Hallo!
Ja heute geht endlich weiter. Ein ganz dickes Dankeschön geht an Kekoa, die einzige Reviewerin zum letzten Chap. Freut mich das die stroy dir gefällt und ich heiße dich herzlich willkommen in unserer Runde.
Aber mal ehrlich, das ist doch nicht euer ernst, oder? Nur ein Review? (ganz traurig schau)
Ich hoffe doch es werden wider mehr (Zwinker)
Für alle MoonyFans habich eine gute Nachricht. Er ist heute wieder dabei. Also, reviewd fleißig dann beeil ich mich. (mit dem Zaunpfahl wink!)
Und nun viel Spaß (Teller mit Keksen hinstell und Tee ausschenk)
Rettung (aus) der Zukunft
Kapitel 11
Er schaffte es grade noch gleichzeitig mit Flittwick den Klassenraum zu erreichen. „Wo warst du?" fragte Hermine leise, doch Harry nickte nur in Richtung des Lehrers der grade mit dem Unterricht begann. „Wir werden heute ein letztes Mal den Teleportationszauber üben. In der nächsten Woche beginnen wir dann mit den ersten Apparationsübungen", erklärte er und die Klasse begann aufgeregt zu murmeln. „Also strengen sie sich an. Sie müssen diesen Zauber perfekt beherrschen."
Alle machten sich daran, die Federn die sie bekommen hatten, verschwinden und an anderer Stelle wieder erscheinen zu lassen. „Nun sag schon, wo warst du so lang, Harry?" fragte nun auch Ron. Harry schilderte kurz was in der Tränkestunde und vor allem danach passiert war.
„Die scheint ja echt in dich verknallt zu sein", schmunzelte Ron, was Hermine allerdings den Kopf schütteln ließ. „Glaub ich nicht. Da steckt was anderes dahinter", meinte Hermine nachdenklich. „Und wie kommst du da drauf?" hackte und der Rothaarige nach. Auch Harry war darauf gespannt, was ihre Freundin dazu zu sagen hatte. „Sie hängt doch nur mir Saphira und diesem John rum. Wenn sie wirklich in Harry verknallt wäre, dann würde sie doch zumindest versuchen mit ihm zu reden. Oder in seiner Nähe zu bleiben", erklärte diese leicht genervt. „Aber was kann es denn sein. Denn sie hat Malfoy ganz schön eine reingehauen. Nicht das mich das stört, nur würde ich gern wissen warum?" meinte Harry nachdenklich. Er konnte sich das nicht erklären, aber verliebt war Linnéa sicher nicht in ihn.
Hermine seufzte nur. „Wenn ich das wüsste." „Dann müssen wir sie halt im Auge behalten", meinte Ron. „Du weißt was Dumbledore gesagt hat. Wir sollen uns nicht in Gefahr bringen. Und Harry erst recht nicht. Was, wenn sie mit Todessern in Kontakt stehen? Wir wissen nichts über sie. Und ich finde ihre Story echt seltsam", erklärte Hermine nachdrücklich. „Sie hat Recht, Ron. Ich habe Remus versprochen keine Dummheiten zu machen. Wir bilden uns das sicher nur ein. Es steckt garantiert etwas ganz harmloses dahinter. Immerhin hat Malfoy ihr eine Affäre mit mir angedichtet. Lasst uns über was anderes reden. Zum Beispiel was Hermine heute Morgen so dringend nachschlagen musste?" Harry sah seine Freundin dabei erwartungsvoll an.
„Wegen dem Nachrichtenproblem. Wir könnten es genau so machen wie Saphira und ihre Freunde. Der Teleportationspruch. Nichts anderes ist es. Ich hab nur nachgesehen ob es einen Spruch gibt, mit dem wir ein Stück Pergament dazu bringen können auf sich aufmerksam zu machen", erklärte seine Freundin. „Und?" fragte Ron neugierig.
Hermine lächelte und zog ein Stück Pergament hervor. „Es ist ein Weckzauber. Man sagt rusero und nennt dann die Zeit", erklärte sie. „Hast du es schon mal versucht?" fragte Harry. Er konnte sich das einfach nicht vorstellen, dass es so leicht sein sollte. Es war zu einfach um wahr zu sein. „Nein. Noch nicht. Wir machen das heute Abend, dachte ich", sagte sie.
„Gut. Im Raum der Wünsche. Ich sollte Dumbledore endlich mal fragen, ob wir einen eigenen Raum bekommen können", meinte Harry. Er war irgendwie noch nicht dazu gekommen. Außerdem hatte der Schulleiter mit den Anschlägen auf den Minister wahrscheinlich eine Menge zu tun und Harry wollte ihn nicht mit unwichtigen Dingen belästigen.
„Was hattest du eigentlich heute Abend vor? Lernen wir wieder einen neuen Zauber?" fragte Ron. Sein Freund war neuerdings ganz begierig darauf Flüche zu lernen. Warum wusste Harry allerdings auch nicht. „Nein. Keine neuen Sachen. Wir werden die anderen üben und Duelle trainieren. Wie mit Remus auch", erklärte der Schwarzhaarige. „Ist auch besser so. Was nützen uns Dutzend Flüche wenn wir sie ungeschickt benutzen", pflichtete ihm Hermine bei.
Als die drei dann zum Mittagessen die Halle betraten war schon eine Menge los. Alles tuschelte und Harry spürte sofort die Blicke auf sich ruhen. Innerlich seufzte er auf. Das Getuschel und die Blicke auf ihn konnten nur bedeuten, dass es mal wieder Gerüchte gab. Tief durchatmend setzte Harry sich an den Tisch und tat sich Kartoffelpüree und Möhren auf. Die Gryffindors in seiner Nähe sagten kein Wort, sondern beobachteten ihn nur oder sahen sich, wenn sie mit dem Rücken zu den anderen Tischen saßen immer mal wieder um.
