Rettung (aus) der Zukunft

Disclaimer:

Alles gehört JK Rowling, ich habe es mir nur geliehen.

Die Charaktere die nicht aus ihren Büchern stammen gehören mir und Geld verdiene ich hiermit nicht.

AN: Dies ist mein erste Story, also seid ein bisschen gnädig, Kritik ist aber erwünscht. (Lob natürlich auch)

Falls irgendwas Ähnlichkeit mit einer anderen Story hat, ist dass keine Absicht.

Das Rating? Gute Frage! Sicherheitshalber sag ich mal M.

(Ich habe davon absolut keinen Plan.)

Warnungen?

Dies ist eine Slash – Story und ich hole mir meinen Lieblingscharakter zurück. Finde seinen Tod gar nicht toll, egal welchen Grund es dafür auch gibt. (Sicher wisst ihr wen ich meine, oder?)

Und ich sag jetzt einfach mal OOC für alle. (Auch wenn es vielleicht nicht ganz stimmt.)

Das Pairing? HP/RL

Was fehlt noch? Stimmt! Die Summary.

Harrys Ferien und auch das neue Schuljahr werden kein Zuckerschlecken. Angriffe, Tote, Überraschungen und Gefühle warten auf ihn. (Oh Gott. Ich kann so was gar nicht!)

Zu den Reviews:

Angie: Das mit Remus und Harry klärt sich mit diesem Chap auf. All zu lang wollte ich Harry dann doch nicht quälen. Was Dumbledore betrifft, er ist halt um Harrys Sicherheit besorgt.

Heimess: Freut mich das dir die Story gefällt. Das mit Sirius wird noch etwas dauern, leider. Bei seinem jetzigen Problem hilft ihm jemand anderer, auch wenn das vielleicht nicht in seiner eigentlichen Natur liegt. (Hoffe die Erklärung dafür ist glaubwürdig.)

Azura-Fei-Long: Ich hab nichts dagegen wenn du mir das Review so schickst. War auch etwas irritiert über die seltsamen Zeichen in der Mail.

Also erst Mal danke für den Fehlerhinweis. Das war echt keine Absicht. Es muss natürlich heißen. Remus durfte einfach NICHT Tod sein. Sonst wäre ja alles völlig unlogisch.

Ja das mit der Rechtschreibung. Mein Hinweis an meine Beta - Leserin hat wohl nicht all zu viel genützt. Ich werde mich aber darum kümmern. Versprochen.

Mein Werwolf, mein Panther und die Arme Lisa. Was die kleine Angeht, das wird sich im 5. Chap aufklären. Aber deine Theorie ist leider falsch. Harrys Todesdatum aus dem Prolog ist der 08.07.1996 und Lisas Eltern sterben an seinem 16. Geburtstag. Dem 31.07.1996. Ist also gar nicht möglich.

Was die die Tiere angeht,… wäre gefährlich da etwas zu sagen ohne die Spannung rauszunehmen. Aufklären werde ich es auf jeden Fall. Irgendwann in den letzten Kapiteln. Weiß aber nicht welche Nummer das wird.


Kapitel 4

„Gut. Wenn sie wirklich Professor Snape sind, können sie mir sicher sagen, was ich im vergangenen Jahr in ihrem Denkarium gesehen habe", erklärte er und beobachtete die Miene seines Gegenübers. Die verwandelte sich in eine bedrohlich Finstere und starrte ihn an. Im Grunde genügte Harry das schon. Allein der Ausdruck in Snapes Augen sagte ihm, dass er es wirklich war. „Oh Shit. Du hast deinem Lehrer eine rein gehauen", schoss es ihm durch den Kopf.

„Ich hoffe doch sie erwarten nicht, dass ich ihnen jede Einzelheit erzähle", knurrte der Mann. Harry musste schmunzeln. „Nein, Sir. Einzelheiten müssen es nicht sein." „Auch wenn es ein Vergnügen wäre es aus ihrem Mund zu hören", setzte Harry gedanklich nach. Snape so am Boden zusehen wie er es immer nach der Okkulmentikstunde gefühlt hatte, täte sicher gut. „Ihr… Vater und sein Freund… Black waren der Meinung mich vor der Schule demütigen zu müssen. Es war der Tag unserer ZAG Prüfungen. Lupin und diese Ratte Pettigrew waren auch da. Ebenso wie ihre Mutter", sagte er streng.

Harry nickte nur und fragte dann: „Wer in Merlins Namen ist auf die Idee gekommen, ausgerechnet sie mir nachzuschicken?" „Zuerst verrätst du mir, wieso du mir glaubst?" konterte Snape. Harry sah für einen Moment an seinem Lehrer vorbei und dann direkt in die pechschwarzen Augen. „Ich kenne keinen der mich mit so viel Hass ansehen kann wie sie. Selbst wenn sich jemand mit dem Vielsafttrank in sie verwandelt hätte, würde es nicht das Gleiche sein. Außerdem berwahren sie diese Erinnerung nicht umsonst in ihrem Denkarium. Ich bin mir sicher, dass es keiner, außer den Beteiligen, etwas davon weiß. Also. Wer kam auf die schwachsinnige Idee sie auf die Suche nach mir zu schicken?"

„Da sprichst du ausnahmsweise mal ein wahres Wort. Es war eine schwachsinnige Idee. Und sie stammt vom Direktor", knurrte der Lehrer. „Dum… Professor Dumbledore?" Snape nickte. „Wie kommt er nur darauf?" murmelte Harry nachdenklich. „Da du scheinbar nicht beabsichtigst dich nach Hause zu begeben, verrate mir doch warum du abgehauen bist." Harry konnte nicht anders als auflachen. Hielt Snape ihn für so dämlich? „Sie haben grade selbst gesagt, dass es eine schwachsinnige Idee war sie nach mir suchen zu lassen. Und ich denke wir beide wissen warum. Wie sagte der Direktor so schön, wir haben unsere Differenzen. Und nun wollen sie allen ernstes das ich meine Probleme vor ihnen ausbreite? Bei allem Respekt, vergessen sie es", meinte Harry und nahm noch einen Schluck Cola.

