Kinder… schreckliche Kreaturen. Lassen sie einen in Ruhe, wenn man ‚Nein' sagt? Natürlich nicht, aber bei ‚Ja' ist es noch schlimmer.
Schlecht gelaunt wanderte der weißhaarige Lord durch den Wald. Dicht gefolgt von dem Grund seines Ärgers, Inuyasha. Der kleine Hanyou ging Gedanken verloren hinter ihm, und stolperte immer wieder. Doch seine gute Stimmung und sein Grinsen verschwanden nicht. Inuyasha war sich sicher, dass der Mann ihn nach Hause bringen würde. Also hatte er sich um nichts mehr zu sorgen, außer vielleicht, dass besagter Mann ihn bald den Hals brach, trotz seines Vaters Willen.
Es war ja nicht so, als wenn er nicht sowieso getötet worden wäre, er würde nur den Prozess etwas beschleunigen. Hinter Sesshomaru ertönte ein weiterer dumpfer Schlag. Genervt drehte er sich zu dem Jungen der am Boden saß und ihn mit großen unschuldigen Augen anblickte. Er sollte wirklich der Welt einen Gefallen tun.
„Steh auf"
Ohne ein weiteres Wort oder einen Blick zurück setzte er seinen Weg fort. Wie war er noch einmal in diese Lage gekommen? Ach ja, heute Morgen…
„Hilfst du mir, meine Mama zu finden?"
Für einen kurzen Moment schien die Zeit still zu stehen. Sesshomaru wurde mit den hoffnungsvollen goldenen Augen seines Bruders angestarrt. Nichts in seinem Gesicht regte sich, doch innerlich war er in einen leichten Schock geraten.
Niemand hatte es bisher gewagt, ihn einfach so um Hilfe zu bitten. Natürlich hatte es Youkais gegeben, die seine Hilfe wollten, doch keiner hatte ihn derartig angestarrt. Nein, sie waren alle starr vor Angst, und erwarteten, dass er ihnen jeden Moment die Köpfe abschlug. Was in einigen Fällen auch geschah.
Doch nun kam dieser kleine Knirps, dieser Hanyou, daher und starrte ihn mit diesen großen Augen an. Keine Spur von Furcht, nur kindliches Vertrauen in ihn. Er hätte ihn sofort eines besseren Beehren sollen, ihn attackieren sollen, damit der Junge seinen Platz in der Welt lernt. Doch aus irgendeinem Grund tat er es nicht.
„Nein"
Nur wegen diesem einen Wort begannen die großen Augen sich langsam mit Tränen zu füllen. Der erwachsene Inuyoukai konnte nur zusehen, wie langsam Krokodilstränen die Wangen des Kindes hinab rannen.
„W-warum?"
„Es ist dein Problem, ich habe nichts hiermit zu tun."
Warum fing er jetzt auch noch an, sich vor dem Jungen zu rechtfertigen? Inuyasha ist wirklich sehr viel mehr Ärger, als er jemals wert sein wird.
„Aber… aber ich will doch nur zu meiner Mama…"
„Hmpf"
Einen letzten verächtlichen Blick auf den weinenden Hanyou, und dann wandte sich Sesshomaru zum Gehen. Kaum hatte er ein paar Schritte getan, fühlte er ein Gewicht an seinem rechten Bein. Inuyasha hatte sich festgeklammert, und weinte direkt in sein Hosenbein.
„Bitte! Ich… ich will, das du mir hilfst!"
„Lass los, Halbblut!"
Allmählich verlor Sesshomaru jede Fassung. Was dieser Hanyou tat, ging nun viel zu weit. Er wagte es, ihn festzuhalten, sogar in seine Hose zu weinen. Das war zu viel.
Mit der Absicht den Jungen endlich zu töten, bereitete er seine Krallen für den einen Angriff vor. Langsam hob er seine rechte Hand, und diese fing an, grün zu leuchten. Seine Augen verengten sich fast zu Schlitzen, und er fixierte das Kind, das all dies nicht wahrnahm.
Kurz bevor die Attacke ausgeführt wurde, hob Inuyasha wieder seinen Kopf. Die unschuldigen Augen starrten in das Gesicht des Lords, und er zögerte. Wieder einmal zögerte er. Was war an diesem Jungen, das dies mit ihm machte?
Für einige Sekunden, erstarrten beide. Sie blickten einander tief in die Augen, versuchten dem anderen ihren Willen aufzuzwingen. Inuyasha schniefte kurz.
„Hilfst du mir?"
Sein älterer Bruder, von dem er nicht einmal wusste, blickte ihn noch einige Augenblicke an, bevor er schließlich seine Hand wieder fallen ließ. Genervt wandte er sich von dem kleinen Jungen ab.