Als Linnéa dann mit ihren Freunden die Halle betrat schwoll der Lärm für einen Moment wieder an. Das Mädchen schien es entweder nicht zu bemerken, oder sich nicht daran zu stören, da sie keinerlei Reaktion zeigte. Ohne weiter auf die Ravenclaw zu achten aß Harry weiter. Er ahnte ja was los war und es war ihm egal. Schließlich war es nicht schlecht wenn alle dachten, er hätte eine Freundin in einem anderen Haus. Umso weniger liefen er und Remus Gefahr aufzufliegen.
Am Nachmittag probierten die drei im Raum der Wünsche den Zauber aus. Hermine schaffte ihn auf anhieb, was Harry aber kein bisschen wunderte. Ron brauchte etwas bis er ihn konnte und Harry lernte ihn auch gleich mit. Schließlich wusste man ja nie, wozu man so was mal gebrauchen konnte.
Das D.A. Treffen am Abend war dann etwas anstrengend. Keiner der Flüche war wirklich gefährlich, aber es gab schon einige Schrammen und Blessuren. Aber am Ende der zwei Stunden war keiner wirklich schwer verletzt worden. „Ich denke das machen wir nächste Woche noch mal", verabschiedete er die Gruppe und ließ sich in einen Kissenstapel fallen. „Lehrer sein ist anstrengend", seufzte er und legte den Kopf in den Nacken. „Du siehst auch richtig abgespannt aus. Wann kommt Remus eigentlich wieder?" meinte Hermine. Harry setzte sich ruckartig auf. „Gut dass du mich daran erinnerst. Donnerstag. Ich geh gleich nach dem Training zu ihm. Wenn einer fragt, Ron, ich hab dich allein vorgeschickt." Der Rotschopf nickte lächelnd. „Wie lang willst du das eigentlich geheim halten?" fragte der dann.
Harry zuckte nur mit den Schultern. „Weiß nicht. Sicher noch eine ganze Weile. Hogwarts wird sicher eh nicht drauf kommen, wem mein Herz gehört. Und solange Hagrid auch still ist, wird es nicht mal jemand erfahren, dass es kein Mädchen ist", meinte Harry und stemmte sich hoch. „Ich geh ins Bett. Für Morgen warten noch eine Menge Hausaufgaben auf mich." Ron und Hermine verabschiedeten ihn nur. Sie wollten später nachkommen und Harry konnte sich schon denken was die beiden allein, in einem Raum der ihnen alles gab was sie sich wünschten, machen würden. Dabei überkam ihn ein interessanter Gedanke. Remus musste ihn demnächst mal offiziell besuchen. Da war ja noch die Sache mit dem Vertrauensschülerbad offen. Und wenn er das Passwort nicht bekam, konnten sie immer noch den Raum der Wünsche nehmen.
Geistig rieb Harry sich die Hände und musste sich zusammennehmen nicht leise loszulachen, da ihm grade ein paar jüngere Hufflepuffmädchen entgegen kamen. Die fingen auch gleich an zu tuscheln, was Harry aber nur den Kopf schütteln ließ.
Am Wochenende wurde es noch mal richtig warm und so beschlossen Harry, Ron und Hermine ihre noch ausstehenden Hausaufgaben mit an den See zu nehmen um die letzten schönen Tage noch einmal genießen zu können. Am Sonntagmorgen war Harry sich dann sicher, dass mittlerweile ganz Hogwarts glaubte Linnéa sei seine Freundin. Irgendwie musste er Malfoy dafür dankbar sein. Denn so konnte er schließlich sagen, dass er bei ihr geschlafen hatte, wenn einer seiner Hauskameraden danach fragte. Es stand nur die Frage im Raum, ob sie da mitspielte. Am Montag wurde es in Animagi zum ersten Mal aufregend.
„Wir haben uns nun eine Weile mit der Transformation von Tieren untereinander beschäftigt. Sie alle beherrschen diesen Zauber mehr oder weniger gut, aber das wird sich mit der Zeit noch ergeben, wenn wir dann zu ihrer eigenen Verwandlung kommen. Heute werde ich erst einmal jeden einzelnen von ihnen mit einem speziellen Zauber belegen. Dieser wird ihnen ihr „animalisches Ich" zeigen und damit ihre Animagigestalt offenbaren mit der sie sich dann in nächster Zeit näher befassen werden. Sie kommen bitte nacheinander in den Nebenraum und hier will ich keinen Mucks hören. Mr. Potter, sie sind der erste", erklärte McGonagall.
Harry nickte und grinste Ron noch einmal an, der ihm noch einen Klaps auf den Rücken gab um ihm viel Glück zu wünschen. Still und heimlich hatten die beiden schon überlegt welche Tiere sie wohl werden würden und was ihre Wunschtiere waren. Harry hoffte auf irgendwas was in die Richtung ging, das sein Vater geworden war. Ron dagegen etwas wollte Stolzes werden. Ein Löwe oder etwas Ähnliches.
Der Nebenraum war viel kleiner und hier standen eine Unmenge leerer Käfige herum. Harry nahm auf einem kleinen Stuhl Platz und wartete gespannt darauf was nun passierte. Er war furchtbar nervös. Er konnte sich nicht daran erinnern wann er das letzte Mal so aufgeregt gewesen war.
