A/N: Wahnsinn! Ihr seid klasse! 34 Reviews allein für das erste Kapitel! Wow! Damit hätte ich nicht gerechnet - vielen, vielen Dank!
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DMD6F - Kapitel 2: ANFANGSZEIT – EIN UNTERRICHT WIRD GEPLANT
Am nächsten Morgen gab es für alle die neuen Stundenpläne, die jedoch allesamt durch das Wort „vorläufig" gekennzeichnet waren. Als Erstes hatten Harry und seine Freunde zwei Stunden Verwandlung bei McGonagall, ihrer Hauslehrerin. Danach folgten dann je eine Doppelstunde Kräuterkunde und Zaubertränke sowie jeweils eine Stunde Geschichte der Zauberei und Zauberkunst. Für den Abend waren bei Harry und Hermine im Gegensatz zu ihren Freunden, welche den Abend frei hatten, noch drei Stunden „Beratungsgespräche" aufgeführt. Die anderen Tage waren ähnlich voll gepackt mit Unterrichtsstunden. Am Dienstag hatten sie ausschließlich VgddK und Zauberkunst, aber dafür beides jeweils vier Stunden lang. Mittwochs hatten sie wieder Kräuterkunde und Zaubertränke - die beiden Fächer wurden jetzt immer direkt nacheinander unterrichtet - und dann noch Verwandlung und Pflege magischer Geschöpfe. Donnerstags waren die ersten vier Stunden für die Wahlfächer wie Alte Runen oder Wahrsagen reserviert, danach hatten sie wieder VgddK, Verwandlung und Zauberkunst und am Abend dann Astronomie. Der Freitag war gefüllt mit Kräuterkunde und Zaubertränke und Geschichte. Dann kamen wieder vier Unterrichtsstunden mit den Wahlfächern, und die letzte Stunde hatten sie frei. In diesem Jahr gab es erstmals auch am Samstag Unterricht, der gesamte Vormittag war reserviert für den zusätzlichen Unterricht, den Harry mit seinen Freunden geben sollte.
Im Verwandlungsunterricht trafen sie nun zum ersten Mal auf die Mitschüler ihres Jahrgangs aus den anderen Häusern. Ungewöhnlicher Weise gab es dabei keine Rangeleien, es war als ob jeder erst einmal abwarten würde. Gerade Harry und Draco Malfoy warfen sich immer wieder fragende Blicke zu, aber keiner der beiden sagte auch nur irgendetwas, wofür sich nicht nur Hermine im Stillen bedankte. McGonagall wiederholte nur den Stoff der vergangenen Jahre, so dass Harry und Hermine, die ja auf Avalon lange Zeit ohne Zauberstab gezaubert hatten, keine Probleme hatten. Auch Ron und Neville kamen gut zurecht.
Mit einem Schwenker von McGonagalls Zauberstab hatte jeder ein Streichholz vor sich liegen. Dieses mussten sie dann in eine Nadel verwandeln und vervielfältigen. Eine der Nadeln sollte dann in ein Kissen verwandelt werden, auf dessen Oberseite die übrigen Nadeln ihren Platz finden sollten. Das Nadelkissen musste dann in einen Igel verwandelt werden, dieser in eine Uhr, welche wiederum in eine Eule verwandelt wurde (Harrys sah verdächtig nach Hedwig aus). Aus der Eule wurde dann ein Tisch, der schon bald einem Schweinchen weichen musste, welches schließlich zu einem Schmuckstück (je nach Wahl Ohrring, Kette, Armband etc.) verwandelt wurde. Nicht alle Schüler kamen soweit mit, und dementsprechend vergab McGonagall auch die Hausaufgaben. In ihrer zweiten Verwandlungsstunde übten sie den Aufrufe- und Verschwindezauber, bevor sie die ersten Grundlagen für das Erschaffen von Gegenständen kennen lernten. Weder Harry noch seine Freunde ließen sich anmerken, dass ihnen dieses Thema nun überhaupt keine Schwierigkeiten bereitete, auch wenn sie mitunter nur so taten als wenn sie ihren Zauberstab benutzen würden, tatsächlich aber stablose Magie wirkten.
Im Unterricht von Professor Sprout erfuhren sie nun auch, warum sie in diesem Jahr Kräuterkunde und Zaubertränke quasi immer im Doppelpack hatten: Nachdem sie in den letzten Jahren einen allgemeinen Überblick über die Welt der magischen Pflanzen bekommen hatten, sollten sie sich nun verstärkt mit den Pflanzen beschäftigen, die sie für die verschiedensten Zaubertränke benötigten. Im ersten Halbjahr würden sie noch genauso viel Unterricht in Kräuterkunde bekommen wie in Zaubertränke, während sie im zweiten Halbjahr nur noch zwei Stunden Kräuterkunde pro Woche hatten. In der dadurch frei werdenden Zeit würden sie lernen Heiltränke zu brauen.
Das Mittagessen verlief ohne Zwischenfälle, und auch während sie in den Kerkern darauf warteten, dass Professor Snape sie in seinen Klassenraum hinein lassen würde, ignorierten sich die bisher verfeindeten Schüler weitestgehend. Bei Severus Snape hingegen sah das wieder ganz anders aus – er hackte auf den Gryffindors und besonders Harry und Neville herum, wie man es von ihm eben gewöhnt war. Auch wenn es sie ärgerte, beide wussten dass Snape seine Rolle weiter spielen musste um nicht aufzufliegen, und so fügten sie sich ihrem Schicksal. Hermine hingegen wurde von Snape ignoriert, wahrscheinlich weil er sich nicht sicher war, ob er sie nun als „Miss Granger" oder als „Mrs. Potter" anreden sollte. Wahrscheinlich dachte er gar nicht daran dass er sie auf Grund des Fideliuszaubers ja gar nicht als Harrys Angetraute ansprechen konnte, so lange Nichteingeweihte anwesend waren. Insgesamt verliefen auch diese beiden Stunden den Umständen entsprechend ruhig.
