-1Einfach nur Liebe wollen

Alle Schwarzen Schafe

Kräftige Regentropfen trommeln auf die still daliegenden Ländereien, Wind zehrt an den letzten Blättern dieses Jahres. Der Himmel war in ein dunkles Grau gehüllt und ließ hie und da ein Blitz durch die dichte Wolkendecken zucken.

Der Regen hatte auch London erreicht, doch noch lange nicht so wild und gefährlich wie auf den magischen Hügeln.

Wir befinden uns an einem bekannten Bahnhof mitten in London, King's Cross für die, die es nicht wissen. Aber wir wollen nicht einfach zu irgendeinem Gleis, denn unsere Reise beginnt für unsere Heldin auf dem Gleis 9 ¾.

Hermine Granger, mit ihren buschigen Braunen Locken, sah sich suchend um. Da sie nicht gerade groß gewachsen war, musste sie sich auf ihre Zehen stellen um die Schülermasse zu überblicken.

Missmutig musste die Schulsprecherin merken, dass ihre besten Freunde nirgends zu erblicken waren. Gerade in ihrem Letzten Schuljahr, das voraussichtlich das schwierigste und gefährlichste zugleich werden wird und Harry Potter und Ronald Weasley sind nicht da!

Hermine wurde etwas mulmig zumute als sie an die letzten Tage des vergangenen Schuljahres erinnerte.

Dumbledor war tot, ermordet von seinem Spion dem er immer vertraut hatte, Severus Snape.

Doch das war nicht alles, denn einer fehlte noch: Draco Malfoy.

Fragen über Fragen spuckten Hermine durch den Kopf. Wird er wieder in die Schule kommen? Warum konnte er das tun? Was geschieht mit ihm?

Die Neugierde hatte die, wie sie von manchen abwertend genannt wurde, Besserwisserin gepackt, doch ihre Nachforschungen mussten warten bis sie wieder in Hogwarts war.

Tief in Gedanken versunken suchte die Griffindor nach einem freien Abteil, ließ sich in diesem nieder und hing weiter ihren Gedanken nach, während der Hogwarts Express sich durch die Landschaft schlängelt.

„Meine lieben Schülerinnen und Schüler, es fällt mir schwer darüber zu sprechen, doch wie sie alle

wissen wurde unser geliebter Direktor Albus Dumbledor ermordet."

Lautes Gemurmel ging durch die Tischreihen der 4 Häuser. Nur eine Person blieb still und starrte vor sich hin.

„So wissen sie nun auch wer es war, der unserer Schule so viel Schaden zugeführt hat. doch nicht nur Schaden sondern auch gut ausgebildete Schülerinnen und Schüler in der Künsten der Zaubertränke unterrichtet hatte."

MacGonagall machte eine Pause und ließ ihren Blick durch die Grosse Halle schweifen.

„Severus Snape."

Nun war der Teufel los in den hohen Gemäuern des Schlosses. Slytherins fluchten laut und widersprachen, Griffindors empörten sich mit Sätzen wie ,Ich habe es doch gewusst' oder ,Das war nicht anders zu erwarten'.

Nur eine nicht, Hermine Granger die vor kurzem noch auf den Tisch vor sich gestarrt hatte als ob sie dort etwas unheimlich interessantes gesehen hätte, blickte nun auf, fixierte den Lehrertisch um wie schon erwartet, zu sehen das der Zaubertrankmeister nicht da saß.

Genau wie ihre besten Freunde, die, wie sie später erfahren musste, auf einem Rachefeldzug Voldemord zu vernichten versuchten.

Genau wie Draco Malfoy, der zu dieser Zeit schweigend und vor sich hinstarrend, auf seinem grünbezogenen Bett auf Malfoy Manore, saß.

Doch was niemand wusste, bald würden alle verlorenen Schafe wieder zurückkehren, denn eine gewisse Hexe würde sie alle suchen und beschützen, wie eine Hirtin ihre schwarzen Schafe.

MacGonagall setzte wieder zum sprechen an:

„Beruhigen sie sich Meine Lieben! Ich habe noch etwas zu verkündigen, neue Regeln:

Quidditch wird dieses Jahr nicht trainiert und die Turniere fallen dementsprechend auch aus.

Die Sperrstunde wird verschärft, ich will niemanden mehr auf den Gängen sehen nach 20 Uhr."

Lautes empören war zu vernehmen.

„Sie können nur noch per Eule mit ihren Eltern, nur mit ihren Freunden in Kontakt treten, die Kamine wurden aus dem Flohnetz entfernt, das apparieren und das disapparieren ist nicht mehr möglich auf den Hogwartsländereien.

Zu guter letzt, die Besuche nach Hogsmead sind gestrichen."

Das Braungelockte Mädchen achtete nicht mehr auf die Protest und Wutschreie, sie war ganz in ihren Gedanken, Gedanken an die Zukunft.