huhu!

So nun endlich auch hier, da es wieder geht. huete vormittag span der log in irgendwie rum.

Deshalb werde ich mich jetzt auch nicht lang mit quatschen aufhalten, sondern euch weiter lesen lassen.

Viel spaß und bis nächst Woche

Eure Imo

Rettung (aus) der Zukunft

Kapitel 38

Als Harry die Augen wieder aufschlug, lag er immer noch dicht an Remus gekuschelt und splitternackt unter der Bettdecke. Wie immer nach dieser Liebesbekundung, waren sie danach eingeschlafen und Harry war dankbar heute Nachmittag schon frei zu haben.

Remus neben ihm drehte sich gerade leise murmelnd auf die andere Seite und schlang seinen Arm um Harrys Brust. Auf Harrys Lippen schlich sich ein versonnenes Lächeln und er kuschelte sich noch etwas näher in diese Umarmung.

"Hab ich dich geweckt?", flüstere Remus dicht hinter ihm.

"Nein", meinte Harry ebenso leise und seufzte wohlig auf, als der ältere ihm einen Kuss auf die Wange drückte.

"Wie spät ist es?" erkundigte Remus sich dann und Harry warf einen Blick auf seine Armbanduhr.

"Halb sechs." Remus seufzte tief und setzte sich dann auf.

"Ich fürchte ich muss dich allein lassen. Die Pflicht ruft", murmelte er. Harry konnte nicht gerade behaupten glücklich darüber zu sein, aber er wusste auch, dass sie keine Wahl hatten. Eigentlich konnten sie ja schon froh sein, dass sie sich sehen durften.

"Irgendwann werde ich Voldemort in den Arsch treten", meinte Harry und brachte Remus damit zum Lachen.

"Und ich werde dir helfen."

Harry sah Remus einen Moment lang in die Augen, ehe er dessen Hals umschlang und ihn in einen zärtlichen Kuss zog. "Ich muss, Harry. Auch wenn ich nicht will", flüsterte Remus ihm ins Ohr, als sie sich getrennt hatten und schlug dann die Decke zurück. Auch Harry erhob sich aus dem warmen Bett. Allein wollte er dann auch nicht hier liegen bleiben. Außerdem musste er noch Hausaufgaben machen.

Der Gryffindor bestand felsenfest darauf Remus noch bis zum Schlosstor zu bringen, um sich dort von ihm zu verabschieden. "Wir sehen uns doch schon nächstes Wochenende wieder", erklärte der Werwolf, als sie Das Tor erreicht hatten.

"Ja. 9 Lange Tage ohne dich. Ich weiß gar nicht, wie ich das aushalten soll", meinte Harry theatralisch seufzend und Remus schmunzelte.

"Mir geht es nicht anders, aber ich bin mir sicher, die Zeit wird ganz schnell vergehen, wenn wir uns ablenken. Und ich bin mir sicher, du hast eine Menge zu tun."

"Kann schon sein. Aber ich weiß trotzdem mit wem ich meine Zeit lieber verbringen möchte", erklärte der Gryffindor schmunzelnd.

"Ich glaub ich geh besser, ehe dir der Zauber einfällt, mit dem du jemanden Fesseln kannst", grinste Remus und drückte Harry noch mal an sich. "Keinen Kuss. Wir werden beobachtet", flüsterte er ihm zu. Harry nickte leicht und ließ Remus dann wieder los.

"Grüß Sirius von mir", sagte Harry dann laut.

"Mach ich. Bis bald", verabschiedete Remus sich dann und lief den Weg hinunter.

"Ach Remus. Der Zauber heißt Incarcerus", reif Harry ihm noch nach, ehe er sich auf den Weg zurück ins Schloss machte.

Ihm vielen durchaus ein paar Viertklässlerinnen auf, die ihn mit seltsamen Blicken musterten. Er sagte aber nichts dazu. Sollten sie doch denken, was sie wollten. Ihm war es gleich. Sein Weg führte ihn direkt in den Gryffindorturm, wo Ron und Hermine schon über ihren Büchern saßen.

"Schon wieder da?" fragte Ron etwas verwundert.

"Remus hat auch noch ein paar andere Dinge zu erledigen", meinte Harry nur und setze sich zu seinen Freunden und holte eines seiner Bücher hervor. "Hat Scott noch irgendwas gesagt?" erkundigte er sich dann nach einigen Minuten.

"Nein", kam es leicht gereizt von Hermine. "Er hat nichts weiter gesagt."

"Dann ist ja gut", meinte Harry nur.

"Weißt du eigentlich wie gefährlich das ist einen Werwolf herauszufordern?", fragte Hermine plötzlich leise und sehr eindringlich und Harry seufzte genervt auf.

"Ja. Ich weiß es. Und ich würde es jederzeit wieder tun, weil Remus mir niemals wehtun würde. Und nun lassen wir das endlich", erklärte er und sah seine Freundin eindringlich an. Ihr schien das zwar nicht wirklich zu zusagen, so wie Harry ihren Blick deutete, aber sie sagte nichts weiter dazu.

Der Abend und die Patrouille verliefen ruhig, wie fast immer, aber sie schafften es wieder nicht Saphira zu folgen. Das Mädchen verschwand in den Wald und im Foyer waren zu viele Lehrer als Harry ankam, um einfach hinauszuspazieren, oder gar die Karte hervor zu holen. Ihm blieb nichts anders übrig, als mal wieder aufzugeben. Aber er schwor sich, dass er es schon noch erfahren würde.

Der Tränkeunterricht am Freitag war eine noch größere Katastrophe, als die letzte. Als es zum Ende der Stunde klingelte war er sich sicher den Wolfsbanntrank endgültig und vollkommen versaut zu haben. Harry traf sich mit Ron vor der großen Halle und ging dann mit ihm in die Bibliothek um Hausaufgaben zumachen. Dort würden die beiden auf Hermine warten, die jetzt zu Alte Runen musste.

"Was machen wir heute Abend?" erkundigte sich der Rotschopf leise, als sie sich an einem der hintersten Tische gesetzt hatten. Harry runzelte die Stirn. Er hatte eigentlich nichts Besonderes vorbereitet.

"Hast du eine Idee?" fragte er und Ron meinte: "Richtig duellieren. Nicht einer gegen einen. Mehr als Gruppe", schlug sein Freund vor.

"Du meinst wir teilen uns in zwei Gruppen auf und die eine Versucht die andere Aufzuhalten?"

"Genau so was meinte ich."

"Warum nicht. Immerhin verfahren die Todesser ja auch etwa so. Dann lass uns mal überlegen, wie wir die Gruppen aufteilen", meinte er und kritzelte auf ein Stück Pergament die Namen der Mitglieder.