In Geschichte der Zauberei wollte Professor Binns, der einzige Geist den die Schüler als Lehrer hatten, schon wieder die Koboldaufstände behandeln. Dadurch schaltete sogar Hermine ab und kuschelte sich an Harry, was aber bei den Holzstühlen, auf denen sie saßen, nicht wirklich bequem war. Harry hingegen hatte sich einen Bogen Pergament geschnappt, auf dem er seine Gedanken zu seinem zusätzlichen Unterricht notierte. Durch den im Vergleich zu den vergangenen Jahren ungewöhnlichen Stundenplan hatte er ein paar Ideen bekommen, die er mit in seinen Unterricht einbauen wollte. Auch Ron beteiligte sich mit daran, als er merkte, was Harry tat. Schließlich steuerte auch Hermine ein paar Ideen mit bei.
Im Unterricht von Professor Filius Flitwick wiederholten sie ebenfalls den Stoff der letzten Jahre, und auch hier hatten die wenigsten Schüler Probleme. Allerdings waren sie alle begeistert, als der wohl kleinste Professor aller Zeiten ihnen bekannt gab, dass er ihnen im Laufe des Jahres das Apparieren beibringen wollte, denn bis spätestens zum Ende der nächsten Sommerferien würden sie alle volljährig sein und könnten dann ihre Apparationslizenz in einer Prüfung erwerben. Nachdem er ihnen eine etwas genauere Übersicht über die noch kommenden Unterrichtsthemen gegeben hatte, war der Unterricht für diesen ersten Schultag auch schon vorbei und bis auf ein paar wenige Ausnahmen hatten die Schüler jetzt frei.
Harry und Hermine verabschiedeten sich von ihren Freunden, sie wollten ihre Hauslehrerin aufsuchen, da sie ja jetzt die „Beratungsgespräche" haben sollten, was auch immer sich dahinter verbergen würde. Minerva erwartete sie auch schon, und zur Überraschung der beiden Schüler waren auch Remus und Tonks anwesend. „Kommt rein und nehmt Platz", forderte Minerva sie freundlich auf. „Wir haben euch zwar erst nach dem Abendessen erwartet, aber wir können ja bis zum Essen zumindest die ersten Themen durchnehmen. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, geht es hauptsächlich um die Planung das Samstagsunterrichtes. Da es euer Unterricht ist, wollten wir euch fragen, was ihr bis jetzt geplant habt?"
Nachdem das junge Ehepaar Platz genommen hatte, zog Harry seine Notizen aus der Tasche. „Also, da wir bereits im letzten Jahr den DA-Club recht erfolgreich durchgeführt haben, können wir diesen als ersten Anhaltspunkt nehmen. Allerdings sind wir inzwischen der Meinung, dass das was wir damals gemacht haben bei weitem nicht ausreichend ist. Ähm, bevor wir fortfahren – eine Zwischenfrage: Tonks, bist du inzwischen über das was in den Ferien passiert ist eingeweiht worden?" „Wenn du euren Aufenthalt bei Emrys meinst – ja, Albus und vor allem Remus haben mich darüber aufgeklärt und mich zwangsläufig mit in den Fidelius einbezogen. Herzlichen Glückwunsch übrigens noch nachträglich!" „Danke! Nun, da du schon informiert bist, spart uns das eine Menge Zeit. Also, wir hatten ja ursprünglich geplant, neben Verteidigung gegen die dunklen Künste auch Duellieren, Zauberkunst und natürlich auch Verwandlung mit in den Unterricht einfließen zu lassen. Die neuen Stundenpläne haben uns jedoch auf die Idee gebracht, nun auch noch Heilmagie, Sport und Selbstverteidigung nach Muggelart mit einzubringen." „Wozu denn Sport? Und was ist diese Selbstverteidigung nach Muggelart?", wollten Remus und Tonks wissen, und auch Minerva schaute sie fragend an.
„Ganz einfach: Mit Sport meinen wir Bewegungsübungen wie Laufen oder besser gesagt Joggen, Gymnastik und das eine oder andere Spiel wie Handball, Fußball oder ähnliches. Das ziel dieser Aktion ist, unsere Mitschüler körperlich fit zu machen, denn ein körperlich trainierter Zauberer bzw. eine Hexe ist wesentlich ausdauernder, was sich dann auch in einem Duell auszahlen sollte. Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Gegner den meisten Schülern auch bei einem erfolgreichen Zusatzunterricht bei weitem überlegen sein dürften, da sie wesentlich mehr Erfahrung im Kampf und im Duell haben. Die Selbstverteidigung nach Muggelart dient zwei verschiedenen Zwecken: Zum einen kann man auch damit den Körper trainieren, und zum anderen ist es eine Möglichkeit, sich zur Not auch ohne Zauberstab zu verteidigen, allerdings nur im Kampf Mann gegen Mann. Die Muggel haben in den letzten Jahrzehnten verschiedene Kampfsporttechniken entwickelt, und ich beabsichtige, mit Albus' Genehmigung einen oder mehrere Trainer aus der Muggelwelt hier her zu holen. Aber Sport und Selbstverteidigung sind eigentlich Themen, die wir nicht am Wochenende unterrichten wollten, sondern unter der Woche in den Abendstunden, sofern wir die Genehmigung dazu bekommen."
