Kapitel 14 – Eifersucht
"Fred, reich mir mal bitte das Salz."
"Aber mit dem größten Vergnügen, George." Das Salz flog einmal durch die Großraumküche zwischen den beiden Zwillingen.
Angelina kreischte entsetzt auf und verteidigte das Essen, welches sie mühsam seit Stunden hatte köcheln lassen und sah sich zwei breit Grinsenden Männern gegenüber. Davon war einer mit Salz und der andere mit Pfeffer bewaffnet.
"Nein, verschwindet. Ich habe gekocht und deshalb sage auch ich ob noch etwas fehlt und nicht ihr. Verschwindet gefälligst aus der Küche. Wagt es ja nicht!" Sie hob ihren Zauberstab schützend vor sich und dem merkwürdig riechendem Essen, welches hinter ihr auf dem Herd stand.
„Also wirklich, Angy. Wir waren doch immer so ein gutes Team. Zusammen mit Alica und Katie. Nun lass uns doch deinen Eintopf zu einem Weasley Special umkreieren." Angelina schüttelte nur vehement ihren Kopf. Wo waren denn die anderen beiden Jägerinnen des ehemaligen Quidditchteams von Gryffindor, wenn man sie so dringend brauchte?
Fred legte einen Arm um Angelinas Schulter und zog sie noch immer grinsend zu sich und nahm mit der freien Hand den auf ihn gerichteten Zauberstab aus der Hand. George rieb sich die Hände und Angelina versuchte als letzte Rettung von ihnen allen, sich nur noch um den einen Zwilling schlingen und Hände ringend versuchen das Pfeffer zu erreichen, welches der hoch gewachsene Mann ihr über den Kopf und außer Reichweite hielt.
„Accio Salz und Pfeffer.", brüllte Ginny. Sie stand mitten in dem Durchgang zu dem übergroßen Essenssaal in dem die Hälfte von Hogwarts platz nehmen könnte.
Die Augen der kleinen Schwester blitzten gefährlich, doch nur Angelina gefiel dieser Ausdruck gar nicht, obwohl Ginnys Blicke ausschließlich ihren Brüdern galten.
„Kein Weasleys Special! Wagt es ja nicht noch einmal auf die Idee zu kommen. Ansonsten werde ich euch mal mein Weasleys Special zum Essen geben." Das aufbrausende Wesen stürmte aus der Küche - zusammen mit Salz und Pfeffer.
„Ich glaube sie mag unser Essen nicht.", meinte George zu Fred, der noch immer seinen Arm um die Köchin geschlungen hielt.
„Hat sie denn schon mal bei uns gegessen? So schlechte Köche sind wir nun auch nicht.", seufzte sein Zwilling trabte dann mit einem deprimierten Gang aus der Küche.
„Jungs, macht euch keine Sorgen. Ginny ist schon den ganzen Tag schlecht gelaunt. Das wird sich schon geben." Angelina konnte es kaum mit ansehen wie die beiden ihren Kopf hängen ließen.
„Darf ich denn wenigstens mal kosten." Was hatte sie da nun wieder angestellt, doch wie konnte man diesem Hundeblick standhalten?
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Milli legte ihren Kopf seitlich und sah den blassen Slytherin aufmerksam an. Er war so tief in Gedanken versunken, dass er sie nicht mehr bemerkte. Etwas das in ihrer gemeinsamen Schullaufbahn nie geschehen war. Blaise war immer jemand gewesen, der als eher ruhig und observierend galt.
Er sah mehr wie andere und achtete auf viele kleine Details. Dass er so gedankenverloren war erstaunte sie nicht wirklich und doch war es ihr fremd. Doch wiederum erkannte sie einen Funken von sich selbst in ihm. Außerdem war es verständlich, wenn er erst einmal die ganzen Informationen verarbeiten musste, die sie ihm an den Kopf geworfen hatte.
Der Arme hatte ja schließlich nicht viel mitbekommen von der glorreichen Rettungsaktion.
Milli zog ihre Beine zu sich und legte ihren Kopf darauf ab um Blaise noch immer im Blick zu haben. Doch dieser schien unansprechbar zu sein.
„Was liegt dir auf den Herzen, Blaise?", fragte sie sanft und war überrascht überhaupt eine Reaktion von dem schwarzhaarigen Mann zu bekommen.
Blaise seufzte lautlos und blickte zu seiner ehemaligen Kommilitonin. Ihre Anwesenheit hatte ihn am Anfang irritiert. Er konnte sich an nichts mehr erinnern, als dass er Theo gesehen hatte, der Snapes Zauber auf ihn gelöst haben musste. Alles Weitere war ein Schleier von Schmerzen gewesen.
