Rettung (aus) der Zukunft

Kapitel 45

Draußen kamen zur selben Zeit Todesser, die sofort angriffen und andere Gestalten in Muggelkleidung den Weg hoch gerannt. Sie schienen sich alles andere als zu fürchten und trugen auch keine Waffen, was Harry am Meisten wunderte. Doch dann sah Harry wie einer der Muggel von einem Fluch getroffen wurde, der ihm aber nichts anzuhaben schien. „Scheiße! Inferi", fluchte Harry und rannte geduckt in die Höhle hinein, um sich dort zu verstecken. Erstens hatte er keine Ahnung wie man mit Untoten fertig wurde, bei dem Absatz war er gestört worden und zweitens konnte er sich nicht auf einen Kampf und auf seine Kopie konzentrieren.

„Dummes Mädchen", lachte Voldemort und in der nächsten Sekunde schrie er schon „Avada Kedavra!" in Harrys Richtung. Der stieß, durch seine Kopie Remus bei Seite und wurde dann selbst von dem Fluch getroffen, löste sie sich auf. Ungesehen von den Feinden, da die Felsen ihn verdeckt hatten.

„NEIN!!!! HAARRYY!", schrie Lisa verzweifelt und rannte in Richtung der Felsen, während Voldemort scheinbar begeistert von seinem Triumph, auf alle losging. Die Ordensmitglieder sprangen aus ihren Verstecken hervor, ein Kampf entbrannte. Dumbledore kämpfte gegen zwei Todesser, einige aus dem Orden verteidigten den Eingang. Harry sah wie Remus Lisa packte und Richtung Eingang rannte.

„Draußen sind Inferi", schrie er zur Warnung und Voldemort wirbelte herum, aber durch den Widerhall war er nicht in der Lage herauszufinden, von wo die Stimme gekommen war.

„Du bist Tod, Potter. Ich habe dich getötet", schrie Voldemort wutentbrannt. Harry schlug das Herz bis zum Hals. Er würde sich nicht eher aus seinem Versteck wagen, bis Remus verschwunden war. Und hoffentlich blieb Remus weg. Hoffentlich ging er in den Grimmauldplatz und Sirius hielt ihn auf zurück zu kommen.

„Zeig dich du Feigling!", schrie Voldemort ein, anderes Ordensmitglied gegen die Wand schleudernd. Dann musste er sich aber plötzlich gegen Dumbledore wehren, der auf ihn losging. Harry spürte das Brennen der Luft, sah die Blitze hin und her zucken. Und bei einem Blick um die Ecke sah er, dass Remus gerade disapparierte. Flüche schlugen über ihm ein, aber es waren nur Querschläger. Keiner hatte ihn bisher entdeckt. Und sein Blick fixierte Voldemort und Dumbledore. Er hatte versprochen sich raus zuhalten. Aber dann sah er sich selbst an den Schulleiter heran schleichen.

„Stupor!", schrie Harry aus dem Versteck hervorspringend und der Todesser wich zurück. Voldemort sah ihn nur für eine Sekunde an und Dumbledore drängte ihn weg von ihm.

„Na? Wer ist denn so dämlich und lässt sich wegen diesem Theater so zurichten?", fragte Harry den Todesser vor ihm fixierend, und nicht darauf achtend was Dumbledore tat.

„Pah. Du bist genau so ein Mistkerl wie dein Vater. Er hat auch nie etwas Wertvolles in mir gesehen", zischte der Todesser. „Und jetzt? Jetzt ist er Tod!"

„Pettigrew", knurrte Harry und Wut stieg in ihm auf. Aber auch Sirius Rat hatte er nicht vergessen. Du musst einfach nur schlauer sein als er. „Dad er ja wohl auch nie einen Grund in dir etwas Wertvolles zusehen, oder?", fragte Harry provokativ. „Du hast ihn schließlich verraten und sein Vertrauen in dich Missbraucht! Ist es nicht ein großer Vertrauensbeweis, als Geheimniswahrer eingesetzt zu werden? Ist das nicht das wertvollste Geschenk was ein Freund einem anderen machen kann? Du warst es nie wert ein Rumtreiber zu sein. Nie", spie Harry ihm entgegen und richtete seinen Stab auf ihn. Er erwartete jeden Moment einen Angriff dieser Ratte und er war darauf vorbereitet mit allem zu kontern. Egal was er hinterher zu hören bekam. Er würde Peter notfalls auch mit schwarzer Magie Dingfest machen.

„Rückzug!", hallte in diesem Moment die Stimme des dunklen Lords durch die Höhle und die Wände leuchteten blau auf. Sekunden darauf ertönten mehrere Plopps. Pettigrew war der Einzige, der länger zögerte als die andere.

„Stupor!", schrie Harry in der Sekunde, in der der Todesser disapparierte. Der rote Blitz schlug in Felswand ein. Pettigrew hatte es ernst geschafft zu entkommen.

„Harry?", fragt Dumbledore.

„Mir geht es gut. Ich sehe nach Remus", sagte Harry knapp und disapparierte auch.

Sirius öffnete ihm mit gezogenem Stab die Haustür und seufze erleichtert auf. „Alles klar?" fragte er.

„Nein. Peter ist wieder abgehauen. Ist Remus hier?" meinte Harry.

„Ja. Und er macht mich fast wahnsinnig", sagte sein Pate und schob Harry in die Küche, wo er sofort von zwei Personen überfallen wurde. Lisa umklammerte sein Bein, während Remus ihm die Luft abschnürte. „Moony lass ihn am Leben", meinte Sirius und zog Remus zurück. Harry bückte sich zu Lisa herunter und nahm sie auf den Arm und das Mädchen klammerte sich schluchzend an seinen Hals.

„Sch. Ist ja gut. Alles ok. ich hab doch nicht mal eine Schramme. Er hat mich nicht getötet", flüsterte er und setzte sich auf einen Stuhl.

„Aber… aber…"

„Es war ein Trick Lisa. es war nur ein Bild, das von dem Todesfluch getroffen wurde. Mehr nicht. Ich stand auf der anderen Seite, weit weg davon", flüsterte Harry und Lisa klammerte sich schniefend an ihn.

„Wie sieht es aus?" fragte Sirius leise.

„Voldemort hat sich mit Excalibur verpisst. Der Orden kommt gleich. Mehr weiß ich nicht", sagte Harry leise.

„Er darf das Schwert nicht haben. Es gehört ihm nicht", schniefte Lisa.