Hermines Ausführungen lösten bei ihren Zuhörern unterschiedliche Reaktionen aus. Während Remus und Tonks vorbehaltlos zustimmten, blieb Minerva recht skeptisch. Sie war halt eben zu sehr mit der Welt der Zauberer verbunden, als dass sie sich solche Muggelaktivitäten genauer vorstellen konnte. Aber da im Moment noch keine Entscheidung darüber notwendig war, blieb ihre Haltung erst einmal irrelevant.
Nach einem Blick auf seine Uhr bemerkte Harry, dass es eigentlich schon Zeit zum Abendessen war. Aber keiner der Anwesenden war besonders hungrig, und so rief Harry mit seinen Gedanken nach Fawkes, um ihn eine Nachricht für Albus und Ron zu übergeben. Danach gingen sie in ihren neuen Klassenraum, wo Harry einen großen Tisch erschuf. Minerva sorgte für die benötigten Stühle, und Hermine kümmerte sich um die Schreibutensilien. Gemeinsam zauberten sie dann noch ein paar Häppchen und Getränke für alle herbei, während sie auf ihre Freunde warteten.
Nach ein paar Minuten kamen zuerst Ron und Luna sowie Ginny und Neville herein, und schließlich auch Albus Dumbledore und Professor Flitwick. Als alle Platz genommen hatten, eröffnete Harry die Runde. „Vielen Dank, dass ihr alle so schnell hergekommen seid. Ich hoffe, ihr habt nichts dagegen, wenn wir dieses Gespräch protokollieren? Nein? Gut!" Damit nahm sich Hermine einen Stapel Pergamentbögen und eine selbstschreibende Feder (ähnlich der von Rita Kimmkorn, nur das Hermines Feder nur die tatsächlich gesprochenen Wörter 1:1 notierte) und legte sie vor sich hin. „Also, Hermine und ich hatten ja auf unseren Stundenplan drei Stunden ‚Beratungsgespräche' stehen, und Professor McGonagall sagte uns inzwischen, dass es dabei um die Planung für unseren Samstagsunterricht geht. Übrigens, den Titel ‚Selbstverteidigung' finde ich ganz passend…" „Danke, Harry, das war meine Idee!", warf Remus mit einem Grinsen auf den Lippen ein. Dann wiederholte Harry das, was Hermine vorhin zu Minerva, Remus und Tonks gesagt hatte. Auch bei ihren eigenen Freunden ernteten sie sehr skeptische Blicke zum Thema Selbstverteidigung nach Muggelart, die sich erst dann änderten, als Harry bemerkte, dass dazu auch Fechtunterricht gehörte. „Wir dachten uns, dass der sportliche Teil an zwei oder drei Abenden in der Woche stattfinden könnte. Wichtig ist hierbei die regelmäßige Teilnahme, da sonst das Training umsonst ist." „Und wo soll dieses Training denn stattfinden?", fragte der Professor für Zauberkunst. „Nun, es gibt hier in Hogwarts einen Raum, der dafür ganz gut geeignet ist. Er müsste nur gereinigt, etwas vergrößert und vor allem gelüftet werden. Auch müssen wir noch einen für alle offen stehenden Zugang bauen. Ich rede von der Kammer des Schreckens, sie dürfte am besten für unser Vorhaben geeignet sein."
„Ich habe dir dazu ja bereits meine Zustimmung gegeben, Harry. Hat jemand von euch Einwände dagegen? Was meinst du dazu, Ginevra?", fragte der Schulleiter. Die anwesenden Lehrer gaben zögernd ihre Zustimmung, und auch Ginny nickte. „Wenigstens wird die Kammer so für etwas Nützliches genutzt!" Harry stimmte ihr zu, bevor er seine Ausführungen fortsetzte. „Wir waren uns ja schon einig, dass wir bei unserem zusätzlichen Unterricht mehrere Fachgebiete mit einbeziehen. Wir haben uns nun folgendes überlegt: An den ersten beiden Samstagen werden wir die Schüler erst einmal in gemischten Gruppen testen, auch in Duellen, und dabei versuchen ihre Fähigkeiten einzuschätzen. Ich möchte euch alle dabei um eure Unterstützung bitten, da das Ganze sonst viel zu lange dauert. Hilfreich wären vielleicht auch Hinweise der Lehrer, wo die Stärken und Schwächen der Schüler in den einzelnen Fächern liegen, sofern sie unseren Unterricht berühren. Wenn wir das haben, sollten wir die Gruppen nach ihrem Wissensstand neu aufteilen.
Da wir samstags immer fünf Stunden zur Verfügung haben, würde ich diese Stunden gerne in zwei Blöcke aufteilen, mit einer kleinen Pause dazwischen. Im ersten Block könnten wir zum Beispiel Schutzzauber behandeln, und im zweiten dann Duelltaktiken. Am Samstag darauf kommen dann zwei andere Themen dran. Generell hatte ich vor, folgende Themen zu behandeln: personen- und gebäudebezogene Schutzzauber, Taktiken und Strategien für den Kampf und das Duell, Selbstverteidigung und Selbstschutz jeglicher Art, Tarnen und Täuschen, Geheimnisverwahrung, eine Erste-Hilfe-Ausbildung und natürlich auch Waffenkampf. Zwei Themengebiete sollten wir vielleicht auch mit aufnehmen, und zwar, wie man sich eine gewisse Zeit lang mit und auch ohne Magie selbst versorgen kann, und wie man in bestimmten Situationen miteinander kommunizieren kann. Was meint ihr dazu?"
