Doch noch ein neues Kapitelchen von mir? Tatsächlich. Und ich habe sogar eine gute Ausrede für die lange Pause: die Hitze hat meine Kreativität zum Erliegen gebracht, und gleichzeitig irgendein dummer Fehler beim Provider das Internet.

Auf jeden Fall vielen Dank euch allen für die Reviews! Wie immer haben sie mich sehr gefreut, auch wenn es die bisher kritischsten waren :-)

Und hier ist doch noch, so kurz vor der Enthüllung der wahren rowlingschen Fakten, ein weiterer Blick in die Zukunft, und ich bin seeehr gespannt, was ihr zum Inhalt und zum Stil sagt.


Kapitel 5

Der Mann am Nebentisch schnaubte derart verächtlich hinter seiner Zeitung, dass Gwendolyn Gossip gar nicht anders konnte, als zuzuhören.
Die Begleiterin des gesichtslosen Zeitungslesers hingegen leckte genüsslich und völlig unbeeindruckt den Löffel ihres Eisbechers ab, bevor sie fragte: „Was ist denn los?"
„Hör Dir das an", erklang es empört hinter der Zeitung:

Harry Potter, der neue Dunkle Lord?
Als „Der Junge der überlebt" wurde er bewundert, als Held der Zauberwelt wurde er gefeiert, als Retter vor dem Bösen wurde er verehrt: Harry Potter (20), das Sinnbild des Guten.
Aber hat er uns nicht alle getäuscht?
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„Na, das ist doch nichts Neues, oder?" fragte die junge Frau. „Das bringen sie doch alle paar Jahre mal. Sommerloch."
Gwendolyn fand die Frau unsympathisch. Ihr Gesicht war blass, sie hatte das strohblonde, dicke Haar zu zwei altmodischen Zöpfen geflochten, sass auch auf dem bequemen Stuhl des Eissalons kerzengerade und hielt ihr Kinn ein klein wenig zu hoch.
„Es geht noch weiter", entgegnete der Mann und las weiter vor:

Statt seinen Ruhm zum Wohle der Zauberwelt einzusetzen, hat sich Potter auf sein kleines Anwesen in der Nähe von Hogsmeade zurückgezogen, „um seine Ruhe zu haben", wie er bekannt gab. Für eine weitere Stellungnahme war er nicht zu erreichen.
Aber ist das nicht ungewöhnlich für einen jungen Mann, der in der Vergangenheit kein Blatt vor den Mund genommen hat, und gemäss Aussagen seines ehemaligen Lehrers Severus Snape (auch bekannt unter dem Namen „Der Spion!") einen schon fast krankhaften Geltungsdrang hat?"

„Aha", kommentierte die junge Frau, schien aber noch immer wenig beeindruckt, eher amüsiert. „Hast Du von dem angeblich so bekannten Namen „Der Spion!" schon mal gehört?" Sie betonte „Der Spion!" mit einem derart ironischen Ton, dass Gwendolyn versucht war, sie böse anzublicken. Immerhin war Severus Snape ein Spion gewesen. Und was für einer. Und er sah gar nicht mal so schlecht aus.

Das Schnauben hinter der Zeitung zeigte deutlich genug, dass der Begleiter der Blonden deren Meinung teilte. „Nein, aber ich wette, unser geschätzter ehemaliger Tränkelehrer hat einige nette, schleimige, schmerzhafte Überraschungen parat für jeden, der es wagt, diesen Namen in seiner Gegenwart auszusprechen."
Die beiden ehemaligen Hogwartsschüler – soviel war Gwendolyn eben klar geworden – fanden diesen Gedanken scheinbar erheiternd. Die Frau sah sogar nicht mehr ganz so arrogant aus, wenn sie lachte.
Und dann meinte sie: „Immer noch besser „Der Spion!" als „Der-Junge-der-lebt", findest Du nicht?"
„M-hm", brummte er. „Das beste kommt aber erst noch:

Wie uns aus sicherer Quelle berichtet wurde, ist Potters Grundstück mit Unmengen von Bannflüchen und Abwehrzaubern umgeben – angeblich, um Neugierige fernzuhalten.
Aber wie passt das mit Potters Aufmerksamkeitsbedürfnis zusammen?
Jedem wird klar sein, dass Harry Potter eine Unmenge über die Dunklen Künste wissen muss, damit er Ihn-dessen-Name-Unglück-bringt überhaupt besiegen konnte. Man munkelt, nach der posthumen Rehabilitierung von Sirius Black hätte Potter als sein Patensohn sogar Zugriff auf die Bibliothek der schwarzmagischen Familie gehabt (eine Übersicht über die Mitglieder der Familie Black, die zur Anhängerschaft des sogenannten Dunklen Lords gehörten, finden Sie auf S. 4).
Tatsächlich scheint es, als hätte in Potters siebtem Schuljahr eine gefährliche Einflussnahme auf ihn begonnen.
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„Das ist neu", kommentierte die hochnäsige Frau, jetzt milde interessiert.

