Hi ihr lieben!

Es ist zwar noch eine Weile vor Mitternacht, aber da ich jetzt schon ziemlich müde bin und gleich ins Bett gehe, wollte ich euch vorher noch ein neues Chap spendieren, damit ihr zum Frühstück, oder als nachtlecktüre noch was schönes zu lesen habt.

Also viel spaß mit diesem wieder etwas spannenderen Chap. Und wem Harry und Co gehört, wisst ihr ja.Und vielen lieben dank für die Reviews.

Liebe Grüße

Eure Imo

PS. Ich stell hier mal ne Schüssel süßes hin, wer mir ein Martinilied singt, darf sich was nehmen schmunzel

Rettung (aus) der Zukunft

Kapitel 36

Auch an ihr klebte Blut. Ohne ein Wort kniete Snape sich hinter ihn und strich ihm durchs Haar.

"Platzwunde. Nicht weiter schlimm", meinte er und Harry hörte einen Zauber und spürte auch ein leichten ziehen.

"Kopfschmerzen?" fragte er dann.

"Ich werd damit schon fertig", meinte Harry und stand auf.

"Wenn Sie das meinen. Wir machen trotzdem Schluss für heute", meinte der Lehrer und verließ die Halle. Harry folgte ihm in einigem Abstand. Er ließ sich schließlich auf einen Sessel fallen und beobachtete Snape, wie er aufmerksam durch die Regalreihen ging.

"War das Training erfolgreich?" fragte Slytherin ihn leise.

"Leider nicht so, wie sich Professor Snape es erhofft", antwortete Harry.

"Um Fortschritte zu erzielen muss man sich mühe geben", meinte das Bild weise und Harry konnte sich gerade noch zurückhalten die Augen zu verdrehen.

"Ich versuche es", meinte er stattdessen nur und sah sich noch mal nach Snape um. "Ich werde mich auch mal etwas umsehen", meinte er, erhob sich, kletterte in den dritten Stock des Raumes und begutachtete die Bücher dort. Zum Teil waren sie in fremden Sprachen geschrieben, die Harry nicht kannte, oder er konnte die Schrift nicht lesen. Er wollte schon wieder hinuntergehen, als ihm das Wort Zauberstäbe auffiel. Neugierig zog er es heraus.

"Zauberstäbe, eine Kunst", lautete der Titel.

Harry überflog kurz die Einführung. Im Grunde sagte das Buch auch nur, dass das Schwerste an der Zauberstabanfertigung, die richtige Handhabung des magischen Kernes war und dessen richtige Vorbereitung. Dies wurde an einigen Beispielen belegt und sehr schwungvoll umschrieben. Auch wurde versucht zu erläutern, wie es dazu kam, dass jeder Zauberer für einen anderen Stab geeignet war und nicht jeden beliebigen verwenden konnte. Der Autor mutmaßte, dass es in der Vergangenheit, oder Zukunft des Besitzers, der magische Kern irgendwie einen Bezug zu dessen Leben haben würde. Positiv oder negativ gesehen. Genau verstand Harry das nicht, aber wenn er darüber nachdachte, seine Beziehung zu einem Phönix war eindeutig. Er kämpfte für ihn, oder besser gesagt für seinen Orden. Und Dumbledores Fawkes hatte ihm schon mehr als einmal geholfen und vertraute ihm.

Dann fand Harry eine Liste der Dinge, die man als Zauberstäbe verwendete und zu seiner Überraschung, die zerstoßenen Zähne einer Acromantula, die zermahlene Haut eines Basilisken, "Moment war da nicht Voldemorts Stab daraus gefertigt?", und die Haare eines Werwolfs. Um letzteres als Kern eines Stabes zu benutzen, bedurfte es aber einer sehr speziellen Vorbereitung, da es vom Körper des Wolfes getrennt, nur noch während der Vollmondphase magische Kräfte besaß. Um diese zu erhalten, musste man es in einen speziellen Tank, den Mondscheintrank, einlegen und mit diesem dann in einem Zauberstab verarbeiten. Allerdings, so stand es hier zumindest, würde es einen durchaus mächtigen Stab ergeben, wenn der Besitzer in der Lage war ihn zu führen. Die Erläuterung verwies auf einen Anhang im Buch. Dort stand die genaue Vorgehensweise und auch die Tankzubereitung. Harry schluckte. Der Trank war ziemlich aufwendig und kompliziert. Von einigen Zutaten hatte er noch nie etwas gehört.

Wieder in den Gedanken vertieft aus was für ihn ein zweiter Stab sein könnte, steckte er das Buch ein und ging wieder runter.

"Professor?" fragte Harry, als er den Lehrer in den Reihen mit den Einmachgläsern gefunden hatte.

"Was wollen Sie, Potter?"

"Aus was besteht Ihr Zauberstab?" Snape sah ihn verwundert an.

"Wieso wollen Sie das wissen?" raunzte er.

"Ich hab das zaubern mit Remus und auch Sirius Stab versucht und mit denen hat es gar nicht geklappt", erklärte Harry.

"Warum denken Sie darüber nach, sich auch einen zweiten Stab anzuschaffen? Einen identischen zu dem des Lords werden Sie niemals bekommen. Abgesehen davon, solang Sie nicht besser werden im duellieren, werden Sie so, oder so keine Chance haben. Also vergessen sie es, Potter und konzentrieren Sie sich auf wichtigere Dinge. Duellieren und Okklumentik", scharte Snape.

"Ja, Sir", grummelte Harry missmutig.

Am Sonntag kam dann zu Harrys Überraschung Remus in Begleitung von Tonks zum Quidditchspiel.

"Hey. Das ist ja eine Überraschung", freute sich Harry. Remus schien allerdings ziemlich schlecht drauf zu sein. "Stimmt was nicht?" fragte der Gryffindor besorgt. Tonks dagegen lachte leise auf, was irgendwie gar nicht zu ihr passte.

"Moony hat nur etwas Angst, das ist alles." Harry runzelte die Stirn. Wieso nannte Tonks Remus beim Spitznamen. Die Erleuchtung kam ihm aber sehr schnell.

"Bist du total bescheuert?" zischte er.

"Wieso? Es war doch deine Idee", meinte Tonks verwundert. Harry sah sich um und zog die beiden in eine Ecke.

"Aber nicht so. Mitten in der Nacht und im Dunklen hätte dich keiner erkannt. Und nur Tonks sollte sich in dich verwandeln. Nicht andersherum. Und woher habt ihr den Vielsafttrank. Das Zeug muss einen Monat lang gebraut werden", knurrte Harry und sah Remus verwundert an.

"Hey. Ich hab mir den Mund fusselig geredet, aber er hat alles mit Tonks und David abgesprochen. Die beiden decken ihn. Ich wurde erst heute Morgen eingeweiht. Und bin auch alles andere als begeistert. Die alternative wäre, dass er allein gegangen wäre", meinte der Werwolf entschuldigend. Harry fuhr sich verzweifelt mit einer Hand durch die Haare und sah dann auf seine Uhr.