"Wie verteilen wir sie?" fragte Ron sehr leise, da grade Madam Pince in der Nähe Bücher wegräumte.

"Ich dachte so, dass die eine Gruppe ein wenig stärker ist als die Andere. Immerhin sind die Todesser ja auch stärker als wir. Dann übt es sich am besten und wir wollen ja für den Ernstfall trainieren, oder?" meinte der Gryffindor. Ron stimmte ihm nickend zu und dann begann eine leise Diskussion über die einzelnen Mitglieder, wer denn nun wie stark ist. Das dauerte dann doch tatsächlich bis Hermine zu ihnen kam.

"Was macht ihr denn?"

"DA aufteilen. Wir machen ein Gruppenduell", erklärte Ron.

"So, so. Aber ihr wisst schon, dass die Kräfte so ungleich verteilt sind", gab das Mädchen zu bedenken, als sie sich das Stück Pergament ansah.

"Absicht", sagte Harry. "Immerhin sind die Todesser auch stärker als wir."

"Gut. Und wie soll unser Duellplatz aussehen? Denn wenn wir den Raum der Wünsche in ein einfaches Klassenzimmer verwandeln, bringt das nicht viel. Dann gewinnt die stärkere Gruppe sofort. Wir brauchen Deckungsmöglichkeiten." Harry nickte. Daran hatte er bis jetzt noch nicht gedacht.

"Und wir brauchen viel Platz", fügte Ron hinzu. "Zum Weglaufen."

"Ich denke, ich weiß da was", meinte Hermine und holte ihre Bücher raus, während Harry sie auffordert ansah. Doch anstatt etwas zu sagen begann sie mit ihren Hausaufgaben.

"Hermine?" fragt Ron vorsichtig. Ihre Freundin sah ihn fragend an. "Sagst du uns auch was du weißt?"

"Nein. Das seht ihr heute Abend. Ich muss eh erst noch was nachsehen, aber erst machen wir Hausaufgaben." Harry seufzte stumm auf. Er hätte auch viel lieber jetzt erfahren, wie Hermines Duellplatz aussah. Doch er entschied sich nicht weiter nachzubohren. Stattdessen schlug auch er seine Bücher auf und Ron gab sich dann auch geschlagen.

Auch den Nachmittag über, den sie beim Schach verbrachten, wollte das Mädchen nicht rausrücken was sie sich ausgedacht hatte und dann verschwand sie für eine geschlagene Stunde, ohne zu sagen wohin sie ging und die beiden Jungen durften sie auch nicht begleiten. Und so waren die beiden Freunde ziemlich gespannt, als sie nach dem Abendessen in den siebten Stock gingen. Dort warteten schon einige der Gruppenmitglieder auf sie. Hermine lief drei Mal an dem Wandteppich vorbei und als sie Tür erschien und Harry sie Aufzog staunten sie nicht schlecht.

Eine Wiese bereitete sich vor ihnen aus. In nicht all zu weiter Entfernung konnte man einen Lichten Wald erkennen, Links gab es ein Gebäude, das nach einem Schuppen aussah. Außerdem lagen hier und da ein paar kleiner Steine herum.

"Nicht schlecht", meinte Harry und bat seine Kameraden sich zu setzten. Doch die meisten starrten mit gezogenen Zauberstäben auf die Tür, in der zu Harrys Überraschung Draco stand, ohne Zauberstab.

"Was können wir für dich tun?" fragte Harry, nachdem er seine Verwunderung überwunden hatte und trat auf den Slytherin zu. In den Tagen nach der Schlägerei waren sie sich auf den Fluren einfach nur aus dem Weg gegangen und auch im Unterricht hatte Draco Harry nicht mal angesehen.

"Ist dieser… Club für alle?", fragte Draco etwas steif und kühl.

"Für alle die keine Slytherins sind", erklärte Michael Corner sofort gehässig, ehe Harry etwas sagen konnte.

"Und du bist einer!", fügte Anthony hinzu. Draco schien das zu ignorieren und sah Harry einfach weiter an. Der war ziemlich überrascht von dieser Frage. Er hatte mit so ziemlich allem gerechnet, nur nicht damit.

"Du möchtest dich uns anschließen?", hackte der Schwarzhaarige Gryffindor nach und einige aus dem Club fingen ungläubig an zu tuscheln.

"Nein ich bin hier, weil die Aussicht so schön ist", meinte der Blonde gehässig und Harry konnte sich ein schmunzeln einfach nicht verkneifen. Dracos Gehässigkeit war unübertrefflich.

"Du möchtest dich uns also anschließen", stellte Harry fest und sofort darauf kam er Protest hinter ihm.

"Wir wollen dich aber nicht", fauchte Seamus mit großer Zustimmung der anderen und Draco warf ihm einen finstern Blick zu.

"Ich dachte das ist Potters Club", war aber sein einziger Kommentar dazu.

"Sollen wir ihm klar machen, dass er hier nichts verloren hat?", fragte Colin und spielte mit seinem Zauberstab herum.

"Ja kommt", stimmte Ernie Macmillian zu, aber Harry hob die Hand.

"Steckt eure Zauberstäbe weg", bat er und meinte zu Draco: "Komm rein und mach die Tür zu."

"Was?", riefen Lavender und Parvati gleichzeitig entsetzt und aus dem Tuscheln wurde ein eindringliches Flüstern.

"Das kannst du nicht machen Harry. Er ist ein Slytherin", sagte Justin bestimmt.

"Und deshalb bin ich schlechter als ihr, was?", fragte Draco angriffslustig.

"Ja", antwortete der Hufflepuff unumwunden und einige hielten sofort die Luft an, bei Dracos finsterem Blick.

"Ich hab keine Angst vor dir, Malfoy", zischte der Hufflepuff dem Blonden zu.

"Wusste ich doch das ihr alle verblödete Trottel seit", murmelte der Blonde dann, doch Harry packte ihn am Arm.

"Wie hast du uns genannt?", kam es dann von Neville ziemlich sauer.

"Engstirnige Trottel. Ihr seid zu Blind zu erkennen, wenn es einer ernst meint", giftete Draco und Neville kam mit bedrohlichen Schritten näher. Harry aber trat zwischen die beiden und hielt Neville fest.

"Hey. Beruhig dich. Ich will hier keine Schlägerei." Dann wandte er sich zu Draco: "Und wir sind keine Trottel. Aber du kennst die Vorurteile gegenüber deinem Haus und du kannst mir nicht erzählen, dass du mit so was nicht gerechnet hast. Versuch dich also etwas zu beherrschen." Er war sich sicher, dass Draco sich die Entscheidung her zu kommen nicht leicht gemacht hatte. Immerhin würde dann auch der letzte Erstklässler erfahren, dass Draco Malfoy mit Harry Potter sympathisierte und die Slytherins hätten noch mehr Grund den Blonden zu verabscheuen.