„Entspannen sie sich und schließen sie die Augen. Wenn ich den Zauber gesprochen habe werden sie etwas sehen. Egal wie lächerlich es ist, beschreiben sie es", bat die Lehrerin und Harry nickte ergeben. Etwas anderes blieb ihm ja auch nicht übrig.
Er hörte wie seine Lehrerin etwas murmelte und vor seinen Augen tauchte tatsächlich ein Bild auf. Erst war alles verschwommen und dunkel. Er dauerte etwas bis sich das Bild klärte und er etwas erkennen konnte. Es war ein kleiner Schock.
„Da sind Bäume. Die sind riesig und ich… bin irgendwie geschrumpft", meinte Harry leise. „Erzählen sie einfach. Dafür wird sich sicher die Erklärung finden", meinte McGonagall.
„Gut. Es sieht aus wie ein Wald aber… Ich habe noch nie so einen Wald gesehen. Es könnte ein Urwald sein. Es gibt auch Blumen die ich nicht kenne. Und eine Menge Geräusche. Vögel sind dabei und ich glaube auch Affen. Und es riecht alles so seltsam. Ich kenn' das alles gar nicht. Da ist ein süßlicher Geruch dabei und etwas das mich treibt. Mich in eine Richtung zieht.
Ich laufe umher und folgte diesem Drang. Es ist ein seltsames Gefühl. Irgendwie bin ich nicht wirklich ich selbst. Ich fühl mich irgendwie anders. Ich bin mir sicher das ich auf vier Beinen gehe. Da kommt eine Lichtung mit einem Wasserloch. Es ist das Wasser was ich rieche." Harry zuckte zusammen.
„Was sehen sie?" fragte seine Lehrerin. „Das bin nicht ich in dem Spiegelbild, es ist ein Tiger, aber... er hat kein oranges Fell, Es ist Weiß mit schwarzen streifen. Und er hat...auf der Stirn... das schwarze Fell hat die Form... eines Blitzes."
Die Lehrerin schwieg und lächelte, was Harry aber nicht sehen konnte. Dann hörte er wie sie den Zauber beendete und das Bild verschwand. „Das war's?" fragte er etwas ungläubig. „Ja. Ein weißer Tiger. James wäre sicher stolz auf sie. Schicken sie mir bitte Mr. Weasley rein."
Harry nickte ihr zu und rief seinen Freund. „Keine Panik. Halb so wild", flüsterte er ihm zu und versuchte sich auszumalen wie sein Pate darauf reagiert hätte. Ein weißer Tiger. Das würden interessante Vollmondnächte werden. Ein Tiger und ein Werwolf die den Wald unsicher machten. Harry musste unweigerlich schmunzeln. Nachdem dann alle dran waren, Rons animalische Seele war ein Adler, sah sich die Lehrerin um.
„Jeder von ihnen kennt nun seine animalische Seele. Wir werden uns nun in den nächsten Wochen mit ein wenig Meditation beschäftigen, damit sie sich mit ihr beschäftigen können. Sie sollen sie kennen lernen, sie beobachten, sie studieren. Das ist wichtig für die spätere Verwandlung. Sie müssten mit dem Tier eins werden können, ohne dabei die Kontrolle über die Instinkte zu verlieren, sonst könnte das tödlich enden, für sie oder für jemanden der auf sie trifft. Vor allem bei denen unter ihnen die Raubtiere werden. Das war's für heute. Seien sie zur nächsten Stunde ausgeruht. Umso leichter wird es ihnen fallen. Sie dürfen gehen."
Harry und Ron hatten nun eine Freistunde und gingen runter an den See. Von dort aus konnten sie zufällig die dritte Klasse beobachten, die nun Pflege magischer Geschöpfe hatte. Nach den Geräuschen zu urteilen die der Wind zu ihnen rüber wehte, hatte Hagrid mal wieder irgendwas Ekeliges besorgt. „Gut das wir jetzt nicht dazwischen sind", meinte Ron schadenfroh. „Hätte ich auch keine Lust drauf", gestand Harry und ließ seinen Blick über den Waldrand gleiten. An einer Stelle entdeckte er Saphira, Linnéa und John, die scheinbar etwas beobachteten und sich lebhaft unterhielten. „Unterhält sich mit einem Slytherin", murrte Ron nachdenklich. Harry wollte grade etwas erwiedern, wurde aber durch einen Aufschrei aus Richtung der Pflegeklasse abgelenkt. Die Tiere, oder was auch immer Hagrid da angeschafft hatte, schienen Ärger zu machen. Was genau los war, konnte er aber nicht ausmachen. Als er zurück zum Waldrand sah, waren die drei Freunde verschwunden. „Sind sie in den Wald?" fragte Ron und klang dabei verängstigt. Harry zuckte nur mit den Schultern. Gleiches hatte er auch grade gedacht da sie auch in der Nähe nirgends zu sehen waren.
„Komm. Wir müssen", meinte Harry und lief zusammen mit seinem Freund zurück zum Schloss in den Unterricht. Stablose Magie verlief aber nichts anders als sonst auch. Harry schaffte es einfach nicht das Bauklötzchen vor sich schweben zu lassen. Das erinnerte aber dann an den näher rückenden Mittwoch. Und an seine erste Stunde bei Scott.
Was sollte er machen, wenn der Lehrer das mit Sirius herausfand? Sollte er ihm die Wahrheit sagen? Wie würde der Lehrer darauf reagieren, dass Harry ihn belogen hatte? Gut belogen hatte er ihn nur in der Hinsicht dass er nicht wusste wo Sirius war. Und damit hatte er sich ja nur selbst geschützt, da sein Pate nach wie vor ein geflohener Verbrecher war, den so was wie die Todesstrafe erwartete, wenn man ihn fand. Und Harry hatte ihm zur Flucht verholfen und zwei Jahre lang gedeckt.
