Hallo Liebe Leser,
wieder Samstag und damit wieder Zeit für ein neues Chap. Freut mich das euch das letzte so gut gefallen hat. Und noch mal vielen dank an alle Reveiwer.
Ich hoffe, dieses Chap gefält euch auch so gut.
Und ihr wisst ja wem davon was gehört.
Viel Spaß beim lesen, ich freu mich auf eure Meinungen.
Liebe Grüße
Eure Imo
Ihr wisst ja, das
Rettung (aus) der Zukunft
Kapitel 29
Harry riss Lisa sofort auf den Boden und zog seinen Zauberstab. „Zum Schuppen", flüsterte er ihr ins Ohr und griff die Todesser an, damit Lisa sich verstecken konnte. Dabei sah er sich kurz um, wo die anderen waren.
Draco hatte den Gartentisch umgestoßen und versteckte sich dort mit Hermine und ihrem Vater. Ihre Mutter war ins Haus zurück gewichen, von wo aus Tonks ebenfalls angriff. Ron war bei Remus. Die beiden hatten weiter vorn, hinter mehreren Büschen Deckung gesucht und Sirius kroch über dem Boden auf Harry zu der mitten auf der Wiese lag.
„Bleib weg", schrie Harry seinen Paten an und krabbelte so schnell er konnte zu Lisa. Deutlich merkte er das Stechen im Bein, die Flüssigkeit am rechten Oberschenkel und ahnte Schlimmes.
Am Schuppen nahm er sich dann einige Sekunden, um in seiner Hosentasche nachzufühlen. Mit zusammengebissenen zähnen zog er den zerbrochenen Zweiwegespiel aus der Tasche. Das Blut an seinen Händen verriet ihm, dass ihn eine der Scherben verletzt haben musste.
„Shit!" fluchte er ungehalten und sah sich um. Die Todesser kamen immer näher und sie waren auf sich gestellt.
„Du blutest", piepste Lisa panisch.
„Halb so schlimm", meinte Harry und entdeckte Sirius, der beim Gartenteich hinter einem Stein kauerte, immer noch in Hundegestalt. Das war ihre einzige Chance. Alle anderen waren zu weit weg und ihm viel der Spruch zum reparieren nicht ein. Sie brauchten aber Hilfe.
„Lisa. Schnuffel liegt da vorn, siehst du ihn?" fragte er und zog Lisa auf die Beine. Das Mädchen nickte verängstigt.
„Armer Hund."
„Wenn ich jetzt sage, rennst du zu ihm. Sag ihm der Spiegel ist kaputt und er soll dich mitnehmen. Und vor allem wegbleiben, hast du das verstanden?" erklärte er energisch.
„Aber… aber er ist… er ist nur ein Hund", meinte Lisa verwundert.
„Nein. Es ist an Animagus. Ein Mensch, der sich in ein Tier verwandeln kann. Er muss Hilfe holen."
„Aber… die… die bösen Leute", flüsterte Lisa und deutete auf einen Todesser, der sich an der Wand entlang von hinten an Draco ranpirschte.
„Hermine! Hinter euch!" brüllte Harry, da er ihn von hier aus nicht erwischen konnte. Irgendwer griff den Todesser an und Harry zog Lisa vor sich, um sie vor den Flüchen zu schützen, die ins Gartenhaus einschlugen.
Doch dann schienen diese Todesser abgelenkt zu werden, denn die Flüche ließen Nach. Lisa wimmerte verängstigt.
„Sch… Ruhig. Ich bin bei dir", flüsterte Harry.
„POTTER! PASS AUF!" dröhnte Malfoys Stimme zu ihm rüber und Harry wirbelte herum.
Er schaffte er gerade noch mit Lisa, dem Fluch aus dem Weg zu hechten und ohne zu zögern griff er den Urheber an. Doch seine Flüche nutzen nicht viel, denn der Mann war gut. Und er kam Lisa immer näher, die verängstigt in die Büsche kroch. Harry warf dem verängstigen Mädchen einen Blick zu. Er hatte ihr versprochen sie zu schützen und das würde er auch halten.
„Sectumsempra!" brüllte Harry aus einer Eingebung heraus und sah wie der Todesser zusammensackte. Sein Stab war ihm aus der Hand gefallen und Lisa kreischte entsetzt auf. Harry völlig perplex und sich absolut nicht daran erinnernd was dieser Fluch bewirkte krabbelte auf Lisa zu und entdeckte dann was er angerichtet hatte. Der Todesser blutete stark. Ein langer riss klaffe auf seiner Brust.
Reflexartig zog er Lisa an sich und drehte ihren Kopf weg von dem Mann.
„Sch… Alles Ok. Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht", flüsterte er ihr während er zu Sirius rüber sah er immer wieder versuchte zu ihnen zukommen. „Lisa", sagte Harry energisch und das Mädchen sah auf. „Du rennst jetzt rüber zu Schnuffel und sagst ihm folgendes. Der Spiegel ist kaputt und er soll nicht wieder herkommen. Hast du verstanden?" Lisa nickte Schniefend. „Gut. Du bist ein tapferes Mädchen und kommst sicher nach Gryffindor", sagte er und kam mühsam auf die Beine. Vorsichtig warf er einen Blick um die Ecke und flüsterte:„Lauf."
Dann feuerte er alles was er an Flüchen kannte, ausgenommen diesen grausamen von gerade eben, auf die Todesser ab. Er war nicht darauf bedacht irgendwen genau zu treffen. Es ging nur darum, dass keiner von denen Lisa angriff. Flüche verfehlten das Mädchen, aber sie rannte einfach weiter, wie Harry aus dem Augenwinkel beobachteten konnte. Bei Sirius angekommen dauerte es nur einen Moment bis er sich verwandelte, sich das Mädchen griff und disapparierte. Ron tauchte nur Sekunden neben ihm auf und starrte den Todesser an.
„Was war denn das?" fragte er.
„Später", sagte Harry nur und ging auf einen Todesser los, der von hinten an Remus heranschlich.
„Remus fragt wo die andern bleiben?" meinte Ron.
„Der Spiegel ist hin. Sirius holt sie gerade", antwortete Harry und griff einen besonders mutigen Todesser an, der über den Boden robbte.
„Ich hab hier einen Portschlüssel. Du sollst abhauen", erklärte Ron und deckte den Schuppen von der anderen Seite. Harry sah seinen Freund kurz an und nickte.
„Wir holen aber erst Hermine und ihre Eltern", sagte er.
„Gut. Hast du einen Plan?" fragte Ron.
Harry warf einen Blick um die Ecke und versuchte einen Todesser zu schocken. Es sah nicht wirklich rosig aus. Alle anderen Fluchtwege waren abgeschnitten. So wie er es befürchtet hatte, wusste Voldemort bescheid über ihre Pläne.
„Feuern, was das Zeug hält und rennen, so schnell wie es geht", sagte er und Ron nickte zustimmend. „Bis du soweit?" fragte Harry.
„Ja."
„LOS!"
Ron rannte so schnell er konnte, aber Harry schaffte nicht mal zwei Schritte ehe er zu Boden ging. Er konnte sein rechtes Bein kaum belasten.
„Harry!" schrie Ron und wollte schon wieder umdrehen.
„Lauf und bring sie hier weg!" schrie er seinem Freund zu und schickte Schocker in die Richtung der Todesser, während er gleichzeitig versuchte wieder hinter den Schuppen zu kommen.
Dann tauchte die Verstärkung auf und zu Harrys Erleichterung war Sirius nicht dabei.
