A/N: Vielen Dank für eure Reviews! Die Antworten findet ihr wie immer auf meiner Homepage (Adresse siehe Profil) und der Disclaimer befindet sich ebenfalls noch am Anfang des ersten Kapitels.


DMD6F - Kapitel 4: DER BRIEF

Die Professoren hatten sich zusammen mit Harrys Freunden unauffällig in eine andere Ecke des Klassenraumes verzogen, so dass außer dem jungen Ehepaar nur noch Draco Malfoy am Tisch saß. „Was willst du?", fragte Harry den Blonden.

Draco Malfoy sah immer noch zu Boden. Ein paar Augenblicke vergingen, bevor er sich räusperte und endlich zu reden begann. „ Ich … Ich …", stotterte er etwas verunsichert; bevor er noch einmal tief Luft holte, um von neuem zu beginnen. Draco sah auf und blickte seinem Gegenüber fest in die Augen. Schwäche wollte er keine zeigen. „Ich wollte euch einen Waffenstillstand anbieten." Hermine bemerkte, dass trotz des kalten Auftretens des blonden Slytherins ihm seine Worte viel Kraft gekostet hatten. Mit einem Lächeln sagte sie daher: „Einverstanden! Aber sag uns, wie kommst du dazu? Wenn ich an die letzten Jahre denke, warst fast immer du es der einen Streit angefangen hat, oder täusche ich mich da?" Obwohl Draco Hermine sehr gut verstanden hatte, ging er nicht auf ihre Worte ein. Stattdessen wandte er sich an Harry: „Ich sollte wütend auf dich sein. Du warst es, der meinen Vater nach Askaban geschickt hat!"

Eine Pause trat ein, bevor Draco weiter sprach. „Ich war auch wütend auf dich! Doch das Ganze hat auch dazu geführt, dass sich meine Mutter wieder mehr Zeit für mich genommen hat. Dafür, Potter, bin ich dir dankbar. Komm jetzt nicht auf die Idee, dass wir vielleicht Freunde werden könnten - die Chance hast du verpasst! Ich habe dir bereits schon einmal meine Freundschaft angeboten, und du hast sie abgelehnt." Erneut stoppte Malfoy und wartete auf eine Reaktion von Harry. „Davon einmal abgesehen gibt es zu viele Dinge, die uns trennen. Ich bevorzuge es, in deinen Auseinandersetzungen neutral zu bleiben. Die einzige Sache, bei der ich dich unterstützen werde, ist die Verteidigung Hogwarts. Immerhin ist das Schloss auch für mich so etwas wie eine zweite Heimat geworden, und ich denke, dass niemand das Recht hat, die Schule und ihre Schüler anzugreifen. Bei allen anderen Sachen rechne lieber nicht mit mir. Nur eins noch. Ich kann dir vergewissern, dass ich dir nicht mehr in den Rücken fallen werde."

Harry musste nicht lange nachdenken. Eine Freundschaft mit Draco Malfoy lag ihm auch nicht besonders nahe, dafür hatte der Blonde ihn und seine Freunde einfach zu oft verärgert. Aber einen Waffenstillstand? Den konnte Harry ruhigen Gewissens mit dem Slytherin eingehen. Viel zu verlieren hatte er nicht. Sie waren auf jede Hilfe angewiesen. „Ok!", sagte Harry und streckte seinem nunmehr ehemaligen Erzfeind seine Hand entgegen. Dieser schlug ein, womit das Abkommen besiegelt war. „Eins würde mich mal interessieren", mischte sich nun wieder Hermine ein. „Gilt das jetzt nur für euch zwei oder auch für beide Häuser?" „Wenn es nach mir geht, so gilt das für alle Häuser", entgegnete Harry mit ernster Stimme. „Da einige schon auf der dunklen Seite stehen, vor allem Siebtklässler, kann ich nicht für alle Slytherins sprechen. Aber ich werde mich umhören und euch mitteilen, wer welche Position hat. Mehr werde ich wohl nicht tun können." „Das genüg fürs erste. Doch wie soll es weiter gehen? Hast du dir schon mal überlegt was passieren könnte, wenn jemand spitz kriegt dass du nicht mehr auf Voldemorts Seite stehst? Auch dein Leben und dass deiner Mutter ist in Gefahr! Habt ihr euch schon Gedanken darüber gemacht, wie ihr euch am Besten schützt?" „Natürlich haben wir das. Wenn es soweit kommen sollte, dann wird meine Mutter untertauchen. Wegen meines Vaters sind alle Schutzbanne unwirksam die wir um Malfoy Manor errichten könnten, da er als Familienoberhaupt der Eigentümer ist. Solange wie ich noch Schüler bin werde ich hier in Hogwarts einigermaßen sicher sein, danach muss ich auch untertauchen, sollte es notwendig sein…"

„Also ist es auch in deinem Interesse wenn ich Voldemort besiege, da dein Leben jetzt nicht minder bedroht ist wie meines oder das von Hermine", stellte Harry nüchtern fest. „Vielleicht begreifen die anderen Schüler unseren Waffenstillstand, und nehmen sich ein Beispiel daran. Auf jeden Fall begrüße ich deinen Sinneswandel und auch dass du bei der Verteidigung Hogwarts mithelfen willst. Ich hoffe dass die Opfer, die wir alle bringen, am Ende nicht umsonst sein werden." „Wollen wir hoffen", pflichtete ihm der Blonde bei. „Eine Sache hätte ich noch: Meine Mutter bat mich, dir diesen Brief zu geben." Damit zog er ein weißes Kuvert aus seiner Umhangtasche und gab es Harry. Harry sah ihn fragend an. „Ich habe keine Ahnung was da drin steht, sie hat mich nicht eingeweiht. Ich werde jetzt essen gehen. Wenn du mich brauchst, weißt du wo du mich findest."

