Kapitel 56: Und so endet es…
Harry lief durch das Kampfgetümmel. Er wusste, er musste sich von Hermine und Ron lösen, was nun kam, war etwas, das er alleine tun musste. Seine Freunde würden ihn nicht gehen lassen, das war ihm klar und wenn er Voldemort finden wollte, dann musste er das allein tun.
Einen Moment lang überwältigte ihn eine tiefe Mutlosigkeit bei dem Gedanken, letztendlich doch alleine dastehen zu müssen, aber dann dachte er an Carols Versprechen und fühlte sich ein wenig leichter. Es fühlte sich ein wenig an, wie an jenem Abend bei Milch und Keksen in der Küche und wie auch damals war es wieder eine undefinierbare Wärme, die sich in ihm auszubreiten schien.
Er wusste, sie war in Hogwarts und er war sich sicher, dass sie auch hier irgendwo sein müsste.
Ohne dass er es erklären konnte, fühlte er, dass jetzt die Zeit für die letzte und entscheidende Konfrontation gekommen war und mit einem flüchtigen Gedanken fragte er sich, ob Carol das wohl auch fühlte. Er blickte sich suchend zwischen den Kämpfenden um, ob er sie entdecken konnte, aber das Durcheinander war einfach zu groß, um irgendwelche Details zu erkennen.
Plötzlich stand ein Todesser vor Harry, der ihn einen Moment lang musterte, dann aber mit ungeheurer Schnelligkeit Flüche auf ihn abfeuerte.
Harry bemühte sich redlich, die Flüche abzuwehren, merkte aber schnell, dass ihn das überforderte. Immer schneller kamen die Angriffe und immer heftiger.
Er strauchelte, ging auf die Knie und verteidigte sich verzweifelt weiter, nicht einmal die Zeit aufzustehen blieb ihm.
Hilfe suchend sah er sich um, ob vielleicht Ron und Hermine noch in der Nähe waren, damit sie im Team agieren konnten, wie sie es geübt hatten. Eine Meter weiter hinter ihm entdeckte er sie, wie sie sich verzweifelt gegen eine Gruppe Slytherins wehrten, die sie eingekreist und von ihm abgeschnitten hatten. Ihre Lage war nicht gut, aber er hatte keine Chance, ihnen zu helfen. Seine eigene Lage wurde ihm schlagartig wieder bewusst, als er einen roten Blitz auf sich zuschießen sah. Zu seinem grenzenlosen Erstaunen traf der Blitz ihn jedoch nicht, sondern prallte an einem silbrigen Schild ab, das sich wie en Schirm vor ihm entfaltet hatte.
Blitz und Schirm verschwanden in einem Sekundebruchteil und ein weiterer roter Blitz traf den Todesser, der sofort bewusstlos zusammenbrach.
Harry drehte sich um, Worte des Dankes auf den Lippen, um zu sehen, wer ihm da zu Hilfe geeilt war. Er blickte in die dunklen Augen seines Zaubertränkelehrers, der jeden Ansatz zu Dank mit seinen ersten Worten im keim erstickte. Snape sah schlimm aus, sein Umhang wie viele Risse auf, er blutete aus verschiedenen Wunden und sein linker Arm hing schlaff an seiner Seite. Aber seine Stimme, wie auch seine Worte ließen keinen Zweifel daran, dass er sich von seinen Verletzungen nicht beeinträchtigen ließ.
„Ich hätte nicht gedacht, dass Sie so dumm sind, sich hier in Duelle verwickeln zu lassen, Potter", zischte er mit unverhohlener Verachtung in der Stimme. „Angeblich hängt doch alles an Ihnen, sollten Sie da nicht besser auf Ihr erbärmliches kleines Leben aufpassen, anstatt hier den großen Mann zu markieren?"
Harry blickte ihn hasserfüllt an. Konnte sein Lehrer nicht wenigstens einmal diese widerliche, arrogante Art ablegen? Er rappelte sich auf und erwiderte nur schweigend, mit knirschenden Zähnen Snapes Blick.
