Hallo ihr lieben,

und weiter gehts im Text. Es gibt mal wieder eine schlacht zu schlagen und ein kleines Mädchen zu schützen. Ob es Harry wohl gelingt? oder kommt ihm da ewas dazwischen?

Ihr dürft es gleich herausfinden.

Viel Sapß

Eure Imo

Kapitel 39

Die beiden Todesser wandten sich zu ihm um und griffen an. Harry zog ein Schild hoch, um die Flüche auf sie zurückprallen zu lassen und rief seinen verängstigen Mitschülern zu, sie sollten machen das sie hier weg kämen.

Die zwei Jungen und drei Mädchen rannten so schnell sie konnten, während Harry sich alle Mühe gab die Todesser aufzuhalten. Er selbst flüchtete dann auch hinter eine Hauswand, um den schlimmsten Flüchen zu entgehen und die Todesser wurden von zwei Auroren in die Mangel genommen. Harry nutzte diese Gelegenheit, um sich umzusehen. Mehre Verletzte lagen auf der Straße, andere schienen Tod. Todesser duellierten sich mit Auroren und Dorfbewohnen und auch mit Schülern. Harry machte es ein klein wenig stolz, als er sah wie Cho, Marietta und Draco sich auf zwei Todesser stürzten, die einen älteren Dorfbewohner ziemlich übel zurichten wollten. Gar nicht weit von ihnen standen Linnéa, Saphira und John fünf Maskierten gegenüber. Harry wollte den dreien schon zu Hilfe kommen, doch zu seiner Überraschung gingen zwei der Angreifer zu Boden und die drei verbleibenden hatten ziemliche Mühe mit seinen Stufenkameraden.

"Die haben was drauf", murmelte er und ließ seinen Blick weiter wandern auf der Suche nach Remus. Aber er sah nur Tonks, Moody, Horatio und eine Menge anderer Auroren und Dorfbewohner. Von seinem Freund fehlte jede Spur. Und dann entdeckte er etwas, dass Remus für einen Moment vergessen machte.

"Remorphosis!" brüllte Harry und eine Ratte mit silberner Pfote blieb erschocken stehen und konnte dem Blitz, der sie in ihre Menschengestalt zurück zwang, nicht mehr ausweichen. Harry sprang hervor und stellte sich Peter Pettigrew direkt gegenüber.

"So sieht man sich wieder, Harry", piepste der Todesser.

"Gibst du freiwillig auf?", fragte Harry, direkt auf das Herz des Magiers zielend.

"Was tust du denn, wenn ich es nicht mache?", fragte der Zauberer fast schon amüsiert. "Rufst du nach deinem Schoßwölfchen?" Harry starrte ihn missmutig an.

"Remus ist nicht mein Schoßwölfchen und ich brauch ihn nicht, um mit dir fertig zu werden, du elender Verräter", zischte Harry und warf vorsichtig einen Blick in die Runde, um zu sehen wer in seiner Umgebung kämpfte. Er wollte böse Überraschungen vermeiden. Aber die Todesser um sie herum hatten alle mehr mit ihren Gegnern zu tun.

"Das sah aber anders aus, so wie du versucht hast ihn zu retten. Tut es eigentlich noch weh?" piepste Pettigrew und sah sich ebenfalls flink um.

"Denk nicht mal daran abzuhauen, du mieser Feigling. Oder hasst DU etwa Angst, dass ich DICH besiege und Voldemort dich fallen lässt wie eine heiße Kartoffel?"

"Halt den Mund", fauchte der Todesser und Harry musste einen Schocker abblocken. "Ich! Bin einer seiner treuesten Diener. Ich! Bin zu ihm gekommen und habe ihm wieder zur Macht verholfen." Harry lachte auf.

"Du? Soweit ich mich erinnere meint selbst Voldemort, dass du nur aus Feigheit zu ihm zurück gekrochen bist und weil du sonst keinen hattest, der deine dreckige Haut vor Sirius und Remus schützt, weil sie jetzt die Wahrheit kennen", konterte Harry aufgebracht.

"Du sollst den Mund halten!", schrie der Rattenanimagus und versuchte Harry zu entwaffnen.

Der Gryffindor konterte mit: "Impedimenta". Aber der Blitz prallte an einem Schild ab.

"Rictusempra!"

"Tarantallegra!"

"Stupor!"

"Expelliarmus!"

"Impedimenta!"

Flüche stoben zwischen den beiden hin und her. Harry war gerade mit einem Hechtsprung dem Lähmfluch ausgewichen und so langsam wurde ihm klar, dass er hier wohl härtere Bandagen auffahren müsste. Aber gut.

"Desterio!" schrie er und Wurmschwanz kreischte erschrocken auf. Harry hatte getroffen, leider nicht gut genug, um ihn lahm zu legen.

"Sectumsempra!", hallte dessen Ruf zu Harry rüber und der Gryffindor zog eiligst ein Spiegelschild hoch, das den Fluch abprallen ließ.

"Abianco!", schoss Harry gleich hinterher, doch Peter entging dem Fluch knapp und versuchte nun Harry zu entwaffnen. Doch der Gryffindor wich aus und fluchte dann: "Vularis Adena!" Im Grunde war dieser Fluch ja nicht viel mächtiger als der Schockzauber, wenn man ihn mit einem Schwung auffächerte. Gegen einen allein, war dies aber etwas anderes, wie er ja schon gegen Draco festgestellt hatte.

Doch Peter war wirklich nicht von gestern und blockte den Fluch, so dass Harry ihm ausweichen musste und dem "Desterio!" des Todessers, der direkt hinterher kam, nicht mehr ausweichen konnte.

Der schwarze Pfeil bohrte sich schmerzhaft in seine rechte Schulter und hinterließ ein heftiges Brennen, das ihn auf die Knie zwang. Lachend kam Peter mit erhobenem Stab auf ihn zu.

"Und nun, Harry? Wer ist denn nun der Stärkere von uns beiden?", grinste der Todesser.

"Fahr zur Hölle", spie Harry ihm ins Gesicht und schoss einen Fluch in Pettigrews Richtung. Leider war er durch den Schmerz so heftig zusammengezuckt, dass der Fluch den Todesser, auch ohne dessen Ausweichen, weit verfehlte. Doch dann sirrte ein Schocker nur knapp vor dem Mann vorbei, der auf Harry zutreten wollte und dieser sah Remus auf sich zu rennen.

