4.Begegnungen
Endlich
– so fand Harry – war das erste Quidditchtraining.
Es war
gut, zumindest für ihn, für Ron war es die reinste
Katastrophe. Angelina musste ihn dauernd sagen was er anders oder
besser machen sollte und die Tatsache, dass die Slytherins zusahen,
machte die Sache auch nicht besser.
Angelina hatte zwischendurch
eine Pause eingelegt um die Mannschaft, und vor allem Ron, zu
ermutigen.
In der Zeit kamen auch Hermine und Fiona, die ein wenig
zusehen wollten. Sie setzten sich also auf die Tribüne,
möglichst weit weg von den Slytherins.
Angelina pfiff und die
Gryffindors trainierten weiter. Drei Minuten später pfiff sie
allerdings erneut.
Harry hatte grade den Schnatz entdeckt – er
flog über Hermine und Fiona – musste jetzt aber abbremsen:
„Was ist los?" rief er zu Alicia, die schräg neben ihm
flog.
„Katie…ich glaube sie hat diese Blutblasenschote von den
Zwillingen probiert…" murmelte diese. Harry und Alicia wollten
grade zu Katie, den Zwillingen und Angelina fliegen, aber da waren
auch schon Fred - oder war es George? – und Angelina bei den
Beiden.
„George bringt Katie in den Krankenflügel. Wollen
wir weiter trainieren?" Angelina sah ihr Team fragend an,
inzwischen war auch Ron bei ihnen.
„Also ich komme alleine nicht
mit den Klatschern klar…" warf Fred ein.
„Na ja, hatte nicht
die neue…Fiona?...erzählt das sie als Treiberin nicht schlecht
ist?" fragte Alicia, die sich gestern mit Fiona unterhalten
hatte.
Angelina überlegte kurz: „Fred? Was meinst
du?"
„Wenn sie will, probieren geht über studieren."
Erwiderte er und holte Georges Schläger und Besen während
Angelina und Harry zu Fiona flogen.
„Fiona? Hast du Lust George
mal kurz zu vertreten?" fragte Angelina.
„Klar!" Fiona war
begeistert, sie konnte mal wider fliegen. Fred gab ihr den Besen und
den Schläger und das Training konnte weiter gehen.
Pfiff!
„Ok
Leute! Schluss für Heute!" rief Angelina und stieg vom
Besen.
„Du bist wirklich gut." Lobte sie Fiona.
Diese
lächelte: „Danke…"
„Da ist wenigstens schon mal ein
Nachfolger für den Treiberposten gesichert." Fügte sie
noch hinzu und verschwand in der Umkleide.
Fiona drehte sich um
und lächelte zu Ron und Harry. Ersterer sah ziemlich geknickt
aus und hörte sich gerade Harrys Aufmunterungsversuche an.
„Das
wird schon noch. Wenn das mein erstes Training gewesen wäre,
hätte ich mich bei dem Gekreische der Slytherins auch nicht
konzentrieren können."
„Lass Harry…ich bin ein
Versager!" murmelte er und verschwand in der Umkleide.
Harry sah
kurz zu Fiona und lief dann Ron nach.
Die Schwarzhaarige ging zu
Hermine: „Ron ist ganz schön geknickt."
„Verständlich."
Erwiderte Hermine und klappte ihr Buch zu in dem sie gelesen hatte.
„Wenn die Slytherins mich so ‚anfeuern' würden hätte
ich auch jeden Quaffel durch gelassen." Sie stand auf und ging mit
Fiona hoch zum Schloss.
„Aber du bist eine richtig gute
Treiberin."
„Danke, Hermine. Es war auch total schön mal
wider fliegen zu können." Die Augen der Schwarzhaarigen
leuchteten regelrecht.
Die vier Freunde saßen im
Gemeinschaftsraum und machten ihre Hausaufgaben. Harry und Ron –
die sich diese bis jetzt ‚aufgehoben' hatten – kamen kaum
hinterher. Hatten sie das eine Fach fertig kam das nächste.
Der
Gemeinschaftsraum leerte sich immer mehr, bis irgendwann nur noch
Harry, Ron, Hermine und Fiona – die natürlich mit den
Hausaufgaben schon fertig waren - da saßen.
„Ihr müsst
echt mehr von den Hausaufgaben in der Woche erledigen. Fiona und ich
schaffen das doch auch." Tadelte Hermine die Beiden. „Ihr könnt
euch doch gar nicht richtig konzentrieren wenn ihr alles auf einmal
macht."
