Hallo ihr Lieben.

Es ist mal wieder Samstag. Wie die Zeit doch vergehen kann.

Vielen dank für eure reviews. Ich weiß ich hab keine beantwortet, aber irgendwie fehlte mir dazu die Zeit. Sorry. Ich hab mich aber wirklich über sie gefreut.

Und nun will ich euch nicht länger aufhalten.

VIel sapß beim Lesen

wünscht euch, Eure Imo

Rettung (aus) der Zukunft

Kapitel 47

Harry nickte verstehend. „Können wir euch irgendwie helfen?", fragte er dann.

„Den Orden bespitzeln. Wenn wir wissen, was Dumbledore weiß, dann ist uns schon geholfen", sagte Linnéa.

„Und du musst entweder lernen dich zu verteidigen, oder dich raushalten. Das Beruhigt meine Nerven ungemein. Denn wenn du stirbst, geht die Welt unter und dieses Mal haben wir keine Chance das zu richten", erklärte Saphira.

„Vielleicht sollten wir Harry dabei etwas zur Hand gehen? Ihm helfen zu trainieren", schlug John vor.

„Das wird schwer unter zu bringen sein", meinte Harry. „Quidditchtraining, DA, Snape, Schule, Hausaufgaben und ihr habt auch eure Sachen zu erledigen."

„Das bekommen wir schon hin", meinte Linnéa zuversichtlich uns sah nach draußen. „Ich mach mich auf den Weg. Harry meinen Stab bitte." Harry reichte ihr den Stab und im nächsten Moment verwandelte sie sich und flog aus dem Fenster hinaus.

„Wo fliegt sie hin?", fragte Ron verwundert.

„Informationen holen", erklärte Saphira und erhob sich dann auch. Harry gab auch ihnen ihre Zauberstäbe zurück und dann trennten sie sich von einander.

„Das ist echt ein Ding", meinte Ron leise auf dem Weg in den Gryffindorturm.

„Und was für eines", stellte Harry leise fest.

„Lasst und oben drüber reden. Sonst bekommt es doch noch jemand mit", flüsterte Hermine und die beiden stimmten ihr zu.

Bis spät in die Nacht, mit Ausnahme eines kurzen Rundgangs, diskutierten die drei Freunde noch darüber, was sie erfahren hatten und selbst Hermine war überzeugt, dass es die Wahrheit war. „Es klingt einfach zu unglaublich, als dass es gelogen sein könnte", hatte sie dazu gesagt.

Am nächsten Morgen schon setze sich eine fröhlich lächelnde Saphira zu ihm. „Na. Gut geschlafen?", fragte sie ihn und seine Freunde.

„Na ja", meinte Harry und trank seinen Becher Kaffee, den er ganz unauffällig aus McGonagalls Kanne geklaut hatte. Er hatte eigentlich sehr wenig geschlafen, die ganze Nacht spukten ihm die verschiedensten Fragen durch den Kopf. „Kommt ihr eigentlich zurück in eure Zeit?", fragte Harry ganz leise.

„Muffliato!" flüsterte Saphira und Harry sah sie stirnrunzelnd an. „Nur ein kleiner Zauber das wir nicht belauscht werden können. Harmlos, die anderen hören ein leises Brummen", erklärte sie und antwortete dann auf Harrys Frage. „Wir kommen schon zurück in unsere Zeit, aber erst wenn wir unseren eigentlichen Geburtstag überschreiten."

„Also in drei Jahren", meinte Hermine.

„Genau dann. Vorher gibt es keine Möglichkeit und ich hoffe, dass wir bis dahin Voldemort in den Boden gestampft haben. Denn nur dann ist unsere Zukunft wirklich sicher."

„Und du? Du wirst doch nie geboren werden, hast du gesagt", meinte Ron.

„Das ist auch richtig. Ich werde aus dieser Zeit verschwinden und nie in der Zukunft auftauchen. Und dort wird sich auch niemand an mich erinnern. Auch nicht Lin und John, wenn sie zurückgehen. Ein Vorteil des Trankes. Die alte Zukunft wird nicht nur geschichtlich verändert, auch die Erinnerungen der Menschen werden ungeschrieben." Harry nickte nur. „Ich weiß, dass es unbegreiflich ist. Aber glaubt mir in ein paar Tagen habt ihr das verdaut. Harry ich bräuchte aber mal deinen Stundenplan und schreib doch mal dazu wann du Training hast und wann du zu Onkel Severus musst. Wir wollen mal sehen, wie wir dir etwas unter die Arme greifen können." Harry nickte nur und fischte ein Stück arg zerknittertes Pergament aus der Tasche.

„Snape Mittwochs, Training jeden Abend halb acht bis um neun. Am Wochenende von drei bis um halb sechs."

„Heftig. Katie will wohl unbedingt gewinnen, was?"

„Wir alle wollen gewinnen", bekräftigte Ron.

„Dann trainiert dafür mal fleißig", sagte sie verschwand dann, kurz nachdem sie den Zauber aufgehoben hatte.

Der Unterricht an diesem Tag zog sich endlos in die Länge. In Verwandlung nahmen sie jetzt auch für alle anderen die Theorie der Animagi durch. Harry langweilte sich dabei einfach zu Tode. Anstatt wirklich aufzupassen, beobachtete er Saphira und ihre drei Freunde, wie sie irgendetwas tuschelten, völlig unbeobachtet von McGonagall. Sie hatten wahrscheinlich einen „Beachte mich nicht" Zauber, oder so was auf die Lehrerin gelegt. Und jedes mal wenn Harry versuchte zu hören was sie sagten, hatte er nur ein leises Rauschen in den Ohren. Den Muffliato vermutete er.

Die Verteidigungstunden waren dann ebenfalls eine Qual. Es ging noch immer um ungesagte Magie, die Harry heute absolut nicht auf die Reihe bekam und Draco es schaffte ihn vier Mal zu schocken.

Erst nach dem Essen, in Pflege magischer Geschöpfe, wurde es interessant. Hagrid kam mit Fawkes auf der Schulter sitzend zu ihnen und grinste übers ganze Gesicht. „Hallo ihr lieben. Wir wollen uns heute mal mit dem Phönix beschäftigten. Ich habe mir dazu Fawkes ausgeliehen. Er gehört Professor Dumbledore. Also… wer von euch kann mit etwas über Phönixe sagen? Harry?"

„Ihre Tränen haben heilende Kräfte und können selbst die stärksten Gifte neutralisieren", antwortete er und lächelte seinem großen Freund zu.

„Sehr richtig. 5 Punkte für Gryffindor. Mrs. Anderson?"

„Sie sind unglaublich stark, ihr Gesang ist ebenfalls magisch."

„Ebenfalls richtig. 5 Punkt für Ravenclaw. Mr. Malfoy?"

