Rettung (aus) der Zukunft

Disclaimer:

Alles gehört JK Rowling, ich habe es mir nur geliehen.

Die Charaktere die nicht aus ihren Büchern stammen gehören mir und Geld verdiene ich hiermit nicht.

AN: Dies ist mein erste Story, also seid ein bisschen gnädig, Kritik ist aber erwünscht. (Lob natürlich auch)

Falls irgendwas Ähnlichkeit mit einer anderen Story hat, ist dass keine Absicht.

Das Rating? Gute Frage! Sicherheitshalber sag ich mal M.

(Ich habe davon absolut keinen Plan.)

Warnungen?

Dies ist eine Slash – Story und ich hole mir meinen Lieblingscharakter zurück. Finde seinen Tod gar nicht toll, egal welchen Grund es dafür auch gibt. (Sicher wisst ihr wen ich meine, oder?)

Und ich sag jetzt einfach mal OOC für alle. (Auch wenn es vielleicht nicht ganz stimmt.)

Das Pairing? HP/RL

Was fehlt noch? Stimmt! Die Summary.

Harrys Ferien und auch das neue Schuljahr werden kein Zuckerschlecken. Angriffe, Tote, Überraschungen und Gefühle warten auf ihn. (Oh Gott. Ich kann so was gar nicht!)

Reviews:

the-memory-remains: Freut mich das dir das Chap gefallen hat. Die Idee mit Lisa kam ganz spontan. Harry muss ja irgendwie den Helden spielen. grins

Pupp: Hi. Toll das es dir gefallen hat. Also das mit dem Taschentuch ist mir zumindest beim schreiben so ergangen. Lag vielleicht auch daran das ich eben genau wusste was ich Harry da antun wollte. Muss dir nicht unbedingt genau so gehen. Aber eines kann ich dir versprechen, sterben werden seine Freunde nicht. Ganz sicher nicht, dann das werde ich Harry nicht antun.

Angie: Nochmehr Fehler? Vor Scham in die Ecke verschwind Nein so was Peinliches aber auch.

Wie grade schon bei Pupp erwähnt das mit den Taschentüchern ist mir beim schreiben so gegangen. Muss euch nicht so sein. Vielleicht bin ich auch nur nah am wasser bebaut, wie man so schön sagt.

Azura-Fei-Long: Freut mich das es dir wieder gefallen hat. Ja Harry ist nun mal ein Held für alle. Und Lisa ist ja von keinem Der Mütter das Leibliche Kind. Und da Harry nun mal was Besonderes ist, haben sie einfach über Lisas Geburtstag gar nicht nachgedacht.

Wenn ich zuviel über Sirius und Black Moon verrate ist die Spannung raus. Das gleiche gilt auch für den schwarzen Werwolf und den Panther...

Aber eines kann ich dir versichern auch Harry macht sich so Gedanken über den Werwolf und den Panther. schmunzel

Ja meine Telegates. Diese Kristallkugeln habe ich erfunden, weil ich einen Ersatz für den zerbrochenen Zweiwegespiegel brauchte. Und den Spiegel reparieren geht ja nicht. Da Sirius ja das Gegenstück bei sich hat und genau das weiß auch Harrys Geheimnisvoller Retter.

So nun aber genug. Gleich geht es weiter. Nur zur Absicherung noch mal:

! WARNUNG !

Wir werden uns in diesem Kapitel von ein paar Charakteren verabschieden müssen. Der Krieg fordert leider Opfer.

Außerdem solltet ihr euch ein paar Taschentücher bereit legen (denke ich zumindest mal), denn gegen Ende dieses Kapitels fang ich an mit Harrys Gefühlen zu spielen. (Ich hoffe ich habe damit nicht übertrieben.)

! WARNUNG ENDE !

So dann wollen wir mal weitermachen

Kapitel 3:

Er dachte nicht darüber nach sondern sprang auf und rannte auf Lisa zu. Der Minister und auch Remus riefen nach ihm, aber über den Lärm der Todesser verstand er nichts. Den Flüchen ausweichend riss er das Mädchen zu Boden, grade noch rechtzeitig. Ein Blitz hatte einen Tiefen Krater dort hinerlassen wo das Mädchen gekauert hatte. Harry war unglücklich auf seinen Arm gefallen, der schmerzhaft geknackt hatte. Sein linker Arm war gebrochen. Trotzdem zerrte er die wimmernde Lisa hinter einen Baum in der Nähe. „Harry!" schluchzte sie. „Shh. Keine Angst. Ich pass auf dich auf. Dir wird nichts passieren", flüsterte er, den Schmerz unterdrückend. Es tat verdammt weh, aber Harry bemühte sich, sich nichts anmerken zu lassen. Von ihrem Versteck aus beobachteten sie wie sich die Todesser und die Auroren duellierten.

Der Kampf war von beiden Seiten in die Offensive gegangen. Keiner der anderen versteckte sich mehr. McGonagall schockte grade einen Todesser, Tonks duellierte sich mit einem anderen, Kingsley sogar mit zweien und Remus stand ihm am nächsten und auch er hatte es mit einem Todesser zu tun. Harry sah wie sich ein Zweiter anschlich. „Remus. Hinter dir!" brüllte Harry und griff den Todesser and er Remus direkt gegenüberstand und erwischte ihn. Der Werwolf war herumgewirbelt und hatte den zweiten aufs Korn genommen.

Leider hatte die Warnung des Gryffindors zur Folge, dass nun einige der Angreifer sein Versteck beschossen. Er zog Lisa beschützend an seine Brust, als einige Flüche den Baum trafen und Splitter um sie herum stoben. Dann hörte er plötzlich einen Aufschrei und sah sich vorsichtig um. Lisas Mutter lag ganz in der Nähe, die Augen weit aufgerissen. Sie hatte scheinbar zu ihnen kommen wollen. „MAMA!" kreischte das Mädchen riss sich von Harry los und rannte zu der Frau. Er setzte ihr nach. Es war reinster Selbstmord da rauszulaufen. Für ihn wie auch für Lisa. Aber er wollte nicht zulassen dass das Mädchen starb. Er würde sie um jeden Preis beschützen. Im letzten Moment konnte er sie runterreißen, aber ein Fluch traf ihn in den Rücken. Es brannte höllisch. Lisa lag halb unter ihm und schrie wie am Spieß nach ihrer Mutter.