„Ja Hermine! Wir wissen es." Fauchte Ron sie an. Er
war wegen des verpatzten Trainings immer noch genervt.
„Gib
her!" murmelte sie und hielt Ron ihre Hand hin.
Er sah sie
verständnislos an: „Was?"
„Deinen Aufsatz! Ich
korrigiere ihn." Erwiderte sie und nahm das Pergament.
Fiona
nahm das von Harry.
„Das musst du nicht." Murmelte Harry
verlegen.
„Doch das muss ich. Oder glaubst du ich kann es
verantworten, dass der größte Jupitermond plötzlich
Callisto und nicht Ganymed heißt?" erwiderte sie ohne
aufzublicken.
Die Beiden Jungs lehnten sich erschöpft
zurück.
Fiona war schneller fertig als Hermine und konnte
Harry seinen Aufsatz schnell zurückgeben: „Musst nur noch
abschreiben. So viele Fehler waren es gar nicht."
„Danke."
Harry lächelte und schrieb den Aufsatz ab.
Inzwischen war
auch Hermine fertig und Ron konnte seinen Aufsatz ebenfalls
beenden.
„Ich geh hoch." Murmelte Fiona und verschwand in
ihrem Schlafsaal.
Hermine setzten sich vor den Kamin und
streichelte Krummbein. Plötzlich zog sie scharf die Luft ein:
„Sirius!" sie kniete sich vor den Kamin. „Was machst du
hier?"
Auch Harry und Ron hatten sich jetzt vor den Kamin
gekniet.
„Ich wollte mit euch reden." erwiderte Sirius, als ob
es das normalste auf der Welt wäre.
„Ich freue mich ja dich
zu sehen, aber das ist viel zu gefährlich!" erwiderte
Harry.
„Mich hat keiner gesehen."
„Na hoffentlich."
Erwiderte Hermine.
„Weswegen ich hier bin – du hast mir
geschrieben das deine Narbe wider schmerzt. Erzähl." Kam
Sirius zu dem Thema weswegen er hier war.
Fiona ging leise in
ihren Schlafraum, Parvatie und Lavender schliefen schon.
Sie
schlich sich ins Bad und nahm das Taschenmesser aus ihrer
Waschtasche. Dann schlich sie sich wider aus ihrem Schlafsaal und
ging leise die Treppe zum Gemeinschaftsraum runter.
Dort knieten
Harry, Ron und Hermine vor dem Kamin und sprachen – mit Sirius
Black. Fiona erschrak kurz. Sie wollte schon zurückgehen hielt
aber inne. ‚Ich schleich mich einfach an ihnen vorbei, wenn ich
leise bin fällt das nicht auf.'
„…man sich deswegen
wirklich Sorgen machen muss. Sie hat das ganze letzte Jahr über
wehgetan, oder?" fragte Sirius Harry.
„Ja, und Dumb…"
weiter kam Harry nicht, denn ein Geräusch ließ ihn
aufschrecken.
Die drei Gryffindors drehten sich um und sahen
Fiona.
„Fiona…wir…" stammelte Hermine und versuchte sich
vor den Kamin zu stellen. „Wir erklären es dir nachher…"
Fiona
nickte und rannte aus dem Gemeinschaftsraum. Die drei Gryffindors und
Sirius waren so erschrocken, dass sie gar nicht merkten, dass Fiona
nach draußen und nicht in ihren Schlafsaal gerannt war.
„Warum
bist du nicht abgehauen als du sie gesehen hast?" fragte Harry
seinen Paten aufgebracht.
„Ich dachte für einen Moment…auch
egal…wer war das?" fragte Sirius.
„Die Neue, aus
Beauxbatons, von der ich dir im Brief erzählt hatte." Erklärte
Harry.
Sirius sah nachdenklich aus: „Wie heißt
sie?"
„Fiona Devill. Kennst du sie etwa?" fragte Hermine,
die jetzt wider vor dem Kamin kniete.
„Ich…nein...was war noch
wegen Umbridge?"
Fiona rannte ins Klo der Maulenden
Myrte.
Sie zog ihre Sweatshirtjacke aus und fuhr sich mit dem
Messer langsam über den linken Unterarm, auf dem immer noch
Narben zu sehen waren.
