Epilog

Es dauerte einige Zeit, bis man sich wieder gesammelt hatte. Verletzte mussten versorgt, die Toten begraben und betrauert werden und alle mussten den plötzlichen, brutalen Angriff verarbeiten.

Erst nach dem Ende der Schlacht wurde deutlich, welche weitreichenden Schäden es gegeben hatte, wie viele tragische Verluste zu beklagen waren. Die Menschen schienen zuerst in einer Art Betäubung festzustecken, aber schon nach kurzer Zeit breitete sich überall geschäftige Betriebsamkeit aus, als jeder versuchte, sein Leben wieder in die alten Bahnen zu lenken.

In Hogwarts wurden die verletzten und geschockten Schüler im Krankenflügel von Madame Pomfrey versorgt. Viele Kinder, denen die Dementoren doch ein wenig zu nahe gekommen waren, ließen sich mit Schokolade und Aufmunterungszaubern allerdings schnell kurieren und durften die Krankenstation sofort wieder verlassen.

Einige waren schwerer verletzt, wenige durch Flüche, viele durch Stürze bei panischen Fluchtversuchen.

Ron und Hermine fanden Harry an der Stelle wie versteinert stehen, an der Lord Voldemort sein Ende gefunden hat. Hermine hob seinen Zauberstab auf, der noch immer zu seinen Füssen lag und gemeinsam zogen sie ihn Richtung Schloss. Er löste sich langsam wieder aus seiner Erstarrung und als sie auf Neville und Luna trafen, erzählte er, was geschehen war.

Gemeinsam gingen sie zum Krankenflügel, denn sie alle hatten mehr oder weniger große Blessuren, allerdings nichts wirklich Gefährliches. Es war, als hätte etwas über sie gewacht und man konnte ihre Erleichterung förmlich spüren.

Die Mitglieder der DA erhielten Auszeichnungen für besondere Verdienste um die Schule und um das Wohl ihrer Mitschüler und ihre Namen wurden auf einer magisch glänzenden Tafel im Raum der Pokale verewigt.

Außerdem sagte Direktor Dumbledore ihnen zu, dass sie in der nächsten, überarbeiteten Ausgabe von „Eine Geschichte von Hogwarts" namentlich erwähnt würden, wenn die Schlacht gegen Lord Voldemort in die Chroniken aufgenommen würde.

Ihr Mut und ihre Entschlossenheit, sich gegen das Böse zu stellen, obwohl sie als Schüler eigentlich jene waren, die es zu beschützen galt, wurden von Dumbledore besonders lobend in seiner Rede erwähnt, die er beim großen Festessen zur Feier des Endes Lord Voldemorts hielt.

Carol und Remus begaben sich direkt zum Grimmauldplatz unter die Obhut von Augusta, die sich, nachdem die die Geschichte von Carols Beinahe-Tod und der darauf folgenden Erweckung gehört hatte, sofort an eingehende Untersuchungen machte.

Remus Verletzungen wurden gewissenhaft versorgt, aber ihr Hauptaugenmerk galt Carol. Allerdings akzeptierte sie, dass Remus an Carol Bett blieb, denn es war offensichtlich, dass er sich nicht würde wegschicken lassen.

Sie erholte sich erstaunlich schnell, was immer der Janustrank genau bewirkt hatte, er hatte es gründlich und nachhaltig getan.

Remus wurde nicht müde, sie anzusehen und auch Carol schien ihn kaum eine Sekunde aus den Augen lassen zu wollen.

Er erzählte ihr, was Severus geschafft hatte und wie er sie gerettet hatte und Carol hörte ihm schweigend zu.

Irgendwann sagte sie leise: „Jasper." Eine Träne lief ihr über das Gesicht und Remus zog sie wieder in seine Arme, wie schon so oft in den letzten Stunden.

„Verstehst Du es?" Er sah sie fragend an.

„Ein wenig. Ich glaube, es war niemals einfach, Jaspers Gedankengänge nachzuvollziehen." Sie seufzte leise. „Er war… komplex."

„Er war ein netter Kerl", warf Remus ein, an seine Gespräche mit Jasper denkend.

„Ja, das war er wirklich", Carol musste unwillkürlich lächeln.