Die Anwesenden brauchten erst einmal ein paar Minuten, um das alles zu verdauen. Dann meldete sich der Schulleiter zu Wort: „Harry, Hermine, ich denke ich spreche für alle hier, wenn ich sage, dass wir von eurer Planung sehr beeindruckt sind. Ihr habt Themengebiete mit aufgeführt, an die selbst ich nicht gedacht habe, und ich habe nun schon in mehr als einem Krieg mitgekämpft. Aber wie wollt ihr das alles umsetzen?" „Nun, in der Vergangenheit habe ich gelernt, dass ich nicht alles allein schaffen kann, dass ich die Unterstützung meiner Freunde brauche. Und genau darum möchte ich euch nun bitten. Da es unser aller Kampf ist, sollten wir uns auch gemeinsam darauf vorbereiten. Wir alle müssen noch viel lernen! Wir jüngeren müssen lernen uns zu gedulden und Verantwortung zu übernehmen, und ihr älteren müsst lernen, uns diese Verantwortung auch zu überlassen. Deswegen haben wir uns überlegt, dass es vielleicht am besten ist, wenn die Ausbilder sozusagen immer im Doppelpack auftreten – immer ein älterer, erfahrener Zauberer zusammen mit einem jüngeren, der noch seine Erfahrungen sammeln muss. Stimmt ihr uns soweit zu?" Remus grinste, Tonks strahlte, Minerva hatte ihre Stirn in Falten gezogen, Filius Flitwick nickte dauernd und murmelte „wie wahr, wie wahr" in seinen Bart, und Albus Dumbledore, der mit Abstand älteste unter ihnen, ließ seine Augen funkeln, während er Harry seine Zustimmung gab.
„Bei Taktik und Strategie dachte ich an ‚Mad Eye' Moody und an Ron…" „An mich?", warf der Rothaarige ein. „Ja DU, Ron! Du bist der beste Schachspieler in ganz Hogwarts, bisher hat dich noch niemand geschlagen! Und alle Strategien beim Spiel hast du dir selbst ausgedacht bzw. beigebracht und auch beim Quidditch tüftelst du immer die tollsten Strategien aus – glaubst du nicht auch, das du das auch bei unserem Kampf umsetzen kannst?" Rons Ohren hatten einen verdächtigen Rotton angenommen, der mit seinen Haaren konkurrierte. Jeder konnte sehen, dass er sich über Harrys Lob freute. „So habe ich das noch gar nicht gesehen…", murmelte er. „Meinst du wirklich, ich kann das schaffen?" „Natürlich, Ron! Sonst hätte ich dir das wohl kaum gesagt! Du hast das Talent in Sachen Taktik und Strategie, aber was dir fehlt ist die Erfahrung im Kampf. Und die hat ‚Mad Eye', deswegen sollt ihr das ja zusammen machen! Selbstverständlich nur, wenn ihr beide damit einverstanden seit, und natürlich auch du, Albus. Also, was sagt ihr?" Ron war zwar noch nicht ganz davon überzeugt, dass er das schaffen würde, aber er stimmte trotzdem zu. Auch der Schulleiter gab seine Zustimmung und versprach, mit dem ehemaligen Auror zu reden.
„Gut, kommen wir zum Thema Tarnen und Täuschen. Eigentlich fällt das in den Bereich Verwandlung und Zauberkunst, deswegen wollten wir Sie, Professor McGonagall und Professor Flitwick, bitten uns entsprechend abwechselnd zu unterstützen. Und auch du, Tonks, kannst uns dabei eine große Hilfe sein. Du hast schon so tolle Verkleidungen gehabt, dass selbst wir dich nicht immer erkannt haben – dir scheinen dabei nie die Ideen auszugehen, und genau DAS erhoffen wir uns von dir. Wir wissen, dass deine Fähigkeiten von uns nicht erlernt werden können, zumindest von den meisten von uns nicht, aber allein schon deine Ideen für eine wirkungsvolle Verkleidung sind für uns Gold wert! Also, bist du mit dabei?" „Natürlich!", entgegnete die junge Aurorin. „Deswegen bin ich doch hier!" „Danke. Sind Sie beide ebenfalls einverstanden?", fragte Harry die Professoren McGonagall und Flitwick, und beide stimmten zu. „Gut. Den Part der Jüngeren übernehmen vorerst Hermine und ich, denn wir haben auch so unsere Möglichkeiten zur Tarnung. Oder dachtet ihr, meine Sehschwäche hat sich von allein behoben?"