"Hau endlich ab, Malfoy", reif Terry Boot wütend von weiter hinten und einige andere stimmen ihm zu.

"Warum willst du dich uns anschließen?" fragte Harry aber ruhig, was ein noch größeres Gemurmel beschwor. Aber das interessierte ihn im Moment nicht. Er wollte wissen was Draco zu diesem Schritt bewogen hatte.

"Ist doch egal. Ich bin doch eh unerwünscht. Also verschwende ich meine Zeit, wenn ich es euch erzähle", kam die Antwort und Draco wandte sich ab, aber Harry hielt ihn fest und fand sich auf einmal Dracos Stab gegenüber. "Lass mich los, Potter!" zischte er.

"Draco. Erstens, meine ich dich schon mal fertig gemacht zu haben, wenn auch nur mit Glück, zweitens, bist selbst du nicht so bescheuert und greifst mich hier und jetzt an. Also steck ihn weg. Und drittens, hab ich noch kein Wort davon gesagt, dass du gehen sollst oder unerwünscht bist." Die graublauen Augen des Slytherins blitzten zum Rest des Clubs rüber, wo alle ihre Stäbe gezogen hatten und ließ dann seinen Stab in seine Tasche rutschen. "Und nun sag mir doch mal was dich zu uns geführt hat", bat der Gryffindor.

Draco starrte Harry einen Moment wütend an, und sagte schließlich: "Ich hab noch eine Rechung mit dem dunklen Lord offen und ihr lernt hier Dinge, die uns keiner sonst beibringt."

"Du bist bescheuert", meinte Ginny, die ziemlich dicht hinter ihm stand. Dennis Creevey dagegen rief: "Du willst uns doch nur ausspionieren."

"Genau. Verpiss dich zu du-weißt-schon-wem. Wir haben dich durchschaut", stimmte Colin seinem Bruder zu und Harry sah Draco wütend aufblitzen.

"Colin. Es ist genug", mahnte Harry. Er wollte nicht, dass Draco hier ausrastete und auf einen der anderen losging. Das würde ziemlich unschön werden und er konnte Draco nur all zu gut verstehen. Bei ihm war es ja das gleiche. Aus dem gleichen Grund wollte er Voldemort umbringen. Wegen dem Tod seiner Eltern.

"Harry schmeiß ihn endlich raus. Wir wollen weitermachen", forderte Seamus.

"Ja. Wirf ihn raus!" riefen auch ein paar andere.

"Ich werde keinen rauswerfen, der für die gerechte Sache kämpft", meinte Harry mit dem Blick auf Draco gerichtet und dann drehte er sich um und sah in entsetzte Gesichter.

"Das ist nicht dein ernst", meinte Cho.

"Er hat dich unter einen Zauber gestellt", meinte Colin und sein Bruder pflichtete ihm bei und richtete seinen Stab auf Draco. "Heb ihn auf!" forderte der jüngste des Clubs.

"Dennis. Steck den Stab weg. Ich steh unter keinem Zauber und ich meine es ernst."

"Du kannst ihn nicht mitmachen lassen. Er ist ein Slytherin. Das sind alles Todesser. Sie alle sind Anhänger von du-weißt-schon-wem", meinte Hannah entsetzt.

"V-Voldemort hat Dracos Eltern umgebracht. Er ist ganz sicher kein Todesser", sagte Hermine und Harry sah erstaunt auf. Er hätte nicht damit gerechnet, dass seine Freundin sich für den Slytherin einsetzte. Dass der Slytherin beim Kampf bei ihren Eltern bei ihnen geblieben war, musste sie ziemlich beeindruckt haben. Harry hörte wie Parvati Lavender etwas von einem Trick zumurmelte.

"Es ist kein Trick. Parvati. Ich war dabei. Ich hab gesehen wie Voldemort seinen Vater getötet hat. Es war in Pembroke. Voldemort hat ihn ohne Grund einfach umgebracht. Und dann wollte er es mir in die Schuhe schien", erklärte Harry.

"Wohin schieben?" meinte Ron.

"Er hat befohlen zu erzählen, ich hätte Lucius Malfoy getötet", meinte Harry. "War ein Muggelsprichwort."

"Und deswegen willst du ihn mitmachen lassen?" fragte Marietta entsetzt.

"Warum nicht. Er steht auf unserer Seite. Und", Harry sah kurz zu Draco, "wir könnten sicher auch was von ihm lernen."

"Ich lass mir von dem sicher nichts beibringen", meinte Justin grimmig und Susan stimmte dem Jungen sofort zu. Harry seufzte genervt auf. Das gab es doch nicht. Waren sie alle so voreingenommen? Nur weil Draco in Slytherin war? Das war doch wohl ein Witz. Jedes Haus konnte Todesser hervorbringen. Das hatte Peter Pettigrew doch wohl bewiesen.

"Draco ist gar nicht so schlimm, wenn man ihn näher kennt. Und er kann gut kämpfen. Ich hab es gesehen. Er hat mir geholfen, meine Eltern vor den Todessern zu schützen. Er ist eigentlich ein netter Kerl", meinte Hermine und Harry sah, dass Draco für einen Moment überrascht wirkte. Ebenso wie Ron. Sein Freund aber wohl eher, wegen der Bezeichnung "netter Kerl". Hoffentlich wurde Ron jetzt nicht eifersüchtig. Das war das letzte, was sie jetzt hier gebrauchen konnten. Eine Eifersuchtsszene. Nachher hieß es noch Draco würde versuchen Hermine dem Rotschopf auszuspannen.

"Er ist ein Slytherin. Was macht euch so sicher, dass er nicht doch ein Todesser ist?", fragte Zacharias Smith.

"Wer sagt, dass von euch keiner ein Todesser ist", konterte Draco. Sofort wurden die Prostrufe laut.

"Ruhe!", rief Harry sofort. "Was ist genau euer Problem? Ich begreif das irgendwie nicht", meinte er.

"Er ist ein Slytherin und deren Eltern stehen alle hinter du-weißt-schon-wem. Und nur weil seine Tod sein sollen, wechselt er sicher nicht die Seiten", brachte es Michael Corner scheinbar für alle auf den Punkt, da keiner mehr etwas hinzufügte.