„Darf ich ihnen auch etwas bringen?" fragte die Bedienung, die grade an den Tisch getreten war. Snape sah sie und dann Harry an. „Sagen sie nicht, sie haben kein Geld dabei?" fragte der Gryffindor. „Nein, Habe ich nicht. Aber ich möchte auch nichts, danke", erklärte Snape kalt und mit einem Blick bei dem es den Schülern normalerweise eiskalt den Rücken runterlief und die Bedienung rümpfte auch etwas die Nase. „Ach was. Bringen sie ihm einen Kaffee. Ich zahle", meinte Harry. Warum er das tat, war ihm nicht so ganz klar. Er fand dieses Gespräch irgendwie unterhaltsam, ja. Und da er wirklich nicht vor hatte zu gehen und Snape scheinbar nicht vorhatte ihn allein zu lassen, wollte er ihn ja nicht auf dem Trockenen sitzen lassen und es lenkte ihn von seinen eigentlichen Sorgen ungemein ab. Unter anderen Umständen hätte er ihn sicher verdursten lassen. „Ich brauche deine Almosen nicht", zische Snape ihm gehässig zu. Harry zuckte aber nur mit den Schultern. „Dann geben sie es mir bei Gelegenheit halt wieder."

Eine ganze Weile schwiegen sie sich an, bis Snape seinen Kaffee bekam. Harry beobachtete wie er sich kurz umsah und dann unauffällig mit einer Handbewegung scheinbar etwas Milch hinzufügte. „Schwarz ist das Gebräu hier nicht zu genießen", meinte er leise. Harry grinste. Dass der Mann so sensibel war, damit hätte er nicht gerechnet. Der hatte wohl noch nie einen seiner Tränke probiert.

„Wollen wir hier jetzt noch eine Stunde sitzen und uns anschweigen und Aufsehen erregen, oder benehmen wir uns wie… Muggel und unterhalten uns?" fragte Snape und Harry verschluckte sich fast in seiner Cola. Snape wollte sich mit ihm unterhalten? Er wollte freiwillig mit ihm reden? „Kann es sein, das sie sich nicht wohl fühlen?" fragte er vorsichtig immer noch hustend. „Nun, abgesehen davon, dass du mir einen ganz schönen Schlag verpasst hast, den ich bei deiner Statur nicht erwartet habe, geht es mir hervorragend." Harry sah verlegen zu Boden. „Tut mir leid. Das war…" „Vergiss es. Nur ich sollte dir vielleicht sagen, dass du bei einem wirklichen Entführungsversuch keine Chance gehabt hättest. Dann hättest du es sicher nicht nur mit einem zu tun." „Als wenn ich das nicht wüsste", murmelte er leise. „Dann bin ich beruhigt. Also, eine Idee für ein Gesprächsthema?"

„Der meint es ernst. Der meint es wirklich ernst", stellte Harry fest und sah sich dann um. Die Tische direkt um sie waren nicht besetzt, aber die danach. Es waren im Grunde eine Menge Leute hier. Also würde Snape sicher nicht laut werden, da dass zu viel aufsehen erregte. Aber würde er auch eine ehrliche Antwort bekommen? Ein versuch war es wert. Allein um hier noch etwas zu sitzen und schweigen war nun wirklich zu auffällig.

„Warum hassen sie mich so? Und ich will die Wahrheit wissen. Das ich aussehe wie mein Vater weiß ich und ich kaufe ihnen es nicht ab, dass es daran liegt." Snape sah etwas überrascht aus. „Er kann Gefühle zeigen?" wunderte sich Harry, fing sich aber wieder, als Snape seufzte.

„Kannst du dir vorstellen, dass es alles Fassade ist? Kannst du dir vorstellen was der Lord mit mir macht, wenn ich dich vor meinem Haus oder vor der Schule in Schutz nehme? Ich bin ein toter Mann und ob du es glaubst oder nicht, auch ich hänge an meinem Leben", erklärte Snape. Harry war erstaunt über diese Worte, aber irgendwie glaubte er dem Mann. Sicher wusste er was dann passieren würde, nur er hatte es noch nie von dieser Seite aus betrachtet.

„Das du mich unweigerlich an deinen Vater erinnerst, dafür kannst du nichts. Und ich muss gestehen, als ich dich das erste Mal sah, hab ich dich verabscheut, ohne dich zu kennen. Ich war der Meinung du wärst durch und durch ein Potter. Du hast dich gleich am ersten Tag mit Malfoy angelegt und das sprach in meinen Augen für sich. Auch ich war noch nicht mal 24 Stunden auf der Schule, als ich mit deinem Vater aneinander geraten bin.

Du warst in meinen Augen sein Ebenbild, nicht nur äußerlich. Ein verwöhnter Schnösel um den sich alle Scharen weil er etwas Besonderes ist. Gut. Ich habe vielleicht etwas übertrieben, aber ebenso wie der Direktor habe ich immer gewusst, dass der Lord zurückkommen würde, und was dann meine Aufgabe sein würde. Es war also auch Eigenschutz.

Nach deiner Vierten habe ich dann erfahren, dass ich mich getäuscht habe. Du wurdest zu Hause behandelt wie ein Hauself. Ich war immer davon ausgegangen das man dich auch dort für das was du bist auf Händen trägt. Aber du hasst in Wirklichkeit diese Berühmtheit. Nur du tust auch immer sehr viel dafür, um nicht in Vergessenheit zu geraten."

Harry war mehr als erstaunt über diese Worte. Damit hatte er nicht gerechnet. Niemals hätte er das so erwartet. Bis auf den letzten Satz. Das war typisch Severus Snape. „Ob sie mir es nun glauben, oder nicht, ich lege es nicht darauf an. Im ersten Jahr wollte ich meinen eigenen Arsch retten. Ich war der Meinung sie würden den Stein für Voldemort haben wollen. Wir wussten wozu er gut war. Ich wollte also nur mein Leben retten", begann Harry. „Warte. Bevor du weitersprichst, bitte nenn ihn nicht bei seinem Namen. Zumindest wenn ich dabei bin. Er spürt es. Und das könnte viele unangenehme Fragen aufwerfen. Ich weiß auch so, dass du dich nicht vor ihm fürchtest."