„Wir werden es ihm wieder wegnehmen. Da mach dir keine Sorgen. Lange wird er das nicht behalten", flüsterte Harry und beobachtete dann wie der Orden in die Küche kam viele waren verletzt, mal schwerer mal nur ein paar Kratzer.

„Komm Lisa. Ich bring dich ins Bett", meinte Molly, die bei dem Anblick der blutenden Wunden das Mädchen besorgt angesehen hatte.

„Nein", sagte sie schon fast panisch und klammerte sich an Harrys Umhang.

„Lass sie, Molly", meinte Remus beschwichtigend und rutschte etwas näher zu Harry ran und strich dem Mädchen sanft durchs Haar.

„Sie sind wirklich ein Wunder, Mr. Potter. Zwei mal überleben sie den Todesfluch", meinte Dädalus Diggel beeindruckt.

„Ich wurde nicht getroffen", sagte Harry. „Ich habe mit dem Geminaris eine Kopie von mir erstellt. Sie wurde getroffen."

„Und warum bist du überhaupt gekommen?" fragte Bill Weasley aufgebracht. „Ich dachte es war klar, dass du im Schloss bleibst."

„Professor Trelawney hat eine echte Voraussage gemacht. Ihre Dritte damit", erklärte Dumbledore und sah Harry an. „Wie war der Wortlaut?"

„„Eine düstere Zukunft erwartet uns, denn der dunkle Lord ist seinem Ziel nahe. Ab heute Nacht wird das legendäre Schwert ihm gehören. Der Auserwählte wird in dieser Nacht alles verlieren", sagte Harry und sah dann auf zu Sirius. „Tut mir leid, dass ich dich angeschrieen habe."

„Schon gut. Du hast ja Recht. Du bist kein kleiner Junge mehr. Du wirst Erwachsen und willst uns helfen. Aber du musst auch uns verstehen. Wir alle wollen dich schützen, auch wenn dir das nicht immer passt", sagte Sirius.

„Also ich fand den Trick mit dem Geminaris gelungen. Du-weißt-schon-wer hat ganz schön dumm aus der Wäsche geguckt, als du uns gewarnt hast", lobte Elphias Dodge ihn.

„Ich denke er wird ziemlich schnell rausbekommen was Harry getan hat", stellte Dumbledore fest.

„Weißt du eigentlich welcher der Todesser dich Kopiert hat?", fragte dann der Weihnachtsmann-ähnliche Zauberer. „Du hast ja ziemlich viel mit ihm gesprochen."

„Peter Pettigrew", knurrte Harry.

„Und was hattest du mit dieser Ratte zu bereden?", fragte Sirius entgeistert.

„Harry hat das getan, was auch sein Vater getan hätte. Er hat ihm ins Gewissen geredet. Es ist nämlich tatsächlich ein großer Vertrauensbeweis zum Geheimniswahrer gemacht zu werden und eine Schande dieses Vertrauen so zu missbrauchen", meinte Dumbledore.

„Die Wortwahl war aber sicher nicht so förmlich, oder?", meinte Elphias Dodge.

„Nein. Aber es hat seine Wirkung nicht verfehlt. Peter war geschockt darüber", erklärte der Schulleiter weiter.

Dann gab es noch eine kurze Bestandaufnahme welche Todesser erkannt wurden. „Ich denke wir sollten dann zu Bett gehen", schlug Dumbledore vor und sah Harry an, der sich mit der schlafenden Lisa an Remus gelehnt hatte. „Bleib du über Nacht hier, das wird auch Lisa beruhigen. Remus ich gehe davon aus, dass du Harry morgen zurück ins Schloss bringst?"

„Sicher", meinte der. Die Küche leerte sich zusehends und zurück blieben nur Molly, Sirius, Remus und Lisa. „Geht es dir gut?" fragte Remus leise.

„Ja. Nichts passiert", sagte er. „Ich… ich hatte nur eine Scheißangst nachdem Trelawney gesagt hat…"

„Sch…. Schon gut Harry. Ich versteh dich", meinte Rems und strich dem Gryffindor behutsam über den Kopf.

Dann kam Dumbledore überraschenderweise zurück in die Küche. „Molly. Lass uns bitte allein. Ich muss noch etwas Persönliches mit Harry klären", bat er.

„Ok. Harry, gib du mir die Kleine Ich bring sie ihn ihr Bett", bat Molly.

„Lieber in mein Zimmer, oder… hast du was dagegen Remus?"

„Nein. Ich denke es ist sogar besser, wenn sie bei uns schläft", sagte er.

„Sollen wir auch gehen?" fragte Sirius dann, nachdem Molly gegangen war.

„Nein. Ich denke nicht dass es nötig ist. Ich würde nur gern die ganze Voraussage hören", meinte Dumbledore und sah Harry an.

„Wie die ganze? Du hast nicht gerade alles gesagt?" fragte Remus verwundert. Harry seufzte schwer. Aber er wollte dass man ihm endlich vertraute und das würde wohl nur gehen, wenn er offen war. Zumindest in gewissen Punkten. Außerdem lebte Remus und Sirius war auch nichts passiert. Es gab also gar keine Gefahr, dass er sich verlieren würde in der schwarzen Magie. „Harry?" meinte Sirius eindringlich.

Eine düstere Zukunft erwartet uns, denn der dunkle Lord ist seinem Ziel nahe. Ab heute Nacht wird das legendäre Schwert ihm gehören. Der Auserwählte wird in dieser Nacht alles verlieren. Erfüllt von Hass, Enttäuschung und Trauer wird er in die dunkle Seite der Magie versinken. Und nach einem schwarzen Krieg wird der Auserwählte zu einem noch grausameren Herrscher aufsteigen, als es der dunkle Lord je war", wiederholte Harry die Prophezeiung der Frau.

„Das ist nicht dein ernst", meinte Sirius leise. Harry aber sah Dumbledore an und der nickte. „Albus. Ich würde gern mit Severus sprechen. Unbedingt", sagte sein Pate dann.

„Ich weiß bereits, dass er Harry in schwarzer Magie unterwiesen hat", meinte Dumbledore ruhig, „Und ich habe ihm meine Meinung dazu gesagt."

„Und du meinst er lässt das bleiben? Also bei allem Respekt, auch Severus gegenüber, er hat seinen eigenen Kopf und er ist ein Slytherin", meinte Sirius.

„Er hält sich aber daran, weil er keinen Ärger will", sagte Harry und unterdrücke ein Gähnen.

„Und du?", fragte Dumbledore. Harry sah Dumbledore trotzig an.