„Ich glaube, er hat gewusst, was passieren muss und er hat getan, was er konnte, um zu helfen", sagte sie dann.

„Warum hat er die Blume nicht einfach Severus gegeben, was glaubst Du?"

„Schwer zu sagen. Vielleicht fürchtete er, dann zu viele Fragen beantworten zu müssen, warum er sie für so bedeutend hielt. Vielleicht hatte er Angst, zu viele Hinweise auf das, was geschehen würde, könnten die Zeitlinie beeinflussen und völlig andere Ereignisse hervorbringen."

Sie sah ihn an, konnte aber nicht mehr dazu sagen.

Remus nickte und sagte dann: „Er hat versucht, was in seiner Macht stand, mich hat er immer wieder darauf hingewiesen, dass ich meine wahre innere Stärke finden müsse, dass ich Frieden mit dem Wolf schließen solle, damit ich meine Stärke einsetzen könne, um Dich zu retten.

Ich habe nie begriffen, was er meinte. Bis zu dem Moment, als ich sah, dass Malfoy im Begriff war, Dich umzubringen."

Er seufzte. „Ich hätte es beinahe vermasselt."

„Nein, hättest Du nicht, Du hast es genau zur richtigen Zeit begriffen und das Richtige getan. Das hättest Du niemals planen können, es musste spontan passieren."

Er lächelte sie zärtlich an. „Ja, vielleicht hast Du Recht. Es war… eine bemerkenswerte Erfahrung."

Sie sprachen noch lange, doch irgendwann schlief Carol ein. Remus blieb bei ihr und wie schon einmal schlief er in dem Sessel neben ihrem Bett ein.

Schon am folgenden Tag verließen sie das Krankenzimmer und zogen sich in ihr Zimmer zurück.

Es gab so vieles zu Besprechen, nun endlich wollten sie Pläne für die Zukunft machen.

Hagrid wurde nahe seiner Hütte am Rand des verbotenen Waldes begraben. Es war schwer gewesen, seinen Körper zu bergen, denn Fang bewachte ihn und ließ niemanden an ihn heran. Er knurrte und bellte und fletschte sein beeindruckendes Gebiss. Erst als jemand beherzt vortrat und einen Ruhezauber auf den Saurüden sprach, konnte man zu Hagrid vordringen.

Aber es war offensichtlich, dass hier jede Hilfe zu spät kam und so brachte man Hagrid zusammen mit den anderen Toten zum Schloss, wo sie für die Trauerfeier aufgebahrt werden sollten.

Die meisten wurden ihren Familien übergeben, aber da die Schule für Hagrid das Zuhause der letzten Jahre gewesen war, erlaubte Professor Dumbledore, dass er am Waldrand begraben wurde.

Bei seiner Beisetzung waren außer Schülern, Lehrern und Ordensmitgliedern auch zahlreiche Geschöpfe des verbotenen Waldes anwesend und auch die Zentauren erwiesen ihm die letzte Ehre.

Es war eine ergreifende Zeremonie und in den folgenden Jahren fand man immer wieder Gaben wie Blüten, Früchte oder kleine Dinge, deren Bedeutung niemand kannte, auf der Grabstelle.

Keiner fand je heraus, wer sie dort hinlegte, aber es war offensichtlich, dass viele Wesen Hagrid sehr gemocht hatten und sein Andenken in ihren Herzen bewahrten.

Viele Wunden waren zu versorgen, nicht nur die körperlichen. Und vielleicht waren die seelischen Verletzungen die Schlimmeren, weil es so schwer war, über sie zu sprechen und sie fassbar zu machen.

Aber es gab Menschen, denen lagen gerade diese Wunden besonders am Herzen und so war es nicht verwunderlich, dass Severus Snape im Büro des Schuldirektors saß und mit leicht angewiderter Miene in seine Tasse mit Rosentee blickte.

„Trink, Severus, meine Großtante Muriel hat darauf geschworen, dass Rosentee gut für die Nerven ist."

Snape stellte die Tasse mit einem leichten Klirren energisch auf dem Kaffeetischchen ab.

„Meine Nerven sind in ausgezeichneter Verfassung, Sir." Die steile Falte zwischen seinen Augenbrauen vertiefte sich noch ein wenig.