Harry nickte, auch wenn es ihm nicht passte. „Im zweiten Jahr wollten wir eigentlich nur Lockhart sagen was wir herausgefunden hatten. Wo der Eingang ist und was da auf ihn warten würde. Dass er ein Schwindler ist haben wir erst da erfahren. Ginny war entführt worden und Ron hatte Angst um seine Schwester. Er ist mein Freund und es war für mich selbstverständlich zu helfen. Das ich nicht wirklich über die Gefahr nachgedacht habe die von einem Basilisken ausgeht, stimmt. Es war mehr als leichtsinnig. Und dass er von Vo… von der Erinnerung des dunklen Lords kontrolliert wurde, konnte ich nun wirklich nicht ahnen. Was im dritten Jahr los war, wissen sie selbst. Und dass sie Sirius und Remus umbringen wollten, weiß ich noch sehr genau."

Harry bemühte sich erst gar nicht, seine aufkommende Wut zu verbergen. Wenn Snape nicht so verdammt dämlich gehandelt hätte, wäre Peter nie entkommen, Voldemort nicht zurückgekehrt und Sirius hätte nie fliehen müssen und der ganze andere Mist wäre auch nie passiert.

Snape grinste ihn hinterhältig an. „Ich war in dem Moment wohl nicht ganz ich selbst. Jahrelang hatte ich unter Black und deinem Vater leiden müssen und nun war ich in der besseren Position. Ich habe mir wohl die Freiheit genommen auch mal nicht ganz überlegt und klug zu handeln", sagte der Lehrer leicht gereizt. Harry unterdrücke ein Schnauben und sprach stattdessen weiter. „Das ich mich nicht absichtlich ins Trimagische Turnier gebacht habe, dürfte ja wohl allen längst klar sein. Ich würde freiwillig nie dem dunklen Lord bei seiner Auferstehung helfen. Und das ich vergangenen Jahr meine Dummheit mehr als bewiesen habe, müssen wir jetzt sicher nicht erörtern."

„Nein. Das Geschene müssen wir nicht erörtern. Was allerdings deine Dummheit angeht, muss ich gestehen, ich kann deine Handlung irgendwo nachvollziehen. Black war für dich alles was du noch an Familie aus unserer Welt hattest. Dass du ihn retten wolltest ist irgendwo verständlich. Mir ist nicht entgangen, dass du frustriert darüber warst, dass man dir nichts gesagt hat. Und ich habe dem Direktor auch immer wider gesagt, dass ich es für besser halte wenn man dich zumindest soweit einweiht wie es der Lord eh schon weiß. Ich hatte die Hoffnung, dass du dann nachdenklich werden würdest. Aber der Direktor meinte es sei zu riskant und auch ich musste mich seinem Willen beugen. Er hat immer das letzte Wort in solchen Entscheidungen.

Und auch wenn du es mir nicht glaubst, für dich tut mir der Tod deines Paten leid. Sehr leid sogar." Harry nahm einen tiefen Schluck Cola um nicht in Tränen auszubrechen. Warum glaubte er Snape nur? Warum nahm er ihm jedes Wort ab, was er sagte? Was sollte dieses seltsame Gefühl das er die Wahrheit sagte?

„So. Und nun hab ich auch eine Frage", meinte der Lehrer. „Und welche?" seufzte Harry, ahnend was Snape wissen wollte und er sollte Recht haben. „Was in Merlins Namen hat dich dieses Mal dazu gebracht dich in Lebensgefahr zu begeben? Lupin sitzt zu Hause, Weasley und Granger sind entweder im Grimauldplatz oder im Krankenhaus. Auf jeden Fall auch in Sicherheit. Was war es also diesmal?" Harry sah Snape in die Augen. Nein. Die Wahrheit würde er nicht erfahren. Harry Potter, der Junge der Lebt, schwul und unglücklich in einen Werwolf verliebt. Ein gefundenes Fressen für die Slytherins, auch wenn deren Hauslehrer ihn nicht mehr wirklich hasste.

„Das ist… ein sehr Privates Problem", sagte er schließlich. Snape würde es doch merken wenn er log. Und nach ihrem Gespräch grade, hatte er dabei irgendwie ein schlechtes Gewissen. „Dann spekuliere ich jetzt mal, auch wenn das ganz gegen meine Natur ist. Lupin sitzt zu Hause und ist am Boden. Mit ihm ist nicht zu reden und das ist erst so, seit man gemerkt hat, dass du weg bist. Es hat also was mit ihm zu tun?" „Remus ist fertig mit den Nerven?" fragte Harry überrascht. „Ja. Er sitzt in auf einem Bett, klammert sich an ein Foto von dir und reagiert auf gar nichts mehr. Du musst ganz schön was angestellt haben, den Werwolf so aus der Bahn zu werfen." Harry hörte gar nicht mehr zu. Wieso war Remus so fertig? Er war es doch gewesen der ihn nicht wollte. Remus hatte Harry abgeblockt, regelrecht abblitzen lassen. Warum war der Werwolf denn jetzt so verstört?

„Potter 10 Punkte Abzug für Gryffindor wegen Unaufmerksamkeit", drang Snapes Stimme an sein Ohr. „Wie? Punkte? Wir… wir haben doch Ferien", meinte er verwirrt. „Scheint aber der einzige Weg zu sein, um dich wider in diese Welt zu holen", meinte Snape grinsend. „Dass du mir dein Herz ausschüttest erwarte ich nicht. Aber geh nach Hause und rede mit Lupin. Egal was da war, ich bin mir sicher das es sich lösen lässt." „Sicher", dachte Harry sarkastisch. Nachdem Remus ihn so verletzt hatte, würde er auch noch grade zu ihm rennen und ihn um Verzeihung bitten. Außerdem würde Harry es das Herz zerreißen ihn zu sehen. „Also?" fragte Snape. „Mal sehen", murmelte Harry trank sein Glas aus und bezahlte.

