Huhu, da bin ich wieder und das heißt es ist wieder Samstag.
Ich freu mich riesig das meine Geschichte euch immer noch so gut gefällt. und wir brechen heute in die letzte Etappe auf. Sprich, es gibt noch genau 10 Kapitel dann ist sie beendet. Aber ich tröste euch auch gleich mal... es wird eine Fortsetzung geben. Und ich were mich bemühen diese genau so spannend zu halten, wie den ersten Teil. Außerdem gibt es da ja noch meine andere Geschichte und ich habe da noch ein paar mehr in der Hinterhand, die ich demnächst auch mal posten werde.
Außerdem sollte ich euch vielleicht warnen das ich gegen ende dieses Kapitels einige Dinge erwähnt werden die auch in Band 6 vorkommen. Aber wie gesagt nur erwähnt und nicht erklärt. Also auch die die Band 6 noch nicht kennen können getrost bis zum Ende lesen, wenn sie wollen.Man kann das eigentlich nicht als Spoiler werten. Wer aber absolut ncihts wissen will über band 6 weil er ihn zu weihnachen bekommt, sollte bitte den allerletzten Absatz auslassen. Er ist für den ersten Teil dieser Geschichte nämlich nicht wichtig.
Und nun endgültig genug.
Viel Spaß beim lesen.
Eure Imo
Kapitel 40
Dann brach der März an und wie auf Kommando begannen die Bäume wieder zu grünen. Besonders Glücklich war Harry aber nicht. Remus hatte ihm bescheid gegeben, dass er diese Vollmondnacht nicht kommen würde. Der ganze Orden wäre im Hauptquartier und es sei zu riskant einfach zu verschwinden. Dumbledore würde wahrscheinlich aufmerksam werden oder jemand machte ihn darauf aufmerksam und er wollte Ärger vermeiden. Remus versprach aber, dass er in den nächsten Tagen mal vorbei schauen würde, als Harry ihm vorschlug er könnte doch Dumbledore einfach fragen, ob er die Nacht nicht im Grimmauldplatz verbringen dürfte.
So würde Harry also noch ein Wochenende allein vor sich hingrübeln dürfen, in denen seine Freunde ihm immer nur wieder das Selbe erzählten. Er solle sich keine Vorwürfe machen, sie würden Lisa schon finden, der Orden würde sicher tun was er könnte. Und es nervte ihn immer mehr. Er wollte nicht nur hören, dass der Orden etwas tat, er wollte wissen was der Orden tat. Er wollte helfen. Aber das verstand ja mal wieder keiner.
Am Sonntagnachmittag, der Tag nach Vollmond, wollte Harry das gute Wetter nutzen, um einen Spaziergang über die Ländereien zu machen und einen klaren Kopf zu bekommen. Ron und Hermine schlossen sich ihm aber ungefragt, ignorierend dass er eigentlich hatte allein sein wollen an. Also beschloss Harry Hagrid mal wieder besuchen zu gehen. Vielleicht wurde er seine Freunde ja da los, um ein paar Minuten für sich zu haben, doch sie schafften es gar nicht bis zu ihm. Black Moon tauchte auf und brachte Harry einen Brief.
"Wie ist das möglich. Die Eulen werden doch schon über Hogsmeade abgefangen?", wunderte sich Hermine.
"Sie wird die Kontrollen umgangen haben", sagte Harry und riss den Umschlag auf, während die Eule Richtung Schloss davon flatterte, ohne dass es den drei Jungendlichen weiter auffiel.
Hi Harry!
Das mit deiner kleinen Freundin tut mir leid. Ich hatte keine Ahnung, dass sie das Ziel sein sollte. Als die Todesser auftauchten war ich der festen Überzeugung der Angriff würde dir gelten, oder deinen beiden Freunden.
Natürlich hab ich alles daran gesetzt herauszufinden wo man sie hingebracht und warum er sie entführt hat. Denn eines dürfte euch allen klar sein, um dich zu ihm zu locken wäre es sinnvoller gewesen Ron, Hermine oder deinen Freund zu entführen. Leider hab ich den Ort nicht finden können. Er muss sie in sein Hautquartier gebracht haben und das ist unortbar und nur sehr wenige Todesser wissen wo es liegt.
Aber ich hab auch gute Nachrichtchen. Lisa ist eine Nachfahrin Merlins und ich denke das dies wohl der Grund ist, warum er sie braucht. Ich habe mich also daran gemacht und versucht etwas über Merlin in Erfahrung zu bringen.
Er lebte lange Zeit vor den Gründern von Hogwarts und um ihn gibt es viele Sagen und Gerüchte. Was ich sicher weiß ist, dass Merlin ein Seher war. Vielleicht will Voldemort nur etwas über seine Zukunft erfahren, wobei er dann annehmen muss, dass Lisa diese Fähigkeit besitzt, was sehr fragwürdig ist, bei dieser langen Linie. Aber ich habe auch Aufzeichnungen gesehen, nach denen es noch eine Hand voll Gegenstände gibt, die Merlin wirklich gehört haben.
- Einige Rezepte für Tränke, was sie bewirken ist leider unbekannt.
- Merlins Zauberstab, ihm sollen selbst auch magische Kräfte inne wohnen
- Und das Schwert Excalibur
Ich persönlich denke es ist das Schwert. Laut der Legende wird jede Schlacht für den Besitzer des Schwertes Siegreich ausgehen. Außerdem ist seine Klinge härter als Diamant und schärfer als der Zahn eines Drachen.
Leider kann ich dir nicht sagen, wo sich auch nur einer dieser Gegenstände befinden könnte, aber ich werde versuchen noch mehr herauszufinden. Ich dachte nur, wenn man zu zweit danach sucht geht es schneller und ich bin mir sicher, wir haben nicht die gleichen Quellen.
Ich melde mich, wenn ich etwas Neues weiß.
