Haunted until the end
Kapitel 12 – Fluch des Lebens
Fenrir genoss seinen Auftritt. Menschen und Zauberer zugleich wichen vor ihm zurück und fürchteten ihn. Sie waren gepeinigt von seiner Präsens. Schließlich war er ein Werwolf und dadurch nicht gerade beliebt.
Sein Sprung in die Menge überraschte viele und auch wenn er hinter sich Snape und Malfoy beide seinen Namen fluchen hörte, interessierte er sich gerade nicht so sehr für ihr Hauptziel. Erst einmal musste er seinen Durst befriedigen, danach konnte er genüsslich diese beschissenen Jugendlichen jagen. Sie allein waren schuld daran, dass er sich seit einer Weile sich nur ihnen widmen musste, zusammen in der Gemeinschaft mit den anderen Todessern.
Er riss sein Maul auf, als er sein erstes Opfer biss. Wie ein Tier, ein wildes, freiheitsliebendes Wesen, mit dem Drang nach frischem Fleisch und köstlichem Blut. Er genoss diese Nacht. Er genoss den vollen Mond am Himmel, denn es war seine Zeit.
Er labte sich an dem erschlafften Körper und dessen Blut. Er liebte die Angst, die seine Opfer ihm gegenüber verspürten. Er liebte die Schreie, wenn sie um Gnade bettelten und sie nicht erhielten.
Schmachtend tanzten seine Augen durch die Mengen, die noch immer versuchten sich zu retten, doch sie waren gefangen. Denn die Wege auf den Hauptplatz waren versperrt oder überfüllt.
Ein Zauber traf ihn in den Rücken und er jaulte in temporären Schmerz und wendete seinen hässlichen grauen Kopf zu dem Angreifer um mit Freuden die verängstigten Augen des Kindes zu sehen, dessen Mutter er gerade erst gerissen hatte. Die Maske des kleinen war verrutscht und man sah dicke Tränen. Er zitterte am ganzen Leib, doch den Zauberstab hielt er erhoben. Hatte dieses kleine Gör also den Drang sich zu rächen? Ein heiseres Jaulen war von ihm zu vernehmen.
Fenrir bleckte sich über seine messerscharfen Zähne. O welche Freude man ihm heute gab. Ein Festmahl.. Dafür hatte sich die Anstrengung der letzten Tage doch gelohnt.
Er preschte mit hungriger Begierde auf das noch junge Kind zu, welches sich wimmernd auf den Boden warf. Die Arme schützend vor das Gesicht gezogen, wo geweitete graugrüne Augen keine Tränen mehr zurückhielten.
„Na, du Bastard. So weit bist du schon runtergekommen, dass du dich selbst nicht mehr als Jäger mimst sondern schon Kinder tötest. Du warst und du wirst es immer bleiben: Verabscheuungswürdig." Aus der Stimme sprach purer Hass. Abrupt hielt Fenrir inne. Seine zu schlitzen verengten Augen folgten der in dunkelgrün gekleideten Person, die sich aus der Menge erhob und auf den Jungen zulief.
„Malfoy." Die Stimme der Bestie spie förmlich seinen Namen und noch immer träufelte Blut von seinem Kinn.
„Was willst du gegen mich anstellen? Du bist schon immer schwach gewesen und du wirst es auch immer bleiben." Das Kind wimmerte erneut und der Werwolf grinste hämisch auf es nieder. Sollte Malfoy mit ansehen was er dem Kind antat und was er danach mit ihm tun würde.
Dracos Augen verdunkelten sich und er warf den nun überflüssigen Mantel beiseite. Seine Schritte waren zu langsam und er verwandelte sich in seine eigene Bestie. Sein Animagi. Mit einem Satz sprang er auf den größeren Werwolf und tat das einzige was ihm einfiel.
Er versuchte dessen eigene Kehle zu zerfleischen. Seine Krallen und seine Zähne schnitten sich in das borstige Fell seines Gegners und das Kind nutzte den Moment um aus dem Weg zu rutschen, damit es nicht von den beiden wälzenden Kreaturen erdrückt wurde.
Fenrir spie Blut, das nicht sein eigenes war und jaulte als die Krallen sich in seine Rippen bohrten und die Zähne des weißen Wolfes in ihn eindrangen.
Mit einem gekonnten Sprung auf die Seite, ließ er seine eigenen Krallen in den Körper seinen Kontrahenten fahren.
