Autorin: -desire-
Kurze Inhaltsangabe: NACH BUCH 6! SPOILER!
-Der Schatten hat noch keine Macht. Weder über dich noch über mich. - +Zit.+
Ist es möglich, dass ein Mädchen die Hoffnung Vieler in dieser schlechten Zeitverkörpert, und gleichzeitig die gefährlichste Waffe aller Zeiten ist?Das ein junger Mann seine Linie durchbricht und sich von seinem Herzen leiten lässt?
Genre: Drama, Action/Adventure, Mystery, Dark, Horror
Hauptcharaktere: Eigener Charakter, später auch Draco Malfoy
Altersfreigabe/Warning: mind.ab 13 (T), insbesondere in diesem Kapitel wohl schon M.
Disclaimer: Die euch bekannten Figuren kommen natürlich von J.K.R, gehören mir nicht und somit verdiene ich mit der Story auch kein Geld. Die Idee stammt jedoch von mir.
Anmerkung: Joa, das ist eine spontane Idee von mir und ich hoffe, ich habe sie das letzte Mal überarbeiten müssendoh ) wie bereits angedeutet, wird Draco eine tragende Rolle spielen und natürlich mein eigener Charakter. Ich weiß ja nicht, wie's euch geht..aber ist er nicht einfach nur heiß, wenn er so ... arrogant ist D. Würd mich freuen, wenn ihr die Story lest und vielleicht auch reviewt...als Rückmeldung sozusagen ;)
† Anfang allen Endes †
Die Türme des Schlosses ragten weit in den Himmel hinauf und schienen die Wolken zu berühren, die in dieser Nacht tief über dem Boden schwebten und dutzende Kubikliter Wasser auf die Erde niederließen. Der Bucklige, der ihr gegenüber saß, starrte trübsinnig in die Ferne.
Ihre Tränen waren längst versiegt, sie hatte keine Kraft mehr zu drohen, zu flehen, noch nicht einmal zu weinen. Sie hatte Angst, furchtbare Angst vor dem, was sie erwartete.
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Sie schrie aus Leibeskräften, trat, biss, schlug den Mann, der sie unbekümmert zu der schwarzen Kutsche zerrte. Ihre Gedanken rasten. Dann riss sie den Kopf zurück, rief nach ihrer Mutter, die sie im Flur des hellerleuchteten Hauses stehen sah. Diese hielt noch immer den Brief, den sie zuvor von dem Mann überreicht bekommen hatte, in der zitternden Faust und weinte bitter.
Das Mädchen schrie, streckte ihrer Hand nach der schwachen Frau aus, aber ihr Flehen war umsonst. Ihre Kehle brannte und ihre Augen schwollen an, doch sie gab nicht auf.
„MAMA! Mama, hilf mir!" Ihre Sprache überschlug sich. „Ich will nicht weg! Lass nicht zu, dass sie mich wegbringen!" Ihre Mutter starrte ihr apathisch hinterher, scheinbar ohne zu registrieren, was sich vor ihren Augen abspielte. Der jungen Frau überkam ein Gefühl von völliger Hilflosigkeit. Der Griff des Mannes war eisern und lockerte sich nicht, ganz gleich wie sehr sie sich wehrte. Sie wusste, dass sich die Nachbarn in ihren Häusern versteckten und die Szene heimlich durch die Gardinen beobachteten. Wusste, was sie dachten. Sie errötete vor Scharm.
„MA! Help mij!" (+↓)
Ihre Mutter ließ den Brief fallen, schlug sich die Hände vors Gesicht und begann zu schwanken.
Das Herz der jungen Frau zog sich schmerzhaft zusammen, sie versuchte erneut zu schreien, doch eine innere Stimme sagte ihr, dass es keinen Sinn hatte. Sie öffnete den Mund, der Stimme zum Trotz, doch ihr entwich nur ein schwacher Laut. Die Kutsche erreichend warf der Bucklige sie ins Innere und schlug die Tür hinter sich zu, nachdem er ebenfalls Platz genommen hatte. Ihre Haare fielen ihr wirr ins Gesicht und wurden im Sekundentakt in die Luft geschleudert. Sie atmete unkontrolliert und fixierte ihren Entführer. „Lassen sie mich hier raus!" zischte sie aufgebracht.