Die Angreifer waren zwar immer noch in der Überzahl, aber der Kampf wurde offener. Auch Harry trat aus seinem versteck heraus.
„Malfoy bring die Muggel hier weg", donnerte Moodys Stimme über den Rasen und Harry sah Remus ganz in der Nähe der Pferdekoppel stehen. Ihm gegenüber…
„Wurmschwanz", fauchte er und tauchte wieder hinter den Geräteschuppen ab, um sich von dort aus zu Remus zu schleichen und endlich den Verräter seiner Eltern zu stellen. Als er auf der anderen Seite angekommen war, sah Harry wie Remus entwaffnet wurde und der ehemalige Freund seinen Stab mit seiner Silbernen Hand auffing und einfach zerbrach. Für einen Moment sah es so aus, als wollte der Werwolf sich ohne Waffe auf die Ratte stürzen, um ihn mit bloßen Händen anzugreifen, aber dann blieb er wie angewurzelt stehen. Peter hatte einen Revolver auf ihn gerichtet. Harry glaubte für einen Moment nicht richtig zu sehen. Was sollte das denn werden? Seit wann benutzen Zauberer Pistolen? Nur langsam sickerte eine erschreckende Tatsache in sein Gehirn. Die Waffe war mit Silberpatronen geladen. So ziemlich das Schlimmste, was man einem Werwolf antun konnte und was Remus sicheren Tod bedeuten würde, egal wo er am Ende getroffen wurde.
„NEIN!" rief Harry rannte los. Dass er selbst einen Zauberstab in den Händen hielt war ihm völlig entfallen, ebenso wie seine Schmerzen in seinem Bein. Er wollte nur nicht, dass Remus starb. Auf keinen Fall. Auch wenn Harry schon längst bewusst war, dass Remus mit dem ganzen Abstandsmist nur die Trennung vorbereitete. Er liebte ihn und würde das hier niemals zulassen.
Er bekam nicht mit, wie Peter den Abzug durchzog. Sein Blick war ausschließlich auf Remus fixiert, der den ehemaligen Freund nur entsetzt anstarrte. Mit einem Hechtsprung riss er den Zauberer zu Boden, im selben Moment wie ein brennender Schmerz seinen Rücken durchfuhr. Ab da bekam er nicht mehr viel mit. Das Luftholen viel ihm mit einem Mal unglaublich schwer und er dachte schon sich einige Rippen gebrochen zu haben. Jeder Atemzug brannte in seiner Brust, wie Feuer und die Schmerzen waren nahezu unerträglich. Schwarze Punkte tauchten vor seinen Augen auf, wurden größer, dann wieder kleiner.
„Harry!" rief ihn eine vertraute Stimme und er blinzelte in die Richtung, aus der sie kam. Sein Freund kniete neben ihm und sah verzweifelt aus.
„Remus", hustete Harry und bekam dabei einen bleiernen Geschmack im Mund und eine Welle noch stärkeren Schmerzen überrollte ihn. Das konnten nicht die Rippen sein. Das war irgendwas Schlimmeres.
„Oh Gott, Nein", entfuhr es dem Werwolf und Harry wurde hochgezogen.
„Finger weg von ihm", donnerte jemand Unbekanntes, aber Remus hob ihn trotzdem hoch.
„Er ist verletzt, er wird sterben, wenn er nicht sofort zu einem Heiler kommt", erklärte er.
„Aber sicher nicht mit Ihnen", knurrte der Fremde.
Harry schlang seine Arme um den Hals des Werwolfs, um damit er sich festhalten konnte. Das Atmen schien ihm nahezu unmöglich und die Punkte wurden auch immer größer.
„Sie können mich mal", fuhr Remus den Unbekannten an und Harry spürte, wie sie disapparierten.
Anschließend schien Remus mit ihm ein Stück zu rennen. Harry musste immer wieder schmerzhaft Husten und dabei verstärkte sich der bleierne Geschmack zusehends.
„Halte durch Harry. Nicht ohnmächtig werden, hörst du? Stirb mir ja nicht weg. Sirius bringt mich um", hörte er Remus Stimme in weiter ferne.
Er versuchte etwas zu sagen, aber er hatte keine Kraft dazu. Eine alles verschluckende Schwärze breitete sich vor seinen Augen aus, ohne dass er sich dagegen wehren konnte.
„HARRY!" hörte er noch Remus schwachen Ruf, aber der sog auf seinen Geist war zu stark.
Nur langsam nahm Harry die Welt um sich herum wieder war. Er wollte aber die Augen nicht aufmachen. Er wollte weiter schlafen. Er fühlte sich elend, das Atmen viel ihm schwer und er war zu erschöpft, um sich irgendwie zu rühren. Dann bemerkte er, dass neben ihm gesprochen wurde. Die Stimmen kamen ihm aber völlig unbekannt vor.
„…sein Tod, wenn Sie ihn mitnehmen. Das kann ich nicht zulassen", sagte eine Frauenstimme.
„Er ist hier nicht sicher. Verstehen Sie doch. Hier kann jeder reinspazieren und ihn einfach umbringen. Solang er bewusstlos ist, ist er ein zu leichtes Opfer", beschwor eine Männerstimme die Frau.
„Auf keinen Fall werden Sie ihn mitnehmen und jetzt raus, oder ich rufe den Wachdienst", giftete die Frau erbost und kurz darauf schlug die Tür zu und es war ruhig und Harry driftete wieder in den Schlaf ab.
Als er das nächste Mal aufwachte, war es scheinbar helllichter Tag. Zumindest war es heller in als beim letzen Mal. Und es war totenstill. Mühsam versuchte Harry die Augen zu öffnen, musste sie aber sofort wieder schließen, um nicht geblendet zu werden. Dann hörte er die Tür und blinzelte neugierig in die Richtung, mit einer Hand die Augen abschirmend. Er konnte nicht erkennen wer dort stand, aber es vermutete, dass es eine Frau war.
„Mr. Potter. Merlin sei dank, Sie sind wach. Wir haben uns furchtbare Sorgen gemacht", sagte sie und kam auf ihn zu.
„Wer sind Sie?" krächzte Harry und fing wegen seiner trockenen Kehle sofort an zu husten. Ein brennender Schmerz durchfuhr dabei seine Brust und er hatte das Gefühl, jede Rippe würde brechen.
„Sch…. Ruhig atmen. Dann lassen die Schmerzen nach. Ganz ruhig atmen und nicht zu tief", wies sie ihn an.
„Durst", würgte er hervor und bemühte sich nach Kräften, ruhig zu atmen. Er spürte wie man ihn hochzog und etwas Wasser gab. Die Feuchtigkeit löschte das Brennen in seiner Kehle und auch den Hustenreiz. Schwer atmend sank er zurück in die Kissen und versuchte mit zusammengekniffenen Augen die Frau an seinem Bett zu erkennen.
„Wie fühlen Sie sich?" fragte sie liebevoll.
„Erschöpft. Wo ist meine Brille?" flüsterte er.
„Hier", meinte sie und setzte ihm die gewünschte Sehhilfe auf die Nase.
Es war eine Heilerin, die an seinem Bett stand.
„Sie haben wirklich Glück gehabt. Die Kugel hätte sie auch töten können", erklärte die Frau und schwang kurz den Zauberstab. „Reines Silber und mit Gift benetzt."
Harry stutzte. „Allein das Silber hätte einen Werwolf doch umgebracht", stellte er fest.
Die Heilerin sah ihn verwundert an.
„Sie sind aber doch kein Werwolf."