"Da bist du ja, alter Freund. Ich hab mich schon gefragt wie lang du brauchst, um deinem Herrchen zu Hilfe zu kommen", lachte Peter, der den Urheber des Fluches auch erkannt hatte und Harry sah Remus Augen wütend funkeln. "Schämst du dich eigentlich nicht?", fragte Peter dann übertrieben angewidert. "Was James wohl dazu sagen würde, dass du mit seinem Sohn…"

"Halt den Mund!", schrie Remus. "Erstens sind wir keine Freunde mehr. Ich bezweifele sogar, dass du es je wirklich warst. Denn als unser Freund hättest du uns niemals so hintergangen und betrogen. Und zweitens, wenn du nicht so unsagbar feige wärst, wüssten Harry und ich genau was James davon halten würde." Peter starrte Remus zunächst entsetzt an.

"Du hast also schon immer das Gleiche gedacht, wie James und Sirius. Ich war nur das Anhängsel, der Fußabtreter." Dann wandelte sich die Miene des Todessers. Etwas wie Erleichterung stand darin geschrieben. "Jetzt wird es mir leichter fallen dich zu töten. Es wird mir nicht im Geringsten mehr etwas ausmachen. Und wenn du bei James bist, grüß ihn doch von… Harry. Von mir wird er es wohl kaum hören wollen."

Harry erhob sich mühelos vom Boden. Wut brannte in ihm auf. "Lass uns diese Ratte fertig machen, Remus", sagte er und hob seinen Stab. "Er soll endlich die Strafe bekommen, die er seit 15 Jahren verdient." Remus hob ebenfalls seinen Stab und starrte Peter kalt an. Doch dann wurden sie alle von einem Schrei abgelenkt.

"AHHHH!"

Der Gryffindor fuhr herum. Hinter ihm, vor den drei Besen, sank Ron zu Boden und Hermine versuchte sich allein gegen zwei Todesser zu behaupten.

"HERMINE! RON!" schrie Harry und hörte Remus rufen: "Hilf ihnen!"

Er zögerte nur eine Sekunde, ehe er losrannte. Im selben Moment sah er wie ein Dritter Lisa, die sich hinter einer Bank ganz in der Nähe versteckte, von hinten packte. Harry bekam nicht mal mehr die Gelegenheit einen Fluch zu sprechen, da war er mit einem lauten Knall disappariert und ein Gutes dutzend Plopps folgten.

Harry war wie angewurzelt stehen geblieben, bis er Remus hörte.

"Du elender Feigling Peter. Ich krieg dich und wenn es das letzte ist was ich tue", schrie er aus Leibeskräften und warf seinen Zauberstab wütend zu Boden. Peter war also ebenfalls geflohen.

"Dieser Feigling", knurrte Harry und sah sich um. Hermine kniete neben Ron, der sich gerade aufsetzte. "Alles klar?" fragte er laut.

"Nur ein Schocker", meinte Ron matt und rappelte sich dann ganz auf. Harry nickte und ging zu Remus, der seinen Zauberstab aufgehoben hatte und auf die Stelle starrte, wo Pettigrew vorhin noch gestanden hatte. "Wir kriegen ihn", meinte Harry mit fester Stimme und legte ihm beruhigend eine Hand auf den Arm. Remus schnaubte nur. "Remus, bitte. Ich bin auch sauer, dass er entkommen ist. Aber… die Todesser haben Lisa." Remus sah entsetzt auf.

"Sie haben Lisa?"

"Ja. Deswegen sind sie wohl alle abgehauen", meinte Harry und sah Hermine an, die gerade zu ihm rüber kam. Seine Freundin hatte ein paar rote Striemen im Gesicht und einen zerfetzen Umhang, aber sonst schien alles in Ordnung zu sein. Ron war äußerlich unverletzt.

"Was ist passiert?", fragte Harry seine Freunde.

"Sie hat gesehen wie Pettigrew dich erwischt hat und wollte zu dir. Wir konnten sie nicht festhalten", meinte das Mädchen betrübt.

"Und dann waren da diese Todesser", fügte Ron hinzu. Harry nickte nur knapp und warf dann einen Blick auf seine Schulter. Auf dem Schwarzen Umhang schimmerte das rote Blut deutlich.

"Tut es sehr weh?", fragte Remus.

"Brennt nur etwas. Was zum Teufel wollen die von Lisa? Das war nun schon das zweite Mal!", meinte er.

"Das dritte. Wir gehend davon aus, dass der Angriff bei Hermine ihr gegolten hat", bemerkte Remus leise.

"Und dann bringt ihr sie mit hier her?", fragte Ron ungläubig. Remus seufzte.

"Hier wimmelt es nur so von Auroren. Das wusste jeder im Ministerium. Wir waren alle der Meinung, dass Voldemort nicht so wahnsinnig ist einen Angriff zu versuchen. Ich hab keine Ahnung was da schief gelaufen ist", sagte der Werwolf.

Harry rieb sich stöhnend rüber die Schulter und meinte: "Egal wie das passiert ist, wir müssen Lisa finden und zwar schnell. Wer weiß was Voldemort mit ihr vorhat." Remus legte ihm behutsam eine Hand auf die unverletzte Schulter.

"Wir gehen erst zum Schloss. Eure Wunden müssen versorgt werden und ich werde Albus erzähle was passiert ist. Dann überlegen wir weiter."

Der Gryffindor nickte. Sie würden wohl oder üble die Hilfe der Spione brauchen Snapes Hilfe, also. Warum nur hatte er nicht besser aufgepasst? Warum zum Teufel hatte man ihm das nicht gesagt? Warum nur musste er sich Peter schnappen anstatt nach Lisa zu suchen? "Weil er der Beweis für Sirius Unschuld ist", flüsterte ihm eine Stimme zu der er Recht geben musste. Er hatte nur daran gedacht die Unschuld seines Paten zu beweisen. Und deswegen war Lisa entführt worden.

Harry bemerkte gar nicht wie sie im Krankenflügel ankamen. Erst als Remus ihn sanft anstubbste sah er auf. "Du sollst den Umhang ausziehen", meinte er.

"Eh… ist gut", sagte Harry und ließ vorsichtig das Stück Stoff von den Schultern rutschen.

"Ich geh mal zu Albus und klär ihn auf."

"Tu das. Sehen wir uns noch bevor du gehst?", fragte Harry.

"Glaub ich nicht. Es gibt viel zu tun."