„Genug um darüber ein Buch zu schreiben.", scherzte er leichthin in der Hoffnung den prüfenden Blick der Frau von sich zu lösen. Er setzte sich auf bedacht nicht zu sehr zu zeigen, dass er verletzt war. Er wollte nicht ans Bett gebunden werden wie Draco es scheinbar war.
Sie presste ihre Lippen zu einer dünnen Linie, doch sagte nichts zu seinem Kommentar.
„Du liest ein Buch übers Apparieren?", fragte er, als er grinsend das gebundene Buch neben dem Sessel auf dem die Slytherindame saß erblickte.
„Sehr lustig, Blaise. Ich hab das Apparieren bereits den Sommer über beherrscht und die Prüfung gemacht. Also bitte jetzt reite nicht darauf herum, dass ich das nicht so schnell beherrschte wie Theo und du." Bei der ersten Prüfung hatte sie es einfach nicht auf die Reihe bekommen vollständig ans Ziel zu gelangen, sondern hatte schmerzhaft feststellen müssen, dass sie einen Fingernagel zurückgelassen hatte.
„Ich glaub das Buch gehört der Weasley." Mit einem Grinsen stellte sie befriedigt fest, dass Blaise wieder voll in diesem Zimmer war und seine Gedanken unterbrochen waren bei der Erwähnung der gewissen Dame, die mehr Zeit in diesem Raum verbracht hatte als in ihrem eigenen.
„War sie hier?", erkundigte er sich zögerlich.
Milli hätte sich am liebsten einen Rotschimmer auf seine Wangen gewünscht, doch sie saß hier nicht einem Hufflepuff gegenüber, sondern einem wahrhaften Slytherin. Ihn in eine unangenehme Situation zu bringen war schwer, ihn dann aber in sichtliche Verlegenheit zu bringen war schon etwas Besonderes.
„Ja." Sie ließ ihn zappeln, daran hatte sie doch so sehr ihren Spaß und wenn er sie weiter ausfragen würde wäre das schon fast wie eine öffentliche Bekanntgabe, dass Blaise Zabini in ein Weasley verschossen war.
Blaise wusste wieder warum die Gesellschaft mit Slytherins so schwerfällig war. Jeder versuchte den anderen einzuschüchtern, ihn über seine Geheimnisse auszuquetschen und selbst doch nichts über sich preis zu geben. Doch den Gefallen würde er Millicent nicht machen.
Er schlug die Bettdecke beiseite und stellte erfreut fest, dass er seine Lieblingsunterwäsche trug. Grinsend stand er auf ohne auf Millicents erbosten Ruf zu achten und streckte sich behutsam.
Millicent verfluchte ihre weiblichen Hormone, die dazu führten, dass sie mit geröteten Wangen Blaise nachsah der mit schwarzen Boxershorts durch sein vorläufiges Quartier stapfte. Der Drache auf seinem Rücken war teilweise durch weißen Verband verdeckt, doch Susan Bones hatte gemeint, dass sich die Tätowierung wieder zusammenfügen würde sobald, die Wunden vollständig verheilt wären.
Blaise jubelte innerlich als er durch einen Seitenblick die schwarzhaarige Frau erblickte. Ihm war bewusst, dass sie Theodor ihm gegenüber bevorzugte, das hatte sie ihm an einem herrlichen Samstagabend als sie ein wenig zu gut gefeiert hatten mal zugesteckt, doch es war immer eine Schmeichlerei wenn jemand so auf seinen Körper reagierte.
Aber er gestand sich ein, dass er sich eine andere Frau lieber vorstellte, die er durch seinen Körper ganz allein zum erröten brachte. Mit der Vorstellung im Kopf zog er sich eine Hose über, die er auf einem Stapel von Klamotten, die alle seine zu sein schienen, gefunden hatte.
„Wo finde ich Draco?"
„Ähm, rechts neben deinem Zimmer.", kam es etwas irritiert als der Eigentlich-Im-Bett-Zu-Bleibende seine Schutzbefohlene ohne Widerworte abzuwarten verließ.
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Hermione tippte lautlos gegen das Fensterglas. Draußen verdüsterte sich der Himmel und schon bald würde die Sonne vollständig untergegangen sein.
„Ron trägt also einen Hocrux?" Ihre Augen beobachteten ihren besten Freund durch die Reflexion im Glas. Harry stand nicht mal zwei Meter von ihr entfernt und musterte die Pflanze mit den blauen Blütenblättern.