Dem Gryffindor war klar, dass sie hier weg mussten. Sie lagen mitten auf dem Schlachtfeld. Obwohl jede Bewegung höllische Schmerzen verursachte biss er die Zähne zusammen und zog die schluchzende und tobende Lisa hinter sich her, hinter einen umgestürzten Tisch. So fest er konnte, nahm er sie in den Arm. Viel zu gut konnte er nachempfinden wie sie die Kleine fühlte. „Sieh nicht hin!" flüsterte er Lisa zu und legte seine Hand über ihre Augen. Er wusste nicht was er sonst noch hätte sagen sollen. Ihm fehlten einfach die Worte.

Nicht weit von der Aurorin sah er Kingsley liegen. Er blutete aus dem Mund. Dann viel ihm Miss Figg ins Auge die grade zusammensackte. Getroffen von einem grünen Lichtblitz. Harry stiegen die Tränen in die Augen. Immer wider mussten Menschen sterben. Seine Eltern, Cedric, Sirius, und so viele Unschuldige. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Warum? Warum immer er? Warum mussten immer wider seinetwegen Leute sterben. Dann sah er wie Remus zusammenbrach und der Todesser hell auflachte und seinen Stab auf den Bewusstlosen Mann richtete. „NEIN!" schrie Harry, ließ Lisa los und sprang auf.

Er würde nicht zulassen das Remus auch starb. Niemals! Lieber würde er selbst sterben. Unbändige Wut gegen Voldemort kam in ihm auf. Wut wie er sie noch nie gefühlt hatte und ein prickeln breitete sich im ganzen Körper aus. Die Schmerzen am Rücken und im Arm waren wie weggeblasen. Es war wie eine Welle aus Kraft die ihn durchströmte. Er stand mitten auf der Wiese und richtete seinen Stab auf den Todesser vor Remus. Ohne dass er auch nur ein Wort sagte schoss ein roter Blitz auf den Mann zu und der Todesser wurde zehn Meter durch die Luft geworfen, ehe er unsanft auf dem Boden liegen blieb. Alle Todesser wanden sich ihm zu. Aber bevor ihn auch nur ein Fluch berührte stand ein Schutzschild um ihn, dass alles abprallen ließ.

McGonagall war die Erste, die die Todesser erneut angriff, nachdem sie sich von ihrem Schock erholt hatte. Die anderen folgten ihrem Beispiel. Harry selbst schnappte sich Remus zerrte ihn hinter den Tisch. Zitternd sank er neben ihm auf die Knie. Die Wut war nackter Angst gewichen. Remus durfte einfach nicht Tod sein. Was sollte er denn ohne ihn machen?

„Remus!" flüsterte er. „Remus wach auf!" Doch der Werwolf reagierte nicht. Tränen liefen Harry über die Wangen. „Remus. Bitte. Du kannst mich doch nicht allein lassen. Wir haben uns versprochen immer für einander da zu sein." Harrys stimme bebte vor Angst. Er bekam nicht mit, das Lisa über die Wiese krabbelte. Er sah nicht, dass der Minister in arger Bedrängnis war, dass zwei weitere Auroren aus dem Ministerium ihr Leben verloren im Duell. Einer davon um dem Minister das Leben zu retten.

Er strich Remus durch das blutverschmierte Gesicht. „Remus! Bitte. Mach die Augen auf!" flehte Harry panisch, doch immer noch gab es keine Reaktion. „Remus. Bitte! Ich... ich liebe dich. Lass mich nicht allein. Ich... ich könnte das nicht ertragen." Schluchzend nahm er den Mann in den Arm.

„Harry", kam es plötzlich leise von ihm. Erschrocken sah er Junge auf. Remus blinzelte ihn schmerzverzerrt an. „Remus!" Harry Panik wich nun unendlicher Erleichterung. Der Werwolf setze sich mühsam auf und im selben Moment erstarben die Flüche. Ein Blick über den Tisch zeigte Harry, dass die Todesser weg waren und McGonagall auf ihn zukam.

„Sie sind weg. Seid ihr verletzt?" Remus atmete schwer. „Geht schon. Harry?" „Halb so wild. Lisa. Was ist mit dir?" Entsetzt sah er, dass sie verschwunden war und sofort suchten seine Augen die Wiese ab und fanden sie knieend bei ihrer Mutter.

Harry zerriss es das Herz bei diesem Anblick. Er kroch zu ihr und nahm das Mädchen in den Arm. Der Gryffindor brauchte erst gar nicht nach dem Puls der Frau zu suchen. Es war das gleiche Entsetzen auf dem Geicht, wie Cedric es gehabt hatte. Sie war Tod. Behutsam schloss er der Frau die Augen und wiegte die weinende und zitternde Lisa in seinen Armen.

„Harry. Komm. Lass uns ins Haus gehen", flüsterte McGonagall und half ihm auf. Es war nicht einfach Lisa zu tragen. „Oh Gott, Harry!" rief Hermine. „Vorsicht!" keuchte er und drehte sich von ihr weg. „Mein Arm! Nimmst du Lisa bitte mal?" Irritiert nahm Hermine ihm das weinende Mädchen ab. „Ihre Mutter... sie hat es gesehen", flüsterte er ihr zu. Seine Freundin nickte verstehend mit entsetztem Blick und ging mit ihr nach oben.

Harry selbst setze sich auf einen Sessel und schloss für einen Moment die Augen. Die Schmerzen kehren nun mit aller Macht zurück und er konnte nicht wirklich fassen was grade passiert war. Menschen waren gestorben. Er hatte machtlos zusehen müssen unfähig etwas zu tun. Wütend auf sich und auf die ganze Welt ballte hatte die rechte Hand zur Faust.

„Harry?" Es war Remus der ihn ansprach. Seien Stimme klang brüchig und schmerzverzerrt. In Harry verkrampfte sich alles. Er hatte Remus die Wahrheit gesagt. Er hatte Remus tatsächlich gestanden das er ihn liebte. Dass es so war, war ihm schon länger klar. Aber der hätte diese Perversität nie erfahren sollen. Sicher würde Remus ihn nie wider auch nur ansehen, geschweige denn berühren.

Er spürte die sanfte Hand des Mannes auf der Wange. „Bitte", flüsterte er während ihm Tränen über die Wangen liefen. „Mach es nicht schlimmer als es sowieso schon ist. Ich ertrag es so schon kaum." „Harry. Ich…", begann er wurde aber von Dumbledore unterbrochen. „Harry! Remus! Seit ihr verletzt?" Harry schnaubte nur und wich Remus blick aus.

Was dachte der Mann denn. Das er einen Todesserangriff ohne eine Schramme überstand? „Nicht schlimm", meinte Remus leise. „Was ist mit Askaban?" Der Schulleiter schüttelte nur den Kopf. „Scheiße!" fluchte Remus entschuldigte sich dann aber.

