Hi fans! kicher
Es ist 0.48 Uhr. Das ist doch mal ne feine zeit für ein neues Chap.Bin ich ausnahmseise mal richtig früh dran.
Aber da ich auch gleich doch zu Bett gehe, geh heute abend auf ein geiles Konzi, fass ich mich kurz. Ich bedanke mich noch mal für alle reivews und wünsche euch viel Spaß mit dem neune Chap.
Rettung (aus) der Zukunft
Kapitel 33
Es dauerte nicht lang, bis er die Verwandlung spürte. Und auch den Verlust der Kontrolle. Remus war sofort aufgesprungen und hatte seinen Zauberstab gezogen. Allerdings wurden sie dann abgelenkt, durch das Aufreißen der Tür und die hereinstürmende Tonks.
Der Verschlug es aber die Sprache, als sie Harry sah und er konnte seinen Tiger nicht aufhalten sie anzuspringen. Remus Reaktion allerdings war schnell genug und so hing Harry dann in seiner Menschengestalt über ihr und sah ihr in die heute violetten Augen.
"Nicht schlecht Harry. Aber wird da nicht jemand eifersüchtig, wenn du mich so anspringst?" fragte sie und Harry spürte wie ihm das Blut ins Gesicht schoss und stand auf.
"Entschuldige. Das war keine Absicht. Ich hab die Triebe des Tigers noch nicht im Griff. Wir wollten üben."
Die Frau rappelte sich Lachend auf. "Schon gut. Ist ja nichts passiert. Aber ich muss dir deine zwei Trainingspartner entführen. David kommt gleich. Es gibt etwas Wichtiges", sagte sie und die beiden Nickten.
"Dann überlass ich dir Lily. Viel Spaß und mach keine Dummheiten", meinte Sirius kichernd und schwang einmal seinen Zauberstab. Auf dem Tisch erschien eine Teeflasche, ein kleine Puderdose, eine Windel und eine Schachtel Reinigungstücher.
"Was soll das denn?" fragte Harry verwundert.
"Nur für den Fall, dass die Kleine wach wird", meinte er mit einem Grinsen und ging raus.
Remus kicherte leise. "Du bekommst das schon hin. Ich hab es bei dir auch allein gelernt. Die Windel kannst du übrigens mit einem Spruch verschwinden lassen."
Damit verließ auch Remus den Salon und schloss die Tür. Harry sah den beiden verdattert hinterher, ehe er sich zu Lily setze und sie kurz beim Schlafen beobachtete, ehe er sich an Lisa wandte, die ihn ansah.
"Was wirst du für ein Tier?"
"Ein weißer Tiger. Wenn ich es kann, zeig ich es dir richtig. Jetzt ist das zu gefährlich", meinte er und sah auf die Bilder. "Was malst du da eigentlich die ganze Zeit?" fragte er.
"Nichts Besonderes", meinte sie schulterzuckend.
"Darf ich mal sehen?" fragte Harry und deutete auf die Blätter.
"Mhm", war die einzige Antwort die Harry bekam. Er angelte sich die Bilder und betrachtete sie.
Es waren einfache Kinderzeichnungen, für eine Fünfjährige aber schon ziemlich gut, vermutete Harry. Man konnte klare Umrisse erkennen und es war kaum über eine Linie gemalt. Auf dem ersten Bild waren viele Menschen zu erkennen, die um einen Stein herumstanden, in dem etwas steckte. Es schien eine Art Fest, oder so etwas was zu sein. Aber nichts was Harry kannte.
Das nächste zeigte einen Stein, in dem ein Schwert steckte. Irgendwas sagte Harry das, er kam gerade nur nicht drauf. Aber er kannte dieses Bild irgendwoher. Dann gab es auch Bilder auf denen Menschen blutend am Boden lagen, oder auf denen bunte Blitze hin und her zuckten. Menschen in schwarzen Roben bekämpften andere und Harry wurde mulmig. Das die Leute in den schwarzen Umhängen Todesser waren, konnte man erraten. Und nach zwei schweren Kämpfen gegen Todesser, war es ein Wunder, dass Lisa so ruhig war. Es gab von diesen hier noch mehrere Bilder und Harry vermutete, das Mädchen verarbeitete so diese Erlebnisse. Auf dem Letzen Bild war dann wieder der Stein zu sehen und auch wieder umringt von Menschen. Aber dieses Mal waren es die in schwarzen Umhängen und an dem Stein stand eine kleine Gestalt, die etwas in der Hand hielt. Harry nahm noch mal das erste Bild. Die Landschaft sah fast gleich aus und der Stein war derselbe nur auf dem Bild, mit den Leuten in schwarz, steckte nichts mehr in dem Stein.
"Sag mal Lisa… woher hast du das Bild mit dem Stein und dem Schwert. Ich kenn es, komm aber nicht drauf woher", meinte er.
Das Mädchen sah erstaunt auf. "Du hast es auch gesehen?" fragte sie überrascht.
"Ja. Ist aber schon ne weile her und ich weiß nicht mehr wo."
"Ich hab davon geträumt. Ist aber schon ne Weile her", erklärte sie.
Harry sah das kleine Mädchen erstaunt an. Geträumt? Sie hatte von einem Schwert in einem Stein geträumt? War es doch bloß Kinderphantasie? Eigentlich war er sich sicher, das Schwert gesehen zu haben. In einem Buch, oder einem Film. Es war aber schon eine Weile her. Und beim besten Willen wollte ihm die Bedeutung nicht einfallen, deshalb schob er es bei Seite. Er würde einfach Hermine fragen, denn es gab da noch eine Sache, bei der er sich sicher war. Die Muggel kannten es.
Es dauerte fast zwei Stunden bis Remus und Sirius wieder zu ihm kam. Lily war auch schon wach geworden und Harry hatte ihr nach der Teeflasche, auch die Windel wechseln müssen. Das war aber, abgesehen von dem sehr unangenehmen Geruch, leicht gewesen. Und nun lag er gerade auf dem Rücken auf dem Fußboden und spielte Flugzeug mit ihr, wobei die Kleine vor Vergnügen quiekte.
"Der perfekte Papa", stellte Sirius grinsend fest.
"Hat Harry das nicht auch immer so ein Spaß gemacht?" meinte Remus.
"Und wie. Er konnte nie genug davon bekommen."
Remus grinste.
"Und von dir auch nicht. Oder besser von Schnuffel, wie er dich genannt hat."
Harry sah verwundert auf.
"Der Name kommt von mir?"
Sirius nickte grinsend.
"Ja. Du hast mich so getauft. War an deinem Geburtstag, wenn ich mich nicht täusche. Und von da an, bin ich den Namen nie wieder losgeworden. James hat mich ab da nur noch so genannt. Konnte einen richtig wahnsinnig machen." Harry kicherte leise und setze sich dann auf. Der Boden war auf die Dauer doch richtig unbequem.
"Und? Was gab es so wichtiges?" fragte Harry neugierig und nutze damit die Gelegenheit, dass Lisa gerade nicht da war. Die beiden sahen sich kurz an.