"Versteh ich. Dann… bis bald", meinte Harry leise und wandte sich ab, aber Remus zog ihn sanft herum und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen.

"Ich halte dich auf dem Laufenden. Versprochen", flüsterte er ihm zu. "Und versprich mir, dass du keine Alleingänge durchziehst. Wenn du etwas herausfindest oder dir jemand etwas mitteilt, sag uns bescheid."

"Ich begehe nicht zwei Mal den gleichen Fehler. Versprochen. Sollte ich, wie auch immer, etwas erfahren, sag ich es euch", meinte Harry.

"Gut. Wir hören von einander", sagte Remus und verschwand dann.

"Sie haben wohl vor den Rekord Ihres Vaters zu brechen, Mr. Potter. Und ich kann ihnen versichern Sie sind dicht dran", sagte Madam Pomfrey hinter ihm und zog ihn zu einem Stuhl.

"Ich werde es wohl auch schaffen ihn zu überbieten", sagte Harry missmutig, zog sich seine Sachen wieder an, nachdem sein Arm verheilt war und ging anschließend mit Hermine und Ron in den Gryffindorturm. Dort warf er sich wütend auf sein Bett und fluchte: "Ich hatte Peter fast. Beinahe hatte ich diese Ratte."

"Wir haben es gesehen, Harry", meinte Ron, der sich auch auf sein Bett hatte fallen lassen.

"Und jetzt?", schnaubte der Gryffindor ohne ihn zu beachten. "Peter ist entwischt und sie haben Lisa entführt. Verdammte Scheiße!"

Mit Wucht trat Harry gegen einen Stützbalken des Himmels, aber mehr als dass er sich selbst dabei weh tat, geschah nicht. Es beruhigte ihn nicht mal.

"Es bringt nichts, wenn du auf das Bett losgehst", tadelte ihn Hermine.

"Hab ich auch gemerkt", brummte Harry und setze sich abrupt auf.

"Wenn wir doch nur wüssten wie du mit deinem Retter bescheid geben kannst. Vielleicht kann er helfen?", meinte Ron.

"Ich kann es ja mal versuchen", meinte Harry.

"Ich denke nicht, dass es klappen wird. Und außerdem wird er es eh bald wissen. Morgen steht es in der Zeitung und er scheint sowieso doch sehr genau informiert zu sein, was hier vor sich geht. Vor allem um Harry. Ich bin mir fast sicher, er weiß es schon", bemerkte Hermine.

"Du hast Recht. Aber irgendwas müssen wir doch tun können?", meinte der.

"Wir können aber nichts tun. Und nun lasst uns essen gehen. Vielleicht sagt Dumbledore noch irgendwas Wichtiges", meinte seine Freundin. Ron war sofort aufgestanden und Harry folgte seinen Freunden dann auch, obwohl er eigentlich nicht wirklich Appetit hatte.

"Meine lieben Schülerinnen und Schüler. Ihr habt sicher schon alle davon gehört. Hogsmeade wurde heute Ziel eines Angriffs der Todesser", begann Dumbledore, als augenscheinlich alle Schüler anwesend waren und ein leises Aufkeuchen ging durch die reihen der jüngeren Schüler, die wohl noch nichts erfahren hatten. "Es gab viele Verletzte auch einige eurer Mitschüler sind darunter, aber es ist kein Schüler ums Leben gekommen." Selbst Harry seufzte erleichtert auf. "Leider haben wir einige Auroren verloren und auch zwei Dorfbewohner mussten ihr Leben lassen", fügte der Direktor hinzu. Das drückte merklich die Stimmung der ganzen Halle, abgesehen von einigen Slytherin. "Lasst uns eine Gedenkminute einlegen." Die gesamte Halle erhob sich, selbst der gesamte Slytherintisch, nach einem extrem mahnenden Blick ihres Hauslehrers. Es war so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.

"Danke", sagte Dumbledore und nachdem sie sich alle wieder gesetzt hatten sprach er weiter. "So wie der Tod unserer Kämpfer nicht verschwiegen werden darf, darf auch nicht verschwiegen werden, dass sich einige von euch heute den Todessern entgegengestellt haben, um ihre Kameraden und die Dorfbewohner zu schützen. Das war sehr mutig von euch, aber ich sehe es als meine Pflicht an euch auch zu sagen, dass es keine Schande ist wegzulaufen. Das erkennen seiner eigenen Schwäche beweißt ebensoviel Mut und Stärke, als wenn man sich seinem Feind in den Weg stellt. Merkt euch dies bitte." Für einen Moment schwieg der Direktor. "Es fällt mir wirklich nicht leicht, die folgende Maßnahme zu ergreifen, aber heute wurde beweisen, dass Voldemort sich auch nicht von der Anwesenheit unzähliger Ministeriumsauroren abhalten lässt. Zu eurer eigenen Sicherheit werden alle weiteren Hogsmeadewochenenden gestrichen. Ich möchte euch bitten, haltet euch an dieses Verbot. Es liegt mir fern jemandem eine Strafe aufzuerlegen." Damit setzte sich der Schulleiter wieder und es brach ein Gemurmel in der Halle los. Harry achtete aber nicht darauf oder beteiligte sich daran. Er machte sich Sorgen um Lisa. Entsetzliche Sorgen.

"Gab es etwas Wichtiges?", fragte ihn plötzlich eine Stimme und Harry sah auf. Saphira hatte sich ihm gegenüber gesetzt und tat sich etwas zu essen auf.

"Wo kommst du her?", fragte Ron verwundert.

"Aus dem Krankenflügel. Einer dieser Drecksäcke hat mich erwischt. Außerdem wollten die Auroren noch mit mir reden. Also. Gab es hier was Wichtiges?"

"Ja. Die Wochenenden im Dorf sind gestrichen. Wer sich nicht daran hält bekommt eine Strafe", meinte Hermine und klang dabei ziemlich ermahnend, Harry zweifelte aber daran, dass es etwas bringen würde.

"Mist. Und ich hab nur Süßes für einen Monat", meinte das Mädchen frustriert und fing an zu essen. Hermine starrte sie entsetzt an.

"Es hat Tote gegeben und du denkst an Süßigkeiten?" Saphira schnaubte lachend.

"Es herrscht Krieg da draußen und da sterben Menschen nun mal. Du kannst nicht wegen jedem Opfer anfangen zu heulen, denn dann würdest du gar nicht mehr aufhören.