„Sie war aber für einen Bestimmt. Einen Freund", meinte der Gryffindor etwas leiser, da ihm leicht schwindelig wurde.
„Ach so", sagte die Frau, als sei es etwas Nebensächliches und erklärte dann: „Viele Jäger bestreichen ihre Kugeln zusätzlich mit einem Gift, falls sie ihr Opfer nur Streifen oder die Kugel nicht stecken bleibt. Es wird in der Regel ein Hochwirksames und schnell wirkendes Gift benutzt. Man will sie nicht quälen.
Der Schütze, der sie verletzt hat, kann kein Jäger sein, oder er ist nicht in der Lage dieses Gift zu brauen. Die Konzentration des Fingerhuts war zu niedrig und der Trank wurde einmal zu stark erhitzt. Er konnte nicht voll ausreifen, was ihr Glück war. Wäre der Tank richtig gebraut worden, würden sie jetzt nicht mehr leben."
Harry nickte nur und schloss die Augen. „Wie lange war ich Bewusstlos?"
„Vier Tage."
„Was?" keuchte Harry entsetzt und hustete kurz Schmerzhaft. Damit hatte er nicht gerechnet.
„Beruhigen Sie sich. Sie haben eine Menge Blut verloren und wir kamen kaum nach, diesen Verlust auszugleichen. Ihr Körper ist durch das Gift und die vielen Tränke sehr geschwächt. Er reagiert so gut wie gar nicht mehr auf Medikamente."
„Und das heißt?" fragte Harry besorgt nach.
„Das es eine Zeit dauern wird, bis sie wieder auf den Beinen sind. Aber es bleibt kein Schaden zurück und das Sie wach sind, ist schon mal ein gutes Zeichen. Und die Überreizung ist auch nur vorübergehend", meinte sie Beruhigend. „Sie müssen viel schlafen und brauchen Ruhe. Das ist das wichtigste."
Harry nickte nur. „Warum tut das Atmen weh?" fragte er dann leise und biss die Zähne zusammen.
„Die Kugel hat ihre Luge verletzt und auch die Wunde verheilt nur langsam. Aber wie schon gesagt, Sie werden wieder vollkommen gesund. Wichtig ist, dass Sie sich ausruhen", erklärte die Frau und gab ihm noch mal etwas zu trinken.
Harry nickte schwach und sah sich um. „Wo ist mein Zauberstab?" Die Heilerin die schon bei der Tür war, drehte sich noch mal um.
„Den brauchen Sie hier nicht. Ihnen wird niemand etwas tun", meinte sie und verschwand.
„Wollen wir es hoffen", murmelte Harry und schlief ein, um etliche Stunden später aus einem Alptraum hochzuschrecken. Keuchend schloss Harry die Augen und die Bilder tauchten erneut vor seinem Auge auf.
Voldemort hatte ihm gezeigt wie er Kinder quälte, folterte und tötete. Mit Schrecken hatte er erkennen müssen, dass es die verschwundenen Schüler waren, die gefoltert wurden. Mit aller Kraft hatte Harry versucht gegen Voldemort anzukommen, ihn aufzuhalten und ihn aus seinem Kopf zu drängen, aber es gelang ihm nicht. Selbst jetzt hörte er noch die Schreie der Kinder.
Außerdem war er sich sehr sicher, dass es jetzt passierte, denn Voldemort hatte mit ihm gesprochen. Oder mehr, ihm gedanklich ein paar nette Dinge zugeflüstert.
„Na… gefällt dir das? Fühlst du ihren Schmerz", hatte er gelacht.
Harry hatte aber nicht Antworten wollen. Er hatte nur daran gedacht, dass es aufhören sollte. Er spürte die Freude von Voldemort, ein schwaches Brennen seiner Narbe und seine schmerzende Brust.
„Nein es wird nicht aufhören", höhnte Voldemort daraufhin und Harry wusste, dass dieses Scheusal seine Gedanken hören konnte. „Es wird nie aufhören. Nicht solange du lebst. Genieß es, solang sie noch etwas fühlen!"
Dann richtete er den Cruciatus gegen einen der Erstklässler und sein Schrei hallte in Harrys Ohren wider. Machten ihn beinahe Taub. Dann ließ der Fluch nach und Harry atmete erleichtert auf. Allerdings wunderte er sich auch, warum er noch nicht aufgewacht war. Hielt Voldemort seine eigene Freude etwa zurück?
„Angst. Ja das ist ein belebendes Gefühl. Spürst du die Macht, die in der Angst liegt?", lachte Voldemort und dann war es plötzlich vorbei gewesen. Warum wusste er nicht. Er vermutete allerdings, dass der Magier ihn freiwillig freigelassen hatte, denn er stand kurz davor ohnmächtig zu werden.
„Mr. Potter?" riss ihn jemand aus den Gedanken. Harry schlug die Augen auf und rückte fahrig seine Brille zurecht. Die Heilerin von vorhin stand besorgt an seinem Bett.
„Alles O.K. Nur ein Alptraum", erklärt er leise und angelte sich das Wasserglas vom Nachttisch.
„Haben Sie das öfter?" wurde er gefragt während die Frau ihn untersuchte.
„Ab und zu. Mal häufiger, mal nicht", erklärte er und reichte der Frau das Glas, um sich etwas anders hinzulegen. „Ich komm aber damit klar." Diese Aussage schien die Frau aber nicht so ganz zu glauben.
„Sind Sie sicher?"
„Ja. Sie können mir nicht helfen. Das kann ich nur selbst", sagte er und sah die Frau musternd an.
„Dann tun Sie was dagegen. Solche Träume tun ihrer Genesung gar nicht gut", meinte sie und zog einen Zauberstab aus der Tasche. „Den soll ich Ihnen geben. Anweisung der Klinikleitung. Ihr Schulleiter hat wohl dafür gesorgt", sagte sie und Harry horchte auf.
„Professor Dumbledore ist wach?"
„Er ist bei Bewusstsein. Mehr darf ich Ihnen aber nicht sagen", meint sie. „Ruhen Sie sich aus. Es gibt in einer Stunde Abendessen."
Harry nickte ihr zu und schloss dann die Augen, aber ohne wieder einzuschlafen. Die Bilder der gefolterten Schüler machten ihm sehr zu schaffen.
„Du mieser dreckiger Feigling. Vergreifst dich an wehrlosen Kindern. Such dir gefälligst einen Gegner, der sich wehren kann", murmelte Harry und versuchte sich dann zu entspannen.
Er musste es endlich schaffen. So schwer war die Anweisung in dem Buch nicht. Es war im Grunde leicht. Es hatte einzig und allein etwas mit dem Selbstvertrauen zu tun. Wenn man sich selbst nicht vertraute, dann schaffte man es auch nicht. Das war im Grunde sogar die Grundlange für jedwede höhere Magie. Stablose Magie, Animagi, ungesagte Zauber und Flüche und eben auch die Okklumentik. Man musste sich selbst vertrauen. Das war wahrscheinlich auch ein Weg, um sein Potential zu finden. Allerdings verstand Harry nicht ganz warum es nicht klappte. Er vertraute sich selbst und seinen Fähigkeiten doch.