"Ich muss, oder Katie macht mir die Hölle heiß. Pass bloß auf, dass du nicht auffällst", meinte Harry und ging in die Umkleide.

"Da bist du ja. Wir warten nur auf dich", meinte sein Kapitän.

"Zwei Freunde wollten mich noch begrüßen", meinte Harry seufzte. Während Katie eine eher langweilige Ansprache hielt, in der sie alle Manöver noch mal kurz erwähnte, zischte Harry Ron zu: "Schnuffel ist hier. Wundere dich also nicht wenn du Tonks siehst."

"Was?" keuchte sein Freund entsetzt.

"Würdet ihr zwei gefälligst zuhören", fauchte Katie.

"Wir kennen die Manöver in und auswendig, Katie. Lass uns rausgehen und Snape die schlimmste Niederlage in der Gesichte Hogwarts bescheren", meinte Harry und alle stimmten ihm begeistert zu.

Das Mädchen seufzte und meinte dann: "Gut. Also. Auf geht's. Und wehe wir verlieren, Harry. Dann bist du schuld."

"Bin ich das nicht eh?", meinte er leise zu Ron, der ihm auf die Schulter klopfte.

Zehn Minuten später stieß Harry sich nach dem Pfiff von Madam Hooch ab und schoss in die Höhe. Er entdeckte Remus und seinen verwandelten Paten, bei Hermine, die ihm einen ziemlich entsetzten Blick zuwarf und in Sirius Richtung nickte. Harry zuckte nur mit den Schultern und ließ seinen Blick dann übers Spielfeld gleiten und lauschte einen Moment dem Kommentar.

"Ginny Weasley am Quaffel. Wahnsinn was für ein Tempo, aber Vorsicht da kommt ein Klatscher von Goyle. Weasley weicht aus und gibt ab an Bell. Geschickt abgetaucht, Katie und Tor… nein, doch nicht. Bletchly pariert und wirft ihn zu Pucey. Angriff von Ginny auf den Slytherin, der weicht aber aus und gibt an Worrington ab. Sie halten direkt auf Weasley an den Ringen zu… Worrington wird erneut angegriffen, von der Neuentdeckung Summers. Sie hatte schon im ersten Spiel gezeigt, dass sie was drauf hat und jaaaaa sie holt den Quaffel zurück."

Harry sah rüber zu Malfoy. Der kreiste etwas über ihm und suchte das Spielfeld ab, beobachtete ihn aber auch. Für einen Moment kam Harry der Gedanke Malfoy reinzulegen, aber den verwarf er gleich wieder. Immerhin wollten sie Fair spielen. Dann sah er Malfoy aber plötzlich in einen Sturzflug übergehen und hörte Dennis Croft schreien: "Was ist das? Hat Malfoy den Schnatz gesehen? Ich kann ihn nicht entdecken. Und da geht auch Potter in den Sturzflug."

Harry hatte seinen Besen herumgerissen und jagte Draco nach und versuchte auszumachen was er entdeckt hatte. Aber der Schnatz war weit und breit nicht zu sehen. Malfoy riss in letzter Sekunde seinen Besen hoch und Harry schaffte es auch gerade noch, nicht auf den Boden zu knallen.

Missmutig sah er Malfoy an der verhalten Lachte.

"Reingelegt!" rief er ihm zu.

"Schön. Dann eben auf die Tour", rief Harry und stieg wieder höher.

Wenn Malfoy unbedingt wollte, dass konnte er haben. Der Slytherin schien sich bei seinem Haus wieder einschmeicheln zu wollen. Ein Blick zum Punktestand zeigte ihm, dass sie inzwischen zwei Tore erzielt hatten, Slytherin gar keines. Harry beobachtete das Spiel wieder für einige Minuten. Ginny war wieder im Quaffelbesitz und gab gerade an Miranda ab. Katie war schon in der Nähe der Torstangen.

Beeindruckt sah er zu, wie die beiden Mädchen sich durch die Jäger der Slytherins schlängelten und Ginny dabei auch noch einem Klatscher so geschickt auswich, dass dieser Goyle voll vor die Brust knallte und der Junge blau anlief. Madam Hooch hatte das aber nicht gesehen. Sie schalt gerade Crabbe der wohl mit seinem Schläger auf Sloper losgegangen war. Miranda täuschte vor an Ginny abzugeben, warf aber zu Katie, die den Ball durch die Ringe warf, unhaltbar für Bletchly.

"30 zu 0, für Gryffindor", erklang Crofts Stimme. So ging es eine Weile hin und her und auch Ron blieb nicht von Torschüssel verschont, eher im Gegenteil, er kam ganz schön ins Schwitzen.

Zwei Stunden später stand es 120: 80 für Gryffindor. Es hatte einige Freiwürfe wegen ein paar unschöner Fouls gegeben und Harry war noch ein zweites Mal reingefallen auf Malfoy. Er sah den Blonden einen Moment an, um sich zu vergewissern, dass er ihn beobachtete. Und das tat er. Absichtlich wartete Harry noch mal einen Moment und stürzte sich dann in die Tiefe.

"Potter im Sturzflug!" schrie Dennis, "Und Malfoy jagt ihm nach. Aber ein Nimbus 2001 hat gegen den Feuerblitz keine Chance. Niemals!" Harry gab ihm Recht, allerdings hatte er es genau durchdacht. Er flog langsamer, als sein Besen es konnte, damit Malfoy in seiner Nähe war. Sekunden bevor er selbst auf dem Boden aufprallte, riss er seinen Besen hoch und beobachtete wie Malfoy ziemlich unsanft auf dem Boden aufschlug. Die Gryffindors auf den Rängen johlten und klatschen begeistert und die Slytherins buhten empört.

"Das war Phantastisch. Ein perfekter Wronski-Bluff. Besser hätte selbst Victor Krumm es nicht machen können. Potter war wohl auch bei der Weltmeisterschaft. Malfoy hat sich das hoffentlich genau angesehen, wie es geht."

Harry musste lachen. Auch wenn Dennis ein Ravenclaw war, man hörte doch deutlich zu wem er stand. Zumindest in diesem Spiel. Malfoy stieß sich gerade wieder vom Boden ab. Madam Pomfrey hatte ihn kurz behandeln müssen.

"Das war unfair, Potter", fauchte er.

"Du bist nicht besser, Draco. Wolltest du mich nicht auch zu einer Bruchlandung zwingen?", meinte Harry lenkte seinen Besen noch ein Stück höher.