Informier dich doch mal über den letzten Krieg und stell es dir dann dreimal so schlimm vor. Dann hast du eine Ahnung, was uns erwarten wird. Denn Voldemort wird es nicht interessieren wie viele Menschen er umbringt, um sein Ziel zu erreichen."

"Nun führ dich hier bloß nicht auf wie die alte Trelawney. Du kannst doch genau so wenig wie sie in die Zukunft sehen", meinte Ron spöttisch und Saphira sah für einen Moment aus, als wollte sie sich selbst Ohrfeigen und meinte dann: "Keiner kann in die Zukunft sehen, denn wir sind es die die Zukunft entwerfen. Unsere Entscheidungen beeinflussen die Zukunft.

Aber man muss nicht hellsehen können um zu wissen was passieren wird. Denkt einfach mal logisch darüber nach." Damit stand das Mädchen auf und verließ die Halle, gefolgt von ihren beiden Freunden.

"Sie weiß etwas", meinte Hermine, das Mädchen beobachtend.

"So weit waren wir doch schon", stellte Ron fest. Hermine warf ihm einen grimmigen Blick zu.

"Die drei haben mehr drauf, als sie zeigen. Sie haben sich allein gegen fünf Todesser durchgesetzt und es schien ihnen nicht mal Mühe zu machen. Eher im Gegenteil. Die Todesser mussten sich richtig anstrengen", sagte Harry, an den Kampf zurückdenkend.

Ron sah Harry entgeistert an und meinte: "So gut sind die doch gar nicht im Unterricht."

"Sie verstellen sich", sagte Hermine in einem Tonfall, mit dem sie Ron wohl klar machen wollte, er solle erst Nachdenken und dann reden.

"Aber warum sollten sie das denn tun?", fragte der dann verwundert.

"Genau das sollten wir versuchen herauszufinden", schlug Harry vor.

"Wir sollten endlich zu einem Lehrer gehen und ihm sagen was wir vermuten", merkte die Braunhaarige an.

"Die glauben uns doch nicht. Wir haben doch keinen Beweis", widersprach Ron.

"Aber..."

"Nein. Hermine, wir waren uns einig, wir gehen erst zu einem Lehrer wenn wir etwas wissen. Und wir bekommen schon noch raus was Sache ist", erklärte Harry entschieden.

Am Abend meldete sich dann ein besorgter Sirius bei ihm. "Es war nur ein Kratzer Halb so wild", meinte Harry beruhigend.

"Ich mach mir trotzdem Sorgen. Du wirst für meinen Geschmack dieses Jahr viel zu oft verletzt." Harry konnte nicht anders, als darüber lachen.

"Madam Pomfrey meinte auch, ich sei auf dem besten Wege Dads Rekord einzustellen."

"Ich finde das nicht lustig. Du solltest wirklich auf dich aufpassen." Der Gryffindor seufzte vernehmlich.

"Warum glauben eigentlich alle, dass nur Dummheiten im Kopf habe."

"Weil du James Temperament hast, und dass kennen Remus und ich nur zu gut", erklärte Sirius streng.

"Aber Dad hat die Schulzeit auch überlebt", stellte Harry fest.

"Er war damals auch nicht das Ziel von Voldemort", widersprach Sirius. Harry warf ihm einen missmutigen Blick zu und Sirius seufzte schließlich. "Ok, ok. Ich hör schon auf dich ständig zu ermahnen. Du bist alt genug, um auf dich aufzupassen."

"Ich muss mich auch entschuldigen", meinte Harry dann. "Mir geht es ja nicht anders. Ich mach mir auch um euch Sorgen.

Ich bin nur mies drauf, weil sie Lisa haben und mir Peter durch die Lappen gegangen ist. Aber ich verspreche dir, beim nächsten Mal krieg ich ihn. Da wird nicht lang gequatscht. Und wenn ich ihn als Ratte in einen Käfig sperren muss."

"Ruhig Blut, Harry. Mit Gewalt erreichst du gar nichts. Nachdem was ich gehört habe, ist Peter neuerdings alles andere als schwach. Nur er ist nach wie vor keine Leuchte. Du musst einfach nur schlauer sein als er. Damit fängst du ihn leichter als mit purer Kraft", meinte Sirius.

"Werd ich mir merken", sagte Harry.

"Gut. Ich muss auch Schluss machen, wir haben gleich Krisensitzung", verabschiedete sich sein Pate dann.

"Meldet euch, wenn ihr was wisst", sagte Harry und bekam noch ein Nicken, ehe die Verbindung endete.

Aber die nächsten Wochen blieben erfolglos. Keiner schien etwas zu erfahren über Lisa und Harry machte sich immer mehr und mehr Sorgen um seine Freundin, was sich schon am Mittwoch nach der Entführung bei seiner Okklumentikstunde bemerkbar machte. Er schaffte es nicht mal ansatzweise sich zu konzentrieren.

"Verdammt, Harry. So wird das nichts", fauchte Snape und ein gelbgrüner Blitz traf seine Bürotür und legte eine Art Schild darüber. "Ich kann ja verstehen, dass du dir um deine Freundin Sorgen machst. Aber das wird ihr auch nicht helfen. Wenn er dich zu sich locken wollte, hätte er Granger und Weasley auch mitnehmen lassen können. Die Erfolgschance wäre dann wesentlich größer gewesen, dass du auch wirklich zu ihm gekommen wärst. Außerdem würdest du auch schon längst wissen, wo sie ist, damit du sie retten kommst", knurrte Snape gereizt.

"Aber wozu, zum Teufel, braucht er Lisa dann?", fragte Harry wütend.

"Ich weiß es nicht und ich kann nicht einfach so hinspazieren und ihn fragen. Dann bin ich ein toter Mann. Ich kann dir aber versichern, dass er Kinder nie zum Spaß entführt. Er braucht sie zu irgendwas und sicherlich lebend. Also wird es ihr wohl einigermaßen gut gehen.

Und nun konzentrieren wir uns wieder auf die Okklumentik. Dazu sind wir schließlich hier. Außerdem werden wir belauscht und es wird auffällig, wenn es zu lang ruhig ist." Harry sah wie Snape den Schutz wieder aufhob.

"Sie werden das nie lernen, Potter. Los hoch. Sie verschwenden gerade meine kostbare Zeit", raunzte Snape. Harry wusste genau, dass das jetzt nur Show war. Snape sah ziemlich genervt aus, wahrscheinlich wegen dem ungebetenen Lauscher.