„Nimm den Weg den du gekommen bist. Es wird niemand erfahren dass ich dich gefunden habe. Und ich hoffe von unserem Gespräch wird auch keiner etwas erfahren." „Nein, Sir. Sicher nicht. Es würde mir eh keiner glauben dass wir es fast eine Stunde zusammen ausgehalten haben, ohne uns anzuschreien", versicherte Harry. „Gut. Und… auf der Schule wird sich nichts an unserem Verhältnis ändern. So leid mir das auch tut. Es wäre zu gefährlich und wie gesagt ich hänge an meinem Leben." „Schon klar, Professor", meinte der Gryffindor und machte sich auf den Weg zur U-Bahnstation. Er hatte nichts anderes erwartet. Aber, irgendwie verstand er ihn auch. Snape dürfte sich nicht mehr vom Schulgelände wagen, sollte das hier jemals rauskommen. Die Slytherins, deren Eltern Todesser waren würden es sofort ausplaudern.

Er machte einen extra großen Umweg um nicht irgendwelche Verfolger zu seinem Versteck zu führen. In der Küche saßen grade alle beim Mittag. „Harry", rief Lisa als erste und rannte ihm in die Arme. Harry nahm sie schmunzelnd hoch. „Du tust ja so, als hätten wir uns Monate nicht gesehen." Das Mädchen nahm ihn fest in den Arm. „Harry. Wo warst du?" fragte Donna zweifelnd. „Spazieren. Man hat mir nicht gesagt, dass ich das Haus nicht verlassen darf und ich bin es nicht gewohnt jemandem Bescheid zu geben. Das musste ich nie. Ist was passiert?" meinte er. „Ist was passiert? Wir sind umgekommen vor Sorge. Das machst du nie wieder, junger Mann", fuhr Ruth ihn aufgebracht an. Harry ließ Lisa runter. „Erstens sind sie nicht meine Mutter oder sonst irgendwie mit mir verwand. Wir sind nicht mal befreundet und zweitens bin ich seit gestern volljährig. Das heißt ich darf tun und lassen was ich will. Von ihnen muss ich mir gar nichts sagen lassen."

Ohne ein weiteres Wort ging er nah oben. Irgendwie wollte er doch wissen ob Snape ihn ausgetrickst hatte oder ob Remus wirklich so fertig war. Er fand ihn tatsächlich auf seinem Bett mit einem Foto in der Hand. Auf die Entfernung hin konnte Harry nicht erkennen, wer es war. Aber Remus schien mit sich selbst zu reden.

„… seltendämlicher Idiot. Er wollte dich küssen. Er wollte dich wirklich küssen. Und was tust du? Du hast nichts Besseres zu tun als ihn abzuweisen. Es ist ein Wunder, wenn er überhaupt noch mit dir redet. Wenn er dich noch ansieht. Oh Gott Sirius, was hab ich da nur angerichtet? Wenn Harry etwas passiert, dass… dass verzeih ich mir nie. Wenn ihm etwas zustößt, dann…" Harry schloss die Tür absichtlich etwas geräuschvoll und es hatte seine Wirkung. Remus sah entsetzt auf.

„Erklärst du mir wenigstens warum du mich abgewiesen hast?" fragte er schroff. „Harry!" keuchte Remus und viel ihm um den Hals. Der Gryffindor konnte sich gegen die Umarmung nicht wehren. Remus war zu kräftig. In ihm schrie alles danach sofort wider zu verschwinden. Er sollte nicht hier sein. Nicht bei Remus. Nicht mal in seiner Nähe. Er würde doch nur wider enttäuscht werden. „Oh Merlin. Was hab ich mir für Sorgen um dich gemacht", flüsterte Remus ihm ins Ohr und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Das war zu viel. „Hör auf. Bitte. Hör auf", flüsterte Harry heiser. Remus ließ ihn los und starrte ihn an.

Sie schwiegen eine Weile. Harry brachte es dann doch nicht fertig, sich umzudrehen und zu gehen. Auch wenn sein Verstand es ihm noch so sehr zurief. „Warum? Ich versteh es nicht?" fragte er leise. Remus starrte ihn an. „Wenn… wenn ich das wüsste? Ich wollte… Ich… Harry ich bin ein Werwolf. Einmal im Monat werde ich zu einer mordlustigen Bestie, die jeden Menschen umbringt, der in seiner Nähe ist. Ohne den Banntrank bin ich ein Mörder und ich kann es nicht kontrollieren. Ich hatte schon etliche Beziehungen und nie hat es jemand lange mit mir ausgehalten. Immer haben wir uns geschworen, dass wir Freunde bleiben, aber selbst das ist zu Bruch gegangnen. Ich… ich will unsere Freundschaft nicht zerstören. Dafür bedeutest du mir einfach zu viel." Harry sah das Remus zitterte. Die Angst des Mannes war praktisch greifbar. Und er wusste das es jetzt wieder an ihm lag etwas zu sagen. Nur was? Sollte er Remus wirklich sagen was er fühlte? Würde es etwas bringen? War es ein Versuch wert?

Warum nicht. Freunde konnten sie unter diesen Umständen nicht sein. Das würde er nicht ertragen. Also, entweder offen und ehrlich und sehen was passierte, oder den Schwanz einziehen und die nächsten vier Wochen das Zimmer nicht mehr verlassen. „Sag bitte was", flüsterte Remus.

