Guuuut... ich bin wieder zurück! Mit einem neuen Kapitel, und einer kleinen Bitte: schreibt mir Reviews, damit ich weiß, ob es euch gefällt.
„… mir ist langweilig!" jammerte Inuyasha.
Er und der große Youkai waren früh am nächsten Morgen aufgebrochen, um weitere Kilometer zurückzulegen. Den ganzen Morgen über hatte der Mann kein einziges Wort zu ihm gesagt, weshalb Inuyasha einfach mit sich selbst geredet hatte.Nun war es Mittag, und auch seine Selbstgespräche waren ihm zu langweilig geworden.
Als sie im Laufe des Vormittags an einem Blumenfeld vorbeigekommen waren, war Inuyasha sofort hingelaufen, um sich auf der schönen Lichtung mitten im düsteren Wald umzusehen. Sesshomaru hatte ihm schweigend zugesehen, während der Junge versuchte Schmetterlinge zu fangen.
Doch schon nach nicht einmal einer Stunde waren sie weiter gezogen. Eigentlich hätten sie ihr Ziel schon längst erreichen sollen, doch da Sesshomaru menschliche Siedlungen mied, war ihre Reise um einiges länger, als die Straße, die direkt verlief.
Inuyasha merkte überhaupt nichts davon. Er war einfach froh, dass er jemanden gefunden hatte, der ihm half. Er achtete nicht einmal darauf, in welche Richtung sie zogen, sondern folgte seinem Begleiter blind.
Nun beobachtete er fasziniert, wie ein kleiner Käfer versuchte, einen dünnen Ast zu erklettern. Das schwarze Insekt kroch langsam empor, direkt vor Inuyashas Nase vorbei, ohne sich von dessen Blick gestört zu fühlen. Schließlich hatte der Käfer die Spitze erreicht, und öffnete seine Flügel. Inuyasha starrte dem kleinen Ding sehnsüchtig nach, als es plötzlich wegflog.
Er seufzte. Konnte denn nicht irgendetwas Spannendes passieren? Er blickte nachdenklich zu der großen weißen Gestalt vor ihm.
„Kannst du mir nicht eine Geschichte erzählen?" fragte er unschuldig.
Der Youkai reagierte überhaupt nicht. Inuyasha probierte es noch einmal.
„Weißt du, die Jungen aus meinem Dorf erzählen immer, was für gefährliche Bestien ihre Väter erlegt haben." Inuyasha schwieg kurz. „Ich wünschte, ich könnte auch so was über meinen Vater erzählen."
Überraschenderweise blieb der Youkai plötzlich stehen. Der Junge wäre fast gedankenverloren in ihn hineingelaufen, bemerkte das Hindernis jedoch rechtzeitig. Fragend blickte er zu dem Gesicht seines Begleiters. Dessen Augen starrten ihn seltsam an. Inuyasha wusste nicht, was dieser Blick bedeutete, aber irgendwie beunruhigte es den Hanyou.
‚Vater?'
Warum musste der Hanyou gerade über Ihn reden? War es nicht schon genug, dass sein Vater wegen dem Halbblut gestorben war? Musste er ihn nun erwähnen? Er hatte kein Recht, etwas über Vater zu erfahren, nicht dieser… Halbmensch.
Sesshomaru starrte den Jungen an, musterte ihn aufs Genaueste. Was war so besonders an der kleinen Missgeburt, dass er für ihn gestorben war? Er ist ein nichts, ein Insekt, dass früher oder später zerquetscht werden würde, nach Inuyashas Verhalten zu schließen eher früher.
Dennoch, im Moment war er, Sesshomaru derjenige, der dem Hanyou half, warum überhaupt? Er wusste noch immer keine Antwort. Seit fast zwei Tagen hatte er sich diese Frage nicht mehr gestellt. Jetzt traf sie ihn erneut mitten ihm Gesicht: Warum wollte er den Jungen am Leben lassen, sogar beschützen, wenn er doch eigentlich vorgehabt hatte, ihn zu töten?
Der Dämonlord wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Inuyasha unter seinem Blick unruhig wurde.
„Warum schaust du mich so komisch an?" fragte er herausfordernd.
Ohne zu antworten wandte Sesshomaru seinen Blick wieder nach vorn, um seinen Weg fortzusetzen. Inuyasha blickte ihm unsicher hinterher. Schließlich erwachte der Hanyou aus seiner Starre, und lief dem nun einige Meter entfernten Youkai hinterher.
