A/N: Oh man, jetzt habe ich es endlich mal geschafft, dieses Kapitel online zubringen. Sorry für die lange Wartezeit!
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So, und nun viel Spaß beim Lesen!
DMD6F - Kapitel 5: DIE EINWEIHUNG DER SPORTHALLE
Langsam gingen die Schüler und Lehrer die breiten Treppen zur neuen Sporthalle hinunter, die ebenso neugierigen Geister schwebten ihnen hinterher. Dieses Mal verspürte Ginny kein Unbehagen, als sie im Gewölbe vor der Halle ankamen. Durch den Umbau des Ortes ihres Leidens in ihrem ersten Schuljahr konnte sie ihre Ängste überwinden, die sie noch immer verspürt hatte wenn sie nur an diesen Ort dachte. Doch nun wirkte dieses alte Gewölbe hell und freundlich, bereit um die Schüler aufzunehmen.
„Meine Damen und Herren", begann Harry recht feierlich, während er seine Hände auf die neu angebrachten Türgriffe an den nun mit sportlichen Motiven verzierten großen Türen zur Sporthalle legte. „Ich darf Ihnen unsere neue Sporthalle präsentieren, die Kammer des nun nicht mehr vorhandenen Schreckens!" Während seiner kleinen Ansprache hatte sich Hermine an seine Seite gestellt, und gemeinsam zogen sie nun die großen Türen oder besser gesagt Tore auf. Augenblicklich flammten unzählige Fackeln und andere Lichtquellen in der Halle auf, so dass sie gut ausgeleuchtet wurde.
Zu sagen dass Remus und Tonks begeistert waren, wäre eine schiere Untertreibung. Sprachlos standen sie im Eingang zur Halle und bestaunten alles. Die Slytherins dagegen schauten sich alles recht skeptisch an, genauso wie einige der Lehrer und natürlich auch die Geister. Noch wussten sie nicht was sie mit den Turn- und Sportgeräten anfangen sollten, und wozu die einzelnen Spielfelder gut waren. Nur den Sinn der Laufbahnen konnten sie sich vorstellen, auch wenn es zumindest jetzt im Moment noch außerhalb ihrer Vorstellungskraft lag selbst ein paar Runden zu laufen.
Zunächst zeigten Harry und Hermine die Umkleideräume, die Duschen und die anderen sanitären Einrichtungen. Zwar waren diese streng nach Mädchen und Jungen getrennt, doch eine Unterscheidung zwischen den vier so verschiedenen Häusern gab es nicht. Harry erklärte dazu: „Wie schon für den zusätzlichen Samstag-Unterricht gilt auch hier, dass wir es vorziehen alle Häuser gleich zu behandeln. Dass heißt für uns auch, dass alle die gleichen Räume zum Umziehen usw. nutzen. Auch gibt es keine vorgeschriebene Kleidung um Sport zu machen – jeder muss selbst wissen was er oder sie zum Trainieren anziehen möchte, nur auf die Umhänge sollte wirklich verzichtet werden. Ich kann mir aber vorstellen dass vielleicht auch die Schüler, die in einem reinen magischen Haushalt aufgewachsen sind, bald die Vorzüge einer speziellen Sportbekleidung zu schätzen wissen. Vielleicht sollten wir mal einige Kollektionen vorstellen und mit Madam Malkin reden ob sie auch so etwas schneidern kann…" „Meinst du mit Sportkleidung das was du da anhast?", fragte Blaise. So langsam aber sicher schien sie ihre Zurückhaltung abzulegen, denn immer öfter konnte man nun ihre eigentlich sehr angenehme Stimme hören. Bisher war sie immer eine sehr ruhige Schülerin – noch wesentlich ruhiger als Neville –, deren Anwesenheit man so gut wie nicht bemerkte.