"Dann will ich euch mal was sagen. Der Verräter meiner Eltern war nie in Slytherin. Er war ein Gryffindor und noch dazu der beste Freund meines Vaters in ihrer Schulzeit. Ein Gryffindor ist ein Todesser geworden. So wie es ganz sicher auch ehemalige Ravenclaws sind, und Hufflepuffs. Sicher auch Slytherins, aber eben nicht nur. Und so wie Peter Pettigrew ein Todesser geworden ist, kann auch Draco Malfoy sich von ihnen abwenden. Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er nichts mehr mit Voldemort zu tun hat", sagte er.

"Ihr seit Freunde?", fragte Cho verwundert und Draco hinter ihm schnaubte.

"Ich bin nicht Potters Freund. Aber wir…"

"Wir haben sozusagen einen Waffenstillstand vereinbart", meinte Harry.

"Das ist verrückt. Er wird uns verraten", sagte Terry.

"Wird er nicht. Lasst es uns doch einfach versuchen", schlug Harry vor, stieß dabei aber auf heftigen Widerstand.

"Wenn du ihn aufnimmst geh ich. Ich werde nicht mit einem Sylterin zusammen trainieren", entschied Anthony und viele schlossen sich ihm an. Harry war davon ziemlich überrascht. Damit hatte er nicht gerechnet. Der Ravenclaw sah Harry herausfordernd an und er wusste im Moment nicht wirklich etwas darauf zu erwidern. Aber dafür Ron. Und für seine Verhältnisse etwas ziemlich gescheites.

"Wenn wir Draco nicht mitmachen lassen sind wir nicht besser, als die Todesser. Sie grenzen die Muggelgeborenen doch auch aus, nur weil sie denken, sie sind schlechter. Oder auch die Muggel. Wollt ihr auch so sein wie sie? Wie jemand, der einen Mitmenschen nur wegen ein paar Vorurteilen ausgrenzt? Ich nicht. Ich will nicht so sein wie die Todesser. Meinetwegen kann… Draco bleiben." Harry sah seinen Freund erstaunt an und traf dabei auch Hermines verblüfften Blick.

"Ich will auch nicht so sein wie die Todesser", stimmte Neville zu und nach und nach schien das auch die anderen zu überzeugen.

"Gut. Damit ist Draco offiziell ein Mitglied von Dumbledores Armee", sagte Harry, sah sich zu dem Sylterin um und reichte ihm die Hand. "Herzlich Willkommen." Draco sah die Hand kurz an und schlug dann ein. "Gut. Dann setzten wir uns und ich erklär euch mal was das hier werden soll."

Nachdem alle einen Platz gefunden hatten, dabei viel auf das die meisten einen gewissen abstand zu Draco wahrten begann Harry. "Ich hab mir überlegt wir machen mal ein Duell der anderen Art. Wir wollen ja lernen uns gegen die Todesser zu verteidigen und die haben mich bisher immer in Gruppen angegriffen. Und genau das werden wir heute auch machen. Ich teile euch in zwei Gruppen ein. Gruppe eins sind die Guten, Gruppe zwei die Bösen. Deren Aufgabe ist es die Guten außer Gefecht zu setzen. Lähmen und entwaffnen gilt als besiegt. Wenn die Flüche getroffen haben, hebt ihr sie wieder auf, die Besiegten ziehen sich aus dem Duell zurück hier zur Tür. Damit ist klar sie sind raus. Ich möchte von ihrer Seite keine Eingriffe, egal wer von wem in die Mangel genommen wird. Und keine Flüche, die einen verletzten. Madam Pomfrey kann unangenehm werden und ich hab auch keine Lust auf ein Gespräch mit dem Schulleiter. Alles so weit klar?" Harry sah einmal in die Runde und da keiner etwas sagte, erklärte er: "Gut. Gruppe eins sind: Hermine, Colin, Dennis, Ginny, Hannah, Justin, Ernie, Terry, Marietta, Luna und Padma.

Gruppe zwei: Katie, Lavender, Neville, Parvati, Ron, Susan, Zacharias, Cho, Michael, Anthony und ich.

Eigentlich war es so ausgelegt, dass die Bösen etwas stärker sind als die Guten. Ist ja bei den Todessern nicht anders. Ich hab nur nicht mit Zuwachs gerechnet. Deswegen geht Ron noch zu den Guten und Draco kommt zu mir. Damit dürften wir etwa gleichstark sein.

Jede Gruppe hat fünf Minuten, um einen Plan aufzustellen, wie sie versucht die Andere zu stellen. Ich geb das Zeichen. Viel Spaß."

Hermine übernahm sofort die Führung und zog sich mit den anderen in Richtung Wald zurück "Wir können gleich aufgeben. Hermine wird bei ihnen sicher die Führung übernehmen", meinte Cho.

"Na und? Das heißt doch nicht, dass wir verlieren", lachte Draco.

"Aber sie ist stark. Genau wie Ron", meinte Katie.

"Potter hat auch was drauf", konterte Draco schon leicht genervt.

"Hermine ist absichtlich bei ihnen. Ich wollte es uns auch nicht all zu leicht machen. Außerdem dachte ich mir, dass wir so was demnächst öfter machen und jedes Mal werden die Gruppen neu gemischt", erklärte Harry.

"Wie sieht dein Plan aus, Harry?" fragte Susan.

"Mein Plan? Einfach drauf los. Sie sind uns zahlenmäßig übriges überlegen. 13 zu 10."

"Toller Plan", meinte der Slytherin gehässig.

"Wenn dir das nicht passt, kannst du ja gehen", fauchte Anthony grimmig.

"Hey", fuhr Harry gleich dazwischen. "Ich will keinen Streit, wir haben das gerade geklärt. Und jeder darf hier seine Meinung sagen. Also, Draco. Hast du einen Plan?" Harry wusste doch das der Sylterin gern der Wortführer war und sagte wo es langging. Außerdem vermutete der Gryffindor, dass Draco auch eine Ahnung davon hatte, wie die Todesser vorgingen. Das war auch der Grund, warum er Draco dieses Mal zu ihnen geholt hatte.

"Wir teilen uns auf. Zwei müssen Granger schnappen. Sie ist stark und beherrscht einige mächtige Zauber. Das gilt auch für Weasley. Er benimmt sich zwar oft wie ein Trottel, aber hat auch einiges drauf. Beim Rest weiß ich es nicht", erklärte der Blonde.

"Das heißt wir sind 7 gegen 10. Wie soll das gehen?", fragte Cho entsetzt.

"Du wirst doch wohl mit einem Drittklässer fertig werden. Das heißt nur 9 gegen 7", konterte Draco.

"Nun mach hier nicht so einen Wind", meinte Zacharias genervt. "Lasst uns lieber überlegen, wer sich wen vorknöpft. Harry sollte sich vielleicht Hermine schnappen."