Draco wich zurück. Blut hing ihn von den Lefzen und den Zähnen und er verabscheute sich selbst für dieselben schrecklichen Fähigkeiten. Er konnte nicht lange darüber nachdenken, als der Werwolf nun ihn als sein einziges Opfer auserkoren hatte und mit stämmigen Beinen auf ihn zu raste.
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Blaise erblickte von seinem Platz aus die Szene und biss sich auf die Lippen. Er konnte ihm gerade nicht helfen. Die Aufmerksamkeit der anderen Todesser war nun auf den Blonden gerichtet und Lucius bewegte sich auf die zwei kämpfenden Kreaturen zu.
Snape an seiner Seite, doch die anderen drei blieben wo sie waren. Unter einem der Kapuzen machte er Bellatrix aus. Die anderen beiden zogen es vor nicht erkannt zu werden.
Drei auf einen. Elite gegen Schüler. Ziemlich unfair, aber wer spielte hier schon fair?
Der Wind zerrte an seinem Mantel und seine blondierten Strähnen wehten im Wind. Hier würde es also enden. Doch wenn es schon keinen Ausweg gab, musste es wenigstens richtig enden. Draco zeigte es ihm. Der Wolfanimagus war kraftvoll und wehrte sich bodenständig gegen die finstere Kreatur der Todesser.
„So viel Schaden wie möglich." Hatte Draco das nicht gesagt? Ja, es passte. Er machte sich keine Hoffnungen und er schämte sich auch nicht seiner Schwäche gegenüber dem anderen. Vielleicht hätte er alles anders machen können wenn er die Zeit dazu gehabt hätte. Doch jetzt war es zu spät sich darüber Gedanken zu machen.
Er leckte sich über seine Lippen, als er dem Strom der Menschen folgte, sich mit ihnen vereinte und in der Masse verloren ging. Sein Ziel war es Draco wenigstens etwas zu helfen. Einmischen in seinen Kampf konnte er nicht, doch er würde die anderen wenigstens von ihnen fern halten solange es ihm möglich war.
Warum hatte er sich eigentlich getarnt? Jetzt schien es ihm so sinnlos. Sie stellten sich ja praktisch der unausweichlichen Auseinandersetzung und er war Blaise Zabini und niemand anderer. Auch wenn er seine Herkunft verachtete, so leugnete er sie nicht und würde es niemals tun.
Seine Augen flammten silbergrau und das dicke und schwere schwarz seiner Haare kehrte zurück.
Eine Frau rannte kreischend an ihm vorbei und er sah vor sich die dunkle gestalt von Professor Snape auftauchen. Nicht allzu weit entfernt erspähte er Dracos Vater, dessen lange weißblonden Haare den Rücken hinab fielen.
Der Umhang war zurückgeschlagen und die Augen auf das Kampfgeschehen der beiden Wölfe gerichtet.
Blaise riskierte einen Blick zu Draco, nur um dessen blutige Flanke zu bemerken. Doch der helle Wolf renkte nur seinen Kopf ein wenig verächtlich zu Fenrir und schnaubte.
Er drehte sich wieder fort. Muggle wichen auch vor ihm zurück, als er unerwartet stehen blieb.
Weiße Glut formte sich um die Spitze seines Zauberstabes, als er schwarze Magie beschwor, die er in der Zeit seines Todesserdaseins gelernt hatte. Vom Himmel regnete es gleißende Feuerbälle und trafen zwei männlichen Todesser.
Und trotzdem richtete keiner den gewünschten Schaden an, doch die Aufmerksamkeit lag nun auf ihm.
„Lange nicht gesehen, Professor." Blaise Stimme strotzte nur vor Spott und Abneigung, als er sich aus der Menge erhob und auf die beiden Männer zu lief.
„Ah, Zabini. Welch eine Freude. Die jagt ist endlich zu Ende.", amüsierte sich Lucius, als er seine blonden Strähnen glättete und den jüngeren Mann verachtend ansah.
„Die Jagd mag zwar zu Ende sein, aber das heißt noch lange nicht, dass Sie auch nur ein bisschen näher an Ihrem Ziel sind wie vorher. Zu schade, dass ich Ihr Gesicht nicht gesehen habe, als Draco sich gegen Sie entschied." Blaise grinste herablassend und tippte mit dem Stab in der Hand, in die nächtliche Luft.