‚Oh Gott, was ist wenn er mich erkannt
hat? Was ist wenn ihm mein Name was sagt? Ich bin auch bescheuert.
War ja klar das er mich entdeckt…Scheiße!'
Fiona steckte
das Messer wider in ihre Jeans, verband mit einem Zauberspruch ihren
immer noch blutenden Arm und zog sich ihre Jacke wider an.
Dann
ging sie leise die Gänge entlang.
Sie ging nach links, auf
dem Weg zu den Treppen und stand vor – Draco Malfoy.
‚Heute
ist ja echt mein Glückstag.' Dachte sie.
Malfoy grinste
fies: „Du weißt aber schon das Sperrstunde ist, oder
Devill?"
„Das könnte ich dich genauso fragen, Malfoy."
Erwiderte sie.
„Ich bin Vertrauensschüler. Ich darf auf den
Gängen sein. Irgendwer muss ja aufpassen, das ihr alle in euren
Betten liegt." Das Grinsen wich nicht von seinem Gesicht. Wie sie
es hasste.
Fiona überlegte kurz. ‚Hermine und Ron haben
erzählt das die Aufsichten in Schichten eingeteilt sind…und
das sie mit Malfoy schicht haben…außerdem hat er seine
Schuluniform nicht an…'
„Du darfst aber auch nur draußen
rum laufen wenn du schicht hast. Und die hast du heute nicht, das
weiß ich von Ron und Hermine." Da Dracos Lächeln
verblasste konnte Fiona dies übernehmen. ‚Da war das Glück
doch mal auf meiner Seite.'
„Scheiße." Murmelte Draco
plötzlich. Fiona drahte sich um. Hinter ihr kam Mrs. Norris
angelaufen.
Draco rannte los, Fiona folgte ihm schnell. Da sie
eine ziemlich schnelle Läuferin war, lief sie nach ein paar
Minuten vor Malfoy die Gänge entlang.
Auf einmal blieb Draco
stehen, nahm Fionas rechten Arm und zog sie zu sich in eine
Besenkammer, bevor er diese verschloss.
Fiona sah Draco schockiert
an und fragte ihn dann: „Kannst du mir mal sagen warum du mir
hilfst wenn du mich nicht leiden kannst?"
„Weil du mich sonst
verpfeifst, Schlammblut!" erwiderte Draco kalt und rückte ein
Stück von ihr Weg, so gut es halt in einem kleinen Besenschrank
ging.
Fiona viel auf das er immer noch ihren Arm fest hielt:
„Würdest du mich bitte los lassen?"
Draco ließ den
Arm so schnell los als hätte sie ihn darauf hingewiesen, dass er
ein widerliches Insekt in den Händen hält.
‚Zum Glück
hat er nicht den linken Arm genommen.' Dachte Fiona.
„Bilde
dir darauf bloß nichts ein." Murmelte Draco leise.
„Worauf?
Mit dir in einer Besenkammer zu stehen? Was soll ich mir denn da
einbilden?"
Draco schwieg, Fiona auch. Dann hörten die
Beiden schritte. Sie hörten Filchs Stimme.
„Wo sind sie
meine Süße?" ‚Wie kann man nur so mit dieser
hässlichen Katze reden?'
Draco sah sich in der Kammer um
und entdeckte an der Wand einen grauen Vorhang. Er versteckte sich
dahinter und zog Fiona zu sich – diesmal am linken Arm.
„Au."
Murmelte sie leise.
Draco verdrehte die Augen: „Mann bist du
empfindlich."
„Ich bin empfindlich? Sag mal spin…"
„Jetzt
halt doch mal die Klappe, Filch kann jeden Moment die Tür hier
öffnen." Flüsterte er wütend.
Was passiert wenn
Filch sie erwischt wollten die Beiden gar nicht denken.
Plötzlich
hörten sie wie sich die Besenschranktür öffnete und
sie drückten sich aus Reflex noch mehr an die Wand.
Nach
ungefähr einer Minute schloss Filch die Tür allerdings
wider.
Die Beiden blieben noch ungefähr zehn Minuten in dem
Schrank, dann öffnete Draco die Tür und ging raus. Fiona
folgte ihm.
„Warum läufst du mir nach?" blaffte Draco sie
leise an.
„Weil ich nicht weiß in welchem Teil des
Schlosses wir sind." Murmelte Fiona leise. Mann war das
peinlich.