"Nein", warf dieser sofort ein. "Ich werde weder Ron noch Hermine angreifen. Wir duellieren uns ständig. Sie kennen meine Schwachpunkte und ich ihre und das ist nicht der Sinn dieser Sache.

Susan und Draco ihr beide übernehmt Hermine. Das ist zu schaffen. Und Cho schnappt sich mit Parvati Ron. Der Rest nimmt wen er kriegen kann. Und passt auf, dass ihr eure eigenen Leute nicht lahm legt." Damit nickten alle und Harry sah auf seine Uhr. "Geben wir ihnen die 30 Sekunden noch", sagte er und zog Draco bei Seite. "Faire Duelle, Draco. Bitte."

"War mir klar Potter", meinte der Slytherin nur und deutete dann auf Harrys Uhr. Es war Zeit.

Harry schoss grüne Funken in die Luft, als Startzeichen. Die anderen schien aber schon lange fertig zu sein, denn sofort wurden sie aus Richtung Wald und Scheune mit Flüchen beschossen. Außerdem wurden die Steine vergrößert, so dass sie als Deckung dienten. Hermine hatte die Gruppe also aufgeteilt. Interessant. Wie lang sie schon an diesem Plan gearbeitet hatte? Er sollte sich beim nächsten Mal ganz allein so was ausdenken und seine Freud auch ins kalte Wasser schmeißen.

Er hatte alle anderen vorstürmen lassen und sah, dass Susan alles andere als begeistert war, mit Draco zusammen zu arbeiten, während sie nach Hermine suchten. Cho und Parvati dagegen hatten Ron schon gefunden, da er gerade Dennis zu Hilfe kommen wollte, der von Zacharias in die Mangel genommen wurde.

Lavender nahm sich Colin vor, musste sich aber gleichzeitig gegen Ernie währen. Neville hatte sich ausgerechnet Padma als Gegnerin ausgesucht. Eine der stärkeren aus der gegnerischen Truppe. Plötzlich Schlug ein Fluch in sein Aufgebautes Schild und er sah Marietta auf sie zu rennen. Er hatte absichtlich gewartet. Er wollte keinem von ihnen das Duell mit sich aufzwingen, sie sollten selbst entscheiden wer sich mit ihm duellieren wollte.

"Wenn du meinst", rief er ihr zu und ließ das Schild fallen, gleichzeitig wich er dem Entwaffnungszauber aus und konterte mit einem Stupor, den sie blockte. Harry musste einem sofort drauf folgenden Impedimenta ausweichen. Er duckte sich unter ihm weg und sah dabei, dass Hermine scheinbar Susan besiegt hatte, welche aber dann von Draco geweckt wurde. Glücklich schien sie darüber gar nicht zu sein.

Marietta kämpfte verbissen. Hermine hatte ihr scheinbar sogar einen Tipp gegeben, wie sie ihn kriegen konnte. Reaktionsschnelle war sein Problem. Er hatte Schwierigkeiten mehreren schnellen Flüchen nacheinander auszuweichen und trotzdem zu kontern. Und genau das versuchte Marietta jetzt. Doch dann hallte ein Aufschrei durch den Raum und das Mädchen ließ sich ablenken, im selben Moment wie Harry: "Expelliarmus!" rief. Der Zauberstab segelte neben ihm zu Boden, so dass er sich nach einem Verletzten umsehen konnte, aber keinen entdeckte. Stattdessen sah er, dass seine Gruppe deutlich im Vorteil war. Die meisten der Guten waren besiegt und dann stürzten sich plötzlich Luna und Ginny auf ihn und Harry hatte schwer zu kämpfen, denn die beiden waren ein eingespieltes Team. Doch schließlich schaffte er es haarscharf. Er war der letzte, der seine Gegner besiegte. Er versuchte wieder zu Atem zukommen und half den beiden Mädchen wieder auf die Beine.

Hermine kam auf dann mit einem Tiegel auf ihn zu. "Heilsalbe. Hab sie heute Nachmittag noch besorgt", meine sie. Harry sah seine Freundin erstaunt an und blinzelte dann zu Ron rüber.

"Du hast schon in der Ersten festgestellt, dass wir einen schlechten Einfluss auf sie haben. Ich glaub du hast Recht. Unser Einfluss ist furchtbar." Hermine knuffte Harry an die Schulter. "Au!"

"Ach nun stell dich nicht so an", meinte sie und steckte dann die Dose in den Umhang.

"Also das was ich gesehen habe, war gut. Aber ich muss euch auch ganz klar sagen, die Todesser sind stärker als wir. Sehr viel stärker und einen von ihnen auszuschalten ist nicht einfach."

"Dafür üben wir doch", meinte Colin begeistert. Draco schnaubte abfällig.

"Hast du was zu meckern?" fragte Ernie angrifflustig und viele der Anwesenden sahen ihn grimmig an.

"Nein", war aber die knappe Antwort des Slytherins und Harry seufzte auf.

"Was willst du uns mitteilen? Das unser Training hier Kinderspiele sind? Das wir eh keine Chance haben, bei einem richtigen Angriff?" Der Angesprochene sagte aber nichts und Harry schüttelte nur den Kopf und sah dann auf die Uhr. "Ach du… los ab in eure Schlafsäle. Die Vertrauensschüler nehmen ihre Hauskameraden mit und wenn es doch Ärger gibt… schiebt ihn auf mich. Ich hab nicht aufgepasst." Damit verließen alle schnellstens den Raum der Wünsche. Nur Draco, den hielt Harry zurück.

"Ich weiß genau, dass wir allein nicht viel ausrichten können. Aber ein bisschen mehr zu können, als das aus dem Unterricht, bringt auch etwas. Aber damit wir uns richtig verstehen, das hier ist nicht meine private Armee und ich werde hier niemanden darauf trainieren Voldemort umzubringen. Das wäre Wahnsinn. Keiner von uns kann ihn besiegen. Das schafft nicht mal Dumbledore", erklärte er.

"Du kannst mir nicht erzählen, dass du den Dunklen Lord nicht töten willst. Er hat deine Eltern umgebracht. Er hat dich schon mehrmals versucht zu töten. Du hasst ihn." Harry schloss die Augen und drehte sich von dem Blonden weg. Sicher hatte Draco Recht. Er hasste Voldemort. Und er wollte ihn töten.

"Was sollte ich auch anders wollen", fragte Harry. "Er hat mir mein Leben ruiniert. Aber deswegen werde ich nicht mit meinen Schulkameraden in den Kampf ziehen. Das ist mein Kampf. Meiner ganz allein."