Harry drehte den Brief unschlüssig in seinen Händen hin und her, auch nachdem der blonde Slytherin schon längst gegangen war. Hermine sagte nichts, sie beobachtete ihren Mann aber mit sehr besorgter Miene. Inzwischen kamen auch ihre Freunde und die Lehrer wieder zu ihnen, und Hermine berichtete leise von dem Gespräch mit Draco. Sogar Ron schaffte es dieses Mal, sich mit seinen bekannter Maßen bissigen Kommentaren zurück zu halten, so sehr verblüffte ihn der angebotene Waffen­stillstand. Aber alle waren sich darüber einig, dass dies ein sehr großer Fortschritt war.

Schließlich gab Harry sich einen Ruck und öffnete den Brief. Als erstes viel ihm die sehr saubere Handschrift aus, sie sah aus wie gedruckt. Kurz überflog er den Brief, bevor er ihn laut vorlas:

°

Werter Mr. Potter,

Sie werden sich sicherlich wundern, warum Sie ausgerechnet von mir eine Nachricht erhalten. Ich werde versuchen, Ihnen dass so gut wie möglich zu erläutern.

Lassen Sie mich Ihnen als Erstes mein Beileid zu Ihrem Verlust aussprechen. Wie Sie sicherlich wissen werden war Sirius mein Cousin, auch wenn wir seit unserer Schulzeit kein Wort mehr miteinander gewechselt haben. Aber immerhin war er ein Mitglied meiner Familie, und da ich im Gegensatz zu meiner Schwester mein Herz noch nicht ganz verloren habe, kann ich Ihre Trauer nachvollziehen. Ich wünschte mir, dass ich wenigstens einmal so mutig wie er gewesen wäre.

Vielleicht denken Sie, dass ich sehr wütend auf Sie bin, da mein Mann auch auf Ihr Betreiben hin nach Askaban gebracht wurde – zuerst war ich es auch. Aber es hat sich ergeben, dass ich nun endlich nach so vielen Jahren mal wieder die Sommerferien zusammen mit meinem Sohn verbringen konnte, ohne das wir unter dem Einfluss seines Vaters standen; und diese Zeit hat uns beiden gut getan. Wir konnten uns endlich einmal normal miteinander unterhalten, etwas was wir in all den Jahren zuvor aus den unterschiedlichsten Gründen seit Dracos Kindheit nicht mehr getan haben. Dabei haben wir nicht nur über uns selbst gesprochen, sondern auch über unsere Familie, unsere Wurzeln, und wie es mit den Malfoys weiter gehen soll. Dabei kam natürlich auch die Sprache auf Sie, und wir mussten beide feststellen, dass Sie unsere einzige Chance sind zu überleben. Mein Sohn will in bestimmten Dingen nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten – ich hoffe dass er zumindest bis zu seinem Schulabschluss in Hogwarts sicher sein wird. Malfoy Manor wird uns in Zukunft keine Sicherheit mehr bieten können, denn mein Mann und meine Schwester können mich durch unsere Verbindungen jederzeit aufspüren. Außerdem ist mein Mann der Eigentümer von Malfoy Manor, daher kann er jeden Schutz, den ich zu errichten vermag, einfach umgehen.

Draco und ich haben beschlossen, Sie und Ihre Freunde zumindest bei der Verteidigung von Hogwarts zu unterstützen. Dieses altehrwürdige Schloss liegt wohl jedem am Herzen, der dort eine angenehme Schulzeit verbringen durfte. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt vollständig auf Ihrer Seite stehen – das ginge wohl etwas zu weit. Ich kann nicht so einfach alles über Bord werfen woran ich mein Leben lang geglaubt habe. Aber um Hogwarts Willen werde ich Ihnen in den nächsten Tagen eine Kopie der vollständigen Bibliothek der Malfoys zukommen lassen. Severus Snape wird gleichzeitig unsere Vorräte an Tränken bzw. Zutaten erhalten. Bitte richten Sie Professor Dumbledore aus, dass ich heute der Schule 100.000 Galleonen überwiesen habe. Das war der größte Teil des Malfoy'schen Vermögens, auf den ich derzeit Zugriff habe. Dracos Anteil liegt nun in einem gesonderten Verlies, über welches er und sein Pate frei verfügen dürfen. Sollte es eines Tages die Familie Malfoy nicht mehr geben (meinen Mann rechne ich dabei nicht mit dazu), geht dieses Verlies automatisch an Hogwarts über. Außerdem wird Professor Dumbledore in den nächsten Tagen eine Sendung bestimmter seltener Artefakte erhalten – ich hoffe er findet eine Verwendung dafür.