„Hey! Du hast meine Frage nicht beantwortet!"
„Hey!"
„H…"
„Sei leise!"
Inuyashas Worte blieben ihm im Hals stecken. Sesshomaru hatte sich nicht die Mühe gemacht, sich zu seinen, nun neben ihm herlaufenden, Bruder zu drehen, doch seine monotone Stimme hatte eine eisige Schärfe angenommen.
Ein paar Minuten gingen die beiden ungleichen Gestalten nebeneinander weiter. Dann versuchte es Inuyasha mit einer anderen Taktik. Anscheinend verhielt er sich heute reifer, als die letzten Tage.
„Kanntest du meinen Vater?"
Sesshomaru schwieg.
„Mama hat mir zwar ein bisschen über ihn erzählt, aber nicht viel. Ich will wissen wie er so war,… weil, viele in meinem Dorf sagen, dass alle Youkai böse sind, aber ich glaub nicht, dass mein Vater böse war."
Sesshomaru schwieg weiterhin.
„Ich glaub nicht, dass meine Mama ihn dann so sehr gemocht hätte. Sie schaut manchmal bei Nacht in den Himmel. Sie sieht dann immer so traurig aus."
Sesshomaru blickte zu ihm. Inuyasha machte zwar viele kleine Schritte um mit dem größeren Mann mitzukommen, starrte jedoch niedergeschlagen den Boden an.
„Ich kannte ihn."
„Oh?"
Verwirrt blickte Inuyasha zu dem Youkai auf. Sesshomaru sah nun erneut diese unschuldigen goldenen Augen, die ihn so aus seiner normalen Routine geworfen hatten. Jetzt hatte er dem Hanyou auch noch geantwortet.
Der kleine Junge blickte ihn weiterhin an, als wartete er darauf, mehr zu hören. Doch Sesshomaru sagte nichts mehr. Somit wurde die Reise schweigend fortgesetzt.
‚So klein. So schwach. So… nervig. Dennoch hab ich ihn am Leben gelassen bisher. Ich bezweifle, dass ich dafür eine Erklärung finden werde. Zumindest keine, die ich akzeptieren kann. Inuyasha… Sollte er je aufwachsen können, dann wird er bestimmt noch größere Schwierigkeiten verursachen.'
Die letzten zwei Tage hatte Izayoi es erfolgreich geschafft, sowohl ihren Eltern als auch ihrem so genannten Verlobten aus dem Weg zu gehen. Doch dies hatte andere Probleme verursacht. Sie hatte seit gestern nichts mehr gegessen.
Nun gab es drei Möglichkeiten:
1. Sie könnte wieder aus ihrem Zimmer kommen, sich ihren Eltern stellen, und am Essen teilnehmen. So bequem diese Vorgangsweise auch war, sie war sich sicher, dass sie nie zum ersten Bissen kommen würde, da sie zu diesem Zeitpunkt schon wieder wütend den Saal verlassen hätte.
2. Sie könnte versuchen, sich in die Küche zu schleichen. Zwar missfiel ihr ein solches Verhalten, hatte aber den Vorteil, dass sie ihre Eltern nicht treffen würde, und abgesehen davon, niemand würde in der Küche nach ihr suchen. Allerdings würde das zu neuen Gerüchten im Haus führen.
3. Sie könnte das Ganze einfach vergessen, und weiterhin hungern. Ein paar Tage würde sie schon noch durchhalten, und vielleicht haben ihre Eltern bis dahin verstanden, dass sie unter keinen Umständen diesen Soldaten heiraten würde.
Hm, bei dieser beschränkten Auswahl, gefiel ihr die zweite Möglichkeit am Besten. Tja, dann mal los.
Lady Izayoi stand elegant von ihrem Futon auf, und schlich, soweit das mit den vielen Lagen an Stoff, die sie trug, möglich war, zur Tür ihres Zimmers. Vorsichtig schob sie diese zur Seite, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass niemand in der Nähe war, und blickte auf den Gang.
Leise konnte sie Stimmen hören, aber diese schienen weit entfernt zu sein. Vermutlich trainierten die Soldaten draußen auf dem Hof. Ihre Kleidung etwas vom Boden hochhebend, machte sie sich auf den Weg um etwas zu Essen zu bekommen, zumindest hoffte sie, dass sich die Küche in dieser Richtung befand. Sicher war sie sich nicht.