Draco hielt an und grinste: „Du weißt aber schon
das du einen anderen Weg laufen musst als ich, oder Devill?"
„Aber
du musst auch zu den Treppen, oder Malfoy?" erwiderte sie.
Der
Slytherin schnaubte leise und ging dann schnell weiter. Nach drei
Minuten waren sie an den Treppen angekommen. Filch war wie es schien
nicht in Sicht.
Draco ging wortlos nach unten, Fiona nach
oben.
Als Fiona den Gemeinschaftsraum betrat saßen
Harry, Ron und Hermine auf der Couch. Scheinbar hatten sie auf sie
gewartet.
Die Schwarzhaarige setzte sich leise in einen der
Sessel.
„Wegen vorhin…" fing Harry an doch Fiona schnitt ihm
das Wort ab.
„Ich verrate nichts."
Die drei sahen sie
verblüfft an: „Ehrlich?" fragte Hermine verwundert.
Fiona
nickte nur, während sie mit dem Zahn an ihrer Kette
spielte.
„Danke." Erwiderte Harry.
Die vier Gryffindors
saßen noch eine Weile schweigsam da, dann stand Hermine auf und
ging in ihren Schlafsaal, Harry, Ron und Fiona taten es ihr
gleich.
Fiona lag auf ihrem Bett. Es war fünf Uhr
morgens. Hermine, Parvatie und Lavender schliefen noch.
Die
Schwarzhaarige holte ihr Tagebuch aus ihrem Nachtschrank und öffnete
es:
‚Liebes Tagebuch,
Ich habe ihn heute gesehen –
Sirius Black.
Er hat sich durch den Kamin mit Harry, Ron und
Hermine unterhalten, als alle in ihren Schlafräumen waren.
Ich
kam in den Gemeinschaftsraum weil ich noch mal raus wollte, um
mich…lassen wir das.
Jedenfalls hatte ich dort sein Gesicht
gesehen. Er hat mich so entgeistert angesehen, ich glaube er hat mich
erkannt. Aber das darf nicht sein, nicht jetzt.
Und als ob ich
heute nicht schon genug Pech hatte musste ich draußen auf dem
Gang auch noch Malfoy begegnen.
Aber es kommt noch besser, am Ende
stand ich mit ihm in einer Besenkammer (!), weil die Katze vom
Hausmeister kam.
Zum Glück hat uns aber niemand gesehen,
Hauspunkte wollte ich nicht auch noch verlieren.'
Sie wollte eigentlich noch vom Quidditch schreiben, aber in dem Moment wachte Hermine auf und Fiona packte ihr Tagebuch weg.
Nach
Verteidigung gegen die Dunklen Künste war Harry wieder ‚bester
Laune'.
Er hatte nämlich erneut eine Woche nachsitzen
bekommen.
Die Schüler waren eh größtenteils
bedrückt. Im Tagespropheten stand das Dolores Umbridge ab sofort
Großinquisitorin in Hogwarts sei.
„Wie war ihre Inspektion
in Wahrsagen?" fragte Fiona Harry und Ron beim Abendessen.
„Sie
hat Trelawney ausgefragt und sich Notizen gemacht." Erzählte
Ron und schob sich ein Stück Steak in den Mund.
„Und sie
wollte etwas Vorausgesagt bekommen." Ergänzte Harry.
„Und,
was hat die große Wahrsagerin Vorausgesagt?" fragte Hermine
mit spöttischem Unterton.
„Sie schürchtet schas schie
in abgrunschschiefer Schefahr isch."
„Was?" das konnte
selbst Hermine nicht verstehen. „Ronald, könntest du
vielleicht reden wenn du nicht grade isst?"
Ron schluckte seine
Essen runter: „Sie fürchtet das sie in abgrundtiefer Gefahr
ist."
„Von den Schülern umgebracht zu werden, oder was?"
fragte Fiona trocken.
„Ach, Trelawney sagt jedem etwas
schreckliches voraus. Wenn ihre Aussagen stimmen würden, wäre
ich schon um die 45-mal gestorben." Erwiderte Harry.
„Das
reicht noch nicht Harry." Fügte Hermine hinzu.
„Zum Glück
habe ich nicht Wahrsagen gewählt." Fiona goss sich noch einen
Schluck Kürbissaft
ein.
Das
nächste Kapitel heißt 'Halloween'
Vergesst den
Reviewknopf nicht. ;)