„Ich habe nicht vor ihnen zu verfallen, Sir. Und das wissen Sie. Außerdem leben Remus und Sirius, die für mich alles bedeuten, ebenso wie meine Freunde. Also kann sie gar nicht zutreffen, denn die Prophezeiung bezog sich auf heute Nacht", sagte Harry.

„Du wirst trotzdem die Finger davon lassen", mahnte Sirius streng. Harry sah seinen Paten nachdenklich an.

„Ich dachte du hältst mich nicht für schwach", sagte er dann.

„Das hat damit nichts zu tun", gab Sirius zurück.

„Das irrst du dich", meinte Remus.

„Moony?! Willst du Harry es etwa erlauben?", fragte Sirius verdattert.

„Du weißt genau was ich von den Dunkeln Künsten halte", sagte Remus ernst.

„Und was meinst du dann?", fragte Sirius aufgebracht.

„Vertrauen", erklärte Dumbledore und nickte Harry zu. Sirius sah von einem zum anderen und auch Remus nickte, als der Blick seines Paten an ihm hängen blieb.

„Harry ist kein kleiner Junge mehr. Er will, dass wir ihn für voll nehmen. Dass wir ihn wie einen Erwachsenen behandeln, ihm vertrauen. Er will, dass wir ihn unterstützen und nicht einfach nur beschützen", meinte Remus. Sirius seufzte tief.

„Ich bin trotzdem dagegen, dass er schwarze Magie lernt. Nicht weil ich dich für schwach halte", kam sein Pate ihm zuvor. „Weil du sie nicht brauchst. Du hast ein gutes Herz, Harry. Bewahre dir deine Unschuld solange du kannst. Es gibt so viel anderes, was du lernen kannst. Dinge, die nichts mit schwarzer Magie zu tun haben, aber genau so mächtig sind." Harry seufzte auf.

„Ich verspreche dir, ich lass die Finger davon." Es hatte eh keinen Sinn sich jetzt auf eine Diskussion einzulassen und wenn er ehrlich war, wollte er schwarze Magie immer noch nicht wirklich lernen. Er hatte sich immer nur die grauen Flüche aus Snapes Buch herausgesucht. Oder eben praktische Dinge, wie der Geminaris.

„Ich denke wir sollten alle zu Bett gehen und uns ausschlafen. Wir sehen uns morgen in der Schule, Harry", meinte Dumbledore und ging dann auch.

„Na komm Harry. Lisa wartet sicher schon", sagte Remus lächelnd und ging dann mit Harry auf sein Zimmer. Lisa lag wach in Harrys Bett, an dem Molly saß und sie scheinbar zum einschlafen bewegen wollte. „Geh du auch zu Bett Molly. Wir sind ja hier", sagte Remus und beförderte Rons Mutter aus dem Zimmer. Die beiden Männer hatten sich schnell umgezogen und Harry legte sich in die Mitte des großen Bettes und Lisa kroch ganz dicht zu ihm ran.

„Ich pass auf dich auf", flüsterte er ihr zu. „Voldemort wird dir nie mehr etwas antun."

Den nächsten Tag verbrachte Harry größten teils bei Lisa. Das Mädchen hatte einfach zu große Angst allein gelassen zu werden. Remus blieb auch immer irgendwie in der Nähe. Der Abschied am Abend war dann eine ziemliche Anstrengung, denn Lisa wollte Harry nicht gehen lassen. „Hör mal Lisa. Wir beide können uns doch jederzeit sehen", meinte Harry.

„Und wie?", schniefte das Mädchen.

„Sirius hat da einen ganz tollen Spiegel über den wir uns immer Unterhalten können. Den leiht er dir bestimmt mal aus."

„Ja?", fragte Lisa in Sirius Richtung.

„Sicher", meinte Sirius grinsend. Harry nickte seinem Paten zu und verabschiedete sich auch von ihm und Lily, die er auf dem Arm hatte. Sie war in der Zwischenzeit ziemlich groß geworden und konnte schon sprechen. Außerdem schien sie eine Vorliebe dafür gefunden zu haben Sirius in den Haaren zu ziehen. Remus grinste immer wieder darüber.

„Wie vorteilhaft doch ein Kurzhaarschnitt ist", meinte er. „Na komm Harry. Wir müssen. Sonst kommst du noch zum Abendessen zu spät", sagte er dann und trat raus auf die Straße.

Das Dorf war wie leergefegt. Keine Menschenseele trieb sich mehr herum. „Kommst du übermorgen her?", fragte Harry hoffnungsvoll.

„Harry das ist…"

„Wir gehen in den Wald und bleiben auch unter den Schutzzaubern. Versprochen. Außerdem bist du völlig ungefährlich und ich kann die Gelegenheit nutzen und mich mit meinem Tiger auf Kampfsituationen einstellen." Remus sah ihn entsetzt an.

„Du willst gegen mich… Harry das ist Wahnsinn."

„Aber das beste Training. Dann muss ich nicht die Kontrolle aufgeben. Und wegen ein paar Kratzern musst du dir keine Sorgen machen. Ich werd mir was aus der Krankenstation stibitzen. Hab ja in den letzten zwei Wochen genug mit Snape hergestellt und durfte auch lernen was wozu gut ist."

„Harry, das ist verrückt. Das ist absolut verrückt", meinte Remus. „Wir werden Ärger bekommen."

„Nein. Ich hab eine Erklärung für Dumbledore, die er schon schlucken wird. Es sei denn er legt wert darauf, dass ich mich mit einem Slytherin anlege, der sich in einen Bären verwandeln kann und der seine Instinkte nicht unter Kontrolle hat. Und es wird dich doch niemand sehen." Remus seufzte tief.

„Also schön. Ich werde kommen. Wir treffen uns um halb zehn an der Weide. Du musst mich nur rauslassen", gab Remus nach.

„Du bist ein Engel", stellte Harry fest und drückte ihm sanft einen Kuss auf den Mund. Dann sah er zu wie ein großer Hund über das Gelände galoppierte. „Was ist das eigentlich?", fragte Harry.

„Ein Patronus der Nachrichten übermitteln kann. So verständigt sich der Orden. Unverwechselbar und nicht zu kopieren", erklärte Remus.

„Verstehe. Und du rufst jetzt wen?", fragte Harry.

„Hagrid. Nur die Lehrer wissen wie der Schutz aufgehoben werden kann, der das Tor schützt."

„Harry. Da bist du ja. Ron und Hermine suchen dich schon. Komm! Das Essen fängt gleich an."