"Irrtum Potter. Es ist jetzt unser Kampf." Harry wirbelte herum.

"Du bist lebensmüde, Draco. Du hast doch keine Ahnung wie mächtig Voldemort wirklich ist. Erzählungen kommen bei weitem nicht an die Wahrheit heran. Ich stand ihm dreimal Gegenüber. Zweimal hab ich selbst mit ihm gekämpft und es nur um Haaresbreite überlebt und einmal war ich hautnah dabei, wie sich Dumbledore mit ihm duelliert hat. Du konntest ihre Kraft, die Magie spüren, Draco. Das bringt keiner von uns auf."

"Doch du. Du kannst es. Ich hab es doch schon erlebt", konterte der Blonde. "Zeig mir wie du das machst."

"Zeigen? Ich kann es dir nicht zeigen. Ich hab nicht mal die Kontrolle darüber. Es passiert einfach. Wenn ich wüsste wie es geht, wäre Voldemort Geschichte. Glaub mir. Er hätte schon längst ins Gras gebissen und ich wäre entweder Tod, oder hätte ein normales Leben, so wie Ron. Oder Hermine", sagte Harry und wollt Draco stehen lassen, aber der packte ihn am Arm.

"Du trainierst mit Professor Snape. Ich will mitmachen."

"Dann frag ihn. Er ist doch dein Onkel. Du kommst sicher besser mit ihm zu Recht als ich", konterte Harry und machte sich dann von Draco los, um auch in den Schlafsaal zu gehen. Draco war echt total bescheuert. Es wäre sein Tod, sich Voldemort zu stellen. Er würde sterben.

Das Wochenende verbrachten Harry und seine Freunde im Raum der Wünsche. Harry hatte auf seiner Patrouille fallen lassen, dass Snape sicher ungesagte Flüche von ihm verlangte und er das so gut wie gar nicht konnte. Hermine hatte ihn und Ron deswegen mitgeschleift damit sie das übten.

"So können wir das auch gleich den andern beibringen", hatte sie gemeint und keiner der beiden Jungen hatte es gewagt ihr zu Widersprechen. Aber er musste zugeben, ein klein wenig half es ihm.

Der Montag und Dienstag verlief, bis auf die Gespräche mit Sirius und Remus, ereignislos. Harry wollte Remus eine kleine Freude zum Valentinstag machen, hatte aber keine Ahnung womit. Sirius hatte ihn schließlich auf die Idee gebracht einfach etwas Schokolade zu kaufen und ihm nebenbei Remus Lieblingssorte verraten. Mokka-Sahne. Eigentlich eine Muggelsorte und Sirius wusste nicht wo der Reiz darin war, aber Remus mochte sie nun mal am meisten. Harry hatte seinen Paten aber nicht nur deswegen gerufen. Er wollte einfach nur wissen wie es bei ihm lief und ihn noch mal etwas aufmuntern.

Mit Remus tauschte er dann Mental ein paar Zärtlichkeiten aus, um die Zeit bis zum Samstag zu überbrücken. Denn dann durften sie nach Hogsmeade und sie würden sich wieder sehen.

Am Mittwoch quälte Snape ihn dann tatsächlich mit ungesagten Zaubern und Harry versagte laut dem Lehrer vollkommen. Draco war nicht bei ihnen, also vermutete Harry dass der Slytherin entweder nicht gefragt hatte, oder Snape ihm es verweigert hatte. So wie er Draco einschätzte, würde er das aber wohl am Freitag erfahren. Doch da irrte er sich. Draco erschien zwar zum Treffen, aber die ganze Zeit über verlor er kein Wort über sein Privattraining mit Snape, obwohl Harry sich mit ihm in eine Ecke zurückgezogen hatte und mit ihm ein paar Flüche durchging, um zu sehen was Draco alles konnte.

Am Samstagmorgen wurde Harry dann von Ron geweckt. Es war gestern bei ihm noch später geworden. Er hatte sich mit Draco ein kontrolliertes Duell geliefert, um zu sehen was der Blonde wirklich alles drauf hatte. Nur das musste der Rest des Clubs nicht unbedingt sofort erfahren. Außerdem waren sie beide ziemlich aufeinander losgegangen und er hatte befürchtet einige seiner Kameraden könnten auf den Gedanken kommen, dass der Slytherin ernst machte und Harry verletzen wollte. Einige Kratzer hatte Harry sich durchaus geholt, aber Draco war auch nicht ganz unversehrt davon gekommen und nach seinem Rundgang und Hermines Versorgung der Wunden, war er dann schließlich todmüde ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten die drei sich dann auch gleich auf den Weg ins Dorf. Zumindest wollten sie das. Doch am Schlosstor fing sie Professor McGonagall ab und bat Harry in den Raum in dem zu Beginn des Schuljahres die Erstklässler warteten. Dort saß Professor Dumbledore und lächelte ihn an.

"Guten Morgen."

"Guten Morgen, Sir", meinte Harry etwas verwirrt.

"Ich werde dich nicht lange aufhalten Harry. Ich wollte dir nur ausrichten, dass Remus euch in drei Besen erwartet. Vielleicht geht ihr als erstes dort hin. Er hat einen Gast dabei, der dich unbedingt wieder sehen wollte und sich durch nichts davon abbringen ließ. Bis dahin werden alle ein gesondertes Auge auf dich haben."

"Sicher, Sir. Aber wer ist denn bei Remus?", fragte Harry, der schon einen Schreck bekommen hatte, als Remus Name gefallen war. Dumbledore grinste verschmitzt.

"Wenn ich dir das verrate ist die Überraschung dahin." Harry nickte nur und verabschiedete sich dann, da das ja alles zu sein schien.

"Was ist?" fragte Hermine besorgt.

"Alles Ok. Remus wartet auf uns in Drei Besen. Er hat jemanden bei sich, der mich unbedingt wieder sehen wollte", erklärte er Schwarzhaarige in Gedanken versunken. Wer konnte ihn denn wiedersehen wollen? Eigentlich viel ihm da nur einer ein. Sirius. Aber das würde Dumbledore doch nicht zulassen. Nicht am helllichten Tag und dann im Dorf, wenn das ganze Schloss Ausgang hatte.

"Wer ist es denn?" fragte Ron.

"Ist ne Überraschung", meinte Harry. Ron runzelte die Stirn. "Sirius vielleicht", spekulierte er dann.

"Das hätte Dumbledore nicht erlaubt. Es ist viel zu gefährlich für ihn. Vor allem bei den ganzen Schülern, die ihn erkennen könnten", meinte Hermine.

"Wollen wir es hoffen", sagte Harry mit einem unguten Gefühl in der Magengegend.