Nachdem sich das Gelächter wieder gelegt hatte, übernahm Hermine die Ausführungen. „Den Bereich Geheimnisverwahrung wollten wir etwas aufteilen. Zum einen gehören da auch die entsprechenden Sprüche dazu wie der Fidelius-Zauber, aber auch Okklumentik. Gerade Okklumentik können wir inzwischen selbst ausbilden, aber bei dieser Anzahl von Schülern werden wir das allein niemals schaffen. Deswegen wollten wir dich, Albus, und auch Professor Snape um Unterstützung bitten. Was nun aber den die entsprechenden Zaubersprüche angeht, da sind wir auf deine Unterstützung angewiesen, da wir diese Sprüche nicht kennen. Wir haben das auf unserer eigenen Art und Weise gelöst. Uns ist klar, das wir unseren Mitschülern in all den Themengebieten nur das Grundwissen beibringen und das schon Vorhandene festigen können, aber wir wollen von Zeit zu Zeit Prüfungen durchführen, und danach dann die Gruppen neu zusammenstellen. Nicht jeder muss alles können, wenn jemand in einem Gebiet nun gar kein Talent zeigt, dann hört halt eben der oder die jenige in diesem Bereich auf und verstärkt sein Engagement dann auf anderen Gebieten, wo er oder sie mehr Geschick zeigt. Das wird aber nur funktionieren, wenn wir alle zusammen arbeiten und uns ständig über die Ergebnisse austauschen, da wir nicht immer alle gleichzeitig anwesend sein können. Auch scheue ich mich nicht, einen unserer Mitschüler zum Ausbilder zu machen, wenn dieser das Zeug dazu hat.
Das Thema personen- und gebäudebezogene Schutzzauber gehört zum Teil auch mit zur Geheimnisverwahrung, aber eben nur zum Teil. Remus, könntest du diesen Teil übernehmen zusammen mit Ginny und mir?" Remus nickte und die jüngste der Weasleys zeigte sich überrascht, von Hermine als Ausbilderin vorgeschlagen zu werden. „Hey, Gin, Emrys hat mir von deinen Schutzschilden erzählt, die sind genauso gut wie meine oder Harrys, wenn wir die Elfenmagie weglassen…", sagte Hermine ihrer besten Freundin, um ihr etwas Mut und Selbstvertrauen zuzusprechen.
„Was nun den Waffenkampf angeht, hier dachten wir, dass es vielleicht besser ist wenn wir gemeinsam die Schüler aussuchen, die wir im Schwertkampf oder auch mit Degen, Dolchen etc. ausbilden. Ich glaube nicht, dass jeder dazu geeignet ist, und wir wollen die Entscheidung auch vom Fortschritt der Einzelnen in den anderen Unterrichtsthemen abhängig machen.
Wegen der Erste-Hilfe-Ausbildung wollte Harry noch mit Madam Pomfrey reden, später können da sicher auch meine Eltern mit helfen. Das Duellieren könnte vielleicht Professor Flitwick, aber auch Professor Snape interessieren. Und natürlich auch Remus. Für den Bereich Kommunikation haben wir noch niemanden, ehrlich gesagt wissen wir selbst noch nicht, was es da für Möglichkeiten gibt und wer das übernehmen könnte. Ich muss mich wohl mal wieder in der Bibliothek verkriechen…
Naja, egal. Das Thema Eigenversorgung könnte zumindest für den magischen Bereich Molly übernehmen, und für den nichtmagischen Bereich werden wir auch noch jemanden finden. Zum Thema Selbstschutz und Selbstverteidigung hat Harry sich noch ein paar Gedanken gemacht. Schatz, willst du das selbst vortragen?", wandte sich Hermine an ihren Mann. Die anderen Anwesenden mussten unwillkürlich lächeln, für sie war das noch etwas ungewohnt. Aber es schien, als wäre es hochgradig ansteckend, so liebevoll wie sich Harry und Hermine gegenseitig behandelten, denn es begann schon auf die Anderen abzufärben. Ein zumindest sehr gewissenhafter Beobachter würde dies sicherlich bestätigen können, man musste sich nur mal Ron & Luna sowie Tonks & Remus ansehen…
„Also", übernahm Harry den Gesprächsfaden seiner Frau, „für Selbstschutz und Selbstverteidigung habe ich mir folgendes überlegt: Da es ja im Großen und Ganzen eine Zusammenfassung aller anderen Themengebiete ist, wäre vielleicht ein Parcours angebracht, der sich ständig selbst verändert, so dass man immer wieder andere Situationen vorfindet, mit denen man dann üben und trainieren kann. Wir bräuchten einen großen Raum, den wir dauerhaft verändern können. Die Simulation muss eigentlich alles umfassen, was uns passieren kann. Also Kampf in einem Wald, Häuserkampf, Kampf gegen Todesser und magische Wesen, Überlebenstraining in den verschiedensten Situationen und so weiter. Und natürlich ebenso viele Kombinationen aus den einzelnen Szenarien mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen. Wenn wir das richtig aufziehen wäre das auch eine prima Trainingsmöglichkeit für die Auroren und die Mitglieder des Ordens.
Eine Bemerkung zum Sport bzw. Kampfsport möchte ich noch machen: Mir ist aufgefallen, dass ihr euch darunter nicht unbedingt sehr viel vorstellen könnt. Ich möchte daher vorschlagen, dass wir gemeinsam einen Ausflug in die Welt der Muggel machen und uns das einmal genauer ansehen. Seid ihr damit einverstanden?"