„Ja, Voldemort scheint den Anhänger wieder zurück erhalten zu haben und ihn nun ihm gegeben zu haben." Er riss eine Blüte ab nur um mit Entsetzen festzustellen, dass das nicht die beste Idee war. Der melancholische Seufzer der Pflanze war so laut, dass der Gryffindor peinlich berührt sich von ihr wegdrehte und sich wieder auf das Gespräch konzentrierte indem er die verräterischen Blüten ein Stück hinter sich auf den Boden warf.
Trotz der ernstlichen Lage konnte sie sich das Grinsen nicht verkneifen. Sie drehte sich zu ihm und er sah sie unschuldig an.
Der Flur erstreckte sich weit hinter ihm in roten Farbtönen. Es waren an den Wänden riesige Teppiche angebracht worden, deren Ursprung Hermione sich nicht wirklich erklären konnte, doch Seamus bestand darauf, dass er sie aus seiner Heimat geholt hatte.
„Hast du eine Idee was wir machen sollen?", fragte sie ihn. Sie sah ihn verkrampfen. Planen war alles andere als seine Stärke. Doch letztendlich war er die wichtigste Schachfigur in diesem Spiel. So hart der Gedanke auch war. Sie selbst wusste nicht wo ihre Position hierbei war, nur das sie mit größter Wahrscheinlichkeit an dem Endkampf teilnehmen würde sofern nicht etwas passieren sollte.
In einer Zeit wie dieser war sie sich nicht mehr so sicher über die Zukunft, nicht mal mehr über die nächsten Tage oder Wochen hinweg.
„Das Einzige was ich wirklich weiß und was ich vorhabe ist die Prophezeiung zu erfüllen und das hoffe ich zu unseren Gunsten. Vorher die drei Hocruxe vernichten …" Er unterbrach sich und der melancholische Seufzer der nebenstehenden Pflanze hätte genauso gut der seine sein können.
Er blickte sie mit grünen verwirrten Augen an und griff nach einer längeren Locke ihres langen Haares. Er hatte schon immer eine Faszination mit Haaren, doch nur bei Hermione traute er sich danach zu greifen und beinahe kindlich damit zu spielen. Früher hatte er es ebenfalls bei Ginny gekonnt doch Harry wagte es nicht alte Wunden aufzureißen.
„Du bist meine Organisationsquelle und ich schwöre ich werde dich niemals in die Hände Voldemorts fallen lassen." Er lehnte seine Stirn gegen die ihre und suchte nach der Freundschaft und dem Vertrauen welches bei Ron verloren gegangen zu sein schien.
„Das will ich doch auch hoffen, Harry." Sie lächelte milde. Das letzte Schuljahr lag so weit hinter ihnen und Hermione vermisste die Zeiten in denen sie mit Harry offen reden konnte. Ihr sechstes Jahr hatte das goldene Trio beinahe auseinander gebracht. Aus einem Grund den nur Harry zu wissen schien.
„Und eine Idee für deinen planlosen Freund?" Sein Magen knurrte zwischenzeitig und ihrer beider Blick fiel auf den Bauch des schwarzhaarigen Gryffindor.
So wurden sie auch von zwei zur Bettruhe gezwungenen Slytherins gefunden.
Draco erstarrte als er die beiden erkannte. Das konnte doch nicht sein! Zornesröte stieg ihm in den Kopf und seine Hände ballten sich zu Fäusten.
Blaise neben ihm tat das einzig Sinnvolle: Er verließ die Gefahrenzone. Ihm reichten schon zu genüge die Schmerzen die er litt, da musste nicht noch ein Fluch von Draco dazukommen. Vielleicht konnte er einen gewissen Rotschopf finden.
Hermione gab einen erschreckten Laut von sich als sie Draco auf sich zukommen sah und löste sich aus der definitiv merkwürdig aussehenden Position.
„Was machst du außerhalb des Bettes? Willst du schon wieder ewig mit blutigen Wunden herumlaufen?" Ihre Strafpredigt fiel auf taube Ohren, als der Malfoyspross sich zwischen Harry und Hermione stellte und sie aus unleserlichen blauen Augen ansah. Sie verstummte und Harry hinter Draco brachte nicht mehr wie einem verwirrten Laut von sich.
„Potter und du? ", fragte er eisig.
Hermione sah ihn irritiert an, bevor sie die Augenbrauen zusammenzog und erst langsam Verständnis kam. „Draco?"
Er reagierte nicht auf sie, sondern starrte sie nur aus alles durchdringende Augen an, als versuche er bis zum Grund ihrer Seele zu schauen.
„Draco, wovon redest du?", kam es von Harry der etwas schwerer von Begriff war wie seine Freundin, die zaghaft nach der angespannten Hand griff.
