So, ihr Lieben, hier geht es auch mal weiter. Hoffe, ihr seid alle noch dabei. :)
Disclaimer: s. Bio
Warning: none, außer man mag Ginny/Harry nicht °knurr°
Danke an
- meine Beta Maia,
- Ellie172: Ich weiß, dass der Lichtstrahl kitschig ist... ;o) Ach ja, und ich HASSE Harry/Cho. °shudder°
- Mrs. Moony-Lupin: Nein, Harry ist nicht mit Hermine verheiratet. Lies das Kapitel noch mal, dann kommst du sicherlich drauf. (Wenn Hermine nämlich Harrys Frau wäre, warum sollte sie dann ihrem Patenkind die Geschichte dessen Eltern erzählen, hm? ;) )
- Megchen: Du findest Dorothee ist kein schöner Name? Schade. :o)
- MissHermineGranger und Amylin Christin: Bitte nicht mehr weinen!
- Lilith35, Saphira00, Bellatrix und Misanthrop (netter Name ;) )
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In guten und in schlechten Zeiten (2)
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„Das ist schrecklich...", flüsterte Dorothee und eine Träne lief ihr über die Wange.
Hermine strich sie weg. „Ja, das war es. Aber seit diesem Tage ist es vorbei."
Einen Moment saßen sie schweigend, dann fragte ihr Patenkind: „Und wann passierte das mit meinen Eltern?"
Jetzt konnte Hermine wieder lächeln. „Einige Zeit danach. Wir sind fast ein Jahr alle weitestgehend getrennte Wege gegangen, um einfach Abstand zu gewinnen, alles zu verdauen und neue Kraft zu sammeln, um beim Wiederaufbau der Welt zu helfen. Doch irgendwann habe ich meine Freunde so vermisst, dass ich einfach zu deiner Mum gefahren bin und mich bei ihr und deinem Großvater im Fuchsbau eingenistet habe. Den hielt sie nach dem Tod deiner Großmutter alleine in Ordnung, weil die Jungen alle ausgezogen waren und dein Großvater zu viel mit dem Ministerium zu tun hatte. Na ja, und einige Zeit danach ist sie Harry über den Weg gelaufen..."
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Mit einer vollen Tasche mit Lebensmitteln verließ Ginny den kleinen, gemütlichen Kramladen am nördlichen Ende der Winkelgasse. Jetzt musste sie nur noch bei Wutschen & Putschen vorbei, um einen neuen Staubwedel zu ergattern und dann konnte sie sich auf den Heimweg machen und für sich, Hermine und ihren Dad das Abendessen zubereiten.
Hermine war von ihr dazu verdonnert worden, den Garten zu entgnomen. Das war eine fiese, aber durchaus nötige Aufgabe und ihre Freundin hatte sich ihr ja förmlich aufgezwungen.
Gerade, als sie bei Flourish & Plotts vor dem Schaufenster staunend festgestellt hatte, dass ihre Lieblingsautorin, Amanda Love McMitchel, innerhalb eines halben Jahres bereits ihren zweiten Roman veröffentlicht hatte, sah sie ein paar dunkle, wuschelige Haare in der Menge auftauchen. Im ersten Moment zuckte sie zusammen, dann wischte sie die Erinnerung allerdings beiseite. Das war fast unmöglich. Und doch ließ sie der Gedanken nicht los und sie drehte sich um, suchte ihn.
Da! Sie rannte los, traf mit ihrer Tasche einen Mann am Knie und lächelte entschuldigend, bevor sie weiterhetzte.
„Harry!"
Tatsächlich, der angesprochene junge Mann drehte sich um.
Ginny blickte in das ihr so vertraute Gesicht und erkannte ihren Freund fast nicht wieder. Er hatte sich verändert. Seine Brille - sie fehlte. Und die Augen...
„Ginny?", fragte er erstaunt.
Sie nickte eifrig.