Das Spiel wurde von Seiten der Grünen jetzt härter. Sie hatten es ihm wohl übel genommen und er musste einigen Klatschern ausweichen. Es stand 190 zu 90 als Harry den Schnatz wirklich entdeckte, zeitgleich mit Malfoy. Harry war allerdings etwas weiter weg, als der Slytherin als er sich in die tiefe stürzte. Doch dank seines tatsächlich besseren Besens holte er schnell auf. Die Kommentare hörte er im Rauschen des Windes an seinen Ohren nicht. Er verfolgte nur den Schnatz, der sich gerade dazu entschloss steil in die Höhe zu schießen. Harry folgte ihm augenblicklich und war nun gleich auf mit Malfoy. Der versuchte ihn abzudrängen.

"Hey. Es reicht!" rief Harry und zog eine scharfe Kurve nach rechts, ebenso wie der kleine goldene Ball. Malfoy folgte ihm. Doch langsam überholte Harry den Slytherin, der verzweifelt versuchte noch schneller zu fliegen. Harry sah in letzter Sekunde den Klatscher auf sich zuschießen und rollte sich unter ihm weg. Sie sausten dicht an den Tribünen vorbei und endlich war Harry nah genug dran, um den Ball zu erreichen. Mit einem Griff schloss er seine Hand um ihn und riss seinen Besen dann mit ausgestreckter Faust in die Höhe. Und genau in diesem Moment brach auch der Jubel über ihn herein.

"Potter hat ihn. Potter fängt den Schnatz. Gryffindor gewinnt mit 340 zu 90." Dennis Stimme überschlug sich beinahe, bei dem Gebrüll und Harry fand den Blick von Remus und Sirius, die genau wie die anderen Hauskameraden jubelten, als seien sie selbst noch Schüler.

Harry landete schließlich neben Ron der ihm vor Freude um den Hals viel.

"Das war eine Jagd." Brüllte er ihm ins Ohr.

Und auch die andern klopften ihm auf die Schultern. Das gesamte Haus Gryffindor war auf das Spielfeld geströmt und beglückwünschte ihr Team überschwänglich. Harry entdeckte auch Remus und Sirius in der Menge und bahnte sich einen Weg zu ihnen.

"Wahnsinn Harry. Du bist echt genial", meinte sein Pate und drückte ihn fest an sich. "Dein Vater wäre begeistert. Vor allem dieser Wronski-Bluff. James hätte es nicht besser gekonnt. Und dann, wie du dem Klatscher ausgewichen bist und…"

"Hey! Nun lass mich auch mal", protestierte Remus und zog Harry in seine Arme. "Er hat Recht. Du hast super gespielt, Süßer. Der Bluff war wirklich erste Sahne. Aber meinst du nicht, Malfoy nimmt dir das übel?" Harry lachte leise und schüttelte dann den Kopf. Dann ließ Remus ihn los und meinte: "Wir gehen, Tonks. Wir haben noch einiges zu erledigen."

"Ach was. Es gibt doch sicher eine Party und die will ich nicht versäumen", meinte Sirius in Gestalt der Aurorin, aber Harry schüttelte den Kopf und zog Sirius zu sich ran.

"Ihr geht, Schnuffel. Du kannst Remus ja von Dienstagnacht überzeugen. Aber da oben ist das zu gefährlich. Sie könnten dir Fragen stellen. Bitte. Ich würde keine ruhige Minute haben. Und das ist ja nicht unser letztes Spiel. Das nächste ist erst Mitte Juni nach den Prüfungen. Bis dahin bist du sicher frei und dann kannst du mitkommen."

"Gut. Aber Dienstag. Versprochen?" meinte Sirius. Remus sah sie entsetzt an, sagte aber jetzt nichts dazu.

"Ja. Versprochen und nun verschwinde", zischte Harry und sah Remus bittend an.

"Ich pass auf und wir melden uns, wenn wir zu Hause sind."

"Danke", antwortete Harry und folgte dann Ron, der ihn zu den Umkleiden zog.

Als sie und der Rest des Teams nach einer ausgiebigen Dusche in den Turm kamen, wartete dort eine riesen Partie auf sie. Irgendwer hatte die Küche geplündert und einiges an Essen und Butterbier herangeschafft. Harry hatte sich gerade eine Schnitte genommen, als Remus sich meldete, sie seien beide wohlbehalten zu Hause angekommen. Die Party ging bis weit nach Sperrstunde und Hermine beharrte darauf, dass sie noch eine Runde drehten. Man konnte ja nie wissen.

"Oh Mann", seufzte Ron, der sich schon umgezogen hatte.

"Ron. Es ist unsere Aufgabe", erklärte das Mädchen streng.

"Aber ich bin müde. Weißt du was ich heute schon geleistet habe? Außerdem werden die Slytherins schmollend in ihrem Kerker sitzen und keine Dummheiten machen. Und wir sind nicht die einzigen Vertrauensschüler."

"Ron. Es geht hier doch nicht nur um die Slytherins. Es geht um alle", konterte das Mädchen. Harry seufzte und stand vom Bett auf.

"Leg dich ruhig schlafen. Hermine und ich schaffen das heute auch mal allein." Die Braunhaarige wollte noch etwas sagen, aber Harry schob sie wieder aus der Tür.

"Lass gut sein, Hermine. Ron ist fertig. Und die eine Nacht, bekommen wir das schon allein hin", meinte er und schob sie, durch einige noch feiernde Mitschüler, auf den Gang.

"Na gut. Aber nur heute. Ausnahmsweise", meinte sie. Harry nickte lächelnd und gemeinsam gingen sie in den fünften Stock, wo sie sich normalerweise trennten.

"Du willst sicher wieder in die Kerker, oder?" fragte Hermine besorgt.

"Du musst nicht mitkommen. Ich geh sonst auch allein runter", erklärte Harry schmunzelnd und betrat die Geheimtreppe.

"Bist du dir sicher, dass du das auch jetzt willst?" Harry konnte nicht anders als lachen.

"Bist du dir unsicher ob du allein zu den Ravenclaws gehen sollst?"

"Sehr witzig, Harry. Sehr witzig. Ich mach mir nur Sorgen um dich. Die sind sicher stinksauer wegen dem Spiel", meinte das Mädchen empört.

"Ich werde mit ihnen fertig. Wir sehen uns in einer Stunde wieder hier. Ich nehm auf dem Weg die Küche und Hufflepuff mit. Bis dann", meinte Harry und stieg die Treppen runter, bis in die Nähe, der Küchen. Dort entdeckte er gerade einen Hufflepuffschüler, der aus der Küche kam.

"Ziemlich spät fürs Abendbrot, oder?" fragte Harry leise und der Erstklässler fuhr erschrocken Herum,

"Ha-Harry Potter", keuchte er ehrfürchtig.

"Guten Appetit. Aber mach, dass du in deinen Schlafsaal kommst", sagte er. Der Junge aber rührt sich nicht, sondern starrte ihn ehrfürchtig an.

"Du… du verpfeifst mich nicht?" fragte er leise.

"Ausnahmsweise nicht, dafür ist meine Laune heute viel zu gut", meinte Harry und der Junge murmelte noch ein "Danke", ehe er davonrannte.