„Sie gehört mir, Potter.", zischte er hervor und würdigte dem Gryffindor nicht mehr wie einen Seitenblick.
„Ach ja?", erkundigte sich Hermione etwas selbstsicherer als sie sich unter dem standhaften Blick fühlte.
Die Antwort kam prompt und anders wie erwartet. Seine Lippen pressten sich auf die ihrigen und forderten sie zu einem zärtlichen Kuss dem Hermione nur allzu gerne erlag. Sie schlang ihre Arme um Dracos Hals und zog ihn näher zu sich.
Hermione bemerkte nicht wie Harry, der erstaunt dem Vorgang verfolgt hatte, breit grinsend davon trabte auf der Suche nach jemanden dem er diese Neuigkeiten unterbreiten konnte.
Als Draco den Kuss abbrach und schwer atmend sie besänftigter ansah wisperte er ihr noch einmal zu was er Harry gesagt hatte.
„Du bist mein und ich gebe dich nicht her."
„Das heißt also, dass du nicht einfach so wieder mit Blaise verschwindest. Denn wenn du das tätest, wer würde dann auf mich aufpassen? Ich kann doch so unartig sein." Sie grinste viel versprechend und zog ihm zu einem neuerlichen Kuss zu sich während sie ihre Hüften gegen seine Lenden rieb und ihm ein Schnurren entlockte.
„Dir ist bewusst, dass jetzt alle Bewohner dieses Gebäudes wissen das Draco Malfoy mit einem ‚Schlamm…" Sie wurde unterbrochen als der blonde Mann ihr Kinn mit Zeigefinger und Daumen wieder zu sich drehte.
„Meinetwegen kann die ganze Welt erfahren, dass ich Hermione Granger in mein Bett lasse. Ob du nun eine Muggelgeborene bist oder nicht interessiert mich schon lange nicht mehr. Ich bin nicht mein Vater und will es nie sein." Ein zartes Lächeln brach auf seinem Gesicht aus und Hermione konnte nicht anders als in seinen Armen zu schmelzen.
In diesem Moment gab es nur sie beide und Hermione genoss es.
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„Hallo.", begrüßte Blaise die gerade um ein Jahr ältere Frau. Er kannte sie von den unzähligen Quidditchspielen, die sie für Gryffindor bestritten hatte.
Katie schaute nicht von ihrem Buch auf antwortete aber genauso höflich. Sie saß in einem der wunderbaren beheizten Aufenthaltsräume und genoss die Einsamkeit. Bis Angelina fertig war mit dem Essen und Alica fertig geduscht hätte würde sie sich schon mal etwas vorbereiten auf die Nachhilfestunde in Verteidigung gegen die dunklen Künste mit Harry Potter, der sich von Demelza und Luna hatte breitschlagen lassen dort weiterzumachen wo sie mit DA aufgehört hatten.
„Wo kann ich Ginny finden?", erkundigte er sich.
„Du willst gefährlich leben?", fragte sie leicht abgelenkt durch ihre Lektüre. „ Sie ist vor einer Weile raus auf die Dachterrasse wenn ich mich nicht irre."
Gefährlich Leben? Über wen sprachen sie hier? Ginny oder Draco wenn er seine Tage hatte?
Unbekümmert spazierte er wieder zurück zu den Treppen nur um Harry entgegen zu laufen der mit einem weiten Grinsen in das Zimmer stürmte, dass Katie noch eben blockiert hatte.
Die Dachterrasse war unerwartet grün. Wie ein kleiner Garten mitten auf einem Haus wuchsen hier Pflanzen, Bäume und Blumen die der herbstlichen Jahreszeit wunderbar entgegenhielten und sich nicht an der Kälte stören ließen.
Katie behielt Recht. Ginny befand sich am Geländer in einer weiter entfernten Ecke und hielt sich im Schatten der Weide auf neben der sie stand und hinaus auf die Stadt schaute.
Weiße kleine Wölkchen bildeten sich vor Blaise und er stellte fest, dass er nicht für die Temperaturen angezogen war und auch eher eine Frostbeule war. Durch die schneller kommende Nacht und die langen grauen Morgen war er dann auch immer dazu verleitet im Bett zu bleiben.
Draco oder Theo hatten ihn immer wecken müssen, damit er sich rechtzeitig zum Frühstück erhob und auch startklar für den Unterricht war. Ein Lächeln umspielte seine Lippen als er sich an die amüsanten Morgen erinnerte, auch wenn sie meist ihn als Leidtragenden hatten er vermisste sie dennoch. Aber das er überhaupt noch lebte, war für ihn ohnehin nicht mehr realisierbar.