Viel Glück
XXX
Harry starrte einen Moment auf den Brief. "Verdammter Mist", fluchte er und rannte hoch zum Schloss. Warum hatte er nicht eher daran gedacht. Warum war es ihm nur so einfach entfallen? Er hörte, dass seine Freunde ihm folgten. Schon von weitem rief er dem Portrait das Passwort zu und stürmte dann, von den Anwesenden ziemlich seltsam beobachtet hoch in seinen Schlafsaal. Dort ließ er sich vor seinem Koffer auf die Knie fallen und durchwühlte ihn.
"Was suchst du?" fragte Ron ziemlich außer Atem, aber statt zu antworten zeigte er seinen Freunden das Bild.
"Das IST Excalibur. Woher hast du das?" fragte Hermine verwundert.
"Lisa hat es gemalt und mir im Dorf geschenkt. Sie hat noch andere. Wir müssen zu Dumbledore", meinte Harry und seine Freunde stimmten ihm nickend zu. Gemeinsam stürmten sie runter und Harry klopfte so fest er konnte gegen den Wasserspeier nachdem er vergeblich alle Süßigkeiten die ihm einfielen probiert hatte.
"Der Schulleiter ist nicht da", erklang die raue Stimme von Filch hinter ihnen.
"Wissen sie wo er hin ist? Es ist sehr wichtig", fragte Harry immer noch atemlos.
"Das geht sie nichts an Potter. Selbst wenn ich es wüsste würde ich es ihnen nicht sagen", knurrte der Hausmeister.
"McGonagall, Harry", meinte Hermine eindringlich. Sie wollten schon umdrehen und losrennen als sie Filch schon fast lachend sagen hörten: "Oh. Die Stellvertretende Schulleiterin ist auch nicht da."
"Dann eben zu Snape. Irgendwer…"
"Professor Snape hat eine Eule vom Ministerium bekommen. Er ist vor einer halben Stunde abgereist", sagte Filch und verschwand dann grinsend um eine Ecke und Harry schlug wütend gegen die Wand.
"So eine verdammte…"
"Der Orden", unterbrach ihn Ron eindringlich Flüsternd und Harry nickte. Schnell griff er in seine Hosentasche und bekam das Telegate zu fassen.
'Harry es ist gerade sehr ungünstig', meinte Remus.
'Ich hab was Wichtiges von Black Moon erfahren. Seit ihr im Hauptquartier?' fragte Harry.
'Ja… warte einen Moment', bat sein Freund und Harry hörte, wie Remus mit Dumbledore sprach.
'Albus meint ihr sollt herkommen über Severus Kamin', sagte Remus dann.
'Der ist vorhin abgereist. Filch sagte irgendwas von Ministerium.', erklärte Harry. 'Wartet am Tor. Ich hol euch', meinte Remus.
'Apparieren können wir auch allein. Sind in zehn Minuten da', sagte Harry.
Damit ließ er die Kugel los und sagte zu seinen Freunden:"Kommt mit." Harry rannte so schnell er konnte übers Schlossgelände.
"Wohin gehen wir denn?", rief Ron verwundert.
"Wirst du schon sehen", antwortete Harry.
"Wir dürfen das Gelände aber doch nicht verlassen", mahnte Hermine, als sie das Tor des Geländes verließen und Harry blieb stehen.
"Sie warten im Grimmauldplatz. Ihr müsst ja nicht mitkommen, wenn ihr nicht wollt. Ich kann auch allein gehen." Dann lief er einfach weiter. Es war zu wichtig, als dass es hätte warten können. Außerdem würde sich Remus nur anfangen Sorgen zu machen, wenn er nicht bald auftauschen würde.
Auf dem Marktplatz blieb er stehen.
"Warte", rief Ron und Harry sah wie seine Freunde auf ihn zu gerannt kamen.
"Und jetzt? Willst du einen illegalen Portschlüssel erschaffen?", fragte Hermine atemlos.
"Nein", meinte Harry und ergriff die Hände seiner Freunde. "Ich appariere ohne Lizenz." Dann konzentrierte er sich auf die Gasse neben dem Grimmauldplatz. Hoffentlich machten sie nicht all zu viel Lärm.
Als das Kribbeln nachließ sah Harry kurz an seinen Freunden runter. Alle schienen heil angekommen.
"Das war cool", meinte Ron begeistert.
"Das war verboten", stellte Hermine dagegen fest.
"Und genau das sollten wir drinnen klären", kam es von dem Zugang der Straße. Harry hatte reflexartig seinen Stab gezogen, aber dann erkannte er Remus, der ihn verwundert musterte.
"Musst du mich so erschrecken?", fragte Harry grinsend und ließ den Stab in seine Tasche fallen.
"Dann nehm ich das jetzt nicht persönlich, dass mein Freund mich mit einem Zauberstab bedroht", sagte Remus und führte die drei in die Küche, wo sie schon erwartet wurden.
"Was gibt es denn, Harry?" fragte der Schulleiter mild.
"Das hab ich gerade von Black Moon bekommen", meinte er und reichte dem Schulleiter den Brief, während Sirius ihn durchdringend ansah. "Stimmt was nicht?"
"Du solltest dir eine Lizenz besorgen. Den Ärger den du bekommst, kannst du dir gar nicht vorstellen", meinte er. Harry seufze.
"Gut. Ich nehm beim nächsten Mal einen Portschlüssel direkt hier her", sagte Harry.
"Harry!", knurrte Sirius mahnend.
"Himmel. Habt ihr so was denn nie gemacht?"
"Nein. Und James hätte dich übers Knie gelegt. Unerlaubtes apparieren", meinte Remus nachdenklich.
"Also bekomm ich deswegen keinen Kuss? Als Strafe?", fragte Harry und sah Remus bittend an, so dass er seine ernste Miene nicht lange beibehalten konnte.
"Sirius, ich wäre ein miserabler Vater. Diesem Blick kann ich einfach nicht widerstehen", meinte Remus und Harry grinste.
"Das werde ich unsern Kindern verraten", flüsterte er und küsste Remus dann innig.
Als sie sich gelöst hatten, sah Remus ihn schwermütig an. "Harry. Du weißt, dass wir nie Kinder…", begann Remus, aber Harry legte ihm einen Finger auf die Lippen.