"Irgendwer hat deine noch lebenden Schulkameraden befreit. Wer es war wissen wir nicht." Harry starrte Remus an.
"Erzähl mal genauer", bat er und setze sich mit Lily auf den Schoß in einen Sessel.
Remus Blick wanderte zu Sirius aber der nickte. "Selbst wenn Voldemort lauscht, erfährt er nichts was er noch nicht weiß."
Remus nickte.
"Heute in den frühen Morgenstunden muss es passiert sein. Wir wissen aber nicht, wer es war, oder wie er es geschafft hat", berichtete Remus.
"Tote?" fragte Harry zögerlich und mochte lieber nicht über die Antwort nachdenken.
"Leider", murmelte Sirius.
Harry sah Sirius eindringlich an. Er wollte es genau wissen.
"Auf der Flucht hat es 4 erwischt. Und 3… waren dem Cruciatus zu lang ausgesetzt."
Harry seufzte auf.
"Und das von 20 entführten."
"Den anderen geht es aber ganz gut. Sie stehen unter Schock, aber werden wieder gesund", erklärte Sirius.
"Und sie wissen nicht wer sie befreit hat?" hackte Harry nach.
"Nein. Ihnen wurde das Gedächtnis verändert und den Gedächtnisbann aufzuheben könnte irreparable Schäden verursachen. Wir werden uns wohl so damit abfinden müssen, einen unerkannten Helfer in den Reihen der Todesser zu haben", meinte Remus. Harry nickte nur.
"Hey. Grübeln nützt jetzt nichts. Außerdem… sie haben auch die Tochter des Ministers befreit. Sie war bei den Schülern und ist einigermaßen wohl auf", munterte Remus ihn auf und nahm ihm Lily ab. "Du willst doch üben. Und ein paar Stunden haben wir noch."
Harry nickte.
"Du hast Recht. Grübeln bringt nichts, man muss was tun. Und wenn ich das hier in den Griff bekomme, kann ich mich voll und ganz auf andere Dinge konzentrieren."
So verbrachten sie die nächsten zwei Stunden damit, dass Harry seine Instinkte unter Kontrolle bekam, während Remus in einer der hinteren Ecken ein paar Bauklötze beschworen hatte und mit Lily und dann auch mit der wieder dazugekommenen Lisa spielte.
Anstelle seiner Triebe bekam Harry aber erst ein Gefühl, für die Verwandlung. Nach zwei Stunden klappte die schon nahezu wie von selbst. Er brauchte sich nur kurz und fest auf den Tiger zu konzentrieren und es geschah. Aber es dauerte noch mal fast eineinhalb Stunden, bis er endlich den Dreh raus hatte. Es war eher plötzlich gekommen. Langsam verlor er die Geduld und auch die Lust an dem ganzen und sagte sich selbst ‚ein Mal noch'. Dann reicht es für heute.
Er hatte sich verwandelt und wenn er ehrlich war, hatte er es gar nicht mehr wirklich versucht, Sirius nicht anzugreifen. Er hatte mehr daran gedacht bald gehen zu müssen und dass sein Pate dann wieder hier allein war. Erst als Sirius in die Hände klatschte, sah er auf und bemerkte, dass er immer noch an derselben Stelle stand.
"Hey. Du hast es. Klasse. Versuch mal dich zu bewegen."
Harry war zunächst etwas irritiert nickte dann aber und es klappte. Auch der Tiger nickte. Und jetzt wurde ihm auch das irgendwie andere Körpergefühl bewusst. Er tapste einige male umher und ging dann zu Remus herüber, der scheinbar noch gar nichts bemerkt hatte. Erst als er ganz dicht hinter ihm stand und Lily auf ihn zeigte und anfing zu lachen sah Remus sich um und erschrak.
"Harry!" keuchte er und wollte schon seinen Stab ziehen, aber Harry war schneller und leckte ihm über die Wange, was Sirius hinter ihm in einen Lachanfall ausbrechen ließ.
Lily sah ihn mit großen Augen an, als Harry noch näher kam und mit der Nase dann gegen das kleine Händchen stubbste, das dann auch nach ihm greifen wollte.
"Na komm mal her", meinte Sirius und griff Lily, die er dann kurzerhand auf Harrys Rücken setzte.
"Hast du das auch mit mir gemacht?" fragte Harry und erschrak dann aber über seine Stimme die nur ein fauchen und knurren war.
"Ich denke das gefällt Harry nicht. Außerdem ist er doch am Rücken verletzt. Es wird ihm sicher wehtun", meinte Remus nachdenklich. Sirius sah ihn kurz an und nickte dann.
"Entschuldige Harry. Außerdem… vielleicht versuchst du das auch noch ein paar Mal um ein Gefühl dafür zu bekommen."
Harry nickte und verwandelte sich zurück während Sirius Lily auf den Arm nahm.
"Es hat mir nicht wehgetan. Ich wollte nur wissen, ob du mich auch so rum getragen hast", meinte er und kniete sich dann zu Remus, um ihm über die Wange zu streichen. "Heute morgen nicht rasiert, was?"
Remus lachte verhalten. "Ist mir durch den Frühsport völlig entfallen." Sirius hinter ihm lachte leise und auch Lily klatschte in die Hände.
"Na dann", meinte Harry und verwandelte sich direkt neben ihm. Er war sich sicher es jetzt raus zu haben. Mit Zwang brachte es nichts. Der Wille, seine Freunde nicht anzugreifen, kam von wo anders. Vom Herzen. Und das ließ sich nicht erzwingen. Als Tiger kuschelte er seinen Kopf kurz an Remus Arm, bis er sich schließlich zu Sirius umdrehte und ihn erwartungsvoll ansah. Der ließ Lily vorsichtig auf seinen Rücken nieder und Harry tapste langsam mit ihr einige Runden durchs Zimmer, während Sirius sie festhielt. Leider machte dem Baby das wohl keinen großen Spaß. Und so legte Sirius sie auf den Boden und Harry schnaubte ihr einige Male gegen den Bauch, was wohl ziemlich kitzelte. Aber als das Baby seine Barthaare zu fassen bekam verwandelte er sich zurück.
"Das tat weh, weißt du das", meinte er zu ihr und sah dann, wie sich die großen braunen Augen mit Tränen füllten und die Kleine anfing zu weinen. Vorsichtig nahm Harry sie hoch, doch sie wollte sich einfach nicht beruhigen. Auch Molly und Tonks kamen schon ins Wohnzimmer, als Remus sie auf den Arm nahm.
"Verwandle dich", bat er ohne die Frauen zu beachten.
"Ich soll… gut."
Und zum dritten Mal wurde Harry zum Tiger.
"Um Himmels Willen. Das ist doch viel zu anstrengend", protestierte Molly. Tonks dagegen hatte den Zauberstab gezogen.
"Keine Bange. Schneeflocke hat sich jetzt im Griff. Der tut keinem mehr was ungewollt", erklärte Sirius, während Remus vor Harry kniend mit Lily flüsterte, die sich langsam wieder beruhigte. Harry tapste ganz behutsam auf sie zu und leckte dann, unter Mollys entsetztem aufkeuchen, mit der Zungenspitze über Lilys Wange. Und Remus kicherte leise.