„Der Phönix verbrennt, wenn er stirbt und wird aus der eigenen Asche wiedergeboren. Er kann ein sehr hohes Alter erreichen. Und es ist unglaublich schwer sie abzurichten und als Haustier zu halten", sagte der Blonde, der sich seit dem er die Seiten gewechselt hatte, wirklich Mühe gab auch mit Hagrid klar zu kommen.

„Hervorragend. Und äh… 5 Punkte für Slytherin. Weiß sonst noch jemand etwas? Hermine."

„Phönixe können sich auch selbst und andere teleportieren, so wie sie es wollen. Kein Schutzzauber kann sie aufhalten."

„Wunderbar. 5 Punkte für Gryffindor", strahlte Hagrid und erklärte ihnen dann, dass der Phönix normalerweise in Ägypten, Indien und China nisten würde und wie man einen Phönix abrichtete.

Als es dann zum Stundenende klingelte, bat Hagrid Harry noch einen Moment zu bleiben. „Würdest du ihn Professor Dumbledore zurück bringen? Du hast doch jetzt bei ihm Unterricht, oder?"

„Ja. Kein Problem", meinte Harry lächelnd und ließ Fawkes auf seiner Schulter klettern.

„Danke. Ich muss runter ins Dorf. Was abholen", sagte er freudestrahlend und war auch schon verschwunden.

„Was das nur wieder ist", meinte Harry zu dem Phönix und krauelte ihm das Gefieder.

Plötzlich gab es eine Stichflamme und Naemi erschien. „Huch", machte Harry nur sah dann zu, wie Fawkes auf den fremden Phönix zuflog. Für eine Weile sah es so aus, als würden sie sich bekämpfen und Harry versuchte verzweifelt sie auseinander zu treiben. Dann wurden die Beiden aber zu einem riesigen Feuerball und landeten schließlich als Aschehäufchen auf der Wiese.

Weit und breit war schon keiner Schüler mehr zu sehen und Harry hatte keine Ahnung was er machen sollte. Eigentlich war er schon viel zu spät dran für den Unterricht. Dann begann die Asche sich zu bewegen und zu Harrys Überraschung hoben sich drei Köpfe daraus hervor. „Das glaub ich nicht", flüsterte er und ließ sich auf die Knie fallen. Einen Moment lang beobachtete er, wie die drei sich ansahen und scheinbar mit einander sprachen, zumindest klang das leise Gurren und piepsen danach, bis er sich dann wieder fing. „Kommt her. Ich nehm euch mit rein. Dumbledore wartet sicher schon auf Fawkes und ich hoffe mal dein Junges reicht als Entschuldigung, sonst wirst du für mich bei Snape nachsitzen. Vielleicht stimmt ihn ein Lied von dir ja ruhiger", sagte Harry und nahm die drei Tiere Vorsichtig auf die Hände. Naemi schien, genau wie Fawkes, nichts dagegen zu haben von ihm getragen zu werden, nur das dritte Junge kniff und biss ihm in die Hand. „Nun ist aber gut, oder du kommst in den Umhang", sagte Harry ärgerlich, als ein kleines Blutrinnsaal an seinem Finger herunter floss.

Mit Mühe gelang es Harry die Tür zum Klassenzimmer zu öffnen und Dumbledore sah ihn erstaunt an. „Verzeihen Sie die Verspätung, Sir", meinte Harry und kam zielstrebig auf ihn zu. Die Augen des Schulleiters funkelten belustigt, als er entdeckte, was Harry auf den Händen trug.

„Da hat sich wohl jemand entschlossen Vater zu werden", stellte er fest und zauberte ein Nest aus einer Decke auf seinen Tisch. „Du hast es gesehen?", fragte er leise, nachdem Harry die Küken abgesetzt hatte. Harry nickte nur. „Es ist äußerst selten, dass jemand dieses faszinierende Schauspiel mit ansehen darf", meinte Dumbledore leise.

„Es sah aus, als würden sie sich bekämpfen", meinte Harry. Dumbledore nickte.

„Ich werde mich um die beiden unbekannten kümmern, bis sie erwachsen sind und auf eine Strafe verzichten wir. Bei der Geburt eines Phönix dabei sein zu dürfen, ist etwas sehr Besonders", erklärte Dumbledore und Harry durfte sich setzten.

Am Abendbrottisch erzählte er dann seinen Freunden und auch Saphira was er erlebt hatte und Hermine war völlig aus dem Häuschen und Saphira lachte leise. „Da hat Naemi sich aber einen klugen Vater für ihr Kind ausgesucht."

„Bleiben die jetzt etwa alle drei bei Dumbledore?", fragte Ron.

„Nein. Nur Fawkes wird hier bleiben. Naemi und ihr Junges werden verschwinden und auch sie werden sich trennen. Und ihre eigenen Nester wieder aussuchen, oder wie in diesem Fall bauen", erkläre Saphira und schob Harry dann ein Stück Pergament zu.

„Oh Mann!" stöhnte er, als er erkannte, dass es sein Stundenplan war, erweitert, um sein Quidditchtraining, die Stunde bei Snape und noch einigen Trainingseinheiten bei ihnen. „Wenn ihr zwei wollt könnt ihr auch mitmachen, aber ich warne euch, das wird kein Zuckerschlecken", sagte sie zu Ron und Hermine.

„Wir können uns das ja mal ansehen", meinte Ron mit einem Blick über Harrys Schulter.

„Wo wollt ihr dann denn machen?", fragte Hermine.

„Raum der Wünsche. Nur da bekommen wir einen Raum her der groß genug wäre. Vor allem für heute Abend. Angriff und Verteidigung." Saphira klang dabei richtig begeistert, Harry dagegen schwante Böses und das sollte sich auch Bewahrheiten.

Das Quidditchtraining war schon anstrengend gewesen, aber Linnéa hatte kein Erbarmen, sondern gab ihm einfach einen Aufpäppeltrank und auch Ron und Hermine durften nicht lang zusehen. Denn John war auch da und nahm die beiden in die Mangel. „Himmel, was macht Onkel Severus mit dir?", fragte Linnéa entgeistert, als Harry das dritte Mal zu Boden gegangen war.

„Schwarze Magie beibringen, oder mein Potential suchen, wenn wir nicht gerade Okklumentik machen", gab Harry zurück.

„Schwarze Magie? Du solltest erstmal richtig kämpfen lernen, ehe du davon was lernst", erklärte sie und erklärte Harry ein paar mächtige Angriffsflüche, die er dann üben musste, um sie später gegen sie anzuwenden.

„Und wenn ich dich verletze?" fragte er.

„Keine Sorge Harry. Ich bin hart im nehmen. Und nun mach endlich."