„Davon bin ich überzeugt, Severus, keine Frage", der alte Schulleiter deutete ein Lächeln an, doch seine ernsten Augen betrachteten seinen Tränkelehrer besorgt.

Sie schwiegen eine Weile, wobei Dumbledore geräuschvoll mit seiner Teetasse hantierte, während Snape sich bemühte Tasse und Teeduft zu ignorieren.

Schließlich brach Dumbledore erneut das Schweigen.

„Wie steht es um Mark, Severus? Hast Du ihn schon im St. Mungos besucht?"

Snape schüttelte den Kopf.

„Mir wurde mitgeteilt, dass er noch immer in Lebensgefahr schwebt und es nicht klar ist, ob er überleben wird.

Ich hätte ihn schützen müssen. Ich war nicht rechtzeitig zur Stelle, als er mich brauchte, als er sich gegen seine Kameraden stellte." Er machte eine Pause und Dumbledore hörte still zu.

„Ich war entschlossen, mich zwischen ihn und die Todesser zu stellen. Er ist noch so jung, er kann noch so viele Entscheidungen fällen, ich habe meine Fehler schon gemacht, aber er hätte noch eine Chance. Ich hätte das Opfer ihrer Wut sein müssen, nicht er."

Der Schulleiter sah ihn ruhig an, dann legte er sanft seine Hand auf Snapes Arm. „Ich verstehe, was Du meinst, Severus. Aber es war nicht nötig. Es ist wichtiger, dass Du lebst, als dass Du Dich geopfert hättest. Ich kenne einen jungen Mann, der braucht einen Mentor, wenn er wieder gesund werden soll. Nicht nur seine Wunden müssen verheilen, auch seine Seele. Und dabei braucht er Hilfe. Er braucht ein Vorbild, einen Lehrer und vor Allem jemanden, der versteht, was ihn bewogen hat, zu tun, was er tat. Wer außer Dir könnte das?"

Snape schwieg sehr lange, er hatte seine Hände ineinander verschränkt und presste sie so fest zusammen, dass die Knöchel weiß leuchteten.

Dumbledore ließ ihm Zeit, bis er merkte, dass sein ehemaliger Schüler sich wieder etwas entspannte. Schließlich sprach er wieder und ein Lächeln zog sich von seinem Mund zu seinen Augen.

„Du hast Dich selber übertroffen mit diesem Trank, Severus."

Snapes Gesichtszüge wurden weicher bei der Erwähnung seiner Arbeit.

„Es war eine Herausforderung. Eine lohnende Herausforderung", sagte er unbewegt.

Dumbledore nickte verstehend.

„Und nun? Tut es gut, nun, da Du Ms Feathertons Leben gerettet hast, nicht mehr in ihrer Schuld zu stehen?" Er blickte Snape mit dem schon so vertrauten, forschenden Blick in die Augen.

Snape schien einen Moment nachzudenken, bevor er schließlich sagte: „Es ist merkwürdig, aber ich hatte geglaubt, es würde sich besser anfühlen sie zu retten und endlich nicht mehr in ihrer Schuld zu stehen. Aber nun kommt es mir vor, als wäre es gar keine so große Last gewesen." Er runzelte die Stirn und sein Ausdruck spiegelte mildes Erstaunen wider.

Dumbledore lächelte nun breit und seine Augen funkelten, als er leise sagte: „Das, Severus, das ist ein Anzeichen für eine echte Freundschaft."

Nicholas Kasparian willigte nach einigem Zögern ein, auch weiter als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste zu arbeiten. Er überstand die Anhörung wegen der Anwendung eines unverzeihlichen Fluches unbeschadet und wurde wie alle anderen, die während der Schlacht Gewalt angewendet hatten freigesprochen. Allerdings wurde die Verwendung eines unverzeihlichen Fluches im Ministerium vermerkt und jeder, der sich dieses Vergehens schuldig gemacht hatte, stand unter besonderer Beobachtung.

Kingsley Shacklebolts Verletzungen mussten im St. Mungos behandelt werden, er war während des Versuchs, zwei verletzte Auroren vor den anfliegende Drachen zu schützen, selber schwer verbrannt worden. Er verdankte sein Leben nur einem Einhorn, das während der ganzen Zeit bis zur Rettung der Verletzten bei ihm geblieben war und versucht hatte, seine diffusen Blutungen zu stoppen.