Bei Gringotts habe ich eine Verzichtserklärung hinterlegt, in der ich als Cousine von Sirius Black auf jegliche möglichen Ansprüche auf das Eigentum und das Vermögen der Familie Black verzichte.

Lassen Sie mich zum Schluss noch drei Bitten äußern: Könnten Sie mir nach Möglichkeit ein aktuelles Bild von Sirius zukommen lassen? Ich selbst besitze nur ein Bild von ihm, und das ist noch aus unserer Schulzeit. Meine zweite Bitte betrifft meinen Sohn: Wenn es im Rahmen Ihrer Möglichkeiten ist, könnten Sie bitte etwas auf Draco aufpassen, damit er nicht wieder ins Wanken kommt und unseren Weg doch noch verlässt, und ihm versuchen alles beizubringen damit er überleben kann? Schließlich noch meine letzte Bitte: Sie sind der Hoffnungsträger nicht nur einer Nation. Daher möchte – muss – ich Sie bitten, alles in Ihrer Macht stehende zu unternehmen, um uns vom Dunklen Lord zu befreien!

Ich stehe tief in Ihrer Schuld – in mehr als nur einer Hinsicht!

Narzissa Malfoy"

°

Nachdem Harry den Brief verlesen hatte herrschte erst einmal Schweigen im Raum. Jeder der Anwesenden musste das soeben Gehörte erst verdauen. Vor allem Remus Lupin war bei der Nennung des Namens seines alten Freundes mehr als nur einmal zusammengezuckt, schließlich lag für ihn der Tod von Sirius noch nicht so lange zurück wie für Harry und Hermine auf Grund ihrer Zeitreise nach Avalon. Aber auch Harry verspürte wieder diesen riesigen Kloß im Hals…

Albus Dumbledore regte sich als Erster, er griff nach dem Brief von Narzissa Malfoy, um ihn noch einmal in Ruhe zu lesen. „Nun, das war äußerst aufschlussreich", sagte er schließlich. „Ich werde mich mit ihr in Verbindung setzen, sobald ihre Sendung bei mir angekommen ist. Harry, wie willst du mit dem jungen Mr. Malfoy verfahren?" Harry drehte sich zu Hermine um und führte ein kurzes, stummes Zwiegespräch mit ihr, bevor er seinem Ururgroßvater antwortete: „Wir werden ihn und die anderen Slytherins auf jeden Fall beobachten, da wir ihnen einfach nicht vertrauen können. Aber wenn Draco und die anderen sich entsprechend verhalten und unserer Waffenstillstand Bestand haben sollte und sie auch in unserem Unterricht gut mitmachen, dann werden wir auch versuchen ihnen zu helfen. Aber Draco und die anderen Slytherins müssen uns erst noch beweisen, dass es ihnen ernst ist. Ich werde mich auf jeden Fall noch einmal mit ihm unterhalten, danach sehen wir weiter." „In Ordnung, aber lasst euch nicht zu viel Zeit damit. Treffen wir uns nach dem Essen in meinem Büro, um die Tests auszuwerten?"

Am Nachmittag zeigten die Professoren ihren Schülern, worauf sie bei diesen speziellen Testergebnissen zu achten hatten. In kleine Gruppen unterteilt besprachen und bewerteten sie die Ergebnisse und verglichen sie mit denen der Anderen. Nur langsam kamen sie bei dieser mühsamen Arbeit voran, doch so langsam kristallisierten sich die ersten Gruppen heraus, zu denen sie die Schüler zusammenfassen wollten. Obwohl sie bis zum Abend noch nicht mal die Hälfte geschafft hatten, verabschiedeten sich die sechs Freunde von ihren Professoren, um die letzten Abendstunden miteinander zu verbringen.

Ron war der erste, der es sich in ihrem neuen Gemeinschaftsraum bequem machte. Wie jeden Abend hatte er auch dieses Mal sein Schachspiel dabei. Doch dummerweise wollte niemand mit ihm spielen. Verlieren ist ja nicht das Schlimmste, aber immer? Ron war einfach unschlagbar im Schach… Harry und Hermine saßen in ihrem extra großen Sessel und lasen sich wieder und wieder den Brief von Narzissa Malfoy durch, bis es den anderen schließlich zu bunt wurde. „Hey, ihr Zwei!", rief Ginny quer durch den Raum. „Wenn der Brief so interessant ist, warum lest ihr ihn uns nicht noch einmal vor?" Da auch Luna und Neville den Brief noch einmal hören wollten, las ihn Hermine laut vor. „Irgendwie kommt mir das komisch vor"; meinte Ron anschließend. „Ich meine – kaum ist Lucius Malfoy wieder in Askaban und wird nicht gleich sofort wieder befreit, drehen sich seine Frau und sein Sohn und bitten uns um Unterstützung…"