"Kinder", seufzte er und lief dann weiter in Richtung Kerker. An Snapes Büro vorbei und dem Gemeinschaftsraum. Liebend gern hätte er ja jetzt gewusst, wie sie das verlorene Spiel verkrafteten. Vielleicht feierten sie ja auch, um ihren Frust abzubauen. Oder sie überlegten sich, wie sie doch noch den Pokal gewinnen konnten. Er wollte grade schon umdrehen, als er leise Geräusche hörte. Verwundert darüber sah er sich einmal um. Hinter ihm war niemand. Ganz sicher nicht. Und dennoch war hier jemand.

Er zog geräuschlos seinen Zauberstab und ging leise weiter. So tief hier unten war er noch nie gewesen. Unbenutzte Kerker gab es hier, das wusste er vom hören sagen. Filchs Folterkammern, wo die Ketten noch von den Decken hingen, an denen er so gern jemanden aufhängen wollte. Harry schauderte bei dem Gedanken.

Die Geräusche wurden lauter. Es mussten mehrere sein. Irgendwer stöhnte und jemand anders lachte auf. Am Ende des Ganges, tief im inneren des Schlosses, es gab hier kaum noch Fackeln und auch Portraits keine mehr, waren die Geräusche deutlich zu hören.

"… nicht Strafe genug. Der Meister ist sehr wütend, dass du ihn verrätst", sagte eine Jungenstimme. Es war die von Montague.

"Vielleicht sollten wir dich zu ihm bringen", schlug eine andere Stimme vor, die Harry nicht erkannte. Aber er vermutete, dass es auch ein älterer Schüler war.

"Dumbledore ist wieder da. Das schaffen wir nicht, unter seiner Nase. Aber wir wissen auch noch ein paar nette Sachen", sagte noch jemand und es gab einen dumpfen Schlag und jemand keuchte auf.

"Ihr… feigen… Hunde", hörte er dann jemand gebrochen husten. "Keinen Mumm euch… mit einem… Malfoy zu duellieren…, oder was?"

Harry stockte der Atem. War das Draco? Was machten die denn mit ihm.

"Dein Name ist nicht mehr wert, als der von Potter, oder Dumbledore. Du bist ein dreckiger Blutsverräter", fauchte Montague und Draco keuchte erneut auf.

"Wo sind denn eigentlich deine neuen Freunde, Malfoy. Stehen wohl doch nicht so hinter dir, wie du es glaubst was?" scharte eine der andern Stimmen.

"Ich brauch Potter nicht, um mit euch fertig zu werden", fauchte Malfoy. Darauf folgten aber erneut zwei dumpfe Schläge und ein leiser Aufschrei von Draco.

"Sollen wir jetzt darüber lachen? Vielleicht sollte einer mal gehen und ihn suchen. Mal sehen, ob er auch so ein Waschlappen ist, wie du", sagte die dritte Stimme und Harry hatte genug gehört.

"Spart euch die Mühe, ich finde den Weg allein hier her", sagte Harry im selben Moment, wie er die Tür schwungvoll aufriss.

Das Bild was er sah, war nicht gerade ermutigend. Draco lag am Boden, mit blutverschmiertem Gesicht und hielt sich den Bauch. Montague und zwei andere Siebtklässler standen um ihn herum. Der Kerker war etwas kleiner, als die, in denen sie Unterricht hatten und von der Decke hingen wirklich Eisenketten.

"Ach nein. Da ist ja der Held des Tages", schnarrte Montague und drehte sich zu ihm um. "Ist es Dummheit, dass du dich hier her traust, oder hältst du dich für so mächtig." Harry viel gerade keine passende Antwort ein. Wenn er ehrlich war, war es Dummheit, dass er sich bemerkbar gemacht hatte, aber er war wohl doch zu sehr Gryffindor, als einfach einen Lehrer holen zu gehen. Zumal er Snape hatte verschwinden sehen, als er die Haupttreppe runtergekommen war. Das Oberhaupt der Slytherins war also nicht mal hier. Dumbledore wollte er nicht stören und wo er einen anderen Lehrer fand, wusste er nicht.

"Fehlen dir etwa die Worte?" fragte einer der anderen Siebtklässler.

"Vielleicht sind die Fragen einfach zu dumm, als das man sie beantwortet", meinte eine Stimme hinter ihm und Harry drehte sich um. Hermine stand dort und stemmte beide Arme in die Hüften. Er wollte sie erst fragen, was sie hier machte, aber die Slytherins lenkten ihn ab. Sie standen alle nun nebeneinander und grinsten hinterhältig.

"Schlammblut, Granger ist also auch da. Und wo hast du den Rest deines Gefolges gelassen?" fragte Montague.

"Das geht dich gar nichts an", giftete Harry und trat einen Schritt auf sie zu. "Und nun geht aus dem Weg. Ich bin Vertrauensschüler." Die beiden ihm unbekannten Slytherin fingen an zu lachen.

"Du glaubst doch wohl nicht dass wir uns von dir etwas sagen lassen", meine Montague spöttisch.

"Ihr habt Harry gehört. Verschwindet in euren Gemeinschaftsraum. Es ist nach Ausgangssperre. Und damit ihr es wisst. Wir werden Professor Snape euer Verhalten melden", meinte Hermine hinter ihm und Harry versuchte nicht genervt aufzustöhnen. Mit dieser Art konnte sie vielleicht die untern Stufen einschüchtern. Aber sicher keine Siebtklässler. Hinter ihnen schlug die Tür zu und Harry warf nur eine Sekunde einen Blick über die Schulter.

"So ihr zwei. Dann wollen wir mal sehen, was wir mit euch machen. Draco ist ja schon fertig", meinte einer von ihnen und trat noch einen Schritt näher. Sofort hob Harry seinen Stab. "Meinst du ich hab Angst vor dir, Potter?" lachte er und zog auch seinen Stab.

"Harry", meinte Hermine. "Das darfst du nicht."

"Ja Harry", spottete Montague. "Hör auf deine Schlammblutfreundin. Du darfst dich hier nicht duellieren."

"Du steckst deinen Stab ein und dann verschwindet ihr drei", sagte Harry ruhiger, als er sich fühlte. Es wäre eine Lüge gewesen zu behaupten, dass er keine Angst hatte. Seine Angst galt aber mehr Hermine. Sie war gut, das wusste er. Wenn er sich duellierte bei den DA treffen, dann mit ihr, oder Ron. Aber er war für sie verantwortlich. Ron würde ihm die Hölle heiß machen, wenn ihr etwas passierte.

"Zeigt ihnen mal, was wir von ihnen halten. Ich werde mich noch etwas mit unserem anderen Freund hier beschäftigen", meinte Montague und wandte sich wieder Draco zu, der mittlerweile and die Wand gekrabbelt war, um wieder auf die Beine zu kommen.