Als Harry dann um kurz nach Mitternacht in seinem Bett lag schlief er sofort ein und war am nächsten Morgen nur mit einer eiskalten Dusche wach zubekommen. Eigentlich hatte er gedacht, es könnte nicht schlimmer kommen, aber am Donnerstagabend wurde er eines Besseren belehrt. Es war durchaus interessant zu sehen, wie Saphira sich ohne weiteres in einen schwarzen Werwolf verwandelte, der augenscheinlich handzahm war, aber nachdem Harry sich auch verwandelt hatte, begriff er, warum sie Nightmare hieß. Ihr Angriff war erbarmungslos und Harry trug wohl an keinem anderen Abend mehr Blessuren davon, wie bei dem Training mit Saphira.

Am Freitag war er mit John allein der ihm bei seiner Okklumentik half. Aber nicht so wie es Snape tat. Er erklärte Harry Schritt für Schritt, wie er seinen Geist am besten leeren konnte und auch gegen Angriffe verschloss. Über ihre Übungen hinweg hätte er dieses Mal beinahe die Zeit vergessen. Denn es klappte so viel besser, als mit seinem Zaubertränkelehrer zusammen.

Den Samstag wurde fast den ganzen Tag durch trainiert. Verteidigung, Okklumentik und Animagikampfkunst. Für das Quidditchtraining reichte ihm Saphira extra eine große Portion Aufpäppeltrank, damit er das auch überstand, aber anschließend war er trotzdem fix und fertig.

„Ich muss auch noch meditieren. Snape macht mich einen Kopf kürzer wenn ich meinem Potential nicht näher komme und wir haben einen Berg an Hausaufgaben zu machen", erklärte er.

„Na gut. Du meditierst, wir suchen schon mal nach den nötigen Büchern für die Hausaufgaben. In einer Stunde in der Bibliothek. John besorgt was zu essen aus der Küche", meinte Saphira. Hermine war zwar nicht gErade begeistert davon, dass die drei die passenden Bücher schon bereitlegen wollten, aber ihr Protest verhallte im nichts.

Auch die ganze nächste Woche verbrachte Harry mit so einem eng gesteckten Trainingsplan, bis am Freitagabend ein amtlich aussehender Brief auf seinem Tisch landete. „Der ist vom Ministerium", sagte ein Schüler aus der dritten und augenblicklich war es totenstill in der Halle. Harry atmete einmal tief durch und öffnete dann den Umschlag.

Sehr geehrteR Mr. Potter,

Am 28. Mai 1997 wird die Verhandlung gegen Sirius Black eröffnet.

Folgende Anklagepunkte liegen vor:

Mitgliedschaft in der Vereinigung der Todesser

Verrat von James Potter, seiner Frau Lilien Potter geb. Evans und ihrem gemeinsamen Sohn Harry James Potter an den Dunklen Lord

Dadurch Mitschuld am Tod von James Potter und seine Frau und dem Mordversuch an Harry James Potter durch den dunklen Lord

Mord an Peter Pettigrew und einem Dutzend Muggel (Namen sind den Akten zu entnehmen)

Flucht aus dem Zaubereigefängnis Askaban

Magische Beeinflussung von Harry James Potter, Hermine Jane Granger und Ronald Bilius Weasley

Ausübung schwarzer Magie, insbesondere der Unverzeihlichen

Unregistrierte Fähigkeit der Animagi (Erscheinungsform: großer schwarzer Hund)

Da Sie nicht nur der nächste Angehöre des Angeklagten sind, sondern auch ein Zeuge, der zur Klärung beitragen könnte, sind Sie verpflichtetet am 28. Mai 1997 pünktlich um 10.30 Uhr in den Gerichtsräumen (neunter Stock des Ministeriumsgebäudes) zu erscheinen. Für diese Zeit werden Sie vom Unterricht freigestellt. Dies gilt auch für alle weitern Tage der Verhandlung. Die Termine werden vom Zaubergamot bekannt gegeben. Bei Nichterscheinen wird eine Strafe von 1000 Galeonen fällig.

Mit Freundlichen Grüßen

Der Zaubergamot

Harry sah mit klopfendem Herzen auf. Es war also soweit. Sirius Verhandlung stand bevor. Ein Blick zur Seite reichte um zu sehen, dass auch Ron und Hermine so einen Brief bekommen hatten. Hermine war schneeweiß im Gesicht und Ron schluckte gerade heftig. „Alles klar?", fragte Saphira. Harry nickte schwach, erhob sich ohne einen Bissen gegessen zu haben. Hermine und auch Ron folgten ihm wortlos. Unauffällig tippte er Linnéa im vorbeigehen an. In der Vorhalle ließ er sich auf die Treppe sinken und nur kurze Zeit später tauchten die drei Zeitreisenden auf.

„Was ist denn los?", fragte John verwundet. Stumm reichte Harry Linnéa den Brief, die augenblicklich erstarrte.

„Ach du Scheiße", entfuhr es John. Saphira nickte nur und setze sich zu Harry.

„Er wird freikommen Harry. Er ist unschuldig. Das weißt du, das wissen deine Freunde. Sie können ihn nicht einsperren."

„Und wenn sie es wagen", knurrte Linnéa, „werde ich ihn eigenhändig befreien."

„Nicht nur du", stimmte Harry ihr zu.

„Kommt wir gehen nach oben. Da ist es ruhiger und du solltest vielleicht mal mit Sirius reden. Der hat sicher heute Morgen schon Post bekommen", sagte Hermine.

„Nein. Ich werde zu Dumbledore gehen und ihn bitten mich in den Grimmauldplatz zu lassen. Noch heute. Von hier kann ihm nicht helfen", sagte Harry und zog die Türen zur Großen Halle auf und ging geradewegs auf den Lehrertisch zu. Die meisten starrten Harry verwundet an.

Der legte Dumbledore den Brief vor die Nase und sagte dann, während alle andern schwiegen. „Ich würde gerne in den Grimmauldplatz." Dumbledore überflog den Brief und sah Harry dann einen Moment lang an.

„Einverstanden. Ihr dürft alle drei gehen. Hagrid, Max, würdet ihr die drei bitte ins Dorf begleiten."

„Sicher, Sir", kam es sofort von Hagrid und Scott nickte.

„Danke, Professor", sagte Harry und wandte sich zu Hagrid. „Wir holen nur schnell ein paar Sachen", sagte Harry und verließ mit seinen Freunden die Halle. Saphira und ihre Freunde hatten draußen gewartet und liefen nun gemeinsam mit ihnen die Stufen hoch.

„Wir werden auch da sein", meinte Linnéa leise.

„Wie denn das? Ihr müsst doch in den Unterricht", meinte Hermine entsetzt.