„Komm"
Seitdem hatte der Kleine nicht einmal in Ruhe gelassen. Na schön, er war manchmal ruhig, aber diese Neugier war genauso nervig. Wie oft musste er ihn allein heute Morgen retten? Dreimal, obwohl es sich wie viel mehr anfühlte.
Zuerst war Inuyasha in den Fluss gefallen, aus den Sesshomaru ihn schlecht gelaunt heraus gefischt hatte, nachdem er einige Male gerufen hatte.
Als nächstes schaffte der Hanyou es, ein Wildschwein aufzuhetzen. Endergebnis, Sesshomaru durfte das Tier töten.
Doch nichts war so schlimm gewesen, wie das dritte Erlebnis. Was hatte er bloß getan, um das zu verdienen?
Es hatte noch ziemlich harmlos angefangen. Inuyasha hatte Hunger bekommen, und unter seines Bruders Aufsicht, nach etwas Essbarem gesucht. Nach einiger Zeit hatte er etwas gewittert. Von da an wurde die Geschichte peinlicher und peinlicher.
Der junge Hanyou war dem Geruch neugierig gefolgt, und obwohl er es besser wissen hätte sollen, hatte Sesshomaru ihn einfach gehen lassen…
‚Was das wohl ist?' Wenn Inuyasha etwas war, dann war es neugierig. Es hatte ihm schon viele Probleme gebracht, doch jedes Mal aufs Neue gab er dieser Neugier nach. Nun lockte ihn dieser Geruch immer weiter von dem Platz, an dem sein neuer Freund saß.
Inuyasha hatte noch nie etwas Ähnliches gerochen. Er wusste noch nicht einmal, mit was er es vergleichen könnte. Allerdings war ein leichter Hauch von Fisch dort.
Der Junge kämpfte sich tapfer durch das Gebüsch, und versuchte trotzdem leise zu sein. Seine Mutter hatte ihm immer gesagt, dass er im Wald sehr vorsichtig sein soll, und ja nicht zu laut sei.
Schließlich schob er einen letzten Busch zur Seite, und schaute vorsichtig dahinter hervor. Auf dem Platz vor ihm, saß ein kleines etwas. Es hatte so ähnliche Ohren wie er, und ein pelziger Schwanz bewegte sich ständig.
Inuyasha erkannte nach einiger Zeit, dass es ein Mädchen mit hellbraunem Haar war. Was er aber so interessant an ihr fand waren die orangen Katzenohren, und ihr am Ende gestreifter Schwanz.
‚Sie ist so wie ich' Begeistert beobachtete er das Mädchen, das übrigens ein Katzendämon war. Sie saß auf den Wurzeln eines Baumes, und schaute einigen Schmetterlingen zu.
Inuyasha verließ sein Versteck, und näherte sich dem unbekanntem Mädchen. Als er nur noch zwei Meter entfernt war, drehte sie sich zu ihm um. Neugierig betrachteten sich die beiden Kinder, und keiner wollte zuerst wegschauen.
Schließlich begann das Youkai-mädchen zu sprechen. „Wer bist denn du?"
„Äh, In… Inuyasha! Du?"
„Inuyasha? Bist du ein Hund? Mein Name ist Yumi" (A/N: Ich hab hier einfach den erstbesten Namen genommen, der mir eingefallen ist, also 'tschuldigung, wenn er nicht passt!)
Inuyasha schüttelte schüchtern seinen Kopf. Sie war die erste, die ihn nicht böse angeschaut hatte. Ganz im Gegenteil, sie lächelte ihn an. Was den Eindruck ein wenig verfälschte waren die Fangzähne, die sie dadurch zeigte.
„Willst du mit mir spielen, Yumi?"
Inuyasha schaute verlegen zu Boden, als er auf ihre Antwort wartete. Innerlich wartete er schon auf ein verächtliches Lachen, oder einen harten Stein, der normalerweise auf ihn geworfen wurde. Doch nichts davon geschah.
„Klar, ich langweile mich."
„Was machst du denn hier ganz allein?"
„Ich warte auf meine Mami. Sie holt uns was zu essen."
„Wirklich? Ich muss mir das selber suchen."
„So? Wo ist denn deine Mama? Du bist doch nicht allein im Wald? Es ist gefährlich hier."
Inuyasha schüttelte den Kopf und blickte traurig zur Seite.
„Ich weiß nicht wo meine Mama ist. Ich hab sie verloren."
„Mit wem bist du dann hier?"
„Mit einem weißhaarigen, hübschen Mann."
„Hä? Männer sind nicht hübsch. Das ist ein Gesetz."