Harry schaffte es gerade noch dem Fluch auszuweichen, der auf ihn zuschoss und aus dem Augenwinkel sah er, dass Hermine ein Spiegelschild aufgebaut hatte und nun zum Gegenangriff überging. Auch er griff mit: "Stupor!" an, aber ohne erfolg. Der Slytherin wich einfach aus und fluchte: "Impedimenta!"

"Rictusempra!" schrie Harry nachdem er ausgewichen war, verfehlte sein Ziel aber. Zu seiner Beruhigung wehrte Draco sich heftig gegen Montague, der ihn verprügeln wollte.

"Mal sehen wie du damit fertig wirst", rief sein Gegner. "Sectumsempra!"

Harry brauchte keine Sekunde um ein Schild aus Scotts Unterricht zu beschwören, trotzdem duckte er sich zusätzlich. Er war nicht scharf darauf diesen Fluch abzubekommen. Aber er prallte an dem Schild ab und schlug in die Wand ein. So ging es hin und her. Harry weigerte sich Flüche aus Snapes Buch zu benutzen. Er brauchte keine schwarze Magie, um mit ein paar aufgeblasenen Slytherin fertig zu werden.

Doch dann traf ihn ein Expelliarmus und er verlor seinen Zauberstab.

"Harry", schrie Hermime und Harry sah, wie auch sie entwaffnet wurde und das der große, breitschultrige Slytherin sich ihr näherte mit einem ekelerregenden Grinsen auf dem Gesicht.

"Lass die Finger von Ihr", schrie Harry und stürzte ohne weiter nachzudenken in seine Richtung und packte ihn von hinten. Dabei hatte er den andern völlig vergessen, der ihn von seinem Freund runter zog und ihn festhielt.

"Du willst also zu erst. Sehr gern", meinte der, der gerade noch auf Hermine losgehen wollte und schlug ihm in den Magen. Harry hatte das Gefühl ersticken zu müssen, als ihn auch schon ein Faustschlag ins Gesicht traf.

"Nein!" kreischte Hermine. Harry sah sie an und sagte erstickt.

"Lauf!" Hermine sprang auf, doch der andere Slytherin packte nach ihr, aber Harry trat ihm heftig gegen sein Schienbein, so dass er sie losließ und sie ihren Stab packen konnte und zur Tür hinaus verschwand.

"Du dreckiges As. Das wirst du mir büßen", fauchte der getretene und Harry musste einige Schläge mehr einstecken.

"Wir müssen hier weg", sagte der Slytherin, der ihn festhielt laut und ließ Harry los.

"Du hast Recht. Monty!" rief er und der drehte sich um. "Ihr habt Recht. Lasst uns abhauen!"

Die drei wandten sich zur Tür, und blieben wie angewurzelt stehen. Vor ihnen stand ein ausgewachsner weißer Tiger, der sie anfauchte und mit den Krallen ausschlug.

"Verdammt was ist das?" knurrte Montague.

"Potter", sagte Malfoy und rief dann: "Incarcerus!"

Seile Flogen um die drei Jungen und schnürten sie fest zusammen. Draco trat mit erhobenem Stab auf sie zu.

"Und nun will ich mal sehen was wir mit euch machen. Wie wäre es auch mit einer tracht Prügel für jeden?" fragte der Slytherin, der arg mitgenommen aussah, überheblich.

"Wir werden ihnen nichts tun, Draco", keuchte Harry und wischt sich mit dem Handrücken das Blut aus dem Gesicht, das ihm aus der Nase lief. "Hermine holt einen Lehrer. Der wird sich darum kümmern."

"Du weißt, dass Snape ihnen nichts tun wird", knurrte Draco missmutig.

"Der ist aber nicht da. Ich hab ihn weggehen sehen, sie wird sicher zu McGonagall gehen", widersprach Harry und hob ächzend seinen eigenen Stab auf. Es war nicht so, dass er ihnen nicht auch gern eines ausgewischt hätte, aber das würde nur Ärger bringen.

"Du kannst ja wegsehen, Potter. Ich lass so was nicht auf mir sitzen", knurrte der Blonde und hob seinen Stab. Harry aber griff nach seinem Arm. "Dann bist du nicht besser als sie, oder die Todesser. Die vergreifen sich auch an Wehrlosen. An Muggel, die nicht mal eine Ahnung von unserer Welt haben. Die ihnen hilflos ausgeliefert sind. Und damit willst du doch nichts zu tun haben. Du willst nicht so werden wie dein Vater, oder deine Tante." Draco sah ihn ziemlich wütend an.

"Lass meinen Vater aus dem Spiel", knurrte er.

"Dann nimm den Stab runter", sagte Harry nachdrücklich.

Hinter ihnen ging die Tür auf und Dumbledore kam herein, gefolgt von Hermine und McGonagall. Draco ließ den Stab sinken und sah seine drei Hauskameraden missmutig an.

"Bei Merlin! Mr. Potter! Mr. Malfoy!", keuchte die gryffindorsche Hauslehrerin.

"Harry?" fragte Dumbledore hörbar besorgt. "Alles ok", meinte er.

"Die Drei haben Draco zusammengeschlagen und als wir dazwischen gegangen sind, sind sie auch auf uns losgegangen. Flüche und… auch Fäuste", meinte Harry.

"Und warum haben sie nicht gleich einen Lehrer geholt?" fragte seine Hauslehrerin besorgt.

"Ich denke, das können wir später klären. Harry und Draco sollten erst mal zu Madam Pomfrey gehen und sich versorgen lassen. Und ihr drei kommt mit in mein Büro und erklärt mal was das hier sollte." Der Schulleiter nickte Harry zu, der daraufhin Draco am Ärmel packte und mitzog.

"Hier", meinte Hermine und drückte Harry ein Taschentusch auf die Nase.

"Danke", murmelte er leise.

"Warum hast du keinen Lehrer geholt?" fragte Draco und sah Harry von der Seite an.

"Ich lass mich nicht als Waschlappen bezeichnen", meinte Harry, was Draco mit einer hochgezogenen Augenbraue quittierte. "Du musst nicht mitkommen, Hermine. Den Weg schaffen wir allein", meinte Harry und grinste sie an.

"Sicher?"

"Ich werde nicht an ein paar Faustschlägen sterben, wenn nicht mal eine Kugel in die Luge es schafft mich umzubringen", meinte er und schob Hermine einige Schritte in Richtung Turm. "Ich komm nach", meinte er noch und folgte dann Draco.

"Wo habt ihr eigentlich Weasley gelassen?" fragte er.

"Ron? Der war müde und schläft schon. Aber ich bin mir sicher er wird sich ärgern, wenn er das erfährt. Er hätte sicher gern mitgemischt", meinte Harry schmunzelnd. "Und nun sag mal. Was wollten die von dir?"

Draco schwieg einen Moment ehe er sagte: "Sie denken ich hätte dich gewinnen lassen." Harry blieb abrupt stehen.