"Dem Jungen, der ihnen Voldemort vom Hals schafft, werden sie ja wohl nicht verbieten einem oder zwei Waisenkindern ein zu Hause zu geben." Remus seufzte und legte seine Stirn gegen Harrys, der sich auf seinen Schoß gesetzt hatte.
"Das wäre zu schön um war zu sein."
Dann ergriff Dumbledore das Wort, las das Schreiben vor, das Harry ihm gegeben hatte. "Das grenzt unsere Suche ein. Bisher waren die Aussagen dieses Unbekannten auch immer ziemlich zutreffend", meinte Horatio.
"Aber niemand weiß wo Excalibur ist. Es gilt als verloren. Merlin hat es doch in einem See versengt", warf Tonks ein.
"Andere Schriften sagen Merlin habe es in einen Stein gestoßen und nur jemand, der reinen Herzens ist und sein Blut besitzt, soll in der Lage sein es wieder aus dem Stein zu ziehen. Dieser Erbe wird erkennen wem das Schwert gebührt", sagte Dumbledore.
"Aber… nur weil Lisa Merlins Erbin ist, heißt das nicht das sie das Schwert an sich nehmen kann. Vielleicht ist sie nicht reinen Herzens. Und wo will du-weißt-schon-wer denn suchen? Es könnte überall sein?" meinte Arthur. Harry zog das Stück Pergament aus seiner Tasche.
"Hier. Das hat Lisa gemalt. Und es gibt noch mehr davon. Auf einem stehen die Todesser um den Stein", berichtete Harry.
"Ich geh die Bilder holen", sagte Molly sofort und verschwand.
"Wann hast du diesen Brief bekommen?", fragte Moody nachdenklich.
"Kurz bevor ich mich bei Remus gemeldet habe", antwortete Harry. "Sie kam einfach zu uns. Sie muss die Kontrollen umgangen haben", fügte Hermine hinzu.
"Das ist ausgeschlossen, Miss Granger. Diese Kontrollen kann man nicht einfach umgehen", meinte McGonagall streng.
"Wer auf immer diese Briefe schreibt scheint aber einen Weg gefunden zu haben. Aber ich bezweifele, dass wir uns deswegen Sorgen machen müssen. Der Schreiber war Harry bisher immer wohlgesinnt", sagte der Schulleiter.
"Ich überprüfe das Netz trotzdem. Nicht dass noch jemand anderes dieses Loch findet", knurrte Moody. Dumbledore nickte dem Auroren zu und Molly kam mit einem Stapel Bilder in der Hand zurück in die Küche, die Harry schnell nach dem durchsuchte was er meinte.
"Hat Lisa dir gesagt wie sie auf diese Bilder kommt?" fragte Remus nachdenklich, während er eines der anderen betrachtete.
"Sie träumt sie", antwortete Harry.
"Wahrscheinlich seherische Fähigkeiten, so wie Merlin sie hatte. Was mich im Moment mehr beunruhigt ist die Person in schwarz, die das Schwert hält. Wir müssen versuchen es zu finden. Versucht alle Quellen ausfindig zu machen in denen etwas stehen könnte", wies der Schulleiter den Orden an.
"Und wenn Voldemort für dieses Schwert bestimmt ist?", fragte Ron.
"Dann sind wir am Arsch", knurrte Moody.
"Ich denke nicht, dass Tom der wahre Erbe dieses Schwertes ist. Das Schwert ist ursprünglich erschaffen worden, um für das Gute zu kämpfen, auch wenn es schon für andere Absichten eingesetzt wurde", erklärte Dumbledore.
"Es wird schwer werden etwas zu finden. Die Bücher, in denen etwas hätte stehen können, sind an Halloween aus dem Ministerium verschwunden", meinte Tonks.
"Ich hab da noch eine andere Idee", meinte Sirius.
"Immer raus damit", knurrte Moody.
"Auf der Flucht vor drei Jahren bin ich im Ausland untergetaucht. Merlin ist weltweit bekannt und seine Habseligkeiten ebenso weit verstreut. Ich hab jemanden kennen gelernt, der etwas wissen könnte. Er ist aber sehr scheu und redet nur mit sehr wenigen", meinte Harrys Pate.
"Was willst du uns damit sagen?" fragte Molly misstrauisch.
"Tonks müsste mich decken und ich gehe zu ihm. Mit mir wird er reden."
"Bist du bescheuert?", platzen Remus und Harry gleichzeitig heraus. "Das ist zu gefährlich", setzte der Werwolf noch dazu und Harry nickte zustimmend.
"Es ist eine Chance", konterte der Hundeanimagus.
"Nein, Sirius. Es ist viel zu riskant. Wir werden uns auf unsere Quellen beziehen. Dabei bist du uns auch eine große Hilfe", erklärte Dumbledore. Harry entging nicht die Frustration in Sirius Gesicht, aber was sein Pate da vorschlug war einfach Wahnsinn. "Lasst uns aufbrechen. Wir nehmen die Kinder mit. Arthur, könntest du dich um einen Prüfungstermin für Harry kümmern?"
"Sicher, Albus. Kein Problem", meinte Rons Vater. Harry wandte sich Sirius zu, der immer noch ziemlich missmutig drein schaute.
"Wenn dich da draußen einer erwischt, landest du wieder in einem Kerker und das will ich nicht. Ich möchte meinen Paten nicht im Gefängnis besuchen müssen. Halt durch. Du wirst frei gesprochen werden und dann machen wir Urlaub, wo immer du auch willst. Ob in der Wüste oder am Nordpol. Ich fahr mit dir auch bis ans Ende der Welt. Aber bitte, bleib hier." Sirius sah Harry in die Augen und seufze.
"Remus, ich fürchte ich bin gegen diesen Charme auch nicht immun", murmelte Sirius und sagte dann: "Ich werde hier bleiben. Versprochen." Remus musste darüber schmunzeln.