„Hat... hat es Tote gegeben?" erkundige Harry sich vorsichtig, der die Zeichensprache nicht wirklich verstanden hatte, bekam aber nur einen nichtssagenden Blick. „Sagen sie jetzt nicht, das ist eine Ordensangelegenheit. Ich habe heute schon Menschen sterben sehen und will jetzt wissen ob es noch mehr Tote gab", knurrte Harry aufgebracht. Die Wut kam zurück. Hatte denn keiner was dazu gelernt? „Mr. Potter", sagte McGonagall aufgebracht. Sie kam grade mit dem Minister rein. Der blutete immer noch an der Stirn, ein tiefer Riss zog sich über seine Wange und er humpelte.

Harry schnaubte nur wütend. „Lasst euch erst Mal behandeln. Wir treffen uns um Acht im Hauptquartier. Du auch Harry. Dann werden wir alles klären. Herr Minister, könnte ich sie kurz sprechen wenn sie versorgt wurden?" „Ist halb so wild. Kommen sie. Ich würde gern erfahren was auf Askaban passiert ist." Die beiden verschwanden in eine Ecke des Hauses außer Sicht- und Hörweite von Harry.

„Vorne sind ein paar Heiler die kümmern sich um sie", meinte seine Hauslehrerin und er lies sich wortlos mitnehmen. Es waren nur ein paar leichte Verbrennungen auf dem Rücken. „Das ist heute Abend wieder verheilt. Den Arm sollten sie zwei Tage nicht zu stark beanspruchen", erklärte ihm der Heiler. Er hatte noch mitbekommen wie ein zweiter Heiler Remus ins Krankenhaus bringen wollte, aber der hatte sich geweigert. Ausruhen könne er sich aus zu Hause. „Außerdem werd ich hier gebraucht", meinte er trotzig und ging dann zu Dumbledore, während Harry hoch zu Hermine ging.

Lisa saß zitternd auf ihrem Schoß weinte aber nicht mehr. Erst als Harry sich zu ihr setze sah sie ihn an. Ihre Augen waren rot und geschwollen. „Mine sagt Mama ist im Himmel. Stimmt das?" fragte sie leise. Harry sah seine Freundin kurz an. „Ja Lisa. Das Stimmt. Deine Mama ist jetzt im Himmel bei den Engeln." Harry musste all seine Mühe aufbringen um nicht in Tränen auszubrechen. Der Schmerz von Sirius Verlust war mit einer Wucht zurückgekehrt, die Harry kaum aufhalten konnte.

„Ich will, dass sie wieder her kommt." Harry sah, dass das Mädchen wieder den Tränen nahe war und seufzte. Er wusste nicht was er sagen sollte. Jedes Wort würde ihm im Hals stecken bleiben und Tränen in die Augen treiben. Er konnte die Trauer des Mädchens viel zu gut nachempfinden.

„Das geht nicht Lisa. Wenn man einmal bei den Engeln ist, kann man nicht wieder kommen. Aber... Sie passt von da oben auf dich auf. Sie sitzt auf einer Wolke und beobachtet ganz genau was du machst und ist immer für dich da", meinte Hermine liebevoll. Harry war dankbar, dass sie ihm zu Hilfe kam. Er bewunderte seine Freundin dafür.

Ihm war klar, dass es ein Muggel Glaube war, was Hermine der kleinen Hexe erzählte. Er hatte keine Ahnung ob die Magier auch an so was glaubten, aber erst mal war es wichtig, dass es das Mädchen beruhigte. Dann ging die Tür auf und Professor Dumbledore kam herein. „Harry. Kommst du bitte mal." „Ich bin gleich wieder bei dir", flüsterte er Lisa zu und folgte dem Lehrer vor dir Tür.

„Tut mir Leid wegen grade eben. Meine Nerven sind mir einfach durchgegangen", entschuldige er sich. „Schon gut. Du hast zu viel Schreckliches erlebt heute. Und... Es gab Tote. Lisas Mutter, Kingsley, Arabella Figg, drei der Auroren die den Minister begleitet haben. George ist verletzt, es geht ihm aber gut. Arthur war bei den Wachen auf Askaban als es angegriffen wurde, er ist schwer verletzt kommt aber durch. Tonks hat ein paar Kratzer abbekommen. Aber wir haben über die Hälfte der Auroren die Askaban bewacht haben, verloren. Lisas Vater ist einer von ihnen." Der Gryffindor starte seinen Direktor entsetzt an und lies sich rückwärts gegen die Wand fallen. „Das darf doch wohl alles nicht wahr sein", flüsterte er und schlug mit der Faust gegen die Wand. „Außerdem sind alle Gefangenen entkommen."

Harry nickte nur. Der Tag hatte so gut angefangen und musste in dieser Katastrophe enden. „Mine. Kommst du mal", bat er leise, als er das Zimmer wieder betreten hatte. Das Mädchen nickte Lisa zu und trat zu Harry. „Was ist los?" fragte sie behutsam. „Askaban ist befreit, Arthur schwer verletzt und... Lisas Vater... er ist Tod. Wir haben über die Hälfte der Auroren die die Insel bewachten verloren", flüsterte er. „Oh Gott." Harry sah das Mädchen an das ganz verstört auf dem Bett saß. „Ich kann ihr das nicht sagen", flüsterte er.

„Ich mach das. Aber... bleib du hier. Sie vertraut dir", meinte Hermine und zog Lisa auf ihren Schoß. „Was ist mit Papa?" fragte das Mädchen. In Harry verkrampfte sich alles. Hermine schien auch nach Worten zu suchen. „Er ist bei deiner Mama", sagte Harry leise und zog sie zu sich rüber. „Du lügst", schrie sie ihn plötzlich an und rutschte von seinem Schoß. „Lisa. Professor Dumbledore hat es mir grade gesagt. Er war bei ihm auf der Gefängnisinsel", flüsterte er. „Nein. Ich glaube dir nicht", rief sie und rannte aus dem Zimmer.

Harry und Hermine sahen sich nur eine Sekunde an und setzten ihr dann nach. Das Mädchen war aus dem Haus gerannt über die Wiesen. „Lisa! Warte!", brüllte Harry ihr nach doch das Mädchen blieb nicht stehen. Sie war unglaublich schnell. „Sie zaubert", rief Hermine die hinter ihm war. Sie hatten das Haus schon ein ganzes Stück hinter sich gelassen, als Lisa stürzte. Vor ihm tauchte ein Todesser auf und richtete seinen Stab auf das Kind. „Lass die Finger von ihr", polterte Harry und griff an ohne nachzudenken.