„Was soll ich denn sagen? Das du mich zutiefst verletzt hast? Das du mir das Herz brichst? Das ich gehofft habe, endlich auch einmal glücklich sein zu dürfen? Endlich auch einmal geliebt zu werden, richtig geliebt zu werden? Wenn ich dich sich sehe möchte dich in den Arm nehmen und nie mehr loslassen. Für immer in deiner Nähe bleiben. Aber ich weiß jetzt, dass sich meine Träume nie erfüllen werden. Nur ich weiß nicht wie ich damit klarkommen soll? Wie soll ich damit zu Recht kommen das du mich nicht willst? Kannst du dir vorstellen wie weh das tut?"

Harry konnte weder die Wut darüber und die Tränen unterdrücken. Warum zum Teufel hatte er sich so wenig im griff? Warum konnte sich nicht benehmen wie ein Erwachsener? „Verdammter Mist", fauchte er sich selbst gedanklich an. Remus kam auf ihn zu und berührte sanft seine Hand. „Das… Oh Gott,… Harry. Du… es ist doch nicht wahr das ich dich nicht will. Ich liebe dich. Ich liebe dich mehr als mein Leben. Aber… ich… ich hab Angst davor das du nicht mit meinem… mit meinem Mondproblem zurecht kommst. Es eine Sache es ab und zu mitzumachen, aber eine andere, es jeden Monat zu erleben."

Schniefend wischte Harry sich die Tränen aus dem Gesicht. „Remus, ich weiß das du den Banntrank nimmst und mir nie etwas tun würdest. Und… ich habe keine Angst vor dir. Ich… ich finde dich als Werwolf richtig… niedlich. Und… Dad, Sirius und… und Peter hatten doch auch kein Problem damit. Sie… sind trotzdem deine Freunde geblieben. Warum soll das bei mir anders sein?" Harry war verzweifelt. Wenn es nur am Vollmond lag, es störte ihn nicht. Es störte ihn Weißgott nicht. Remus Vollmondproblem war das letzte was ihn daran hindern würde, etwas Ernstes mit ihm anzufangen.

„Ich… ich hab wohl überreagiert, was?" meinte Remus zitternd. „Harry, Ich… du bist alles was mich hier noch hält. Ich hatte einfach Angst meinen letzten Halt zu verlieren." Harry sah ihm vorsichtig in die Augen. Bedeute das, dass Harry doch eine Chance hatte? War doch noch nicht alles verloren? Nur zögerlich kam Remus ihm näher. Harry schloss die Augen. „Bitte, bitte kein deja vu", flehte er stumm.

Das Gefühl war das gleiche wie beim ersten Mal. Tausend kleine Explosionen, ließen Harry innerlich erzittern, als Remus Lippen seine berührte. Er hatte das Gefühl von tausend Schmetterlingen im Bauch. Es war, als würde er fliegen.

Als Remus sich von ihm löste blinzelte Harry ihn an und lächelte. „Hoffentlich weißt er mich nicht wider ab." Remus lächelte ihn auch an doch plötzlich verschwand das Lächeln und ein undefinierbarer Gesichtsausdruck trat ein seine Stelle. Harry glaubte für eine Sekunde etwas falsch gemacht zu haben, bis Remus urplötzlich nach ihm griff und stöhnend in die Knie sank. „Oh Gott. Was hast du?" fragte Harry entsetzt und versuchte ihn festzuhalten.

„Mir ist Schwindlig. Geht gleich wieder", sagte der Mann leise. „Komm. Du musst dich setzten", meinte Harry entschieden und half Remus zum Bett. Zum Glück war er mittlerweile so groß wie Remus. Das machte es etwas einfacher und Remus ließ sich ohne Wiederworte aufs Bett sinken.

„Brauchst du irgendwas?" fragte Harry vorsichtig. „Mhm. Dich. Würdest… würdest du dich zu mir setzten?" meinte der Mann mit geschlossenen Augen. Harrys Herz machte einen kleinen Sprung. „Sicher", sagte er leise und setzte sich neben ihn. Remus lehnte sich vorsichtig gegen ihn und Harry konnte nicht widerstehen und nahm ihn in den Arm. „Du… du verzeihst mir, dass ich…" „Ja. Ich verzeih dir. Ich… hätte dich gleich darauf ansprechen sollen und nicht einfach abhauen dürfen. Tut mir leid", unterbrach ihn der Jüngere. „Wir beide haben wohl Mist gebaut, was?" „Vielleicht. Aber… was… was ist denn jetzt mit… mit uns?"

Harry wagte sich kaum zu fragen. Er war sich immer noch nicht sicher, ob Remus es nun wollte oder nicht. Das er selbst es wollte, stand für ihn außer Frage. „Na ja. Meine letzte Beziehung ist ein paar Jahre her. Vielleicht… vielleicht meint es das Schicksal zur Abwechselung mal mit uns beiden gut, oder was meinst du?" Harry lächelte. „Verdient hätten wir es, oder?" Remus nickte nur. „Schlaf. Du brauchst Ruhe", meinte Harry und wollte aufstehen, aber Remus hielt ihn zurück, sagte aber nichts. „Ich… darf bleiben?" fragte Harry leise. Remus hatte die Augen aufgeschlagen und sah ihn traurig und verängstigt an. „Wenn du möchtest? Ich… ich hab nichts dagegen", sagte er. Harry lächelte erleichtert. „Ich bleibe."

Remus brauchte fast eine Woche bis er sich wieder erholt hatte. In diesen Tagen kamen sich die Beiden näher. Harry schlief jede Nacht bei Remus. Mal hatte der ihn im Arm, oder Harry umarmte den Werwolf. Der hatte Harry schnell seine Unsicherheit genommen, etwas falsch zu machen. „Vertrau auf dein Gefühl, dann kannst du nichts falsch machen", hatte Remus ihm zugeflüstert. Harry war erleichtert, dass sich doch noch alles zum Guten gewendet hatte. Hoffentlich blieb das auch so. Ärger wegen seines Ausflugs hatte er auch keinen bekommen. Nicht ein Wort war darüber gesprochen worden.