Im Dorf schlug Hermine den direkten Weg zu Drei Besen ein, doch Harry hielt sie zurück. "Lasst uns erst kurz in den Honigtopf gehen. Ich will Remus eine Kleinigkeit zum Valentinstag holen. Da passt es ganz gut, dass er noch nicht bei uns ist", meinte er.

"Nein Harry. Wir sollen …"

"Dumbledore meinte wir sollten zuerst zu ihm gehen. Ich brauch auch keine Stunden. Höchstens fünf Minuten", fiel Harry ihr ins Wort und machte sich auf den Weg in Richtung des Naschladens. Ron packte die Gelegenheit auch gleich beim Schopf und deckte sich mit Süßigkeiten ein.

Als sie dann etwa fünfzehn Minuten später den Pub betraten, bekam Harry erst gar nicht die Gelegenheit sich nach Remus umzusehen. Er wurde sofort von etwas Kleinem, unter einem geschrieenen: "Harry!", angesprungen.

"Lisa", meinte er überrascht und schlang die Arme um das Mädchen, um sie festzuhalten.

"Freust du dich?" fragte das kleine Mädchen mit strahlenden Augen.

"Oh ja. Die Überraschung ist dir gelungen", grinste Harry über die Maßen erleichtert, dass es nicht sein Pate war. Das Mädchen zerrte ihn dann zu einem Tisch weiter hinten, wo Remus saß und ihn angrinste. Die Blicke, die die anderen Gäste ihnen zuwarfen entgingen Harry dabei nicht. Sie hatten die ungeteilte Aufmerksamkeit des ganzen Ladens. Zum Glück waren noch nicht viele Schüler hier, die meisten anwesenden waren Dorfbewohner.

"Hallo", grüßte Harry seinen Freund mit einer Umarmung und setzte sich dann neben ihn und zog Lisa auf seinen Schoß, die auch gleich begann in seiner Tasche zu wühlen.

"Was ist denn das?", fragte sie und zog eine Tüte mit Schaummäusen heraus.

"Probier doch. Aber lass sie nicht weglaufen", meinte Harry und holte, die in Geschenkpapier eingeschlagene Tafel Schokolade hervor.

"Für dich. Aber erst Montag aufmachen", meinte er grinsend.

"Du weißt, dass das nicht nötig ist", sagte Remus leise und sichtlich verlegen.

"Ich tu es trotzdem", schmunzelte er und steckte Remus die Tafel in die Umhangtasche.

"Trinken wir erst was, oder was hattet ihr vor?", fragte der Werwolf, nachdem er Harry mit einem geseufzten "Danke" bedacht hatte.

"Ich brauch noch Pergament und Tinte. Außerdem wollte ich noch in den Buchladen", erklärte Hermine.

"Dann lasst uns erst gehen", schlug Remus vor. "Lisa will auch was vom Dorf sehen."

"Au ja. Onkel Sirius hat mir von dem Spukhaus erzählt. Können wir da rein?" meinte das Mädchen begeistert.

"Rein geht nicht, aber wir können hingehen", meinte Harry und nahm das Mädchen bei der Hand.

Doch zuerst zeigte Harry Lisa den Honigtopf, wo das Mädchen am liebsten alles probiert hätte. Harry spendierte ihr dann auch eine Tüte Schaummäuse und eine Tüte mit lebenden Weingummischlangen. Remus stand derweil vor einem Glas Schokolade mit Pfefferminzüberzug.

"Die Dinger haben Sirius so mache Bauchschmerzen eingebracht", meinte belustigt. "Und die da", sagte er und deutete Lakritzeulen, "waren die Lieblingssüßigkeit von James. Seit der Dritten ist er nie ohne eine Hand voll davon aus dem Gemeinschaftsraum gegangen. Hätte nicht gedacht, dass es die noch gibt. Oh Mann. Ich mag gar nicht dran denken, wie oft er und Sirius sich durch einen der Geheimgänge hier her geschlichen haben, nur wegen einer Hand voll Süßigkeiten. Und wie oft sie dabei erwischt wurden. Einmal sind sie direkt unserem Zaubertränkelehrer in die Arme gelaufen."

"Au weia", meinte Harry.

"Na ja. Professor Slughorn war eigentlich ganz in Ordndung. Immer fair, auch wenn er sich bei einigen Schülern eingeschleimt hat. In jeder Stufe hatte er seine Lieblinge. Die meisten waren entweder richtig gut in Zaubertränke, oder hatten Beziehungen zu irgendwelchen Leuten in guten Positionen. Lily war eine von ihnen." Harry sah Remus erstaunt an.

"Mum hatte… Beziehungen?" fragte er.

"Nein. Sie war ein As in Zaubertränke. Das hat ihr bei ihm viele Pluspunkte eingebracht. Außerdem war sie ähnlich neugierig wie Hermine", meinte Remus tief in Erinnerungen versunken.

"Gehen wir weiter?" fragte Lisa an Harrys Umhang zupfend.

"Ja gleich. Ich muss noch zahlen", sagte Harry und griff sich auch eine Tüte von Sirius Lieblingssüßigkeit. Draußen steckte er sie dann auch Remus zu.

"Mit lieben Grüßen von seinem Patenkind", meinte er und Remus grinste verschmitzt.

Sie besuchten noch Papyrus, wo Hermine ihre benötigen Sachen erstand und dann gingen sie in den Buchladen. Lisa wurde es dort ziemlich langweilig, aber Hermine schien eiserne Nerven zu haben. Harry hatte Lisa gesagt, dass sie nur gemeinsam weitergehen würden und das Mädchen hatte beschlossen Hermine gehörig auf die Nerven zu fallen. Zumindest hätte Harry Lisa entweder schon mit einem Schweigezauber belegt, oder ihrem Drängen nachgegeben. Aber Hermine nahm sich alle Zeit der Welt und erst nach fast einer Stunde verließen sie den Laden wieder.

Anschließend machten sie einen Rundgang und zeigten Lisa noch die Post, Zonkos, wo Harry, unbemerkt von allen anderen, Lisa ein paar Stinkbomben und andere Scherzartikel holte, mit dem Auftrag Sirius ein paar kleine Streiche zu spielen. Dann gingen sie in ein Restaurant eine Kleinigkeit essen.

"Wann gehen wir denn nun endlich zu diesem Spukhaus?" fragte Lisa ungeduldig, während Harry Remus einfach nur still beobachtete, während er Hermine geduldig einige Fragen über Wolfsdämonen, ihr neues Unterrichtsthema in Verteidigung, beantwortete.

"Gleich, Lisa. Du hast doch auch noch was für Harry", meinte Remus.