Da lächelte er. „Wow. Du hier. Ich meine, natürlich müsste ich damit rechnen -" Und plötzlich umarmte er sie einfach. „Schön, dich wiederzusehen.", meinte er, als er sie losließ.
„Ich freu mich auch sehr.", versicherte sie. „Was machst du hier? Bist du wieder in London? Oder nur zu Besuch?" Als ihr auffiel, wie ungestüm sie war, lächelte sie entschuldigend.
„Schon okay.", antwortete Harry. „Ich - ach, vergiss es. Nein, ich meine, ich wusste nicht ganz, wo ich hinsollte, nachdem ich jetzt so lange nicht mehr hier war."
Fast anklagend blickte Ginny auf den Dunkelhaarigen. „Und was ist mit uns? Du wirst uns doch nicht vergessen haben?"
Diesmal schüttelte Harry energisch den Kopf. „Gott, nein. Ich war - nur so lange weg und - Ron - und du -"
„Du willst mir nicht sagen, dass wir dich vergessen hätten?"
Harry sah sie nur an. Etwas schrecklich Trauriges lag in seinem Blick, das Ginnys Herz umkrampfte. „Komm mit mir.", schlug sie vor und streckte die Hand nach seiner aus. „Hermine ist da. Ron kommt demnächst zu Besuch. Er ist gerade in Italien. Und Dad, er wird sich freuen."
Harry schien unsicher zu sein. Er wirkte irgendwie gehetzt. Als hätte er Angst.
„Komm.", bat sie noch einmal leise. „Du kannst dich ausruhen. Bitte, komm. Tu mir den Gefallen." Sie machte einen Schritt auf Harry zu und ein vorübereilender Passant drängte sie noch ein weiteres Stück an ihn. „Ich hab dich vermisst. Bitte komm." Sie nahm einfach seine Hand und zog ihn mit sich.
Auf halbem Weg zum Tropfenden Kessel, von wo aus sie nach Hause reisen wollte, besorgte sie bei Wutschen & Putschen noch ihren Staubwedel und ohne Harry auch nur ein einziges Mal wirklich aus den Augen zu lassen, beendete sie ihren Einkauf.
Harry schwieg die ganze Zeit und Ginny ließ ihn in Frieden. Sie machte sich Sorgen, aber in diesem Gedränge von Kunden und Verkäufern, suchenden Menschen und eifrigen Geschäftsleuten, konnte sie mit ihm nicht über seine Probleme reden. Und sie ahnte schon, dass diese tief verwurzelt lagen. Sie sah es in seinen Augen.
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„Bitte, erzähl weiter." Dorothee hatte sich auf ihrem Bett zusammengerollt. So uninteressant schien die Geschichte für sie also doch nicht zu sein.
Hermine lächelte. „Als sie ankamen, war ich gerade mit meiner Arbeit fertig geworden. Deine Mum bat mich, mit in die Küche zu kommen, ich sollte mir etwas ansehen. Und wie ich gestaunt habe! Ich hatte totale Dreckpfoten und bin deinem Dad schreiend um den Hals gefallen."
„Das hat ihn sicher ein wenig erschreckt, hm?", grinste Dorothee.
„Ach, dein Dad kennt mich. Aber ich glaub, geheiratet hätte er mich nie." Hermine zwinkerte ihrem Patenkind zu.
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Die Tage vergingen. Ginny hatte es sich nicht nehmen lassen, Harry noch am selben Tag bei sich einzuquartieren. Und wenn er ehrlich war, er konnte ihr nicht dankbarer sein. Er fühlte sich elend, war müde von der langen, ziellosen Reise und seinen Gefühlen. Wenn sich nicht bald etwas änderte, würde er noch den Verstand verlieren.
Nach dem Kaffee am Nachmittag holte er seine Sachen aus dem Tropfenden Kessel, in dem er sich für ein paar Tage eingeschrieben hatte.