Nach einigen Ecken nahm sie einen köstlichen Geruch wahr. Anscheinend hatte sie sich nicht geirrt. Durch den guten Geruch geleitet, schlich sie ein wenig schneller weiter. Nun war sie sehr nahe an ihrem Ziel. Schließlich bog sie um eine weitere Ecke, und tatsächlich, vor ihr befand sich die Küche.
Dort war bereits sehr viel los. Diener rannten hin und her, Köche fluchten, während sie an ihren Kochstellen arbeiteten. Warum waren die alle so aufgeregt? War ein großes Fest geplant?
Durch ihre Fragen abgelenkt, merkte sie zu spät, wer ebenfalls in dem Raum stand. Langsam drehte sich der Mann in ihre Richtung. Als er sie bemerkte, begann er zu lächeln. Es war niemand anderes als Shorin. ‚Na toll'
„Izayoi-sama, wie schön, euch hier zu treffen. Allerdings wundert es mich, dass ihr euch für die Vorbereitungen des heutigen Abends interessiert." Begrüßte er sie zufrieden.
„Vorbereitung? Gibt es heute Abend etwa ein Fest?"
„Allerdings. Heute Abend wird man unsere Verlobung feiern, Izayoi."
Sie bemerkte, wie er nur ihren Namen sagte. Anscheinend war er der Meinung, dass er dazu das Recht hatte. Wie überzeugt er doch von sich war, typisch Soldat.
„Ich würde es vorziehen, wenn ihr mich respektvoll anredet, Shorin. Immerhin sind wir noch lange nicht vermählt."
„Natürlich, Izayoi-sama"
„Wenn ihr mich nun entschuldigt, ich ziehe mich zurück."
Soviel zu Möglichkeit zwei. Der erste Plan war nun auch unmöglich, da sie vermutlich nicht einmal bis zum Esstisch kommen würde, womit Plan drei in Kraft trat. Zurück in ihr Zimmer.
„Was machst du da?"
Inuyasha und Sesshomaru hatten mittlerweile das Ende des Waldes erreicht. Von nun an mussten sie über offene Felder gehen, um ihr Ziel zu erreichen. Dies bedeutete außerdem, dass sie höchstwahrscheinlich an Menschendörfer vorbeikommen würden. Wie unerfreulich.
Der Dämonenlord stand wenige Meter entfernt vom Waldrand, und dachte nach. Wollte er sich dies nun wirklich antun? Mit dem Hanyou durch dieses menschenverseuchte Land wandern? Das war er doch nicht einmal wert. Vielleicht reichte es ja, dem Jungen den Weg zu weisen, und dann würde er schon selbst hinfinden.
Na, lieber nicht. Vermutlich würde er bloß mit ein paar Pfeilen in der Brust, in irgendeinem Loch landen, und dort von den Raben gefressen werden. Das traute er dem Hanyou allemal zu.
„Hallo? Sag schon, wo gehen wir jetzt hin?"
Besagter Junge blickte den Youkai mit seinen unschuldigen goldenen Augen an, während er unruhig von einem Fuß auf den anderen sprang.
Natürlich konnte er die Nervensäge auch einfach töten. Dann wären all seine Probleme, die in den letzten Tagen aufgetaucht sind, aus der Welt. Aber nein, aus irgendeinem ihm unerfindlichen Grund, konnte er es nicht.
„Wo…"
„Komm"
Zielstrebig schritt Sesshomaru weiter, und verließ nach wenigen Metern den Wald. Der Wald, der ihm seinen momentanen Begleiter verschafft hatte. Inuyasha folgte ihm ohne weiter nachzufragen, sah sich jedoch verwundert um, als er nun lauter Felder und Wiesen sah. Er hatte schon geglaubt, dass sie ewig in dem Wald bleiben würden.
Sesshomaru blieb ein weiteres Mal stehen. Dieses Mal sah er nach rechts, und der Junge folgte interessiert seinem Blick. Etwas entfernt entdeckten beide weißhaarigen Personen zwei Kinder, die lachend über die Wiesen liefen.
Allerdings war die Reaktion der Brüder komplett verschieden. Inuyasha fing erfreut zum Grinsen an, immerhin hatte er seit seinem Zusammentreffen mit der kleinen Katzendämonin keine anderen Leute gesehen, geschweige denn andere Kinder.