Der Dienstag verflog nur so und Harry hatte das Gefühl grade erst aufgestanden zu sein, als er sich schon wieder hinlegte. Und der Mittwoch war nicht viel besser. Nur das seine Nervosität zunahm und seine Angst das Scott zu viel erfuhr. Vielleicht bekam er ihn dazu, nicht gleich mit der Okklumentik anzufangen.
Pünktlich um acht klopfte er, mit klopfendem Herzen, an die Bürotür seines Lehrers, der ihn auch gleich herein bat. „Magst du Tee?" fragte Scott ihn. Harry war etwas überrascht von dieser Frage nickte aber. Teetrinken? Was wurde denn das jetzt. „Ich habe mir überlegt, wir versuchen erst mal dein Potential zu finden. Für die Okklumantik kennen wir uns nicht gut genug und dazu braucht man ein gewisses Niveau an vertrauen. Sonst verkrampft man zu sehr und dann wird das nichts." Harry nickte erleichtert. Er konnte sich seine Überredungsversuche also sparen. Und das mit dem Vertrauen war vielleicht auch die Erklärung warum es mit Snape nie wirklich geklappt hatte. Er hatte diesem Menschen nie wirklich vertraut und auch das Gespräch in den Ferien hatte nicht sehr viel daran geändert. Snape selbst hatte es mit seiner Aktion bei der ersten Okklumantikstunde in diesem Jahr zerstört .
„Dein Potential zu finden, wird eine nicht leichte Aufgabe werden. Das wichtigste ist das du nicht aufgeben darfst. Du musst fest an dich glauben", riss ihn der Lehrer aus seinen Gedanken. „Gut. was genau muss ich tun?" fragte Harry. Er hatte es so gewollt und es war eine Chance. Er würde endlich ohne Babysitter auskommen können.
„Wir machen erst mal ein paar Entspannungsübungen und dann geht es weiter mit einer Art Meditation. Sie ist übrigens der, die Professor McGonagall am Freitag mit euch machen will gar nicht unähnlich. Es hilft dir also auch bei deinem Vorhaben ein Animagus zu werden." Harry nickte nur und dann bat Scott ihn, sich auf den Boden zu setzen.
Sie verbrachten den ganzen Abend dort und Harry war überrascht wie schnell die Zeit doch verging. Er glaubte grade erst eine halbe Stunde bei dem Lehrer zu sein, als der ihn in seinen Turm schickte dass es bereits nach elf war. Er gab ihm auch noch einen Zettel mit, falls ihn irgendwer erwischen sollte, damit er keinen Ärger bekam.
Das Quidditchtraining am Donnerstagabend war hart. Katie nahm sie ran wie noch nie. Dabei war ihr erstes Spiel gegen Hufflepuff. Die spielten in der gleichen Aufstellung wie auch im vergangenen Jahr, dennoch gab es eine Vorbereitung als würden sie gegen die Bulgarische Nationalmannschaft antreten. Harry war fix und fertig als er um halb zehn duschen ging. Wehmütig hatte er dem Mond zugesehen wie er vor fünfzehn Minuten aufgegangen war und es bedauert, nicht bei Remus sein zu können. Er glaubte sogar kurz das Aufheulen eines Werwolfs gehört zu haben, was aber eigentlich unmöglich war. Die Heulende Hütte lag dafür zu weit weg. Remus hatte ihm kurz vor Beginn des Trainings Bescheid gegeben, dass er dort auf ihn warten würde.
In der Dusche wartete Harry bis alle weg waren, was für ihn unendlich lang schien. Schnell schlich er sich mit übergeworfenem Tarnumhang raus in die Hütte wo er vorsichtig die Tür zum Schlafzimmer aufschob. „Ich bin es Remus", flüsterte um nicht die Bekanntschaft mit einem ausgewachsenen Werwolf zu machen der die Zähne fletschte. Ihm war schon ein klein wenig mulmig zu mute.
Remus sprang grade vom Bett als Harry die Tür ganz öffnete. „Na?" fragte Harry und streckte die Hand aus um den näherkommenden Werwolf zu kraulen. Der aber schien etwas anderes zu wollen. Er sprang an Harry hoch und leckte ihm durchs Gesicht. Der hatte Mühe auf den Beinen zu bleiben, da Remus beide Vorderpfoten auf seinen Schultern liegen hatte und damit auch einen Großteil dessen Gewichtes.
„Ist ja gut. Sorry das ich nicht eher hier sein konnte. Katie hat uns gescheucht als würden wir gegen sonst wen spielen und dann konnten die anderen nicht genug vom Duschen bekommen", schmunzelte Harry und krauelte dem Tier liebevoll den Nacken. Remus ließ schließlich von ihm ab und zerrte ihn vorsichtig an seinem Umhang zum Bett. „Ich weiß ja was du möchtest. Ich komm auch so mit", meinte Harry kichernd und legte seinen Umhang ab und krabbelte dann zu Remus ins Bett, wo sie sich eng aneinander kuschelten und schnell einschliefen.
Ein feuchter Kuss weckte Harry am nächsten Morgen. Zuerst wunderte sich er darüber, doch schnell wurde ihm klar wer ihn geweckt hatte. Der Mond war noch nicht untergegangen und so lag Remus noch in Werwolfsgestalt neben ihm. Der sah ihn mit einem so treuen Blick an, dass es Harry in der Seele wehtat seinen Freund allein lassen zu müssen, wusste er doch das es Remus nicht besonders gut ging, wenn der Mond hinter dem Horizont versank. Aber es nützte nichts. Er musste zum Unterricht. Auch wenn sie ihre Beziehung öffentlich machen würden und Remus ihn auf dem Schloss besuchte, er würde so oder so pünktlich in den Unterricht müssen.