„Pass auf dich auf, Moony", meinte Harry und küsste ihn noch mal innig.

„Du auch Flocke", lachte Remus und verschwand dann den Weg runter.

„Hätte nie gedacht das ausgerechnet Remus… aber wenn man darüber nachdenkt. Er hatte nie was mit Mädchen", meinte Hagrid auf dem Weg ins Schloss.

Die nächsten zwei Tage vergingen wie im Flug. Noch am selben Abend hatte Harry sich ein paar Heilsalben aus Madam Pomfreys Vorräten geklaut, nachdem er Hermine gefragt hatte, welche genau es sein müssten, damit er auch wirklich die Richtigen erwischte. Mit seinem Tarnumhang war das ganze ein Kinderspiel gewesen und Madam Pomfrey hatte angenommen Peeves hätte es gewagt ihre geheiligten Hallen zu betreten. Ron und Hermine waren nicht all zu begeistert davon, dass Harry sich wieder die ganze Nacht mit Remus im Wald herumtreiben würde und Ron wollte sie sogar begleiten, aber Harry hatte dies rigoros abgelehnt, immerhin mussten sie ihn decken, falls ihn jemand suchte.

Pünktlich um halb zehn war Harry an der Weide und ließ Remus unter dem Baum hervorkommen. Sofort warf er dem Wolf seinen Tarnumhang mit über und schlich mit ihm zum Wald.

„Eine Minute", bat Harry und verstaute seinen Umhang in seine Tasche, in der er auch die Salben hatte, versteckte ihn unter einem Gebüsch und versah ihn mit einem „Ich finde das Versteck" Zauber. „So mein großer. Jetzt können wir", grinste er Remus an und verwandelte sich. Remus knurrte zutraulich und schmiegte seinen Kopf an Harrys, ehe er davon sprang und Harry ihm in die tiefen des Waldes folgte. Sie begegneten einigen Thestralen und einem Zentauren, der sie abfällig musterte. Remus führte ihn geradewegs zu einer Lichtung und baute sich dann ihm gegenüber auf. Harry atmete einmal tief durch und machte sich dann bereit den Angriff abzuwehren. Das sollte sich doch als gar nicht so leicht herausstellen. Remus war alles andere als ungeübt mit seiner Tigergestalt und Harry hatte sichtlich Mühe gegen den Werwolf, der ihn einige Male erwischte, sowohl mit Krallen, als auch mit seinen Zähnen. Nur gut das für ein Tier, oder auch einen Menschen in Tierform, der Biss eines Werwolfs ungefährlich war, abgesehen davon, dass Remus auch nicht richtig zubiss. Sie tänzelten um einander herum, mal griff Harry an, mal Remus, aber immer war es am Ende der Werwolf, der die Oberhand hatte. Blutend und schweißgebadet sank Harry nach einer Ewigkeit für ihn auf den feuchten Boden und gab auf. Er konnte einfach nicht mehr.

Remus kam langsam auf ihn zugetapst und leckte vorsichtig einige der Wunden, die er Harry zugefügt hatte. Harry ließ ein sanftes Schurren hören, damit Remus wusste, dass ihm diese Behandlung gefiel und später tat er es dann gleich. Denn auch er hatte Remus einige Male erwischt. Anschließend erkundeten sie den Wald. Trafen auf Einhörner, Hippogreife und einige kleinere Geschöpfe, die Harry nicht mal beim Namen kannte. Aber keine davon schien ihm etwas antun zu wollen.

Im Laufe der Nacht versuchte Harry es noch zwei Mal mit Remus aufzunehmen, erfolglos. Selbst das er ihn von hinten überraschte, reichte nicht aus um die Oberhand zu behalten. Als es dann auf den morgen zuging, witterte Harry plötzlich wieder den zweiten Werwolf, ebenso wie Remus. Mit der Nase über dem Boden folgte Harry der Spur und Remus folgte ihm.

Ein wenig wunderte es ihn schon, wieso Remus ihn nicht aufhielt, aber andererseits wollte sein Freund vielleicht auch wissen, wer sich hinter dem zweiten Werwolf an dieser Schule verbarg. Plötzlich hallte ein Aufschrei durch den Wald und Harry erstarrte. War da etwa ein Mensch in der Nähe? „Nightmare. Was soll das!?", schrie die Stimme dann plötzlich. „Jetzt bin ich patschnass!"

So leise wie möglich tapste Harry gefolgt von Remus an die Büsche, die in der nähe des Flusses standen heran. „Na wenigstens sind auch deine Sachen nass. Selbst Schuld. Und trocknen darfst du sie auch wieder", sagte Linnéa, die mit dem Rücken zu ihnen stand.

„Was zum Kuckuck sucht sie hier?", fragte Harry sich und versuchte eine andere Position zu finden in der er sie besser sehen konnte. Doch leider knackte ein Ast unter seinen Füßen.

„Da bist du also. Na warte", meinte Linnéa sich zu ihnen umdrehend, aber im selben Moment fing Remus neben ihm an zu zucken und zu wimmern. Harry musste zusehen, wie sein Freund sich langsam und qualvoll zurückverwandelte. Schwer atmend blieb Remus nahezu regungslos liegen.

„Remorphosis! Incendio!" Harry wurde zurück in seinen Körper gezwungen, während vor ihm der Busch in Flammen aufging. „Harry?" fragte Linnéa entsetzt.

„Und Remus Lupin", meinte Saphira, die Linnéa von hinten einen Umhang aus der Hand nahm und ihn trocknete. „Wo ist der Rest meiner Sachen?" fragte sie.

„In der Tasche. Allesamt nass. Du musstest mich ja von hinten anspringen", sagte die Ravenclaw pikiert.

„So langsam müsstest du doch wohl wissen, dass ich ein verspieltes Kind bin an Vollmond. Du Harry. Du solltest deinem Freund da zumindest deinen Umhang geben", meinte sie und Harry sah auf Remus, der sich gerade mühsam aufsetzte und splitternackt war. Schnell streifte er sich den Schulumhang ab und warf ihn Remus über, um ihn danach mit einem Wärmezauber zu belegen und ihn auch etwas größer werden zu lassen.

„Was suchst du hier, Harry?" fragte Linnéa die Remus kurz mit einem schmerzlichen Blick gemustert hatte.

„Das könnten wir euch auch fragen", meinte Remus und stand auf, um sich den Umhang richtig anzuziehen.