Also entschloss er sich einfach selbst klar zu machen, dass er für den Moment frei war. Vielleicht nicht ganz so frei von Schmerzen, doch für jetzt ließ er seine Gedanken verschlossen und lebte den Moment, denn dieser könnte schneller Enden wie ihm lieb war.
Er stellte sich neben die rothaarige Frau und blickte auf die dämmerige Stadt hinaus. Sie wirkte ruhig und friedlich.
„Wo sind wir hier?", fragte er. Millicent hatte ihm zuviel auf einmal erzählt und hatte dieses Detail bestimmt auch erwähnt, aber er hatte es vergessen oder einfach schon überhört.
Erschreckt sprang Ginny zurück. Sie hatte ihn nicht bemerkt. Ernüchtert, dass es nur ‚Blaise' war atmete sie erleichtert aus und senkte den gegenwärtigen Zauberstab wieder.
„Tu das nie wieder. Du bringst noch mal jemanden um." Damit meinte sie sich selbst, doch Blaise grinste nur fröhlich. Er bemerkte nicht ihren finsteren Blick.
„Bei meiner Wenigkeit- Also bitte, so schlimm bin ich nun auch nicht als Slytherin."
„Schlimm? Du bist eine Katastrophe!" Blaise wich einen Schritt von der rothaarigen Furie zurück beobachtete wie sich die Frau weiter in Rage brachte und er verstand nicht warum.
„Was hab ich getan?", fragte er unschuldig und unwissend.
„Getan?", spie sie ihn förmlich an. „Du hast nichts getan! Rein gar nichts! Du bist gegangen und hattest nicht einmal den Mut mir zu sagen, dass wir uns vielleicht nie wieder sehen! Du bist so verdammt feige."
Niemand nannte Blaise Zabini feige.
„Und nun kommst du an als sei nichts gewesen. So einfach ist das nicht. Wenn Millicent und Theodore nicht gewusst hätten wo Venedig gewesen wäre dann wäret ihr beide nun TOT!"
Blaise sah zu wie Ginny ihre Frustrationen, Ängste und angestauten Ärger an ihm ausließ. Glücklicherweise mochte er diese Frau viel zu sehr, als dass er sie dafür verurteilen würde. Pansy Parkinson hatte immer den Drang gehabt ihrem Ärger bei ihm auszulassen, wenn Draco sie wieder einmal abgelehnt hatte. Die Frau war eine Seuche gewesen.
Ginny schimpfte weiter und Blaise ertrug es galant, wobei er mehr oder weniger auf Durchzug schaltete und nur ihr glänzendes Haar betrachtete welches ungestüm mit dem Wind spielte und bei ihren wilden Gestikulationen immer wieder nach hinten befordert wurde.
Als sie fertig war und nichts mehr fand was sie ihm direkt an den Kopf werfen konnte blickte sie in seine sanftmütigen beinahe melancholischen silbernen Augen. Es tat ihr fast schon wieder Leid, aber nur fast.
„Es tut mir leid, dass ich dir Angst gemacht habe. Ich wusste nicht, dass ich dir so viel bedeute." Es war wahr. Selten hatte es jemanden gegeben, der sich wirklich um ihn gesorgt hatte, geschweige denn sich über sein eigenmächtiges Handeln so sehr aufgeregt hatte, wie es die jüngste Weasley tat.
Draco, Millicent und Theo - seine Slytherinmitschüler - waren eher so etwas wie Freunde gewesen. Sie hatten so etwas wie Fürsorge für ihn empfunden, aber niemals in einem solchen Maßen wie es die Frau gegenüber von ihm tat.
Seine kleinen nächtlichen Affären in Hogwarts waren nie auf einer emotionalen Bindung entstanden und da seine Eltern sich nie um sein Wohlbefinden gekümmert hatten war es eine ungewohnte Erfahrung die ihn viel mehr bedeutete als er sich selbst zugetraut hatte.
Ginny errötete schlagartig. Diese Reaktion hatte sie nun auch wieder nicht erwartet. Warum wurde er nicht sauer, dass sie ihn beleidigt hatte? Warum, in Merlins Namen, sah er sie so durch dringlich an? Warum durchschaute er sie so einfach?
„Warum tust du mir das an, Blaise? Was machst du mit mir?"
Sie überbrückte die Distanz die sie getrennt hielt und versuchte seinem Blick auszuweichen. Sie lehnte ihren Kopf gegen seinen Oberkörper. Seine Arme zogen sie näher zu ihm. Er wusste keine Antwort und ließ Stille zwischen ihnen aufkommen.