Blitze zuckten vom Himmel herab über dem nahe gelegenen Meer. Tosende Winde erhoben sich, als Blaise einen Sturm beschwor, dessen Zentrum sich über dem Markusplatz, dem Ort der eigentlichen Festlichkeiten, bildete.
„Ich bin enttäuscht, Zabini. Hat man Sie in Ihrer Schullaufbahn nichts Sinnvolles gelehrt?", fragte Snape angewidert von den kleinen Blitzen die stetig herab zuckten und den Himmel in grelles Licht tauchten.
„Sie waren kein guter Lehrer, Professor. Ich habe schon immer besser aus Büchern lernen können, als von ihren Unterrichtsstunden. Zu dumm, dass wir keine Zeit mehr haben werden das weiter auszudiskutieren." Blaise zog sich die schwarze Maske von der Nase und ließ sie verschwinden. Mit einer Hand kämmte er sich sein rebellisches Haar nach hinten, als die ersten Regentropfen sein Gesicht berührten.
„Du forderst mich heraus, Zabini? Ich hätte dich für klüger gehalten.", schnaubte Snape nun und richtete seinen Stab auf den Ex-Slytherin, der sich wie Draco auch seines Mantels entledigte und nur noch in bequemen hellen Jeans und einem weißem T-Shirt in der Kälte stand.
„Nicht nur Sie, Snape. Ich fordere jedes verfluchte Schwein auf, dass auf der Seite Voldemorts steht, zu verrotten.", triumphierte er erhaben, als er den Zornesroten Kopf von Lucius bemerkte.
Ein Jaulen unterbrach den wütenden Kommentar des älteren Malfoy und Blaise Augen flogen kurzzeitig zu der am Boden liegenden Bestie. Über ihm stand das hässliche blutverschmierte Wesen welches zum tödlichen Biss ansetzte.
„Wag es ja nicht, Fenrir! Der dunkle Lord will ihn lebend." Snapes keifende Stimme ließ den Werwolf gehässig aufsehen, als er das Maul aufriss und seine scharfen Zähne präsentierte.
„Es wird ein Unfall gewesen sein." Das Grollen des Ungetüms wurde erstickt durch den ersten Donner, der die Erde erzittern ließ.
Die kurze Unterbrechung schien genützt zu haben, denn Draco stieß den Werwolf mit seinen Hinterläufen von seinem gefallenen Körper und rappelte sich erneut auf. Seine eisblauen Augen schielten kurz zu Blaise bevor er vor einem weiteren Angriff seines Gegenübers auswich und dessen Rückenpartie mit seinen Krallen erfasste und tiefe rote Striemen in das graue Fell zog.
Lucius fluchte lautstark, als er sich entscheiden musste wen er als erstes Ausnahm: Seinen eigenen Sohn der schon recht überwältigt schien oder den Verräter schlecht hin. Seine Augen streiften die Stelle an der Blaise noch zuvor gestanden hatte, doch er war nicht mehr da.
Severus war dabei in den Kampf zwischen Draco und Fenrir einzugreifen, da der jüngere der beiden bereits mehr ausgerichtet hatte, als der Werwolf je zugeben würde. Doch nicht nur Draco war mit seinem eigenen Blut getränkt, er war es auch.
„Crucio." Der unverzeihliche Spruch stierte auf den blonden Ex-Slytherin zu, der nur hastig versuchte seinem Patenonkel zu entfliehen. Mit geweiteten Augen erwartete er den alles verzehrenden Schmerz, doch der Fluch prallte an einem Schutzschild wieder ab.
Ein Blitz schlug mitten auf dem mittlerweile schon fast verwaisten Platz ein und Regen peitschte auf den Boden. Vereinzelt hörte man das Gewimmer von Frauen und Kindern, die noch immer auf dem Platz gefangen waren.
Das Kind, welches Draco vor dem grausamen Tod bewahrt hatte, lag neben seiner toten Mutter und wiegte sich schluchzend an die erkaltende Frau.
Eine junge Frau mit blondem Haar erbarmte sich mit dem gequälten Kind und zog es in zitternde Arme. Graue Augen starrten unter langen Wimpern hervor, als sie zu dem weißen Wolf blickte der sich etwas von seinem Kontrahenten entfernte.
„Luna?" Es war ein Wispern mit dem Wind und die Frau starrte überrascht hinter sich. Ihre nassen Haare hingen ihr ins Gesicht und ihre naiven Augen trafen Grüne.