Doch er schaffte es einfach nicht seine Gedanken in die Kiste zu sperren und sie auch dort zu behalten. Seine Gedanken, vor allem die Sorge um die anderen kam immer wieder heraus. War alles gut gegangen? War sonst noch jemand verletzt? Hatte es vielleicht sogar Tote gegeben? Was war mit dem Todesser? Und dazu kamen seine Privaten Probleme. Wollte Remus wirklich mit ihm Schluss machen? Gab es dazu einen Grund? Und Sirius? Würde er seinen Paten vielleicht zurück gewinnen, wenn er nicht mehr mit Remus zusammen war? Gab es für ihn nur die Entscheidung Sirius ODER Remus? Gab es kein Sirius UND Remus?
„Scheiße!" fluchte er lautstark und musste sofort heftig husten und der Schmerz trieb ihm die Tränen in die Augen. Warum zum Teufel musste sein Leben auch so kompliziert sein.
Eine Heilerin kam besorgt mit einem Tablett rein. „Alles in Ordnung?" fragte sie.
„Ja. Ich bin nur frustriert", murmelte er und rieb sich übers Gesicht.
„Kann ich Ihnen vielleicht helfen?"
Harry sah die Frau einen Moment an.
„Wissen sie ob außer mir noch jemand verletzt wurde? Ich mein bei dem Angriff."
Die Heilerin schien kurz zu überlegen. „Es gab einen Schwerverletzen Todesser. Der wird aber durchkommen. Sonst ist mir nichts bekannt. Es liegt zumindest niemand sonst hier im Krankenhaus. Wenn, dann war es wohl nicht besonders schlimm. Sonst wären die Patienten hier", meine sie.
Harry seufzte erleichtert auf.
„Das löst schon mal einige Probleme. Danke", meinte er und setzte sich mit Hilfe der Schwester vorsichtig auf, um zu essen.
Wirklich schmecken tat es ihm aber nicht, was allerdings nicht nur an seinen noch ungelösten Problemen lag.
„Man sollte hier ein paar Hauselfen aus Hogwarts einstellen", murmelte er und versuchte auch während er aß, seine Gedanken wegzusperren. Ebenfalls erfolglos. Anschließend legte er sich wider hin und beschloss zu schlafen. Die Müdigkeit war einfach zu stark als dass er seine Übungen hätte fortsetzen können. Er hörte nicht, wie jemand das Tablett wegnahm und spürte auch nicht, dass man den Verband um seine Brust wechselte. Er wurde erst wieder wach, als es draußen Stockfinster war. Ein nur all zu menschliches Bedürfnis hatte ihn geweckt.
Er musste zur Toilette.
Er überlegte einen Moment, ob er jemanden rufen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Ihm war das mit den Nachttöpfen einfach zu unangenehm und so schlecht fühlte er sich gar nicht mehr. Also setzte er sich langsam auf und schlug die Decke zurück, um die Beine über die Bettkante rutschen zu lassen. Sein Oberschenkel durchfuhr ein leichtes stechen.
„Der Spiegel", murmelte er und versuchte das Gleichgewicht zu finden, um nicht sofort auf dem Boden zu landen.
Er entdeckte seinen Morgenmantel über einem Stuhl. Es musste also jemand hier gewesen sein, vermutlich Molly. Denn den Mantel hatte er im Grimmauldplatz gelassen. Oder es war sein Aufpasser. Nur, wo war er?
„Sicher wieder mal Mundungus. Was soll's", meinte Harry und stand dann vorsichtig auf. Er musste sich am Bett abstützen, da er ins wanken geriet. Aber nach einem Moment ging es tatsächlich und Harry schlich, in seinen Morgenmantel gehüllt, aus dem Zimmer.
Die Toilette war praktischerweise nicht besonders weit weg. Allerdings wunderte es ihn, dass keine Heilerin, oder Helferin einen Blick auf den Flur warf. Denn seine Zimmertür, war doch bedenklich laut auf dem ruhigen Flur, ins Schloss gefallen. Er verrichtete aber ohne Störung sein Bedürfnis und trat dann wieder auf den Flur.
Deutlich bekam er aber seinen miesen Zustand zu spüren. Der Flur verschwamm vor seinen Augen und er musste sich an der Wand festhalten und einen Moment stehen bleiben. Nachdem sein Blick sich geklärt hatte, entdeckte er einige Glasfenster, die einen Raum abtrennten und einen braunen Haarschopf auf dem Boden.
„Alles Ok?" fragte Harry halblaut, doch er bekam keine Antwort. Ein mulmiges Gefühl machte sich in seiner Brust breit und das hatte dieses Mal nichts mit seinen Verletzungen zu tun. Hier stimmte etwas nicht. Es war ruhig. Viel zu ruhig. Langsam tapste er, barfuss wie er war, an seinem Zimmer vorbei zu den Haaren auf den Boden. Er hatte gerade entdeckt, dass zwei Personen wie tot auf dem Boden lagen, als hinter ihm die Tür aufgerissen wurde. Er schnellte herum und stand drei Todessern gegenüber.
Es vergingen einige Sekunden, die die beiden Parteien wohl brauchten, um die Situation zu erfassen und dann rannte Harry im selben Moment los, wie einer der Todesser „Packt ihn" brüllte.
Flüche jagen ihm nach verfehlten ihn aber. Seinen Zauberstab hatte er, als habe er so was schon vorher geahnt, in die Tasche seines Morgenmantels gleiten lassen und zog ihn nun hervor, um sich nach Kräften zu wehren. Die hektischen Atemzüge brannten schmerzhaft in seiner Brust und sein Rücken protestierte, ebenso wie sein Bein, unter den Bewegungen. Aber es ging hier um sein Leben. Er wurde immerhin gerade mal mit einem Todesser fertig. Drei waren da definitiv zu viel.
Der Schweiß brach ihm aus und er hatte mühe nicht zu Boden zu gehen. Aber das würde seinen Tod bedeuten und dieser Gedanke gab ihm Kraft. Er musste weg hier. Er wollte nicht sterben. Und wenn hier schon drei Todesser waren, gab es sicher noch mehr. Die Heilerin auf dem Boden… man hatte scheinbar St. Mungos angegriffen. Das wie verschob er auf später. Zuerst musste er seinen eigenen Arsch retten.
Harry riss eine kleine Tür am anderen Ende der Station auf und stürzte hindurch, um sie dann hinter sich mit einem Zauber magisch zu versiegeln. Vor ihm lag ein schmales Treppenhaus, in dem er von unten hastige Schritte hörte die schnell näher kamen und definitiv von mehr als einer Person stammten. Harry entschied sich deswegen für die Flucht nach oben. Er wollte lieber nicht warten, um zu sehen, ob es Freund oder Feind war. Denn letzteres war das wahrscheinlichere. Kaum war er eine Etage höher, flog unter ihm eine Tür auf.
„Potter ist weg!" rief einer.
„Nach oben!", bekam er zur Antwort und Harry gab sich selbst Recht. Noch mehr Todesser.
Keuchend rüttelte er an einer Tür, doch die war verschlossen und ein Alohomora half nicht. So schnell er konnte stürzte er die letzten Stufen hoch und versuchte die letzte Tür vor ihm und fand sich in einem Lagerraum wieder. Mit Schwung warf er die Tür ins Schloss, verriegelte sie magisch und stürzte zu Boden. Vor seinen Augen verschwamm alles. Jeder Atemzug brannte höllisch und ließ ihn heftig husten. Dann hörte er die Todesser vor der Tür.
„Wingardium Leviosa", keuchte Harry und lies einen schwer aussehenden Schrank davor schweben. Für Magier vielleicht nicht grade das beste Hindernis aber er hoffte, dass es sie zumindest etwas behindern würde.
Auf allen Vieren kroch er zur nächsten Tür und fand sich in der Cafeteria wieder. Hier war es totenstill. Auch wenn es nicht viel bringen würde, verriegelte er die Tür ebenfalls hinter sich.
