Aber keine dunkle Wolke aus Todesdrohung und Krieg sollte über ihren Leben schweben und sie belasten, das war einfach nicht fair.
Carol fühlte Zorn über das Schicksal, das so vielen Menschen das Leben erschwerte, die Glück und Freude verdient hatten. Aber andererseits wusste sie, dass alles im Leben einen Grund hatte und dass es nicht sinnvoll war, sich die Dinge anders zu wünschen, als sie waren. Es war eine Verschwendung von Energie, die man besser da hinein steckte, die Dinge zu verändern, wenn man es nicht über sich bringen konnte, sie zu ertragen.
Sie seufzte tief, sah, wie Coco mit einem letzen eleganten Bogen um die Ecke des Turmes flog und aus ihrem Sichtfeld verschwand und wandte sich selber wieder dem Schloss zu, um ein paar Dinge nachzulesen.
Eine elegante Schneeeule brachte Severus Snape eine Nachricht, die ihn erstaunte. Lucius Malfoy bat ihn, sich auf Malfoy Manor einzufinden, es handele sich um eine Angelegenheit höchster Dringlichkeit und erfordere äußerste Diskretion.
Er sah den Brief eine Weile an, versuchte zu erahnen, was Malfoy dazu getrieben haben könnte, seine Deckung zu verlassen und überlegte kurz, Dumbledore davon zu unterrichten. Dann aber beschloss er, erst einmal herauszufinden, worum es überhaupt ging, bevor er Unruhe verbreiten wollte. Vielleicht ging es nur um die Auseinandersetzung zwischen Draco und Kasparian und Lucius wollte ihn als Hauslehrer auffordern, Draco zu unterstützen.
Aber eigentlich konnte er sich das kaum vorstellen. Das war eine Angelegenheit, für die Lucius nicht unbedingt selber in Erscheinung treten müsste, er hätte Narcissa beauftragen können, dieses Gespräch zu führen.
Er schüttelte den Kopf, keine weiteren Gedankenspiele, er würde jetzt dorthin gehen und herausfinden, was Lucius für ein dringendes Anliegen hatte.
Er verließ die Schule, ohne jemandem zu begegnen und disapparierte, sobald er die Tore der Ländereien hinter sich gelassen hatte.
Wenig später traf er auf Malfoy Manor ein und wurde direkt in einen der Salons im oberen Stockwerk geführt. Als er den Raum betrat, sah er eine Frau in einem der ledernen Sessel am Kamin sitzen.
Er kannte sie und nun war ihm auch klar, warum es hier um Diskretion ging. Vor ihm saß eine der meistgesuchten Todesserinnen der Zaubererwelt.
Bellatrix Lestrange sah Snape kalt an. Sie hielt sich nicht mit Höflichkeitsfloskeln auf, kam direkt zur Sache.
„Ich habe Nachrichten vom dunklen Lord für Dich, Severus. Er möchte wissen, warum Delport Dich so sehr hasst, dass er Dich in diese Falle auf der Lichtung gelockt hat. Was auch immer dort vor sich gegangen ist, der Lord ist höchst ungehalten darüber, dass derartige Eigenmächtigkeiten vorgekommen sind."
Snape zuckte betont gleichgültig mit den Schultern. „Ich sage seit Jahren, dass Delport eine instabile Persönlichkeit ist. Was hat er dem Lord denn über seine Beweggründe gesagt?"
„Er ist verschwunden. Zusammen mit seinen beiden Brüdern. Nur dieser Idiot, der immer mit ihnen zusammen unterwegs war ist noch da, aber er war nur Delport und seinen Brüdern gefolgt, um Dich zu kriegen. Selbst die subtilen Befragungsmethoden des Lords konnten ihm keine Informationen mehr entlocken, also können wir davon ausgehen, dass er wirklich nicht wusste, was Delport wollte", erwiderte Bellatrix mit unüberhörbarer Abscheu in der Stimme. „Wir haben so etwas ja erwartet. Was danach allerdings dort passiert ist, bleibt völlig unklar. Keiner der anwesenden Todesser hat auch nur einen einzigen Funken Erinnerung an das, was ihm passiert ist. Sie sind auf dieser Lichtung aufgewacht und ihre letzte Erinnerung lag Stunden zurück. Sie folgten anscheinend einem Notsignal Delports, der offenbar in seinem Übereifer die halbe Armee des dunklen Lords alarmiert hatte. Keiner von ihnen weiß, wie er dort hingekommen ist und warum er dort war. Muss ich erwähnen, dass der dunkle Lord nicht erfreut ist, so etwas zu erfahren?"