Inzwischen hatte Tonks ihre Kleidung in Sportklamotten nach Hermines Vorbild verwandelt, und nicht nur Remus dachte sich insgeheim, dass sie dabei eine sehr gute Figur abgab. Mit einem Lächeln zu seiner etwas jüngeren Freundin verwandelte auch der Werwolf seine Kleidung, er ahnte was Tonks vorhatte. Tatsächlich ging sie zur Laufbahn und fing an ein paar Dehnübungen zu machen. „Was macht sie da?", fragte Millicent verwirrt. Während dessen trat Remus zu Tonks und machte ihre Übungen nach. Hermine erklärte, was das für Übungen waren und warum Tonks und Remus sie machten. „Bevor ihr irgendwelchen Sport machen könnt, müsst ihr eure Muskeln aufwärmen und auf das Training vorbereiten. Sonst kann es sehr schnell passieren dass ihr euch verletzt, vor allem wenn ihr es nicht gewöhnt seid Sport zu machen. Dazu reichen ein paar einfache Dehn- und Streckübungen und etwas leichte Gymnastik. Ihr sollt euch dabei nicht verausgaben, sondern nur eure Muskeln ‚warm' machen, wie die Muggel dazu sagen. Fast alle Sportarten wurden von den Muggels entwickelt – nur Quidditch stammt von den Zauberern. Leider legen die meisten Zauberer und Hexen im Gegensatz zu den Muggels keinen Wert auf körperliche Fitness, was ich persönlich sehr schade finde, denn der Sport kann auch als Ausgleich für eine andauernde hohe geistige Konzentration dienen, wie man sie nun einmal zum Zaubern braucht. Fühlt ihr euch nicht manch mal schlapp und müde, nachdem ihr viel gezaubert oder gelernt habt? In so einem Moment helfen oft ein paar kleine sportliche Übungen, und ihr fühlt euch wieder frisch und munter!"
Nun erwärmten sich auch Harry und Hermine, während sich ihre vier Freunde schnell umzogen um auch mitmachen zu können, auch wenn sich Ron insgeheim doch recht … komisch dabei vorkam. Inzwischen trabten Remus und Tonks ein paar lockere Runden auf den Laufbahnen um so die Wartezeit zu überbrücken bis die sechs Gryffindors so weit waren. Die Slytherins und die anderen Lehrer standen nur daneben und schauten ihnen unsicher zu. Sie kamen sich etwas deplaziert vor, vor allem da sie nicht wussten was die Gryffindors noch vorhatten.
Nach und nach zeigten Harry und Hermine zusammen mit Tonks und auch Remus den anderen, wofür die einzelnen Trainingsgeräte verwendet werden konnten. Zur Überraschung aller übernahm Tonks die Erklärung der Turngeräte. „Schaut nicht so!", meinte die junge Aurorin etwas verlegen. „Bei einer Mission musste ich mich einmal in einer Muggel-Turnhalle verstecken… Ich muss wohl dort eingeschlafen sein, denn als ich in meinem Versteck erwachte waren viele junge Schülerinnen da und haben geturnt. Irgendwie hat mir das gefallen…" Remus schüttelte seinen Kopf. „Tonks, du überraschst mich immer wieder!"
Während Tonks nun nacheinander ein paar einfache Übungen an Barren, Pferd, Schwebebalken und den anderen Geräten vorführte, versuchte Hermine so gut wie es ging zu erklären was bei diesen Übungen zu beachten war und worin der Sinn des Ganzen bestand. „Wenn man nicht dazu gezwungen wird kann Sport sehr viel Spaß machen!" Auf einmal wurde sie in ihren Erklärungen unterbrochen, als Ginny quer durch die halbe Halle rief: „Hermine, was ist denn das hier?" Verwundert drehte sich Hermine um. „Das ist ein… EIN TRAMPOLIN!", keuchte sie auf einmal, und ihre Augen begannen schlagartig zu leuchten. „Das war gestern aber noch nicht hier!" Einer Ahnung folgend drehte sie sich zu ihrem Gatten um, der sie wissend angrinste. „Harry, warst du das?" Doch eigentlich hätte sich Hermine ihre Fragen sparen können, denn Harrys Grinsen sagte genug aus. „Woher wusstest du…?" #Durch unsere Verbindung, 'Mine, genauso wie du seit dem von meinem Schrank unter der Treppe weißt…#, entgegnete Harry telepathisch. #Natürlich! Du hast Recht!#, schlug sich Hermine innerlich selbst an die Stirn. Ihre Bindung aneinander kam ihnen inzwischen so selbstverständlich vor dass sie sie manchmal vergasen…
Schnell drückte Hermine ihrem Mann noch einen Kuss auf die Lippen – so als kleines Dankeschön – dann flitzte sie auch schon zu dem Sportgerät, das sie als junges Mädchen im Sportunterricht an der Muggel-Grundschule so sehr schätzen gelernt hatte. Mit einem Jauchzen sprang sie ein paar mal auf und ab bis sie die erforderliche Höhe erreicht hatte um den einen oder anderen Salto in der Luft zu schlagen – ganz ohne dabei auf ihre Elementarmagie zurück greifen zu müssen. In diesem Moment war sie nichts weiter als eine begeisterte Schülerin, die sich ihrem heimlichen und lange vermissten Lieblingssport hin gab. Harry lächelte und freute sich für seine bessere Hälfte, denn es schien ihr wirklich Spaß zu machen.