Sein Herz hämmerte so heftig gegen die Rippen, dass er schon dachte, es würde jeden Moment aus seiner Brust springen und er spürte eine warme Flüssigkeit über seinen Rücken laufen. Fahrig griff er mit einer Hand danach, um dann seufzend festzustellen, dass es Blut war.
„Shit", fluchte er hustend und sah sich um. Er musste sich irgendwo verstecken. Lange würde er nicht mehr durchhalten. Sterne tanzten vor seinen Augen und seine Hände zitterten vor Erschöpfung während der Schweiß ihm in Sturzbächen über die Stirn zu laufen schien. Leider gab es hier keine Schränke oder etwas Ähnliches. Außerdem, hätten die Todesser da wahrscheinlich als erstes nachgesehen.
Dann entdeckte er eine weitere Tür. „Zur Dachterrasse", verkündete ein Schild. Harrys Blick schwenkte zwischen dieser Tür und der Tür zur Haupttreppe hin und her. Letztere wäre Selbstmord. Es musste hier im Krankenhaus von Todessern nur so wimmeln und er brauchte mehr als nur Glück, um mit denen fertig zu werden, die er sowieso schon auf dem Hals hatte. Vor allem in seinem Zustand.
Dann krachte es einmal laut im Lagerraum und Harry traf binnen Sekunden eine Entscheidung. Während ein Todesser lauthals über ihn schimpfte, kam er auf die Beine und floh durch die Tür auf die Dachterrasse. Leider eine Sekunde zu spät um unentdeckt zu bleiben wie ihm das gebrüllte „Potter!", verriet.
Er hastete die Treppe hoch, um dann durch eine weitere Glastür, nach draußen zu gelangen. Die verschloss er ebenfalls magisch und hexte zudem das Glas unzerbrechlich. Stumm dankte er Hermine dafür, dass sie ihm den Spruch gezeigt hatte.
Hier draußen herrschte klirrende Kälte, der Schnee knirschte unter seinen nackten Füßen, während er gleichzeitig stumm vom Himmel rieselte und sein heißer Atmen schlug Dunstwolken, in der stockfinsteren Nacht.
Harry trat wankend einige Schritte auf die Brüstung zu und stützte sich auf ihr ab, um nicht zu Boden zu gehen. Die Berührung mit dem eisigen Metall hinterließ ein Schmerz in den Händen, aber er ließ nicht los. Es war das einzige, was seinen Geist davon abhielt sich in die Stumme und alles verschluckende Schwärze zu verabschieden.
Vorsichtig warf er einen Blick rüber das Geländer und musste schlucken. Es ging ein ganz schönes Stück in die Tiefe. Unter ihm lag die Straße, von der man das Krankenhaus betrat. Sie war leergefegt.
Was hatte er sich eigentlich dabei gedacht hier raus zu rennen? Eisige Kälte und jetzt saß er wirklich in der Falle.
Keuchend und seinen Knien nachgebend, ließ er sich auf den Boden sinken. Mit Macht verlangte sein Körper den Tribut für diese Flucht. Er hätte diese verdammte Tür vorhin aufsprengen sollen. Auf der Station gab es unter Garantie mehr Orte an denen man sich verstecken konnte. Außerdem musste dort Dumbledores Zimmer sein und der war wach. Vielleicht hätte er ihm irgendwie helfen können. Schwer hustend sah Harry sich zu der Tür um. Die Todesser fluchten scheinbar ungehalten und fuchtelten mit den Armen herum. So schwer war sein Verschlusszauber doch gar nicht zu brechen, dachte er sarkastisch und schalt sich im nächsten Moment einen Narren. Je länger die dort blieben, desto mehr Zeit hatte er sich zu erholen und sich gut zu überlegen wie er hier wegkommen sollte. Im Nächsten Moment gab es dann aber schon mehrere laute Explosionen, die die Terrasse erzittern ließen und dann kippte die Tür samt Verankerung um.
„Es ist aus Potter", lachte der, der zuerst aus der Tür kam.
Mit aller Kraft zog Harry sich auf die Beine und richtete seinen Stab auf die näher kommenden. Es gab hier keine Deckung, ein offener Kampf würde unausweichlich werden und das gegen Sechs auf einmal.
„Harry du bist Tod", schloss er und musste kräftig husten was schmerzhaft brannte. Seine Knie fühlten sich an wie Wackelpudding, die Kälte ließ ihn zittern und wieder tanzten Sterne vor seinen Augen. Sein Blick huschte noch einmal über die Brüstung.
„Vergiss es. Das überlebst du nicht", lachte ein anderer Todesser und Harry musste ihm recht geben.
Wenn er springen würde, wäre das sein Tod. Aber Voldemort würde ihn eh töten und er würde sich sicher nicht kampflos ergeben. Angriff war doch noch immer die beste Verteidigung und welche Wahl hatte er schon. Er hob den Stab noch etwas höher und fixierte einen der Todesser, die sich im Halbkreis um ihn aufgebaut hatten und dabei immer näher kamen.
„Wenn euch euer leben lieb ist, bleibt stehen", sagte er und ließ seinen Stab langsam von einem zum anderen wandern. Aus dem Augenwinkel sah er, dass der Todesser, von dem er am weitesten Weg war, seinen Stab gefährlich hob.
„Expelliarmus", donnerte Harry und der Stab flog in hohen Bogen über die Brüstung.
Der Todesser wollte schon auf ihn zustürzen, doch einer seiner eigenen Leute lähmte ihn.
„Du kennst den Befehl des Lords. Lebend, unverletzt und bei Verstand", knurrte er.
Harry hustete, kniff aber die Augen bei dem Schmerz nicht zusammen. Ein Augenblick der Unachtsamkeit und er wäre geliefert. Und warum half ihm einer diese Idioten?
Die Fünf kamen noch einen Schritt näher und Harry fixierte den Mittleren.
„Stehen bleiben", knurrte er und versuchte dabei einen möglichst sicheren Eindruck zu machen, was ihm aber nicht wirklich zu gelingen schien, da die Hand in der er seinen Stab hielt heftig zitterte.
„Was denn,… willst du uns sonst wehtun?", höhnte der, auf den er den Stab gerichtet hatte.
„Wie wäre es mit Töten?" fragte Harry provokativ und vier von ihnen blieben stehen.
„Das schaffst du nicht!" lachte der Fünfte und kam noch einen Schritt näher. Harry richtete den Stab auf ihn.
Er ahnte dass er es ihnen beweisen musste. Aber es war ein Unverzeihlicher Fluch. Er würde dafür sonst wo landen. Außerdem würde es klappen? Würde es wirklich klappen?
„Na? Doch nicht mehr so sicher?" fragte der Todesser und richtete seinen Stab auf Harry.
„Fragt doch Voldemort", konterte Harry und sah noch mal flüchtig über die Brüstung. „Der ist nur mit Glück seinem Schicksal entkommen. Es hat ihn fast seine Hand gekostet und mehrmals in die Ohnmacht geschickt."
„Niemand macht sich über den Meiser lustig!" empörte sich einer von ihnen und richtete seinen Stab nun deutlich auf Harry.
„Crabbe", blaffte der, der ihm schon vorhin den Anderen vom Hals gehalten hatte. Harry schenkte dem Mann, genau wie der andere Todesser auch ein Blick.
„Ergib dich und der dunkle Lord wird dir einen schnellen Tod gewähren", sagte der, was Harry aber nur schauben ließ.