"Harry kommst du bitte. Wir wollen gehen", sagte Dumbledore. Seufzend nickte Harry und warf Remus einen sehnsüchtigen Blick zu, der McGonagall nicht entging.
"Geh du ruhig schon vor, Albus. Ich komme mit Harry nach. So haben die beiden noch ein paar Minuten", sagte sie und verlies auch die Küche.
Remus warf Sirius, der jetzt als einziger noch da war, einen Blick zu der daraufhin sich kurz räusperte und meinte: "Ich glaub Lily weint. Ich geh besser mal nachsehen." Harry gluckste leise, als sein Pate die Küche verlassen hatte und wandte sich dann Remus zu, der ihn sanft in den Arm zog.
"Man muss ihn nur erziehen", flüsterte der Werwolf und küsste Harry sanft und der Gryffindor ging sofort darauf ein.
Obwohl nur es einige Minuten waren, war es viel zu lang her, dass er diese weichen Lippen so intensiv gespürt hatte. Er verzehrte sich gerade zu nach ihnen, wie auch nach dem Rest. Es schien ihm schon Jahre her zu sein, das er diesen Körper so dicht an seinem gespürt hatte. Am liebsten würde er hier bleiben. Aber Morgen war wieder Unterricht und seine Hauslehrerin würde sicher ahnen was hier vor sich gehen würde, würde er bleiben.
"Wann kommst du mal wieder vorbei?", fragte Harry flüsternd.
"Es gibt viel zu tun. Das musst du verstehen. Es…"
"Ich weiß, aber du könntest ein bisschen Arbeit mitbringen und ich helfe dir", schlug Harry vor. Remus seufzte leise.
"Mal sehen. Vielleicht lässt sich das wirklich einrichten." Er zog seinen jungen Geliebten eng zu sich ran. Es war ja nicht so, dass er Harry nicht besuchen wollte. Er sehnte sich nach ihm, so wie es wohl auch umgekehrt der Fall war. Aber der Orden brauchte ihn. Sie mussten Voldemort aufhalten und das hatte Vorrang vor allem anderen, auch vor seinem privaten Glück. Obwohl…
James hatte das auch getan. Er war immer mit dabei gewesen, aber nie hatte er seine Familie vernachlässigt. Er hatte seine Prioritäten klar gesetzt, um Zeit mit Lily oder später auch mit Harry sein zu können. Vielleicht war es auch für ihn an der Zeit diese Linie zu ziehen. Harry konnte immerhin nichts dafür, dass Voldemort ihn jagte.
"Ich komm bald vorbei. Versprochen. Wir müssen sicher einige Bücher wälzen. Das machen wir dann zusammen", sagte er schließlich leise und bekam dafür eine feste Umarmung und ein leises: "Danke", von Harry.
"Mr. Potter? Wollen wir dann auch?", fragte seine Hauslehrerin, die den Kopf durch die Tür steckte.
"Muss ja wohl", meinte Harry und drückte Remus noch einen Kuss auf den Mund. Im Flur wartete auch Sirius, der die kleine Lily auf dem Arm hatte. Harry strich ihr sanft über den Kopf und verabschiedete sich von seinem Paten, ehe er mit seiner Hauslehrerin in die Seitengasse ging, um von dort aus nach Hogsmeade zu apparieren.
Es dämmerte bereits, als sie ankamen und über dem Dorf lag eine seltsame Stille. Selbst nach zwei Wochen waren hier die Spuren des Angriffs noch nicht alle beseitigt. Einige Fensterläden waren verrammelt, was ihm vor knapp einer Stunde noch nicht aufgefallen war, an anderen ratterten gerade Gitter hinunter. "Angst. Die größte Waffe des Unnennbaren", murmelte McGonagall.
Harry musste ihr Recht geben, aber wem sollte man es verdenken. Dutzende Auroren vor Ort, aber trotzdem von Sicherheit keine Spur und das in einem Dorf voller Zauberer, die sich auch wehren konnten.
Während sie langsam den steilen Weg entlang liefen, überkam Harry das Gefühl nicht allein zu sein. Es schien als hätte der Wald Augen. "Professor?" fragte Harry leise und ließ seine Hand zu seinem Stab wandern. McGonagall hatte ihre Hand ebenfalls im Umhang und sah angespannt aus. Sie nickte ihm kaum merklich zu und Harry nahm das als Zeichen, dass sie es auch bemerkt hatte.
Er suchte den Waldrand ab, sah aber nicht das Geringste. Erst in dem Moment, wo sie angegriffen wurden. Sie hatten die letzen Häuser gerade ein gutes Stück hinter sich gelassen, als ein Fluch an ihnen vorbeisauste.
"Packt Potter!", schrie einer, aber Harry war schon herumgewirbelt und hatte einen Fluch gesprochen, den jetzt einen völlig überrumpelten Todesser geschockt zu Boden sacken ließ. Im nächsten Moment stieß ihn seine Hauslehrerin aus der Schussbahn mehrerer Flüche und zog ein Schutzschild um sich selbst hoch.
"Laufen Sie! Ich halte Sie auf!" Harry wollte McGonagall schon widersprechen, aber sie ließ ihm keine Gelegenheit.
Zusammen mit einem leuchtendweißen Dachs rannte er den Weg hinauf. Das Tier sah aus wie ein Patronus, nur warum? Dementoren waren hier keine, da war Harry sich sicher. Das hätte er schon längst gespürt. Er hörte die Flüche hinter sich her sirren und keuchte auf, als ihn einer davon in den Rücken traf und zu Fall brachte. Sein Stab flog ihm aus der Hand, und landete am Rand des Waldes in der Dunkelheit.
"Nun mach ich dich fertig", lachte der Todesser. Harry war sofort wieder auf den Beinen und versuchte verzweifelt seinen Stab wieder zu sich zu rufen, ohne den Zauber auszusprechen, doch es gelang ihm nicht. "Dann eben anders", dachte Harry sich rannte auf den Todesser zu, im selben Moment wie er sich in seine Tierseele fallen ließ, um sich zu verwandeln. Der Todesser war von dieser Attacke zu überrascht, um noch rechtzeitig zu reagieren, ging von dem Gewicht Raubkatze umgeworfen, denn Harry hatte ihn angesprungen, zu Boden. Sein Stab landete direkt vor Harry, der über ihn hinweg sich abgerollt hatte. Mit einer Pranke fegte er ihn einfach in die Dunkelheit. "Damit ist es ausgeglichen", sagte Harry, was als Brüllen aus seiner Kehle kam.