"Siehst du. Da ist der Tiger wieder und er hat dich lieb. Nur darfst du ihm nicht in den Barthaaren ziehen. Das tut ihm ziemlich weh."
Genau in diesem Moment kam McGonagall rein.
"Mr. Potter?" fragte sie verdutzt. Harry drehte sich um und nickte ihr zu.
"Und völlig unter Kontrolle", sagte Sirius und krauelte ihm im Nacken. Aber plötzlich spürte Harry ein unangenehmes ziehen hinten und sah sich um. Lily hatte mit Remus Hilfe seinen Schwanz zu fassen bekommen und zog nun daran. Bewusst ließ er ein leises knurren hören und zog seinen Schwanz dann aus den Kinderhänden und strich Lily damit dann durchs Gesicht. Anschließend war Remus dran, der herzhaft lachte.
"Kommt ihr zwei und Sie nehmen wieder ihre Menschengestalt an. Sie können Lily füttern, während wir unsere Besprechung abhalten." Harry verwandelte sich zurück.
"Gern, Professor. Vorausgesetzt Lily ist damit einverstanden", meinte er und nahm das Baby auf den Arm und Molly die Milchflasche aus der Hand.
Die Sitzung dauerte nicht besonders lange. Dennoch hatte Harry noch die Gelegenheit mit Lily als Tiger zu spielen.
"Sieh dir das an Moony. Ich würde sagen du hast in der nächsten Vollmondnacht einen Spielgefährten."
"Na ja. Eigentlich wollte ich die ja mit dir verbringen, damit du hier nicht vor Einsamkeit umkommst", gab Remus zu.
"Irrtum. Die wirst du mit Harry verbringen. Ich werde schon keine Dummheiten machen. Und vielleicht sind wir ja auch zu dritt", meinte er. Harry verwandelte die Augenblicklich zurück und setzte gleichzeitig mit Remus zu Protest an.
"Du wirst das Haus nicht verlassen", erklärten sie gemeinsam und sahen sich dann verwundert an.
"Ok. Ok. So viel Gegenwehr überzeugt. Aber wenn ich frei bin, machen wir das, verstanden?"
"Meinetwegen gern", meinte Harry, Remus dagegen zuckte mit den Schultern.
"Das überlegen wir uns, wenn es so weit ist. Minerva will gleich los, Harry. Ich geh deinen Koffer holen." Damit verschwand Remus und Sirius sah ihm seufzend nach.
"Sirius?" fragte Harry leise.
"Moony hat sich verändert", seufzte er nachdenklich.
Harry nickte. "Ihm ist bewusst geworden was du ihm wirklich bedeutest", meinte er und sein Pate sah ihn verwundert an. "Na ja. Remus… er hat auch sehr unter deinem Tod gelitten. Ich… wir haben beide wohl gleichviel Tränen vergossen", erklärte Harry.
"Verstehe", meinte Sirius und sah sich um, da Remus wieder rein kam.
"Minerva möchte gehen."
Harry nickte und gab Lily an Remus weiter. "Na dann… wir sehen uns. Und lass dich nicht unterkriegen. Du wirst freikommen. Das verspreche ich dir."
Sirius nickte und zu Harrys Überraschung zog er ihn in eine feste Umarmung. Er selbst hatte sich das nicht wirklich getraut. Auch wenn Sirius seine Beziehung zu Remus und alles was dazu gehörte wohl ziemlich locker nahm, war eine Umarmung ja doch sehr intim und beim letzten Mal war sie auch von Sirius ausgegangen.
"Pass auf dich auf, ja?" flüsterte er ihm zu. "Mach mir keine Dummheiten und meld dich ab und zu mal."
Harry nickte und drückte Sirius einmal fest.
"Keine Sorge. Ich habe keine Dummheiten vor. Und ich melde mich, sobald der Spiegel wieder heil ist. Aber… mach du auch keinen Unsinn. Mir wird nichts passieren und… du kannst dich auch jederzeit melden." Dann sah er über die Schulter Remus der in Richtung Tür nickte. "Und pass auch ein bisschen auf Moony auf. Nicht das Molly ihn fertig macht."
"Mach ich", versprach Sirius und ließ Harry dann los. "Der Spiegel ist übrigens schon wieder heil. Remus hat sich darum gekümmert und auch mit einem Unzerbrechlichkeitszauber belegt."
"Dann gibt es ja keine Probleme.", meinte Harry und verabschiedete sich dann noch von Lisa und Lilian.
"Ich begleite euch bis zum Schloss. Nur zur Sicherheit. Die anderen kommen auch mit", meinte Remus und gemeinsam traten sie auf die Straße, um aus der Seitengasse zu disapparieren.
"Wann sehen wir uns wieder?" fragte Harry leise, als die den Weg zum Schloss hoch liefen. Kommt drauf an, was Minerva für mich an Aufgaben zu erledigen hat. Vielleicht schaff ich es nächstes Wochenende für ein paar Stunden. Aber in jedem Fall haben wir das Telegate. Das hab ich immer bei mir."
Harry nickte tapfer. Sie hatten immerhin die ganzen Ferien gehabt und es gab viel zu tun. Voldemort ließ sich schließlich nicht von Luft aufhalten. Und wenn der Orden Remus brauchte, ging das nun mal vor. Dennoch würde ihm der Abschied gleich leichter fallen, wenn er wüsste, wann sie sich wieder sehen würden. So hatte er zumindest ein Ziel vor Augen. Einen Termin, auf den er sich freuen konnte, wenn es mal nicht so gut lief und er Stress hatte.
Etwa auf der Mitte des Schulgeländes blieb der Geleitschutz zurück. Nur Remus folgte Harry noch ein paar Schritte weiter.
"Wir gehen dann", meinte er und Harry nickte.
"Wir sehen uns", meinte er und zog Remus zu sich ran.
"Ich werde euch den Südturm herrichten lassen und die Elfen anweisen ihn mit in Ordnung zu halten. Du bist hierr also jederzeit herzlich willkommen und ich denke, es spricht nichts dagegen, wenn du das am Sonntag wahrnimmst. Alastor ist gern bereit für den Nachmittag und die Nacht deinen Posten zu übernehmen", meinte McGonagall. "Ich verlass mich darauf, dass Sie gleich zu Madam Pomfrey gehen, Mr. Potter. Gute Nacht."
Auch Harry wünschte seiner Hauslehrerin eine Gute Nacht und wand sich dann an Remus.
"Hast du Sonntag schon was vor?" fragte der leise.
"Nicht das ich wüsste", meinte Harry.
"Dann komm ich dann her. Wenn Minerva so sehr darauf besteht", flüsterte Remus und zog Harry in einen innigen Kuss. Er schlang seine Arme um den Hals des Werwolfs und bemerkte dabei die Kette, die er trug. Remus grinste verschmitzt als er sich von Harry löste.
"Eigentlich ist es ja schon lange Zeit ihn dort zu tragen wo er hingehört, oder?"