Die Slytherins dagegen fragten sich, wie man bei einer solchen Folter für den Körper auch noch Spaß haben konnte, ja dies sogar freiwillig machte! Ron, Neville und auch Luna übten sich eigenartiger Weise ebenfalls in vornehmer Zurückhaltung – ihnen reichten die Übungen die sie auf Avalon hatten machen müssen und mit denen sie hier auf Hogwarts wieder angefangen hatten. Nur Ginny sah Hermine eine Weile interessiert zu, bevor sie auch auf das große Trampolin kletterte und ein paar erste, vorsichtige Sprünge machte. Relativ schnell hatte sie sich an Hermines Rhythmus angepasst, auch wenn sie sich noch nicht traute deren Rollen, Drehungen und Saltos nach zu machen. Doch Hermine griff mitten in einem Sprung nach Ginnys Händen und riss sie so mit sich mit in eine Drehung. Beim nächsten Sprung wurde dann schon fast eine Schraube daraus… Immer weiter riss Hermine Ginny mit sich, bis die Rothaarige schließlich ihre erste Rolle und ihren ersten Salto vollführt hatte. Die jüngste der Weasleys fand inzwischen genau so viel Spaß daran wie ihre braunhaarige beste Freundin, die in manchen Dingen ihr heimliches Vorbild war. Erneut ließ Ginny ihr fröhliches Lachen ertönen, so sehr machte ihr das Springen auf dem Trampolin Spaß, und erneut schlug sie Draco Malfoy damit in ihren Bann ohne davon auch nur etwas zu ahnen...
Nachdem sich Hermine, Ginny und Tonks etwas ausgetobt hatten, kamen sie leicht verschwitzt und mit rot glänzenden Wangen wieder zu den anderen zurück. „Hach, das tat gut!", meinte Hermine versonnen als sie sich an Harry lehnte, der ihr daraufhin einen sanften Kuss schenkte. „So ganz habe ich den Sinn dieser Übungen noch nicht verstanden", gestand Pansy ein, „aber mir hat gefallen wie gut ihr dabei ihren Körper im Griff hattet. Doch wozu dienen diese markierten Flächen hier?" Dabei deutete sie auf das Volleyballfeld, das gleich an die Spielfelder für Hand- und Fußball angrenzte. „Nun, dies sind die Spielfelder für drei Ballspielarten, welche bei den Muggels in der ganzen Welt sehr beliebt sind. Dies sind …" Harry erklärte, was er über Fuß-, Hand- und Volleyball wusste. „Aber zum Thema Fußball kann uns Dean Thomas sicherlich mehr sagen, er ist ein begeisterter Fan davon", schloss er seine Erläuterungen. „Ich würde sagen wir wärmen uns alle kurz auf und versuchen mal ein erstes kleines Volleyballspiel. Was meint ihr dazu?", fragte er die Runde, von der er zögernde Zustimmung erhielt.
Also nahmen sie die Umkleideräume in Besitz. Die Slytherins legten nur ihre Roben ab – genau so wie die Lehrer – einzig Blaise fragte etwas verlegen nach der Trainingskleidung die Hermine anhatte. Mit einem Lächeln zeigte die Gryffindor der Slytherin die Einzelheiten ihrer Sportbekleidung – Turnschuhe, bequem sitzende kurze Hosen und das passende Top dazu. Ein kleines bisschen schämte sich Blaise wegen ihrer nicht ganz so sportlichen Figur, doch Hermine beruhigte sie und meinte, mit regelmäßigem Sport würde sich das bald geben.
Schon bei den Aufwärmübungen merkten die anderen Slytherins, das ihre Kleidung in der Tat nicht sehr angebracht war, doch noch waren sie zu stolz um dies auch zuzugeben. McGonagall und Snape hielten sich genauso zurück wie die anderen Lehrer außer Remus und Tonks, nur ausgerechnet der älteste von ihnen, Albus Dumbledore, machte mit sichtbarem Vergnügen die Übungen mit, auch wenn er manches Mal auf sein doch recht fortgeschrittenes Alter Rücksicht nehmen musste. Allerdings ließ er die anschließenden drei Runden auf der Laufbahn aus, dies war nun wirklich nichts mehr für ihn. Dafür ließ er sich von Tonks erklären was es sonst noch für Gymnastikübungen gab, die er in seinem Alter und mit seinem untrainierten Körper noch durchführen konnte. Beflissen nahm sich Tonks seinen Fragen an, und so bekam sie ganz nebenbei einen neuen, zusätzlichen Job: Sie avancierte zu Dumbledores persönlichen Gymnastiktrainerin.