Und den Anschlag hatte man, zumindest in Harrys Gegenwart, ebenfalls todgeschwiegen. Er wusste zwar, dass es seitenweise Berichte gegeben hatte und auch immer noch gab, aber keiner hatte ihn gefragt was davon nun stimmte oder nicht. Die ganze Zauberwelt hatte Angst vor Anschlägen und der Minister alle Hände voll zu tun um die Bevölkerung zu beruhigen.

Sie saßen grade beim Frühstück als Pig mit einem Brief kam. Die Kinder lachten sich kaputt über die Winzeule, die wie immer angeberisch um Harrys Kopf kreiste. „Mach dir nichts draus", meine Harry schmunzelnd und lockte sie mit einem Stückchen Brot um ihr den Brief abzunehmen. Die Handschrift erkannte er sofort. Es war Hermines.

Hi Harry!

Ich wollte dir sagen, Rons Vater ist auf dem Weg der Besserung, George haben sie wieder entlassen, er ist wieder gesund. Wie geht es dir? Und Professor Lupin?

Wir haben gehört dass du mit ihm trainierst und wollten dich fragen ob wir vielleicht mitmachen können. Das heißt sobald er wieder gesund ist, und ihr überhaupt weitermacht. Natürlich nur wenn er damit einverstanden ist. Er war der Beste Lehrer den wir je hatten und wir haben keine Angst vor ihm, weil er ein Werwolf ist. Sag ihm das bitte, wenn du ihn fragst.

Ich weiß es ist schwer für dich, nach allem was passiert ist. Du musst da aber nicht alleine durch. Wir sind für dich da und helfen dir. Melde dich doch bitte.

Hermine und Ron

Harry reichte Remus. „Dürfte dich auch interessieren", sagte er nur und schmierte sich ein Stück Brot. Aus dem Augenwinkel beobachtete er, das Remus scheinbar erleichtert war. „Wir müssten mit Albus reden wie wir das anstellen. Im Prinzip hab ich nichts dagegen. Oder willst du sie nicht dabei haben?" fragte er leise. Harry seufzte. Er und Remus waren grade mal eine Woche zusammen, wenn man das so nennen konnte. Es war schon schwer es vor den Frauen im Haus geheim zu halten. Das war Harrys Wunsch gewesen. Er wollte nicht noch mehr im Mittelpunkt stehen und erst recht nicht das es Hogwarts erfuhr. Schon gar nicht über die Zeitung. Aber Ron und Hermine waren seine Freunde. Sie würden es merken das etwas nicht stimmte und Hermine hatte ein Talent dafür so was zu bemerken und auch zu erfahren was los war. „Ich weiß nicht. Lass uns nachher mal darüber nachdenken", meinte er. Pig flatterte grade kreischend aus dem Fenster. „Dieser Angeber", lachte Harry.

Nach dem Frühstück ging Harry mit Remus nach oben, wo er ihm von seinen Bedenken erzählte. „Sie werden es irgendwann merken und irgendwie möchte ich mit dir auch allein sein. Ich muss in drei Wochen wieder zur Schule. Und dann sehen wir uns vor Weihnachten nicht", erklärte er bedrückt. „Hey. Ich weiß was du meinst und ich denk´ schon über eine Lösung nach. Mir ist leider noch nichts Gescheites eingefallen. Aber… Die beiden sind deine Freunde und… du weißt wie gefährlich es für dich ist. Ich will es nicht beschreien aber… ich denke du weißt selbst das der Ärger immer dich findet", meinte Remus. Seufzend schmiege Harry sich in die Arme seines Freundes. „Du hast Recht. Sie sind in mindestens so großer Gefahr wie ich. Und im Ministerium hatten sie Glück. Verdammtes Glück." „Wir haben hier eh nicht genug Zimmer. Du könntest zu mir kommen und Ron und Hermine gehen in deines. Und tagsüber bekommen wir das irgendwie hin. Ich versteh dich. Aber ich denke die beiden würden auch damit klar kommen, wenn du es ihnen sagst", meinte der Ältere, während er Harry sanft durchs Haar strich. „Ich sag es ihnen. Aber nicht sofort. Wenn sie es merken ,sag ich es ihnen", gab er nach. „Gut. Dann werde ich mal zu Albus gehen und sehen ob es überhaupt geht."

Wie sich herausstellte, hatte Hermine darüber schon mit dem Schulleiter gesprochen und es war schon alles geklärt. Es lag nur noch an Harry und Remus. Die stimmten beide dann zu und so zogen zwei Tage später seine Freunde auch in das Sichere Haus ein.

„Nun raus damit Harry. Wie sehen deine ZAG's aus?" fragte Ron neugierig. Harry traf der Schlag. Daran hatte er gar nicht mehr gedacht. „Eh... also… na ja… um ehrlich zu sein... die hab ich mich noch gar nicht angesehen", gestand er. „Was?" meinte Hermine empört. „Na ja. Sie kamen mit meiner Geburtstagspost und ich wollte mir den Tag nicht verderben. Und ich hatte in der Vergangenen Woche… ich war anderweitig beschäftigt", erklärte er ausweichend. „Dann guck sie dir jetzt an", forderte Ron. Harry grinste seinen Freund an und holte den Brief von oben.

„Ganz gut. Nur Wahrsagen durchgefallen und... Wow. Der Prüfer muss unter dem Imperiusfluch gestanden haben. Ich habe in Zaubertränke ein O", meinte er. Ron riss ihm ungläubig den Brief aus der Hand. „Wahnsinn!" staunte er.

„Und? welche Kurse nimmst du?" fragte Hermine neugierig. „Mein Ziel ist klar. Auror. Also Tränke, Verteidigung, Verwandlung und Zauberkunst." „Und von den Zusatzkursen würde ich auch welche nehmen", schlug Remus vor. „Zusatzkurse?" wunderte Harry. Er hatte noch nichts von Zusatzkursen gehört. „Ja. hier. Dabei liegen gleich die Hogwartsbriefe und die UTZ Wahlbögen." Harry nahm seinem heimlichen Geliebten den Brief aus der Hand und entdeckte unter den Pflichtwahlfächern noch einen zweiten Kasten mit Kursen die Freiwillig waren.