„Nun machen Sie schon. Verschwinden Sie, wohin immer Sie gehen müssen, Potter." Snapes Worte troffen vor Zynismus, als er ihm nachrief: „Es ist mir eine Ehre, dem Auserwählten den Rücken frei zu halten."
Harry lief auf die Gruppe der Todesser zu, die sich auf einer kleinen Anhöhe vor einer brennenden Baumgruppe versammelt hatten. Tief in seinem Inneren wusste er, dort würde er Voldemort finden.
Und wirklich, er stand dort zwischen seinen Gefolgsleuten und schien sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Nach einem Moment winkte er seine Todesser mit einer Handbewegung weg und sie verschwanden augenblicklich, um sich anderweitig an Kämpfen zu beteiligen.
Harry blieb wie angewurzelt stehen und hatte keine Ahnung, was er nun tun sollte. Hier standen sie nun. Nur er und Voldemort und die unselige Prophezeiung.
Er hob seinen Zauberstab und deutete auf Lord Voldemort, der in schrilles Gelächter ausbrach.
Während er mit spielender Leichtigkeit Harrys Flüche abwehrte sagte er mit falscher Fröhlichkeit in der Stimme: „Sieh an, Junge. Da sind wir also ein weiteres Mal, nur, dass dieses Mal Dein Ende sein wird und mit Dir werden diese ganze Schule und ihre Ideen untergehen. Endlich wird mein glorreicher Vorfahr doch noch den Sieg über seine schwächlichen Mitgründer erlangen."
Harry schauderte, aber er war nicht bereit, aufzugeben. Wild schleuderte er weiter Zauber um Zauber auf seinen Gegner, die dieser weiterhin abwehrte, als wäre das nur eine Kleinigkeit. Hilfe suchend sah Harry sich um, ob denn niemand in der Nähe war, der ihn hier unterstützen konnte. Selbst die Hilfe von Snape wäre ihm jetzt willkommen gewesen.
Carol spürte, dass sich etwas veränderte. Sie löste ihren Blick von Remus und so unendlich es sie auch schmerzte, ihn verlassen zu müssen, tief in ihrem Inneren wusste sie, dass nun der Zeitpunkt gekommen war. Sie sah sich um und entdeckte unweit ihrer Position eine kleine Anhöhe.
Sie kniff die Augen zusammen, um genauer zu sehen, was dort ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Dann sah sie die schmale Gestalt Harrys dort stehen und mit einem Mal wusste sie, dass dort auch sein gefürchteter Gegner sein musste.
Sie verbannte alle andere Gedanken und Gefühle mit einem letzten Blick auf Remus aus ihrem Herzen und ihrem Geist und lief auf die Anhöhe zu.
Und wirklich, dort stand eine Gestalt Harry gegenüber und Carol sah nun Lord Voldemort zum ersten Mal in persona.
Entsetzen stieg in ihr auf, als sie zu spüren begann, was von ihm ausging. Die Finsternis, die er verkörperte, die Macht der Dunkelheit, die ihn umgab, schwächten sie und sie hatte das Gefühl zusammenbrechen zu müssen.
Plötzlich begann sie zu fürchten, dass sie diesen Feind unterschätzt hatte und sie es vielleicht nicht schaffen würde, ihre Aufgabe zu Ende zu bringen. Ein leiser, fast ängstlicher Laut kam über ihre Lippen, als sie die Hände vor ihr Gesicht schlug.
Doch während Verzweiflung und Mutlosigkeit sie zu überfluten drohten, drängten sich andere Gedanken in den Vordergrund.
Sie dachte an all die Menschen, die diese Bedrohung schon einmal erlebt hatten und sich ihr trotzdem wieder stellten. An dem Mut dieser Menschen, die gegen das Böse kämpften, weil sie nicht zulassen wollten, dass es kampflos gewann. Sie dachte an jene, die ihr Leben gegeben hatten, um anderen eine Chance auf den Sieg zu verschaffen, oder um zumindest die Chancen etwas zu verbessern.
Ein Gefühl von Wärme und Leben durchflutete sie und verdrängte Furcht und Verzagtheit. Langsam und konzentriert bewegte sie sich auf Harry zu, fixierte ihn mit ihrem Blick und versuchte, alle ihre Sinne auf ihn einzustellen. Er war das Ziel ihrer Reise und alles, was geschehen war, hatte auf diesen Moment hingearbeitet.