Das Laufen lief für die Slytherins schon nicht mehr so gut. Vincent und Gregory machten schon nach einer Runde schlapp, Pansy und Millicent nach der zweiten. Nur Draco kämpfte verbissen – er wollte unbedingt beweisen, dass er diese lächerlichen drei Runden zu Ende laufen konnte, und das im gleichen Tempo wie der schwarzhaarige Gryffindor! Um nichts auf der Welt hätte er zugegeben wie sehr ihm seine Füße schmerzten, denn seine Designerhalbschuhe waren nun mal nicht zum Joggen geeignet. Erschöpft, schwitzend und nach Luft schnappend blieb er nach den drei Runden stehen und sah in die grinsenden Gesichter der trainierten Gryffindors. Zu seiner Verwunderung grinste ihn auch Blaise an, obwohl sie beinahe genau so fertig aussah wie er sich fühlte. Aber sie deutete mit ihren Augen auf seine Schuhe und grinste noch breiter – und Draco verstand. Sie hatte sich ein Beispiel an Hermine genommen und durch die noch etwas ungewohnten Turnschuhe taten ihr die Füße bei weitem nicht so weh wie es Draco der Fall war. Die Augen verdrehend wandte sich der Blonde an seinen schwarzhaarigen Gegenpart. „Vielleicht sollten wir doch mal eure Sportbekleidung probieren…" Harry konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Dann bedeutete er den drei Slytherin-Jungs ihm zu folgen, und in der Umkleidekabine erklärte er ihnen den Sinn und Zweck seiner speziellen Bekleidung und wie sie sich diese mit ein paar Zaubersprüchen beschaffen konnten. Sie mussten ja dazu eigentlich nur ihre normale Kleidung verwandeln.
Im Umkleideraum der Mädchen gab Blaise ihr neues Wissen an Pansy und Millicent weiter, bevor Hermine ihnen noch ein paar Tipps zu spezieller, an den Sport angepasste Unterwäsche gab. Natürlich kannten die drei Slytherin-Mädchen die Vorzüge derartiger Kleidungsstücke nicht, denn Dinge wie Sport-BH's und dergleichen waren nun einmal in der Welt der Hexen und Zauberer völlig unbekannt. Als sich die drei Mädchen jedoch immer noch nicht so genau vorstellen konnten was Hermine meinte, zog sie ihr Top aus und zeigte einfach wovon sie redete. „Wow, auf deinen Körper könnte man schon neidisch werden", entwich es Millicent, und auch Blaise seufzte. Nur Pansy schwieg dazu; und Ginny feixte, brauchte sie sich doch auch nicht zu verstecken. Allerdings wusste sie, wie viel Schweiß und Nerven es Hermine auf Avalon gekostet hatte bis sie mit ihrem Äußeren so zufrieden war wie sie es sein wollte. Und dabei zeigte Hermine noch nicht einmal ihr wahres Aussehen welches noch viel atemberaubender war – der permanente Illusionszauber verhinderte dies. Hermine ging noch ganz besonders auf die Turnschuhe ein, denn sie waren beim Laufen (und damit bei so gut wie allen Sportarten) einfach das Wichtigste.
Nun etwas bequemer gekleidet gingen die zwölf Schüler zum Volleyballfeld. Die Slytherins kamen sich ein wenig komisch vor, vor allem Draco Malfoy – er hatte bis jetzt in seinem ganzen Leben immer nur lange Hosen getragen sobald er sein Zimmer verlassen hatte. Allerdings versteckte er wie schon so oft seine Unsicherheit hinter einer Maske, bis er merkte das es seinen Hauskameraden genauso erging wie ihm, denn für sie war das alles nicht minder ungewohnt. Nur Blaise und irgendwie auch Pansy fanden auf Anhieb Gefallen an der neuen Kleidung…
Auf dem Spielfeld versuchte Hermine zumindest die wichtigsten Regeln beim Volleyballspiel zu erklären: „Im Prinzip geht es darum dass der Ball den Boden nicht berühren darf. Er wird immer zwischen den beiden Mannschaften über dieses Netz hier hin und her gespielt. Sollte der Ball doch einmal zu Boden gehen bekommt die jeweils andere Mannschaft einen Punkt. Nachdem die erste Mannschaft fünfzehn Punkte erreicht hat werden die Seiten gewechselt. Pro Spiel gibt es drei Runden, eine der beiden Mannschaften kann also maximal fünfundvierzig Punkte erreichen. Begonnen wird jede Runde mit dem so genannten Abschlag, der auch immer dann gemacht wird wenn der Ball zu Boden gegangen ist. Beim Abschlag ist wichtig…" Während sie ihre Erklärung lieferte nahm sie sich den Ball von Tonks und ging an die entsprechende Markierung. Dann schlug sie den Ball so wie sie es eben erläutert hatte zu Harry, der ihn so zurück schlug wie es Hermine ihm heimlich und telepatisch erklärt hatte. Dabei stellte er sich gar nicht so ungeschickt an, wie er Hermines Lächeln entnehmen konnte, auch wenn er noch nie zuvor in seinem Leben Volleyball gespielt hatte. Aber das mussten die anderen ja nicht unbedingt wissen…
Nachdem sich Harry und Hermine ein paar Mal den Ball zu gespielt hatten und dabei erklärten wie man die Hände dazu einsetzte, sprachen sie noch kurz die Positionen der eigentlich neun Spieler an. Allerdings waren sie mit Remus und Tonks nur jeweils sieben Spieler, aber dies sollte sie nicht am Spiel hindern.