„Wenn unsere Familien von Todessern angegriffen werden und schwer verletzt im Krankenhaus liegen, kann Dumbledore es uns nicht verbieten zu ihnen zu fahren", meinte John.

Im Turm stopfte Harry schnell ein paar Kleider in seine Tasche und nickte Ron zu, der es ähnlich gemacht hatte. Hermine war auch schon fertig, als die Jungen in den Gemeinschaftsraum kamen. Saphira blieb mit ihren Freunden zurück und in der Vorhalle erwarteten sie dann neben Scott und Hagrid auch McGonagall und Dumbledore. „Wir sehen uns am Montag in der Verhandlung Harry. Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, egal was vielleicht geschieht", meinte Dumbledore und Harry nickte.

„Ich werde sich auch begleiten", erklärte die gryffindorsche Hauslehrerin. Auf dem Weg ins Dorf sprach niemand auch nur ein Wort. Harrys Gedanken kreisten einzig und allein darum, wie es seinem Paten wohl gerade ging und wie er ihm helfen konnte.

„Harry?", fragte Hermine leise, erst da bemerkte er, dass sie die Schilde hinter sich gelassen hatten.

„Alles klar", sagte er und verabschiedete sich nur mit einem Nicken von den Lehrern, ehe er disapparierte.

Es war Remus, der ihnen die Tür öffnete, als sie in London angekommen anklopften. „Hab ich mir gedacht. Kommt rein."

„Wo ist er?", fragte Hermine leise.

„Auf seinem Zimmer und sternenhagelvoll. Ich weiß nicht, ob es was bringt, wenn ihr jetzt zu ihm geht", meinte der Werwolf.

„Ich versuch es trotzdem", meinte Harry und stieg die Stufen in den zweiten Stock hoch und klopfte vorsichtig an die letzte Zimmer auf der linken Seite.

„Ja", kam es lallend von drinnen. Harry steckte vorsichtig den Kopf durch die Tür und sofort schlug ihm der Alkoholgeruch entgegen. „Arry. Sön dich zu schen", begrüßte sein Pate ihn.

„Hey", sagte der Gryffindor vorsichtig lächelnd und schloss die Tür hinter sich.

„Au was?", fragte er und hielt ihm die fast leere Fasche entgegen.

„Nein und du hast auch genug", sagte Harry und nahm ihm die Flasche weg. „Ey. Gib sie wida her", protestierte Sirius, schaffte es aber nicht mal vom Bett aufzustehen.

„Du hast genug getrunken", sagte Harry entschieden und sah sich zu seinem Paten um.

„A was. Lasch misch doch. Es ist wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich das kann", sagte Sirius und kam schwankend auf die Beine. „Wenn sie mich verurteilen… dann sischer zum Tod. Die Frage ist nur wie. Denm.. Demne… Demt… ach du weischt schon was isch meine. Die haben sie ja nisch mehr." Sirius versuchte ein paar Schritte zu gehen, aber schon nach dreien, stolperte er über seine eigenen Füße und Harry griff reflexartig nach ihm und landete schließlich unter ihm auf dem Boden.

„Hubs", machte Sirius nur und fing dann haltlos an zu kichern.

„Was ist denn jetzt so lustig?", fragte Harry irritiert.

„Na… hihi. Sonst kommst sischer nur Moony dir so nahe oder?"

„Äh… na ja", meinte Harry verlegen und Sirius kicherte noch mehr. „Komm geh hoch, du bist schwer", meinte Harry dann, aber Sirius grinste nur und flüsterte ganz dicht an Harrys Ohr, so das ihm die Whiskeyfahne den Atem raubte: „Nur wenn du mich küsst."

„Was?", keuchte Harry.

„Ich will einen Kuss. Einen einzigen", meinte Sirius. „Oder hast du deinen Paten nicht mehr lieb?" Sirius zog dabei einen ziemlichen Schmollmund.

„Sirius, also…"

„Du hast mich nicht mehr lieb. Wusste ich es doch. Keiner hat mich mehr lieb", seufzte er und stemmte sich dann stöhnend hoch und kroch zum Bett um sich darauf hinzulegen. Harry blieb noch einen Moment liegen und sagte dann aufstehend: „Ich hab dich noch lieb. Ich lieg nur lieber oben." Damit ließ er sich neben Sirius nieder, der ihn schielend anblinzelte.

„Dann gibst du mir also jetzt einen Kuss?" Harry atmete tief durch und nickte. Es war ja nicht so, dass er sich vor Sirius ekelte. Ganz und gar nicht. Und sein Pate war ja nun mal auch alles andere als hässlich. Nur Sirius hatte doch nichts für Männer übrig.

„Dann komm her", flüsterte Sirius und zog Harry grob zu sich ran. Es war ein feuchter Kuss, der eindeutig nach Whiskey schmeckte. Aber ansonsten, sein Pate konnte schon küssen. Das konnte man nicht anders sagen. „Hmm. Moony hat dir aber einigesch beigebracht", grinste Sirius dann schief, nachdem sie sich gelöst hatten.

„Wenn du das sagst. Was hältst du davon ein bisschen zu schlafen. Du siehst müde aus", meinte Harry. Sirius nickte schwach. „Gut. Ich bin in der Küche", sagte er verließ das Zimmer, aber nicht ohne die Whiskeyflasche mitzunehmen. Unten roch es verführerisch nach Kaffee.

„Und?", fragte Remus als Harry rein kam. Der stellte einfach nur die Flasche auf den Tisch und zog Remus dann zu sich rum und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen.

„Hast du etwa auch was getrunken?", meinte Remus entsetzt du auch Ron und Hermine sahen ihn erschrocken an.

„Nein. Sirius wollte einen Kuss haben, als Beweiß, dass ich ihn lieb habe", sagte er. Remus Stirn legte sich in Falten. „Du hättest seinen Schmollmund mal sehen müssen, als ich nein gesagt hab. Wie ein kleines Kind das keinen Lolly bekommt. Und dazu dieser Hundeblick. Den kenn ich sonst nur von dir und ich kann ihm schon nicht widerstehen."

„Dann hast du also nachgegeben?" fragte Remus schließlich.

„Damit klein Siri nicht anfängt zu weinen. Denn dann hätte ich echt nicht mehr gewusst was ich machen soll." Remus drehte sich zum Ofen und Harry glaubte schon, dass Remus irgendwie sauer wäre oder so, bis er das leise Kichern seines Geliebten hörte.

„Was ist denn jetzt?", fragte Ron verwundert. Remus drehte sich grinsend zu Harry um.

„Ich stell mir grade nur einen schmollenden Sirius vor. Das ist… oh man. Das hätte ich zu gerne gesehen. Aber.. sag mal wie gut kann unser Casanova denn nun eigentlich küssen?" Harry schüttelte schmunzelnd den Kopf.