Nach einigem hin und her stimmten alle zu, gemeinsam einen Ausflug nach London zu machen. Hermine wollte sich um alles Weitere kümmern. Sowieso war Hermine diejenige, die alles plante und organisierte. Harry wäre ohne ihr Organisationstalent schon längst aufgeschmissen gewesen, was er auch vor den anderen gestand. Nach einigen Minuten des Nachdenkens wandte sich dann der Schulleiter an die anwesenden Freunde: „Ich glaube ihr stimmt mir alle zu, dass Harry und Hermine allein schon mit der Planung des Zusatzunterrichtes Großartiges geleistet haben. Obwohl beide noch nicht die Erfahrungen haben können, die wir Älteren im Laufe unseres Lebens machen mussten, haben sie an viele Dinge gedacht, die selbst ich vergessen hätte." Albus neigte sein Haupt vor den beiden, bevor er weiter sprach. „Ihr habt meinen tiefsten Respekt! Und ihr seid beide mehr als würdig, meine Nachfolger zu werden! Ich weiß, Harry, dass du das nicht hören willst, aber irgendwann wird auch meine Zeit kommen… Auf jeden Fall hat mich einiges von dem, was ihr gesagt habt, ziemlich nachdenklich gemacht. Ihr habt Recht damit, wenn ihr sagt, dass wir Älteren lernen müssen, euch mehr zu vertrauen und euch mehr Verantwortung zu geben, und dass ihr Jüngeren lernen müsst, mit dieser Verantwortung umzugehen. Daher möchte ich gleich einen ersten Schritt in diese Richtung gehen: Wenn alle damit einverstanden sind, möchte ich das Harry die Leitung und die Gesamtverantwortung für diese gesamte zusätzliche Ausbildung übernimmt. Du wärst damit praktisch nur mir als dem Schulleiter und natürlich auch dem Schulrat gegenüber rechenschaftspflichtig. Weiterhin möchte ich, dass Hermine als deine Stellvertreterin die Organisation des Projektes übernimmt. Du scheinst da wirklich ein gutes Händchen dafür zu haben! Ron soll den Bereich Taktik / Strategie übernehmen, Ginny den Personen- und Gebäudeschutz und Tonks zumindest vorläufig das Gebiet Tarnung. Wann immer es geht soll ein Schüler die Verantwortung für einen Bereich übernehmen, aber einen Erwachsenen zur Unterstützung zur Seite gestellt bekommen. Nur wenn es wirklich nicht anders geht oder die Gesetze das so verlangen, wird ein bereits voll ausgebildeter Zauberer bzw. eine Hexe den jeweiligen Bereich übernehmen. Eure Einverständnis vorausgesetzt, würde ich den Bereich Geheimnisverwahrung und Minerva sollte vielleicht den Bereich ‚Animagus-Verwandlung' übernehmen. Und für die Heilausbildung sollten wir entweder Madam Pomfrey oder Hermines Eltern verpflichten, wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Lasst uns darüber abstimmen!"
Die Abstimmung ging einstimmig aus, und alle angesprochenen Themen wurden so angenommen, wie Harry und Hermine es geplant hatten. Erleichtert widmeten sich alle nun endlich dem bereitstehenden Imbiss, und Hermine beendete die Protokollierung. Schnell machte sie eine Kopie der voll geschriebenen Pergamente und übergab sie dem Schulleiter.
„Harry", wandte sich der Professor für Zauberkünste an seinen Schüler, „Ich habe festgestellt, dass du seit den Ferien recht vertraut mit unserem Schulleiter umgehst. Hat das vielleicht einen bestimmten Grund? Ich weiß, dass gehört sich nicht, aber ich bin so schrecklich neugierig…" Harry musste zwar grinsen, doch dann suchte er den Blick seines Ahnens, und dieser nickte ihm kaum merklich zu. „Nun, auf Avalon haben Hermine und ich den Stammbaum der Potters bekommen. Dabei haben wir festgestellt, dass nicht nur Professor McGonagall mit uns verwandt ist, wenn auch sehr weitläufig, sondern auch die Weasleys. Ron ist sozusagen ein Cousin von mir, auch wenn man die Ecken, die dazwischen liegen, schon gar nicht mehr zählen kann. Aber das Interessanteste für uns war eigentlich, dass Albus Dumbledore genauso mit Godric Gryffindor verwandt ist wie ich selbst. Wir stammen beide derselben Blutlinie ab – Albus ist mein Ururgroßvater!"
Welche Reaktion auch immer Harry von seinem Professor erwartet hatte – diese sicherlich nicht! Denn Filius Flitwick sagte nur „Aha! Das hatte ich schon vermutet!" Als er dann Harrys ungläubiges Gesicht sah, musste der kleine und doch so große Professor lachen. „Oh Harry, jetzt hättest du aber dein Gesicht sehen sollen! Köstlich, einfach köstlich!", giggelte er. „Wenn man über viele Jahrzehnte hinweg Ahnenforschung betreibt und dann noch jahrelang beobachte, wie besorgt Albus immer um dich war, dann musste man irgendwann zu dieser Erkenntnis kommen!"
Später dann machte Flitwick seinen besten Schülern ein Angebot. „Wenn ihr es schafft, dass einer oder eine von euch mich im Duell besiegt, dann könnt ihr mich Filius nennen, von mir aus auch im Unterricht! Einverstanden?" Damit streckte er seine Hand in Richtung Harry und Hermine aus, und beide schlugen nacheinander ein. Die anderen Lehrer und Schüler sahen interessiert zu, wie Harry und Filius ihre Duellpositionen einnahmen, nachdem Harry sich mit seiner Hermine darauf geeinigt hatte, dass sie es beide versuchen würden.