Schließlich war es soweit, ein erstes Spiel sollte in dieser neuen Sporthalle stattfinden! Doch es sollte nicht Gryffindor gegen Slytherin sein, und so spielten sie einfach Jungen gegen Mädchen, wobei Remus und Tonks sich jeweils zur entsprechenden Seite stellten. Dumbledore spielte den Schiedsrichter, er musste nicht einmal danach gefragt werden denn er stand schon mit vergnügt funkelnden Augen am Netz, bevor Hermine überhaupt eine derartige Bitte äußern konnte. Blaise bekam die Ehre des ersten Abschlags, denn sie war die erste der Slytherins gewesen, welche sich hatte von der Sportbekleidung überzeugen lassen.
Noch etwas arg unsicher schlug Blaise also den Ball ab, doch er landete im Netz. „Normaler Weise würde es jetzt einen Punkt Abzug geben", meinte Dumbledore dazu, „aber ihr habt euch ja darauf geeinigt vorerst ohne Punkte zu spielen. Also würde ich sagen: Auf ein Neues, Miss Zabini!" Ginny, welche den Ball gefangen hatte, warf Blaise den Ball zu, damit diese erneut abschlagen konnte. Dieses Mal legte sie mehr Kraft in ihren Schlag, und so flog der Ball schließlich auf die Seite der Jungs ohne dabei das Netz zu berühren. Ron stand dem vermutlichen Landepunkt des Balls am nächsten, und nachdem er sich schnell umgesehen hatte das ihm ja niemand in die Quere kam schlug er den Ball zurück. Das heißt, er versuchte es, denn leider traf Ron nicht so hundertprozentig wie er eigentlich vorgehabt hatte, und so flog der Ball geradewegs ins Aus. Verärgert schüttelte Ron seinen Kopf, doch Harrys Blick sagte ihm ‚das wird schon noch, keine Bange!' und so stellte er sich wieder an seinen Platz. Wieder schlug Blaise ab – sie hatten sich darauf geeinigt das jeder drei Mal erfolgreich abschlagen sollte und sie danach die Positionen tauschten – und dieses Mal erwischte Draco den Ball, allerdings in einem ungünstigen Winkel. Fast wäre der Ball noch in der eigenen Hälfte zu Boden gegangen, doch Remus konnte noch rechtzeitig genug eingreifen und den Ball retten. So ging das Spiel eine Weile hin und her. Natürlich wurden viele Fehler gemacht, vor allem aus Unkenntnis oder Unsicherheit, doch so langsam bekamen sie ein Gefühl für das Spiel, und je länger der Ball schließlich in der Luft und somit im Spiel blieb, umso mehr begann ihnen das auch Spaß zu machen. Als sich dann doch die Erschöpfung bemerkbar machte stellten sie völlig überrascht fest dass sie schon seit weit über einer Stunde spielten!
„Und, wie fühlt ihr euch?", fragte Hermine, nachdem sie im Anschluss an das Spiel noch ein paar leichte Übungen gemacht hatten um ihre nun doch etwas verspannten Muskeln wieder etwas zu lockern. „Müde, erschöpft, aber trotzdem irgendwie gut…", antwortete Blaise lächelnd. Seit dem die Slytherins und die Gryffindors beschlossen hatten auf einander zu zugehen schien sie ihre Schüchternheit und ihre Zurückhaltung zu überwinden, man konnte ihr deutlich anmerken das sie begann sich anderen zu öffnen!
In den Umkleideräumen rief Harry nach Dobby und Hermine nach Winky, da sie doch alle recht verschwitzt waren und sich duschen wollten, wozu sie natürlich Handtücher brauchten, die aber keiner bei sich hatte. Auch reinigten die beiden Hauselfen in Windeseile die Klamotten der Schüler, während diese unter der Dusche standen. Natürlich kam es zu einem kleinen Zwischenfall als sich Dobby und Draco Malfoy gegenüber standen, doch keiner der beiden sagte etwas, sie starrten sich nur eine Zeit lang an, bis Harry seinem Hauselfen dankte. „Er arbeitet jetzt für dich?", fragte Draco nachdem Dobby wieder verschwunden war. „Ja, das tut er", antwortete Harry kurz und knapp. „Ich bitte dich dies zu respektieren, egal was früher in eurem Haushalt passiert ist, ok?" Draco nickte beschämt, durch Dobbys plötzliches Erscheinen wurde er wieder an sein eigenes unrühmliches Verhalten dem Hauselfen und anderen Wesen gegenüber erinnert.