Der Todesser war aber ebenso schnell, wie Harry zuvor wieder auf den Beinen und zog nun einen silbernen Dolch. "Na komm, Miezekätzchen. Komm, zu dem lieben Onkel", lockte der Todesser ihn mit einer verstellten Stimme und Harry fauchte den Mann an.
"Bin ich eine Hauskatze?" dachte Harry und musste im nächsten Moment schon scharf ausweichen, um der Klinge zu entgehen, die der Todesser ihm ins Fleisch rammen wollte. Doch so leicht gab der Todesser nicht auf, sondern stürzte erneut auf Harry zu. Der wich diesmal nicht aus, sondern sprang auf die Hinterbeine und schlug dach dem Todesser aus, so dass dieser zurückwich.
"Verdammt Remus, warum musstest du auch so zaghaft sein", dachte Harry und konzentrierte sich. Es gab nur einen Weg. Er musste einen Teil der Kontrolle dem Tiger überlassen. Der wusste wie man sich wehrte. Nur dass er so was noch nie gemacht. Es war riskant. Er wusste nicht, ob er die Kontrolle zurückerlangen würde. Ihm war nur bekannt, dass es ging. Der Tiger war ja immer da, nur dass Harry seinen Jagdinstinkt und die Aggression bei einem Angriff auf ihn unter Kontrolle hielt. Und genau diesen Instinkten musste er jetzt freien Lauf lassen.
Mühe kostete es Harry nicht sich zurückzuziehen. Es war deutlich zu spüren, wie der Tiger den Körper übernahm. Er war nur noch Zuschauer in dem Kampf gegen den Todesser, der am Ende blutend am Boden lag. Er selbst war aber nicht ohne Verletzungen davon gekommen. Der Todesser hatte ihm das Messer in die Schulter gerammt und beinahe hätte er sich von dem Schmerz geblendet zurückverwandelt. Ihm selbst tat es aber wohl mehr weh, als dem Tiger. Der fixierte sich gerade auf sein Opfer und nur mit Mühe schaffte Harry es, die Kontrolle zurück zu bekommen, denn er spürte die Mordlust. Aber so weit wollte er es nicht kommen lassen. Doch es gelang ihm und er drehte sich um. Seine Hauslehrerin wurde von zwei Todessern in die Enge getrieben und Harry fragte sich für einen Moment, wie sie es geschafft hatte mit Vieren auf einmal fertig zu werden. Dann sah er, dass auch sie blutete.
Stablos hatte er keine andere Wahl, als den Todesser als Tiger anzugreifen. Er rannte so schnell er konnte auf einen der beiden zu und riss ihn um. Bei der Landung gab seine linke Pranke aber unter seinem eigenen Gewicht nach und er machte eine unsanfte Bekanntschaft mit dem Boden, aber lange zeit zum erholen hatte er nicht. Der Angegriffene jagte ihm einen Fluch auf den Hals, dem er nur knapp entging. Doch dann sackte der Vermummte plötzlich von einem Blitz getroffen in sich zusammen und seine Hauslehrerin lehnte sich keuchend an einen Baum.
Ein Blick in die Runde sagte Harry, dass sie ihre Gegner erledigt hatten. Erst jetzt verwandelte er sich zurück und spürte auch ein Brennen auf dem Rücken. Dieser verdammte Todesser hatte ihn wohl doch noch einmal mehr erwischt, als er angenommen hatte.
"Ich bin eindeutig zu alt für so was", murmelte McGonagall und sah zu Harry auf. "Sind Sie verletzt?"
"Halb so wild. Kommen Sie. Wir gehen ins Schloss", sagte er und half seiner Lehrerin den Weg weiter hinauf.
"Den haben Sie aber ganz schön zugerichtet", meinte die Frau, als sie an dem Todesser vorbeikamen, der Harry mit dem Messer angegriffen hatte.
"Ich hab meinen Stab verloren und er hatte ein Messer. Ich hab es dem Tiger überlassen", erklärte Harry und suchte den Waldrand ab.
"Er lebt, Sie werden ihn schon wieder zusammenflicken", meinte McGonagall und schwang einmal ihren Stab. Klappernd landete Harrys vor ihren Füßen, da beide ihn knapp verfehlt hatten.
Harry bückte sich nach dem Stab, im selben Moment, wie die Knie seiner Lehrerin nachgaben und beide landeten unsanft auf dem Boden. Durch Harrys Schuler fuhr ein stechender Schmerz, da er sich aus Reflex hatte abstützen wollen.
"Laufen Sie hoch zum Schloss", keuchte McGonagall. "Ich komm zurecht."
"Nein. Ich verwandele mich und trag Sie", erklärte Harry und wartete erst gar nicht auf die Antwort.
"Das schaffen sie mit ihrem Arm nicht", sagte seine Lehrerin, aber Harry legte sich neben ihr auf den Boden. "Außerdem kann ich nicht reiten", fügte sie hinzu und Harry knurrte nur leise. Die Frau warf ihm einen grimmigen Blick zu, gab dann aber nach. Es war schon mühsam unter dem Gewicht der Frau wieder auf die Beine zu kommen, aber nicht unmöglich. Doch dann schoss plötzlich ein Fluch an ihnen vorbei und Harry sah genau wie sich seine Lehrerin nach hinten drehte. Der vom Tiger angefallene Todesser kam wankend, mit erhobenem Stab auf sie zu.