Trotzdem war sein Überleben ungewiss und selbst wenn er es schaffen sollte, würde er mit gravierenden Langzeitschäden leben müssen.

Carol besuchte ihn einige Tage nachdem klar war, dass er nicht wieder vollständig genesen würde und saß eine Weile schweigend an seinem Bett. Schließlich öffnete sie den Mund, um etwas Tröstendes zu sagen, aber er hob Einhalt gebietend die Hand.

„Sag' jetzt nicht, dass alles wieder gut wird, Carol." Er verzog gequält das Gesicht.

„Nein, es wird nicht alles wieder gut. Manche Dinge werden nie wieder gut, aber andere werden bestimmt wieder gut.

Es liegt an uns selber, unsere Prioritäten so zu setzen, dass die Dinge, die wieder gut werden, für uns relevant sind."

Sie verstummte und sah ihn nachdenklich an.

Er nickte nach einer Weile ernst und meinte dann leise: „Kluge Worte. Vielleicht hast Du Recht, aber es wird dauern, das alles neu zu ordnen."

Beide seufzten, dann blieb Carol noch lange an seinem Bett sitzen, während er wieder schlief.

Er war ihr ein guter Freund geworden, jemand, der immer da war, wenn er gebraucht wurde, still und unaufdringlich, aber stark und fröhlich.

Sie hoffte sehr, dass er es schaffen würde, diese Wesenszüge zu bewahren und sich sein Leben aufzubauen. Die Zaubererwelt war nicht sehr tolerant gegenüber Menschen, die anders waren, aber Carol hoffte, dass seine Freunde ihm helfen würden, die bevorstehenden Hürden zu bewältigen.

Sie selber war fest entschlossen, für ihn da zu sein und sie war auch sicher, dass jeder andere, den sie kannte, es auch sein würde.

Natürlich hatte Carol sofort von Remus erfahren, was es gewesen war, das ihr Leben gerettet hatte und welche unglaubliche Leistung Severus Snape da geschafft hatte.

Sie war zutiefst beeindruckt und unendlich dankbar. Und gleichzeitig wusste sie, wie gut dieser Verlauf für ihn sein musste, denn nun hatte er sich von der drückenden Schuld der Lebensrettung befreien können. Sie freute sich für ihn, denn er lag ihr inzwischen sehr am Herzen und sie hatte es immer als schmerzlich empfunden, zu sehen, welche Lasten er in seinem Leben mit sich herum trug. Umso schlimmer hatte sie es gefunden, dass sie noch zusätzlich das Gefühl, etwas schuldig zu sein auf ihm abgeladen hatte.

Nun waren sie so etwas wie quitt, dachte sie und sie nutzte die erste sich bietende Gelegenheit, ihn in Hogwarts zu besuchen.

Erwartungsgemäß traf sie ihn in seinen Räumen im Slytherin-Kerker an und als er ihr die Tür öffnete, ging etwas mit ihr durch.

Unbeschreibliche Dankbarkeit durchströmte sie, denn er war es, der ihr dieses neue Leben geschenkt hatte, mit dem sie so überhaupt nicht gerechnet hatte. Es war ein so wunderbares Geschenk, ein so überwältigendes Gefühl, lebendig zu sein, dass sie ihm spontan um den Hals fiel und ihm wortreich dankte.

Er wirkte reserviert und kühl, sein Körper wurde brettsteif und er schob sie mit einem barschen Knurren von sich.

Sie sah ihn erschrocken an: „Sind wir noch Freunde?"

„Wenn ich davon ausgehen darf, dass dieser Gefühlsausbruch eben der Einzige seiner Art bleiben wird, dann sicher." Die Andeutung eines leichten Schmunzelns umspielte seine Mundwinkel.

Carol lachte aus vollem Herzen und nickte dann. „Ich werde mich bemühen."