„Du solltest dich verstecken, dass hier wird vermutlich nicht so enden wie unser Abenteuer im Ministerium." Lunas blasses Gesicht nickte nur knapp und die sonst so verträumten grauen Augen, die normalerweise eine andere Dimension wahrnahmen, waren klar und sie hob den kleinen Jungen in ihre schmalen Arme.
Ihr Kleid war aus verschiedensten Stofffetzen zusammengenäht und fächerte sich um ihre nackten Beine.
Sie wich in die Schatten der Säulen, die sich genau wie auch die Ladengassen um den Platz herum zogen und nur wenige Wege nach Außen boten. Harry blickte ihr nicht hinterher, doch er sah die zerbrochene hellviolette Maske, die der jungen Frau zu gehören schien.
Er trabte mit den Händen in den Taschen zu den anderen Gestalten in das Zentrum.
„'Tschuldigung für die Verspätung. Ich hatte noch einen dringenden Termin gehabt.", erklärte er liebenswürdig wobei seine Augen nur Ironie und Sarkasmus sprachen. Den Schutzschild, welchen er noch rechtzeitig um Draco gelegt hatte verlor seine Wirkung und der Wolf verwandelte sich zurück in den Menschen den er beherbergte.
„Besser zu spät als nie.", scherzte Draco humorlos, als er mit einer Hand seine ausgerenkte Schulter betastete wo er mit Wunden bedeckt war. Er war nur froh, dass Hermione nicht da war um ihn wieder dafür zu bestrafen, dass er ein Magnet für Unfälle und Verwundungen war. Was konnte er denn dafür, dass man nach seinem Leben trachtete?
Ein weiterer Blitz, ein weitere Donner und dann der Schmerzensschrei einer Frau.
Bellatrix schrie vor Schmerz, als sie dem Cruciatusfluch erlag und sich in ihrer Pein auf den Boden warf. Sie hatte den Fehler begangen sich zu weit von den anderen beiden Todessern zu entfernen. Nun war niemand schnell genug an ihrer Seite und konnte Blaise der nun ebenfalls wieder aus den Schatten der Gebäude auftauchte aufhalten den Fluch allzu schnell wieder aufzuheben. Die anderen schien es auch nicht zu interessieren, dass eine von ihnen litt.
Blaise blickte auf die Frau hernieder. Wie oft hatte sie diesen Fluch an Menschen angewandt? Und hier quälte sie sich genauso wie jeder andere es auch getan hatte. Doch Blaise empfand nichts dabei. Er konnte sich nicht an ihren Schmerzen laben, er fühlte sich nicht befreit als er sich rächte an der Frau, die im Dienste des dunklen Lords so viel Unheil angerichtet hatte.
Seine dunklen Augen blickten wachsam zu den anderen und er löste den Zauber um dann zu den anderen beiden von seiner Seite zu gehen.
Bellatrix schwerer Atem war kurzzeitig das einzige Geräusch und die Todesser verfolgten jeden von Blaise Schritten mit den Augen. So einfach würden sie nicht noch mal verschwinden.
Regen trommelte auf den Boden und zog einen feinen Schleier. Die Blitze und Donner tobten noch immer um die Wette und das Zentrum des Platzes war sein Spielplatz.
„Ich würde jetzt keine Zigarette ablehnen.", erklärte der blonde Ex-Slytherin, als er seinen Kopf von einer Seite zur anderen lehnte um die Verspannung etwas zu lockern.
„Hier fang." Der schwarzhaarige, so genannte Erretter der Welt, schmiss dem Feind seines Feindes die kleine Schachtel zu, die er aus einer Hosentasche gekramt hatte. Draco fing sie überrascht.
„Du rauchst?", fragte er verdutzt. Seine Augen verweilten derweil auf dem Werwolf der die kurze Unterbrechung nutzte um seinen lädierten Körper zu strecken und mit der Zunge das Blut von seinen Fängen und Krallen zu lecken. Severus Snape knurrte unterdessen ungehalten. Wagten es diese Kinder mit ihm zu spielen? Das würden sie bitter böse bereuen.