"Dann lassen wir den Mist doch endlich", fauchte Harry aus einer Eingebung heraus. Snape zog die Augenbraue hoch und nickte dann.

"Sie kennen die Anweisung des Direktors also. Leeren sie ihren Geist. Und 10 Punkte Abzug für Gryffindor, wegen ungebührlichen Verhaltens." Harry schluckte. So hatte er das nun nicht geplant. Aber das gehörte wohl auch zum Spiel dazu.

"Leglimes", rief Snape und vor Harrys Augen tauchte wieder Hogsmeade auf. Das letzte Wochenende. Allerdings nicht der Kampf, sondern eine Szene etwas früher. Die an der Heulenden Hütte, wo Harry gerade Remus mit sich mitzog.

"Nein!" dachte Harry verzweifelt. "Nein. Alles nur das nicht. Das soll er nicht sehen!" Mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, versuchte er den Lehrer loszuwerden. Und tatsächlich löste sich das Bild auf und er war wieder in dem Büro und taumelte einige Schritte rückwärts. Snape lächelte.

"Ein Geheimnis?" fragte er. Harry antwortete nicht. Was hätte er auch Antworten sollen. "Gut. Wir können es ja mal versuchen herauszufinden. Vielleicht ist das ja der richtige Ansporn für sie." Harry seufzte vernehmlich und atmete dann tief durch und versuchte alles, jedes noch so kleine Gefühl für Remus zu verbannen. Einzusperren in die Kiste. Er wollte nicht, dass Snape es erfuhr. "Leglimes!"

Das Büro verschwamm zwar etwas vor seinen Augen, aber es tauchten keine Bilder auf. Zumindest zuerst. Doch dann sah Harry die Bilder aus Snapes Denkarium. Remus, genau so alt wie Harry jetzt, saß am Seeufer an einen Baum gelehnt und las in einem Buch, während sein Vater mit dem goldenen Schnatz spielte. Er wirkte blass und krank, aber sein Haar war noch nicht von grauen Strähnen durchzogen und Harry fragte sich dummerweise genau jetzt, ob dieser wunderbare Köper unter den verwaschenen Kleidern schon so vernarbt war, wie er ihn kannte. Und ehe Harry sich auf seinen Vater, auf Sirius, der sich gerade über James beschwerte oder auf Peter, der seinen Vater anstarrte, als sei er ein Heiliger konzentrieren konnte, verschwammen die Bilder und andere tauchen auf. Harry saß am Bett der Heulenden Hütte und massierte Remus den Rücken. Es musste eine Nacht nach Vollmond sein.

Die Bilder verschwammen erneut. Harry sah Remus tief in die bernsteinfarbenen Augen, spürte dessen Gewicht auf seinen Handgelenken und das der Hüfte, mit dem der Werwolf ihn am Bett festmachte. Fest und verlangend presste der Ältere seine Lippen auf Harrys. Der Gryffindor hatte gar keine Gelegenheit, um auch nur zu versuchen Snape daran zu hindern diese Bilder zu sehen.

Urplötzlich war das Büro wieder da. Snape schien den Zauber aufgehoben zu haben und starrte ihn jetzt entsetzt an. Harry kniete atemlos auf dem Boden, sein Herz schlug ihm bis zum Hals und sein Kopf fühlte sich an, als würde er gleich platzen. Schlimmer als er es sonst tat.

"Erkläre mir das?", bat der Lehrer gereizt. Harry kam mühsam auf die Beine und ließ sich auf einen Stuhl fallen, ehe er Snape ansah. Was wollte Snape denn da erklärt haben? Da gab es doch nun wirklich nichts falsch zu verstehen. "Was hat diese Erinnerung zu bedeuten?", fragte Snape noch mal.

"Ich weiß nicht was Sie meinen, Sir?", sagte Harry.

"Wieso ist diese Erinnerung in Ihrem Kopf?" Harry hätte beinahe laut losgelacht.

"Weil es meine ist", sagte Harry, versuchend sich ein Grinsen zu verkneifen. Snapes Miene war einfach undeutbar und Harry hätte in diesem Moment einiges dafür gegeben, einen Blick in die Gedanken seines Lehrers werfen zu können.

Snape ließ sich hinter seinen Schreibtisch fallen und starrte Harry durchdringend an. "Das hätte ich von Ihnen am aller Wenigsten erwartet", meinte er dann. Harry zuckte nur mit den Schultern. Was sollte er auch dazu sagen. Snape hatte ihn jahrelang einfach falsch eingeschätzt. "In der Nacht, nachdem... Black wieder aufgetaucht ist, hat Ihnen das… gefallen?", Harry musste wirklich etwas überlegen, was Snape denn nun meinte. Aber dann viel der Groschen.

"Wie?", platze er heraus.

"Ich denke Sie wissen genau was ich meine", knurrte Snape. Harry schluckte. Gut Snape sah unter seinen Roben nicht schlecht aus, aber Harry konnte sich beim besten Willen einfach nicht vorstellen, das mit Snape zu tun, was er mit Remus tat. Niemals. Eher würde er versuchen Sirius an zu graben, als dass er es bei Snape versuchte. "Bekomm ich auch noch eine Antwort?", fraget Snape gereizt.

"Professor", begann Harry, noch nach Worten suchend. "Sie… Sie sind nicht mein Typ, Sir."

"Nicht ihr Typ", stellte Snape nachdenklich fest und Harry fühlte sich unter dem stechenden Blick des Lehrers zunehmend unwohler.

"Ich will nicht behaupten, dass Sie schlecht aussehen, aber… ich… Sie sind…"

"Hören Sie ruhig auf hier herumzustottern. Ich will ja gar nichts von Ihnen, ganz abgesehen davon, dass es eh verboten wäre", meinte Snape. Harry konnte sich so gerade noch das erleichterte Aufatmen verkneifen. "Wer weiß von Ihrer… sexuellen Neigung?" fragte Snape dann.

"Der Orden und Professor Scott", antwortete Harry sofort. "Und ich würde es vorziehen wenn Hogwarts nichts davon erfährt", fügte er rasch hinzu.

"Von mit wird keiner etwas erfahren. Das überlasse ich Ihnen. Sie dürfen gehen. Wir sehen uns nächste Woche im fünften Stock." Harry bedankte sich und sah zu, dass er aus dem Büro kam. Nicht dass Snape es sich anders überlegte.