Ein zweiter Schlecker über die Wange ließ ihn leise kichern. „Ich bin wach." Sich den Schlafsand aus den Augen reibend, setzte er sich auf und schnappte sich seine Brille vom Nachttisch und sah dann seinen Freund an, der ihn mit einem treuen Hundeblick beobachtete. „Am liebsten würde ich hier bleiben", seufzte er und befreite sich aus der Decke, von der er nicht mal wusste wie er unter sie gekommen war. Er hatte sie sich nämlich nicht übergelegt.
„Ich schick in der ersten Pause etwas zu essen. Und bin dann gleich nach Animagi bei dir, okay?" fragte Harry seinen Freund zärtlich kraulend. Der Wolf nickte und kuschelte sich in Harrys Hand. „Ich hab dich auch lieb", flüsterte Harry ihm ins Ohr und gab ihm dann noch mal einen Kuss ins Nackenfell um sich für den Moment zu verabschieden.
Absichtlich wählte er einen Rückweg der ihn permanent am Wandrand entlang führte. Er wollte sich schon mal an die längere Strecke gewöhnen, denn spätestens wenn die Ländereien unter einem weißen Flaum aus Schnee begraben sein würden, würde man seine Fußspuren sehen können und dann nütze auch der Tarnumhang nichts mehr. Und er sah es absolut nicht ein, im Winter auf die Treffen mit Remus zu verzichten. „Wir brauchen aber auf jeden Fall ein rauchfreies Feuer, sonst holen wir uns in der Hütte den Tod", sagte Harry leise zu sich selbst. Er würde Remus nachher darauf ansprechen. Auch ein paar warme Decken könnten sicher nicht schaden.
Ein plötzliches knacken aus dem Dunkel des Waldes riss ihn aus seinen Gedanken. Es war vollkommen Windstill, ausnahmsweise, dass konnte es also nicht gewesen sein. Aber ein Tier? Sicher lebten welche am Waldrand, aber die hatten mehr Angst vor dem Menschen, wie er vor ihnen und auch trotz des Tarnumhangs witterten sie ihn.
Harry starrte gebannt in den Wald, aber es war fast unmöglich etwas zu erkennen. Der Mond war auf der anderen Seite des Waldes und das dichte Blätterdach für sein Licht vollkommen undurchdringlich.
Er kniff die Augen etwas zusammen, in der Hoffnung mehr zu erkennen, vergebens. Aber da war es wieder. Äste zerbrachen. Eindeutig war da jemand oder etwas. Harrys Herzschlag beschleunigte sich, ungewollt. Fest umklammerte er seinen Zauberstab in seinem Umhang. Bereit sich zu verteidigen, was immer da auch war.
Dann fiel ihm ein was der Schulleiter zu Beginn des Jahres gesagt hatte. „Wenn ihr etwas Verdächtiges bemerkt, oder euch etwas seltsam vorkommt, wendet euch an einen der Vertrauensschüler, Schulsprecher oder Lehrer. Sollte keiner in der Nähe sein, an einen älteren Schüler. Aber bitte, geht auf keinen Fall selbst der Sache nach."
Toll wem sollte er um halb sechs Morgens bitte bescheid geben? Und wie sollte er erklären was er um diese Uhrzeit, mit seinem Tarnumhang draußen verloren hatte? Aber genau genommen war er doch einer der älteren Schüler. Immerhin ging er in die sechste Klasse. Und er war ein Gryffindor. Aber der Schulleiter hatte besonders ihn angesehen bei diesem Satz.
Harry horchte auf. Das Geräusch von brechenden Ästen kam näher und er konnte nicht verhindern, dass ihm ein kalter Schauer über den Rücken lief. Unwillkürlich wich er ein paar Schritte zurück, immer noch verzweifelt versuchend etwas zu erkennen. Und dann sah er es.
Zwei leuchtend gelbe Augen starten ihn an. Sie waren so plötzlich aufgetaucht, dass Harry unter einem Aufschrei weiter zurück wich und dabei auf seinen Tarnumhang trat. Er geriet ins stolpern und landete unsanft im feuchten Gras.
Er brauchte einen Moment um sich von diesem Schock zu erholen. „Verdammt. Remus. Musst du mich so erschrecken?" fauchte Harry dann und stand auf. Er kannte diese Augen. Sie waren die eines Werwolfs. „Warum schleichst du mir eigentlich nach? Nicht das ich was dagegen hätte, aber du hättest doch gleich mitkommen können", sagte er dann ruhiger und hob seinen Tarnumhang auf. Dabei drehte er sich für einen Moment um und als er wieder zurück sah verschlug es ihm erneut die Sprache.
Es war nicht Remus der da vor ihm stand, es war ein Pechschwarzer Werwolf. „Du?" fragte Harry verwundert. „Was machst du hier?" Der Werwolf rührte sich aber nicht, sondern starrte ihn nur an. Harry wurde etwas mulmig und sah kurz Richtung Schloss und wieder zurück zu dem Wolf. Er würde es niemals bis zum Portal schaffen. Wenn der Wolf ihn angreifen wollte, würde er ihn bekommen. Dafür war das Tier einfach zu schnell.