„Warum nicht? Merkwürdige Zeiten verlangen merkwürdige Maßnahmen.", rezitierte er das Mugglesprichwort falsch und setzte dann fort sich zu rechtfertigen. „Außerdem ist Hermione nicht hier um mich daran zu hindern und ich sehe nicht ein ..." Harry ließ den Satz unvollendet und sprang ruckartig zurück, als ein Fluch in seine Richtung gewirbelt wurde. Einer der sich bis jetzt zurückhaltenden Todesser bezog nun ebenfalls eine Kampfposition, während einzig und alleine eine vermummte Gestalt Genugtuung durch das Zuschauen zu haben schien.
„Als ob rauchen hilft." Blaise schüttelte den Kopf, als hätte er den Angriff auf Harry nicht mitbekommen, doch seine Augen behielten sein Umfeld in Acht.
„Das sagt der Kaffeesüchtige. Dir ist bewusst, dass das auch keine bessere Droge ist, oder?", kritisierte Draco, der sich mittlerweile die Zigarette ansteckte und mit dieser im Mundwinkel seinem Vater abschätzend ansah. Auch er war sichtlich genervt durch das Gerede der drei und hielt seinen Stab gefährlich erhoben. Doch Draco sah ihn nur mit angehobener Augenbraue an.
„Noch nie geraucht, Vater?", fragte er herablassend. „Ach ich vergaß, das ist ja eine Muggleangewohnheit. Zu schade aber auch."
Harry erhielt seine Zigaretten durch einen geschickten Wurf wieder zurück und steckte diese beiseite.
Ein nonverbaler Spruch schoss aus dem ausgestreckten Stab des älteren Malfoys grünlich, schimmernd hervor. Ein Blitz schlug in der Mitte, des sich gebildeten Kreises aus Feinden, ein. Nur ein Wimmern des Windes kam zustande und Lucius sah seinen Sohn zornig an. Dieser stand noch immer lässig an seinem Platz und zog genüsslich langsam den Qualm der Zigarette ein, nur um ihn wenig später hervorzustoßen.
„So einfach mach ich es dir nicht. Du bist durchschaubar geworden. Du bist schon so sehr daran gewohnt den Cruciatusfluch zu benutzen, dass du dich dieser Einfältigkeit hingegeben hast.", spottete der jüngere Blonde und hob nun selbst seinen Stab.
In den Höhen erschallte erneut das Krachen des Donners und niemand hörte die Worte, die Draco wisperte.
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Demelza Robins saß in einem der roten Samtbezogenen Sessel im Gemeinschaftsraum der Gryffindors. Ihre dunkelblauen Augen blickten träge durch den Raum. Er war fast vollständig leer. Zwei Sechstklässler büffelten einsam über ihren Hausaufgaben, doch auch bei ihnen fand sie nicht den Elan weiter zu lernen.
In ihrem Schoß war der Brief ausgebreitet auf den sie so sehnlichst gewartet hatte. Ginny hatte ihr geantwortet. Sie hatte ihn bisher noch nicht geöffnet. Auch wenn die Schule einsam und verlassen wirkte durch die wenigen Schüler die zurückgekehrt waren. so wollte sie sicher sein, dass sie ungestört war, wenn sie diesen Brief las.
Sie war generell froh darüber, dass ihre Eule Ginny ausfindig machen konnte. Schließlich war es publik gewesen, dass die rothaarige Frau verschwunden war und nun da ihr jüngster Bruder gestorben war, wusste Demelza nicht, ob ihr Federvieh es zu ihr schaffen würde.
Umso glücklicher war sie den Brief in ihrer Hand zu haben, den ihre Eule ihr am Morgen in der großen Halle gebracht hatte. Die fette braune Eule hatte sich so sehr aufgeplustert vor ihrer Meisterin, dass Demelza dem Geschöpf lachend ihr eigenes Brötchen vermachte.
„Hi Demi. Hast du dich schon entscheiden?" Neben der dunkelblonden Frau ließ sich der Siebtklässer Dean Thomas fallen und blickte sie aus wissenden Augen an. Unter dem Arm hielt er einen Block, den er zurzeit gerne mit sich schleppte, um in seiner Freizeit einfach auf die leeren Seiten zu scribbeln.
Er legte den Block auf den kleinen Tisch, der zu der Sitzgruppe gehörte, wo die beiden saßen und ließ sich in die weichen Polster sinken. Er hatte gerade seinen letzten Kurs, Astronomie, beendet und rundete den Tag gerne mit einem netten Plausch ab.
Da Demelza zusammen mit ihm vergangenes Jahr kurzzeitig Quidditch gespielt hatte, genoss er ihre Gesellschaft gerne.