Die beiden Kontrahenten verbeugten sich voreinander, und kaum dass sich Harry wieder aufgerichtet hatte wurde er auch schon von seinem Professor angegriffen. Harry verzichtete ganz bewusst auf die Elfen- bzw. Elementarmagie, nur seinen persönlichen Schutzschild, den er ständig aktiviert hatte und den nur Hermine auf Grund ihrer Seelenpartnerschaft und ihrer Hochzeit durchdringen konnte, ließ er wie er war. Eine ganze Weile lang wich Harry den Sprüchen und Flüchen seines Professors nur aus, bis es ihm zu bunt wurde und er aktiv mit in das Geschehen eingriff. Allerdings achtete Harry darauf, dass er nur die Magie verwendete, die er bereits in der Schule gelernt hatte. Da allerdings seine Sprüche durch seine extrem erstarkte Magie auch mit gestärkt wurden, gewann er schnell die Oberhand. Filius bemerkte dies natürlich auch, und so begann er Sprüche und Flüche einzusetzen, die in keinem Lehrbuch standen. Harry glich dies aus, indem er seine durch die Magie der Elfen und der Atlanter verstärkten und verbesserten Sinne und Reflexe einsetzte. Harry wurde immer schneller, so dass Filius Probleme bekam, überhaupt noch richtig zielen zu können.
Irgendwann setzte der Professor alles ein was er nur einsetzen konnte. Schwarze Magie ebenso wie Weiße Magie – alles was nicht verboten war wurde nun von Filius eingesetzt. Und noch immer hatte Harry nicht wirklich angegriffen, er hatte sich nur verteidigt, oder er war einfach ausgewichen. Dem Professor rann nun schon der Schweiß in Strömen hinunter, doch Harry fühlte sich gerade richtig wohl – so als hätte er gerade mit Hermine ihren morgendlichen Lauf hinter sich gebracht. Schließlich blieb Filius schnaufend und nach Luft japsend stehen, was Harry dazu brachte, ihn grinsend anzusehen. „Was ist los, Professor? Sind Sie etwa schon nach der Aufwärmrunde müde? Ich wollte Sie schon fragen, wann wir nun anfangen uns zu duellieren…" Filius riss geschockt seine Augen auf. „Harry … ich … kann … nicht … mehr… !", keuchte er.
Nach etlichen Minuten, Filius war wieder zu Atem gekommen und auch sein Puls hatte sich wieder beruhigt, stellte er sich vor den am Boden sitzenden Harry. „Warum hast du mich nicht ein einziges Mal richtig angegriffen?" „Warum sollte ich das tun, Professor? Haben Sie etwa schon mit ihrem Leben abgeschlossen?", fragte Harry, und man konnte ganz deutlich hören dass es ihm damit völlig ernst war, und nicht wenige mussten ziemlich hart schlucken. „Wenn dich nun mehrere Dementoren, Werwölfe, Todesser und Riesen angegriffen hätten, was hättest du dann gemacht?", konterte Professor Flitwick. Harry sah kurz zu seiner Frau, und diese nickte. Sie hatte verstanden, was Harry ihnen zeigen wollte.
Also vergrößerte Hermine den Raum dermaßen, dass er gut 50 Meter hoch und über 500 Meter lang war. Dann verstärkte sie die hintere Wand und legte jeden Schutzzauber und jedes Schutzschild darüber, das ihr nützlich erschien. Harry dagegen erschuf etliche Baumstämme und ließ sie in den von Hermine verstärkten Bereich des Raumes schweben, wo sie sich von allein zu einem Wall aufschichteten, den sie dann noch mit Erde verstärkten. Dann erschuf Harry noch etliche Stöcke, die sie gemeinsam in recht lebensechte Darstellungen von Dementoren, Werwölfen, Vampiren, Riesen und natürlich auch von Todessern verwandelten. All diese Figuren stellten sie willkürlich zwischen sich und dem Wall am Ende der Halle auf. Dann bedeutete Hermine den anderen, sich hinter einer von Harry gezeichneten Linie hinzustellen, und gemeinsam mit Harry errichtete sie über dieser Linie ein mächtiges Schutzfeld. Bis dahin hatte keiner von ihnen einen Ton von sich gegeben, nur Albus ahnte was jetzt kommen würde, denn Emrys hatte ihm davon berichtet.
Harry legte dann seinen Umhang ab und schrumpfte ihn, damit er ihn in seine Tasche stecken konnte. Anschließend wandte er sich an Professor Flitwick. „Sie wollten wissen, warum ich Sie nicht richtig angegriffen hatte? Dann sehen Sie gut zu!" Mit einem Wink seiner Hand ‚belebte' Harry einen Teil der Dummies, die er mit Hermine erschaffen hatte. Langsam kamen zehn Dementoren, Werwölfe und Todesser auf ihn zu, doch Harry stand immer noch da ohne sich zu rühren. Nur Hermine wusste, dass er kurz meditierte, um die Magie der Elfen und die Elementarmagie der Atlanter richtig kontrollieren und vor allem dosieren zu können.