Der Todesser wich aber aus und sah ihn an. „Ich bekomm sie auch so", lachte eine Männerstimme und dann disapparierte er. Harry kniete sich zu Lisa. Sie zitterte am ganzen Köper. „Ganz ruhig er ist weg", flüsterte Harry und nahm das Mädchen in den Arm. „Papa ist bei Mama?" fragte sie leise. Harry schloss einen Moment die Augen. „Ja. Und sie passen beide auf dich auf. Komm. Wir müssen zurück. Wenn der mit Verstärkung wieder kommt, haben wir ein Problem", meinte er und lief mit dem Mädchen auf dem Arm zurück. McGonagall und Dumbledore tauchten wie aus dem nichts auf. Hermine und auch Harry zogen sofort ihre Stäbe. „Harry! Was ist passiert?" fragte der Schuleiter, ohne auf die Zauberstäbe zu achten. Harry ließ seinen sinken. „Nicht jetzt. Später", sagte er nur und lief zurück zum Haus.

Dort nahm Hermine ihm das Mädchen ab und brachte sie wieder nach oben. „Harry?" Der seufzte einmal. „Sie ist weggerannt als wir ihr sagen das... Verdammt sie wollte es nicht glauben. Ich hätte es wahrscheinlich auch nicht. Auf einmal tauchte der Todesser auf und wollte weiß der Herrgott was mit ihr anstellen. Ich hab ihn Angegriffen um es zu verhindern. Er meinte er würde sie so oder so bekommen und ist weg."

„Aber warum?" wunderte sich Remus, der das mitbekommen hatte. „Das sollten wir herausfinden. So schnell wie möglich. Sie scheint in großer Gefahr zu sein", stellte McGonagall fest. „Hat sie noch Verwandte?" „Nein. Leider keine mehr", erklärte der Schulleiter traurig. „Lisa ist eine Vollwaise, wie ich", schoß es Harry durch den Kopf. „Und wo kommt sie hin?" fragte er vorsichtig. „Erst Mal bringen wir sie ins Sichere Haus. Wir finden jemanden der sie aufnimmt", versicherte Dumbledore, woraufhin Harry nickte. Hoffentlich würde sie nicht ein ähnliches Schicksal wie er erleiden. Das Mädchen brauchte jemanden der sie lieben würde.

„Kommt. Im Orden erwartet man uns. Wir sind die letzen", meinte Remus. „Kommt Hermine nicht mit?" „Ich geh sie holen", sagte McGonagall und Harry apparierte mit Dumbledore zum Hauptquartier.

„Da ist ja unser Held", lachte Snape gehässig. Harry funkelte seinen Zaubertranklehrer böse an. Es musste ja ein Spruch kommen. Konnte dieser Mensch einmal einen Kommentar für sich behalten? Er hatte diese Tragödie alles andere als gewollt. Aber dieser ungehobelte Klotz sah das sicher wieder anders. Harry lies sich auf einen Stuhl fallen, Remus neben ihm. Der sah völlig Fertig aus. Die Wirkung des Tranks, den man ihm gegeben hatte, schien nach zu lassen. „Was denn? Kein Kommentar? Sollte wirklich das Wunder geschehen sein und sie haben etwas dazu gelernt?" stichelte Snape weiter. Harry schloss die Augen. Nein Er würde nicht darauf anspringen. Dieses Mal nicht. Auf keinen Fall würde er sich provozieren lassen. Stattdessen sah er sich um. Die Weasleys fehlten. „Stimmt. Dumbledore hatte gesagt, Arthur und George hatte es erwischt", fiel ihm ein. Tonks war auch nicht da. „Ein paar Kratzer", waren die Worte des Schulleiters gewesen.

Nachdem auch Hermine und McGonagall da waren, eröffnete Dumbledore die Besprechung. „Wir haben heute Nacht eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Es sind sieben Ordensmitglieder im Kampf gefallen. Kingsley Shacklebold, Arabella Figg, Dennis und Caroline Standfort, Frank Marshall, Doris Green, Gwendolin Dorrow. Es gab 16 weitere Opfer unter den Ministeriumsauroren. Arthur wurde schwer verletzt, George leicht. Beide sind sie im St. Mungos. Molly und die Kinder sind bei ihnen. Tonks wurde leicht verletzt und ist, soweit ich weiß grade beim Minister um die Ereignisse auf Askaban zu schildern. Die Gefangenen sind befreit worden und zu ihrem Meister zurückgekehrt.

Wie das alles passieren konnte, ist mir ein Rätsel. Es wussten nur die Gäste und der Minister das Harry sich heute im Fuchsbau aufhielt." Harry seufzte tief und schüttelte leicht den Kopf. „Stimmt was nicht, Harry?" fragte Dumbledore. „Nein. Nur, dass ich gern gewusst hätte, das der Zaubereiminister auftaucht und die Presse mitschleppt. Dann wäre ich nämlich gar nicht erst aufgetaucht", knurrte er. „Potter!", zischte Snape. Harry sah den Lehrer aber nur verachtend an. „Er wusste es, weil er einen Schutzzauber absegnen musste. Dass er dort mit Presse und Auroren auftaucht wusste ich nicht. Ich hätte ihm davon abgeraten und eine andere Lösung gesucht oder dich darüber informiert", erklärte der Schulleiter nur irgendwie konnte Harry ihm nicht so ganz glauben. Wenn man es genau nahm, vertraute er Dumbledore seit dem Beginn des Sommers nicht mehr wirklich. Andererseits war er sich sicher, dass er alles für seinen Schutz tun würde und solang Harry nicht in der Lage war sich selbst zu schützen, wäre es Selbstmord sich aus diesem Schutz zu begeben. Obwohl, irgendwas war heute mit dem Schutz ja wohl gewaltig schief gegangen.

„Dann muss es einen Spion im Ministerium geben", meinte Remus, dem man auch an der Stimme die Erschöpfung anmerkte. „Oder unter uns", knurrte Snape und Harry sah, dass er dabei Remus direkt ansah. „Unter uns schließe ich einen Verräter aus. Was einen Spion im Ministerium angeht, das überprüft der Minister grade. Ist euch dazu vielleicht irgendwas aufgefallen?" Alle schüttelten den Kopf bis auf Hermine, die die Hand hob.

„Du musst dich hier nicht melden. Wir sind hier nicht in der Schule, Hermine", meinte der Schulleiter. „Eh... der Minister hat sich doch offen gegen... sie wissen schon wen ausgesprochen, oder?" fragte seine Freundin etwas nervös.