Die beiden, Mensch und Tier starrten sich eine Weile an und Harry hatte für eine Sekunde den Eindruck der Wolf würde ihn anlächeln. Dann setzte sich das Tier in Bewegung und trat auf ihn zu. Ganz langsam und mit gesenktem Kopf. Es erinnerte ihn an Remus Verhalten im Sicheren Haus, Lisa und Hermine gegenüber. „Du tust mir nichts, oder?" fragte er und streckte ihm vorsichtig die Hand entgegen. Die Antwort bekam er in der Form, dass der Werwolf seinen Kopf in Harrys Hand schmiegte. Das Fell war so samtweich und flauschig wie das von Remus und Harry begann vorsichtig diesem fremden Wolf im Nacken zu kraulen. Dem Werwolf schien das ebenso gut zu gefallen wie Remus, denn er fing an zu schnurren und legte sich vor ihm auf den Boden.
„Ihr seid wohl alle total verschmust, was?" schmunzelte Harry leise wurde dann aber wieder ernst. Es hatte sicher etwas zu bedeuten dass sein Lebensretter hier war. „Bin ich in Gefahr?" Der Wolf sah auf, doch ehe Harry eine Antwort bekam hörte man ein anderes Tier im Wald laut aufheulen und der Werwolf verschwand mit zwei langen Sätzen in der Dunkelheit des verbotenen Teils der Schlossgründe. Harry blieb noch ein paar Sekunden wie vom Donner gerührt stehen, ehe er sich seinen Umhang überwarf und hoch zum Turm schlich.
Seine Gedanken kreisten dabei um das grade erlebte. Dumbledore sollte, nein musste, unbedingt wissen, das sein Lebensretter hier war. Nur wie sollte er ihm erklären dass er um halb sechs Morgens einen Spaziergang übers Schulgelände machte? Und was war das für ein anderes Tier gewesen? Der Panther? Oder doch noch ein anderer Werwolf? Er beschloss es erst mal Remus zu sagen und dessen Meinung abzuwarten. Der wüsste sicher, wie er Dumbledore das unterjubeln konnte.
Als Harry den Schlafsaal betrat, die Fette Dame hatte ihn fast fünf Minuten gelöchert wo er um diese Uhrzeit herkam, schliefen seine Hauskameraden noch alle. So beschloss Harry sich erst mal fertig zu machen, ehe er diesen Morgen den Wecker für die anderen spielte. Er duschte erst einmal ausgiebig und nach dem Wecken wartete er im Gemeinschaftsraum auf seine Freunde.
Am Frühstückstisch, war noch nicht all zu viel los, so konnte Harry ihnen leise von seiner ungewöhnlichen Begegnung am frühen Morgen berichten. „Und du bist dir sicher, dass es genau der ist?" fragte Ron zweifelnd. „Hast du in der Dritten etwas von schwarzen Werwölfen gehört? Ich nicht. Sie werden alle Grau, in seltenen Fällen Weiß. Aber nie schwarz, schon gar nicht pechschwarz", meinte Harry leise und etwas genervt. „Entschuldige. Die Stunde war bei Snape, da hab ich nicht wirklich aufgepasst", gab Ron trotzig zurück. „Es stimmt aber", meinte Hermine und sagte dann: „Du solltest damit auf jeden Fall zu Dumbledore gehen."
„Genau! Es muss einer der Schüler sein", fügte Ron hinzu. „Glaub ich nicht. Er hat mir das Leben gerettet, vor den Todessern. Zwei mal. Er muss irgendwie in Kontakt zu ihnen stehen, oder selbst einer sein und das ist kein Schüler. Selbst die Slytherins nicht. Und von denen würde mir keiner das Leben retten", erklärte Harry. Er hatte schon darüber nachgedacht, aber das es einer von ihnen war, war unwahrscheinlich, wenn nicht sogar unmöglich. „Wir wissen es nicht. Harry, geh damit zu Dumbledore", beschwor ihn seine Freundin.
„Hast du auch eine Idee, wie ich ihm erklärten soll, dass ich um halb sechs morgens am Waldrand spazieren war? Man kann Dumbledore nicht belügen. Er merkt das irgendwie. Ich würde auffliegen und das kommt auf keinen Fall in Frage. Ich erzähle es Remus nachher. Das muss erst mal reichen", erklärte Harry streng. Egal was seine Freundin sagen würde, er würde damit nicht zum Schulleiter gehen. Es sei denn Remus riet ihm auch dazu. Dann aber auch nur mit einer verdammt guten Ausrede.
Die Zaubertrankstunde wollte heute einfach nicht enden. Warum auch. Er hatte ja sonst nichts zu tun, als in den modrigen Kerkern zu sitzen und einen stinkenden Trank zu brauen. So ein Mist aber auch. „Ich muss mir von Fred und George ein paar Nasch- und Schwänzleckerein besorgen", flüsterte er stumm vor sich hin und warf die Baumschlangenhaut in den Kessel um danach drei Mal nach links umzurühren.
Harry war erleichtert als die Stunde endlich zu Ende war und sie nur noch Apparieren vor sich hatten. Er wollte nach dem Mittag kurz raus zu Remus, um ihm von seinem Erlebnis heute Morgen zu berichten und bei der Gelegenheit auch gleich eine Kleinigkeit vom Mittagstisch mitnehmen.
„So lieber Schüler. Heute fangen wir also richtig an. Wir werden das Apparieren hier aufs Klassenzimmer beschränken. Immer von einer Ecke zur anderen. Versucht euch so gut es geht zu konzentrieren, ich möchte möglichst wenige Unfälle haben. Angst, dass ihr aus dem Klassenraum raus kommt, braucht ihr nicht. Das ist unmöglich", erklärte Flittwick. Harry atmete tief durch. „Also, alles bei Seite und volle Konzentration darauf. Sonst mach ich mich zum Gespött der Klasse", flüsterte er sich selbst zu und es half. Jeder apparierte erst einmal einzeln damit sie sich nicht gegenseitig in die Quere kamen. Das punktgenaue Erscheinen war das schwerste an der ganzen Geschichte, auch für Harry. Hermine hatte den Dreh schnell rausbekommen, was ihre beiden Freunde aber nicht wirklich wunderte.