„Ich denke wir machen hier alle das gleiche", sagte Saphira und kam auf sie zu. „Hier. Trinken sie. Das wird gegen die Erschöpfung helfen", meinte Saphira und reichte Remus eine Kristallphiole mit silberner Flüssigkeit. Lin sah ihre Freundin dabei lächelnd an.

„Willst du meinen haben?"

„Nein. Trink du. Ich hab im Turm noch welche. Aber der Vorrat geht langsam zur Neige. Drei hab ich noch und einen bekommt Harry."

„Das macht nur noch einen, aber wir haben ja 28 Tage. Das bekommen wir sicher hin", meinte Linnéa und trank die gleiche Flüssigkeit, die Remus zitternd in den Händen hielt aus.

„Keine Sorge. Da ist nicht die Spur von Silber drin. Sonst wäre ich schon längst nicht mehr am Leben", meinte Saphira.

„Ich denke ich verzichte trotzdem", bemerkte Remus und reichte dem Mädchen den Trank zurück. Die kicherte verhalten und nahm Lin ihre Phiole ab und teilte die zweite auf. Eine davon trank sie selbst aus. Man sah im fahlen Licht, das durch die Bäume viel, sah man sofort die Veränderung. Sie wirkte nicht mehr müde, sondern kräftiger und ausgeruhter.

„Hier. Trinken Sie, Mr. Lupin. Es wird ihnen sicherlich gut tun", sagte Saphira und reichte ihm die Phiole erneut. Remus sah Harry fragend an und der wusste echt nicht was er davon halten sollte. Absolut nicht.

„Na schön", sagte Remus dann und trank die Phiole aus. Sein Gesicht war deutlich erstaunt, neben dem was Harry auch schon bei Saphira gesehen hatte.

„Wow. So eine Wirkung und dann schmeckt er auch noch, aber… ich hab davon noch nie gehört", bemerkte Remus dann.

„Kontakte ins Ausland", sagte Saphira. „Der Trank ist bei uns noch nicht veröffentlicht, weil die Regierung ihn erst ausgiebig testen will. Mein Vater hat diplomatische Beziehungen nach Japan. Da kommt er her. Ein Freund hat ihm das Rezept gegeben, nachdem er erfahren hat, dass ich ein Werwolf bin", erkläre Saphira, die sich mittlerweile ganz angezogen hatte.

„Und das soll ein Geheimnis bleiben", erklärte Linnéa.

„Sie werden es keinem erzählen. Mr. Lupin weiß selbst viel zu gut, was es heißt, deswegen verachtet zu werden und Harry halte ich für klug genug, dass er darüber den Mund hält", meinte Saphira.

„Nur wenn du uns beide hier nicht gesehen hast", sagte Harry und Saphira grinste ihn an.

„Ich denke damit kann ich leben. Wir sehen uns gleich beim Frühstück. Ich leg dir eine Phiole aufs Bett", sagte sie und verschwand mit Linnéa durch den Wald.

Remus zog Harry mit in die andere Richtung zur Heulenden Hütte. „Vertraust du ihr?" fragte er unterwegs. Harry seufzte schwer.

„Ich kenn sie nicht besonders gut. Sie ist nur mit Linnéa und John, einem Slytherin zusammen. Aber ich denke nicht, dass sie uns verrät. Für sie steht sehr viel mehr auf dem Spiel, als für mich. Dumbledore wird mir nur ins Gewissen reden und mir eine Strafarbeit aufbrummen. Wenn Hogwarts hinter ihr Geheimnis kommt, ist das das größere Problem."

„Hmm. Da hast du Recht. Wie heißt sie eigentlich genau?"

„Saphira McAllister. Ihre Freundin Linnéa Anderson und der Slytherin John-Peter Smith. Ich weiß nur, dass sie aus Irland kommen und ihre Eltern sie bisher Privat unterrichtet haben."

„Na dann. Sieh zu, dass du ins Schloss kommst. Ich werd wieder abhauen in den Grimmauldplatz", sagte Remus und drehte nachdenklich das Röhrchen in den Fingern. Ein kleiner Rest der Flüssigkeit war noch darin. „Gibst das doch mal Severus und sag ihm er soll da bitte mal in seine Bestandteile zerlegen. Mich interessiert was da drin ist. Denn ich hab schon so einige Tränke probiert und nichts hat geholfen und von einer Entdeckung aus Japan weiß ich auch nichts", sagte Remus.

„Gut. Mach ich, hoffentlich reißt er mir nicht den Kopf ab", meinte Harry kramte seine Tasche hervor.

„Warte ich helfe dir", sagte Remus und versorgte Harrys Kratzer am Rücken.

„Und deine?" fragte der Gryffindor.

„Das macht Tatze gleich. Wir haben da auch so unsere Mittelchen. Hat er schon früher gemacht", erklärte Remus verschmitzt grinsend.

Eine halbe Stunde Später setzte sich Harry dann an seinen Haustisch, Saphira gegenüber. Die meisten Schüler, so auch Ron und Hermine schliefen noch, daher war noch nicht all zu viel los. „Und? Trank genommen?", fragte das Mädchen leise.

„Ja. Danke. Wirkt echte Wunder. Die sollten sich echt mal eine Geschmacksverbesserung für alle Tränke einfallen lassen", meinte Harry.

„Könnte nicht schaden. Vor allem der Banntrank könnte besser schmecken, aber was nicht ist, kann noch werden", meinte sie und grinste Linnéa an, die ihr zunickte und dann aufstand und verschwand.

„Kommuniziert ihr telepatisch, oder was?" fragte Harry spontan. Saphira prustete ihn ihrem Sanft.

„Nein", meinte sie kichernd. „Es ging nur um etwas das wir schon auf dem Rückweg hierher besprochen haben." Harry nickte verstehend auch wenn er sich da nicht so ganz sicher war. Er vermutete eher, das Linnéa wieder einmal spurlos verschwand. Gern hätte er seine Theorie überprüft, aber erstens war die Karte bei Ron und Hermine und auch wenn sie das nicht wäre, könnte er sie wohl schlecht hier in am Frühstückstisch ausbreiten. Also musste er sich mal wieder geschlagen geben. Es dauerte aber nicht lang da kamen seine Freunde dann doch schon zum Frühstück.

„Na. Auch schon wach?" grinste Harry den gähnenden Ron an.

„Ich könnte noch Stunden schlafen. Hermine wollte zum Frühstück", meinte er.

„Du hättest ja liegen bleiben können", gab Hermine giftig zurück.