„Ich wüsste nicht was diese Frage mit unserm Problem zu tun hat Granger", zischte Snape. „Ganz einfach, Sir", meinte sie immer noch höflich aber bestimmt. „Der erste Fluch ging in die Richtung des Ministers. Harry hat ihn runtergerissen." „Harry stand aber neben Stevens", meinte Remus nachdenklich. „Was hätte Voldemort davon, den Minister zu töten. Selbst er ist auf die Wirtschaft angewiesen", erklärte McGonagall nachdenklich. „Sein erklärtes Ziel ist Potter. Wir sollten den Jungen von hier wegschaffen. Auf die Schule", meinte Snape.

„Harry hat Ferien. Und nur du bist auf der Schule. Ich weiß, dass ihr euch nicht leiden könnt und ich werde sicher nicht zulassen, dass du seine Ferien total ruinierst. Harry bleibt", knurrte Remus. Harry sah den Mann erstaunt an. Damit hatte er nicht gerechnet. Remus nahm ihn in Schutz? Nachdem er ihm seine Liebe gestanden hatte? Irrte er sich vielleicht? Fand Remus es doch nicht so pervers?

„Harry? Was meinst du?" fragte Remus. „Eh… also…", begann er und versuchte sich an den ersten Angriff zu erinnern. „Ich denke Hermine hat Recht. Der Fluch war nicht für mich bestimmt." „Das sagen sie doch jetzt nur, um ihrer Freundin recht zu geben", lachte Snape. „Ganz sicher nicht. Der Minister stand ein paar Schritte neben mir. Ich musste springen um ihn runterzuziehen. Der Fluch hätte mich niemals getroffen, dort wo ich stand", erklärte Harry gereizt.

Snape wollte scheinbar grade etwas sagen aber Dumbledore hob die Hand. „Dann ist die Frage, was ist der Grund? Denn Minerva hat Recht. Auch Voldemort ist auf ein funktionierendes Wirtschaftssystem angewiesen." „Der Minister steht auf unserer Seite. Was passiert wenn er sterben würde?" fragte Hermine. „Es würde ein Vertreter eingesetzt werden, der die Geschäfte bis zu den Neuwahlen übernimmt", meinte McGonagall. „Er will einen seiner Leute an die Spitze setzen", meinte Harry und Hermine nickte zustimmend. „Entweder der Vertreter oder einer der potentiellen Nachfolger ist einer seiner Leute. Er könnte von oben aus alle manipulieren. Er würde über einen Mittelsmann die Fäden in der Hand halten."

„Das wäre eine Katastrophe", meinte McGonagall entsetzt. „Die Idee ist an den Haaren herbeigezogen. Ich wüsste von so einem Plan", knurrte Snape und warf der Gryffindor einen verachteten Blick zu.

Harry ging grade ein Licht auf. Snape war der Spion. Das wusste er seit der vierten. „Und warum wussten sie dann nichts von dem Angriff auf mich, oder Askaban? Sir!" fragte er. „Ich wüsste nicht was sie das angeht?" fuhr der Lehrer ihn an. „Wir haben Ordensmitglieder verloren. Ein fünfjähriges Mädchen wird an ihrem Geburtstag zur Vollwaise. Sie mußte mit ansehen wir einer dieser Todesser ihre Mutter einfach eiskalt umbringt. Wussten sie von den Angriffen oder nicht?" bohrte er gereizt nach. So einfach würde er Snape nicht davon kommen lassen. Auch wenn er den Lehrer nicht wirklich für einen Verräter hielt. Die Frage war zu interessant um sie für sich zu behalten. Und hier durfte ja scheinbar jeder seine Meinung sagen zu dürfen. Offen und ehrlich. Snape sah ihn nur wütend an sagte aber nichts.

„Severus?", fragte Remus. „Halt dich da raus", knurrte der aber nur. „Severus. Wir alle vertrauen dir und wenn du von den Angriffen gewusst hast, hättest du uns gewarnt. Sei bitte vorsichtig. Solltest du merken, dass er dich in Verdacht hat riskier nicht dein Leben. Du bist auch offen auf unserer Seite ein wertvoller Kämpfer", meinte Dumbledore. Der Lehrer nickte nur leicht.

„Gut. Dann schlag ich vor, wir ruhen uns alle aus. Ich gehe ins Ministerium und werde mit dem Minister über unsere Vermutung sprechen. Ich gebe euch Bescheid wenn es Neuigkeiten gibt. Harry kann ich dich bitte noch kurz sprechen?" „Sicher!" meinte der. „Ich warte hier", meinte Remus leise. Auf dem Weg ins Wohnzimmer schossen Harry alle möglichen Ideen durch den Kopf. Hatte Dumbledore etwa erfahren was er Remus gesagt hatte? Hatte er grade einen Fehler gemacht? Wollte der Schulleiter ihn hier in den Grimmauldplatz holen? Letzteres würde er auf keinen Fall tun. Eher schlief er unter einer Brücke, als das er hier blieb.

„Harry. Ich weiß, dass du mit Severus Differenzen hast. Aber er steht auf unserer Seite. Er ist kein Spion", erklärte der Schulleiter mild. Harry konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Sie sind der Ordensleiter. Sie vertrauen ihm, warum auch immer. Ich habe nie irgendwem unterstellen wollen, dass er ein Spion ist. Es kam mir nur seltsam vor, das er nichts wusste." „Gut. Ich denke Remus und du solltet dann auch gehen. Ich bezweifele das ich euch dazu überreden kann, hier zu bleiben." Harry schüttelte den Kopf. „Ich bleibe nicht. Nicht mal wenn Voldemort persönlich vor der Tür warten würde. Was mit… Remus ist weiß ich nicht."

Der wollte auch nicht bleiben. Er zog sich auch sofort auf sein Zimmer zurück als sie wider im Haus waren. Als Harry in sein Zimmer kam, lag Lisa schlafend in seinem Bett. Man sah, dass sie geweint hatte. Die Tränenspuren waren deutlich zu sehen. Vorsichtig setzte er sich zu ihr. „Harry?" fragte sie leise. „Ja. Ich bin hier", sagte er und strich ihr durchs Haar. Sie kroch ganz nah zu ihm heran und klammerte sich an ihn. Harry musste lächeln. „Gib mir einen Moment. Ich zieh mich nur schnell um. Dann komm ich zu dir", flüsterte er und löste sich von dem Mädchen.

Im Bad sah sich er im Spiegel an. Blass, müde, einfach beschissen, musste er sich selbst eingestehen. Dann liefen ihm die Tränen ungehindert über die Wangen. Er gab sich nicht mal mehr die Mühe sie zurück zu halten. Er konnte einfach nicht mehr. Kingsley, Lisas Mutter, Mrs. Figg. Es war einfach zu viel für ihn. Er schloss die Augen. Er wollte sich selbst nicht mehr sehen. Er hatte es nicht verhindern können. Er hatte Lisas Mutter nicht schützen können.