Sesshomaru dagegen wäre am Liebsten gleich wieder umgekehrt. Es war ja nicht so, als wenn er vollkommen bösartig war. Aber er hatte seine Prinzipien. Wenn jemand ihm im Weg war, so musste dieser beseitigt werden, egal, ob dieser das absichtlich getan hatte oder nicht. Durch diese Überzeugung hatte er den Ruf eines eiskalten Mörders bekommen.
Allerdings, genauso wie diese Überzeugung zu seiner Person gehörte, war er auch der Ansicht, dass es unrecht war, Kinder zu töten. Auf diese Weise kam er nun in eine gewisse Zwickmühle. Die Kinder würden sofort Alarm schlagen, sollten sie die beiden entdecken, und um das zu verhindern müsste er die beiden töten. Doch das würde wieder im Gegensatz zu seinem zweiten Prinzip stehen.
Nicht gerade überraschenderweise nahm Inuyasha ihm in diesem Fall jede Entscheidung ab.
‚Hm, ob die beiden mit mir spielen würden? Ich mag einen Freund haben. Yumi war nett, aber dann ist ja was passiert. Ich hoffe es geht ihr gut. Aber vielleicht mögen die dort mich auch? Vielleicht sind ja nur die Kinder aus meinem Dorf so gemein.'
Wie in Trance bewegte er sich auf die beiden zu. Als er etwas näher kam, erkannte er, dass die beiden etwas älter als er waren, und einer davon ein Mädchen war. Die beiden tollten noch immer ahnungslos herum, und lachten die ganze Zeit.
Schließlich hatte Inuyasha die beiden erreicht. Er wusste es zwar nicht, aber Sesshomaru beobachtete ihn aufmerksam, bewegte sich allerdings keinen Millimeter. Der Hanyou stand nun nur wenige Meter entfernt von den Menschenkindern und wusste nicht, was er sagen sollte.
„Ähm, Hallo!"
Überrascht blickten die beiden schwarzhaarigen Kinder auf, und starrten verwundert den Neuankömmling an. Dann streifte der Blick des Mädchens zu seinem Kopf, oder genauer gesagt, zu seinen Ohren, und sie schrie.
Aufgeschreckt wich Inuyasha einige Schritte zurück. Die beiden Kinder nutzten dies, um schnell vor dem vermeintlichen Monster zu fliehen. Sowohl er als auch Sesshomaru konnten nun das aufgeregte Rufen aus der Richtung hören, in die die beiden Kinder gerannt waren.
Nur kurz darauf kamen die Männer eines Dorfes. Jeder von ihnen war entweder mit einem Speer oder einer ähnlichen Waffe bestückt. Manche trugen auch Pfeil und Bogen, und innerhalb von kurzer Zeit waren alle diese Waffen auf Klein-Inuyasha gerichtet.
Dieser starrte sie ängstlich aus großen wässrigen Augen an, und wusste nicht, was eigentlich passiert war. So was war ihm noch nie in seinem eigenen Dorf widerfahren. Warum schauten ihn die Männer alle so böse an? Er hatte doch gar nichts getan.
Sesshomaru hatte dem Geschehen schweigend zugesehen. Dummer kleiner Hanyou. Er hatte die Männer schon vor seinem Bruder gesehen, wollte aber erst einmal abwarten, was geschehen würde. Er hielt zwar nicht viel von Menschen, aber dennoch war er sich nicht sicher, ob sie auch ein Kind töten würden, nur weil es Dämonenblut in sich trug.
Tatsächlich schien es so, als hätten sie genau das mit Inuyasha vor. Da konnte man wieder sehen, dass Menschen nicht die geringste Ahnung von Würde und Ehre hatten.
Mit erhobenen Waffen näherten sie sich dem Hanyou. Beschimpften ihn, nannten ihn Monster. Doch in Wahrheit waren sie doch die Monster, da sie ein wehrloses kleines Kind attackierten.
Was dachte er da überhaupt, eigentlich sollte es ihm komplett egal sein, was mit dem Jungen passierte. Er war nicht sein Kind, sondern nur ein ungewollter kleiner Bruder, und dennoch… Irgendwie, in irgendeinem kleinen Eck in seinem, er konnte es kaum denken, Herzen mochte er den kleinen naiven Hanyou.
Auf alle Fälle, wenn all das vorbei war, dann würde er, Sesshomaru, eine längere Reise machen, und erst wiederkommen, wenn der Kleine etwas älter ist. Dann wird er auch endlich den Schandfleck der Familie töten, und vorbei mit diesen Ärgernissen.