„Was sich liebt das neckt sich", meinte Saphira grinsend und stand auf. „Und da sollte man nicht stören. Harry vergiss unsere Abmachung nicht", sagte sie und verschwand.

„Abmachung? Was für eine Abmachung", fragte Ron und auch Hermine sah ihn verwundert an. Aber Harrys Blick war eher auf John gerichtet, der sie ihrerseits ganz genau beobachtete.

„Darf ich nicht sagen, Leute", meinte er dann und aß weiter.

„Harry?" fragte Ron deutlich neugierig aber Hermine schien begriffen zu haben. „Lass gut sein Ron. Wenn Harry nicht will, lass ihn."

Eine halbe Stunde später verließ Harry mir seinen Freunden die Große Halle und machte sich auf den Weg in die Kerker. „Was willst du denn da?" fragte Ron verwundert.

„Snape um etwas bitten", meinte Harry und klopfe an die Bürotür an.

„Herein", erklang es genervt.

„Guten Morgen, Sir. Ich soll sie um etwas bitten, von Remus", erklärte er und zog die Phiole hervor. „Er würde gerne wissen woraus das besteht."

„Ich hab ja auch nichts besseres zu tun", knurrte Snape, nahm Harry die Phiole aus der Hand und hielt sie ins Licht und Harry machte sich schnell ans gehen, nicht das Snape noch fragen stellte. Aber der schien ziemlich schlecht gelaunt zu sein und froh darüber, dass er schnell wieder seine Ruhe bekam.

Dann zog Harry seine Freunde mit in den siebten Stock und verwandelte den Raum der Wünsche in ein Wohnzimmer. „Also Harry? Was ist das mit Saphira?" fragte Hermine.

„Remus und ich haben sie heute Morgen im Wald getroffen. Sie ist ein Werwolf", sagte Harry und Ron riss den Mund auf.

„Ein Werwolf?" fragte Hermine.

„Ja. Und sie will, dass ich darüber schweige. Sonst verpetzt sie auch meinen Ausflug mit Remus", sagte er.

„Aber… Dumbledore muss das doch wissen!", sagte das Mädchen entsetzt.

„Linnéa war auch bei ihr, sie wird also garantiert den Banntrank genommen haben und den braut Snape ihr. Er ist der einzige, der das hier kann. Er weiß es also schon", sagte Harry.

„Also… ich weiß nicht", meinte Hermine.

„Er muss es wissen, oder glaubst du, Snape braut auf Bitten einer Schülerin den Banntrank, ohne dass Dumbledore das weiß?", fragte Harry.

„Nein das nicht aber…"

„Und Dumbledore hat es doch schon mal gemacht. Denk an Remus. Er ist auch hier hergegangen, obwohl er ein Werwolf ist", bemerkte Ron.

„Genau. Außerdem ist das nichts Verbotenes, auch wenn Dumbledore es nicht weiß. Sie war ganz sicher ungefährlich. Linnéa stand als Mensch direkt bei ihr", sagte Harry.

„Ihr habt ja recht", seufzte Hermine. „Kommt. Wir müssen noch Hausaufgaben machen", sagte sie.

Harry nahm das allerdings ziemlich skeptisch zur Kenntnis. Er kannte Hermine einfach zu gut um zu wissen, dass sie das einfach so auf sich beruhen ließ. „Egal was du tun willst, geh damit nicht zu Dumbledore. Ok?", bat er.

„Schon gut Harry. Ich geh damit zu keinem Lehrer. Ich hab da noch eine andere Idee", sagte sie. Was Hermine für eine Idee hatte wollte sie aber auch in den nächsten Tagen nicht sagen. Dafür ließ sie Harry aber am nächsten Montagabend einen Zettel beim Quidditchtraining zukommen. Er wäre beinahe vom Besen gefallen las das Stück Papier, welches neben ihm brüllend wie ein Nebelhorn aufgetaucht war.

„Verdammt Harry. Was war denn das?" fauchte Katie.

„Eine Erinnerung", sagte Harry und steckte missmutig den Zettel ein, um ihn dann in einem unbeobachteten Moment zu lesen.

Kommt nach dem Training in die Eulerei. Hab etwas gefunden

„Oh man und darum macht sie so ein Aufhebens", seufzte Ron beim Duschen.

„Das ist eben Hermine. Komm. Wir sollten uns beeilen, nicht dass hier noch so ein Zettel auftaucht", meinte er. Auf dem Weg ins Schloss bestand Ron drauf vorher in die Küche zu gehen, um sich eine Kleinigkeit zu essen zu holen. „Wer weiß, wie lang Hermine braucht", mampfte er auf dem Weg nach oben.

„Das seit ihr ja endlich. Warum hat das denn so gedauert?", meinte ihre Freundin missmutig.

„Wir waren noch duschen und Ron hatte Hunger", sagte Harry und Hermine warf ihrem Freund einen genervten Blick zu.

„Was hast du denn?" fragte Harry, doch bevor Hermine Antworten konnte kam eine schwarze Eule auf Harry zugeflogen und landete auf seiner Schulter. „Hey. Black Moon. Bist du mal wieder den Kontrollen ausgewichen", schmunzelte Harry und band der Eule den Brief vom Bein. Sie kniff ihm noch einmal zutraulich ins Ohr und hob dann ab.

Harry, der den Brief gerade auseinander faltete sah verwundet auf als Hermine: „Remorphosis", rief und es daraufhin einen Aufschrei gab. Linnéa war ziemlich unsanft auf dem Boden gelandet und starrte Hermine wütend an.

„Bist du von allen guten Geistern verlassen?", fauchte sie, während sie aufstand. „Du weißt doch dass man einen Vogelanimagus nicht im Flug in seine menschliche Form zwingt." Dann klopfte sie sich den Staub aus dem Umhang, aber Harry hatte aus seiner Position gesehen, dass sie ihren Zauberstab zog und rief: „Expelliarmus!", um Schlimmeres zu verhindern.

Linnéa sah ihn zunächst entgeistert an und grinste dann. „Gut beobachtet. Das Training mit Onkel Sev bringt also doch was", meinte sie.

„Onkel Sev?", fragte Ron und verzog angewidert das Gesicht während Hermine mit den Augen rollte und dann auf den Brief in Harrys Hand deutete. „Woher bekommt ihr diese Informationen?"