„Fast so gut wie du, wenn ich mir den Alkoholgeschmack wegdenke", meinte Harry.

„So, so. Dann muss ich dich wohl von meinen Qualitäten überzeugen, nicht dass Sirius im Suff noch mehr will und du aus Mitleid nachgibst", grinste der Werwolf. Harry sah Remus empört an.

„So weit würde ich nie gehen. Da bekommt selbst Sirius einen Korb", sagte er.

„Beruhigend zu hören", lächelte Remus und drückte Harry eine Tasse Kaffee in die Hand.

„Lisa schläft schon?" fragte Harr dann.

„Ja. In meinem Bett. Ich hab einen Zauber über die Tür gelegt. Wir bekommen hier mit, wenn sie sich zu Sirius schleicht", meinte Remus uns setzte sich.

„Stand in eurer Post auch die Anklagepunkte?" fragte er dann.

„Ja", sagte Harry leise.

„Und wir könnten nicht mal alles endkräftigen", meinte Hermine schwermütig.

„Ich glaube die Sache mit der Animagi macht Sirius am wenigsten Sorgen. Für jeden der andern Punkte, kann er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden. Außerdem sind Fudge und Umbridge im Zaubergamot."

„Umbridge? Sie hat sich wieder erholt?", meinte Hermine verwundert.

„Ja. Seit Weihnachten arbeitet sie wieder. Und das leider auch als erste Untersekretärin des Ministers", erklärte Remus missmutig.

„Na klasse. Dann kann ich mir meine Aussage sparen. Fuge und Umbridge können mich nicht leiden. Sie werden mir das Wort um Mund umdrehen", sagte Harry.

„Wir werden sehen", meinte Remus.

Den Abend über bemühten sie sich alle nicht weiter an den Prozess zu denken und Harry verabschiedete sich schon um neun in sein Zimmer. Seine Gedanken kreisten trotz der Ablenkungsversuche immer wieder um Umbridge, Fudge und die Tatsache, dass er diesen Prozess und damit seinen Paten so gut wie verloren sah. Seufzend packte er die Kugeln des Meditadie - Sets aus und verteilte sie im Kreis um sich. Im Schneidersitz setzte er ich in die Mitte, straffte kurz die Schultern und entzündete dann mit einem: „Incendio" die Ruhekerze.

Die silbernen Kugeln hoben langsam vom Boden ab und spielten eine leise Melodie. Kennen tat er sie nicht, er konnte nicht mal genau sagen was alles mit dabei war. Ein Klavier erkannte er ganz sicher und er meinte auch Geigen darin zu hören. Aber was sonst noch dabei war, war schwer zu sagen. Und eigentlich war diese Musik, sie ähnelte doch ziemlich der Klassik, nicht gerade sein Fall. Aber in den meisten Fällen half sie ihm sich zu entspannen. Er konnte sich von ihr tragen lassen. Harry schloss die Augen und atmete tief durch. Er versuchte sich auf die sanfte Melodie zu konzentrieren und auf Remus. Zärtliche Berührungen, sanfte Liebkosungen. Er versuchte die Wärme in seinem Inneren zu finden und seine trüben Gedanken mit Hilfe der Okklumentik wegzusperren.

Da war sie. Er spürte sie ganz leicht und sehr weit weg. Er verstärkte seine Konzentration auf seine Liebe zu Remus. Versuchte sich deutlicher vorzustellen was er alles für ihn empfand. Die Wärme wurde stärker, kam näher.

„Harry?" fragte jemand leise und der Gryffindor blinzelte. Remus stand vor ihm, skeptisch die Kugeln betrachtend, die gut einen halben Meter über dem Boden schwebend, sich in Wellen um ihn drehten.

„Keine Ahnung, ob es echtes Silber ist", meinte er und blies die Kerze aus und sofort sanken die Kugeln zu Boden.

„In der Regel schon. Woher hast du sie?" Harry seufzte.

„Von Snape. Er meinte damit würde es mir leichter fallen mein Potential zu finden", sagte er.

„Und Albus hat keine Ahnung", stellte der Werwolf dann leise fest.

„Nein. Er zieht es vor, dass niemand weiß, dass er es mir geliehen hat."

„Nun. Solang du nur die Kerze und die Kugeln hast, und mir mit ihnen nicht all zu nahe kommst, werde ich es nicht sagen. Aber lass die Finger von Kräutern."

„Ich hab nicht vor mich ins Koma zu meditieren. Aber… vielleicht kannst du mir helfen", meinte Harry.

„Helfen? Gern, aber wie?"

„Komm rüber und setz dich hinter mir", bat Harry und schob die Kugeln in einen Größeren Kreis. „Ich hoffe die Dinger bleiben in immer dem gleichen Abstand", meinte Remus mit skeptischem Blick auf die Kugeln.

„Wenn nicht puste die Kerze aus", meinte Harry und bat Remus sich hinter ihn zu setzen.

„Und jetzt?", fragte der Werwolf.

„Nimm mich einfach in den Arm. Lass mich deine Wärme spüren", sagte er leise.

„Erklärtest du auch warum?", fragte Remus verwundert.

„Nachher. Erst will ich es versuchen", sagte Harry und schmiegte sich an Remus warmen Körper. Er wollte schon nach seinem Stab greifen aber Remus war schneller und entfachte die Kerze mit einem Wink seiner Hand. „Ja, ja. Stablose Magie. Die klappt hoffentlich auch besser wenn ich mein Potential im Griff habe", seufzte Harry und schloss dann die Augen, um der Musik zu lauschen und auch Remus sachten Atemzügen hinter ihm. Er lenkte seine Konzentration auf den Körper hinter sich, die Hände die auf seinem Bauch ruhten. Er genoss die Nähe, die Remus ihm gewährte und versuchte der eigenen inneren Wärme näher zu kommen. Sie deutlicher zu spüren. Aber es gelang ihm einfach nicht. Genau so wie schon zuvor auf der Schule.

„Die Liebe ist der Schlüssel und du versucht über deine Gefühle für mich an die Kraft zu kommen, oder?", fragte Remus leise.

„Hmm", machte Harry nur gab aber schließlich wieder auf. „Ich kann es nicht. Ich komm ihr einfach nicht näher", seufzte Harry.

„Ärgere dich nicht. Das wird auch nichts bringen. Du verkrampfst dich nur", meinte Remus sanft.

„Ich sollte aber langsam Fortschritte machen", gab der Schwarzhaarige zurück.

„Versuch es anders. Such einen anderen Weg", schlug Remus vor.

„Und wie? Snape sagt, der Zugang ist Liebe. Die Liebe, die ich für euch, für dich, für Sirius und für meine Freunde empfinde und bei dir komm ich ihr am nächsten. Aber nicht nah genug", erklärte Harry verzweifelt.