Sie bemerkte nicht den Todesser, der hinter ihr auftauchte und seinen Zauberstab auf ihre Rücken richtete, zu sehr war sie auf das konzentriert, was vor ihr war.
Ein Fluch traf Carol, sie taumelte, dann ging sie zu Boden.
Einer der irischen Zentauren, die sich jetzt von den Einhörner getrennt hatten und sich mitten im Kampf befanden, bemerkte, was geschah und hob seinen Bogen. Er streckte den Todesser mir einem Pfeil nieder, allerdings blieb Carol verletzt liegen. Nur ein leises Stöhnen kam über ihre Lippen, aber an ihrer Haltung war erkennbar, dass sie schwer getroffen war. Noch geschwächt von den Flüchen Malfoys, die erst wenige Minuten zurück lagen, war das hier jetzt einfach zu viel. Sie versuchte sich langsam und mühsam aufzurichten, kam allerdings nicht mehr ganz auf die Beine und so kniete sie an der Stelle, an der sie niedergestreckt worden war.
Sie sah sich suchend um und als sie entdeckt hatte, wonach sie geschaut hatte, rief sie: „HARRY!"
Harry hörte jemanden seinen Namen rufen und drehte sich um. Dort sah er Carol kniend, die ihn ansah und etwas in der Hand hielt. Sie hob den Arm und warf ihm den Gegenstand zu.
Instinktiv fing er ihn auf und betrachtete eine Sekunde lang erstaunt den unscheinbaren Stein in seiner Hand.
Noch während er ihn mit gerunzelter Stirn ansah, löste sich der Stein aus seiner Hand und schwebte vor ihm auf Augenhöhe. Er begann sich zu drehen, immer schneller und schneller und plötzlich lösen sich goldene Fäden aus Carols ausgestreckten Händen und schweben auf den Stein zu. Sie bilden einen wirbelnden Kreis, wie einen Kokon um den Stein, der das goldene Licht zu sammeln schien, es bündelte und in einem Strahl an Harry sendete. Harry wurde davon umhüllt, wie zuvor der Stein, dann plötzlich floss das Licht in ihn hinein und als es vollkommen von ihm aufgesogen worden war, fiel der Stein vor ihm zu Boden.
Harry drehte noch einmal den Kopf, um Carol zu fragen, was das zu bedeuten hatte, aber er konnte nur noch sehen, wie sie in sich zusammensackte und reglos am Boden liegen blieb.
Er wollte zu ihr laufen, da bemerkte er eine Bewegung im Augenwinkel.
Lord Voldemort, der das Lichtspektakel genauso ungläubig beobachtet hatte, wie Harry, lachte nun und schüttelte den Kopf.
„Was immer es war, es hat Dir nicht geholfen, Harry."
Wieder ertönte sein schrilles Lachen, das Harry durch Mark und Bein ging und ihm das Gefühl gab, sein Hirn würde zu Brei zerkocht.
„Nun ist es aber genug mit dem Lichterspielkram, nun wollen wir es endlich zu Ende bringen." Voldemorts Stimme klang plötzlich fast sanft. „Wir haben genug gespielt und Du hast Dein Glück in all den Jahren überreizt. Jetzt bin ich am Zuge und was oder wer auch immer Dir helfen wollte, hat versagt. Jetzt ist der Augenblick gekommen, in dem sich die wahrhaft überlegene Macht über alle anderen erhebt und alles vernichtet, was sich mir in den Weg stellt.
Und mit Dir werde ich beginnen, Harry Potter!"
Er hob seinen Zauberstab und seine glühend roten Augen bohrten sich in Harrys Augen.
In diesem Moment durchfuhr Harry eine Erkenntnis. Er wusste, was er tun musste, so sicher, wie er noch niemals im Leben etwas gewusst hatte.
Er streckte die Arme aus, seine Hände deuteten auf Lord Voldemort. Die Geste glich aufs Haar genau der, die er bei Carol gesehen hatte und sein Zauberstab fiel unbeachtet zu Boden.