„Gar nicht wahr. Er ist hübsch."
„Sicher nicht!"
„Sicher doch!"
„Nicht!"
„Doch!"
„Nicht!"
„DOCH!"
„NICHT!"
„Was ist denn hier los?" fragte eine weibliche Stimme hinter Inuyasha. Überrascht wirbelte er herum, und blickte in das Gesicht einer jungen Frau. Auch diese hatte einen Schwanz, der sich ständig bewegte, doch die Ohren fehlten.
„Mama!"
Yumi sprang von ihrem Platz hoch, und lief zu der Frau. Sie umarmte ihre Mutter, und drückte sich ganz fest an sie. Jetzt erst bemerkte Inuyasha das tote Tier, das hinter ihr lag.
„Und wer bist du?"
„Uhm… ich heiße Inuyasha."
Die Frau ließ ihre Tochter los, und beugte sich ein wenig zu ihm. Er hörte ein Geräusch, wie wenn sie ihn beschnüffelte, und dann verzog sie plötzlich ihr Gesicht.
„Du bist ein Hanyou, und ein Hund noch dazu."
„Ich bin KEIN Hund!"
Sie blickte ihn seltsam an. Inuyasha begann sich sehr unwohl unter ihrem Blick zu fühlen. Plötzlich schnappte sie ihn am Hals, und hob ihn daran hoch. Er fing überrascht und panisch an, mit seinen Füßen zu schlagen, und versuchte mit seinen Händen, ihre viel stärkere Hand von seinem Hals zu lösen.
„Ich kann Hunde nicht ausstehen, und Hanyous sind einfach nur verachtenswert."
„Mama! Was machst du da. Lass Inuyasha los. Er ist mein Freund!"
Panisch zog Yumi an den Beinen ihrer Mutter, und warf immer wieder besorgte Blicke zu Inuyasha. Dieser hatte immer mehr Probleme zu atmen. Er hatte bereits aufgehört, zu zappeln, und auch seine Arme hingen nun schlaff hinab. Er fing leise an, wie ein Hund zu winseln.
Sesshomaru saß noch immer auf derselben Stelle. Er fand die Ruhe erholsam. Keine angreifende Dämonen, als wenn es viele davon gäbe, keine dummen Menschen, und keine kleinen lästigen Hanyous.
Wo war Inuyasha eigentlich. Er hätte ihn doch schon längst nerven müssen. Was für Ärger hatte er sich nun jetzt schon wieder eingehandelt? Unwillig öffnete er seine Augen.
Als er sich umblickte, fiel ihm nichts Ungewöhnliches auf, außer, dass Inuyasha fehlte. Prüfend hob er seine Nase in die Höhe. Ein überraschender Geruch kam aus der gleichen Richtung wie Inuyashas.
Sofort war er auf den Beinen, und folgte dem Geruch, auf demselben Weg den sein kleiner Bruder zuvor genommen hatte.
Kurz darauf, fand er die beiden Katzen und seinen Bruder. Inuyasha schien bereits blau angelaufen zu sein. Währenddessen genoss die Mutter den Anblick des strampelnden Hanyous. Nicht zu vergessen, das kleine Kätzchen kniete flehend vor ihrer Mutter, und heulte fast so erbärmlich wie ein Wolf.
Ohne eine Miene zu verziehen trat er schließlich hinter dem Gebüsch hervor. Innerlich kochte er, und fragte sich zum vermutlich tausendsten Mal, warum verdammt noch einmal, er sich das antat.
Obwohl er leise war, schreckte die Katze aus ihrem ‚Spiel' mit dem Hanyou hoch. Sofort hatte sie sich wieder unter Kontrolle, ließ den Griff um Inuyasha's Hals lockern, und drehte sich mit einem berechnenden Blick zu Sesshomaru.
„Was willst du, Köter?"
Sie beobachtete ihn mit ihren schmalen Pupillen, während sie mit einem ihrer Füße, versuchte ihr Kind hinter sich zu schieben.
Er blieb weiterhin einige Meter vor dem Trio stehen, und schätzte sein Gegenüber ein. Keine einzige Gefühlsregung war auf seinem Gesicht zu entdecken. Überhaupt schien er wie erstarrt zu sein, während sich seine kalten, goldenen Augen in ihre scharfen Schmalen bohrten.
„Sag mir verdammt noch einmal was du willst!"
Allmählich verlor sie ihre Geduld mit dem Dämon. Warum war er zu einem so schlechten Zeitpunkt aufgetaucht? Normalerweise hatte sie nie etwas dagegen, andere zu erledigen, doch der Typ beunruhigte sie. Außerdem war sie gerade mit dem Hanyou beschäftigt.