"Wenn er dich irgendwie stört, du kannst ihn auch ruhig…"
"Er stört mich nicht", unterbrach Remus ihn und löste die Kette von seinem Hals und ließ sie in Harrys Hand fallen. Der zog sofort den Ring ab und steckte ihn Remus an die linke Hand.
Remus betrachtete ihn einen Moment und meinte dann verlegen: "Ich muss. Die anderen warten nur noch auf mich. Wir sehen uns Sonntag." Harry nickte ließ Remus aber nicht ohne einen erneuten innigen Kuss gehen.
"Und pass ein bisschen auf Sirius auf. Nicht das er sich vergräbt."
Remus grinste. "Das wird er nicht tun. Erstens hat er Lily und zweitens werd ich drauf achten." Harry nickte und blieb noch stehen, bis die Gruppe außer Sichtweite war. Eher konnte er sich nicht überwinden zum Schloss zu gehen.
"Dass du Schwul bist, hab ich irgendwie geahnt", meinte jemand, als er durch das Tor trat.
"So, so. Und? Stört es dich?" meinte Harry.
"Das würde dich wohl kaum stören, oder?" gab Malfoy trocken zurück.
"Richtig. Es würde mich nicht im geringsten stören. Aber das soll hier noch ein Geheimnis bleiben. Es muss nicht gleich die ganze Welt erfahren", meinte Harry und sah den Blonden an, der kurz nickte. "Gab es beim Abendessen irgendwas Interessantes?"
Der Slytherin grinste hämisch. "Das fragst du mich?" Harry zuckte nur mit den Schultern, während er die Treppen hinauf Richtung Krankenflügel stieg.
"Ich kann auch Ron und Hermine fragen, wenn ich gleich oben bin. Aber du bist gerade hier", konterte er.
"Nun. Ich gehe davon aus, dass du schon weißt dass die entführten Kinder befreit wurden. Über die Ferien haben ansonsten einige Eltern beschlossen ihre Kinder nicht wieder herzuschicken. Insgesamt fehlen 30 Schüler. Die Zwanzig von der Entführung mitgezählt. Wer aus Gryffindor, weiß ich nicht. Hab nicht darauf geachtet. War mehr damit beschäftigt nicht von meinem Haus verflucht zu werden."
Harry nickte. "Die sind wohl alle ziemlich schlecht auf dich zu sprechen", meinte er und betrat den Krankenflügel.
"Das könnte man so sagen", meinte Draco.
"Da sind Sie ja Mr. Potter. Und Sie Mr. Malfoy? Sind sie verletzt?"
"Nein Madam", meinte er.
"Dann raus", giftete sie.
"Draco kann ruhig bleiben", widersprach Harry und knöpfte sich die Uniform auf. "Sind sie schon auf dich losgegangen?" fragte er dabei den Blonden.
"Dazu hatten sie noch keine Chance. Wir sind uns bisher nur unter den Augen der Lehrer begegnet und da wagt sich das keiner", meinte er. Harry nickte und zog auch das Unterhemd über den Kopf und sah Madam Pomfrey an.
"Na was? Ganz, Mr. Potter."
Der Gryffindor seufzte. "Wieso denn das?" brummte er, während er sich die Hose auszog.
"Weil ich sie ganz durchchecken werde. Ihre Shorts auch." Harry sah abrupt auf.
"Wie? Das meinen sie doch nicht ernst!"
"Oh doch. Und nun machen sie. Oder ich helfe nach."
Harry brummte einige Verwünschungen vor sich hin, während er einen Blick auf Malfoy warf der hämisch grinste. "Gefällt dir das, was ich hier mache?" fragte er und die Mundwinkel des Blonden zuckten kurz nach oben, sagte aber nichts.
"Und nun hinlegen", ging Madam Pomfrey mit strenger Mine dazwischen. "Wie fühlen sie sich? Haben sie noch Schmerzen?"
"Eigentlich nicht", meinte Harry und beobachtete, wie die Krankenschwester Zahlen und Buchstaben über seinem Körper erscheinen ließ und sie dann musterte. "Fühlen sie sich erschöpft?"
"Hmm. Ein wenig vielleicht", gestand er.
Das Animagustraining war nicht so spurlos an ihm vorüber gegangen, wie er es vermutet hatte, aber es störte ihn nicht. Dafür beherrschte er es jetzt und konnte sich der Okklumentik und seinem Potential widmen.
Plötzlich zwang ihn irgendwas tief Luft zu holen und er keuchte auf. Das war das einzige was noch schmerzte.
"Immer noch nicht wieder Gesund. Was haben Sie gemacht? Sie sollten sich doch schonen? Oder haben Sie sich mal wieder über die Anweisungen hinweggesetzt?" meinte die Krankenschwester.
"Ich hab mich geschont", antwortete Harry möglichst gelassen.
"Na gut. Drehen Sie sich mal auf die Seite", wies die Frau ihn. Mit gerunzelter Stirn folgte er dem, keuchte aber erschrocken auf, als er die kühlen Finger der Krankenschwester an seinem Po spürte. Ruckartig drehte er sich wieder um.
"Was wird denn das?"
"Ich untersuche Sie, Mr. Potter. Was denn sonst", meinte die Frau leicht pikiert.
Harry starrte die Frau an. Sicher war ihm bewusst, dass ihr morgendliches Vergnügen trotz Gleitmittel Spuren hinterlassen hatte. Er atmete einmal tief durch, das Ziehen wohlweißlich in kauf nehmend und sagte dann: "Mit meinem Hintern ist alles in Ordnung, Madam Pomfrey. Der braucht keine Untersuchung. Also beschränken Sie sich auf die echte Verletzung."
Madam Pomfrey sah für einen Moment aus, als habe man ihr einen Rüffel erteilt ehe sie loswetterte: "Sie sind hier Schüler, Mr. Potter und ich bin für Ihre Gesundheit verantwortlich. Also entscheide ich, wo ich Sie untersuche. Und nun drehen Sie sich auf die Seite."
Harry viel darauf keine Antwort ein, also tat er, wie ihm geheißen und Malfoy viel wohl nichts Besseres ein, als zu grinsen.
"Wie haben sie das angestellt?" fragte die Krankenschwester hinter ihm.
Harry brummte ihr ein: "Das ist meine Privatsache", zu, während Draco ihn ziemlich verdattert ansah und dann hinterhältig lächelte.
"Kein Wort Draco, oder du bist der Nächste, der sich einer Untersuchung unterziehen darf", warnte er den Blonden.
"Soll das eine Drohung sein, Potter?"
"Nein. Eine Warnung", meinte er und wandte sich dann ruckartig zur Krankenschwester um, da er etwas Kühles an seinem Hinter spürte. "Was machen Sie da?"
"Sie behandeln", war die neutrale Antwort, ehe die Frau ihn bat sich aufzusetzen. Harry spürte, wie sie nun die Narbe an seinem Rücken untersuchte. "Ich fürchte gegen die Narbe kann ich nicht mehr viel machen, Mr. Potter. Mit Glück verblasst sie noch ein wenig, aber ganz verschwinden wird sie nicht mehr."