Linnéa seufzte und murmelte leise: „Ich hab dich gewarnt, Saphi." Dann sah sie Harry lächelnd an: „Kommt mit. Ich hab keine Lust euch das alles allein zu erklären. Saphira und John können die Suppe mit auslöffeln. Sie warten im Falkenturm auf mich", meinte das Mädchen und ging voran. Harry sah seine Freunde für einen Moment fragend an und folgte ihr schließlich auch wenn er keine Ahnung hatte, wohin es ging. Von diesem Turm hatte er noch nie etwas gehört. Aber seine Neugierde war einfach größer, als seine Bedenken.

Linnéa lief zunächst Richtung Ravenclaw, bog kurz vorher links ab. Es ging mehrere verwinkelte Gänge entlang und nach einer kurzen Wendeltreppe blieb sie vor einem Wandteppich stehen. Den Schob sie zur Seite und klopfe drei Mal gegen eine Eichentür.

Es dauerte einen Moment bis diese aufschwang und Saphira sie verwundert ansah. „Wieso kommst du nicht durchs Fen… Harry was wird das denn?", fragte sie ihn, da er seinen Stab auf sie gerichtet hielt.

„Hermine hat mich enttarnt", meinte Linnéa und schob sich an ihrer Freundin vorbei in den Raum. „Und jetzt wollen die drei Antworten. Ich hab dir ja gesagt wir hätten ihm und Onkel Remus das Gedächtnis verändern sollen." Dann ließ sie sich auf eines der blauen Kissen fallen, die wohl als Sitzmöbel dienten. Das Zimmer war mittelgroß, mit einem dunkelblauen Teppich ausgelegt und im Kamin prasselte ein Feuer. Möbel gab es hier ebenso wenig wie Portraits.

„Deinen Zauberstab", meinte Hermine hinter Harry.

„Ihr seit aber vorsichtig", lachte ihre Hauskameradin und reichte das Stück Holz.

„John, deinen auch", sagte der Schwarzhaarige. Er hatte den Slytherin zwar noch nicht gesehen, aber Linnéa hatte vorhin schon in der Mehrzahl gesprochen, also musste er auch hier sein. Der Slytherin trat seufzend aus der Ecke und gab auch seinen Stab ab. Erst jetzt betrat Harry mit seinen Freunden ebenfalls das Zimmer.

„Woher bekommt ihr diese Informationen?", fragte Hermine noch mal und deutete auf den Brief den Harry immer noch in der Hand hielt.

Saphira ließ sich genau wie John zu Linnéa auf den Boden gleiten und sah die drei an. „Ich würde euch ja gern erst Mal einen Platz anbieten, aber da ihr mich entwaffnet habt müsst ihr euch wohl selbst die Kissen beschwören", sagte sie. Harry warf Hermine einen Blick zu die genervt mit den Augen rollte und drei Mal den Stab schwenkte. Wie aus dem Nichts fielen drei rotgoldene Kissen auf den Boden. „Danke und jetzt setzt euch doch bitte. Wir werden euch alles erklärten."

„Aber steckt bitte die Stäbe weg. Die machen mich nämlich grundsätzlich nervös", fügte Linnéa hinzu.

„Und versiegelt bitte die Tür. Nicht dass wir einen ungebetenen Lauscher haben. Denn das muss nun wirklich nicht sein", meinte John dann noch.

„Sonst noch wünsche?" fragte Hermine, die wie selbstverständlich den Zauber ausgeführt hatte. Harry behielt die drei fest im Blick. Immerhin hatte er sie bei dem Angriff auf Hogsmeade Kämpfen sehen. Und er traute ihnen durchaus zu auch stablose Magie zu beherrschen. Selbst wenn sie sie noch nie gezeigt hatten.

„Und jetzt sagt schon. Gehört ihr zu den Todessern?", drängte Ron und Linnéa lachte auf.

„Wir? Todesser? Du spinnst wohl total was? Die haben meine Eltern ermordet. Ich sterbe lieber, als das ich mich ihnen anschließe."

„Deine Eltern sind Tod?", fragte Hermine leicht entsetzt.

„Nicht nur ihre, Hermine", sagte Saphira tauig lächelnd. „Auch meine und Johns."

„Aber…", begann Ron, doch Harry unterbrach ihn.

„Ihr habt gelogen." Saphira lächelte.

„Ja. Genau gesagt, ist unsere gesamte Lebensgeschichte erlogen. Das einzige wahre an allem sind unsere Vornamen."

„Und wer seid ihr dann wirklich?", meinte Ron mit gerunzelter Stirn. Linnéa seufzte leise auf.

„Willst du das wirklich, Saphi?"

„Ja. Es geht nicht anderes. Sie werden es sicher verstehen wenn wir ihnen alles sagen."

„Alles?" fragte John.

„Alles was wir wissen, ja. Es hat sich doch eh alles verändert", meinte die Gryffindor und sah dann Harry an. „Wir werden euch alles erzählen. Aber eine Bitte, unterbrecht uns nicht. Hört einfach nur zu. Es fällt nicht leicht darüber zu sprechen." Harry nickte leicht, gespannt was jetzt wohl kommen würde.

„Ich denke wir sollten erst mal mit unseren Identitäten aufräumen", begann sie und sah kurz zu ihren Freunden, die beide nickten.

„Vergesst das Smith", begann John. „Mein Nachname ist Pettigrew. Und bevor du fragst Hermine. Ja. Peter Pettigrew ist… nein war mein Vater." Harry hatte es die Sprache verschlagen. John hatte so gar keine Ähnlichkeit mit dem Pettigrew, den er kannte und auch nicht mit dem jungen Peter.

„Ich heiße nicht McAllister. Mein richtiger Name ist Saphira Joana Lupin. Und Remus Lupin war mein Vater", sagte Saphira und Harry kam gar nicht dazu genauer über die Konsequenzen aus dieser Information nachzudenken, da Linnéa ihm noch einen weitern Schock verpasste.

„Und ich heiße mit richtigem Namen Linnéa Sirinah Black. Sirius Black war mein Vater."

„Weder Remus noch Sirius haben Kinder! Und wieso überhaupt war. Die beiden leben doch", platze Ron heraus und Harry stimmte dem nur nickend zu. Zu schockiert war er darüber. Sirius selbst hatte es ihm schließlich gesagt, dass er keine Kinder hatte und Remus war ein Werwolf. Er durfte keine Kinder haben und er war sich 100ig sicher, dass sein Freund sich immer an dieses Gesetz gehalten hatte, sonst hätte er wohl kaum so auf Lily reagiert. John ließ ein leises seufzen hören.

„Wir kommen auch nicht aus dieser Zeit. Ron. Von heute an gesehen werden wir alle drei, in etwa drei Jahren geboren."