Fach

Lehrer

Animagi (mit Registrierung)

McGonagall, Minerva

Apparieren (Mit Prüfung)

Flittwick, Filius

Duellieren Anfänger

Scott, Maximilian

Duellieren Fortgeschrittene

Scott, Maximilian

Heilmagie (Crashkurs)

Pomfrey, Poppy

Magie mit Ritualen

Dumbledore, Albus

Magie ohne Zauberstab

Dumbledore, Albus

Mentale Magie

Snape, S./Scott, M.

Tränke mit Besonderer Wirkung

Snape, Severus

„Tränke vergessen wir. Mentale Magie auch. Ich hab keinen Bock auf noch mehr Stunden bei Snape und dann auch noch Okkulmentik. Nein Danke. Mich interessieren Animagi, Apparieren und Stablose Magie", meinte er nachdenklich. Remus lachte leise. „Animagi hab ich mir gedacht. Es hätte mich gewundert wenn es dich nicht zumindest interessiert hätte." Harry lächelte nur. Er wollte es nicht nur wegen Remus werden. Sich so tarnen zu können wäre sicher auch praktisch. „Duellieren wäre sicher ganz gut und Mentale Magie... Harry. Ich denke es wäre nicht schlecht wenn du Okkulmentik lernst", meinte Hermine besorgt.

„Nein Hermine. Ich werde Mentale Magie belegen. Es bringt eh nichts. Ich bekomm das nicht auf die Reihe. Außerdem nehme ich schon den UTZ Kurs bei Snape. Und wozu brauch ich Duellieren wenn D.A. weitergeht? Dafür muss auch Zeit sein und dazu kommt Quidditch. Und ich werde wohl oder Übel auch Hausaufgaben machen müssen, oder willst du das dieses Jahr übernehmen?" fragte Harry herausfordernd. „Sicher nicht", gab seine Freundin trocken zurück und wandte sich dann an Remus. „Professor Lupin. Sagen sie doch mal was dazu." Harry warf ihm vorsichtig einen Blick zu. Würde er ihm in den Rücken fallen?

„Hermine… erst mal Nenn mich Remus. Das gilt für euch beide. Ich bin seit Jahren nicht mehr euer Lehrer. Zu deiner Bitte, im Grunde bin ich ja deiner Meinung, dass es gut wäre, wenn Harry es lernt. Aber ich kann auch Harry verstehen und ich kenne Severus lang genug um zu wissen, dass er auch nicht begeistert sein würde. Außerdem mit vier UTZ Kursen, drei Zusatzkursen, D.A. und Quidditch ist Harry gut versorgt. Animagi ist nicht einfach. Das weiß ich aus zuverlässiger Quelle. Außerdem behaltet ihr doch auch die Fächer aus der dritten, wenn ihr nicht grade durchgefallen seid. Ich denke mit deiner Wahl bist du gut beraten, Harry."

Der Gryffindor hatte den Eindruck das es nicht die Antwort war die Hermine erwartet hatte. Im Grunde hatten sie ja auch Recht, aber Snape hatte klar gesagt das sich vor den Schülern nichts an ihrem Verhältnis ändern würde. Und das bedeutete er würde ihn vor der Klasse bloß stellen und das musste er sich nicht geben. Das brauchte er nun wirklich nicht.

Seine Freundin gab sich geschlagen und am nächsten Morgen schickten sie dann ihre Wahlbögen gemeinsam auf den Weg. Die meisten UTZ Fächer hatten sie gemeinsam belegt. Hermine hatte außerdem noch Kräuterkunde genommen und anstelle von Animagi und Stablose Magie, Ritualmagie und Heilmagie. Ron konnte keine Zaubertränke wählen, nahm aber auch Kräuterkunde und Heilmagie. Der Rest glich Harrys Wahl. Der hatte so seine Vermutung warum Ron auf einmal an Hermines Interessensgebieten teilnahm, sagte aber nichts. Immerhin hatte er selbst auch ein sehr großes Geheimnis vor den beiden.

Hermine und Ron, verstanden sich auf anhieb mit den Kindern und Müttern. Abends half Hermine meist den Frauen in der Küche während Ron mit den Kindern spielte. Hier war er der große Bruder und die Rolle schien ihm zu gefallen. Harry kümmerte sich speziel um Lisa. Die Kleine litt unter Alpträumen und Harry war für sie scheinbar zu einer Bezugsperson geworden. Er beschäftigte sich oft mit ihr.

Außerdem trainierten sie sehr viel, was aber auch richtig Spaß machte. Sie konnten sich nun gegenseitig verfluchen und einen richtigen Kampf mit mehreren Gegnern nachstellen. Mal drei gegen einen, oder zwei gegen zwei. Allerdings wagten die beiden sich nicht ernsthaft Remus oder Harry anzugreifen. In dem Werwolf sahen sie immer noch einen Lehrer und Harry war ihr Freund, auch wenn beide ihnen hundert mal sagten, dass es in Ordnung wäre. Somit war Remus der einzige richtige Duellpartner den Harry hatte. Auch wenn er jedes Mal ein schlechtes Gewissen hatte wenn ein Schocker oder Lähmfluch sein Ziel traf. Das apparieren erklärte Remus ihnen auch und begann schon Mal mit ein paar Vorübungen. Bei Animagi war das unmöglich, da er nie dabei gewesen war und Stablose Magie beherrschte Remus nur in den Grundzügen.

Harry konnte oft den Abend nicht erwarten um Remus endlich wider in den Arm zu nehmen. Zwar gab es auch im Tagesverlauf die ein oder andere unauffällige und zärtliche Berührung aber das war schon alles. Richtig gemütlich wurde es erst wenn sie allein waren. Schmusen, kuscheln und den andere mit Küssen verwöhnen gehörte zu ihrem täglichen Abendprogramm. Weiter waren sie allerdings noch nicht gegangen. Nicht weil Harry es nicht wollte. Der wusste nicht wie er den Anfang machen sollte und Remus hatte es bisher einfach noch nicht getan. Aber Harry wollte es irgendwie noch ändern, ehe es für ihn zurück zu Schule ging.