"Stimmt, ja"; reif Lisa, wühlte dann in ihrer kleinen Umhängetasche und zog ein Stück Pergament heraus. "Hier. Für dich. Du hast es doch so toll gefunden", meinte sie. Harry runzelte die Stirn und schlug das Blatt Papier, es war eindeutig aus der Muggelwelt, auseinander. Darauf war ein großes Schwert abgebildet, das in einem grauen Felsen steckte. Es erweckte den Eindruck, als würde es in der Sonne glänzen und Harry vermutete, dass es an den magischen Stiften lag, die er ihr geschenkt hatte.

"Wow. Danke. Das ist ja echt toll", meinte Harry und zeigte es Ron, der beeindruckt nickte. Hermine war noch immer vertieft in das Gespräch mit Remus, doch bevor sie dann erneut eine Frage stellen konnte hob er die Hand.

"Lasst uns erst mal gehen. Draußen sieht es aus als würde es bald anfangen zu Regnen. Wir könnten uns unterwegs weiter unterhalten", meinte er und ging das Essen bezahlen.

"Hermine", meinte Harry leise.

"Ja?" fragte das Mädchen verwirrt, während sie sich anzog.

"Ich möchte auch ein bisschen was von Remus haben. Wir sehen uns selten genug. Du kannst auch Bücher lesen", sagte er. Hermine kam nicht mehr zu einer Reaktion, da Remus gerade wieder kam und die Jugendlichen mitnahm.

"So. Was wolltest du denn noch wissen?" fragte Remus draußen mit einem Lächeln.

"Eh… nichts. Ich wollte mich nur bedanken", sagte sie auf Harrys strengen Blick hin. Remus sah Hermine verwundert an, meinte dann aber: "Dafür musst du dich nicht bedanken. Ich tu das gern." Harry atmete erleichtert auf und schloss dann mit Lisa and er Hand zu Remus auf, um zumindest neben ihm zu gehen. Sie sprachen kein Wort mit einander, sondern liefen einfach nur still nebeneinander her, während auf ihrem Weg die Schüler immer weniger wurden.

Als sie dann den Pfad der zur Heulenden Hütte führte betraten, war niemand mehr in ihrer Nähe oder folgte ihnen und Harry ergriff vorsichtig Remus Hand. Der Werwolf lächelte ihm zärtlich zu und flüsterte dann dicht an seinem Ohr: "Was hast du Hermine gesagt, dass sie so ruhig ist?" Harry sah verlegen zu Boden.

"Nur das ich auch ein bisschen was von dir haben will", flüsterte er. Remus fing verhalten an zu kichern.

"Sie war sicher nicht begeistert, oder?"

"Weiß nicht. Du kamst schon zurück", gestand Harry und sah sich zu seinen Freunden um, die etwas hinter ihnen auch Hand in Hand liefen und miteinander tuschelten.

Plötzlich riss sich Lisa von Harrys Hand los und rannte zu dem Zaun, der vor ihnen aufgetaucht war.

"Die sieht aber unheimlich aus!" rief das Mädchen und Harry musste schmunzeln.

"Und wie", meinte Ron. "Darf ich vorstellen. Das älteste Spukhaus Großbritanniens."

Was Ron sonst noch erzählte hörte Harry nicht mehr. Er nutze die Gelegenheit und zog seinen Freund etwas von Hermine, Ron und Lisa weg und schlang dann beide Arme um seinen Nacken.

"Das will ich schon den ganzen Tag tun", flüsterte er ihm zu und küsste ihn dann zärtlich. Remus erwiderte diese Liebkosung sofort. Schließlich hatte er Harry auch sehr vermisst. Ihre Zungen spielten vorsichtig miteinander, erkundeten sanft die Mundhöhle des anderen. Doch ein Räuspern ließ die beiden auseinander fahren.

"Guckt lieber mal was die anderen machen", flüsterte eine raue Stimme, aus dem nichts. Harry sah Remus zunächst verwirrt an und drehte sich dann um. Seine Freunde waren zusammen mit Lisa näher an die Hütte herangegangen.

"Lass uns mal zu ihnen gehen", meinte Remus seufzend und murmelte dann: "Danke Alastor!" Harry löste sich nur widerwillig aus dieser Umarmung und folgte dann seinen Freunden.

"Wollen wir wieder ins Warme? Ich gebe eine Runde Butterbier aus", schlug Harry vor und alle stimmten begeistert zu. Selbst Lisa. Sie schien erkannt zu haben, dass nicht all zu viel Unheimliches an dem Haus war. "Wie lang bleibt ihr?" fragte Harry dann auf dem Rückweg seinen Freund.

"Solange, bis du wieder Sicher im Schloss bist", meinte Remus leise und ließ Harrys Hand los, als ihnen zwei Hufflepuffmädchen entgegenkamen.

Sie bogen gerade in die Straße ein, in der der Pub lag, als es ganz plötzlich mehrere ‚Plopps' gab und um sie herum Panik ausbrach.

"Todesser!" schrieen die Leute von allen Seiten und rannten los, um sich in Sicherheit zu bringen. Harry umklammerte Lisas Hand fest, um sie nicht zu verlieren und versuchte verzweifelt den Leuten auszuweichen. Dabei entfernte er sich mehr und mehr von Remus. Dann rannte jemand zwischen ihm und Lisa hindurch trennte sie. Harry wurde umgerannt, andere Flüchtende traten ihn, stolperten über ihn. Er hörte Lisa nach ihm schreien und weinen, aber konnte sie nicht entdecken. Flüche stoben über ihn hinweg.

"Lisa. Lauf und versteck dich!" schrie Harry und mühte sich ab wieder auf die Beine zu kommen. Die Stimme des Mädchens entfernte sich tatsächlich, während Harry mit gezogenem Stab die Gegend absuchte, um Remus zu finden. Aber der war nicht zu sehen. Dafür entdeckte er zwei Todesser, die eine kleine Gruppe Drittklässler aus Hufflepuff in die Enge getrieben hatten und um die sich niemand zu kümmern schien.

"Impedimenta!" brüllte er in ihre Richtung und schrie hinterher: "Vergreift euch gefälligst an Leuten die sich wehren können, ihr Feiglinge!"


Ich hoffe es gefällt euch? lasst mir doch ein review da, das macht mich immer so glücklich

Und nächste Woche? Da kommt Snape hinter Harrys Süßes Geheimnis, aber auch ein geheimnis von Lisa wird aufgedeckt.

Wenn ich jetzt noch mehr verrate nehm ich euch die Spannung, leider. Ich weiß ist gemein, aber ein bisschen Nervenkitzel muss sein. Bis nächste Woche
Eure Imo