Der Mann beachtete sie nicht. Stattdessen klopfte er mit seiner flachen Hand, durchs offene Kutschenfenster hindurchgreifend, gegen das dunkle Mahagoniholz. Die Kalesche setzte sich in Bewegung.
Ein Schock durchfuhr ihren Körper und es dauerte einige Sekunden, bis sie verstand, was vor sich ging. „Nein! Lassen sie mich hier raus! LASSEN SIE MICH HIER RAUS!" Sie schob sich entsetzt gegen die verschlossene Tür und rüttelte an dem Griff.
„Das kostet ihnen nur Kraft, Miss Valtenyn."
Sie für einen kurzen Augenblick hielt sie inne und starrte ihn an. „Ich sage es noch mal, lassen sie mich hier raus! Das ist Freiheitsberaubung!"
Der Bucklige schmunzelte ohne sie anzusehen. „Nana, wo kämen wir denn da hin? Wir haben den Segen ihrer Mutter, meine Liebe!" Er wandte ihr den Kopf zu. „Also alles in bester Ordnung, wie sie sehen."
Sie fiel erschöpft zurück auf die Bank und starrte auf den deformierten Kopf ihres Gegenübers. Doch sie registrierte ihn nicht, sondern schaute durch ihn hindurch.
Der Schmerz in ihrem Hals, das Resultat einer Überstrapazierung der Stimmbänder, wanderte, verteilte sich im ganzen Körper. Sie begann zu schwanken, während ihr Körper unkontrolliert zuckte. Doch diesmal war es nicht die Angst, die sie erdrückte. Diesmal war es die Gewissheit, allein und ausgeliefert zu sein, verraten von ihrer eigenen Familie.
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Sie atmete schmerzhaft ein: Ihr Erschöpfung war deutlich zu sehen.
„Was ist", sie unterbrach sich und hustete. „Was ist das hier für ein Ort?" Ihre Stimme war rau und brüchig.
Seit den letzten 24 Stunden hatte sie diese Frage des Öfteren gestellt, doch nie eine Antwort erhalten. Aber sie war es leid, darauf zu warten, von der eisernen Furcht überrannt zu werden.
„Wo bringen-"
„Halten Sie sich zurück, Miss Valtenyn." Der Mann schaute sie mit seinen wässrigen Augen missbilligend an.
Sie schnaubte und richtete ihren Blick zur Decke. Die Reise per Kutsche, dessen war sie sich nun bewusst, war unbequem und langwidrig. Während der vergangenen Zeit war sie durch die Kalesche geschleudert worden oder schmerzhaft mit dem Kopf gegen die Kutschendecke oder –wand geschlagen.
Ihr stumpfer Blick wanderte wieder zu den Umrissen des Schlosses, dem sie sich mit mäßigem Tempo näherten. Die Gegend war wild und weitgehend unberührt.
„Einen schlafenden Drachen soll man nicht wecken…(+→)" murmelte sie leise vor sich hin.
„Was hast du gesagt!" Der Mann betrachtete sie mit einem wachen und misstrauischen Blick, vergaß sogar um die förmliche Anrede, die er zuvor so zielstrebig verfolgt hatte.
„Nichts."
Sie starrten sich an, während der Regen gegen das robuste Holz prasselte.
„Bitte, Mister. Bitte sagen Sie mir einfach, wo-"
„Muss ich mich wirklich wiederholen?"
Sie ignorierte ihn und fuhr mit ihrer Fragerei fort.
„Ich sagte, du sollst-"
„WAS ZUR HÖLLE GEHT HIER VOR?" Sie hatte ihren Rücken durchgestreckt und schaute dem Mann direkt in die Augen. „Was wollen sie von mir? Wer sind sie?
Ich habe elf Kuraufenthalte, unzählige Arztwechsel und zwei Exorzisten hinter mir. Meines Erachtens reicht das zur Genüge! Lassen sie mich sofort gehen!"