„Hast du es schon mal mit uns allen versucht?"

„Ja. Auch erfolglos", murmelte Harry.

„Gut. Dann lass dich fallen", meinte Remus leise. Harry sah sich irritiert um.

„Wie meinst du das?" Remus lächelte.

„Befreie dich von allem und dann lass dich fallen in deine Gefühle für mich. Konzentrier dich nicht auf dein Potential. Lass dich treiben von dem Meer aus Gefühlen."

„Und du meinst das hilft?", fragte Harry skeptisch.

„Ich hab auf ähnliche Weise geschafft mit mir ins Reine zu kommen. Den Werwolf in mir zu akzeptieren. Ich hab so gelernt damit zu leben und mein Problem anzunehmen und mich nicht dagegen zu wehren. Versuch es doch einfach mal, Schaden kann es auf keinen Fall", sagte Remus.

„Nein. Das stimmt", meinte Harry und machte es sich wieder gemütlich. Remus sanfte Hände ruhten auf seine, Rücken, begannen sanfte Kreise zu ziehen.

„Entspann dich, Harry. Ganz locker. Versuch deine Probleme einen Moment auszublenden. Auch ich mach mir Sorgen um Sirius, aber vergiss nicht. Das Recht ist auf unserer Seite. Sirius ist unschuldig und wir werden das beweisen. Befreie dich von deinen Zweifeln. Schiebe sie bei Seite", flüsterte Remus und Harry nickte. Er tat das ja schon die ganze Zeit über.

Remus Hände wanderten langsam immer weiter zu Harrys Brust und sein wohliges seufzten entkam ihm. „Gut machst du das. Und nun konzentriere dich, so wie vorhin auch. Spüre deine Liebe zu mir. Lass dich von ihr einfangen." Harry nickte nur und konzentrierte sich wieder auf Remus. Seine warmen Hände, die unter dem Hemd seiner Schuluniform auf seinem Bauch ruhten. Remus Atemzügen hinter ihm. Er stellte sich die sanften Liebkosungen vor. „Versink immer weiter in ihnen", raunte Remus ganz dicht an seinem Ohr. Harry spürte Remus heißen Atem, und dann die warmen weichen Lippen auf der Haut. Warme Schauer jagten ihm über den Rücken. „Gut. Weiter so. Nimm Sirius dazu. Versuch auch die Gefühle für ihn zu spüren. Die Zuneigung. Die Vaterliebe, Geschwisterliebe. Nicht die Angst um ihn. Nur die positiven Gefühle", flüsterte Remus, der seine Hände leicht kreisend bewegte.

So ging es weiter. Neben Remus warmen Berührungen tauchten die Bilder vom Dezember vor Harrys Augen auf. Als er heulend wie eins Schlosshund seinem Paten um den Hals gefallen war, vor lauter Freunde ihn wieder zu sehen. Die Freude darüber, dass Sirius seine Liebe zu Remus doch akzeptiert hatte. Dann kamen auch seine Freunde dazu. Ron und Hermine. Er lachte mit ihnen, sie stritten sich über Hausaufgaben und zu guter letzt seine Eltern. Sie lächelten ihn an aus dem Spiegel Nerhegeb.

Und dann bemerkte Harry es. Sein ganzer Körper war durchströmt mit Wärme. Sie war zum greifen nahe. Er konnte sie in seinen Adern pulsieren fühlen. Er konnte spüren, wie ihn die Liebe umfing. Ihn einhüllte wie einen Kokon. „Ich hab es!", rief Harry begeistert und schlug die Augen auf und im selben Moment war alles vorbei und er landete unsanft auf dem Boden. „Was?", fragte er sich den Hintern reibend und einem grinsenden Remus ins Gesicht sehend.

„Du hast fast zehn Zentimeter über dem Boden geschwebt und die Luft hat geknistert vor Magie. Es war nicht zu übersehen, dass du sie gefunden hast." Dann nahm er seinen Zauberstab und endriegelte die Tür, die sofort von Ron und Hermine aufgerissen wurde.

„Was…", begann Hermine aber Remus hob die Hand.

„Harry war dabei nach seinem Potential zu suchen und ist auf dem besten Wege es zu finden. Ich wollte nicht, dass ihr ihn ablenkt. Absolute Ruhe ist bei einer Meditation das wichtigste", erklärte er.

„Gefunden hat er sie", meinte Ron.

„Ja. Er muss nur noch einen Weg finden sie ganz spontan nutzen zu können", sagte Remus und ließ mit seinem Stab die erloschene Ruhekerze und die Kugeln in den Kasten verschwinden.

„Und wie?", fragte Harry sich aufs Bett setzend.

„Im Grunde ist es ganz einfach", sagte Remus. „Mir hat diese Meditation geholfen den Werwolf zu bändigen. Die meisten Werwölfe ziehen sich von jeder Menschlichen Zivilisation zurück. Es gibt nicht viele, die hier bleiben und unter den Menschen leben. Außerdem liegt es in der Natur des Werwolfs schnell jähzornig zu werden, das war bei mir nicht anders, bis ich mich mit dieser Meditation beschäftigt habe. Ich war damals kaum 10 Jahre alt. Aber entschlossen nach Hogwarts zu gehen. Albus hat mir diese eine Bedingung gestellt. Ich könnte an die Schule kommen, aber nur wenn ich mich in den Griff bekommen würde. Er hat mir auch gesagt wie und nachdem ich es dann geschafft hatte, hat er mir geraten mir ein Bild zu überlegen. Etwas das für mich Ruhe und Frieden bedeutet. Innere Ruhe und Frieden.

Damals war es ein See ganz in der Nähe unseres Hauses, der für mich eine Art Ruhepol war. Deshalb hatte ich auch schnell in Hogwarts eine Lieblingsstelle am See. Nach der Schule hat sich das dann geändert. Es wurde zu einer Tasse Earl Grey vor einem gut geheizten Kamin, und sein einigen Monaten... Seit dem Sommer bist du es. Einfach nur in deinen Armen liegen und mich von dir verwöhnen lassen." Harry lächelte Remus zärtlich zu und meinte: „Ich bin beruhigender als eine Tasse Tee?"

„Sehr viel beruhigender Harry", antwortete der Werwolf ebenfalls lächelnd.

„Aber.. brauchst du denn dieses Bild noch? Ich mein nach so langer Zeit?", fragte Hermine.

„Eigentlich nicht. Zumindest nicht mehr bewusst. Aber ich fühle mich wohler, wenn ich weiß, wie ich zur Ruhe kommen kann. Mich beruhigt allein schon die Tatsache zu wissen, wie ich mein inneres Gleichgewicht finden kann, sollte ich es verlieren", erklärte Remus.