Besagter Hanyou hatte diese Gelegenheit genutzt, um wieder zu Atem zu kommen. Vorsichtig öffnete er die Augen. Die böse Frau schaute ihn nicht einmal an. Neugierig, was ihn gerettet hatte, blickte auch er zur Seite, nur um seinen Retter wieder zu sehen.
Augenblicklich fingen seine Augen an, mit Hoffnung zu leuchten. Der seltsame, weißhaarige Mann wird ihm helfen, davon war Inuyasha ganz sicher.
Plötzlich fiel er zu Boden. Erstaunt blickte er zu der bösen Frau, doch die war verschwunden. Dann hörte er einen seltsamen Schrei. Inuyasha hatte solche Schreie immer wieder gehört, wenn er in der Nähe von den Dojos war. Er hatte zwar keine Ahnung, was die Männer da drinnen machten, aber es hörte sich so ähnlich an.
Angestrengt lauschte er auf jedes andere Geräusch, während er versuchte, die Frasu und seinen Retter mit seinen goldenen Augen zu finden.
Verängstigt schrie Yumi neben ihm auf, und zeigte in den Himmel. Sofort blickte Inuyasha hinauf, gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie die Frau vom Himmel fiel. Sie stürzte Kopf voraus zu Boden, und schlug am anderen Ende der Lichtung auf.
Noch während Staub durch die Luft flog, lief Yumi schreiend zu ihrer Mutter. Inuyasha dagegen stand starr daneben. Entsetzt starrte er zu der Stelle wo die Dämonin aufgeschlagen war.
Er merkte nicht einmal, als der Verursacher ihres Aufschlages hinter ihm landete. Der weißhaarige Mann stand hinter ihm, und beobachtete ihn. Doch auch das merkte er erst nach einer unendlich langen Zeit.
Inuyasha drehte sich vorsichtig um. In seinen Augen standen Tränen. Er versuchte alles, um nicht zu weinen, aber es war zuviel für so einen kleinen Jungen wie ihn. Leise liefen die Tränen über seine Wangen. Zuerst trat er nur langsam einige Schritte zurück, doch plötzlich drehte er sich um, und lief heulend davon.
Der Mann blieb einfach nur stehen, und blickte ihm hinterher.
„Vater… Vater, wo seid ihr?" langsam trat Izayoi in den Raum, in den sie ihr Vater bestellt hatte. Sie hatte aufgegeben, ihm weiter auszuweichen. Nun gut, eine Nacht und frühen Morgen lang diesem Gespräch auszuweichen, war ja nun nicht sehr schwierig, dennoch…
Sie wollte es einfach hinter sich bringen. Auf diese Weise konnte sie so schnell wie möglich wieder gehen, und nach ihrem Sohn suchen.
„Inuyasha, wo bist du nur?"
„Izayoi"
Sie drehte sich um, und entdeckte ihren Vater. Sofort ging sie zu ihm, und zeigte ihm gebührenden Respekt. Zumindest was ordentliches Benehmen von ihr verlangte.
„Ihr habt nach mir geschickt?"
„Allerdings. Ich nehme an, deine Mutter hat bereits mit dir geredet?"
Er blickte sie viel sagend an. Offenbar wusste er genau, was ihr erzählt worden war.
„Ja, das hat sie."
„Gut, dann will ich nicht lange darüber reden. Ich habe Shorin deine Hand versprochen."
„Was! Ihr denkt doch nicht, dass ich meine Zustimmung geben werde, Vater?"
„Das ist nebensächlich. Izayoi, eine Frau deines Standes kann doch nicht ohne einen Ehemann leben."
„Die Leute im Dorf scheinen das aber anders zu sehen. Sie nennen mich viele Dinge, die sicherlich nicht einer Frau meines so genannten Standes nachgesagt werden."
„Das würde sich alles ändern lassen. Jetzt, wo dieses… Etwas weg ist."
„Das reicht! Ich werde Shorin nicht heiraten, und ich werde mir erst recht nicht mehr anhören, was ihr alle über meinen Sohn denkt."
Wütend rannte sie beinahe aus dem Raum. Ihr Kopf war schon rot angelaufen, und sie bebte vor Zorn. Wie konnten sie es wagen. Sie alle hier im Schloss dachten wohl, dass sie Inuyasha einfach so vergessen würde, und diesen selbstgerechten Soldaten heiraten würde. Wie sehr sie sich doch irrten.
Soooo, das war nun Teil Nummero 2. Ich wollte das hier noch schnell raufstellen, drum sorry, falls einige Fehler drinnen sind. Ich bin nur froh, endlich einmal so weit gekommen zu sein.