Ohne zu wissen, was sie tat, warf sie sich nach vorn und packte den entsetzten Mann an der Kehle. Sie schüttelte ihn und schrie ihn an, er solle sie endlich rauslassen. Ihre Stimme wurde dunkel und aggressiv. Er keuchte und packte sie bei den Händen, sein Gesichtsausdruck verwandelte sich in eine Grimasse. Er würgte und versuchte sie wegzustoßen, als sie ihn plötzlich losließ und zurückwich, soweit es die Enge der Kutsche zuließ. Der Bucklige raffte seinen Mantel zusammen und stieß die Tür auf. Er sprang mit einem großen Satz aus der Kalesche, ohne auf die Geschwindigkeit zu achten und fiel Kopfüber in den Schlamm. Ungewöhnlich schnell für seine körperliche Konstitution war er wieder auf den Beinen und stolperte vorwärts.
Doch die junge Frau nutzte die Situation nicht, um zu fliehen. Ihr Atem ging schnell, während sie ihre Hände ins Holz der Bank krallte.
Sie schloss die Augen.
„Ich beschwöre dich, unreiner Geist, jeden Einfluss des bösen Feindes, jedes Gespenst und jede teuflische Heerschar, im Namen unseren Herrn Jesus Christus: Verschwinde und fahre aus von diesem Geschöpf Gottes. Ich beschwöre dich, unreiner Geist, jeden Einfluss… (+↑)
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„… des bösen Feindes, jedes Gespenst und jede teuflische Heerschar, im Namen unseren Herrn Jesus Christus: Verschwinde und fahre aus von diesen Geschöpf Gottes."
Der Priester segnete sie und betröpfelte die Stirn des achtjährigen Mädchens mit Weihwasser.
Er schaute sie, die teilnahmslos und mit halbgeöffneten Augen an die Decke starrte, mit traurigem Blick an und wandte sich um. Gerade wo er das Zimmer verlassen wollte, um den Eltern mitzuteilen, dass er ihrem Kind keine Hilfe wäre, dass der Dämon, der sie beherrschte, in dieser Form noch nie aufgetreten war, vernahm er ein Weinen. Es war dumpf und tief, und als er sich umdrehte, traf sein Blick auf den des Mädchens. Sie starrte ihn an und weinte stärker mit jeder vergangenen Sekunde.
Der alte Mann ging langsam zum Bett zurück, die Bibel fest an seiner Brust gepresst.
Die Kleine flüsterte. Ihre Tränen versiegten und ihre Augen wurden ernst.
Der Priester beugte sich langsam herab, um ihre Worte verstehen zu können: „Vater, der du bist im Himmel. Beschütze den Mann und vertreibe die, die ihm böses wollen. Bitte, Vater, der du bist im Himmel…"
Der Mann erhob sich mit gerunzelter Stirn und richtete seine Brille. „Von wem sprichst du, Liebes?"
„O Lord, hear my pray'r…"
Er wich zurück. Das Mädchen schloss die Augen und schluchzte nun lauter, doch sie betete weiter – in verschiedenen Sprachen.
„O Panie-"
„Mein Kind, wer sind "die"?"
Doch sie ging nicht auf seine Frage ein, sondern schrie stattdessen mit einer unmöglich rauen Stimme in den Raum hinein. „Non! Mon Seigneur! Mon..."
Schweiß bildete sich auf der Stirn des Mannes, als er rückwärts stolperte, während sich das Zimmer verdunkelte. Es verstand nicht, was vor sich ging. Er fand die Tür, aber sie war verriegelt. Der Priester ließ die Heilige Schrift fallen und rüttelte an dem Türknopf, doch nichts geschah.
„Hilfe!" Er schlug mit seiner Faust gegen die Tür. „Lassen sie mich hier raus! HILFE" Von draußen hörte er Stimme, welche ebenso hysterisch klangen wie seine eigene. Plötzlich verstumme das Mädchen. Ein leises Atmen ersetzte ihre Schreie, doch es war ungleichmäßig und heftig. „Signore…"
Dann drang ein neues Geräusch an die Ohren des alten Mannes, das ihn herumwirbeln ließ. Ein schweres Keuchen erfüllte den Raum und fand die Klimax, als sich ein Wesen absoluter Schwärze aus der Düsternis löste…
(+↓) „Mama! Hilf mir!"
(+→) „Draco Dormiens Nunquam Titillandus" wörtl. „Kitzle nie einen schlafenden Drachen." ×Schulspruch von Hogwarts×
(+↑) Worte der Exorzisten in 1614, Quelle fraglich.