"Laufen Sie!" rief seine Lehrerin und Harry spürte, wie sich ihr Gewicht verringerte, dafür sich aber Krallen in seinen Rücken bohrten. Seine Lehrerin hatte es ihm gleich getan. So schnell es seine Verletzung zuließ rannte er den Weg hoch. Doch eine vor ihnen auflodernde Feuerwand ließ ihn abrupt stoppen. Mist! Der Todesser kam mehr und mehr wieder zu Kräften und feuerte wild durcheinander Flüche ab, die ihr Ziel immer knapper verfehlen. "Festhalten!" grollte Harry und nahm Anlauf um durch das Feuer durchzuspringen.
Er hatte keine andere Wahl.
Es war heiß, unbeschreiblich heiß, aber nur für Sekunden, denn die Landung auf der linken Pfote trieb ihm die Tränen in die Augen und wieder gab sie unter ihm nach. Und dann nahten auch noch von vorn Schritte. Harry bekam keine Gelegenheit sich zu verstecken.
Doch zu seiner Erleichterung waren es aber Dumbledore, Scott und Flittwick, die schnell um die Ecke kamen, im selben Moment wie die Feuerwand erstarb.
"Lauf Harry", wies Dumbledore ihn streng an und Harry gehorchte. Der Schulleiter war spürbar aufgebracht und da wollte er sich nicht mit ihm anlegen. Er beeilte sich um die Ecke zukommen, wo er sein Tempo etwas verlangsamte, um seine linke Pranke nicht mehr als nötig belasten zu müssen.
Er war aber noch nicht weit gekommen, als er von hintern rasche Schritte hörte und sicherheitshalber in den Waldrand abtauchte.
"Wie konnte das nur passieren?", hörte er dann Flittwick.
"Jemand muss gesehen haben wie sie allein das Schloss verlassen haben. Ich nehme an, Harry war das Ziel", meinte Dumbledore.
"Aber. Das heißt wir haben einen Verräter im Schloss", meinte der Zauberkunstlehrer entsetzt. "Harry weiß vielleicht wer ihn gesehen haben könnte. Wo ist er eigentlich? Er war doch verletzt? Wir müssten ihn doch langsam eingeholt haben. Selbst als Tier."
"Sicher Max. Wir haben Harry auch eingeholt", meinte Dumbledore und der Lehrer zuckte zusammen, als Harry direkt neben ihm aus den Bäumen trat.
Der Schulleiter musterte ihn über den Rand seiner Brille hinweg, nahm ihm dann Vorsichtig die Katze vom Rücken und setzte sie auf den Boden. Harry tat es seiner Lehrerin gleich und nahm wieder menschliche Gestalt an. Scott und Dumbledore reagierten sofort, als McGonagall leicht schwankte. Flittwick ließ zwei bewusstlose Todesser gefesselt vor sich herschweben.
"Kommen Sie, Minerva. Sie müssen in den Krankenflügel", meinte Dumbledore mild und sah Harry an. "Und du wohl besser auch, bei der Wunde." Harry nickte nur.
"Wissen Sie wer Sie gesehen hat?" fragte Flittwick.
"Der Hausmeister. Sonst hab ich niemanden bemerkt. Vielleicht einige Schüler und auch ein paar Dorfbewohner", meinte er und sah seine Lehrerin besorgt an.
"Keine Sorge, Mr. Potter. Mir fehlt nichts was man nicht mit etwas Ruhe wieder hinbekommen könnte. Und ihr Sprung gerade… war mutig. Sehr Mutig."
"Und heiß", murmelte Harry.
"Das ist eine Eigenschaft von Feuer. Der Todesser meinte wohl, Sie hätten ihre Instinkte nicht richtig unter Kontrolle", erklärte McGonagall.
"So wie der vorhin aussah, hat Mr. Potter sie auch nicht unter Kontrolle. Zumindest nicht richtig. Oder haben Sie ihn etwa mutwillig angegriffen?", fragte Scott, während Dumbledore das Tor öffnete.
"Harry hat seine Instinkte vollkommen unter Kontrolle", erklärte Dumbledore und Scott sah ihn erstaunt an.
"Harry hat den Tiger kämpfen lassen, da er mit so etwas nicht vertraut ist. Die klügere Entscheidung, als sich einem Todesser ohne Zauberstab zu stellen", meinte McGonagall ruhig und ließ dann den Schulleiter los. "Ich denke ich schaff das mit Mr. Potter allein. Der Minister muss über diesen Vorfall informiert werden. Außerdem will er sicher die Gefangenen so schnell wie möglich in Gewahrsam nahmen." Der Schulleiter nickte und Harry bot seiner Hauslehrerin eine helfende Hand an.
Im Krankenflügel sah Madam Pomfrey die beiden Patienten erschrocken an. "Sie wollen den Rekord wohl wirklich brechen", knurrte sie Harry an und wies ihn dann an sich auszuziehen. Harry sagte nichts darauf. Er fragte sich nur, wer zum Teufel ihnen die Todesser auf den Hals gehetzt haben könnte. Irgendwer musste ihn gesehen haben. Jemand, der auf der Seite der Todesser stand. Waren es vielleicht sogar Saphira und ihre Freunde gewesen? Oder hatte ihn irgendein anderer Slytherin gesehen?
Harry keuchte auf, als Madam Pomfrey mit einem Trank seine Wunde säuberte. "Ich hatte doch gesagt, dass es wehtun könnte", meinte die Krankenschwester verwundert.
"Schon gut", presste Harry zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Anschließend bekam Harry noch einen Verband verpasst und eine Schlinge.
"Sie müssen den Arm schonen. Einige Nerven und Sehnen wurden verletzt. Die brauchen etwas, bis sie wieder verheilt sind", erklärte die Frau und entließ Harry dann. Seinen Rücken hatte sie bereits geheilt. Es war nur eine leichte Schnittwunde gewesen. Ron und Hermine sprangen sofort auf, als sie erkannten, dass Harry verletzt war. "Kommt mit", meinte er und ging mit ihnen in den Jungenschlafsaal, wo Neville bereits auf dem Bett lag und las.
"Was ist denn mit dir passiert?" fragte der verwundert, als Harry sich den Umhang von den Schultern warf und nach einem warmen Pullover in seinem Koffer wühlte.