"Damit kann ich leben. Darf ich mich wieder anziehen? Hier ist es kalt", meinte Harry missmutig.
"Dürfen Sie. Ich werde Ihnen einen Schlaftrank mitgeben, damit Sie sich heute Nacht richtig erholen können. Sie sollten also früh zu Bett gehen. Außerdem sollten Sie darauf achten sich nicht zu verletzen und sich zu überanstrengen. Also keine Abenteuer, oder wilde Alleingänge. Haben wir uns da verstanden?" Harry sah kurz um den Vorhang. Als wenn er jemals etwas ohne Grund getan hätte.
"Ja, Madam Pomfrey." Nachdem er angezogen war drückte ihm die Krankenschwester noch eine Phiole mit gelblicher Flüssigkeit in die Hand.
"Er wirkt 8 Stunden: Sie gehen also besser gleich zu Bett." Harry nickte nur und verließ mit einem Grinsenden Malfoy die Krakenstation.
"Was ist so lustig?" meinte Harry grummelnd.
"Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie du zusammengestaucht wirst", erklärte der Slytherin.
Harry konnte nicht anders als auflachen und besah sich dann die Phiole.
"Kennst du jemandem, dem du eins auswischen willst? Mich und meine Freunde ausgeschlossen?" fragte er.
"Wieso?" konterte der Slytherin mit hochgezogener Augenbraue.
"Weil ich hierfür keine Verwundung habe. Ich könnte ihn auch einfach weg kippen, aber wenn du jemandem gern ein wenig Ärger bereiten willst. Allerdings muss ich darauf bestehen, dass es keinen Gryffindor trifft."
"Gut. Keine Gryffindors, versprochen. Da wird sich sicher jemand finden", sagte er und hielt die Hand offen. Harry reichte ihm die Phiole und verabschiedete sich dann von ihm um in seinen Turm zu gehen. Dort warteten seine Freunde scheinbar schon auf ihn.
"Hey. Wie geht's?" fragte Hermine sofort.
"Bestens. Madam Pomfrey meint nur, ich soll noch etwas auspassen und mich nicht übernehmen.", meinte Harry und ließ sich in seinen Lieblingssessel fallen.
"Klasse. Katie hat schon befürchtet, dass du nicht zum Training darfst. Die hat mich den ganzen Nachmittag über Wahnsinnig gemacht", meinte Ron erleichtert.
"Wenn Madam Pomfrey gesagt hat, Harry soll sich schonen, dann darf er auch nicht zum Training, Ron. Denn das ist Anstrengend"; erklärte Hermine mit einem denk mal nach Tonfall.
"Dann hätte Sie das direkt gesagt. Tut sie doch sonst immer", widersprach Ron.
"Das muss sie nicht immer sagen. Harry ist alt genug, um das auch so zu verstehen", konterte die Brünette und Harry erhob sich leise. Er hatte keine Lust dazwischen zu gehen. Eigentlich hatte Hermine Recht. Ihm war klar, dass er durch diese Aussage ein Quidditchverbot bekommen hatte, aber nach diesem Tag, sah er nicht ein sich wirklich daran zu halten. Er würde es ruhiger angehen lassen. Sich nicht bis zum Letzen auspowern, aber er würde fliegen gehen.
Oben in seinem Zimmer brachte er seinen Koffer wieder auf Originalgröße. Remus hatte ihn vorher geschrumpft und ihm zugesteckt. Er durchwühlte gerade seine Sachen nach dem Telegate und dem Spiegel, um sie auch immer bei sich zu haben, als er ein Geräusch hörte. Doch als er sich umsah, war nichts zu entdecken. "Einbildung", schloss er und suchte weiter. Doch dann hörte er es wieder und dieses Mal war er sich sicher, dass er sich das nicht eingebildet hatte. Hier war irgendwas. Die Geräusche aus dem Gemeinschaftsraum konnten es nicht sein, die klangen kaum bis hier nach oben. Vorsichtig warf Harry einen Blick unter jedes Bett, doch auch hier war nichts zu sehen.
"Das Bad", murmelte er leise und drückte mit gezogenem Zauberstab die Tür auf. Die Geräusche wurden lauter und er entdeckte Neville, in einer Ecke sitzen und weinen.
"Hey", flüsterte Harry und kniete sich zu dem Jungen. Der sah ihn nur kurz an und vergrub sein Gesicht dann wieder in den seinen Händen. "Was ist los?" fragte Harry vorsichtig.
"Du… du weißt es nicht?" fragte sein Schulkamerad schniefend. Harry runzelte die Stirn.
"Ich hab über die Ferien nicht viel mitbekommen, aus unserer Welt. Ich hatte da ein paar eigene Probleme", gestand Harry.
"Aber.. aber du warst… du warst doch auch im … im Krankenhaus." Harry nickte langsam und ihm dämmerte auch was Neville haben könnte.
"Deine Eltern?", fragte er leise besorgt und bekam einen heftigen Schluchzer zur Antwort. "Das… das tut mir leid", flüsterte er und legte Neville eine Hand auf die Schulter.
"Ich versteh nicht wieso? Mum und Dad… sie konnten doch… doch niemandem mehr schaden? Sie waren keine… keine Gefahr mehr für… du weißt schon wen. Warum haben sie sie umgebracht?"
Harry fühlte sich bei diesen Worten ziemlich hilflos. Er wusste nicht wie er Neville trösten konnte oder sollte. "Ich weiß es nicht Neville. Ich hab keine Ahnung", sagte er leise. "Aber ich verspreche dir, wir werden die Verantwortlichen bekommen und sie bekommen ihre Strafe. So wie Lestrange sie auch bekommen wird."
"Aber… aber wir sind doch nur Schüler. Wir… wir können nichts gegen ihn ausrichten", schniefte Neville. Harry lächelte seinem Freund aufmunternd zu.
"Nein? Und was war das im Ministerium? Da haben wir sie hingehalten und das ist auch schon was wert. Wir sind keine hilflosen Schüler. Wir sind in der Lage uns zu verteidigen, uns zur Wehr zu setzten. Außerdem haben wir doch Hilfe. Dumbledore steht auf unsere Seite und McGonagall auch. Selbst Snape tut es irgendwie. Und dann sind da noch Remus, Tonks, Moody und Sirius."
Neville sah ihn mit großen Augen an und nickte schließlich vorsichtig. "Du hast Recht. Und wir haben DA. Wir können uns wehren."
"Richtig. Wir haben die DA.", bestätigte Harry und stand dann auf. "Hilfst du mir ein paar Flüche heraussuchen für das nächste Treffen? Ich hab zu Weihnachten ein Buch bekommen, da stehen eine menge Dinge drin, die richtig interessant sein könnten." Neville nickte und gemeinsam setzen sie sich dann auf Harrys Bett.
"Zaubertränke?" fragte Neville verwundert, als er Snapes Buch in die Hand nahm.
"Ja. Ein Geschenk von meinem Paten. Der meinte ich sollte darin etwas mehr lernen. Hier das ist das was ich meine. Hermine hat es ausgesucht."