Nachdem der Schutz bei den Dursleys für Harry nun nicht mehr nötig war, konnte nichts auf der Welt mehr Molly Weasley davon abhalten, darauf zu bestehen, dass Harry bis zu seiner Volljährigkeit in ihrer Familie aufgenommen wurde. Es war eigentlich jedem klar gewesen, dass sie nur darauf gewartet hatte, ihn unter ihre Fittiche zu nehmen, damit er endlich lernen konnte, wie es in einer richtigen Familie war. Überhaupt fand sie ihn nicht ausreichend ernährt, nicht behütet genug und an seiner Kleidung hatte sie auch einiges auszusetzen. Alles in Allem fehlte ihm mütterliche Sorge, befand sie und war sicher, dass sie in diesem Punkt Abhilfe schaffen könne.

Es gab niemanden, der sich dieser geballten Macht entgegenstemmen wollte und Harry war sowieso viel zu erschöpft und ausgelaugt, als dass er Protest erhoben hätte. Die Vorstellung, die nächste Zeit im Fuchsbau bei Ron und seinen Geschwistern und als vollwertiges Mitglied der Weasley-Familie zu verbringen, erfüllte ihn mit einer Art trägen Wärme, die sich gut anfühlte.

Er wusste, dass Mrs Weasley ihn übertrieben bemuttern würde und dass Ron die Augen verdrehen und die Zwillinge spotten würden, aber trotzdem schien diese Vorstellung etwas Paradiesisches zu haben.

Die Zentauren beider Herden hatten trotz der Hilfe durch die Einhörner viele Verluste erlitten und beschlossen, ihre Herden zusammen zu legen. Zwar hatte die irische Herde zunächst überlegt, nach der Beseitigung der Todesser-Bedrohung wieder zurück in ihre Heimat zu gehen, aber schließlich siegte die Erkenntnis, dass sie hier so viele neue Freunde gefunden hatten und dass die Ländereien der Schule eine wundervolle und sichere Umgebung war, um Fohlen groß zu ziehen.

Und gemeinsam mit der hier schon lange beheimateten Herde einen grausamen Feind bekämpft zu haben, brachte sie einander näher und ließ den Wunsch entstehen, die Ereignisse in gemeinsam geschriebenen Liedern zu verewigen.

Everett Spangle kam auf die Liste der meistgesuchten Zauberer, aber man musste sich schnell der Erkenntnis stellen, dass er untergetaucht war und keinerlei Spuren über seine Verbleib hinterlassen hatte. Er war zwar völlig wahnsinnig, dabei aber hochintelligent und sehr organisiert, was die Suche nach ihm ungemein erschweren würde.

Carol und Remus blieben noch einige Zeit am Grimmauldplatz. Zwar hatte Harry ihnen angeboten, dort ganz zu wohnen, aber sie waren sich einig, dass sie sich lieber eine andere Bleibe suchen wollten.

Für Carol stand fest, dass sie in der Zaubererwelt leben wollte, nichts auf der Welt können sie je wieder von Remus und seiner Welt trennen, hatte sie gesagt.

Auch nach dem Verlust ihrer Kraft, fühlte sie sich noch immer in der Lage, darüber mehr herauszufinden und sie beschloss, zu erforschen, was genau mit der Kraft des Lebens geschehen war. Immerhin konnte sie nicht einfach verschwunden sein, es hatte seit Jahrtausenden immer Menschen gegeben, die sie nutzen konnten und so etwas endete nicht einfach, nur weil ein einzelner Tyrann damit einmal besiegt worden war.

Sicher, das Ganze war etwas unkonventionell verlaufen, aber das war schließlich kein Grund, dass eine so elementare Kraft einfach in den Boden versickerte und aus der Welt verschwand, verkündete sie. Und schließlich sei sie nicht all die Jahre von Sarah ausgebildet worden, um nun den Rest ihres Lebens ohne die Kraft zu sein und ohne Chance, sie an den nächsten Menschen weiter zu geben.

Remus, der ihren neuen Tatendrang mit Freude beobachtete, lächelte, als sie ihm mit in die Seiten gestemmten Händen diesen Vortrag zum wiederholten Male hielt, und wie jedes Mal zog er sie in seine Arme, küsste sie und flüsterte in ihr Ohr: „Ich bin sicher, Du wirst herausfinden, was geschehen ist und wie Du die Kraft des Lebens wieder für die Menschen nutzbar machen kannst, mein Liebes. Aber das ist eine andere Geschichte."

Ende