„Und so was muss ich mir auch suchen?", meinte Harry.

„Im Grunde schon. Zumindest für den Anfang. Irgendetwas worauf du dich konzentrierst, um dann dein Potential… zu erwecken. Finde etwas, was du mit diesem Gefühl in Verbindung bringst. Egal was es ist, selbst wenn es noch so absurd ist und es eigentlich keiner nachvollziehen kann. Nur für dich ist die Bedeutung wichtig. Für sonst niemanden. Es wird dir helfen bewusst und gewollt auf dein Potential zuzugreifen", sagte der Werwolf und Harry meinte verhalten gähnend: „Ich versuch es."

„Aber nicht mehr Heute. Jetzt ist es Zeit ins Bett zu gehen. Es ist gleich halb zwölf", meinte Remus und stand auf. „Gehen wir in mein Zimmer? Wegen Lisa?", fragte er.

„Sicher", antwortete Harry seinem Freund folgend.

Erst einmal im Bett wurde Harry richtig bewusst wie Müde er wirklich war und brauchte nicht lang um einzuschlafen. Aber trotz allem war er am nächsten Morgen schon um halb acht wach. Auch Remus hatte die Augen schon aufgeschlagen, während Lisa zwischen ihnen noch selig schlummerte.

„Morgen", flüsterte Harry leise.

„Guten Morgen. Gut geschlafen?", fragte der Werwolf ebenfalls leise.

„Einfach herrlich, wie immer, wenn ich bei dir bin", meinte Harry lächelnd.

„Wollen wir Frühstück machen?", schlug Remus vor.

„Warum nicht", meinte Harry und stand möglichst leise auf, um Lisa nicht zu wecken.

Während Harry den Tisch deckte, brutzelte Remus Eier und Schinken in der Pfanne und kochte auch Kaffee. „Wo ist Molly eigentlich?", fragte Harry.

„Zu Hause. Sirius hat sie rausgeworfen, als sie es mit der Bemutterung für ihn übertrieben hat", erklärt Remus.

„Wann soll das gewesen sein?", fragte eine gequält klingende Stimme von der Tür her.

„Gegen Mittag, nach einer halben Flasche Feuerwhisky. Sie wird sich aber sicher nicht lang davon abhalten lassen wieder zu kommen", meinte Remus. Stöhnend ließ sich Sirius auf einen Stuhl fallen und legte den Kopf auf die Tischplatte.

„Kater?", fragte Harry grinsend.

„Nein. Eine Horde wild gewordener Hippogreife", brummte Sirius missmutig.

„Selbst Schuld. Ich hab dir gesagt du sollst nicht so viel trinken, aber du wolltest ja nicht hören", meinte Remus und stellte die Pfanne auf den Tisch. Sirius gab ein würgendes Geräusch vom sich, als er das Essen sah und schloss die Augen.

„Du willst doch wohl nicht das ich was esse."

„Erwarte nicht von mir, dass ich dich füttere", sagt Remus uns setzte sich auch. Während des Frühstücks saß Sirius einfach nur stöhnend und jammernd neben ihm, bis Remus schließlich genervt seufzte. Er wühlte kurz hinter sich in der Schublade und zog eine Phiole mit giftgrünem Inhalt hervor. Sirius schien tatsächlich kurz zu würgen, als er sie sah.

„Was gegen den Kater. Aber nur wenn du mit versprichst keinen Alkohol mehr anzurühren. Harry ist schließlich nicht hergekommen um seinen Paten ins Bett zu tragen, weil der allein keinen Schritt mehr laufen kann."

„Ich schwöre es, Moony", erklärte Sirius dann aber sofort und Remus reichte ihm den Trank den der Schwarzhaarige mit einem Zug leerte. Remus grinste breit und Harry sah seinen Freund verwundert an.

„Hab ich Sirius eigentlich gesagt, dass er anfängt zu brechen, wenn er noch einen Schluck Alkohol in den nächsten 48 Stunden trinkt, nach diesem Trank?", meinte Remus dann und Sirius spuckte das Glas Wasser, was er hinterher trank quer über den Tisch und starrte Remus an.

„Das ist nicht dein ernst, Moony."

„Mein voller ernst und Severus war hellauf begeistert den Trank so zu verändern, nachdem ich ihm gesagt habe, wer ihn trinken wird."

„Das… das…"

„Das war Rumtreiberart, mein lieber Tatze. Außerdem ist es nur zu deinem Besten. Was glaubst du wohl macht es für einen Eindruck, wenn du morgen total verkatert im Ministerium auftauchst. Wir wollen doch einen guten Eindruck machen. Molly besorgt dir sogar extra ein paar neue Sachen", erklärte der Werwolf und Sirius funkelte ihn böse an.

„Das bekommst du zurück."

„Ich weiß, aber das war es mir wert", grinste Remus.

Dann kamen auch Ron und Hermine in die Küche. Seine Freundin hatte Lily auf dem Arm, die ihr wild in den Haaren zog und Rons unbeholfene Versuche ihr zu helfen, machten das wohl nur noch schlimmer. Harry erhob sich sofort und kam ihnen zu Hilfe, aber letztendlich war es Remus, der Hermines Haare aus den Händen befreite.

Nach einem ausgiebigen Frühstück gesellte Harry sich mit Lily und der auch aufgestanden Lisa zu Sirius, der sich ins Wohnzimmer verzogen hatte und versuchte alles mögliche um ihn abzulenken und aufzuheitern. Er bot sich sogar an, beim Streich gegen Remus zu helfen, aber nichts brachte seinen Paten auf andere Gedanken.

Molly tauchte kurz vor dem Mittagessen mit mehreren Tüten bepackt auf. Es war nicht nur Sirius der neue Sachen bekam auch Remus konnte sich nicht gegen zwei neue Hemden, zwei neue Hosen und einen neuen Umhang wehren. Und Molly hatte auch für Ron, Hermine und Harry neue Umhänge und für die Jungen auch neue Hemden gekauft. Die Hemden waren, bis auf Remus alle weiß. Sirius Umhang hatte einen tiefen blau Ton und dazu passend eine schwarze Hose. Rons Umhang war in einem feuerrot und Hermine bekam ein Champagnerfarbener, Harrys Umhang war ein tiefes Grün, das laut Mollys Aussage seine Augen jetzt ohne die Brille noch mehr unterstrich. Remus dagegen bekam ein ockerfarbenes Hemd, eine hellbraune Hose und einen Umhang in derselben Farbe.

„Molly wirklich… das hätte doch nicht nötig getan", versuche Remus sich auch nach einer Stunde und der Anprobe noch dagegen zu wehren.

„Es steht dir aber", meinte Harry und fing sich auch einen missmutigen, aber nicht ganz ernst gemeinten Blick ein.