Harry schloss die Augen und dachte an seine Eltern, an Sirius, an seine Freunde. An all die Menschen, die ihn geliebt hatten und noch liebten. Er fühlt mit absoluter Sicherheit, dass es in diesem einen Moment nicht wichtig war, ob sie lebten oder tot waren, was zählte, war einzig, dass ihre Liebe ihn lebendig machte und dass es die Kraft zu Leben war, die er durch ihren Tod oder ihr Leben bekommen hatte. Seine Kraft war ihr Leben und sein Leben wurde gespeist durch ihre Kraft und niemand konnte einer solchen Macht widerstehen.
Ohne, dass er irgendetwas dazu tat, strömten goldene Lichtfäden aus seinen Fingerspitzen und schossen auf Lord Voldemort zu. Dieser riss die Augen auf, als er sah, was geschah, war jedoch unfähig, sich irgendwie zu rühren, als das goldene Licht ihn traf.
Es hüllte ihn sofort ein und begann sich erst langsam, dann immer schneller um ihn herum zu drehen.
Einen Moment sah man Verstehen und darauf folgend Entsetzen in Tom Riddles Augen aufleuchten, dann aber wurde das Licht zu hell, zu strahlend, als dass man noch etwas aus dem Inneren der schimmernden Spirale erkennen konnte.
Schneller und schneller drehte sie sich und wand sich dabei immer enger um ihre Mitte. Es sah fast aus wie eine Windhose, wie ein goldener Tornado, der dort an einer Stelle tobte.
Enger und immer enger wurde es und mittlerweile war nicht mehr vorstellbar, dass sich dort in der Mitte ein Körper befinden sollte. Aber es nahm kein Ende und obwohl es unglaublich schien, wurde die Drehung noch schneller und noch enger, bis sie schließlich so dünn wie ein goldener Faden war, der knapp über dem Boden in die Luft ragte.
Dann, ohne Vorwarnung und völlig unspektakulär begann der Faden im Boden zu verschwinden und als er vollständig von der Erde aufgenommen worden war, war auch der dunkle Lord verschwunden, den das goldene Licht scheinbar mühelos verschlungen hatte.
Nur ein dunkler Fleck am Boden erinnerte an das, was hier eben geschehen war, als hätte die Natur sich das zurück geholt, was man ihr gestohlen hatte.
Stille trat plötzlich ein, als das gleißend helle Spektakel, das die Blicke aller angezogen hatte erlosch. Wie betäubt starrten die Menschen auf den dunklen Fleck im Boden, wo das Licht verschwunden war und langsam senkten sich die Zauberstäbe.
Irgendwo war leiser Jubel zu hören, aber auch einige entsetzte Aufschreie. Einige versuchten in den Wald zu fliehen, andere kümmerten sich um ihre Kameraden, die am Boden lagen.
Aber wie von Zauberhand hatten alle Kämpfe ein Ende gefunden.
Und plötzlich, als hätte die Natur nur auf diesen Moment gewartet, als wäre hier ein Endpunkt erreicht, begann es zu schneien. Dichte Flocken fielen vom Himmel und hüllten die Welt in eine merkwürdige, gedämpfte Stille. Eine dünne weiße Schicht begann alles zu bedecken, Lebende wie Tote, Gute wie Böse. Wie eine kühle sanfte Decke in unschuldigem Weiß, als solle nichts von dem Kummer und Leid, dem Schmerz und dem Tod, die hier stattgefunden hatten zu sehen sein, wenn der neue Morgen anbrach.
Natürlich würde Nichts vergessen, würde der Schmerz und Verlust noch lange nachhallen, aber jetzt schien plötzlich Frieden und Stille zu herrschen.
Remus stand etwas abseits der Szene, der Kampf mit den drei Todessern hatte ihm keine Chance gelassen, dem, was um ihn herum passiert war, zu folgen. Jetzt lagen zwei seiner Gegner am Boden, der Dritte hatte plötzlich aufgeschrieen, sich mit einem Ausdruck von Panik an den linken Unterarm gefasst und war dann wie von der Todesfee gehetzt fortgelaufen. Remus, der aus mehreren Wunden blutete, stutzte. Es war eigentlich so gut wie besiegt gewesen, seine Gegenwehr gegen die Todesser hatte nur noch aus reiner Verzweiflung und Adrenalin bestanden und nun sah er schwankend seinem fliehenden Gegner hinterher.