Ron und Hermine erwarteten ihn schon für den Rundgang durchs Schloss. Unterwegs erzählte er ihnen was gerade eben geschehen war und auch Remus gab er bescheid.

"Severus hat vermutet, dass du was von ihm willst?", fragte Remus verwundert.

"Den Eindruck hatte ich", antwortete Harry.

"Und? Was hältst du von ihm? Muss ich ihn als Konkurrenz fürchten?", meinte der Werwolf, aber Harry hörte, dass es eher als Scherz gedacht war.

"Eher versuch ich Sirius ins Bett zu kriegen, als dass ich Snape auch nur einen Kuss auf die Wange gebe. Er ist definitiv keine Konkurrenz. Ganz abgesehen davon, dass er mir klar gemacht hat kein Interesse an mir zu haben", meinte Harry.

Remus kicherte ungehalten. "Dann muss ich ja keine Konkurrenz fürchten."

Dann verabschiedeten sie sich von einander. Remus musste noch was erledigen gehen und Harrys Freunde warteten auch.

Ihr Rundgang verlief ungestört. Nicht mal Saphira und ihre Freunde waren heute unterwegs. Dafür war Harry auch dankbar. Seine Kopfschmerzen gingen ihm nämlich langsam auf die Nerven und so entschieden sie sich schon um halb zwölf wieder in den Turm zu gehen. Der Schwarzhaarige ließ sich gleich auf sein Bett fallen und es dauerte auch nicht lang, da war er schon eingeschlafen.

Er lief durch die leeren Gänge Hogwarts. Alles war wie ausgestorben. Niemand zu sehen. Und selbst wenn, wäre es egal gewesen. Er trug seinen Tarnumhang. Vorsichtig drückte er das Schlosstor auf und rannte über die Ländereien. Geradewegs auf die Peitschende Weide zu, die er mit einem Erstarrungszauber daran hinderte ihn zu erschlagen. Blind wie immer, rannte er den Umhang hinter sich herwehend den Gang entlang.

Als er durch die Falltür geklettert war, war er aber nicht in der heulenden Hütte. Er war in einem dunklen verlassenen Kerker. Die Tür zu seinen Füßen war verschwunden und aus einer Ecke hörte er ein Wimmern. Dann flog die Tür auf und Harry stand Voldemort gegenüber. Er wollte schon nach seinem Zauberstab greifen, aber der war nicht da.

"Was zum Teufel wird das?", fragte er leise und wich ein wenig zurück. Doch dann bemerkte er das Voldemort nicht ihn anstarrte, sondern eine Frau die einen kleinen Jungen fest an sich presste.

"Dein Mann ist wirklich ein Dummkopf. Es wäre so einfach gewesen meinen Wunsch zu erfüllen, aber er muss den Helden spielen."

"Mein Mann wird euch niemals gehorchen", fauchte die Frau aufgebracht.

"Nun dann sollten wir ihn daran erinnern für wen er es tun sollte. Nicht war, Rabastan?"

"Ihr habt wie immer Recht, my Lord", erklärte der Todesser. Die Frau starrte Voldemort missmutig an und Harry fragte sich, ob sie nun besonders dumm war, oder besonders mutig. Denn sie war hier in der eindeutig schlechteren Position. Und er konnte ihr nicht helfen.

"Was nehmen wir denn da am besten? Eine Locke von dem Jungen?"

"Lasst eure dreckigen Finger von meinem Sohn", schrie die Frau, als der Todesser nach ihm greifen wollte, und sprang auf. Doch weit kam sie nicht, da der Dunkle Lord seinen Stab auf sie richtete. Schreiend brach sie zusammen und auch der Junge fing bitterlich an zu weinen. Voldemort nahm den Fluch und sagte lachend.

"Nimm einen Finger des Jungen. Das wird mehr Eindruck haben."

"NEIN!", schrie die Frau und Voldemort lachte schallend auf, was bei Harry einen fast unerträglichen Schmerz in seiner Narbe auslöste und ihn schreiend in die Knie gehen ließ.

"Harry wach endlich auf!", rief ihm jemand und schwer atmend schlug Harry die Augen auf. Er lag auf dem Fußboden neben seinem Bett. Ron kniete genau wie Hermine neben ihm.

"Harry?", fragte das Mädchen besorgt.

"Schon gut. Alptraum. Verdammte Okklumentik", meinte Harry und rappelt sich auf. Er war sich sicher, dass die Stunde heute daran schuld war. Obwohl… es musste von ihm ausgegangen sein. Sonst hätte er es aus Voldemorts Sicht gesehen.

Seufzend lehnte er den Kopf gegen einen Spiegel, als er im Bad war. "Verdammte Scheiße. Warum eigentlich immer ich? Was soll dieser Mist? Hab ich nicht schon genug Sorgen?", brummte er und wusch sich das Gesicht mit eiskaltem Wasser.

Am nächsten Morgen ließ er beim Frühstück Dumbledore einen Zettel zukommen, in dem er ihm kurz von dem Traum berichtete. Immerhin ging es hier um irgendwen, der erpresst wurde, um etwas für Voldemort zu tun. Vielleicht sogar ein Spion im Ministerium. Der Schulleiter nickte ihm kurz zu, nachdem er den Zettel gelesen hatte und einige Zeit später erreichte ihn dann auch ein kurzes "Danke. Mal sehen was wir herausfinden" auf einem Zettel. "Herausfinden. Gibt wohl immer mehr zum herausfinden", murmelte Harry und ging dann zum Unterricht.

Aber es blieb wie es war. Nichts wurde herausgefunden und Harry grämte sich immer mehr, Peter angegriffen zu haben, statt Lisa suchen zu gehen. Da konnten ihm seine Freunde noch so sehr versichern, dass er es nicht hätte verhindern können, er glaubte nicht daran. Aber nicht nur er schien Probleme zu haben. Auch Professor Scott wirkte plötzlich nervös und ziemlich entsetzt. Harry vermutete aber, es läge an den Zeitungsmeldungen, die es auch immer wieder gab. Wahrscheinlich war irgendein Familienmitglied darunter gewesen.

Die nächste Stunde bei Snape machte Harry auch etwas Sorgen. Der Lehrer verhielt sich in den Stunden zwar nicht anders als sonst, gehässig und spottend eben, aber die Blicke waren abweisender geworden. Aber er hatte keine andere Wahl. Und so traf er den Lehrer am Mittwochabend wie abgesprochen, vor dem Zugang zu den Privaträumen Slytherins.