Schließlich trafen sich alle wieder in der Eingangshalle, um gemeinsam die schier endlosen Stufen hinauf zu steigen. Doch zu ihrer aller Überraschung zeigte sich auf einmal eine Trennung der Treppe: Genau in ihrer Mitte erschien eine silbern glitzernde Linie, welche die Treppe quasi in zwei Hälften trennte. Auf der rechten Seite erschienen im Abstand von immer genau fünf Stufen große rote Pfeile die nach unten wiesen, und auf der linken Seite erschienen im gleichen Abstand große grüne Pfeile die nach oben wiesen. Außerdem begann sich die linke Seite zu bewegen – genau wie die Treppe hinauf zu Dumbledores Büro lud sie die Schüler und Lehrer ein sich nach oben tragen zu lassen. Dankbar nahmen sie dieses Angebot an, während ein grinsender Schulleiter seinem heimlichen Ururenkel erklärte dass ihm diese Idee in der Nacht gekommen war und er sie gleich in die Tat umgesetzt hatte. Wieder in Myrthes Toilettenraum angekommen drehte sich Harry noch einmal um. Gerade noch so konnte er erkennen, dass die Pfeile von seinem jetzigen Standpunkt aus genau umgekehrt eingefärbt waren – rot für die hinauf kommenden und grün für die hinab führenden Pfeile – als auch schon die letzten Fackeln auf der Treppe erloschen.
Ungewöhnlich höflich verabschiedeten sich die Slytherins und die Gryffindors voneinander, bevor jede Gruppe ihrer Wege ging. ‚Das hat ja besser geklappt als ich gehofft hatte', dachte sich der Schulleiter, bevor er seinen Zauberstab zog und Myrthes nun ehemalige Toilette umbaute, so wie Harry und Hermine es sich gewünscht hatten. Nach getaner Arbeit ging er vergnügt in sein Büro. Viel fehlte nicht mehr und Albus Dumbledore hätte ein Liedchen gepfiffen…
In ihren Räumen saßen die sechs Gryffindors noch lange zusammen und besprachen den zu Ende gehenden Tag. „Der Nachmittag hat zwar Spaß gemacht, aber ich traue ihnen trotzdem nicht", meinte Ron gerade, als Fawkes in einer goldenen Stichflamme mitten im Raum erschien. Schnell hatte der Feuervogel Harry und Hermine entdeckt, welche einmal mehr in ihrem Lieblingssessel vorm Kamin hockten. Nach einer kurzen telepatischen „Unterhaltung" verschwand Fawkes ebenso plötzlich wie er erschienen war. „Was war das denn?", fragte Ginny verwundert. „Ach, Großvater hat nur über Fawkes angefragt ob wir uns noch etwas mit ihm unterhalten wollen", meinte Harry schmunzelnd, während Hermine anfing zu kichern. „Harry, ich find' es echt witzig wenn du Albus 'Großvater' nennst – das klingt richtig süß so wie du das sagst!"
Noch während sie das sagte erschien Fawkes erneut im Raum, er brachte den Schulleiter mit sich. „Was klingt süß, meine Liebe?" Harry errötete während Hermine immer noch kichernd dem alten Zauberer die gewünschte Antwort gab. Daraufhin strahlte Dumbledore wie ein Honigkuchenpferd, und fast schon grinsend fuhr er Harry durch die pechschwarzen Haare. „Ihr wisst gar nicht wie gerne ich das höre…", meinte er dann seufzend zu seinem Ururenkel und dessen Frau. „Von mir aus könnt ihr mich ruhig öfters so nennen, aber ich bin mir durchaus bewusst dass das nur hier geht wenn wir unter uns sind." Harry war dieses Gespräch nun doch etwas unangenehm geworden, hatte er doch noch nie eine richtige Familie gehabt. Inzwischen jedoch war er mit Hermine verheiratet und hatte herausgefunden dass der große Albus Dumbledore niemand anderes war als sein Ururgroßvater, und niemand durfte dies erfahren! Zumindest nicht solange wie noch die Gefahr durch Voldemort und seinen Speichelleckern bestand.