„Ich bin froh wenn wir das können", meinte Ron, beim Mittagessen. „das bringt uns hier doch eh nichts. Das Schild geht bis zum Dorfrand", erklärte Hermine kopfschüttelnd. „Aber dann haben wir Freitags nur zwei Stunden", meinte Ron grinsend. „Vergiss es. Der Kurs geht bis zum Ende des Jahres. Du musst das perfekt beherrschen. Allein und auch in Gruppen. Und die Prüfung ist eh erst im Sommer", wiedersprach Hermine, worauf Ron laut aufstöhnte. Harry hatte gar nicht richtig zugehört. Er war wieder bei dem Werwolf und der Frage ob er in Gefahr war. Er griff sich etwas von dem Obst, das es als Nachtisch gab und entschuldigte sich. Im Flur musste er ausgerechnet auf Snape treffen. „Schon fertig?" fragte der Lehrer misstrauisch. „Ja, Sir", antwortete Harry und ging die Treppe rauf. Er wollte nicht das Snape auch nur ansatzweise die Idee bekam, dass er etwas vorhatte. Erst im zweiten Stock hinter einer Biegung warf er sich seinen Tarnumhang über und schlich zurück, nach draußen und dann zur Weide. Er dankte dem Himmel das sich keiner in die Nähe dieses tödlichen Baumes wagte und nur eine Handvoll Menschen wusste, wie man ihn zum erstarren brachte.
So schnelle er konnte rannte er den Geheimgang entlang. Langsam kannte er jeden Felsvorsprung und jede Kante auswendig. Völlig außer Atem erreichte der die Hütte und schlich sich ins Schlafzimmer. Remus lag in der Decke eingerollt auf dem Bett und schien zu schlafen. Möglichst lautlos legte er seinen Umhang und die Schultasche auf dem Tisch ab und setzte sich zu ihm aufs Bett um seinen Geliebten zu beobachten. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Remus sah einfach zu niedlich aus, wie er so da lang. Das Haar total verwuschelt und ein Lächeln auf den Lippen. Er war aber etwas blass, was nach der Nacht aber normal war. Harry wusste das Remus der Schlaf gut tat und fragte sich ob seine Probleme nicht auch bis heute Abend warten konnten. Er wolle ihn ungern wecken. Sanft strich er über die glatten Wangen seines Freundes. Er konnte dem Drang den Mann zu liebkosen einfach nicht wiederstehen. Das Seufzen das nun den Lippen des Älteren entkam ließ Harry leise kichern.
„Hattest du solche Sehnsucht?" fragte Remus plötzlich. Harry zuckte leicht zusammen. „Tut mir leid. Ich wollte dich nicht wecken", flüsterte Harry und gab ihm einen leichten Kuss. Remus schlug die Augen auf und blinzelte ihn lächelnd an. „Bei der Wiedergutmachung stört mich das kein bisschen", erklärte er dann und setzte sich auf. „Na komm", bat er Harry dann und zog ihn in seine Arme. Der ließ sich darum auch kein zweites Mal bitten. Es war eben doch ein Unterschied von einem Werwolf umarmt zu werden, oder von einem Menschen. „War es nur Sehnsucht?" fragte Remus leise, ihm durchs Haar kraulend. „Wenn ich ehrlich sein soll, nein", gestand Harry leise. „Nein? Was denn dann?" meinte Remus verwundert. Harry löste sich aus der Umarmung und setzte sich wieder richtig hin.
„Ich hatte heute Morgen eine interessante Begegnung", begann er und erzählte dann von seinem Schockerlebnis. „Dass du dich da erschreckt hast, kann ich mir vorstellen", meinte Remus nachdenklich. „Ich denke Albus sollte das wissen. Nicht unbedingt wegen dem Werwolf. Da ist irgendwas im Busch. Es wäre auch ein Wunder wenn Voldemort nur den Minister ausschalten wollte. Er plant sicher irgendetwas um dich auch in die Finger zu bekommen." Harry nickte. Er hatte sich ja selbst so was gedacht. „Nur wie soll ich es Dumbledore erklärten. Vor allem das mit der Uhrzeit. Bis sechs ist Ausgangssperre. Ich hätte gar nicht draußen sein dürfen", meinte Harry. Remus nickte. „Das ist ein Problem. Aber ihr hattet gestern Training. Und da war der Mond ja auch schon aufgegangen. Geh nachher doch zu Minerva und erzähl es ihr. Du wolltest kein Aufsehen in der Halle erregen Weder beim Frühstück noch beim Mittagessen", meinte der Werwolf und grinste dann. „Und Minerva kann man einfacher belügen, als Albus. Ich spreche da aus Erfahrung."
Harry sah ihn verwundwert an. „Du? Du hast eine Lehrerin belogen?" Harry hatte Remus bisher immer für einen ruhigen Schüler gehalten. Eher so was wie Hermine, wenn auch nicht ganz so lernbegierig und Oberschlau, aber jemand der nahezu immer die Wahrheit sagte. Remus musste kichern. „Ich habe vielleicht nie groß bei den Streichen mitgemacht. Aber ich habe deinen Vater und Sirius auch nie versucht aufzuhalten und so manches Mal hab ich sie vor Strafarbeiten bewahrt. Ihnen ein Alibi gegeben sozusagen. Und Minerva konnte mir nie etwas beweisen." Harry schüttelte kichernd den Kopf. „Na, dann werde ich mein Glück auch mal versuchen. Mal sehen ob ich sie in ihrem Büro erwische", meinte er und gab seinem Geliebten noch einen Kuss.