"Wir könnten auch den anderen Zugang nehmen, der direkt in die Kammer führt", schlug Harry vor.

"Und warum sollten wir das tun?", fragte der Lehrer.

"Slytherin würde uns nicht immer sehen, außerdem liegt er näher an Ihrem Büro."

"An meinem Büro?" Snape zog elegant wie immer eine Augenbraue in die Höhe.

"Das Klo der maulenden Myrthe, Professor. Hinter einem der Wachbecken verbirgt sich der Eingang", erklärte Harry und Snape verzog angewidert das Gesicht.

"Wir nehmen die Treppe. Wären Sie nun so freundlich?" Harry nickte und zischte dem Teppich das Passwort zu. Anfangs hatte ihn dies noch belustigt. Der Vorstand des Hauses Slytherin war auf ihn, einen Gryffindor angewiesen, um die Privaträume des Gründers seines Hauses zu betreten, aber mittlerweile war es ihm gleich.

Harry grüßte den Schulgründer nur kurz und führte Snape in die Kammer. "Wie immer. ungesagte Flüche. Also. Legen Sie los", wies Snape ihn an. Und Harry versuchte es. Er hatte in den letzten Tagen mit Draco oder seinen Freunden etwas geübt, in erster Linie um Dampf abzulassen und seine eigene Frustration zu bekämpfen. Doch so richtig klappen wollte es immer noch nicht und Snapes Kritik war nicht gerade aufbauend. Nach einer Stunde gab Snape dann auf und wollte mit ihm schwarze Flüche üben, die in dem Weihnachtsgeschenk standen.

"Nein", sagte Harry entschieden. "Vergessen Sie es. Ich werde keinen Fluch daraus lernen. Ich will damit nichts zu tun haben." Snape schnaubte nur und richtete blitzartig seinen Stab auf Harry. Der hatte keine Zeit mehr zu reagieren. Irgendetwas hob ihn in gut 100m Höhe. Er schwebte einige Sekunden in der Luft und wollte gerade fragen was der Mist sollte, als Snape den Zauber scheinbar aufhob und er zu Boden stürzte. Mehr als ein kleinen Aufschrei brachte er nicht zu Stande, ehe er nur einige cm vor dem Boden abgefangen und dann auf den Boden gelegt wurde.

Wütend Sprang Harry auf. "Sind Sie Wahnsinnig?", fauchte er den Lehrer an.

"Was denn? Das war doch ein so genannter Weißmagischer Spruch. Vollkommen harmlos."

"Ich hätte dabei draufgehen können? Was fällt Ihnen ein…", doch Harry verstummte. Ihm war gerade klar geworden was Snape ihm damit hatte zeigen wollen.

"Eben. Sie hätten dabei draufgehen können. Verursacht durch den Mobilkorpus", meinte Snape und trat auf ihn zu. "Sie haben es doch selbst schon getan. Sie haben Ihrer kleinen Freundin mit dem Sectumsempra das Leben gerettet. Zu mehr sollen Sie diese Flüche nicht erlernen.

Was glauben sie eigentlich vom Schulleiter? Natürlich beherrscht auch er schwarze Magie. Aber er ist, wie viele sagen, zu nobel um sie einzusetzen.

In meinen Augen zählt die Sache, für die man die Flüche benutzt. Ist der Tod eines Mannes nicht gerechtfertigt, um den Tod von mehreren Hunderten zu verhindern? Ist der Todesfluch nicht gerechtfertigt, um den Dunklen Lord daran zu hindern noch mehr Familien zu zerstören?"

Harry starrte Snape an. Verdammt. Der Lehrer hatte Recht. Und wie er Recht hatte. Das musste selbst Harry sich eingestehen. Aber schwarze Magie war und blieb nun mal schwarze Magie. Und er mochte sich besser nicht vorstellen was Remus oder Sirius mit ihm machten, wenn sie davon erfuhren.

"Dann sollten Sie es ihnen besser nicht erzählen", meinte Snape. Harrys Blick fuhr hoch.

"Lassen Sie die Finger von meinen Gedanken. Wir sind hier um Duelle zu üben und nicht Okklumentik", sagte Harry genervt und meinte dann: "Erwarten Sie nicht zu viel von mir. Ich habe noch keinen Blick weiter in ihr Buch geworfen."

Snape zog nur eine Augenbraue hoch: "Dann sollten Sie das nachholen."

Die nächste Stunde verbrachten sie damit ein paar ziemlich unschöne Flüche zu lernen, die schwere Verletzungen hervorriefen. Geübt wurde an beschworenen Puppen, die Lebenden Menschen ähnelten. Harry viel es nicht gerade leicht, die Sprüche anzuwenden. Zumindest hatte er Gewissensbisse dabei. Magisch gesehen klappte es sogar besser, als die ungesagten Flüche.

"Sie müssen ein Talent für höhere Magie besitzen", meinte Snape.

"Da sind Sie nicht der erste der mir das sagt", antwortete Harry und öffnete Snape die Tür, damit sie die Kammer wieder verlassen konnten.

Im Turm warf Harry sich dann auf sein Bett und nahm das Buch zur Hand. "Verdammte Scheiße", fluchte Harry und steckte das Buch wieder weg. Er hatte da jetzt einfach keinen Nerv drauf. Und das wurde die nächsten Tag noch schlimmer. Die Slytherins begannen immer zu tuscheln, wenn er in ihre Nähe kam und ab und zu meinte er Lisas Namen gehört zu haben.

Am Freitag hatte Harry nicht wirklich den Nerv darauf DA zu trainieren. Aber Hermine überzeugte ihn, dass er seine Kameraden nicht hängen lassen konnte. Nicht nachdem was geschehen war und er musste ihr recht geben. Nachdem was er gehört hatte, waren es nicht nur Draco, Cho und Marietta gewesen, die sich gegen die Todesser gestellt hatten.

"Hey. Ich will mich nicht mit langen reden aufhalten. Ich denke die meisten von euch durften wohl am vergangenen Samstag erleben, wie stark die Todesser sind. Ich weiß von Cho, Marietta und Draco, dass sie sich gegen sie gestellt haben und es macht mich schon ein klein wenig stolz. Das gilt für euch alle.