„Mein erstes Mal war mit Michael Corner und es war zur falschen Zeit, mit der falschen Person, mit den falschen Gründen und einfach nur eine peinliche Situation die ich zu gerne vergessen würde."
„Ich könnte dich gleich hier und jetzt nehmen nur um dir zu zeigen, dass Sex viel mehr sein kann, viel besser sein kann, als das was du beschrieben hast, aber…"
„Warum tust du es dann nicht? Ist Millicent denn so viel besser wie ich?" Tränen standen in ihren Augen und Bitterkeit betonte ihre Worte noch stärker.
Blaise straffte sich verwirrt. Millicent? Seine silbernen Augen waren geweitet und überrascht.
„Bitte?" Er sah sie genau an und sie neigte ihren Kopf zur Seite als empfände sie das Detail ihrer Ärmel besonders interessant. Doch Ginny schwieg. Er hatte sie verstanden. Sie hatte Millicent gesehen, hatte bemerkt wie sehr sie sich um Blaise bemühte, es war klar was sie für ihn empfand. Sie wollte nicht weinen doch wie konnte sie es verhindern? Schließlich war ihr bewusst, dass Blaise mit Millicent zum Weihnachtsball gegangen war.
Ein schwaches Lächeln stahl sich auf seine Lippen und ging ungemerkt an der jüngeren Frau vorbei. War sie etwa eifersüchtig?
„Du bist eifersüchtig auf Millicent?" Er konnte sich kein Grinsen mehr verkneifen und doch verschwand es als ihn Honigbraune Augen durchbohrten. Ihre Augen hatten eine Kälte angenommen, die ihm fremd war. Sie verstand seine Scherze nicht mehr.
„Hör auf mit mir zu spielen, Blaise." Sein Name hatte einen gefährlichen Klang angenommen und der Slytherin fühlte sich sichtlich unwohl. Sie stieß ihn beiseite und lief auf das Treppenhaus zu.
„Ginny!" Nun war er ärgerlich. Er griff nach ihrem Arm bevor sie die Gelegenheit hatte auch nur weiter davon zu stürmen und presste ihren Körper gegen die Wand des Treppenhauses. Ihre Augen sahen ihn erschrocken und angstvoll an, denn er hielt sie in einem Griff, den sie nicht entkommen hätte können - selbst wenn sie es versucht hätte.
„Ich spiele nicht mit dir. Verstanden? Ich meine es verdammt ernst mit dir und ich gebe zu, dass ich in dieser Beziehung unerfahren bin. Süße, ich habe absolut nichts mit Millicent. Wie du auf den Gedanken kommst ist mir echt schleierhaft, doch da war nie mehr wie Freundschaft und ich werde unser erstes Mal garantiert nicht in dieser Arschkälte gestalten. Vielleicht ist dir ja warm aber ich frier mir hier einen Ast ab."
„Oh." War die einzige intelligente Antwort die Ginny einfiel. Sie wusste, dass sie mittlerweile bestimmt purpurn angelaufen sein musste. Erst jetzt fiel ihr auf, dass der Mann ihr gegenüber nicht mehr anhatte wie ein dünnes Shirt und ein Paar Hosen. Er war ja sogar Barfuss.
„Und nur damit du es weißt: Millicent steht auf Theodore." Damit gab er sie frei und lehnte sich zurück und warf einen Seitenblick durch die angelehnte Tür zum Treppenhaus. Er konnte nur Grinsen, das kam davon, wenn man Blaise Zabini nachspionierte.
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Millicent sah nur eine Möglichkeit aus dieser Situation galant zu entweichen. Flucht! Mit dem Gesicht in der Händen rannte sie die Treppen hinab ohne auch nur zurück auf ihren Mitspion zu schauen.
Theo blinzelte verdutzt. Hatte er das gerade richtig gehört? Und war das denn wahr? Millis überstürztes Wegrennen war mehr oder weniger eindeutig, doch Theodore blieb wie angewurzelt stehen und blickte zu der Stelle wo die schwarzhaarige Frau noch vorher gestanden hatte.
Millicent mochte ihn. Verdammt warum sagte sie denn nie etwas?
Mit einem bösen Blick durch den Spalt zu Blaise der nun fest umschlungen in einer Umarmung mit dem Rotkehlchen war trabte er hinter Millicent her. Die beiden mussten mal ganz dringend reden.
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„Blaise?" Der besagte Mann rührte sich kaum doch Ginny spürte wie er seine Arme um sie fester zog doch sein Kopf lag noch immer in ihrer Halsbeuge. Sie lagen in seinem Zimmer auf dem Bett. Ginny schaute traurig zur Decke empör.