Den restlichen Tag verbrachte Harry dann damit, sich einzuleben, was ihm nicht schwer fiel, weil er das Haus schon immer als sein zweites Zuhause empfunden hatte und es so gut kannte, wie kaum etwas Anderes. Er richtete sich in Rons altem Zimmer ein, versuchte, die Gedanken an frühere, glücklichere Zeiten nicht über sich zusammenbrechen zu lassen, und machte einen längeren Spaziergang bis ins Dorf hinunter, während die zwei Frauen das Abendessen vorbereiteten.
Mr Weasley begrüßte Harry ebenfalls sehr warmherzig. Harry sah ihm an, dass auch er sich verändert hatte. Der Krieg war an keinem spurlos vorbeigegangen und schon gar nicht, wenn man seine Frau und einen Sohn verloren hatte. Und auch wenn sie nicht darüber sprachen, hatte Harry das Gefühl, das mit ihm die traurigen Gedanken an frühere Tage wiederkehrten.
Beim Abendessen verhielt er sich still, vertröstete die anderen auf die nächsten Tage, wenn sie ihn um Erzählungen über seine vergangenen Monate baten, und verschwand nach dem Essen schnell in seinem Zimmer.
Dort lag er noch lange auf dem Bett und überlegte, ob es eine gute Idee gewesen war, hierher und vor allem auch überhaupt zurückzukommen. Er zweifelte nicht an der Aufrichtigkeit seiner Freunde, sondern an seinen Kräften, die ihn zunehmend verließen. Er konnte nicht mehr. Er brauchte Halt. Und den hatte er scheinbar endgültig verloren...
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„Du kennst ihn gut, nicht?", meinte Dorothee und setzte sich auf.
Hermine blickte von der Wand, an der sie erneut Oliver Woods Abbildung betrachtet hatte, auf das Mädchen neben sich. „Deinen Dad?"
Dorothee nickte.
„Alles, was ich dir erzähle, weiß ich von deiner Mum. Denn nur sie allein kann ihn lesen. Wie ein Buch. Sie weiß alles über ihn und er alles über sie. Ich bin nur eine Randperson, die das Wunder hervorhebt."
„Mum hätte mir die Geschichte sicher nie erzählt.", sagte Dorothee gekränkt.
Hermine strich ihr über den Arm. „Aber nicht, weil sie es nicht möchte, sondern weil sie dich von all dem noch etwas fernhalten will. Sie ist froh, dass der Mythos um deinen Dad weniger aufgebauscht wurde, als wir annehmen mussten."
„Muss ich das verstehen?"
„Ich betrachte das Leben deiner Mum als einen ganz besonderen Schatz. Nicht, weil sie mehr getan hat, als wir alle, sondern weil sie einfach ist, wer sie ist. Ich bewundere sie. Und deswegen bin ich der Meinung, dass du ihre Geschichte kennen solltest. Vielleicht weißt du dann, warum sie manchmal komisch reagiert, in Situationen, die für dich kein Problem darstellen."
Dorothee nickte erneut.
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Am nächsten Morgen waren Harry und Ginny die ersten in der Küche. Sie setzten sich für einen gemeinsamen Tee an den Tisch und blätterten im Tagespropheten, bis die anderen Hausbewohner sich zu ihnen gesellten und sie zusammen frühstückten.
Bald machte sich Mr Weasley allerdings auf den Weg zur Arbeit und Hermine wollte nach einem ausführlichen Bad im Dorf etwas besorgen gehen.
Auf Ginnys verwunderten Blick hin lächelte sie nur bedeutend.
Sie waren also wieder allein. Gemeinsam räumten sie den Tisch ab. Als Harry dann verschwinden wollte, hielt Ginny ihn zurück. „Harry, warte bitte."
Der dunkelhaarige Mann drehte sich um.
Sie trocknete sich die Hände an einem Tuch ab und ging zu ihm. „Lass uns reden."