"Aber eigentlich wollte ich aus einem anderen Grund mit euch reden", sagte Dumbledore nachdem er im Kreise der jungen Leute Platz genommen hatte. Umständlich strich er sich Bart und Robe glatt, so als müsse er sich erst die weiteren Worte überlegen. „Mit dem Verlauf des heutigen Tages war ich sehr zufrieden. Ich bin euch sehr dankbar, dass ihr euch bemüht habt Frieden in die Auseinandersetzungen zwischen den Häusern zu bringen. Das beweist einmal mehr eure Reife, die ihr inzwischen erlangt habt. Jedoch interessiert es mich, wie ihr wirklich über diese ganze Angelegenheit denkt, was ihr vom Verhalten der Slytherins und der anderen Schüler haltet."
Harry nickte Ron zu in der Hoffnung, dass dieser seine Bemerkung von vor einigen Minuten noch einmal wiederholen würde, und Ron verstand was er wollte. „Wie ich vorhin schon sagte", antwortete Ron auf Dumbledores Frage, „wir hatten heute großen Spaß, auch wenn es noch gewöhnungsbedürftig ist mit den Slytherins normal zu reden. Trotz des heutigen Tages traue ich ihnen einfach nicht!" Hermine fügte dem folgendes hinzu: „In all den Jahren habe ich noch nie ein einziges Wort von Blaise Zabini gehört, um so erstaunter war ich als ich mich heute etwas mit ihr unterhalten hatte. Sie macht einen recht vernünftigen Eindruck und scheint sehr intelligent zu sein. Bei ihrem hübschen Gesicht ist es mir ein Wunder dass sie in der Schule kaum wahrgenommen wird… Ich glaube, wenn wir so weiter machen wie heute und versuchen so natürlich wie möglich mit ihnen umzugehen, könnten wir es schaffen die Barrieren zwischen uns gänzlich einzureißen. Aber wir alle haben noch unsere Probleme damit ihnen zu vertrauen, kein Wunder so wie sie uns die ganze Zeit über behandelt haben. Ok, Blaise einmal davon ausgenommen, ihre Anwesenheit wurde ja meist gar nicht wahrgenommen. Denke ich jedoch an das Verhalten von Draco Malfoy und Pansy Parkinson, dann könnte ich schon manchmal aus der Haut fahren! Ihr Verhalten heute dazu wirkt schon fast so als ständen sie unter einem Imperius-Fluch… Übrigens, hast du herausgefunden was diese eigenartigen Einfärbungen in ihren Auren bedeuten?"
„Stimmt ihr alle Rons und Hermines Meinung zu?", fragte der Schulleiter. Einstimmiges Nicken in der Runde gab ihm die gewünschte Antwort. „Nun, dies verwundert mich nicht wirklich, denke ich doch ähnlich wie ihr darüber. Gedanken mache ich mir nur über Severus Snape, er hat auf meine diesbezügliche Frage nur mit den Schultern gezuckt. Die jungen Slytherins wollte ich nicht befragen; ich denke die Antwort erhalten wir wenn sie erneut eingeladen werden. Zu deiner Frage, Hermine: Es tut mir leid, aber ich kann diese Einfärbungen in ihren Auren nicht erklären, ich kann sie ja nicht einmal so erkennen wie ihr beide es könnt. Da muss ich passen. Ihr wisst doch dass ich zwar Auren sehen, mehr aber spüren kann. Ich habe einen vagen Verdacht was diese Unregelmäßigkeiten bedeuten könnten, aber wie schon gesagt dass ist nur eine ganz vage Vermutung. Wenn sich mein Verdacht bestätigt werde ich euch darüber informieren. Wollen wir doch mal sehen zu welchem Ergebnis ihr kommt…" Leicht verschmitzt grinste Dumbledore in die Runde, wusste er doch wie sehr er seine jungen Schützlinge damit ärgern konnte. Bevor sie jedoch groß darauf reagieren konnten schnitt er gleich sein nächstes Thema an.
„Ich habe mir noch einmal Gedanken über den Brief von Narzissa Malfoy gemacht. Harry, Hermine, ich möchte euch bitten sehr vorsichtig zu sein wenn die angekündigten Bücher eintreffen sollten. Bitte untersucht sie zu allererst auf versteckte Zauber und dergleichen! Ich möchte nicht dass ihr da in eine Falle geratet, viele Bücher der Schwarzen Magie enthalten selbst soviel Magie das es nicht ungefährlich ist sie in die Hand zu nehmen!" Hermine wollte gerade etwas einwenden, doch der Schulleiter ließ sie nicht zu Wort kommen. „Ich weiß dass dir das bekannt ist, aber ich wollte euch noch einmal darauf hinweisen. Ich möchte auch dass ihr mich sofort informiert wenn euch bei dieser Büchersendung etwas komisch vorkommt – Narzissa war noch nie so offen gewesen, selbst als junge Schülerin nicht als sie noch nicht unter Lucius' Einfluss stand, daher muss sie mich erst noch von ihrer Aufrichtigkeit überzeugen. Harry, hast du wieder eine Vision über deine Narbe gehabt?"