„Wir würden geboren werden", korrigierte Saphira ihn und Ron fragte verwundert: „Wieso würden?" Auch Harry hatte diese Frage schon auf der Zunge gelegen aber ein Blick zu Hermine, die ziemlich entsetzt aussah, ließ ihn ahnen, dass da ein ziemlicher Hammer auf sie zukam.

„Ganz einfach. Wir haben eine Reise in die Vergangenheit gemacht, Ron", meinte Linnéa lächelnd. „Wir kommen aus dem Jahre 2016 und wenn ich Hermines Gesichtsausdruck richtig deute weiß sie auch was los ist." Das Mädchen sah die Drei an als würde sie gleich in eine Schimpftriade ausbrechen. Aber stattdessen flüsterte sie nur: „Ihr habt die Zukunft verändert und euch selbst damit umgebracht." Harry stockte der Atem. Schon im dritten Jahr hatte Hermine ihn über diese Gefahr einer Zeitreise aufgeklärt.

„Na ja.", meinte Saphira schmunzelnd. „Die einzige von uns, die wirklich sterben wird, oder besser gesagt die nie zur Welt kommen wird, bin ich. Denn meine Mutter war tatsächlich eine Frau und da mein Vater jetzt mit Harry zusammen ist, werde ich nicht gezeugt werden."

„Heißt das, der Harry aus eurer Zeit ist nicht schwul?", fragte Ron und John lachte bitter auf.

„Der Harry aus unserer Zeit ist Tod. Mausetod. Wir haben ihn nicht mal kennen gelernt." Der gemeinte schluckte heftig und auch seine Freunde sahen ihn entsetzt an.

„Wie?", fragte er leise. „Wie bin ich gestorben?" In seinem Kopf überschlugen sich die wildesten Szenarien. Er dachte an die unzähligen Kämpfe, die er im letzen Jahr überlebt hatte. Würde sich trotz allem die Prophezeiung zu Voldemorts Gunsten erfüllen? Würde er durch Voldemorts Hand sterben?

Linnés seufzte leise auf. „Das, was vor unserer Geburt passiert ist, wissen wir nur von drei Menschen. Onkel Remus, meinem Dad und Severus Snape."

„Snape?", meinte Ron angewidert.

„Ja. Snape. Auch wenn ihr es vielleicht nicht glauben könnt. Der Severus Snape den wir kennen gelernt haben, ist bei weitem kein solches Ekel wie jetzt. Er war ganz umgänglich und wir haben alle viel von ihm gelernt", meinte John.

„Wir erzählen euch einfach was wir wissen. Dann ist es leichter zu verstehen", schlug Linnéa vor und begann auch als erste. „Aus unserer Sicht ist Harry im Sommer 1996 umgekommen. Die Todesser haben sein Haus mit einem Dämonenfeuer in Brand gesteckt und alle Ausgänge magisch versiegelt. Der Orden kam zu spät und war geschockt, während Voldemort seinen Triumph gefeiert hat."

„Vor allem mein Dad, also Remus stand unter Schock. Ihm ist klar geworden was Harry ihm wirklich bedeutet hat. Er hat ihn wirklich geliebt. Mehr als ein Vater seinen Sohn. Echte wahre Liebe, so wie es auch jetzt ist. Er hat sich zurückgezogen in eine Hütte im Wald. Seinen Kummer über den Verlust all seiner Freunde ertränkt in Alkohol", setzte Saphira fort. „Wir haben nie miteinander darüber gesprochen, aber es muss einfach zu viel für ihn gewesen sein.

Erst verliert er all seine Freunde. Drei Tod, der eine ein Verräter. Dann entdeckt er die Wahrheit und bekommt einen Freund zurück, der nur kurz darauf wider stirbt und dann muss er auch noch den Sohn seines besten Freundes und seine große Liebe zu Grabe tragen. Er ist wohl damit einfach nicht mehr fertig geworden", erzählte Saphira dann weiter, während ihre Stimme immer leiser wurde.

Linnéa klopfte ihrer Freunden sanft auf die Schulter, während Harry versuchte sich Remus in dieser Situation vorzustellen. Einerseits war es schwer zu glauben, dass sein Freund so zerbrechlich war, aber andererseits, wenn er an die Szene dachte, als er für alle unerwartet aufgetaucht war. Remus hatte sich an ihn geklammert wie ein Ertrinkender. Völlig aufgelöst. Und sein Freund war ja eigentlich nicht der Typ, der seine wahren Gefühle jedem einfach so offenbarte.

„Unerbittliche Kämpfe gegen den Orden des Phönix hat es gegeben. Aber Dumbledore blieb immer der Stärkere. Und dann an Halloween 1996 hat Voldemort versucht mit Hilfe eines Rituals die Macht seiner Ahnen an einen Stein zu binden. Genau so wie hier", erzählte John weiter. „Harry hat es selbst erlebt. Nur in unserer Vergangenheit hat ihn keiner aufgehalten. Der Orden hat es zu spät erfahren und war machtlos. Voldemort hat Pembroke in Schutt und Asche gelegt. Etliche aus dem Orden sind umgekommen. Darunter Fred, George, und dein Vater Ron", beendete der Slytherin diese Episode und Harry sah wie sein Freund bleich wurde und Hermine flüsterte „Oh Gott." Zu Harrys Verwunderung lächelte Linnéa aber ein wenig.

„Aber genau wie in eurer Vergangenheit war er auch bei uns zu gierig und hat für einen Moment die Kontrolle verloren.

Nachdem was wir jetzt hinterher wissen, schafft das Ritual ein Tor ins Jenseits, durch das die Kräfte in den vorbereiteten Stein fließen. Die Macht aller Slytherins war aber zu viel für Voldemort und er konnte sie nicht kontrollieren. Die Macht hat sich in alle Richtungen ausgebreitet und das hat eine Art Druckwelle erzeugt. Das Erdbeben", meinte sie. „Und scheinbar auch auf der anderen Seite, im Jenseits muss es so was gegeben haben. Und das hat meinen Vater, und deinen Paten Harry, wieder aus dem Tor des Todes in unsere Welt gedrückt. Warum nur einer zurückkam, wissen wir aber auch nicht. Vielleicht, weil er der Letzte war der dieses Tor durchschritten hat, oder weil Voldemort das Ritual beendet hat. Tatsache ist, dass er in unserer und auch in eurer Vergangenheit zurückkommen konnte. Auch wenn wir hier etwas nachgeholfen haben."

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