„Vielleicht haben sie eingesehen dass sie auf der falschen Seite stehen", meinte Neville dazu. „Ich denke, sie haben ihre ganz eigenen Gründe", widersprach ihm Harry. „Schon im Zug ist mir aufgefallen, das Draco Malfoy von der Aktion mit meinem Gedächtnis gewusst haben muss, woher auch immer. Ganz kurz ließ er seine sonst so perfekte Maske fallen – es schien mir als ob er sich freuen würde mich wieder zu sehen. Beim Abendessen am ersten September haben Hermine und ich uns mal die Auren der anderen Schüler angesehen. Wir waren doch sehr überrascht, dass gerade Malfoy, Crabbe, Goyle, Zabini, Bulstrode und Parkinson eine recht normale Aura haben. Natürlich sind sie von der Schwarzen Magie beeinflusst, schaut euch nur mal ihre Familien an. Aber wir konnten bei ihnen keine aktive Schwarze Magie feststellen, das heißt also, dass sie zwar Kontakt damit hatten oder haben, sie aber nicht selbst ausführen. Das beruhigt mich doch etwas, denn mit diesem Hintergrund sieht der von Malfoy angebotene Waffenstillstand ganz anders aus als wenn er die Schwarze Magie praktizieren würde. Ich habe auf jeden Fall den Waffenstillstand angenommen, und ich hoffe dass wir es schaffen, unsere beiden Häuser darin mit einzubeziehen. Ich bitte euch darum um eure Unterstützung. Ihr wisst was uns noch bevor steht – da können wir einen Krieg zwischen den Häusern, wie wir ihn bisher hatten, wirklich nicht gebrauchen! Ich werde mit Malfoy sicherlich keine Freundschaft schließen, dazu hat er uns in den letzten Jahren das Leben einfach zu schwer gemacht, und das weiß er auch. Aber Slytherin hört auf ihn, und wenn wir Frieden mit ihnen haben wollen, müssen wir uns mit Malfoy abgeben."

„Das klingt irgendwie einleuchtend", musste nun auch Ron eingestehen. „Wie stellst du dir diesbezüglich unsere Unterstützung vor?" „Mir wäre es lieb, wenn ihr versucht allen Streitigkeiten mit den anderen Häusern aus dem Weg zu gehen, und wenn ihr mit den anderen Gryffindors auch darüber reden könntet. Wenn wir alle an einem Strang ziehen sollte uns das leichter fallen. Denkt daran, es geht hier nicht nur um uns, sondern um die Sicherheit Hogwarts und damit aller Schüler! Was nun diesen Brief angeht, den mir Narzissa Malfoy geschrieben hat – wir werden sehen, ob sie ihr Versprechen wahr macht und Albus die Artefakte und mir ihre Bibliothek schickt. Ob ich aber auf ihren Sohn aufpassen werde, dass steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Wenn Draco sich bemüht und in unserem Unterricht wirklich mit zieht, und wenn er die Slytherins dazu bringt den Waffenstillstand einzuhalten… Auf jeden Fall werde ich ihn im Auge behalten!"


Keiner der sechs Freunde hatte eine Ahnung davon, dass im Kerker der Slytherins – nach und nach hatten sich ein paar der Schlangen in Dracos Zimmer eingefunden - ein Gespräch geführt wurde, dass um genau dasselbe Thema ging wie bei den Gryffindors… Allerdings hatten es die Schüler um Draco Malfoy nicht unbedingt einfacher – im Gegenteil, sie hatten auch noch mit den ganzen Geheimnissen und dem Misstrauen kämpfen, mit denen sie sich im Laufe der letzten Jahre umgeben hatten, ganz wie sie es von ihren Familien gewöhnt waren. So herrschte erst einmal lange Zeit Schweigen im Raum, nachdem Draco von seiner Unterhaltung mit den beiden Gryffindors berichtet hatte. Obwohl sich alle Anwesenden insgeheim zumindest über den Waffenstillstand freuten, so wusste doch niemand, wie er auf diese Neuigkeit reagieren sollte. Keiner wollte sich die Blöße geben und die einstudierte Maske fallen lassen, obwohl Draco, ihr inoffizieller Anführer, gerade genau dies getan hatte. Schließlich kam ausgerechnet Blaise Zabini, die sich sonst immer im Hintergrund hielt, aus ihrer Deckung heraus und stimmte Dracos Vorhaben zu. Dadurch ermutigt, gaben auch Vincent Crabbe und Gregory Goyle ihre Zustimmung, und Pansy Parkinson hauchte Draco ein Küsschen auf die Wange. „Danke dass du dich dazu durchgerungen hast!", meinte sie lächelnd, als sie die ungläubigen Blicke der Anderen sah. Nur Millicent Bulstrode blieb skeptisch. „Meinst du, dass Potter die Gryffindors im Griff hat?", fragte sie Draco. „Ich denke schon. Wenn er Weasley, Finnegan und Thomas überzeugen kann, dann werden auch die anderen mitziehen." Ohne es zu wissen, bat Draco seine Freunde ebenso um Unterstützung wie Harry es bei seinen Freunden getan hatte… Er konnte sie auch dazu überreden, sich gerade im zusätzlichen Unterricht anzustrengen, und gemeinsam auf die anderen Slytherins im Sinne des Waffenstillstandes und der Verteidigung Hogwarts einzuwirken, sofern es sich nicht bereits um Todesser oder angehende Todesser handelte.