Plötzlich berührte jemand seine Nackten Schultern. Erschrocken fuhr er herum. Remus stand vor ihm. „Scheißtag, was?" meinte der. Harry nickte nur. Wie gern wäre er jetzt Remus um den Hals gefallen, hätte sich von ihm trösten lassen. Aber er konnte es einfach nicht. Er wagte es sich nicht. Nicht nach seinem Geständnis. Außerdem würde Remus sicher sofort in die Knie gehen, so wie er aussah. „Mach dir keine Vorwürfe. Dich trifft keine Schuld. Du warst verdammt mutig." Erklärte dieser ihm.

„Ich war dämlich. Ich… ich hätte… schon gut. Gib mir zwei Minuten, dann bin ich fertig." Er konnte Remus nicht darauf ansprechen. Das brachte er nicht fertig. So konnte sich wenigstens noch einreden, dass Remus immer noch für ihn da war. Das der Werwolf ihn nicht verachtete und verabscheute. Als er in sein Zimmer kam schlief Lisa wieder. Er legte sich zu ihr und nahm sich in den Arm. Das war das mindeste das er für sie tun konnte. Jetzt für sie da sein.

Am nächsten Morgen weckte ihn eine zärtliche Berührung an der Wange. Verschlafen tastete nach seiner Brille. „Hier", sagte jemand und reichte sie ihm. Harry brauchte sie nicht mehr um zu wissen wer da an seinem Bett saß. „Morgen,… Remus", sagte er leise. „Kommst du mal mit? Ich denke wir sollten uns unterhalten." Harry sah runter zu Lisa. Nicht um zu sehen ob sie Schlief, er wollte Remus nicht in die Augen sehen müssen. „Harry, bitte. Du weißt das es sein muss", meinte Remus leise. „Gibt es da denn noch was zu reden?" fragte er leise. Remus drehte Harrys Kopf sanft zu ihm. „Oh ja. Da gibt es etwas zu reden. Nur ich würde das ungern vor der Kleinen tun. Lass uns rüber zu mir gehen. Bitte." Seufzend gab Harry nach. Er wusste, dass es keinen Sinn hatte. Remus würde nicht aufgeben.

Im Zimmer des Werwolfs setzte er sich zu ihm aufs Bett. Was würde jetzt nur kommen? Eine Standpauke? Beschimpfungen? Würde Remus ihm sagen wie widerlich es das fand?

„Harry. Das war du gestern zu mir gesagt hast,… war..." „Pervers Ich weiß", unterbrach Harry ihn. Remus sah verwundert auf. „Pervers? Wie kommst du darauf das es pervers ist?" meinte er. Harry irritierte das jetzt doch etwas. „Wir… also du… bist ein Mann und ich… auch", meinte er zweifelnd. „Ja. Ja sicher, aber das ist doch… oh… ohhhh. Alles klar. Der Groschen ist gefallen", schmunzelte Remus. Harry sah ihn verwirrt an. Hatte er was verpasst? Etwas nicht mitbekommen? „Harry,… Ich… ich hab wohl völlig vergessen wo du aufgewachsen bist. Das du… In unserer Welt sind gleichgeschlechtliche Beziehungen nichts… Unnormales. Sie sind sogar sehr häufig. Ich wette, dass in jeder Stufe auf Hogwarts mindestens zwei Schüler gibt, die schwul sind. Im Gegensatz zu den Muggeln sind die Zauberer da sehr tolerant. Gut. Vielleicht nicht alle, aber die meisten."

Harry hatte grade das Gefühl zu träumen. Er konnte das nicht wirklich glauben, was Remus da sagte. Es war normal? Es war für die meisten Normal? „Na danke. Da bin ich mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten", seufzte er gedanklich, aber was war denn mit Remus. Was dachte er darüber? Zählte er zu der Mehrheit? So wie es klang schon, aber irgendwie konnte Harry das nicht glauben. Sollte dass Schicksaal wirklich gut mit ihm meinen? Endlich mal?

Plötzlich spürte er eine Hand die ihn sanft über die Wange strich und er sah zu ihm auf. „Ich liebe dich. Seit… seit… wahrscheinlich seit wir uns kennen. Begriffen hab ich das, erst als wir dich für Tod hielten. Es hat mir das Herz gebrochen."

Harry glaubte seinen Ohren nicht trauen zu können. „Du… du liebst mich?" fragte er vorsichtig nach. „Ja. Ja das tue ich. Ich… ich hatte Angst vor deiner Reaktion. Ja sicher. Ich hatte eigentlich gedacht das du… das du weißt wie man bei uns darüber denkst, aber… irgendwie war ich zu feige es dir zu sagen. Ich… ich hatte Angst davor dich zu verlieren. Ich hab befürchtet, dass du damit nicht klar kommst. Mich auslachst oder so was."

Harry schüttelte den Kopf und fing an zu lachen. „Harry?" fragte Remus ängstlich. „Es… oh Mann", schmunzelte er und ärgerte sich über sich selbst. Das er es nicht gemerkt hatte. Das Vorlesen, Remus Besorgnis wenn er ihn mal mit einem Fluch erwischt hatte. „Harry was ist so witzig?" Remus klang verängstigt.

„Seit… seit der letzten Vollmondnacht fühl ich mich zu dir hingezogen. Seit der Massage. Seit dem träum ich fast jede Nacht von dir… von uns. Ich hatte eine Scheißangst, dass du mich rauswirfst wenn du das mitbekommst. Das du mir… das du mir die Freundschaft kündigst. Das ich den letzten Menschen verliere der… der mich wirklich versteht", erklärte er lachend. Nicht weil es lustig war, eher um seine eigene Verunsicherung zu verbergen. Nur weil sie beide sich liebten musste es ja nicht heißen das da auch was laufen würde.

„Dann kann ich es ja zugeben. Ich träum auch von dir"; meinte Remus leise. Harry sah Remus an und er sah ihm in die Augen. Sofort war er darin gefangen. Tauchte ein in diesem liebevollen, sehnsüchtigen, schüchternen Blick. Sollte er ihn küssen? Sein Herz schrie ja, sein Verstand sagte nein. Was würde Remus dann machen? Würde er ihn grob wegstoßen, weil er ihn nicht wollte, trotz der Gefühle? Oder würde Remus darauf eingehen? Würde er es zulassen?

Als Remus langsam seine Augen schloss und sich Harry näherte verschwand die Stimme, die protestierte, im Nichts. Er hörte sie einfach nicht mehr. Nur noch das berennende Verlangen die Lippen des Mannes zu spüren, war da. Und er konnte dem nicht wiederstehen. Langsam näherte er sich Remus und schloss die Augen.