"Die haben dich verprügelt, weil ich den Schnatz gefangen habe? Das ist doch wohl nicht dein ernst?"

"Es reicht ihnen völlig als Grund. Außerdem haben sie mich vorgewarnt." Harry nickte.

"Deswegen hast du versucht mich lahm zu legen."

"Ja", war Dracos knappe Antwort.

"Dein Animagustrick war gut. Hat sie ziemlich überrascht", meinte Draco dann.

"Sie schon. Voldemort wird das nicht überraschen", meinte Harry schulterzuckend und Draco zuckte zusammen.

"Wie kommst du jetzt darauf?" fragte er aber schnell.

"Ach nur so", wiegelte Harry ab.

"Ich hab gehört du trainierst mit Onkel Severus." Nun sah Harry ihn erstaunt an. "Dumbledore hat ihm neulich ziemlich deutlich gesagt er sollte das nicht ausnutzen, um sich an deinem Vater zu rächen."

"Du lauscht?" fragte Harry.

"Die Tür ist nicht ganz zugegangen und ich war gerade bei ihm. Nicht meine Schuld", meinte der Blonde. Harry nickte nur und drückte dann vorsichtig die Tür zum Krankenflügel auf. Madam Pomfrey kam im Morgenmantel und Lockenwicklern in den Haaren auf sie zu.

"Nicht mal in Ruhe schlafen kann man. Was haben sie gemacht? Sich geprügelt?"

"Nicht so ganz", meinte Harry und ließ sich auf ein Bett schieben.

Er hatte eine gebrochene Nase, Blutergüsse und ein paar angeknackste Rippen, ebenso wie Draco. Während die Krakenschwester sie behandelte, murmelte sie ständig etwas von Unvernunft und das Verhalten pubertierender Jungen. Schließlich durften sie dann gehen und begegneten auf dem Gang dann Snape. Er war blass und sah ziemlich genervt aus.

"Was haben Sie wieder angestellt, Potter", fragte er schroff.

"Draco geholfen nicht umgebracht zu werden, Sir", meinte Harry. Der Lehrer zog daraufhin eine Augenbraue hoch und wandte sich an Draco.

"Montague, Redflied und Caine haben mich zusammengeschlagen."

"Und warum?" fragte Snape ruhig.

"Weil wir verloren haben und ich ein Blutsverräter bin", knurrte Draco missmutig. Harry meinte einen Moment lang Resignation in Snapes Gesicht gesehen zu haben.

"Gehen Sie zu Bett, Potter", sagte Snape und zog Draco mit in Richtung Kerker.

Als Harry den Turm betrat, saß Hermine noch im Sessel und sah auf.

"Wie geht's?" fragte sie.

"Alles ok. Das ist morgen vergessen. Und Ron wird sich ärgern", meinte er schmunzelnd.

"Wird er wohl", meinte sie nachdenklich.

"Warum bist du mir nachgekommen?" fragte er.

"Ich… ich hatte ein ungutes Gefühl dabei, dich allein da runter gehen zu lassen. Wohl zu Recht", meinte sie. Harry nickte nur und wünschte ihr dann eine Gute Nacht.

Wie erwartet war Ron am nächsten morgen auf sich selbst wütend und redete von nichts anderem, als dass er die Slytherins gern auch aufgemischt hätte. Sirius meldete sich am Sonntagabend dann bei ihm.

"Na? Wie geht's?" fragte Sirius, während Harry zum Astronomieturm lief. Es war wieder nach Ausgangssperre und auch wenn alle Welt wusste, dass Sirius auf freiem Fuß war, dort würde man ihn wenigstens nicht belauschen können.

"Gut. Hatte gestern nur eine kleinere Rangelei mit ein paar Slytherins", meinte er.

Natürlich wollte sein Pate sofort wissen was los war, also erzählte er die Story.

"Sei bloß vorsichtig. Das werden die sicher nicht auf sich sitzen lassen", mahnte sein Pate ihn. Harry nickte nur.

"ich pass schon auf."

"Gut. Und… du bist allein?" fragte Sirius leise.

"Ja. Wieso?" meinte er verwundert.

"Das mit Dienstag geht klar. Tonks und ich haben Moony überzeugt und sie springt noch mal für mich ein."

"Remus hat zugestimmt?" meinte Harry.

"Er hatte keine Kraft sich zu wehren", korrigierte Sirius und Harry musste lachen.

"Dann freu ich mich. Brauchst du dafür noch was von mir?" Sirius aber schüttelte den Kopf.

"Zauberei reicht auch. Remus kümmert sich auch noch mal um die Schutzzauber, du musst dich nur unbemerkt aus dem Schloss schleichen", meinte er.

"Auf jeden Fall. Und wenn ich fliege", sagte Harry und drückte die Tür zum Astronomieturm auf. Zu seiner Überraschung stand dort Professor Scott. "Hallo, Professor", meinte Harry und Sirius sah ihn einen Moment verschreckt an. "Ich mach gerade meinen Rundgang und hab einen Blick auf den höchsten Turm geworfen", sagte Harry in den Spiegel.

"Wo sind Ron und Hermine?"

"Wir treffen uns in einer halben Stunde im dritten Stock und gehen dann zusammen in die Kerker. Hermine will mich da allein auch nicht mehr hinlassen", erklärte der Gryffindor und sah auf, da sein Lehrer verwundert auf ihn zu kam und dann in den Spiegel sah.

"Mr. Black", sagte er nachdenklich.

"Guten Abend", grüßte sein Pate ihn höflich.

"Nun weiß ich auch woher mir ihr Name so bekannt vorkam. Sie haben schon mit James zusammengearbeitet."

"Ihr kennt euch auch?" fragte Harry verwundert.

"Nur vom sehen und ganz flüchtig. Wir wurden einander nie vorgestellt", sagte Sirius.

"Nein, leider", meinte der Lehrer und sah Harry dann an.

"Ich dachte der zweite Spiegel wäre im Besitz von Remus Lupin?"

"Ist er auch. Ich hab ihn mir ausgeliehen", meinte Sirius, ohne eine Miene zu verziehen.

"Ach so.", sagte Scott nur und wandte sich ab.

"Ich denke wir machen Schluss. Du musst noch unartige Kinder ins Bett schicken und ich… hab auch noch was zu tun."

"Klar. Grüß Remus ganz lieb, wenn du ihn siehst und sag ihm, ich schick ihm einen Kuss." Sirius schmunzelte.

"Mach ich. Bis dann."

"Bis dann", meinte Harry und steckte den Spiegel ein.

"Sie stehen also in Kontakt zu ihrem Paten und der Schulleiter billigt das?" fragte er.

"Ja. Das tut er", antwortete Harry schlicht und ging wieder, damit Scott nicht noch bemerkte, dass sich Harry diebisch auf Dienstagabend freute.