Als die ersten Gestalten schließlich angriffen, reagierte Harry endlich. Mit beiden Händen fuhr er zu seinem Rücken, und auf einmal hatte er seine beiden Lieblingsschwerter in der Hand. Nur Hermine wusste, dass er sie ständig getarnt bei sich trug, genauso wie sie immer ihre Dolche bei sich hatte. Eines der Schwerter war das Schwert von Godric Gryffindor, welches Harry auf den Namen ‚Löwenherz' getauft hatte. Das Ganze dauerte freilich nur ein paar Sekundenbruchteile, bis Harry auch schon wie ein Berserker unter den zehn Gestalten wütete. Man sah seine Schwerter nur schemenhaft flimmern, aber man konnte sie ganz deutlich schwirren hören. Harry schaffte es sogar, mit den Schwertern die Flüche der Todesser abzuwehren. Die Werwölfe und Vampire, die ihm am nächsten standen, hatten gar keine Chance. Sie fielen als Erste, bald gefolgt von den Dementoren. Nur für die Todesser, die immerhin etliche Meter weg von Harry waren, brauchte er etwas länger. Der Schwarzhaarige wirbelte umher wie ein kleiner Tornado, und nach nicht einmal zwei Minuten war der Kampf schon vorüber.
Seinen Freunden und Lehrern stand der Mund offen – so etwas hatten sie noch nie gesehen! Und Harry schwitzte noch nicht einmal! Stattdessen lächelte er seiner Frau zu, bevor er die schon vorhandenen Schutzschilde noch einmal verstärkte, und vor allem einen Schweigezauber über die Halle legte, an den erst keiner gedacht hatte. Dann schloss Harry seine Augen und konzentrierte sich. Kraft seiner Gedanken vervierfachte er die übrig gebliebenen Dummies und belebte sie schließlich. Anschließend erschuf er ein Dutzend Silberkugeln, die er mit silbernen Ketten miteinander verband, bevor er das ganze Gebilde vor sich zum Rotieren brachte. Dann feuerte er sein ungewöhnliches Geschoss auf die Werwölfe und Vampire mit einer Handbewegung ab, ohne dabei aber die Elementarmagie oder die Elfenmagie bewusst einzusetzen. Trotzdem war dieser eine Schuss verheerend – von den ungefähr zwanzig Dummies war keiner mehr vorhanden. Die Kugeln waren in den Baumstämmen stecken geblieben, und so konnte Harry sie einfach zurück schweben lassen.
Dann brachte er sie wieder zum Rotieren, diesmal allerdings erst recht langsam. Dabei erhitzte er die Kugeln langsam, bis sie glühten. Anschließend beschleunigte er die Rotation, bis man das Gebilde nur noch schemenhaft erahnen konnte. Dann holte Harry noch einmal tief Luft, bevor er das Geschoss schließlich abfeuerte, und zwar dieses Mal mit seiner kombinierten Elfen- und Elementarmagie. Wie schon auf Avalon durchbrach sein Geschoss auch dieses Mal die Schallmauer, und als es in dem Wall einschlug konnte man meinen, dass das ganze Schloss erschüttert wurde. Die Riesen-Dummies waren für das Geschoss überhaupt kein Hindernis, es war durch sie hindurch gegangen wie durch Butter…
Langsam kamen die anderen Anwesenden wieder zu sich, Harrys Demonstration hatte sie zu sehr geschockt. Hermine führte sie zum Tisch, damit sie mit Harry in Ruhe aufräumen und die Rückseite der Halle wieder reparieren konnte. Dann setzten sich beide zu ihren Freunden, die immer noch ganz blass waren. Dumbledore war der Erste, der wieder etwas sagen konnte: „Beeindruckend, wirklich sehr beeindruckend. Sag mir, Harry, hast du mit voller Kraft gearbeitet?" Der Angesprochene schüttelte seinen Kopf. „Beim Schwertkampf habe ich vielleicht vierzig bis sechzig Prozent eingesetzt, bei den Kugeln war es bei beiden Versuchen nicht mehr wie fünfundzwanzig Prozent. Hätte ich dabei mit voller Kraft gearbeitet würde Hogwarts jetzt nicht mehr stehen… Wir haben die stärksten Schutzschilde eingesetzt die wir kennen, und haben sie mit der Elfen- und der Elementarmagie noch zusätzlich verstärkt, und trotzdem haben sie nicht gehalten!" „Kannst du uns das mit den Kugeln genauer erklären?" „Hm, am Anfang stand ein gewöhnlicher Aufrufezauber. Auf Grund der verschiedenen magischen Kreaturen habe ich ein paar Silberkugeln erschaffen und sie mit silbernen Ketten verbunden, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Die Rotation dient eigentlich nur der Stabilisierung der Flugbahn, da so ein Gebilde nicht unbedingt sehr aerodynamisch ist, aber sie erhöht die Wirksamkeit ebenfalls nicht unbeträchtlich. Dann habe ich das Gebilde einfach nur in die von mir gewünschte Richtung beschleunigt – das war alles. Beim zweiten Versuch jedoch habe ich auch noch etwas Elfenmagie hinzugenommen, damit mein Geschoss nicht von den Todessern vernichtet werden kann, bevor es einschlägt. Dann habe ich es mit Hilfe der Elementarmagie beschleunigt, so dass mein Geschoss schließlich schneller als der Schall geflogen ist, was ihr an diesem lauten Knall gehört haben dürftet. Das Erhitzen der Kugeln hat eigentlich nur einen Zweck, dadurch brennt es sich durch etwaige Hindernisse. So sollten auch Drachen kein Problem sein."
Nach dieser Erklärung stand Filius Flitwick von seinem Kissenstapel auf und ging zu Harry, vor dem er sich verbeugte. Anschließend verbeugte er sich auch vor Hermine und legte seinen Zauberstab vor ihnen hin. „Gegen einen Meister des Schwerttanzes und Elementarmagier habe ich keine Chance! Nehmt meinen Zauberstab als Zeichen meiner Kapitulation!"