„Was passiert jetzt? Wie Harry meinte brechen wir bereits in zwei Tagen auf um die restlichen Hocruxe zu vernichten. Was passiert dann mit uns?"
Blaise seufzte und lehnte sich zurück und zog Ginny diesmal auf sich. Sein Körper zuckte zusammen bei dem Schmerz den die Striemen auf seinem Rücken anrichteten wenn sie erneut unter Belastung standen.
„Alles in Ordnung?" Augenblicklich hatte Ginny ihr Gewicht neben den Slytherin verlagert und sah ihn mit besorgten Blicken an.
„Geht schon." Er setzte ein aufmunterndes Lächeln auf doch die Schmerzen ließen kaum nach und er nahm sich mühsam zusammen um ihr nicht noch mehr Sorgen zu bereiten.
„Lass mich deinen Rücken sehen, vermutlich hast du dir alles aufgerissen." Murrend drehte sich Blaise auf den Bauch, da er keine Lust auf einen weiteren verbalen Streit hatte ließ er die Schönheit neben ihn freien Lauf.
Ginny zog ihre Stirn kraus. Blaise half ihr nur widerwillig mit dem schwarzen Hemd was er trug und als sie seinen Rücken sah wusste sie auch warum.
„Merlin, du schaffst es mich zu faszinieren, wie hast du es geschafft wirklich alle Wunde aufzureißen?" Die einsilbigen Antworten von Blaise waren nicht gerade hilfreich und auch jetzt gab er ihr keine genauere Auskunft sondern schielte sie nur aus grauen Augen an.
Mit ihren Fingern fuhr sie über seinen Rücken und streifte die blutdurchtränkten Verbände ab. Blaise sagte nichts sondern lag mit geschlossenen Augen auf seinem Bett und wartete ab bis Ginny fertig war mit was auch immer sie tat.
„Ich werde dich nicht noch mal alleine lassen, wenn es das ist wovor du dich fürchtest." Er stemmte sich auf und Ginny sah mit an, wie sich seine Muskeln geschmeidig bewegten und frisches Blut nun aus den Wunden quoll und an ihm herab lief.
Es war ein merkwürdiger Anblick. Einerseits bewunderte sie ihn für seine Unempfindlichkeit gegenüber Schmerzen und auf der anderen Seite erschreckte es sie zutiefst.
„Das ist schon mal ein Anfang." Sie lächelte milde. Sein Haar war durcheinander und hing ihn ins Gesicht und Ginny strich ihm das rebellische Haar aus dem Gesicht.
Ihre Hand verweilte in seinem Haar als er sie wieder einmal zu sich zog um ihr näher zu sein. Seine Lippen forderten ihre und Ginny ließ sich in einen zarten Kuss verwickeln, der so sanft und vorsichtig war wie der erste den sie mit ihm geteilt hatte. Damals noch in seinem Haus, irgendwo in der Toskana.
Blaise biss sanft auf die Unterlippe der Frau die sich in seinem Schoß breit gemacht hatte und ihren schmalen Körper gegen seinen rieb. Ihr Atem ging schneller, war erregt und Blaise kostete sie, ließ den Kuss mehr sagen wie tausend Worte.
Was tat sie ihm an? Sie ließ ihn fühlen was er nie zu fühlen gedachte. Ihm war heiß und schwindelig und es kam nicht von den Wunden die er schon vergessen hatte, sondern durch ihr betörendes Dasein.
Sie trieb ihn in den Wahnsinn. Ihre Hand verkeilte sich in seinen Haaren als sie den Kuss vertiefte.
Seine Hände glitten ihren Rücken hinab und fanden ihren Weg unter die rote Bluse die sie trug.
Er entlockte ihr einen wohligen Laut als seine Lippen ihren Hals entlang mit sanften und doch feurigen Küssen versah.
Ginny blickte durch getrübte Augen zu ihrem Verehrer der ihrem Körper mehr als einen Schauer den Rücken hinunterlaufen ließ.
Er war ihrs und sie würde ihn garantiert nicht hergeben. Sie stöhnte gequält als er ihren Mund vernachlässigte, doch Blaise gab nur zu bereitwillig seiner Göttin nach und bettet sie diesmal unter sich wobei seine Hände sich geschickt an den Knöpfen ihrer Bluse zu schaffen machten.
Er knurrte leicht als sie den Kuss unterbrach und sich selbst an seinem Körper labte, der sich ihr als Augenweide zeigte. Mit einer viel zu langsamen Bewegung ihrer Hand strich sie neckend über sein ansehnliches Sixpack und grinste verführerisch als ihre Hände sich genüsslich an seiner dunkelfarbenen Jeans zu schaffen machte.