Snape zog langsam eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts. Er verschwieg wohlweißlich, dass er von Delport eine Information über das Artefakt erhalten hatte und dass diese Information zur Zerstörung des Artefaktes geführt hatte. Er verschwieg auch, dass Delport ihm diese Information nur als Köder hatte geben wollen, um seine Rache an ihm zu vollenden. Wäre Delports Plan aufgegangen, hätte niemand je erfahren, dass er die Natur und den Aufbewahrungsort des Artefaktes verraten hatte. Delports eigener Übereifer und sein Hang dazu, sein eigenes Süppchen zu kochen waren ihm zum Verhängnis geworden.
Bellatrix Lestrange verzog ihr einst schönes, nun aber hartes Gesicht zu einem freudlosen Lächeln.
„Nun zu dem anderen Grund, aus dem ich hier bin. Der dunkle Lord hat einen Auftrag für Dich, Severus."
Snape musterte sie und nickte dann knapp.
„Ihm ist zu Ohren gekommen, dass Dumbledore eine neue Waffe hat", sie sah ihn an, gespannt, ob sein Gesicht eine Regung zeigen würde.
„Ich weiß von keiner Waffe", seine Stimme klang neutral.
„Uns ist zu Ohren gekommen, dass eine Frau beim Orden ist, die ganz erstaunliche Kräfte haben soll. So enorme Kräfte, dass der dunkle Lord sie haben will."
„Oh. Ja, es ist da eine Frau, aber sie ist keine Hexe und ihre Kräfte sind… nun ja… sie versteht sich gewissermaßen ein wenig aufs Heilen", noch immer klang Snapes Stimme unbeteiligt, fast ein wenig gelangweilt. In seinem Inneren jedoch tobte der Aufruhr. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und seine Gedanken rasten. Das Schlimmste, was er sich vorstellen konnte, war eingetreten.
Bellas Stimme riss ihn aus seinen Gedanken.
„Wir haben da etwas anderes gehört", sagte sie spitz. „Kann es sein, dass Du nicht besonders gut informiert bist, Severus? Oder verschweigst Du uns etwas?"
Sie machte eine Pause.
„Wie dem auch sei. Der dunkle Lord will sie. Sie wird ihm mit ihren Kräften dienen, oder sterben. Du wirst Sie ihm zuführen."
Snape holte Luft. „Ich muss erst abwarten, bis sie wieder einmal unterwegs ist. Zurzeit ist sie in der Schule und ich kann sie schlecht unter den Augen Dumbledores entführen. Sie macht immer wieder Reisen, ich werde versuchen, herauszufinden, wann sie das nächste Mal für längere Zeit Hogwarts verlässt und wohin, dann kann ich ihr folgen und sie abfangen. Aber ich muss erst nähere Informationen zu ihren Reiseplänen haben. Seit ich wieder in der Schule bin und unterrichte, habe ich den direkten Kontakt zum Orden nicht mehr so häufig, wie vorher. Sie ist momentan in Hogwarts, aber ich hörte, dass sie demnächst eine Reise planen würde. Ich brauche erst genauere Informationen darüber, bevor ich weitere Schritte einleiten kann."
„Ich bin sicher, das wird Dir keinerlei Probleme bereiten, Severus. Und Du wirst sie unserem Herrn zuverlässig überbringen." Sie lächelte süßlich, doch ihre Stimme hatte die Schärfe eines Skalpells.
Snape nickte knapp. „Richte dem dunklen Lord aus, sein Wunsch ist mir wie immer Befehl."
Er erhob sich und verließ ohne ein weiteres Wort den Raum. Bellatrix sah ihm noch einen Moment nach und ihr Gesicht verzog sich in grausamer Genugtuung.