Genauso wie die sechs Gryffindors in ihrem Turm unterhielten sich auch die sechs Slytherins noch den ganzen Abend. Obwohl sie sich nun schon jahrelang kannten, überraschten sie sich selbst nicht nur einmal an diesem Abend, als sie endlich anfingen ihre Masken fallen zu lassen. Natürlich vertrauten sie sich nicht so wie es die Gryffindors taten, das ließ ihre Erziehung schon gar nicht zu, aber immerhin taten sie die ersten Schritte in die richtige Richtung.

Sowohl Harry als auch Draco nahmen sich an diesem Abend vor, den jeweils anderen zu beobachten. Beide beschlossen unabhängig von einander, alles für den von ihnen besiegelten Waffenstillstand zwischen den Häusern und damit alles für die Verteidigung Hogwarts zu tun, was in ihren Kräften stand.


Den Sonntagmorgen nutzen Harry und Hermine, um mal wieder etwas Sport zu treiben. Nach einem sehr leichten Frühstück ließen sie ihre Umhänge verschwinden und gingen hinaus, um ein paar Runden um den See zu joggen. Den wenigen bereits munteren Schülern und Schülerinnen der oberen Klassenstufen fielen fast die Augen raus – vor allem ein gewisser blonder Slytherin musste ganz schön um seine Fassung ringen. 'Wow – ich wusste gar nicht das die Granger so scharf aussieht!', dachte er sich, und nicht zum ersten Mal verfluchte er die Tatsache, dass die Schulumhänge so gut wie jedes körperliche Detail unterhalb des Kopfes verhüllten.

Während die beiden Gryffindors ein paar Runden um den See rannten, ging Draco Malfoy mit seinen Freunden, die er schnell zu sich gewunken hatte, langsam zum See hinunter. Gemeinsam setzten sie sich ans Ufer und sahen dem Kraken bei seinem Spiel mit den Wellen und Harry und Hermine beim Joggen zu. „Ich frage mich, warum die das machen", dachte Blaise laut nach. Genauso wie Draco war sie von Hermines weiblichem Äußeren äußerst beeindruckt und vielleicht auch ein bisschen neidisch, da sie selbst mit ihrem Körper nicht ganz so zufrieden war, vor allem mit gewissen Rundungen die sich einfach nicht so entwickeln wollten wie Blaise das ganz gerne hätte, sich dafür aber an anderen Stellen ein paar Rundungen entwickelten auf die sie liebend gern verzichten konnte. Aber auch Pansy und Millicent konnten ihre Blicke kaum abwenden – allerdings nahmen sie eher Harry in Augenschein.

Als die beiden Gryffindors dann jedoch vom Laufen genug hatten – das Joggen um den See war nicht gleichzusetzen mit dem Joggen durch „ihren" Wald auf Avalon – und samt Klamotten in den See sprangen um zu schwimmen, schüttelten die Slytherins nur noch mit den Köpfen. Sie konnten ja auch nicht wissen, dass sich Harry und Hermine bei ihren längeren ‚Tauchgängen' in Fische verwandelten… „Jetzt spinnen sie total!", kam es von Blaise, die wohl noch nie in ihrem Leben Sport gemacht hatte.

Kurze Zeit später kamen auch einige Schüler aus den anderen Häusern zum See. Immerhin war dieser schöne Spätsommersonntag viel zu schade um ihn im Gemäuer des alten Schlosses zu verbringen. Mit den anderen Schülern kamen auch vier verschlafene Gryffindors an die frische Luft – Ron, Luna, Ginny und Neville hatten endlich ausgeschlafen. Verwundert sahen sie dem Treiben ihrer besten Freunde zu, bis schließlich Ron kopfschüttelnd „Leute, es ist Sonntag!" in Richtung des Sees rief. Dadurch wurden sie auch von den Slytherins bemerkt. Beide Seiten dachten jedoch an den Waffenstillstand, und so nickten sich Gryffindors und Slytherins nur kurz zu, bevor sie sich wieder ihren Beobachtungen widmeten.

„Was machen die da so lange? Denen müssen doch langsam Schwimmhäute zwischen den Zehen wachsen!", sprudelte es aus Draco hervor. Als die Gryffindor dies hörten, brachen sie in schallendes Gelächter aus. Sie konnten sich schon denken, dass es Harry und Hermine mal wieder nicht sein lassen konnten – mit Sicherheit würden sie wieder die Wassermenschen ärgern, nur weil sie schneller waren als diese!