Schnell ließ er das Geschenk von Snape wieder verschwinden. Er hatte nicht vor daraus auch nur einem anderen Schüler etwas beizubringen. Dazu hatte Snape ihm das Buch ganz sicher nicht geschenkt. Gemeinsam gingen sie die Seiten durch und markierten jeden Fluch, der ihnen gefiel. Harry merkte schnell, dass Neville sich sehr für Blockzauber interessierte. Er wollte ihn gerade fragen warum, als Ron hereinkam und meinte: "Kommst du mit auf einen Rundgang, Harry? Oder bist du zu müde?"
Für einen Moment sah der schwarzhaarige seinen Freund verwundert an. Das "zu müde" kam nicht von ihm. Das musste von Hermine kommen. So zuvorkommend war Ron sonst nie.
"Ich komm schon", meinte Harry und sagte zu Neville, er sollte einfach mal weitergucken was ihm gefiel. Sie könnten es ja einfach vorschlagen.
Während sie gemeinsam durch die Gänge strichen, spürte Harry, dass Hermine ihn immer wieder scharf beobachtete und es ging ihm auf die Nerven. Natürlich war er etwas müde. Es war kurz nach halb Elf und er hatte am Nachmittag eine Menge getan, aber kein Grund sich sofort ins Bett zu legen und nicht mehr zu rühren. Er hatte immerhin auch eine Pflicht zu erfüllen und das würde er tun. Es ging hier um die Sicherheit.
"Ich geh mal runter, Richtung Küche und nehm die Kerker dann auch gleich mit. Sehen wir uns in einer Stunde wieder hier?" fragte Harry und unterdrückte ein gähnen.
"Du solltest nicht allein in die Kerker gehen. Was wenn die Slytherin dir auflauern? Du schaffst das nicht gegen mehrere allein", meinte das Mädchen besorgt. Harry schmunzelte nur.
"Ich werde ganz sicher mit ihnen fertig. Bleibt ihr schön zusammen und passt aufeinander auf. Nicht das euch etwas passiert", meinte er und nahm einen Geheimgang, der zu den Küchen führte. Pflichtbewusst warf er auch dort einen Blick hinein und erschreckte zwei Gryffindorerstklässler fast zu Tode.
"Lasst es euch einpacken und seht zu, dass ihr nach oben kommt. Weicht aber bloß dem Korridor mit dem Portrait von Wilbert Wickel aus. Hermine und Ron sind dort lang gegangen und die dreht euch den Hals um", meinte er ihnen zuzwinkernd und ging dann weiter in Richtung Kerker.
Sicher war seine Pflicht eigentlich eine andere, aber er konnte ja schlecht sein eigenes Haus verpfeifen und die beiden hatten sich nur einen Mitternachtsimbiss geholt. Davon ging die Welt auch nicht gleich unter. Er nahm an der Gabelung den rechten Weg, der nach unten zu den Slytherinräumen führte. Um Hufflepuff würde er sich auf dem Rückweg kümmern. Doch je weiter er in das Reich der Grünen vordrang, desto stärker wurde das Gefühl, dass er verfolgt wurde. Aber hinter ihm war weder jemand zu sehen, noch jemand zu hören?
Er zwang sich dennoch ruhig zu bleiben und bog um die nächste Ecke und trat dort in den Schatten einer Rüstung. "Ich krieg dich", dachte er und wurde im nächsten Moment angesprochen: " Sie haben mich also bemerkt." Harry atmete erleichtert aus.
"Ja, Sir. Hat es einen Grund, dass Sie mich verfolgen?" Harry trat aus dem Schatten in das fahle Licht einer Fackel und sah seinem Zaubertanklehrer unumwunden in die Augen. Auch Snape starrte ihn an.
"Was haben Sie hier untern verloren, Potter? Sind Sie etwa der Meinung, dass die Vertrauensschüler von Slytherin ihre Pflichten nicht erledigen können?"
"Ihre Vertrauensschüler machen auch im Oberschloss Rundgänge, Sir", konterte Harry gelassen.
"Gibt es Probleme, Professor?" erklang plötzlich eine helle, schon fast aufdringliche Stimme hinter Harry und der Gryffindor sah sich um. Pansy Parkinson stand dort und zwinkerte Snape zu. Harry musste sich ernsthaft auf die Lippe beißen, um nicht laut loszulachen. Das Mädchen versuchte doch tatsächlich mit dem Lehrer zu flirten.
"Mit Potter werde ich schon fertig, keine Sorge, Mrs. Parkinson", erklärte Snape mit seidiger Stimme und fauchte dann: "Und hören Sie auf mit diem Geklimper, das ist ja nicht auszuhalten. Machen Sie, dass Sie in den Gemeinschaftsraum kommen!"
Bei den entgleisten Gesichtszügen der Slytherin konnte Harry sich ein Grinsen nicht verkneifen, was das Mädchen mit einem abwertenden und angeekelten Blick in seine Richtung erwiderte.
"Mitkommen Potter", raunzte Snape ihn dann an und er sah sich erstaunt um.
"Ich bin Vertrauensschüler. Sie können mich nicht bestrafen, Sir", protestierte er.
"Ich bin Ihr Lehrer, Potter. Sie haben mir nicht zu sagen was ich kann und was nicht. Also bewegen Sie sich!" Harry folgte ihm mit einem seufzen. Das durfte doch wohl nicht wahr sein. "In mein Büro!", fauchte er und schlug die Tür hinter ihnen zu. Zu Harrys Überraschung versiegelte er die Tür wortlos. "Ich muss ein paar Dinge mit Ihnen besprechen, was ja wohl schlecht vor den Augen und Ohren einer Todessertochter geht, die die Angewohnheit hat ihre Nase in Dinge zu stecken, die sie nichts angehen", erklärte Snape zu Harrys Überraschung und wies ihm dann einen Stuhl zu.
"Und was wollen Sie, Sir?" fragte Harry.
"Mehrere Dinge. Zunächst einmal fangen wir mit meinem Geschenk an. Mir ist zu Ohren gekommen, dass sie schon einen Fluch benutzt haben."
Harry nickte. "Und ich werde es nie wieder tun. Es ist schwarze Magie", sagte er streng.
Snape dagegen lächelte viel sagend. "Sie zu beherrschen und sie anzuwenden, sind zwei verschiedene Dinge. Außerdem haben Sie auch mit Hilfe des Buches einen Portschlüssel erschaffen."
Harry musste Snape gedanklich Recht geben, was seine letzte Aussage anging. Die Sache mit der schwarzen Magie, war aber etwas völlig anderes.
"Warum haben Sie Draco eigentlich das gleiche Buch geschenkt? Er kommt aus einer reinblütigen Familie und er beherrscht mit Sicherheit auch so genug schwarze Magie", fragte Harry, um nicht näher auf Snapes Aussage eingehen zu müssen.
"Das geht Sie nichts an, Potter. Draco weiß warum er es bekommen hat, das genügt. Und Sie werden die Flüche auch noch zu schätzen lernen, glauben Sie mir. In einem erneuten offenen Kampf, zwischen ihnen und dem Dunklen Lord, werden Sie sie brauchen. Ohne sie, sind sie verloren."