"Todesser", meinte Harry nur.
"Hier? Auf dem Schloss?" fragte der Junge entsetzt.
"Nein. Ich war im Dorf, mit Professor McGonagall. Da sind wir überfallen worden."
"Was ist mit Professor McGonagall?", fragte Hermine alarmiert.
"Ihr geht es gut, sagt sie. All zu viel hat sie wohl nicht abbekommen", meinte er und zog sich vorsichtig den Pulli an.
"Und was ist dir passiert?" fragte Ron. In knappen Worten schilderte Harry seinen Freunden war vorhin geschehen war und auch Neville hörte ihnen zu und keuchte hier und da entsetzt auf.
"Harry das war Wahnsinn. Lebensgefährlich", meinte Hermine entsetzt.
"Und Cool. Die Kontrolle aufzugeben und dann wieder zubekommen ist unheimlich schwer", meint Ron. Der Rothaarige bekam von Hermine ein abwertendes Schnauben.
"Ich weiß selbst, dass es gefährlich war. Aber ich hatte wohl kaum eine andere Wahl. Selbst McGonagall sagt, dass es klug war sich zu verwandeln, anstatt ohne Stab auf den Todesser loszugehen", rechtfertigte sich Harry und spürte dann, wie die Kugel an seinem Oberschenkel warm wurde.
"Entschuldigt mich. Da möchte jemand mit mir reden", sagte er und ergriff die Kugel. 'Zwei Minuten, Remus', bat er und suchte sich in der Nähe des Turms ein leer stehendes Klassenzimmer.
'So. Nun können wir reden.', dachte er.
'Wie geht es dir?', fragte der Werwolf deutlich besorgt.
'Halb so wild. Nur am Arm ne Stichwunde.' meinte er.
'Ich hätte mitgehen sollen', murmelte Remus. 'Ich hätte dich mit Albus mitgehen lassen sollen. Dann wäre das nicht passiert.'
Harry seufzte schwer. 'Sie hätten es trotzdem versucht. Und so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Es geht mir gut.'
'Nicht schlimm? Sag mal… legst du es etwa wirklich darauf an, James Rekord zu brechen, oder warum nimmst du das so leicht?', fragte Remus entsetzt.
'Was soll ich denn tun? Mich unter meinem Bett verstecken? Oder unter Dumbledores Umhang?', meinte Harry.
'Kein Risiko eingehen, sollst du. Und dir der Gefahr bewusst werden, in der du bist.', meinte Remus streng.
'Ich weiß in welcher Gefahr ich schwebe. Voldemort würde mich lieber gestern als heute in die Finger bekommen um mich zu töten. Aber deswegen muss ich mich doch nicht gleich einmauern.', knurrte Harry.
'Aber du kannst vorsichtiger sein. Was hättest du denn getan, wenn sie euch schon vorher aufgelauert hätten? Euch hätte sonst was passieren können. DIR hätte sonst was passieren können', ereiferte Remus sich weiter.
'Haben sie aber nicht', sagte Harry entschieden.
'Es hätte aber sein können', konterte Remus. 'Ich bestehe darauf, dass du das Schulgelände nicht mehr verlässt, wenn nicht mindestens einer vom Orden bei dir ist. Es ist zu gefährlich für dich.'
Für einen Moment verschlug es Harry die Sprache. 'Das kannst du nicht tun', sagte er dann.
'Siehst du doch. Und Sirius ist mit mir einer Meinung. Du gehst viel zu große Risiken ein.'
'Ich bin volljährig. Ihr könnt mich hier nicht einsperren.', fauchte Harry.
'Wir wollen beide nur dein Bestes', meinte Remus.
'Indem ihr mich hier einsperrt? Na schönen Dank auch. Dann geh ich jetzt und versteck mich unter der Bettdecke, damit mich die Slytherins nicht finden.', erklärte Harry und ließ die Kugel in seine Hosentasche gleiten und ignorierte das erneute warm werden.
Was bildete Remus sich eigentlich ein? Er hatte helfen wollen und selbst wenn Dumbledore dabei gewesen wäre, das hätte die Todesser sicher nicht abgehalten es zu versuchen. Und wieso in aller Welt hätten sie ihm vorher auflauern sollen? Keiner hätte wissen können, dass er ohne einen Lehrer das Schloss verlassen würde. Er hätte auch auf jedem anderen Weg, aus dem Schloss kommen können. Harry bog um die Ecke und starrte missmutig auf das Bild der Fetten Dame.
"Passwort?" fragte diese. Doch Harry antwortete nicht, er war gerade mit etwas anderem beschäftigt. Ron und Hermine würden ihn sicher fragen was Remus gewollt hatte. Er würde es erzählen und Hermine würde Remus sofort zustimmen. "Er hat Recht Harry. Es war gefährlich. Es IST viel zu gefährlich, noch mal allein das Schloss zu verlassen", hörte er ihre Stimme schon.
Und Ron? Na ja. Der würde sich sicher zuerst auf seine Seite schlagen, aber unter Hermines Blick dann doch die Seite wechseln, um sich nicht mit Hermine anlegen zu müssen. Und genau das konnte er jetzt nicht gebrauchen. Er würde sich nur noch mehr Aufregen.
"Passwort?" fragte die Fette Dame erneut, diesmal etwas misstrauischer.
"Ich hab es mit anders überlegt", sagte Harry und verschwand in den fünften Stock, ohne auf die Kommentare der Fetten Dame zu hören. An dem Wandteppich angekommen zischte er das Passwort und stieg hinab in Slytherins Privaträume. Hierher konnte ihm keiner folgen, hier hatte er seine Ruhe. Außerdem war er schon lang nicht mehr allein hier unten gewesen.
"Guten Abend, junger Lord", grüßte ihn das Portrait sah ihn dann fragend an. "Man hat euch verwundet?"