„Wieso lacht ihr da so?", rief Draco etwas irritiert zu den Gryffindors hinüber. „Weil wir gerade daran denken mussten, dass wir die Beiden schon in den Ferien kaum aus dem Wasser bekommen haben", entgegnete die immer noch lachende Ginny geistesgegenwärtig. Draco zuckte mit den Schultern. Da er natürlich nicht wusste was die Rothaarige damit meinte konnte er auch mit ihrer Antwort nichts anfangen. Aber nicht nur das irritierte den Blonden sondern auch noch etwas anderes… Draco brauchte einige Zeit bis er merkte, dass es Ginnys Lachen war, welches ihn so aus dem Konzept brachte. So ein fröhliches und glockenhelles Lachen hatte er noch nie gehört – in seiner Familie und in seinem Bekanntenkreis ging es in der Regel immer recht ernst zu!

Inzwischen waren Harry und Hermine endlich aus dem Wasser gekommen. Lachend gingen sie auf ihre Freunde zu, die sie in der Zwischenzeit entdeckt hatten. Eigenartiger Weise waren ihre Sachen trocken, als sie bei den anderen ankamen. „'Morgen alle zusammen!", grüßte Harry seine Freunde und auch die anderen Schüler, während Hermine sich auf ein breites Lächeln beschränkte, bei dem sie jedem ihre weißen Zähne zeigte. Beide setzten sich mit Absicht zwischen ihre Freunde und den sechs Slytherins, und zwar so dass sie alle im Auge behalten konnten.

„Darf ich fragen, warum ihr laufen und schwimmen gewesen seit?", fragte Blaise auf einmal und mit einem doch recht höflichen Ton. Schlagartig verstummten die Gespräche, denn keiner von ihnen war es gewöhnt, so mit der jeweils anderen Partei umzugehen. Sechs Gryffindors und fünf Slytherins sahen Blaise überrascht an, denn diese war bekannt dafür, dass sie sich immer im Hintergrund hielt um ja nicht aufzufallen. Nach etlichen Augenblicken schaffte es Harry jedoch, ihr zu antworten: „Eigentlich ist das ganz einfach. Durch den Sport versuchen wir uns fit zu machen, unsere Ausdauer zu erhöhen. Das sollte uns auch z.B. in Duellen helfen…" „Und du meinst das hilft?" Als Antwort lächelte Harry nur, und Hermine fügte dem noch „Du kannst ja versuchen es heraus zu finden!" hinzu. „Meint ihr, wir sollen mit euch laufen? Oder sollen wir uns mit euch duellieren?", entgegnete die schwarzhaarige Slytherin. „Wenn du das Laufen nicht gewöhnt bist solltest du vielleicht erst langsam und nur mit kleinen Strecken anfangen. Aber Duellieren? Nun, warum nicht?"

„Ähm, wir bekommen Besuch!", bemerkte Neville. Tatsächlich konnten sie die Professoren McGonagall, Lupin und Snape auf sich zu kommen sehen, und so verstummten erst einmal die Gespräche. „Wir haben Sie zufälliger Weise gesehen und konnten gar nicht glauben, dass Sie so friedlich nebeneinander hier im Gras liegen – das mussten wir uns genauer ansehen!", meinte Minerva McGonagall, als sie und die beiden anderen Professoren die Gruppe der Schüler erreicht hatten. Harry und Draco sahen sich kurz an, beide nickten kaum merklich dem jeweils anderen zu. „Wir haben uns gestern auf einen Waffenstillstand im Sinne von Hogwarts geeinigt", erklärte dann Harry, und Draco bestätigte dies. „Wir haben zwar schon davon gehört, aber dies von euch bestätigt zu bekommen…", warf Remus ein. „Ich freue mich, dass Sie sich endlich zu diesem Schritt überwinden konnten – Mr. Potter, Mr. Malfoy, nehmen Sie jeweils 50 Punkte dafür!", sagte Professor McGonagall spontan. Sogar der immer griesgrämige Severus Snape stimmte seiner Kollegin zu. Die Schüler sahen sich sehr überrascht an – damit hatten sie nun wirklich nicht gerechnet!

„Mir war so, als ob ich da gerade etwas von einem Duell gehört hätte?", fragte Remus scheinheilig. Harry verfluchte innerlich das extrem empfindliche Gehör des Wehrwolfs. „Dir entgeht auch gar nichts!", knurrte Harry in Remus' Richtung. „Wie soll ich das verstehen, Potter – erst schließen Sie einen Waffenstillstand mit meinem Haus und dann wollen Sie sich duellieren?", gab der Zaubertränkemeister in seiner bekannten liebenswürdigen Art von sich. Daraufhin berichtete Blaise Zabini von der bisherigen Unterhaltung. Interessierte Zuhörer hatte sie inzwischen genügend, denn immer mehr Schüler aus allen Häusern hatten sich um die Gruppe versammelt, und natürlich wollten die anderen Schüler ein wie auch immer geartetes Duell zwischen den alten Streithähnen sehen. „Wie wollen Sie das Duell gestalten?", fragte die Hauslehrerin der Gryffindors. „Soweit waren wir noch nicht – aber wie kann man den Vorteil einer besseren körperlichen Kondition in einem Duell herausfinden?", entgegnete Hermine nachdenklich.