„Du kommst mit ins, Bad Sirius. Wir müssen was mit deinen Haaren machen", meinte Molly.

„Was? Nein. Vergiss es. Ich mach ja vieles mit, aber da nicht", protestierte er und ehe irgendwer reagieren konnte, war er als Hund schon zur Tür hinaus und die Stufen hinaufgewetzt.

„Aber so kann er doch nicht gehen? Er sieht doch auch wie ein Landstreicher", protestierte Molly.

„Ach was. Ich finde lange Haare stehen ihm", nahm Harry seien Paten in Schutz und Remus sah ihn verwundert an.

„Du erwartest doch nicht…", begann er und Harry fing an zu kichern.

„Nein, Moony. Ich sagte sie stehen Sirius. Du gefällst mir so wie du bist." Dabei war er auf Remus zugegangen und drückte ihm einen Kuss auf den Mund. „Ich werde mal nach unserem Streuner sehen. Vielleicht bekomm ich ihn dazu sich zu rasieren", sagte er dann und verschwand auch die Stufen nach oben.

Nachdenklich ging er über den Flur zu Sirius Zimmer. Ihm war es vorher nie so bewusst gewesen, aber wenn er daran dachte, wie temperamentvoll Linnéa doch war,… so im nach hinein betrachtet war diese Ähnlichkeit kaum zu übersehen. Und Saphiras Souveränität auch. Die gleiche wie bei Remus. Und auch so viele Gesichtszüge glichen sich. Wenn sie einen skeptisch musterte, oder auch die ernste Miene. Und es viel ihm nicht leicht den beiden nichts davon zu sagen, aber er hatte es geschworen. Außerdem hatte ihn auch Hermine gründlich darüber aufgeklärt, dass man erstens nicht über die Zukunft verraten durfte, um sie nicht zu verändern und zweitens durch den Eingriff der drei sich ja auch schon verändert hatte. Es bestand durchaus die Möglichkeit, dass Amy Mathews nie hier auftauchen würde. Es würde also nichts bringen.

Sirius saß in einem Sessel am Fenster und starrte nach draußen. „Wenn du mir an die Haare willst, dann kannst du dich auf was gefasst machen", meinte er in einem Tonfall, dem es deutlich an ernst fehlte.

„Ich will dir allenfalls an die Barthaare", grinste Harry und setze sich zu seinem Paten. „Und hör auf zu grübeln. Ich schwöre dir, wirst du wirklich verurteilt, lass ich alles stehen und liegen und befreie dich. Wir fliehen weit weg und bauen uns ein ganz neues Leben auf."

„Und Voldemort?" fragte Sirius nachdenklich.

„Wenn er was von mir will soll er zu mir kommen. Aber… Remus… könnten wir ihn mitnehmen?" Sirius musste nun doch schmunzeln.

„Er würde dir sowieso überall hin folgen. Das lässt sich also gar nicht vermeiden. Und ich will ja nicht dass du zum Einsiedler wirst." Harry schmunzelte auch leicht.

„Deine Rücksichtnahme freut mich. Dann wirst du mir doch sicher auch ins Bad folgen, denn drei Tagebart kratzt beim Küssen fürchterlich und stehen tut er dir auch nicht." erklärte Harry.

„Küssen? Wann haben wir uns geküsst?" meinte Sirius verwundert, während er Harry folgte.

„Gestern Abend. Du wolltest es als Beweis, dass ich dich lieb habe. Erst hab ich ja nein gesagt, aber du sahst aus als wenn du gleich anfangen würdest zu flennen und damit kann ich erst recht nicht umgehen. Also hab ich dich eben geküsst."

„Oh Mann. Daran kann ich mich echt nicht mehr erinnern", stöhnte der Schwarzgelockte.

„Ich um so besser", meinte Harry und kramte das Rasierzeug aus dem Schrank. „Willst du oder soll ich mich daran versuchen, auf die Gefahr hin, dass ich dich entstelle."

„Üben darfst du an deinem eigenen Gesicht, da lasst ich keinen anderen ran, solang er eine Rasierklinge in den Händen hält, aber wie… wie fandest du es denn?" Harry musste sich auf die Lippe beißen. „So schlimm?"

„Nein", kicherte Harry. „Nein war ganz Ok. Fast so gut wie Remus. Nur etwas zu viel Alkohol und zu stachelig." Sirius zog eine Augenbraue hoch, während er den Schaum auf seinen Wangen verteilte. „Nur fast so gut wie Remus? Da bin ich aber eingerostet."

„Kannst du ja ändern, wenn du frei bist. Ich geh schon mal runter zum essen und wehe du kommst nicht", sagte Harry.

Die nächsten Stunden flogen nur so dahin. Alle gaben sich Mühe Sirius bei Laune zu halten und dann war es plötzlich schon fast Mitternacht und sie gingen alle schleunigst zu Bett. Das Üben hatte Harry sich gespart. Sirius war wichtiger. Und der sah am nächsten Morgen auch aus, als ginge er zu einer Beerdigung, wahrscheinlich seiner eigenen. Während der Morgenstunden, begann Molly dann an allen herumzukritteln. Krawatten wurden drei Mal gebunden, Umhänge zehn Mal glatt gestrichen und Haare zu Recht gezupft. Alle versuchten sie zu beruhigen, aber als Rons Mutter dann zum fünften Mal versuchen wollte Harrys wilde Mähne in Ordnung zu bringen, platze ihm der Kragen.

„Molly! Hör endlich auf! Du machst uns total wahnsinnig! Und meine Haare machen eh das was sie wollen!" Alle starten Harry ziemlich verdutzt an und Molly seufzte tief.

„Ich will doch nur das ihr…", meinte sie und wollte Harrys Krawatte, sie hatte für hin und Ron heute Morgen plötzlich auch welche gehabt, noch mal zu Recht zupfen, aber er griff nach ihren Händen.

„Molly", sagte er barsch und atmete tief durch, um sich nicht noch mehr anzuschreien. „Wir sind schon nervös genug. Du machst es nur noch schlimmer. Wir sehen alle perfekt aus. Wir wollen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen."

„Wir müssen eh los. Kommt", meinte Remus. Er hatte seine Krawatte etwas lockerer gezogen, da Molly ihm bei ihrem letzten überfall auf ihn fast die Luft abgeschnürt hatte. Harry nickte ihm zu und folgte dann Sirius aus dem Haus.


Und? Wie war's?

Ok ich gestehe, es gibt spannendere Chaps in dieser Gesichte. Aber ich verspreche euch, das nächste wird wieder Haarsträubender, denn es geht vor Gericht und Sirius Schicksal wird sich entscheiden.

Bis nächst Woche,

Eure Umo