Es war später Nachmittag. Harry saß hinterm Haus im Sandkasten und versuchte grade vergeblich eine Sandburg zu bauen, zusammen mit Lisa. „Und ich weiß nicht mal einen Spruch damit die Burg endlich stehen bleibt", seufzte er.

„Versuchen wir doch mal Constuckta Hogwarts!" sagte eine milde Stimme hinter ihnen. Harry sah sich kurz um und entdeckte Dumbledore, wurde aber von Lisa sofort wieder abgelenkt. „Harry, guck mal!" rief sie. Gebannt bewunderte Harry wie aus dem unförmigen Sandhügel sie sich eine Burg aufbaute die dem Ebenbild des Schulschlosses darstellte. Harry fiel beinahe die Kinnlade runter. „Ist das Hogwarts?" fragte Lisa.

Harry nickte. „Ja. Genau so sieht Hogwarts aus. Und der Zauberer hinter mir ist unser Schuleiter, Professor Dumbledore." Lisa begrüßte den Mann höflich.

Dumbledore kniete sich lächelnd zu dem Mädchen. „Ich müsste Harry für ne kleine Weile entführen, ist das O.K.?" fragte er. Das Mädchen nickte nur. Harry verabschiedete sich mit einem Kuss auf die Wange von ihr und folgte seinem Schulleiter. „Ordenssitzung. Ich dachte ihr wärt gern dabei." „Sicher", meinte Harry begeistert und sah Remus an, der mit Ron und Hermine aus dem Wohnzimmer kam. Er war blass und sah müde aus da heute Nacht Vollmond war. „Schaffst du es oder soll ich die Kinder mitnehmen?" fragte Dumbledore. „Eh... Wenn du einen noch mitnehmen könntest?" meinte er matt. Harry musste sich ernsthaft zusammennehmen um nicht sofort zu sagen er würde mit Remus mitgehen.

Hermine trat schüchtern an die Seite des Schulleiters und Sekunden später standen sie dann hinter dem Bauzaun neben dem Grimauldplatz. „Remus", hörte Harry Ron hinter sich sagen. „Geht schon. Albus ich fürchte einer muss mich zurück begleiten", sagte der Mann leise. „Kein Problem", lächelte der Schulleiter und ging voraus. Harry trat unauffällig ein paar Schritte auf Remus zu, während Ron und Hermine Dumbledore folgten. „Geh schon ins Haus Harry. Es ist hier zu gefährlich", meinte Remus der sich gegen die Wand lehnte.

„Du weißt wie egal mir das ist, wenn es dir schlecht geht. Komm. Ich geh nur mit dir." Der Werwolf rang sich ein verschmitztes Grinsen ab. „Ich weiß warum ich dich so verdammt gern habe." „Wie? Nur gern haben?" fragte Harry gespielt entsetzt, was Remus zum Lachen brachte. „Na komm schon du Lausebengel." Dumbledore hatte an der Tür auf sie gewartet und sah sie schmunzelte an.

Harry überkam der Verdacht, dass er genau gehört hatte, was sie gesagt hatten, verwarf das aber gleich wieder. Sie hatten dafür viel zu leise gesprochen und außerdem nichts Verfängliches gesagt. Am Tisch saßen Tonks, Moody, Arthur, Molly, Fred, George, Bill, Charly, McGonagall und drei Männer die Harry nicht kannte.

„So, da wir nun alle Vollzählig sind möchte ich gleich zu Beginn eine kleine Änderung klären. Im Vergangenen Jahr sind wir so verfahren den Kindern, also Harry und seine Freunde und auch den Geschwistern von Ron, nichts über unsere Arbeit zu erzählen. Leider hat das zu einem tragischen Ende geführt das keiner von uns je gewollt hat und ich am Meisten bedauere."

Für einen Moment schwiegen alle. Harry war klar das Sirius Tod gemeint war. „Diesen Umstand möchte ich ändern. Dazu ist allerdings eine kleine Offenbarungen nötig." Harry spürte den Blick seines Schulleiters auf sich, wusste aber nicht, was damit gemeint sein sollte.

„Bis auf Ron, Hermine, Fred und George kennen alle den Inhalt der Prophezeiung, genau so weit, wie ihn auch Voldemort kennt." Harry sah entsetzt auf. Ebenso Ron und Hermine, die vorsichtig die Hand hob. „Ja?" fragte Dumbledore. „Das... das heißt, sie... sie kennen sie?" „Ja. Ich bin neben Harry der Einzige der den genauen Wortlaut kennt." „Aber sie ist doch zerstört. Neville hat sie fallen lassen und sie ist zerbrochen", meinte Ron. Harry seufzte. Er hatte bisher noch kein Wort über die Prophezeiung verloren. Eigentlich hätten seine Freunde nicht mal wissen können, dass sie zerbrochen war. Neville selbst musste es ihnen erzählt haben.

„Nun, es ist so, dass ich damals Zeuge dieser Prophezeiung war. Daher kenne ich selbstverständlich ihren genauen Inhalt", erklärte Dumbledore. Harry sah wie Hermine noch etwas sagen wollte, sich dann aber zurückhielt.

„Harry. Ich denke es ist von Vorteil wenn deine Freunde und auch Fred und George die ersten Zeilen der Prophezeiung auch erfahren. Denn ich beabsichtige euch ab sofort öfter an den Sitzungen teilhaben zu lassen und wenn dann mal das ein oder andere Detail davon fällt gibt es keine großen Fragen." „Sicher", antwortete Harry. „Möchtest du?" Er nickte und augenblicklich ruhten die Blicke der Zwillinge und die seiner Freunde auf ihm. „Im Grunde sagt die Prophezeiung aus, das ich derjenige bin, der als einziger in der Lage ist Voldemort zu besiegen."