Nun prasselten die verschiedensten Vorschläge der anderen Schüler auf sie ein – einer unsinniger wie der andere. So sollten sie um die Wette laufen oder schwimmen, sich wie in ihrem zweiten Schuljahr so lange duellieren bis einer von ihnen aufgab… Sogar von einem Parcours wie beim Trimagischen Turnier war die Rede. Den größten Vogel aber schoss ausgerechnet Dean ab – er wollte, dass sich Slytherin und Gryffindor in einem Fußballspiel oder in einem Basketballspiel messen! Die davon betroffenen zwölf Schüler wurden überhaupt nicht gefragt, und so schauten und hörten sie nur stumm zu, eigenartiger Weise in ihrem Schicksal vor ihren gemeinsamen Mitschülern vereint.

So sehr wie die versammelten Schüler über das Duell diskutierten bemerkten sie nicht, das inzwischen auch noch ein paar andere Lehrer und auch der Schulleiter hinzugekommen waren. Schmunzelnd hörte sich Albus die hin und her wogende Diskussion eine Weile an, bis er sich schließlich auch zu Wort meldete: „Also das mit dem Parcours hört sich für mich gar nicht mal so schlecht an, und eure sonstigen Ideen sind auch nicht ganz so verkehrt…" Mit seiner Äußerung fanden die Diskussionen ein abruptes Ende – zu sehr hatte Dumbledore seine Schüler mit seiner Anwesenheit überrascht! „Harry, Draco, wenn ihr einverstanden seid werde ich mir einen Parcours einfallen lassen, bei dem ihr und eure Freunde in den unterschiedlichsten Kategorien gefordert werdet, um eure Kondition unter Beweis stellen zu können. Ich denke, das wäre ein ausgezeichneter Zeitpunkt, unsere neue Sporthalle vorzustellen und einzuweihen. Was meint ihr dazu?"

Leise besprachen sich Harry und Draco erst miteinander und dann mit ihren Freunden, bevor sie dem Schulleiter ihre Zustimmung gaben. „Aber da Mal… Draco und die anderen Slytherins die Sporthalle im Gegensatz zu uns noch nicht kennen, werden wir sie ihnen noch heute zeigen – damit haben wir alle zumindest diesbezüglich die gleichen Voraussetzungen", sagte Harry noch dazu. Natürlich wollten die anderen Schüler die Sporthalle nun ebenfalls sehen, aber dies lehnte der Schulleiter in stillem Einverständnis mit Harry ab, da sie die Halle noch frühzeitig genug sehen würden.

Nach dem Mittagessen wollten sich die sechs Gryffindors gerade in ihre Räume begeben, als sie von Blaise Zabini angesprochen wurden. „Wie wäre es, wenn ihr uns die Sporthalle gleich zeigt?" Da sie nichts dagegen hatten, stimmten sie zu. „Aber lasst uns warten, bis wir allein sind – sonst rennen uns alle anderen Schüler hinterher!", entgegnete Ron, was ihm eine hochgezogene Augenbraue seitens Draco Malfoys einbrachte. Durch Harrys stumme Aufforderung nahmen die Slytherins Platz. So sahen die anderen Anwesenden ein Bild, dass es in dieser Form wohl in Hogwarts noch nie gegeben haben dürfte: Sechs Gryffindors und sechs Slytherins saßen gemeinsam an einem Tisch – am Haustisch der Gryffindors – und unterhielten sich ohne sich zu streiten!

Was für die anderen wie eine Unterhaltung aussah, war vielmehr ein gegenseitiges Beschnuppern, ein vorsichtiges Abtasten. Beide Seiten hatten noch lange nicht vergessen was sie sich in den letzten Jahren gegenseitig angetan hatten, und was sie sich teilweise vorgespielt hatten. Allerdings waren beide Seiten ernsthaft daran interessiert, den noch recht jungen Waffenstillstand zwischen ihnen einzuhalten und gemeinsam ihre Schule, ihrer aller zweite Heimat, zu verteidigen. Im Prinzip waren sie sich nur in einem Punkt einig – nämlich das es einen Angriff geben würde. Über die Art und Weise der Verteidigung jedoch gingen ihre Meinungen weit auseinander, und genau das war auch der Punkt, über den sie sich einig werden mussten, wollten sie mit ihrem Vorhaben erfolgreich sein.

Irgendwann wurde es Harry zuviel – um sie herum lauerten neugierige Schüler, die sich tuschelnd über die zwölf Jugendlichen am Gryffindortisch unterhielten und immer wieder fragende und neugierige Blicke zu ihnen warfen. Also legte er unauffällig einen Desillusionierungszauber auf die Gruppe, damit die anderen Schüler langsam das Interesse an ihnen verloren. Natürlich bemerkte Hermine seinen Zauber schnell, ebenso wie Albus Dumbledore. Aber sie sagten nichts – der Schulleiter zwinkerte Harry kurz zu und Hermine lächelte ihn an. Allmählich tat der Zauber seine Schuldigkeit, und nach einer endlosen Viertelstunde war die Gruppe allein in der großen Halle. „Ich dachte schon die gehen gar nicht mehr", maulte Ron, und Neville und Blaise stimmten ihm zu. „Was war das für ein Zauber?", wollte dagegen Draco Malfoy wissen. Diesmal war er es, der eine hochgezogene Augenbraue erntete. Zu mehr ließ sich Harry nicht herab, stattdessen stand er auf. „Kommt ihr nun mit?"