Der Schwarzhaarige schüttelte seinen Kopf. „Seit ich durch Emrys' Hilfe die Okklumentik beherrsche und durch Hermines Anwesenheit habe ich keine einzige Vision mehr gehabt – meinst du ich sollte es mal versuchen?" Dumbledore überlegte einige Minuten. „Wenn du es versuchen willst dann tu es. Aber bitte nur wenn mindestens Hermine bei dir ist, einverstanden?" „Ohne sie würde ich es nicht versuchen wollen!", entgegnete Harry lächelnd, was ihm einen Kuss von Hermine einbrachte, welche damit ihr Einverständnis zeigte.
Eine ganze Weile unterhielten sie sich noch über den vergangenen Tag, besonders über die Einweihung der neuen Sporthalle. Sie versuchten das Verhalten der Slytherins so genau wie möglich zu analysieren um mögliche Rückschlüsse auf die Ernsthaftigkeit des von Draco Malfoy angebotenen Waffenstillstands und seine Hilfe bei der Verteidigung von Hogwarts zu gewinnen. Irgendwann jedoch wurden die Augen immer kleiner und die Augenlider immer schwerer, und so verschwand einer nach dem anderen ins Bett.
Ungefähr zur selben Zeit irgendwo in Europa: In einem düsteren, nur von ein paar Fackeln beleuchteten höhlenartigen Gewölbe saß ein großer, dürrer Mann vollständig in einem schwarzen Umhang gehüllt auf einem schwarzen, hölzernen und mit Schlangenmotiven verzierten Thron und lauschte wohlwollend dem Bericht der vor ihm knienden Person. „Gut, meine Liebe, wenigstens du hast deinen Anteil an meinem Plan erfolgreich ausgeführt. Nun heißt es abwarten wie Potter und seine Brut darauf reagieren werden…" Dann begann er zu lachen. Schallend. Scheußlich. Schrecklich. Schaurig.
Durch den urplötzlichen Schmerz in seiner Narbe saß Harry kerzengerade in seinem Bett, mit einer Hand hielt er sich die Narbe, mit der anderen versuchte er sich abzustützen. „Was'n los?", murmelte Hermine verschlafen. „Voldemort", presste Harry zwischen seinen Lippen hervor. Und dann war der Schmerz so plötzlich weg wie er gekommen war. Harry konnte sich wieder entspannen, und so ließ er sich zurück in die weichen Kissen sinken, zurück in Hermines wartende Arme. „Deine Narbe?", fragte sie flüsternd. „Ja, er muss sich über irgendetwas sehr gefreut haben… Ich habe aber nur sein Lachen mitbekommen, dann war die Verbindung wieder weg", erklärte Harry. Hermine murmelte etwas vor sich hin, scheinbar war sie schon wieder eingeschlafen. Auch Harry war bald darauf wieder im Reich der Träume unterwegs.
Am nächsten Morgen jedoch sah Harry als erstes in Hermines erwartungsvolles Gesicht, und er wusste dass er ihr alles über seine nächtlichen Narbenschmerzen berichten sollte. Harry seufzte, dann erzählte er ihr was passiert war. Viel war es ja nicht, aber er kannte Hermines Neugierde, aber auch ihre Anteilnahme. „Du hast also nur sein Lachen mitbekommen?", fragte sie nun schon zum dritten Mal, und Harry nickte nun schon zum dritten Mal bestätigend. „Ich versteh' das nicht, du hattest doch jetzt die ganze Zeit Ruhe vor ihm – hattest du vielleicht deine Okklumentikschilde unten?" Harry überlegte ein paar Momente. „Ich denke das lag vielleicht daran dass ich mir gestern Abend noch Gedanken über ihn gemacht habe. Ich frage mich schon die ganze Zeit was er jetzt im Schilde führt, er müsste ja schon längst wissen dass ich wieder fit bin…" „Hm, da ist was dran. Was meinst du, sollen wir es mal versuchen mit ihm Verbindung aufzunehmen? Also, ich meine, du nimmst die Verbindung auf und ich helfe dir dabei?", fragte Hermine nachdenklich. „Albus hat das ja auch schon angedeutet"; fügte sie dem noch hinzu. „Ich weiß nicht…", entgegnete Harry. „Ich habe Bedenken dass dann alles wieder von vorne losgeht, oder dass ich die Verbindung dann nicht mehr lösen kann, oder dass er Sachen erfährt die ihn nichts angehen…" Eine Weile sagten beide nichts, bis Hermine abschließend meinte: „In Ordnung, lass uns später noch einmal in Ruhe darüber reden. Gehen wir frühstücken?"