Er drehte den Kopf und sah Carol am Boden liegen. Filius Flitwick kniete neben ihr, seine Hand an ihrem Hals, als wollte er ihre Lebenszeichen überprüfen.
Einen quälend langen Moment geschah nichts, dann sah Remus, wie der kleine Lehrer mit einem traurigen Gesichtsausdruck den Kopf schüttelte.
Es dauerte einige Sekunden, bis die Bedeutung dieser Geste in Remus Bewusstsein eindrang, dann öffnete er den Mund und wollte schreien, aber kein Laut kam über seine Lippen. Es war, als wäre alles in ihm zusammengequetscht und kein Hauch von Luft könne mehr seinen Brustkorb verlassen.
Er wollte zu ihr laufen, aber Schmerz und Kummer lähmten ihn vollständig. Er stand einfach nur dort, unfähig, sich zu rühren, unfähig, einen Laut von sich zu geben. Erst langsam löste sich die Starre und er bewegte vorsichtig, fast ängstlich auf Carol zu.
Noch während Flitwick neben Carol hockte, trat Severus Snape zu ihnen. Er kniete sich neben ihr nieder und hob behutsam ihren leblosen Körper an und platzierte ihren Kopf und Schultern auf seinen Knien. Mit einem Arm hielt er die schlaffe Gestalt fest, mit der anderen Hand zog er eine winzige Phiole aus der Tasche seines Umhanges. Er schnippte den Deckel mit dem Daumen ab und betrachtete einen Augenblick das kleine Gefäß. Dann atmete er tief ein und ließ den Inhalt zwischen Carols kalte Lippen laufen.
Ein einziger, winziger, sonnengelber Tropfen löste sich fast zögernd von Hals des winzigen Fläschchens und glitt dann langsam über die Lippen in den Mund.
Zuerst geschah nichts.
Dann hob sich vorsichtig Carols Brust zu einem Atemzug.
Snape ließ die leere Phiole achtlos fallen und sah Carol aufmerksam ins Gesicht, doch nichts rührte sich da. Sie atmete ruhig und gleichmäßig, schien aber das Bewusstsein noch nicht wiedererlangt zu haben.
Erst jetzt bemerkte Snape Remus, der lautlos zu ihnen getreten war. Er war Snape gegenüber auf die Knie gesunken und sah ihn nun staunend an.
„Der Janustrank", sagte Remus und Ehrfurcht klang in seiner Stimme mit. „Du hast es wirklich geschafft, Severus."
Snape erwiderte nichts.
Sanft hob er Carols Oberkörper wieder an und schob sie in Remus' Arme. Dann erhob er sich und ging schweigend davon.
Remus sah ihm einen Moment lang nach, dann hielt er Carol fest und beobachtete ihre Atemzüge, als wäre jeder einzelne ein Geschenk.
Nach einigen Minuten regte sich Carol in Remus Armen und als sie ihre Augen öffnete, sah sie als erstes seine Augen, die sie besorgt beobachteten. Sie holte tief Luft, dann hustete sie leicht.
„Ist es vorbei?"
Er nickte stumm. Sie blickte sich verwundert um, als könne sie nicht so recht fassen, was sie sah.
Vorsichtig versuchte sie sich aufzurichten und mit Remus Hilfe stand bald auf den Beinen. Zwar etwas wackelig, aber immerhin stand sie, was ihm mehr und mehr wie das eigentliche Wunder dieses Tages vorkam.
Sanft legte er seinen Arm um ihre Hüfte und schlang seinen Umhang um ihren Körper, der plötzlich angefangen hatte, zu zittern. Mit festem Griff zog er sie an sich und stützte sie.
„Lass uns nach Hause gehen."
„Ja", sagte sie leise und schmiegte sich in seinen Arm. „Nach Hause."