Er schwieg zuerst, dann fragte er: „Worüber?"
„Ich sehe dich an und weiß, dass es dir nicht gut geht. Bitte, lass uns darüber reden. Oder wenn du nicht mit mir reden willst, nimm dir Hermine. Ich wäre dir nicht böse, ich möchte nur -"
Langsam sank er auf die erste Stufe der Treppe ins erste Stockwerk.
Ginny hockte sich vor seine Knie und schaute ihn abwartend an. Wie von allein begann sie, sein Knie zu streicheln.
„Ich sollte wieder gehen.", flüsterte Harry und seine Stimme klang fremd und so, als würde er einen Haufen Emotionen gleichzeitig unterdrücken.
Ginny schüttelte den Kopf. „Auf keinen Fall. Wo willst du denn hin?"
„Ich tue euch nicht gut.", gab Harry zurück. „Es kommt alles wieder. Jetzt, wo ihr gerade gut zurecht zu kommen scheint."
„Es geht uns gut, Harry.", versicherte Ginny. „Und ich möchte, dass es dir auch gut geht."
Er blickte sie an und schüttelte nur langsam mit dem Kopf.
„Doch.", antwortete sie energisch. „Zieh dir was über. Wir machen einen Spaziergang." Schnell sprang sie selbst auf und holte an der Garderobe ihre Jacken.
Sie zog Harry mit nach draußen und ließ ihn erst los, als er scheinbar freiwillig lief. „Wir gehen nicht zurück nach Hause, bevor ich nicht weiß, was du hast."
Es dauerte noch eine Weile, bis Harry den ersten Ton von sich gab.
Ginny sah, wie schwer ihm das fiel, und sie wollte ihm helfen. Dass sie nicht konnte, machte sie verrückt und so versuchte sie eben, es ihm so einfach wie möglich zu machen.
Harrys Erzählungen hatten irgendwo alle einen Zusammenhang und nach einer Weile verstand Ginny auch, inwiefern sich mit jeder Minute, die er gekämpft hatte, sein ganzes Leben in einen Scherbenhaufen verwandelt hatte.
„Albus hätte das damals nicht tun sollen. Er hätte sich nicht einmischen sollen. Dann hätten wir jetzt alle ein Problem weniger.", sagte Harry leise.
Ginny hatte sich irgendwann sanft bei ihm eingehakt und blieb nun ruckartig stehen. „Wie kannst du so etwas nur sagen?", fragte sie betroffen.
„Weil ich es denke.", entgegnete Harry. „Wahrscheinlich wäre ohnehin alles anders gekommen, wenn -"
Ginny glaubte nicht, was sie hörte. War denn von dem Harry Potter, den sie mal gekannt hatte, dem mutigen, stolzen Gryffindor nichts mehr übrig?
Mit zwei Finger fuhr sie unter sein Kinn und zwang ihn somit, sie anzusehen. „Du hattest zuviel Zeit zum Nachdenken.", meinte sie ruhig. „Und wenn du irgendwann wieder glücklich bist, wirst du merken, dass all das so gekommen ist, weil es so kommen sollte. Ich sage es nicht gern, aber es war Schicksal, Harry. Es war deine Bestimmung. Du wolltest kämpfen. Und du hast es getan. Wir mit dir. Und deswegen ist all das geschehen. Deswegen", sie blickte ihm in die Augen, „deswegen sollst du Albus und Mum und all die anderen, die für uns gestorben sind, in guter Erinnerung behalten, sie ehren, und ihnen somit dafür danken, dass du noch lebst."
In diesem Moment, als Ginny geendet hatte, bemerkte sie, wie sich in Harry etwas regte. Und so ließ sie sein Kinn los und umarmte ihn einfach. Sie wollte ihm zeigen, beweisen, dass er nicht allein war und dass sein Leben wertvoll war.
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...tbc...
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