„Ich entscheide mich morgen früh und du? Hast du schon 'ne Idee was du machen wirst?" Dean seufzte und spielte mit dem sich selbst anspitzenden Bleistift.
„Seamus hat sich noch nicht gemeldet, aber du kennst ihn ja. Der ist einfach nur schreibfaul. Meine Eule wird ihn schon noch gehörig nerven. Aber er ist einfach gestern Abend gegangen. Ich schätzte schon, dass ich Hermione trauen kann und nützlich würde ich mich auch gerne machen. Alles ist besser als hier zu sein und von der Außenwelt abgeschottet zu sein. Meiner Mutter wird das gar nicht gefallen, aber ich bin Volljährig.", erklärte er etwas gequält.
Demelza nickte verständnisvoll. Da sie sich mit ihrem Jahrgang nicht sonderlich gut verstand, dieser Bestand ja auch nur noch aus 27 Schülern aus allen drei verbliebenen Häusern. Slytherinschüler waren keine gekommen. Niemand von ihnen hatte der Hogwartseinladung geantwortet und Professor McGonagall hatte es auch nicht anders erwartet.
„Was ist mit den ZAGs?"
„Was nützen mir ZAGs wenn ich damit nichts anfangen kann. Mal sehen. Ich sag dir morgen meine Entscheidung. Machs gut, Dean. Schlaf gut." Demelza verstaute ihren Brief in ihrer Tasche und verabschiedete sich winkend von Dean.
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Die Blitze regneten in einem schnelleren Rhythmus hernieder und trafen willkürlich auf den Boden. Der Sturm der nun an den Gestalten auf dem Markusplatz riss zeigte seine ersten Ärgernisse in den Todessern. Wo vorher Snape eine dumme Wahl des Spruches gesehen hatte, war nun leichte Erschütterung gekommen.
Die Blitze trafen nicht seinen Meister und scheinbar auch nicht seine Gefährten, doch schon drei Mal musste der ehemalige Tränkemeister vor der gleißenden Glut zurückweichen, als sie ihm zu Nahe kam.
Hinzu kam der Nebel den Draco anscheinend in die Nacht gerufen hatte und der zufriedene Ex-Slytherin beklagte sich nur ab und zu, dass seine Zigarette am aufweichen war und langsam erlosch bevor er sie zu Ende geraucht hatte.
„Schluss mit den Spielchen. Es wird Zeit, dass der Meister seine Geschenke bekommt.", knurrte Fenrir, dem langsam die Nässe zu schaffen machte. Der neblige Dunst machte ihn blind und sein Geruchsinn war seine einzigste Stärke.
Bellatrix wimmerte von weiter weg noch immer den Nachwirkungen des Fluches erlegen.
Der Werwolf setzte zum Sprung an und langte mit fletschenden Zähnen nach Blaise, der nun etwas schneller reagierte und sich aus dem Weg des großen Wesens warf.
Auf einmal setzte auch Draco seine Magie erneut an. Seine Zigarette lag bereits auf dem Asphalt und war vergessen, als er sich durch die Nebelwogen zu seinem Vater kämpfte und ein Rotleuchtender Fluch den Mann zu erfassen drohte.
Dieser wehrte sich mit einem magischen Schild und konterte mit einem unverzeihlichen Fluch, doch bevor auch nur der Zauber sein Ziel treffen konnte gab der ältere Malfoy einen Schmerzenslaut von sich.
Severus Augen glühten förmlich in die von Harry, der langsam und gemächlich auf seinen ehemaligen Lehrer zuschritt und gefährlich seinen Stab schwang. Er trachtete nach Rache.
Harrys Ablenkung war Dracos Vorteil, der sich nur seinem Vater gegenübersah, der sich fluchend wieder aufrichtete.
„Avada Kedavra.", spie der blonde Mann seinem Sohn zu und Draco starrte ihn aus großen Augen an. Der grüne Fluch wurde nicht wie eben unterbrochen sondern versuchte sein Ziel zu finden, genauso wie Snape damals Dumbledore umgebracht hatte. Nur dass er es nun war, an den der Fluch gerichtet war.
Fenrir riss den Jugendlichen von seinen Beinen während sich seine Fangzähne in seinen Arm bohrten. Doch der Fluch verfehlte ihn und Fenrirs glühend rote Augen trafen die des Todessers.