Leise erzählte er Ron und Hermine im leeren Gemeinschaftsraum davon. Ihre braunhaarige Freundin war nicht gerade begeistert davon, aber sie würden ihn beide decken. Am Dienstag sagte Remus Harry kurz nach Ende des Nachmittagsunterrichts bescheid, sie seien da, aber er solle erst nach dem Essen kommen, damit es wirklich dunkel war. Harry konnte kaum erwarten, dass seine Freunde, die ihn nach draußen begleiten wollten endlich fertig waren.

Sie spazierten gemütlich über das dunkle Gelände zu Hagrids Hütte, von der sie sich dann im Schatten des Waldes zur Peitschenden Weide schlichen, die Harry dann mit einem Ast zum erstarren brachte. Harry reichte ihnen den Tarnumhang, den er in seiner Tasche bei sich trug.

"Ich brauch ihn nicht. Wir sehen uns morgen."

"Sei bloß vorsichtig und verlier die beiden nicht."

"Hermine", meinte Harry und schlüpfte dann in den Gang und verwandelte sich dort schon. Remus hatte ihm zwar gesagt, dass er den Banntrank genommen hatte, aber auf vier Beinen lief man einfach schneller, als nur auf zweien und er konnte es nicht mehr abwarten.

Erst an der Falltür verwandelte er sich zurück. Aus dem oberen Stock hörte er schon wildes Gebell. Er schlich vorsichtig die Treppe nach oben, drückte die Tür auf und konnte beobachten, wie ein schwarzer Hund sich mit einem Werwolf um das Bett stritt.

"Wie wäre es wenn ihr es mir überlasst?" fragte Harry und schon fand er sich unter einem Werwolf begraben wieder, der ihn ableckte. "Hey… Moony", kicherte Harry. "Ist ja gut. Beruhig dich." Remus ließ auch von ihm ab und Harry setzte sich auf, um ihn dann auf die Stirn zu küssen.

"Ha. Jetzt hab ich gewonnen", meinte Sirius und ließ sich demonstrativ aufs Bett fallen.

"Das werden wir nachher noch sehen", meinte Harry und kraulte Remus im Nacken. "Also, wie machen wir es?"

"Ich denke wir warten noch eine Weile. Es ist zwar Winter und draußen ist niemand mehr unterwegs, aber sicher ist sicher. Und nun erzähl mal wie dein Training mit Snape läuft." Harry seufzte kurz auf und berichtete dann, was ihm neulich passiert war.

"Diese alte Fledermaus. Er kann sich wenigstens etwas zurück nehmen", knurrte Sirius.

"Wird er aber sicher nicht tun. Mal sehen was er morgen mit mir macht. Sicher wieder Okklumentik, was ich ebenso wenig auf die Reihe bekomme."

"Das wird schon. Da bin ich mir sicher", meinte Sirius.

Bis kurz vor zehn unterhielten sie sich dann darüber, was Sirius mit Lily so machte, oder auch mit Lisa und wie er sich sonst so die Zeit vertrieb.

Um kurz nach zehn brachen sie dann auf in den Wald. Harry ging voraus, um die Lage abzuchecken, dummerweise war die Karte auch in der Tasche, die er Hermine gegeben hatte. Aber es war weit und breit niemand zu sehen, der den Werwolf, oder den schwarzen Hund entdecken konnte. Harry verwandelte sich und rannte ihnen als letzter hinterher.

Er fand es ungemein aufregend hier durch den Wald zu laufen. Die vielen Gerüche und Geräusche. Beim letzten Mal hatte er gar nicht so darauf geachtet, immerhin hatte er einen Weg zu finden und war auch darauf bedacht keinem in die Quere zu kommen. Aber mit seinem Paten und Remus an der Seite konzentrierte er sich voll und ganz auf diese Eindrücke und sie waren atemberaubend. Er hörte leises Zischeln, Hufgetrappel und irgendwo schuhute eine Eule. Am interessantesten war der Geruch des Waldes. Die Luft war klar und kalt und das bereitete ihm, oder seiner animalischen Seele Unbehagen. Außerdem witterte er die anderen Tiere, die hier lebten, konnte aber nicht sagen was es war.

Den Geruch von Remus und auch den von Sirius hatte er sich schon eingeprägt. Von dem Werwolf ging seltsamerweise beinahe der gleiche zartherbe Geruch aus, den er auch als Mensch hatte und selbst sein Rasierwasser konnte er riechen und noch etwas Anderes, was sich nicht einordnen ließ.

Sirius roch dagegen nach Hund. Genau konnte er den Geruch nicht beschreiben. Es war das, was er mit einem Hund in Verbindung brachte. Den Geruch kannte er immerhin zur Genüge von Magda Dursley. Ob es da aber jetzt Unterschiede gab, wusste er aber nicht. Das müsste er noch herausfinden. Sie betraten eine kleine Lichtung und plötzlich ohne jede Vorwarnung ging Sirius auf Remus los. Harry war für einen Moment entsetzt darüber und wusste nicht was er machen sollte. Remus verteidigte sich, allerdings ohne Sirius wirklich zu verletzten und Harry dämmerte es. Sie spielten nur miteinander. Eine Weile beobachtete er das Treiben. Sirius schien genau zu wissen, wie er Remus nehmen musste, um ihn nicht zu verletzen, aber trotzdem in die Mangel zu nehmen.

Allerdings wurde Harry das Zuschauen bald zu langweilig und er sprang auf Remus zu, der Sirius gerade in die Enge gedrängt hatte.

"Na komm. Lass mal sehen wie du mit mir fertig wirst", knurrte Harry und Remus wandte sich zu ihm um und schien ihn zu mustern. "Na los", fauchte Harry. Remus schien noch zu überlegen, doch dann stürzte er sich auf Harry und schnappte nach ihm. Der Gryffindor konnte gerade noch ausweichen. Er wollte sich nicht beißen lassen, auch wenn er genau wusste, dass ihm der Biss nicht schaden würde. Wehtun würde es dennoch. Sie spielten so eine ganze Zeit und Sirius sprang wild um sie herum und tollte dann und wann auch dazwischen wobei er sich mit ihnen beiden anlegte. Allerdings merkte Harry schnell, dass Remus sich zurück hielt. Er zögerte immer kurz ehe er angriff, als wollte er sicher gehen, dass Harry ihm ausweichen konnte und er konnte nicht leugnen, dass ihm das nicht gerade passte. Er sollte auch Spaß haben und herumtoben.

Plötzlich witterte Harry einen seltsamen Geruch und er war einen Moment zu abgelenkt um auf Remus zu achten, der genau in diesem Moment wieder angriff und er erwischte ihn mit den Krallen an der Rechten Schulter. Der Schmerz der Harry durchzuckte war nicht zu verachten. Die Krallen sahen nicht nur scharf aus, sie waren es definitiv auch, musste er feststellen. Aus einem Reflex heraus hatte Harry aufgeschrieen, oder besser laut geknurrt. Remus war entsetzt zurück gewichen und starrte ihn an. Die Wunde brannte ziemlich und blutete auch. Außerdem zog es beim Laufen etwas.