"Professor Dumbledore wird niemals zulassen, dass ich schwarze Magie lerne. Und vor allem nicht hier an der Schule", konterte Harry.
"Was der Schulleiter nicht weiß, regt ihn auch nicht auf. Und ums bemerken müssen Sie sich keine Sorgenmachen. Als einziger Parselmund, an ganz Hogwarts, können Sie sowohl die Kammer des Schreckens, als auch Slytherins Privaträume, als einziger betreten und das Portrait von Slytherin kann diese Räumlichkeiten nicht verlassen und somit auch niemandem Bericht erstatten", erklärte Snape und Harry nickte.
Er würde die Flüchte trotzdem nicht anrühren. Niemals wieder. Und wenn er das beim Grabe seiner Eltern schwor. Er würde keine schwarze Magie benutzen.
"Wobei wir bei Punkt zwei wären. Ich werde ab sofort wieder Ihr Training in Okklumentik übernehmen und auch Ihre bescheidenen Versuche, Ihr Potential zu finden. Professor Scott sieht sich außer Stande Ihnen erfolgreich zu helfen und seine Zeit wurde anderweitig verplant."
"Was?" fragte Harry entsetzt. Das konnte Max ihm doch nicht antun?
"Sie haben mich schon richtig verstanden und ich erwarte, dass Sie üben Potter", knurrte Snape.
Für einen Moment herrschte schweigen zwischen ihnen und Harry beschloss mit Max zu reden. Mit Snapes Hilfe würde er noch weniger erfolg haben. Wobei… er war immer noch nicht dazu gekommen dieses bescheuerte Buch zu lesen. Vielleicht brachte es ja doch was.
"Wir sehen uns Mittwoch, um punkt Acht, hier", keifte Snape und öffnete dann mit seinem Stab die Tür.
"Gute Nacht, Sir", knurrte Harry und machte sich sofort auf den Weg zu Scotts Büro. Er musste es jetzt wissen, eher würde er kein Auge zubekommen. Zu seiner Erleichterung kam noch ein Lichtschein unter der Tür des Büros durch, was Harry dazu veranlasste beherzt anzuklopfen.
Ein hastiges: "Moment!" erklang und Harry lauschte. Drinnen schien jemand eiligst einige Sachen wegzupacken, ehe sich die Tür öffnete.
"Oh Harry. So spät noch unterwegs?" fragte Scott überrascht.
"Patrouille. Darf ich reinkommen?" antwortete Harry.
"Eh... Sicher. Entschuldige die Unordnung. Ich habe gerade etwas verzweifelt gesucht", sagte er und räumte einige Pergamentbögen vom Stuhl, den er dann Harry anbot.
"Danke. Max ich hab gerade Professor Snape gesprochen und der hat mir gesagt, dass er ab sofort meine… Privatstunden übernehmen würde. Warum? Ich weiß ja, dass ich miserabel bin, aber bei Snape wird es mir noch weniger bringen", fragte Harry direkt heraus.
Er wollte nicht lang drum herum reden. Wenn er eines wusste, dann das man mit Max eben reden konnte.
"Ich habe eine Menge zu tun. Das Ministerium schickt mir Aufgaben, die ich erledigen muss, der Unterricht will vorbereitet werden und die ganze Kontrolle der Post. Professor Snape hat einfach mehr Zeit und er hat mir zugesichert, dass er behutsam vorgehen wird", erklärte der Lehrer und Harry seufzte.
"Das klang gerade anders. Allein der gehässige Ausdruck in Snapes Gesicht, sagt alles. Es wird eine Tortur werden.
Bitte Max. Ich helfe Ihnen auch gern beim Vorbereiten des Unterrichts, oder sonst was, aber tun Sie mir das nicht an", bat er, aber Scott schüttelte den Kopf.
"Es geht nicht. Tut mir leid. Ihr zwei werdet euch schon zusammenraufen. Und nun muss ich dich leider rauswerfen. Ich muss noch weiter arbeiten."
Harry erhob sich seufzend. Es hatte wohl keinen Sinn weiter zu reden. Also verabschiedete sich und machte sich auf den Weg in den Turm. Seine Laune war auf einen Punkt weit unter Null gesunken.
Im Gemeinschaftsraum war kaum noch was los. Nur ein paar Schüler waren noch auf und sahen Harry besorgt an. Er hatte aber kein Interesse daran seine Hauskameraden ins Bett zu schicken. Ihm graute jetzt schon vor dem nächsten Mittwoch und der Stunde bei Snape. Es würde mit Sicherheit eine Qual werden.
"Wenn er zu weit geht, geh ich", flüsterte Harry sich selbst zu und betrat seinen Schlafsaal.
Neville hatte sich schon schlafen gelegt, während Seamus auf seinem Bett saß und las. Harry sah für einen Moment nachdenklich auf Deans Bett.
"Hi, Harry", grüßte Seamus ihn.
"Hi", antwortete Harry und nickte dem Jungen zu.
"Dean kommt nicht zurück. Sein Vater ist während der Ferien umgekommen. Er hat mit seiner Mutter das Land verlassen."
Harry sah ihn erstaunt an.
"Das wusste ich noch gar nicht", flüsterte Harry.
War er wirklich so mit seinen eigenen Problemen beschäftigt gewesen, dass er das alles gar nicht mitbekommen hatte?
"Meine Eltern hatten mich auch erst nicht zurück lassen wollen. Aber McGonagall hat sie wohl irgendwie überzeugen können", erklärte sein Hauskamerad weiter.
"Hat Dean dir geschrieben?" fragte Harry.
"Ja. Einen Tag bevor sie abgereist sind. Ich soll euch alle grüßen. Dean wollte wohl nicht gehen, aber seine Mutter hat ihn einfach mitgenommen."
"Aber… ist er nicht auch schon 16? Ich mein… auch wenn es seine Mutter ist…"
"Ist er. Aber ich glaub, er wollte sie wohl nicht allein lassen. Sie ist doch eine Muggel und er will sie beschützen, auch wenn er gern zurückgekommen wäre", meinte Seamus nachdenklich.
"Kann ich verstehen", murmelte er und warf einen Blick auf den schlafenden Neville.
"Ist schlimm was seinen Eltern passiert ist", meinte sein Klassenkammerad und lächelte verkniffen.
"Wusstest du es? Ich mein, dass sie verrückt waren"
"Verrückt? Sie waren… eher seltsam. Ron, Hermine und ich haben ihn und seine Großmuter zufällig letztes Jahr an Weihnachten in St. Mungos getroffen und auch seine Eltern gesehen. Ich find so was furchtbar", meinte Harry und zog sich um.
"Meine Mum hat erzählt, dass du auch dort warst und ich hab es auch gelesen. Wie bist du da raus gekommen?"
"Deine Mum arbeitet im St. Mungos?"
"Ja. Auf der Station, auf der Dumbledore liegt."
"Ist deiner Mutter was passiert und weißt du, wie die Todesser das angestellt haben?" fragte Harry besorgt aber auch neugierig.