Hermine ging langsam voraus. Mit ihren Sinnen prüfte sie, ob der Weg frei war von neugierigen Schülern, und gab der Gruppe Zeichen ihr zu folgen. Harry dagegen hielt den verbergenden Zauber immer noch aufrecht. Er spürte wie ihnen jemand folgte, doch kaum hatte er seinen Ururgroßvater erkannt, atmete er erleichtert auf. Harry wusste selbst nicht warum er so angespannt war, sie wollten sich ja nur die neue Sporthalle ansehen… Oder lag es daran dass er den Slytherins immer noch misstraute?

Nach einigen Minuten kamen sie schließlich bei dem alten Mädchenklo an, in dem die Maulende Myrthe hauste. „Was wollen wir denn ausgerechnet hier?", maulte Pansy, nachdem ihr bewusst wurde, welcher Geist hier „beheimatet" war. „Wir erklären es Ihnen gleich, Miss Parkinson", entgegnete ihr der Schulleiter. „Kommen Sie erst einmal herein!" Inzwischen hatte Harry schon die Tür zum Klo geöffnet und begrüßte gerade den Geist. „Hallo Myrthe!" „Oh, hallo Harry! Besuchst du mich auch mal wieder?" „Wir wollen uns die neue Sporthalle ansehen… Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht über was wir gestern gesprochen haben?" Wenn Myrthe nicht gerade ein Geist gewesen wäre, wäre sie rot geworden. So senkte sie nur ihren Kopf und blickte schüchtern zu Boden. „Sir Nicklas und die Graue Dame haben mich heute Nacht besucht… Ich denke ich werde ihr Angebot annehmen und mit zu ihnen ziehen. Aber du besuchst mich doch trotzdem noch, oder?" „Natürlich, Myrthe! Ich bin dir sehr dankbar dass du deine Toilette für uns aufgibst! Wann gedenkst du denn umzuziehen?" „Nick und Wen wollten mich heute Abend abholen, aber erst möchte ich mir noch ansehen was ihr da unten gemacht habt – ich darf doch mit hinunter?" Harry lachte. „Selbstverständlich darfst du mit in die Sporthalle! Wir wollten dich nur bitten dich bei den Duschen und Umkleideräumen etwas zurück zu halten – die meisten Schüler kennen dich leider nicht und wären wohl sehr erschreckt, wenn du da auf einmal auftauchst!"

Inzwischen hatte Dumbledore den Illusionszauber vom neuen Eingang zur Sporthalle genommen, und so präsentierte sich den überraschten Schülern ein geräumiges, hell erleuchtetes Portal, von dem aus die breiten Treppen hinab führten. Selbst die gerade auftauchenden Hausgeister – allen voran der fast kopflose Nick – waren überrascht, denn sie hatten zwar den schützenden Zauber bemerkt, ihn aber nicht durchdringen können, und so hatten auch sie das neue Portal nicht bemerkt. Nur Myrthe hatte davon gewusst, schließlich hatte sie ja gesehen wie Harry, Hermine und Albus die Treppen und das Portal geschaffen hatten.

„Sir Nicklas, ich freue mich dass Sie sich unserer Myrthe annehmen wollen!" „Professor Dumbledore, es wird mir eine Ehre sein, Myrthe in unseren Kreis einzuführen und ihr ein neues Zuhause zu geben", erwiderte der Hausgeist der Gryffindors. Auch der Blutige Baron – Slytherins Hausgeist – nickte zustimmend. Die Hausgeister der vier Häuser waren sich darin einig das Myrthe zu ihnen gehörte wie alle Geister in Hogwarts, und dass sie sich nicht länger in ihrer Toilette verkriechen sollte. Fünfzig Jahre der Einsamkeit waren selbst für einen Geist wie Myrthe genug!

„Gut, dann werde ich in den nächsten Tagen diesen Raum hier umbauen", meinte der Schulleiter. „Harry, Hermine, schwebt euch da etwas Besonderes vor?" „Na ja, wir dachten dass man hier vielleicht ein paar Informationstafeln anbringen könnte wo z.B. drauf steht, wann die Halle von wem belegt ist und so weiter", antwortete Harry. „Vielleicht wären auch ein paar Aushänge gut, wo wir erklären was man hier alles machen kann, wie die Übungen funktionieren. Vielleicht finden sich ja auch einige Schüler zu Mannschaften zusammen die hier dann regelmäßig trainieren wollen, sie könnten dann ebenfalls ein paar Informationen auf den Tafeln veröffentlichen", erweiterte Hermine noch Harrys Aussage. Dumbledore nickte leicht. „Dann werde ich das so einrichten. Doch nun lasst uns gehen! Ein paar von euch scheinen schon recht neugierig zu sein…"