Voldemort gewährte ihm sicher alles andere, als einen schnellen Tod. Die Todesser logen doch nur, wenn sie den Mund aufmachten. Aber wie sollte er hier sonst wegkommen? Ein Portschlüssel würde zu lange dauern und apparieren konnte er nicht gut genug. Sein Blick ging noch mal über die Brüstung. Andererseits, er musste ja eigentlich nur runter auf die Straße. Dann wäre er schon mal weiter. Aber das war schon eine weitere Strecke, als dass was er bisher gemacht hatte. Und wenn was schief ging, war er fällig. Andererseits, wenn er blieb war er es auch. Lange würden die Todesser sich nicht mehr hinhalten lassen. Aber würde sein Körper das mitmachen? Selbst wenn es gut ging, es erforderte Kraft. Aber hatte er eine andere Wahl?
„Nahezu jeder Zauber beruht auf das Vertrauen, das der Magier in sich hat", schoss ihm die Zeile, aus dem Okklumentikbuch, durch den Kopf. Und apparieren war schließlich auch ein Zauber. Man musste sich fest auf den Ort konzentrieren zu dem man wollte und sich dann einmal um sich selbst drehen. Es war so was wie stablose Magie. Es beruhte auf reinem Willen.
„Ihr habt recht", meinte Harry schließlich und schloss die Augen, um sich so fest es ging auf die Straße unter ihm zu konzentrieren. Er versuchte sich aus seiner Erinnerung zusammenzurufen, wie es dort ausgesehen hatte, als er das letzte Mal hier gewesen war.
Die Todesser lachten schon. „Klein Potter gibt also auf."
„Denkt ihr", dachte Harry kurz und sagte dann ehe er es wirklich versuchte: „Fangt mich wenn ihr könnt."
Er spürte wie er sich auflöste und hörte die Flüche, die die Todesser losließen, aber keiner erwischte ihn. Als das Kribbeln nachließ, sackte er auf die Knie. Für einen Moment hatte er schon Panik, dass etwas schief gegangen war, aber vom Gefühl her saß alles noch da wo es sein sollte. Er hatte auch keine Schmerzen, die er sich nicht erklären konnte.
Dann schlugen neben ihm auf der Straße mehrere Blitze ein und Harry wich sofort zurück. Er lehnte am Schaufenster, durch das man St. Mungos für gewöhnlich betrat. Die Scheibe war zerschmettert, die Puppe verkohlt. Deutlich konnte man das magische Tor dahinter erkennen.
Das Gefühl sich übergeben zu müssen kam in ihm auf. Vor seinen Augen wurden schwarze Punkte schnell größer und das schmerzhafte Husten machte es nicht gerade besser. Aber er durfte sich keine Ruhe gönnen. Wenn er das schaffte, war es ein Wunder, dass die Todesser noch nicht vor ihm standen.
Doch seine Beine wollten ihm einfach nicht gehorchen. Er schaffte es nicht aufzustehen. Von drinnen hörte man Flüche und bunte Lichter zuckten hin und her. Irgendwer kämpfte heftig. Aber das würde ihm jetzt auch nicht helfen. Egal wer dort kämpfte, konnte sich nicht um ihn kümmern.
Er musste sich irgendwo verstecken. Er war nach wie vor in Gefahr und sein Körper zitterte vor Erschöpfung. Er brauchte dringend Ruhe. Noch einmal versuchte er aufzustehen und diesmal gelang es ihm. Stolpernd entfernte er sich von dem magischen Krankenhaus. Wo der Grimmauldplatz lag wusste er nicht. Er wusste weder wie weit es von hier war, geschweige denn in welche Richtung er hätte gehen müssen.
Der Schnee brannte unter seinen nackten Füßen, die Kälte kroch immer mehr unter seinen Morgenmantel und unter den Pyjama. Er spürte, dass seine Kräfte am Ende waren. Ihn würde wahrscheinlich schon ein Schwebezauber für Stunden außer Gefecht setzen. Einige Male stolperte er und viel zu Boden. Dort verschnaufte er kurz und lauschte möglichst ruhig atmend in die Dunkelheit, um sich dann wieder aufzurappeln und weiter zu gehen.
Links herum, Rechts herum, noch mal rechts dann wieder links. Wo er war, wusste er schon längst nicht mehr. Sein Sichtfeld schränkte sich ein und ständig verschwammen die Bilder. Aber er schien nicht verfolgt zu werden, zumindest hörte er niemanden. Und besonders schnell war er ja auch nicht. Plötzlich betrat er eine breite Strasse die ihm bekannt vorkam.
Schwer atmend lehnte er sich gegen eine Hausmauer. Er würde keinen Schritt mehr gehen können, aber hier bleiben war auch zu gefährlich. Was, wenn die Todesser doch noch hinter ihm her waren? Er war Tod, wenn er jetzt stehen blieb. Sollte er vielleicht doch noch mal versuchen zu apparieren? Die Seitengasse des Grimmauldplatzes kannte er gut genug.
Dann hörte er ein leises Brummen und kurz darauf kamen zwei Scheinwerfer auf ihn zu.
Ein Auto.
„Rettung", schoss es ihm durch den Kopf. Mit zitternden Knien stellte er sich auf die Straße und hob eine Hand. Der Wagen wich aus, kam aber neben ihm zu stehen und das Fenster auf der Beifahrerseite wurde runtergelassen.
„Ja?" fragte ihn die Stimme einer jungen Frau nervös.
„Bitte. Ich brauch Hilfe", flüsterte Harry und stütze sich an dem Wagen ab, da seine Knie drohten nachzugeben. „Ich werde verfolgt, Jemand will mich töten", würgte er unter den aufkommenden Schmerzen hervor.
Es schien als musterte die Frau ihn Stunden, bis sie sagte: „Steig ein." Harry hörte den Knopf hochspringen und zog die Tür auf.
Schwerfällig ließ er sich auf den Sitz des Wagens fallen und murmelte ein leises: „Danke."
Die Frau musterte ihn und stellte dann entsetz fest: „Mein Gott du hast ja so gut wie nichts an." Sie griff hinter sich und holte eine Decke hervor, die sie über Harry ausbreitete. Wirklich helfen tat ihm das nicht. Er fror entsetzlich, wie er jetzt in der Wärme des Wageninneren feststellte.
Dann sah er plötzlich mehrere Gestalten aus der Steinstraße hervorkommen. Er umklammerte seinen Stab fest und rutsche ein Stück im Sitz herunter.
„Fahren Sie. Schnell. Ehe die misstrauisch werden", flüsterte er und wagte es nicht raus zu sehen damit sie ihn nicht erkannten.
Langsam ließ die Frau den Wagen anrollen, um dann in einem normalen Tempo, zumindest für die Witterungsverhältnisse, an den Todessern vorbei zu fahren. Zu Harrys Erleichterung geschah nichts und er konnte im Innenspiegel beobachten, wie die Todesser disapparierten. Zu seinem Glück hatte die Frau das scheinbar nicht bemerkt und lenkte den Mercedes, wie Harry nun erkannte, behutsam um eine Ecke. Vorsichtshalber warf Harry noch mal einen Blick in den Innenspiegel und entdeckte jetzt den Babysitz auf der Rückbank, indem jemand schlief.
„Mädchen oder Junge?" fragte Harry leise und stemmte sich stöhnend wieder hoch.
„Mädchen. Ihr Name ist Lilian", erklärte die Frau. „Und ich heiße Jennifer. Und du?"