"Halb so wild", meinte Harry trotzdem und tapste auf Remus zu, der ihn besorgt und auch verängstigt ansah. "Hab mich nur erschreckt", knurrte Harry und schmuste seinem Freund durchs Gesicht um ihn zu beruhigen. Ganz vorsichtig erhob sich Remus vom Boden und leckte die Wunde ab. Harry biss die Zähne zusammen, da es ziemlich brannte, aber er wollte Remus nicht noch mehr verschrecken.

Sirius, der das eine Weile beobachtete kläffte laut, sprang dann ein paar Schritte weiter und sah sich um. Harry hatte den Eindruck als wenn er fragte, ob sie endlich kommen würden. Der Tiger sah dem Werwolf kurz in die Augen und sprang Sirius dann nach. Er hörte, dass Remus ihm folgte. Der fremde Geruch war schon wieder verschwunden und nun drang ihm der Geruch von, so doof es auch klang, Nässe in die Nase und kam näher. Plötzlich stand Harry an einem nicht zugefrorenen Bachlauf. Das war es also. Wasser.

Sowohl Sirius, als auch Remus waren mit einem Satz auf der anderen Seite. Der Bach war nicht sonderlich breit, aber Harry nahm doch lieber etwas Anlauf. Er war noch nicht besonders vertraut, mit der stärke seines Tieres. Doch im selbem Moment indem er absprang, verfing er sich in irgendetwas und landete mit einem lauten Platscher mitten im eisigen Wasser. Es brannte, wie Messerschnitte auf seiner Haut und er beeilte sich raus zukommen, während Sirius wild kläffte und Remus leise jaulte. Seine Tierseele sagte Harry, dass die beiden, vor allem Sirius ihn gerade auslachten.

Harry schüttelte sich das Wasser auf dem Fell und fauchte: "Ich finde das gar nicht witzig!" Sein Pate wollte sich aber gar nicht wieder einkriegen. Dafür stand der aber auch noch dicht am Ufer und Harry ging von ihm unbemerkt näher an das Wasser heran und fuhr einmal heftig mit der Pfote hindurch, so dass Sirius einen ziemlichen Schwall abbekam. Augenblicklich verging ihm das Lachen, im Gegensatz zu Remus der das jetzt wohl extrem lustig fand.

Sirius dagegen sah aus, wie ein begossener Pudel. So schnell wie er auf Remus zusprang und sich direkt neben ihm schüttelte, konnte der nicht ausweichen und nun waren sie alle mehr, oder weniger nass. Das reichte Sirius aber wohl noch nicht, sondern er sprang auf den lachenden Harry zu, der sich mit einem Satz in den Bach rettete und dann waren alle drei im Wasser.

Sie jagten ein ganzes Ende durch den Bachlauf, bis Harry plötzlich auf einer Lichtung stehen blieb. Hier standen ein paar Einhörner. Harry sah sich kurz um. Sirius war hinter ihm auch stehen geblieben, ebenso wie Remus, in einiger Entfernung. Beide beobachteten sie ebenfalls die Tiere.

Harry sog einmal tief die Luft ein. Diesen Geruch konnte er nicht anders als mit "rein" zu beschreiben. Er war glasklar und passte absolut zu den Einhörnern. Selbst der Wald schien in ihrer Umgebung nicht mehr bedrohlich, sondern friedlich. Eigentlich hatte er vermutet, dass sie irgendwie nach Pferd rochen, aber das war nicht der Fall. So konnten Pferde einfach nicht riechen.

Langsam trat Harry näher. Er wollte die Tiere auf keinen Fall verschrecken, oder sich gar mit ihnen anlegen, aber sie von so nahem zu sehen, faszinierte ihn. Und tatsächlich ließen sie ihn näher herankommen, musterten ihn aber aufmerksam. Eines der Fohlen, die sich bei sich hatten traute sich dann vorsichtig näher und schien ihn auch zu beschnuppern.

Nachdem Harry diese einmalige Gelegenheit genutzt hatte, trottete er zurück zu seinem Paten, der bei Remus stand und ihn beobachtete. Dann sprang der Werwolf herum und Sirius folgte ihm auf dem Fuße. Eine Weile liefen sie noch durch den Wald und trafen auch auf Thestrale, mit denen Sirius anfing zu spielen und schließlich sogar ein paar Zentauren.

Die waren auf diese außergewöhnliche Gruppe aber wohl gar nicht gut zu sprechen. "Verschwinde Werwolf. Du hast hier nichts verloren. Das ist unser Teil des Waldes", rief einer und schlug einmal nach Remus aus. Der wich ihnen aber geschickt aus und trottete dann mit gesenktem Blick weiter. Sirius war von dieser Behandlung alles andere als begeistert und kläffte den Zentauren an. Harry aber war dabei nicht gerade wohl und stubbste Sirius an, damit er weiter ging, doch sein Pate wollte nicht hören. Erst als Harry ihn anfauchte, folgte Sirius seinem Freund zu einer Lichtung.

Zu Harrys Verwunderung klebte Remus mit der Nase am Boden und auch Sirius war sofort bei ihm. Als Harry näher trat, bemerkte er auch die Witterung. Sie ähnelte der von Remus, was ihn ziemlich wunderte. Das war doch eigentlich unmöglich. Es war nicht Remus eigene Witterung, auf keinen Fall und dennoch ähnelten sie sich. Sirius, mit der Nase über dem Boden, lief langsam weiter und Harry folgte ihm, zusammen mit Remus. Sie gingen direkt auf den Waldrand zu. Harry spürte förmlich die Anwesenheit eines fremden Tieres in ihrer Nähe. Remus lief dicht neben Harry und schien sich aufmerksam umzusehen, ebenso wie Sirius vor ihnen. Dicht am Waldrand blieb Sirius stehen und drehte sich zu ihnen beiden um. Harry lief zu ihm rüber und sah Hagrid, der gerade in seiner Hütte verschwand. Außerdem wehte der Wind noch etwas anderes zu ihm herüber. Einen Geruch, der ihm wage bekannt vorkam. Aber er konnte ihn nicht zuordnen. Sirius stubbste ihn an und bedeutete, dass sie ihm folgen sollten. Er führte sie geradewegs zur heulenden Hütte, wo Harry erstmal die Lage sichtete und dann als Mensch, mit einem Ast die Weide zum Erstarren brachte.


Und? Wie war es? Schreit mir doch bitte bitte. Ich lese eure Kommis doch so gern.

Und nächste Woche wird es zwar wieder etwas langweiliger, aber dafür umso romantischer. Ich denke es reicht, wenn ich sage Remus wird über Nacht auf dem Schloss bleiben. zwinker