Nun aber zurück zum Geschehen. Der Dämon sah, wie Inuyasha immer weiter zurückwich, doch die Menschen näherten sich ihm unaufhaltsam. Plötzlich stolperte der Hanyou. Er landete auf seinem Hintern und blieb dort vor Angst gelähmt sitzen.
Einer der Männer holte mit seinem Holzspeer aus, und wollte ihn in Inuyashas Körper rammen, als ihn plötzlich ein Windstoß bremsen ließ. Verwundert blickte der Mann auf die Stelle, wo der Junge gerade noch gesessen war, doch dort befand sich nur noch Gras.
Auch die anderen Männer blickten sich verwundert um. Schließlich schrie einer entsetzt auf, und deutete in eine Richtung. Alle Köpfe wandten sich in die gedeutete Richtung und sahen ihr kleines Opfer in den Armen eines größeren Youkais.
„Seid vorsichtig Männer. Der könnte uns Probleme machen!"
Sesshomaru stand ruhig da, während er mit dem rechten Arm den verschreckten Hanyou festhielt, und wartete auf ihren nächsten Schritt. Nun bewegten sich die Menschen langsam auf ihn zu, auf genau dieselbe Art, wie zuvor bei Inuyasha.
Plötzlich jedoch griffen sie mit einem Kampfschrei alle zusammen an. Mit natürlicher Leichtfertigkeit wich Sesshomaru ihnen aus. Bereits nach kurzer Zeit waren die Männer außer Atem, und der Youkai stand wieder regungslos da.
„Was… jetzt?"
Die Männer sahen sich ratlos an. Keiner von ihnen hatte die geringste Ahnung, was sie jetzt tun sollten. Der Verursacher dieser Ratlosigkeit stand noch immer in der sleben Position, und blickte sie teilnahmslos an.
„Vielleicht, wenn wir es noch einmal versuchen?"
„Das hat keinen Sinn, er würde bloß wieder ausweichen."
„Warum attackiert er eigentlich nicht?"
„Keine Ahnung, ist ja auch egal, das ist ein Youkai!"
Schließlich wandte sich einer der Männer zu Sesshomaru. Er hatte sich aus dem Gespräch herausgehalten, und schweigend nachgedacht. Nun trat er, scheinbar selbstsicher doch innerlich beunruhigt, einen Schritt vor, und sprach zu Sesshomaru:
„Was willst du hier, Youkai?"
Jedoch antwortete besagter Dämon wieder nicht.
„Antworte mir, was willst du von uns?"
„Die Menschenfrau Izayoi, wo befindet sie sich."
Sesshomaru hatte keine Lust, sich weiter mit diesen Bauern aufzuhalten. Sollten sie ihm eine Antwort geben, so könnte sich seine Reise verkürzen, und wenn nicht, dann sollte ihn das auch nicht stören.
„Izayoi-sama?"
„Was will der Dämon von ihr?"
„Bestimmt ist das der Youkai, der sie verführt hat."
„Das heißt, dass das kleine Monster das Kind dieser… Verbindung ist!"
Sesshomaru konnte das Geflüster im Hintergrund genau hören, und es missfiel ihm, dass diese Kreaturen dachten, er würde sich mit einer Menschenfrau abgeben. Wie können sie es wagen zu glauben, er würde etwas so Verachtenswertes wie einen Hanyou in die Welt setzen?
„Das Schloss wo sie sich befindet, liegt östlich von hier, die Straße führt direkt dorthin." Der Youkai war überrascht, dass der Mann tatsächlich seine Frage beantwortete, jedoch ließ das folgende Kommentar seine Stimmung weiter verdüstern.
„Ich hoffe, du und diese… Frau werden elend verrotten zusammen mit diesem Teufelskind."
Blitzschnell setzte Sesshomaru seinen Bruder ab, und hatte nur Augenblicke später den Menschen am Hals gepackt. Langsam hob er ihn vom Boden.
„Sei vorsichtig wie du zu mir sprichst, Mensch."
Achtlos ließ er den Mann los, der keuchend zu Boden fiel, dann drehte er sich um, und setzte seine Reise nach Osten fort. Er wandte sich kein einziges Mal um, wusste jedoch, dass Inuyasha ihm eilig folgte. Auch wusste er, dass die Menschen ihm hasserfüllt nachblickten.
Was er noch nicht wusste war, dass noch am selben Tag ein Bote losgeschickt wurde, um das Schloss vor dem Youkai zu warnen.