"Guten Abend, Lord Slytherin. Ja. Ein Angriff aus dem Hinterhalt. Der Mörder meiner Eltern, hat mir seine Handlanger auf den Hals gehetzt." Harry hatte sich schon bei seinem ersten Besuch vorgenommen, den Namen Voldemort vor Slytherin nicht zu erwähnen, falls dieser seinen Tarnnamen vor dem Schulgründer selbst genannt hatte. Immerhin hatte Harry diesen als seinen Vater ausgegeben und ihn für Tod erklärt.
"Hier? Im Schloss? Geben die Gelehrten denn keine Obacht mehr auf ihre Schützlinge?", fragte der Mann auf dem Portrait verwundert.
"Doch. Wir sind hier auf dem Schloss sogar sehr gut geschützt. Es ist außerhalb des Geländes passiert. Ich war auf dem Rückweg von einem…", Harry zögerte. Er war sich nicht sicher was er Slytherin erzählen durfte.
"Misstrauen ist etwas sehr Gesundes, junger Lord. Aber wir gehörten immerhin einer Familie an. Außerdem scheint es euch zu belasten?"
Harry seufzte. "Ich war auf dem Rückweg von einem Treffen. Wir müssen in der Schule einen Spion haben. Irgendwer, der die Anhänger des Unnennbaren… also dem Mörder meiner Eltern gesagt hat, dass ich allein, ohne Lehrer das Schloss verlassen habe. Und mein Freund macht sich Sorgen um mich. Er will nicht, dass ich das Schloss allein verlasse. Er verbietet es mir."
"Nun,… wenn ihr in solcher Gefahr schwebt, ist es da nicht wirklich klüger sich ein wenig bedeckt zu halten? Oder hattet ihr einen guten Grund das Schloss zu verlassen?" Harry ließ sich in den Sessel fallen und stöhnte.
"Informationen oder besser Vermutungen darüber, was der Unnennbare plant. Es war wichtig für den gegründeten Widerstand, um ihn aufzuhalten. Es ist auf dem Weg zurück ins Schloss passiert, während ein Lehrer bei mir war. Davor machen sie also auch keinen Halt. Und es gab keinen anderen Weg zu meinen Verbündeten zu kommen."
"Aus Euch spricht der Mut eines Gryffindors und eine eigene Gruppe zu gründen, ist die Verschlagenheit eines Slytherin. Es ist erstaunlich wie ihr diese beiden doch so verschiedenen Seiten kombiniert. Zu gern würde ich wissen was Lord Gryffindor dazu sagen würde.
Und was euren Freund angeht. Wenn er nicht sieht, dass euer Ausflug nötig war, solltet Ihr darüber nachdenken, ob er der Richtige ist", meinte das Portrait.
Harry schluckte. Sich von Remus trennen? Niemals.
"Ich liebe Remus und im Grunde weiß ich ja, dass er sich nur Sorgen macht. So wie ich mir auch um ihn. Aber deswegen muss er es doch nicht übertreiben. Ich verbiete ihm doch auch nicht vor die Tür zu gehen, weil ihm etwas passieren könnte", grummelte Harry.
"Dann bemüht Euch, um einen Kompromiss", schlug Slytherin vor. Harry nickte nur. Heute Abend würde das keinen Zweck haben. Er war noch viel zu aufgewühlt.
"Gibt es hier eigentlich Bücher über Merlin?", fragte Harry stattdessen. Das Portrait schien einen Moment zu überlegen.
"Ich meine ich hätte sie auf der obersten Ebene abgelegt. Leider weiß ich nicht mit mehr genau wo. Das Alter, verzeiht mir bitte."
"Sicher, my Lord. Ich werde sie schon finden", meinte Harry und stieg die Treppen hinauf. Oben angekommen warf er einen kurzen Blick über die Brüstung und war dankbar dafür, keine Höhenangst zu haben. Es ging hier ein ganzes Stück runter. Und dann sah er es. Der Teppich war nicht nur einfach Grün. Auf ihm prangte das Hauswappen der Slytherins. Von unten viel einem das gar nicht auf, weil es so riesig war.
Gedankenverloren streifte Harry dann die Reihen entlang und versuchte anhand der Titel auf Merlin zu stoßen. Leider gab es keinen einzigen Titel, indem direkt auf den Magier hingewiesen wurde. Und bei den vielen, die hier standen, würde es eine Ewigkeit dauern etwas zu finden. Willkürlich nahm er hier und da ein Buch heraus, fand aber keinen einzigen Hinweis auf den berühmtesten aller Magier.
Nach fast zwei Stunden stieg Harry wieder hinunter. Allein würde er hier nie etwas finden. Vielleicht sollten er mal wieder mit Hermine und Ron herkommen. Schließlich hatten sie schon mal etwas in den Pergamenten…
"Harry du Trottel", schimpfte er sich selbst und rannte zu dem Tisch, starrte auf die Pergamente, die dort lagen. Vielleicht hatte Tom Riddle damals etwas hier gefunden und es aufgeschrieben. Harry nahm sich den Stapel mit zum Kaminfeuer und machte es davor bequem, um ihn nach Merlin oder Excalibur zu durchforsten. Aber abgesehen von ein paar Verweisen auf Zauber die Merlin zu seinen Lebzeiten erfunden hatte, gab es hier nicht einen Satz in dem das Schwert erwähnt wurde.
Die meisten Pergamente beinhalteten irgendwelche Recherchen zu Ritualen oder irgendwelchen Zaubern. Das Interessanteste war noch ein Absatz in dem erklärt wurde, dass wenn ein Magier mordete sich die Seele für kurze Zeit spaltete. Und es einen Zauber gäbe, mit dem man diesen Teil außerhalb seines Köpers aufbewahren konnte. Wie genau das ging, stand dort aber nicht und Harry machte sich darüber auch keine weiteren Gedanken. Er suchte nach schließlich nach etwas völlig anderem.
Und? Wie war es? Ich freu mich schon auf eure Meinungen.
Nächste Woche werden wir dann mal einen kleinen Einblick in Harrys Recherche mit seinen Freunden bekommen. Aber auch malfoy hat wieder einen Auftritt.
Bis dann
eure Imo