Tausend kleine Feuerwerke explodierten in ihm, als Remus Lippen seine sanft berührten. Das war besser als in jedem seiner Träume. Sehr viel besser und er wünschte sich nichts sehnlicher als es nie enden sollte. Leider, viel zu schnell, trennte sich Remus wider von ihm. Harry wollte ihn erneut küssen aber der Werwolf hielt ihn zurück und er hatte das Gefühl eine Ohrfeige zu bekommen. Natürlich hatte Remus ihn nicht geschlagen, aber so kam ihm es vor. Verängstigt blinzelte Harry ihn an.

„Harry, wenn… dir sollte klar sein dass,… dass es nur schwerer wird, wenn wir das wiederholen", sagte er leise. Harry sah ihn entsetzt an. Dann traten Tränen in seine Augen. „Ich… ich hab wirklich keine… keine Chance? Bei dir?" fragte er und schallt sich selbst einen Narren. Wie hatte er auch nur glauben können, dass Remus darauf einging. Wie hatte er glauben können, dass aus ihnen etwas werden könnte. Seine Hände fingen an zu zittern. Er musste hier raus. Unbedingt. Er ertrug das nicht länger. Sie waren sich so nah gekommen und nun stand eine unüberwindbare Mauer zwischen ihnen. Er sprang auf, schaffte aber keine zwei Schritte vom Bett weg weil Remus nach ihm griff. „Las mich los!" fauchte er und schlug um sich. Er hätte nicht erwartet zu treffen aber das klatschende Geräusch und das darauf folgende prickeln in seiner Hand sagten ihm etwas anderes. Remus hatte ihn losgelassen und als Harry sich umsah sah er, dass er dem Mann eine Ohrfeige verpasst hatte. „Oh Gott"; flüsterte er und rannte aus dem Zimmer. Das hatte er nicht gewollt. Das hatte er wirklich nicht gewollt. Das würde ihm Remus nie verzeihen.

In seinem Zimmer schlug er die Tür hinter sich zu und versiegelte sie magisch. Am ganzen Körper zitternd und weinend ließ er sich an der Tür sinken. Warum meinte das Schicksal nicht ein Mal Gut mit ihm? Es hatte ihm seine Eltern genommen. Es hatte ihn zu Verwandten gebracht die ihn nie wirklich geliebt hatten. Er hatte seinen Paten kennen lernen dürfen. Was hatte er von ihm gehabt? Nur ein paar Monate wenn man die Zeit zusammen rechnete. Warum durfte er denn nicht glücklich sein? Warum musste er immer alles verderben.

„Harry?" fragte eine Kinderstimme. „Scheiße Lisa", schoss es ihm durch den Kopf. Schnell wischte er sich die Tränen aus dem Gesicht und sah auf. Das Mädchen saß vor ihm auf dem Boden. „Hey. Guten Morgen", sagte er lächelnd. „Warum weinst du?" fragte sie. Harry schloss die Augen. „Weil… weil… weil ich allein bin. Ich habe niemanden mehr", sagte er leise. Remus würde gehen. Da war er sich sicher. Und dann war er allein, also war es noch nicht mal gelogen. „Genau wie ich"; sagte das Mädchen. „Oh… Komm her", meinte er und nahm sie in die Arme. Sie saßen eine Weile so da, bis Harry vorschlug, sich an zuziehen und frühstücken zu gehen. Die Mütter sahen ihn zwar an, aber sagten nichts weiter. Nach dem Frühstück nahm eine der Mütter ihm Lisa ab. Er saß eine Weile stumm am Tisch. Am liebsten wäre er raus gegangen. Raus auf die Straße. Er fühlte sich unglaublich beengt. „So muss sich auch Sirius gefühlt haben", dachte er sich. Er setzte sich nach draußen auf den Rasen, aber es half nicht wirklich. Er fühlte sich nur noch mehr beengt. Eingesperrt. Wahrscheinlich lag es an Remus. An der Angst ihm über den Weg zu laufen was in dem kleinen Haus unweigerlich passieren würde. Er brauchte Bewegung. Koste es was es wolle. Er musste hier raus.

Die Frauen waren mit den Kindern im Wohnzimmer. Er schlich sich leise nach oben, holte seien Jacke und etwas Geld, nahm seinen Zauberstab und schlich sich zur Tür hinaus. Seltsamerweise hielt ihn keiner auf. Nicht mal die Auroren die das Haus bewachten. Dabei waren es Ordensmitglieder und sie mussten ihn doch eigentlich kennen.

Das Haus lag am Standrand von London, ähnlich wie der Grimmauldplatz. Aber es gab in der Nähe eine U-Bahnstation mit der er direkt ins Stadtzentrum kommen konnte, was er auch tat. Erst wusste Harry nicht recht was er tun sollte entschloss sich dann aber erst mal zu einer Erfrischung. An einer Eisdiele kaufte sich zwei Kugeln Eis und setzte sich an einem kleinen Park auf eine Bank. Die Sonne schien heiß vom Himmel und brannte ihm im Nacken. Er beobachtete eine zeitlang die Menschen die durch die Straßen wuselten wie ein aufgeschreckter Haufen Ameisen. Dann schweiften seine Gedanken ab zu Remus.

Warum hatte er ihn küssen müssen? Warum in aller Welt hatte er das tun müssen? Warum hatte er nicht auf seinen Verstand gehört? „Wegen der Hoffnung endlich einmal wirklich geliebt zu werden", sagte eine Stimme in seinem Kopf. „Wegen der wahnwitzigen Hoffnung Glücklich werden zu können."

Harry schüttelte den Kopf. Er war so naiv. Er durfte nicht glücklich sein. Es war ihm nicht vergönnt und damit musste er sich abfinden. Sein einziger Lebensinhalt bestand darin zu lernen und Voldemort zu vernichten. Zumindest vorerst. Vielleicht würde er danach endlich glücklich werden dürfen.