„Lebend, hat er gesagt! Hast du das vergessen, Malfoy?" Draco starrte mit geweiteten Augen zu seinem Vater. War da so viel Hass, dass dieser ihn wirklich töten wollte? Ja sogar den Befehl seines Meisters zu ignorieren?
Blaise trat nach dem Werwolf der Draco gefangen halten wollte und da dieser nicht mehr mit den Gedanken unter ihnen weilte, musste er eine Initiative starten. Das grollende Biest verkannte die Absicht und versuchte erneut nach dem Schwarzhaarigen zu langen, dessen Pantherform sich jedoch im Nebel versteckte.
Als schwarzes Wesen war er ein wenig im Vorteil.
„Ich scheiss auf deine Kommentare, Greyback." Lucius trat auf seinen gefallenen Sohn zu, der sich langsam und leicht benommen aufsetzte. Vor seinem Auge tanzten schwarze Punkte und er spuckte Blut, wo er sich auf die Zunge gebissen hatte.
„Auf das deine Seele zerfleischt wird, Verräter. Avada Kedavra."
„Draco lauf!", schrie Blaise Stimme durch den dichten Nebel.
Doch Draco konnte nicht so schnell reagieren. Er wusste nur eins. Es war zu spät. Harry Potter war in einem Kampf mir Severus Snape verkeilt und konnte ihn nicht retten und Blaise war zu weit weg. Nicht einmal der Werwolf wagte es erneut gegen Lucius Malfoy anzutreten.
„Stupor!"
Lucius Körper sackte in sich zusammen, als der rot glimmernde Zauber ihn in den Rücken traf. Der Spruch erstarb und Draco sah die ohnmächtige Form seines Vaters zu seinen Füßen an, bevor er aufschaute und zu dem Todesser blickte, der nun über ihm stand.
Für einen Moment blickte der Ex-Slytherin in die dunkelblauen Augen des Feindes und Draco zog scharf die Luft ein. Keine Emotion hatte sich in diesen Augen wieder gefunden, als dieser sich zu seinem Kameraden hinunterbückte und dessen Gestalt anhob und ihn sich über den Rücken warf.
„Kümmert euch um Malfoy Junior. Ich bringe Lucius zurück Wenn ihr versagt müsst ihr das verantworten. Ich habe nun sichergestellt, dass der Meister seine Beute lebend bekommt. Macht ihr den Rest." Die dunkle, herrische Stimme flutete den Kampfplatz und die Hochgewachsene Gestalt war bei einem weiteren Blitzschlag deutlich zu erkennen.
„Marcus.", wisperte Draco noch immer nicht in der Lage wirklich zu begreifen, was gerade geschehen war.
„Flint, wenn du schon dabei bist, dann nimm dieses Weib mit. So viel Schwäche kann ich nicht ertragen, dass der Fürst sie erträgt ist mir unverständlich.", antwortete ihm der letzte Todesser. Sein Ton war abfällig und gereizt was Harry zögern ließ. Doch parierte er den Fluch, den man ihm versucht hatte aufzuzwingen.
„Draco, unternimm endlich etwas. Herumsitzen hilft uns nicht weiter.", fluchte Harry, als er Snape versuchte eine Faust ins Gesicht zu rammen. Doch dieser disapparierte nur und erschien eine Sekunde später leicht versetzt wieder hinter dem Ex-Gryffindor.
Blaise tauchte neben Draco auf. Sein Shirt war zerrissen und sein Rücken blutig mit tiefen Striemen.
„Alles ok?", fragte er, als er aufmerksam nach dem Werwolf suchte während der Nebel sie umschlang und er dem Blonden auf die Beine half. Dieser schnaubte verächtlich. Nichts war ok! Sie saßen in der Falle und selbst wenn man sie lebend wollte, so wusste er nicht was schlimmer war. Gleich zu sterben an dem Avada Kedavra, oder langsam und qualvoll einen Tag später.
Draco schmeckte noch immer das Blut in seinem Mund und das Wasser fiel ihm ins Gesicht.
Der schwarzhaarige Mann grinste schief, als ein Blitz die Form des Werwolfes preisgab.
„Homorphus.", rief erauf das Untier in die Nacht hinaus und ihm schallte ein unmenschlicher Schrei eines Wesens entgegen, das Schmerzen hatte.
Schnaubend erschien die menschliche Gestalt des Todessers vor Blaise, der den erzürnten Wutschwall abbekam und rücklings zu Boden ging. Der bewusste Schlag in die Magengrube hatte den dunkelhaarigen Italiener überrascht.