Harry sah die Frau prüfend von der Seite an. Sie hatte schwarze Haare die ihr knapp bis über die Ohren reichten, und machte einen freundlichen Eindruck.
„Harry", flüsterte er und musste kräftig und schmerzhaft husten. Er zwang sich ruhig und nicht zu tief zu atmen.
„Und was hast du angestellt, dass man dich Umbringen will?" wurde er gefragt.
„Nichts Schlimmes. Und ich denke es ist besser, wenn Sie das nicht erfahren. Ich will Sie da nicht mit reinziehen. Es reicht, wenn Sie mich in den Grimmauldplatz bringen, wenn Sie so freundlich wären", erklärte Harry und schloss du Augen, um gegen den aufkommenden Schwindel anzukämpfen.
„Der Grimmauldplatz? Der liegt auf der anderen Seite der Stadt. Da wohnst du?"
„Dort bin ich sicher. Dort werden sie mich nicht finden", antwortete Harry und musste erneut husten. Im Licht der Laternen sah er dann die Blutströpfchen auf seiner Hand und die Frau neben ihm schien es auch erkannt zu haben.
„Um Himmels willen du bist verletzt", bemerkte sie entsetzt und hielt an. Dann wandte sie sich zu ihm. „Lass mich das mal sehen." Ehe Harry sich versah hatte sie die Decke ein stück runter gezogen und zog den Morgenmangel auf.
„Am Rücken", stöhnte er und fügte hinzu: „Ist aber schon behandelt worden."
Die Frau ließ besorgt von ihm ab. „Ich nehm dich erst mal mit. Sonst überlebst du das nicht", sagte sie und Griff nach ihrem Handy.
„Wen rufen Sie an?" fragte er alarmiert.
„Meinen Mann. Er ist Chirurg. Er wird dir helfen können."
„Hören sie. Es reicht wirklich, wenn Sie mich in den Grimmauldplatz bringen. Dort ist auch jemand der mir helfen kann", versuchte es Harry, aber die Frau hatte scheinbar schon ihren Mann am Telefon und hinter ihnen fing das Baby an zu weinen.
Vor Harrys Augen flackerten Sterne auf und das Geschrei, des kleinen Wurms hinter ihm, hallte in seinem Kopf wieder, wie die Geräusche eines Presslufthammers. Er war kurz davor das Kind mit einem Schweigezauber zu belegen, als die Frau kurz anhielt und versuchte dem Baby den Schnuller in den Mund zu stecken.
„Sie hat Hunger", erklärte sie als Harry ihr einen fragenden Blick zu warf.
„Dann geben sie ihr was", murmelte er und schloss die Augen um das Schreien möglichst zu ignorieren.
„Ich hab hier nichts. Aber wir sind gleich da", meine sie und setze sich wieder ans Steuer. Sie bogen noch zwei Mal links ab und einmal rechts und kamen dann auf einem Parkplatz zum stehen. Harry war mittlerweile richtig speiübel geworden. Er war sich nicht sicher woran es lag. Jennifer fuhr eigentlich ganz hervorragend. Wahrscheinlich waren es die Schmerzen, der Schwindel und die Erschöpfung die ihren Tribut forderten. Am Hauseingang stand ein Mann in gewöhnlichem Pulli und Jeans.
„Mein Mann. Mathew", erklärte sie und stieg aus. Harry öffnete auch die Wagentür und der Mann kam ihm sofort zu Hilfe.
„Ganz ruhig, Junge", meinte er nur und führte ihn durch weiß getünchte Flure in einen Behandlungsraum. Mathew half ihm sich auf die Liege zu setzen. Harry wehrte sich nicht, als der Man ihm den Morgenmantel abstreifte und auch das Pyjamahemd.
Erst als er den Zauberstab, den Harry kurz bei Seite gelegt hatte wegnehmen wollte, griff er ein.
„Geben Sie mir den Stab", sagte er bekam dafür einen verwunderten Blick. „Geben Sie ihn mir", wiederholte Harry energisch und fing sofort heftig an zu husten. Mit einem irritieren Blick reichte ihm der Mann den Stab und griff nach irgendwelchem Verbandsmaterial und strich ihm damit über den Rücken.
„Das sieht böse aus. Du bist angeschossen worden?" fragte er.
„Ja. Vor etwa fünf Tagen", antwortete Harry und keuchte auf, als der Mann den Wunde berührte.
„Das muss… genäht werden", sagte der Mann ruhig und horchte ihn dann ab. „Atme so tief ein wie du kannst", bat er und Harry folgte der Bitte.
Er war schon früher mal bei Ärzten gewesen. Er wusste wozu es gut war, aber seit er nach Hogwarts ging musste er gestehen, so scheußlich Heiltränke auch schmeckten, die Behandlung war einfach praktischer. Mr. Granger hatte Recht. In manchen Dingen könnten die Muggel wirklich von den Magiern profitieren und wer sagte eigentlich, dass Ärzte nicht auch Tränke herstellen konnten.
„Das muss ich mir genauer ansehen. Meinst du, du kannst noch ein Stück laufen wenn ich dir helfe?" Harry nickte und rutschte vorsichtig von der Liege runter, musste aber nach dem Mann greifen, um nicht sofort auf die Knie zu fallen.
„Ich hab dich", erklärte der und wollte Harry schon wieder helfen sich hinzulegen.
„Es geht schon. Sobald ich auf den Beinen bin, geht's", wiegelte er ab und ließ den Mann zum Beweis los. Er schwankte zwar aber es ging tatsächlich. Er wurde besorgt gemustert, aber dann nickte der Arzt und führte ihn ein einen Raum mit einem Röntgengerät.
Harry kannte diese Dinger. Dudley hatte ihm als er sechs war die Hand in der Autotür eingeklemmt und die Ärzte hatten so festgestellt, dass sie gebrochen war und nun schien der Arzt seine Lunge damit untersuchen zu wollen. Der Mann half ihm auf die Liege und verschwand kurz.
„Meinst du, du kannst die Luft einen Moment anhalten?" fragte er aus dem Nebenraum.
„Ich kann es versuchen", erklärte Harry und schloss die Augen. Stumm fragte er sich, wie lang er das noch mitmachen würde und was die Beiden taten, wenn er ohnmächtig wurde.
„Es dauert nicht lang, dann gebe ich dir etwas gegen die Schmerzen. Du hast es gleich überstanden", versicherte er. Harry nickte nur. Die Schmerzen waren nicht wirklich das Problem. Der Schwindel und die Tatsache, dass er wieder Sterne sah, machten ihm mehr zu schaffen.
„Hol so tief Luft wie du kannst und halt sie an", wurde er gebeten und Harry folgte. Er konnte das nicht wirklich gut, weil es furchtbar brannte, aber er biss die Zähne zusammen. „So schon vorbei. Ich bring dich erstmal zurück und gebe dir etwas, das dir hilft", erklärte Mathew.
Als Harry in dem Behandlungsraum dann die Spritze sah, musste er schon schlucken.
„Was wollen sie mir geben?" fragte er beunruhigt und hielt seinen Stab, den er gerade eben hier hatte liegen lassen sollen, fest.
„Nur ein Schmerzmittel. Nichts weiter. Hast du irgendwelche Allergien auf Medikamente?" Harry sah ihn kurz nachdenklich an.
„Weiß ich nicht", antwortete er ehrlich und fragte sie stumm, ob sein Köper drauf reagieren würde. Auf Tränke sprang er schließlich nicht mehr an. Und dann war da noch die alarmierende Frage, wie äußerte sich dieses Nichtwirken.