Remus seufzte genüsslich auf. „Davon hätte ich heute Abend gerne mehr", flüsterte er Harry zu. „Einverstanden", antwortete Harry verführerisch und stand auf. Er musste los. Immerhin hatte er noch eine Lüge zu überbringen und je länger er wartete, desto schwieriger würde die Erklärung werden. „Ach, wo du grade hier bist. Iss nicht zu viel beim Abendbrot", meinte Remus dann plötzlich. Harry sah verdutzt auf. „Was hast du vor?" Remus grinste nur. „Soll eine Überraschung sein. Aber du kommst bestimmt vorher drauf. So schwer ist es nicht." Harry brauchte nicht lang zu überlegen, auch wenn er sonst miserabel im Raten war. Dieses Rätsel war einfach. Er gab Remus noch einen Kuss und krabbelte dann aus dem Bett.
„Damit du bis heute Abend nicht hungern musst. Und ruh dich schön aus. Ich hab Appetit auf einen besonderen Nachtisch", erklärte Harry spitzbübisch grinsend, und reichte ihm zwei Äpfel. Remus leckte sich genüsslich die Lippen. „Da wird die Freude gleich doppelt groß", schmunzelte er und die beiden verabschiedeten sich mit einem letzten kurzen Kuss.
Zurück im Schloss verstaute er seinen Tarnumhang in seiner Schultasche und machte sich auf den Weg zu Professor McGonagalls Büro wo er vorsichtig anklopfte. Er betete dass man ihm nicht sofort ansehen würde dass er log. „Herein!" Harry drückte langsam die Tür auf. Seine Hauslehrerin saß an ihrem Schreibtisch und schien grade Hausaufgaben zu korrigieren. „Mr. Potter, was kann ich für sie tun?" fragte die Lehrerin verwundert. „Nun… ich… ich habe gestern Abend nach dem Training noch einen kleinen Spaziergang gemacht und… ich bin einem Werwolf begegnet", begann Harry. Seine Lehrerin sah ihn entsetzt an. „Und da kommen sie erst jetzt? Ein Werwolf auf dem Schulgelände, das ist Lebensgefährlich. Bei Merlin. Er hat sie doch nicht gebissen, oder?" Harry schüttelte den Kopf und schalt sich einen Narren. Er hätte anders anfangen sollen. „Professor. Es war ein schwarzer Werwolf. Ich bin mir sicher das es der war der mir auch das Leben gerettet hat. Ich wollte beim Essen kein Aufsehen erregen", erklärte er so sachlich wie möglich. „Hoffentlich hat Remus Recht. Bitte lass ihn Recht haben, sonst sitz ich in der Tinte", flehte er stumm.
Seine Lehrerin atmete erleichtert aus. „Mr. Potter, eine alte Dame so zu erschrecken, aber nun gut. Beim nächsten Mal sagen sie aber früher Bescheid. Sie beherrschen doch den Teleportationspruch. Lassen sie uns einen Zettel zukommen, das fällt keinem auf." Harry nickte nur. „Gut. Ich werde Professor Dumbledore darüber informieren und sie passen bitte auf. Keine Alleingänge mehr!" Harry sah verdutzt auf. „Ich war nur spazieren und er stand wie aus dem nichts vor mir. Ich such doch bestimmt nicht nach einem schwarzen Werwolf auf dem Schulgelände. Ich hab ja nicht mal geahnt dass er hier ist. Ich hab mich selbst ja fast zu Tode erschrocken." „Schon gut. Beruhigen sie sich. Ich weiß ja, dass sie auf sich aufpassen. Aber falls er ihnen noch mal begegnet, verfolgen sie ihn nicht. Keiner möchte dass ihnen etwas passiert", erklärte seine Hauslehrerin ruhig. „Drei mal allein im Verbotenen Wald reicht mir. Ich setze mein Glück kein viertes Mal aufs Spiel." Seine Lehrerin sah ihn misstrauisch und fragend an.
„Er ist im Wald verschwunden nachdem ein anders Tier aufgeheult hat. Was es war weiß ich nicht genau, aber kein Werwolf", erklärte Harry notgedrungen und hoffte dass sie ihn nicht weiter auf seine zwei Illegalen Ausflüge in den Wald ansprach. Der Erste war von ihr ja quasi angeordnet worden. Die Strafarbeit im ersten Schuljahr.
„Nun gut, Mr. Potter. Sie dürfen gehen, ich werde den Schuleiter informieren." „Danke, Professor", verabschiedete Harry sich, erleichtert dass sie nichts gemerkt hatte. Im Gryffindorturm saßen Ron Und Hermine an einem Tisch über mehreren Büchern. „Hi Leute. Was gibt es?" fragte Harry und ließ sich in den Sessel fallen. „Hausaufgaben", murrte Ron. „Ja Hausaufgaben, Du bist schon einiges im Rückstand", sagte Hermine scharf was Harry leicht zum Schmunzeln brachte. „Hast du einem Lehrer Bescheid gegeben?" fragte sie dann Harry. Der brauchte einen Moment bis er begriff was sie meinte. „Ja. Ich war grade bei McGonagall. Moony meinte sie wäre die bessere Wahl." Da er da nun nicht näher drauf eingehen wollte, holte er sich seine Zauberkunstsachen aus dem Schlafsaal und machte sich auch über die Aufgaben her.
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