Millicent Bulstrode (20), eine Nachfahrin der Grindelwald-Anhänger Humbert und Cecelia Bulstrode, hatte sich in dieser Zeit an den jungen Helden herangemacht und sich – dies bestätigten mehrere ehemalige Mitschüler Potters auf unsere Nachfragen – Stück für Stück in seinen Freundeskreis integriert.
Das Pikante daran: Bulstrode war die einzige Slytherin-Schülerin ihres Jahrgangs, die nach Albus' Dumbledores Tod ihr siebtes Hogwarts-Jahr überhaupt antrat. Als Spitzel, wie viele vermuten.

Kritisch auf seine Freundschaft mit Bulstrode angesprochen, reagiert Harry Potter äusserst ungehalten. „Sie hat mir sehr geholfen", erklärte er jüngst bei der alljährlichen Siegesfeier in Hogwarts, „ohne sie und ihre Tante Rabea hätte ich V. [gekürzt, Anm. d. Red. nie besiegen können."
Aber was heisst das schon?
Haben Millicent Bulstrode und ihre Tante in Potter einen neuen, mächtigeren Magier gesehen und ihm deswegen verraten, wie das Oberhaupt der Todesser zu besiegen ist?
Oder haben sie ihn schwarzmagische Flüche gelehrt?
Und haben sie möglicherweise sogar seine Freunde korrumpiert?
Denn WAS muss passieren, damit Harry Potters Freunde, in ihrer ganzen Schulzeit von Slytherins wegen ihrer Herkunft gehänselt, plötzlich Aussagen treffen wie „Ich vertraue Millicent" (Zitat Hermine Granger gegenüber einem Mitschüler im siebten Jahr) oder „Sie ist eigentlich ganz nett" (Zitat Ron Weasley an obengenannter Siegesfeier).
Haben wir es hier möglicherweise dem grössten Verwirrungszauber aller Zeiten zu tun?
Oder wie ist es zu erklären, dass Albus' Dumbledores Lieblingsschüler, der eine Zeit lang sogar als Nachfahre von Godric Gryffindor gehandelt wurde, sich auf einen massivst geschützten Landsitz zurückzieht, mit einer Slytherin liiert ist – und niemand stört sich daran?!

Elaine Featherley für den Tagespropheten."

Der Mann seufzte. „Was für ein haarsträubender Schwachsinn!"
„Ich weiss gar nicht, was Du hast", sagte die junge Frau. „Für einen Tagesprophet-Artikel ist er doch bemerkenswert wahr. Harry Potter ist schliesslich mit einer Slytherin zusammen. Das ist es ja, was ihn von dem ganzen restlichen Gryffindor-Gesocks unterscheidet und interessant macht!"

Und endlich senkte der Mann seine Zeitung und sah seine Begleiterin halb schmunzelnd, halb empört an: „Gryffindor gegen Slytherin mag Tradition haben, Millicent – aber unsere Freunde sind trotzdem kein Gesocks..."


Nun, ich bin sehr gespannt, was ihr dazu meint!
Natürlich bin ich ein Anhänger der "Harry-und-Ginny-kriegen-sich-wenn-Harry-seinen-Heldenkomplex-besiegt-hat"-Theorie, aber das wär ja langweilig, oder?
Und dass R.A.B. wahrscheinlich Regulus Alphard Black ist, und keineswegs Rabea Artemis Bulstrode, davon gehe ich aus - aber man muss ja in einer eigenen Geschichte auch nicht die offensichtlichste Theorie stützen, nicht wahr:-)

Und bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, meine zehn "Thesen" zum neuen HP aufzustellen - wir werden sehen, was sich davon bewahrheitet
1.) Harry überlebt, Voldemort stirbt
2.) Der zweite "wichtige" Tote ist Remus Lupin
3.) Snape ist gut und überlebt.
4.) Harry und Ginny sind am Ende ein Paar
5.) Ron und Hermine sind am Ende ein Paar
6.) R.A.B. ist Regulus Alphard Black
7.) Ein Horcrux ist in Hogwarts.
8.) Ein Horcrux ist im Waisenhaus, wo Tom Riddle aufwuchs.
9.) Neville spielt eine tragende Rolle.
10.) Luna Lovegood spielt eine tragende Rolle

Was meint ihr? Zum Kapitel, meine ich... :-)