„Dann komm mal her. Es wird auch nicht wehtun", meinte der Arzt und Harry lächelte matt. Seit er in der Zauberwelt lebte, genau genommen seit er den Cruciatusfluch zu spüren bekommen hatte, wusste er was Schmerzen waren. Unbeteiligt sah er zu wie die durchsichtige Flüssigkeit in seine Ader gedrückt wurde und wartete gespannt auf die Wirkung,… die nicht kam.
Aber Jennifer kam herein. „Und?" fragte sie.
„Ich muss eben ein Bild entwickeln gehen. Mach die Wunde sauber und leg das Nähzeug bereit.", bat er und verschwand.
„Na?" fragte sie und räumte die Spritze weg. „Wirkt es?"
Harry musterte die Frau. Wenn das Zeug jetzt schon wirken sollte konnte er auch Muggelmedizin vergessen. Er spürte keine Veränderung.
„Harry?" sprach ihn die Frau besorgt an.
„Nein. Ist aber egal. Ich komm auch so klar", sagte er leise und hustete unterdrückend.
Die Frau schien ihm nicht ganz glauben zu können, sagte aber nichts weiter und holte eine falsche mit roter Flüssigkeit aus dem Schrank und tränkte damit ein paar Kompressen.
„Das könnte weh tun", meinte sie und Harry nickte. Die Flüssigkeit war kühl und als sie damit direkt über die Wunde strich, biss Harry sich auf die Lippen um nicht aufzuschreien. Aber ein Stöhnen konnte er nicht verhindern. Dann kam auch Mathew wieder herein.
„Du hast Glück. Mit der Lunge ist alles in Ordnung. Sie war zwar verletzt, aber das mit dem Blut was du hustest ist nichts, worum man sich Sorgen machen müsste", erklärte er.
„Er hat noch Schmerzen. Die Spritze wirkt nicht", erklärte seine Frau was auch den Mann verwundert aufsehen ließ.
„Das kann eigentlich nicht sein", meinte er und besah sich die Ampulle.
„Fürs Nähen müssen wie die Wunde aber sowieso lokal betäuben. Sonst kippst du uns noch um", meinte der Mann und Harry schluckte. Wenn das Schmerzmittel nicht half würde die Betäubung sicher auch nicht wirken, aber wie sollte er das meinem Muggel erklären?
„Sag mal. Wie hat man die Wunde eigentlich behandelt? Ich kann hier nichts finden was auf eine Narbe hindeutet", fragte Mathew, als er sich die Verletzung noch mal ansah.
Und da hatte er den Salat, schloss Harry seufzend. Wie sollte er das jetzt erklären. Narben verschwanden nicht innerhalb von vier Tagen. Das war ausgeschlossen.
„Also…", begann er zögernd und besah sich seinen Zauberstab. Sollte er sie vielleicht einweihen?
„Mat. Ich nehme an der junge Mann ist ein Zauberer", kam es gelassen von Jennifer und Harry sah erschrocken auf.
„Ein was?" fragte Mathew hinter ihm und sah seine Frau verwundert an.
„Ein Zauberer. Jemand der in der Lage ist, richtig zu zaubern", wiederholte sie und Mathew trat besorgt auf seine Frau zu.
„Liebling, geht es dir nicht gut?"
„Sie hat recht", sagte Harry leise und wand sich dann an Jennifer. „Auch eine Hexe?" fragte er. Harry sah das Mathew von nichts eine Ahnung hatte.
„Ich glaub du würdest eher Muggel sagen. Zumindest hat mich eine Schwester so genannt, wenn sie in den Sommerferien nach Hause kam." Harry nickte verstehend.
„Deine Schwester ist doch bei einer Gasexplosion umgekommen", sagte Mathew.
„Nein. Sie wurde getötet. Getötet von einem Wahnsinnigen."
„Wann?" fragte Harry besorgt der schon Schlimmes ahnte.
„November 81. Sie war grade 20 Jahre alt geworden. Irgendso ein Zauberer hat die halbe Straße in die Luft gejagt. Er sitzt dafür im Gefängnis."
Harry sah die Frau entsetzt an. Sie war die Schwester einer der Opfer von Pettigrew? Aber es war doch nur ein Zauberer unter den Opfern gewesen. Angeblich Pettigrew selbst. Oder hatte man damals einfach was verschwiegen? War es unter den Teppich gekehrt worden.
„Moment. Nun mal langsam Jenni. Willst du mir etwa sagen es gibt die Magie?" fragte Mathew verdattert.
„Ja. Es gibt sie. Aber ich habe nichts mit dieser Welt zu tun. Meine Schwester war es, die in ihr lebte und mit ihrem Tod, ist auch mir der Zugang zu dieser verschlossen worden", antwortete Jennifer und kam auf Harry zu.
„Du siehst einem Klassenkameraden meiner Schwester unheimlich ähnlich."
„Nein", flüsterte Harry und musste Schlucken.
„Was denn?" meinte sie.
„Ihre… Ihre Schwester ist mit... mit meinen Eltern… nach Hogwarts gegangen?"
„So heißt die Schule ja. Wie heißt du weiter?"
„Potter. Harry Potter. Meine Mutter hieß… Lily Evans und mein Vater James Potter", sagte er und schloss die Augen al er Jennifers lächeln sah.
„Oh ja. Meine Schwester hat mal erwähnt sie seien wie Hund und Katze und es war ein Schock für sie, als James und Lily zusammengekommen waren."
Harry konnte es nicht glauben. Das durfte doch wohl nicht wahr sein. Da fand er tatsächlich jemanden, der seine Eltern gekannt hatte und brachte sie in Lebensgefahr. Warum traf es eigentlich immer ihn.
„O.K. Ich versorg erstmal die Wunde und dann könnt ihr mir das in Ruhe erklären", meinte Mathew und wollte Harry die Spritze geben.
„Sparen sie sich das. Es wird sowieso nicht helfen", meinte Harry resignierend und sah den Mann an.
„Und wieso nicht?"
„Weil ich eine Menge Zauber… Medizin bekommen habe und mein Körper auf nichts mehr reagiert."
„Das ist unmöglich", sagte der Arzt.
„Er meinte auch nicht Medizin in deinem Sinne, sondern magische Tränke. Bei ihnen funktioniert das so weit ich weiß etwas anders, als bei uns. Glaub ihm einfach", meinte Jennifer.
„Gut. Aber so kann ich deine Wunde nicht versorgen. Wie lange dauert es bis… unsere Medizin wieder wirkt?"
„Keine Ahnung", murmelte Harry schwach und schloss die Augen.
„Himmel Harry. Was ist?"
„Mir wird schwindelig", flüsterte er.
„Leg ich hin. Das wird das Beste sein", sagte sie und ehe Harry sich wehren konnte, lag er schon. Doch das Gefühl ließ nicht nach. Es wurde immer schlimmer und er ahnte, dass er dieses Mal nicht wach bleiben würde.
„Jenni", hauchte Harry.
„Ja?"
„Rufen Sie keine Polizei. Und kein Krankenhaus. Bitte. Keiner darf erfahren wo ich bin. Zu ihrer Sicherheit", erklärte er und hörte noch ein ‚Ist gut', ehe er endgültig das Bewusstsein verlor.
Und nächste Woche? Nächste Woche erfährt Harry das es doch nicht nur Muggel waren die Peter 1981 ermordert hat, als er seinen eigenen Tod vortäuschte. Wie es dazu kommt? Lest es selbst am 30.09.
Alles Liebe
Eure Imo