Deswegen werden wir heute wieder das übliche machen. Nur versucht bitte, die Flüche nicht auszusprechen. Denkt sie nur. Das kostet zwar etwas Konzentration, hat aber einen gewissen Überraschungseffekt. Die üblichen Paare und nehmt erstmal einfache Flüche. Das fällt leichter. Draco, du kommst bitte zu mir." Das waren Harrys Worte die er zur Eröffnung des Abends sprach.

"Ungesagte Flüche? Die bekommst du doch selbst nicht mal auf die Reihe", meinte Draco schmunzelnd.

"Deswegen üben wir sie ja", meinte Harry nur und zog seinen Zauberstab und Draco tat es ihm nach. Harry versuchte es mit einem Entwaffnungszauber, aber Draco wich schnell genug aus und konterte mit einem Lähmfluch, der Harry hart gegen die Wand warf.

"Das war zu langsam", sagte Draco und hob den Zauber auf.

"Was du nicht sagst", meinte Harry und bemerkte den Blick der anderen und seufzte. "Macht weiter. Mir fehlt nichts", sagte Harry. Draco grummelte etwas Unverständliches und im Verlauf der Stunde hielt sich der Blonde merklich zurück, oder zielte an Harry vorbei. Der ahnte, dass Draco das nur tat, um nicht mit dem ganzen Club aneinander zu geraten. Um kurz vor zehn beendete Harry dann das Treffen.

"Du weißt sicher auch nicht was bei euch los ist, oder? Ob irgendwer etwas über Lisa weiß, meine ich?" fragte der Gryffindor seinen ehemaligen Feind, nachdem alle bis auf seine Freunde gegangen waren.

"Wie denn? Ich geh den meisten aus dem Weg, damit sie mich nicht noch mal zusammenschlagen", erklärte Draco missmutig.

"Und wie machst du das mit Parkinson und Zabini?" fragte Ron.

"Pansy ist ne eingebildete Zicke. Die meint, sie kann jeden flachlegen und sie ist zu blöd, um irgendwas zu planen. Und Blaise steht hinter mir. Seit es offiziell ist, dass ich dem dunklen Lord den Rücken gekehrt habe, freunden wir uns an."

"Dann bring ihn doch mal mit? Schaden kann es sicher nicht noch mehr Slytherins dabei zu haben", schlug Hermine vor. Draco sah das Mädchen abfällig an, sagte aber nichts sondern zuckte nur mit den Schultern.

"Mal sehen. Ich muss los." Damit war der Blonde verschwunden.

Es war der Letzte Februartag. Harry und Ron saßen in der Bibliothek und machten ihre Hausaufgaben. Zumindest versuchte Harry es. Doch seine Gedanken schweiften immer wieder zu Lisa ab. Es war nun schon zwei Wochen her, dass sie entführt worden war.

"Hey, Harry", meinte Ron in anschubsend. Verwirrt sah der Schwarzhaarige in an. Professor Dumbledore stand bei ihnen und lächelte Harry zu.

"Hast du einen Moment Zeit für mich?", fragte lächelnd.

"Sicher, Sir", meinte Harry und rutsche auf, damit Dumbledore sich setzen konnte.

"Zunächst einmal möchte ich dir mitteilen, dass Tom wohl beschlossen hat, dich völlig aus seinem Geist auszusperren. Dein letzter Besuch ist von ihm nicht unbemerkt geblieben. Und das Risiko, dass du etwas erfährst, ist ihm wohl einfach zu groß", meinte der Schulleiter. Harry nickte nur. "Nun das ist für uns von Vorteil. Denn wenn er von seiner Seite aus die Verbindung verschließt, kann er auch nicht mehr in deinen Geist eindringen."

"Dann kann ich die Okklumentik also vergessen?" fragte Harry hoffnungsvoll.

"Ich halte es trotzdem für sinnvoll. Aber es spricht nichts dagegen, wenn du gewisse Dinge erfährst", erklärte Dumbledore.

"Und die wären?" meinte Harry.

"Wir haben in den letzen Tagen einige bedeutende Dinge über Lisa herausgefunden, die unter Umständen ihre Entführung erklären." Harry nickte, gespannt was er zu hören bekam.

"Es ist so. Lisa wurde nach ihrer Geburt von den Stanfords adoptiert. Das lief über ein Waisenhaus der Muggel, daher hatten wir einige kleinere Probleme an entsprechende Informationen heranzukommen. Aber nun ist es uns gelungen ihren Stammbaum zurückzuverfolgen. Es war nicht gerade einfach, da in früheren Zeiten von nur wenigen Leuten die Eheschließungen und Geburten aufgezeichnet wurden und meist wissen nur die Alten Familien selbst, mit wem sie verwand sind. Wir hatten allerdings das Glück auf eine sehr zuverlässige Quelle zu stoßen, die belegt, dass unsere kleine Lisa mit einem der Berühmtesten Magier unserer Zeit verwand ist. Selbst die Muggel kennen seinen Namen." Harry sah dass Ron beinahe die Kinnlade runter viel, er selbst hatte aber keine Ahnung, wen Dumbledore denn nun meinte.

"Merlin. Lisa ist in direkter Linie mit Merlin verwand und ich vermute sie ist die einzige noch Lebende Nachfahrin, die noch im Besitz magischer Fähigkeiten ist", erklärte Dumbledore und nun war es auch an Harry zu staunen.

"Merlin? Sie meinen… Und was will Voldemort nun von ihr?" meinte der Schwarzhaarige dann.

"Das ist wieder eine Frage, die noch nicht geklärt ist. Es soll irgendwo versteckt noch einige magische Gegenstände geben, denen man nachsagt, dass sie einst Merlin gehörten. Ihnen sollen unglaubliche Kräfte inne wohnen. Ich kann mir nut vorstellen, dass er hinter ihnen her ist und Lisa braucht, um sie zu aktivieren, oder überhaupt an sie heran zu kommen. Um was es sich dabei aber handeln könnte, wissen wir leider noch nicht." Harry nickte. Wenigstens waren sie schon mal einen Schritt weiter.

Selbst vom Direktor unbemerkt geblieben war ein Lauscher, der jetzt ernsthaft an sich halten musste, um nicht sofort loszustürmen und diese Informationen weiter zu geben.


So, wie war es? Seit ihr schon gespannt auf nächste Woche?

Da gibt es nämlich wieder Hilfe von "Unbekannt" und man wird herausfinden warum Voldemort Lisa entführt hat. Außerdem muss Harry erkennen das es einen Verräter an der Schule gibt.

Bis nächste woche und einen schönen ersten Advent wünscht euch

Eure Imo