„Weißt du was du da machst?", flüsterte er ihr sinnlich ins Ohr und sie nickte. Sie fühlte sich als läge sie im Delirium. Ihr war heiß und sie spürte jede Bewegung seines schmachtenden Körpers der sich verlangend gegen den ihren presste.
Sie wusste nicht wieso, noch interessierte es sie großartig, aber hier war sie. Mit einem sexy Slytherin in einem Bett, der sich ehrfürchtig um sie bemühte und ihr das Gefühl gab mehr zu sein als nur eine Frau. Sie sah es in seinen Augen. Die Lust das Verlangen welches ihre Augen vermutlich nur widerspiegelten und da wusste sie sie war ihm verfallen.
Niemand hatte sie so sehr gereizt so sehr begehrt, dass sie sich so wohl fühlte. Um nichts in dieser Welt wollte sie dieses Gefühl stoppen.
Sie stöhnte genüsslich als seine warmen Hände ihre Gestalt erkundete und die Bluse von ihrem Körper entfernte. Sie half ihm ihre eigene Jeans durch den Raum zu werfen nur um dann ihre Beine um seine Hüfte zu schlingen und ihn weiter zu ärgern wo sie doch schon merkte, dass er es kaum noch aushielt.
Er betrachtete sie unter dem Schleier seiner wirren Haare. Sie war kleiner wie Hermione aber sie war von stattlicher Größe. Ihr Körper war wohlgeformt und keine Narbe zierte ihren weichen Bauch. Nicht so wie bei ihm wo Narben und Verletzungen hervorstachen. Sie war makellos und er leckte sich die Lippen bei der schwarzen Unterwäsche die sie trug. Passend zu seiner.
Er grinste in sich hinein. Hier und jetzt. Sie war sein und er würde unter keinen Umständen sie noch mal verlassen können, außer er wusste es würde ihr Leben retten. Doch sie war das Feuer und er wollte im Zentrum dieses Feuers sein.
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Ende
MoonyTatze
Ich freu mich generell wenn überhaupt meine Geschichte gelesen wird. Klar ich freu mich umso mehr wenn man mir nen netten Kommi da lässt. g Also Danke, Danke
Nyah1
Du hast vollkommen Recht. Es ist an der Zeit, dass ich langsam mal auf den Punkt komme. Ich habe zwar auch ein Paar prägnante Ideen, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht wie ich das umsetzten soll. -.- Na ja mal sehen auf jeden Fall strebe ich das Ende auch langsam an. Das große Finale. g Hast du vielleicht einen Wunsch oder so? Alles Liebe
jessy
Ich hoffe das war ruhig genug? Wenn man das ruhig nennen kann. Hihi.Ich mag Ginny und Blaise auch echt gerne zusammen obwohl ich Mione und Dray mittlerweile genauso lieb gewonnen hab. War ich denn unanständig genug meine Liebe? Danke nochmals für dein Lob freu
Celina-HP
Ich gebe zu ich mag Ron nicht sonderlich seit HBP aber ich kann ihn ja an seiner Loyalität zweifeln lassen? Nen Wunsch den ich vielleicht erfüllen kann? LG.
Eraser-Chan
Hui jemand der sich mit dem bösen Ron anfreunden lässt. g Ich hatte zwischenzeitig sogar die Idee, dass der Rotschopf mit Parkinson gemeinsam arbeiten muss. fies sei Ich glaube das hat meiner Beta dann doch nicht so gefallen. lach Alles Liebe Schatz
Jean nin asar ahi smabell
Jemand hat mich gebeten,
dass ich die Zwillinge versus Snape stelle. Der arme Snape, bei der
Übermacht von geballter Zwillingspower hat der doch kaum eine Chance.
Mir gefiel die Idee. Was ist mit dir? Soll ich dem Wunsch nachgehen und
die beiden Rotschöpfe gegen den bösen Tränkemeister schicken. fies
grins Das mit dem Werwolfdasein und was den armen Draco betrifft kommt
später. Ich würde mir eher sorgen um einen anderen Hauptchara machen.
Ich bin ja so böse, ich hoffe ich bekomm das im nächsten Kapitel auch
schon unter. Ich muss mich ranhalten, da ich zwar ein Paar sehr geniale
Ideen habe aber mir immer der Zwischenteil noch fehlt. seufz
Alles Liebe und vielen Dank für deine jedes Mal so super lang ausfallenden Kommentare. HDL