Blaise krümmte sich vor Schmerzen, als er die dumpfen Schritte neben sich hörte. Der Schmerz ließ nicht nach und er stöhnte.
„Zabini!" Er wurde an seinem Kragen hoch gezerrt und seine silbergrauen Augen vernahmen Snapes Gesicht, welches ihn siegerisch entgegen strahlte. Doch weder Freude noch sonst welche Empfindungen fand der junge Mann. Nur Spott und Selbstverherrlichung.
Draco hatte inzwischen versucht Fenrir in Schach zu halten, doch auch dort hörte er Schmerzenslaute von seinem Kameraden. Harry war verschwunden und Blaise wusste nicht wohin. Sie waren am Ende und er sah keine Chance. Sein Stab lag weit entfernt von ihm und Snape hatte die Oberhand.
Dann ein Schrei der durch das mächtige Gewitter nur noch unterstützt wurde.
Ein Blitz hatte das menschliche Ungeheuer getroffen und Blaise grinste erfreut. Selbst wenn er selber in einer beschissenen Position war, der Werwolf war erst Mal außer Gefecht. War es nicht das was sie wollten? Schaden anrichten soviel sie konnten? Er konnte doch alles riskieren, denn er hatte nicht mehr zu verlieren, als ohnehin schon auf dem Spiel stand.
Harry stand hinter dem letzten Todesser. Drei gegen drei. Nein- zwei gegen drei. Auch wenn Harry nicht wusste in wie weit die beiden Ex-Slytherin noch Kampffähig waren, so war wenigstens dieser Werwolf nicht mehr unter den Gegnern.
Mit einem listigen Grinsen entfachte er Feuer, welches auf die mit dem Rücken zu ihm stehende Gestalt übersprang.
Der Mantel, durchnässt wie er war, fing dennoch Feuer und der Todesser hisste erschrocken auf und tat das einzige um sich selbst vor den alles verzehrenden Flammen zu schützen: Er warf den Mantel ab und drehte sich schwungvoll zu seinem Angreifer.
Harry der breit grinste, entgleisten die Gesichtszüge, als seine grünen Augen sein Gegenüber im grellen Licht der Blitze sah. Die Himmelblauenaugen und das auffällige rote Haar.
Harry stolperte rückwärts. Sein Blick ließ niemals den Todesser aus den Augen. Das dunkle Zeichen auf dem Oberarm brannte sich in sein Gedächtnis.
„Überraschung."
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dum dum dum...
Ende Kapitel 12
Wieder mal ein Kapitel am Sonntag Abend fertig. )
So nun zu euren super tollen Kommis, diesmal zwar etwas weniger wie letztes Mal aber ich bin euch trotzdem dankbar:
Nyah1
Da hast du Recht mit
Harry und Luna, da sollte es schon langsam beginnen. Aber ich habe etwas
Schwierigkeiten mit ihrem Charakter.
Und noch müssen die beiden
Slyth etwas leiden.
Aber nächstes Kapitel wirst du es ja dann
auch sehen.
Es kommen noch so
einige Überraschungen. Tihihi...
Celina-HP
Danke für das Lob. Ich bemühe mich eigentlich immer zum Sonntag Morgen die neuen Kapitel fertig zu haben, damit meinen beiden super flexiblen Beta es dann vielleicht bis zum Abend fertig korrigiert haben. Also hoffe ich, dass ich nächste Woche zur selben Zeit oder früher das Kapitel oben habe. Alles Liebe
Jean nin asar ahi smabell
Ich bin doch dafür
da, dass ihr euch eure Köpfe plagt und euch dann auf das nächste
Kapitel stürzt nur um zu wissen, was ich eigentlich mit den
Charas vorhabe. +grins+
Und Theo und Milli +g+
Ja die beiden Slyth werden auch eine nette Rolle noch bekommen... ich
weiß zwar noch nicht genau welche aber ich mag die beiden
schon. ) Ach und hier ist der Portschlüssel zu Ginny. Aber wehe
du versucht ihr Blaise auszuspannen, dann muss ich böse werden
+g+
Deiner Beschwerde wird
im nächsten Kapitel nachgegangen. Also bis dann meine Liebe und
ne fiktive Figur wäre auch ne Möglichkeit gewesen, hm na ja
ich werde Luna schon irgendwie hinbekommen. Cya