„Ist hier noch frei?" riss ihn eine Mädchenstimme aus seinen Gedanken. Er sah auf und traf bernsteinfarbene Augen und braunes Haar. „Eh… sicher", sagte er und blinzelte kurz. „Herrliches Wetter, nicht wahr?" „Eh… ja. Herrlich." Harry war irritiert. Das Mädchen hatte verdammte Ähnlichkeit mit Remus. Die Augenfarbe stimmte, die Gesichtszüge, die Haarfarbe. Nur die Grauen Strähnen fehlten. „Nicht das du das jetzt für eine Anmachte hältst, aber… verrätst du mir deinen Namen?" fragte das Mädchen. „He… Harry und… und wie heißt du?" „Ich? Joana", sagte sie und reichte ihm die Hand. Harry sah sich vorsichtig um. Ein Todesser war meilenweit nicht zu sehen, das musste aber nicht unbedingt etwas heißen. Wenn das hier eine Falle war, hatte er ein Problem. Aber… das Mädchen war kaum älter als er. Abgesehen davon trug sie ein kurzärmeliges Shirt und es war kein Dunkles Mal an ihren Armen zu sehen. „Bist du allein hier?" fragte er Joana. „Eh… Nein. Meine Eltern sind einkaufen. und ich hatte keine Lust. Klamotten kaufen. Da führt sich meine Mutter auf wie ein Teenager. Braucht Stunden." Das Mädchen schmunzelte. „Tja. Wir achten nun mal auf unsere Kleidung. Frauen sind da wählerischer", schmunzelte sie. Harry musste auch schmunzeln. Er war sich fast sicher es mit einem Muggel zu tun zu haben. Sie hatte bei seinem Namen nicht aufgehorcht und wenn sie dennoch wusste wer er war hätte sie grade sicher sich etwas anmerken lassen. „Oder sie ist eine gute Schauspielerin", sagte eine leise Stimme in seinem Kopf und der Gryffindor musste ihr wiederwillig Recht geben. Es war gefährlich. „Entschuldige mich. Ich muss los zum Auto. Nett dich kennen gelernt zu haben", sagte er und ging weiter. Er glaubte zu merken wie das Mädchen ihn beobachtete, aber als er sich umsah war sie verschwunden. Einfach weg. Er sah noch die Straße runter aber sie war nicht zu sehen. „Seltsam", meinte er. „Ja in der Tat. Sehr seltsam, dass sie einfach so abhauen." Harry fuhr herum und hätte beinahe seinen Zauberstab gezogen. Grüne Augen trafen auf Tiefschwarze die ihn kalt Musterten.

„Na danke. Von allen die mich hätten finden können, musste es Snape sein", fluchte er lautlos. „Guten Tag Professor Snape", grüßte er ihn, seinen Zauberstab in der Jackentasche festumklammert, falls der Mann eine unüberlegte Bewegung machte.

„Ich hoffe sie haben eine gute Erklärung für ihr Verhalten", bemerkte Snape, mit seinem typischen, egal was du sagst ich glaub es eh nicht, Lächeln. „Frische Luft schnappen, mir die Füße vertreten, mich umbringen", antwortete Harry kühl. „Suchen sie sich das aus was ihnen am besten Gefällt." Der Lehrer schüttelte leicht den Kopf. „Sind sie sich eigentlich im klaren darüber, dass der halbe Orden nach ihnen sucht? Es gibt tatsächlich Menschen die sich sorgen um sie machen." Harry seufzte. Er war also doch ein Gefangener, wenn auch nicht im Grimmauldplatz. Aber, seine Enttäuschung darüber, dass man ihm nichts zutraute, würde er sich jetzt nicht anmerken lassen.

„Nun weiß ich es ja. Beim nächsten Mal werde ich einen Zettel auf dem Küchentisch hinterlegen. Und nun entschuldigen sie mich. Ich habe Durst", meinte Harry knapp und wollte weiter gehen, aber eine Hand umklammerte seine Schulter. Sie werden jetzt schön mitkommen", sagte Snape hinter ihm. „Lassen sie mich los oder ich werde schreien!" sagte Harry bestimmt ohne sich umzusehen. Er hatte keine Skrupel halb London auf sich aufmerksam zu machen. Das würde vielleicht sogar richtig Spaßig werden. Snape lockerte den Griff etwas. „Ich glaube nicht, dass du so einfach abhaust nur um die die Beine zu vertreten, frische Luft zu schnappen oder dich Umzubringen. Zum letzteren seit ihr Gryffindors zu feige", meinte er viel freundlicher.

„Was soll das denn jetzt" fragte sich Harry. Snape duzte ihn? Er war Höflich? War er krank, oder war das hier ein Spiel. „Eine Falle", schoss es ihm durch den Kopf. Augenblicklich riss Harry sich los. „Vergessen sie es. Ich fall da nicht drauf rein". Snape wäre nie so höflich zu mir. „Sagen sie Voldemort wenn er mich haben will, soll er seinen Arsch selbst herbewegen." Dann rannte er los. Es war gefährlich aber solang er hier mitten in London war, war er relativ sicher Er durfte nur die belebten Straßen nicht verlassen. Es würde sofort das Ministerium auf den Plan rufen, wenn hier gezaubert wurde. Und das konnten sich selbst die Todesser nicht leisten. Keuchend bog er im die nächste Ecke und bleib stehen. Er lugte Vorsichtig um das Haus um zu sehen ob Snape ihn verfolgte. „Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass ich dir nachrenne wie ein Idiot." Harry schloss die Augen. „Schade. Wäre ein netter Anblick gewesen", meinte Harry und holte aus.

Der Fasthieb saß. Er traf den Mann direkt unter den Rippen und er ging nach Luft ringend in die Knie. „Du Bastrad", hörte Harry ihn noch keuchen, ehe er weiter rannte. Er hastete durch die Straßen bis zu einem Cafe. Schwer atmend sah er sich um. Snape war nirgends zu sehen. Keuchend ließ er sich auf einen Stuhl fallen. Er brauchte eine Pause. Und etwas zu trinken. Er hatte grade einen Schluck Cola genommen, als sich Snape zu ihm setzte. „Verdammt Potter. Nun hören sie auf so naiv zu sein. Ich bin der, für den ich mich ausgebe. Und wenn sie nicht augenblicklich mit ihren Kindereien aufhören, können sie was erleben." Harry sah den Mann an. Konnte er ihm glauben? Ein Beweis war ihm lieber, aber was? Was wusste er, was auch nur der echte Snape wissen konnte. Das Bild aus Snapes Denkarium hatte er plötzlich vor Augen. „Ja etwas besseres kann es nicht geben", beschloss er gedanklich.


Und wer hat geweint?

Ich muss gestehen ich habe dieses Kapitel mindest 5 Mal komplett überarbeitet, aber 100ig gefallen tut es mir immer noch nicht. Ich weiß zwar ganz genau was ich will, aber es umzusetzen ist wirklich schwer. Vor allem der Schluss dieses Chaps. Und leider habe ich auch die Neigung völlig zu übertreiben. Also, was sagt ihr? Bitte nicht lynchen.

Freu mich über jedes Review (auch die der Schwarzleser; muss zugeben das ich das auch tue, wenn mir einfach die Zeit fehlt um etwas zu schreiben)