"Ihr ist nichts passiert", meinte Seamus deutlich erleichtert. "Sie hatte zu dem Zeitpunkt keine Schicht. Was glaubst du, wie froh Dad und ich waren. Aber Mum war gleich in Sorge um dich und ihre anderen Patienten."
Harry schmunzelte. Er kannte Seamus Mutter gar nicht und sie machte sich Sorgen um ihn. Es war doch wirklich seltsam. "Soweit ich weiß hat wohl jede Station einen Kuchen geschickt bekommen, als Dankeschön für die tolle Arbeit in dieser schweren Zeit. Darin war ein Schlafmittel. Meine Mum meinte, dass es ein Wunder war, dass sie kein tödliches Gift genommen haben. Aber nun sag schon, wie bist du da raus gekommen? Die Todesser haben doch dort ganz schön gewütet."
Harry setzte sich auf Deans verwaistes Bett und erzählte dann leise, wie er es geschafft hatte aufs Dach zu kommen und von dort zu disapparieren.
"Und wie hast du den Apparierschutz aufgehoben?" erkundigte Seamus sich verwundert.
Harry der sich grade seinen Umhang aufknöpfte sah Seamus verwundert an.
"Welchen Apparierschutz? Ich hab keinen aufgehoben", meinte er.
"Was? Über St. Mungos liegt ein Schutzschild. Man kann nicht rein oder raus apparieren, auch nicht vom Dach aus", erklärte der Junge und Harry meinte schulterzuckend: "Vielleicht hatten ihn die Todesser aufgehoben."
Allerdings konnte er daran aber selbst nicht so ganz glauben. Das Schild würde erklärten, warum ihm die Todesser nicht sofort gefolgt waren und auch warum Snape so überrascht davon war, dass er disappariert war. Außerdem hatten die Todesser das Krankenhaus von unten her gestürmt und waren nicht direkt auf den Stationen erschienen.
"Haben sie nicht. Sie haben den Eingang in de Luft gejagt", antwortete Seamus und Harry versuchte ein unschuldiges Gesicht zu machen.
"Dann weiß ich es auch nicht", meinte er.
"Wäre aber nicht das erste Mal, dass sich meine Kräfte selbstständig machen."
Seamus sah ihn verwundet an. "Wie meinst du denn das?"
"Eh… na ja. Stablose Magie zum Beispiel. Wenn ich sie bewusst einsetzen will, bin ich eine Null, aber wenn ich in Lebensgefahr schwebe, funktioniert es tadellos. Und bei sechs Todessern als Gegner und in meinem beschissenen Zustand… wenn das keine Lebensgefahr ist, weiß ich es auch nicht. Anders kann ich mir das nicht erklären", meinte Harry nachdenklich und Seamus grinste.
"Du bist wirklich komisch. Und wenn ich mir nicht so sicher wäre, dass du nicht auf der Seite von du weißt schon wem stehst, würde ich wirklich Angst haben." Harry sah den Jungen besorgt an. Angst? Sich vor ihm fürchten?
"Ich würde niemals die Seiten wechseln. Eher sterbe ich, als das ich mich ihm anschließe", sagte Harry entschieden und schlüpfte in seinen Schlafanzug.
"Gut zu wissen", meinte Seamus und schnappte sich seine Kleider, um dann ins Bad zu verschwinden.
Harry wurde am nächsten Morgen wach, als Ron laut fluchend seine Socken suchte. Er streckte sich kurz und zog dann die Vorhänge auf.
"Morgen. Deine Socken liegen auf dem Bett, Ron", sagte er.
"Harry. Du… du bist noch gar nicht auf?" fragte Ron verwundert.
"Jetzt wohl. Sorry, dass ich euch gestern vergessen hab. Ich war mit meinem Kopf wo anders", erklärte Harry und verschwand ins Bad, um sich anzuziehen. Dort drehte er dann zehn Minuten später nachdenklich das Döschen mit den Kontaktlinsen in der Hand und tauschte schließlich seine Brille dagegen aus.
Ron und Hermine schenkten ihm einen verwunderten Blick.
"Nun mal raus damit. Wie machst du das?" fragte Ron leise, auf dem Weg nach unten. Harry grinste nur und sah Hermine an.
"Kontaktlinsen. Hab ich recht?" fragte das Mädchen.
"Jep. Find ich praktischer, als die Brille und die Todesser können mich nicht so leicht außer Gefecht setzen", meinte er und betrat die Große Halle.
Es war irgendwie erschreckend wie leer es war. Eigentlich hatte er gedacht 30 Schüler würden nicht auffallen, bei etwa 280 Schülern, die hier waren. Aber man sah es doch deutlich. Und alle fingen sie an zu tuscheln, als Harry hereinkam. Wahrscheinlich hatten sie auch gedacht er würde nicht wieder auftauchen.
Der Gryffindor ignorierte das. Nach über fünf Jahren gewöhnte man sich doch irgendwie daran, immer mal wieder für allgemeine Aufmerksamkeit zu sorgen. Er nickte Ginny freundlich lächelnd zu, nahm sich dann vom Frühstück. Dann ließ er vorsichtig seinen Blick durch die Halle schweifen. Er hatte die Gesichter vor Augen, von den Schülern, die nicht zurückgekommen waren und die er so direkt nicht kannte. Ihre Namen wusste er aber nicht, da sie nicht in seiner Stufe waren. Es war kurz vor acht, als plötzlich die Flügeltüren aufgingen und Saphira zusammen mit ihren beiden Freunden herein kam, gefolgt von Hagrid.
Harry hätte seine Hauskameradin fast nicht wieder erkannt. Saphiras Haare reichten ihr kaum noch bis über die Ohren und ihre linke Gesichtshälfte war mit etwas weißem eingerieben. Der rechte Arm hing in einer Schlinge. Außerdem stützte sie eine leichenblasse Linnéa. Beim näher kommen sah Harry deutlich die rote Striemen im Gesicht seiner vermeintlichen Freundin und das Zittern ihrer Hände.
John sah auch nicht gut aus. Er humpelte stark, hatte einen Verband um den Kopf und auch eine Hand bandagiert. Trotzdem lächelte er und nickte Harry zu. Saphira platzierte Linnéa direkt neben ihm.
"Du bleibst hier sitzen. Ich geh und rede mit den Lehrern. Vielleicht ist Harry ja so lieb und reicht dir was zu essen", sagte sie und Linnéa nickte. Harry musterte sie einen Moment.
"Was ist dir denn passiert?" sprach Ron seinen Gedanken aus. Doch das Mädchen winkte nur ab und beugte sich zu Harry.
"Gibt du mir bitte etwas von dem Rührei?"
Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch.
"Sicher", meinte er ziemlich irritiert und tat ihr das Gewünschte auf.
Und? Bekomm ich ein Review? Ichhoffe doch.
Nächste Woche gibt es dann eine Rückkehr. Dumbledore taucht wieder auf. Aber auch Ron erlebt ein Abenteuer. Er macht einen unfreiwilligen ausflug in den verbotenen Wald.
Na? das ist doch mal ein vorgeschmack, oder?
bis dann und ich warte ganz sehnsüchtig auf ein Kommi
bis dann
eure Imo
