-1Von Schlamm im Blut
Die Empfangszeremonie lag nun schon Wochen zurück und weder Harry noch Ron sind in dieser Zeit aufgetaucht.
Hermine schien nach außen hin für die anderen immer noch die besserwisserische Streberin zu sein, die nur lernen im Kopf hatte, da sie öfters als sonst in der Bibliothek anzutreffen ist.
Doch alle lagen falsch, sie war nicht am lernen, den Stoff des ersten halben Schuljahres hatte sie sich Zuhause schon durchgelesen und gelernt.
In den Sommerferien hatte sie durch Zufall, mehr oder weniger, sie ließ sich das Buch von so einem komischen Buchverkäufer aufschwatzen. Er meinte es währe gewiss einen kauf wert. Wie der Titel des Buches schon verrät, „Beschwörungen der Weißen und Schwarzen Magie", geht es um verschiedene Beschwörungsformeln, Sagen, Legenden und einem sehr grausigem Märchen. Auf jeden fall dachte Hermine es sei ein Märchen, doch je weiter sie las, desto klarer wurde ihr das es kein Märchen sein kann.
Nach langen Überlegungen schmiedete sie einen Plan und lernen tat sie nicht mehr für die Schule.
Sie war mehr damit beschäftigt einen weg zu finden, wie sie aus Hogwarts raus kam, ohne dass es jemand bemerkte.
Hermine raufte sich die Haare, schlug eine Seite des Buches um und las angenervt weiter.
Sie fand einfach nicht das Gegenmittel, das sie suchte.
Wie sollte sie denn wieder normal werden nach dieser Aktion?
Sie hatte den Trank bereits fertig gebraut, die Zutaten aus Snapes Büro zu klauen war ja kein Thema wenn dieser nicht da war. Sogar das entkommen aus Hogwarts, ihre kurze Reise und das wiederkommen war bis ins kleinste Detail geplant, doch wie brachte sie den nur die Ablenkung wieder weg?
Die Griffindor seufzte ergeben und knallte das Buch, was sie normalerweise nie machen würde, da sie Bücher liebte, an die nächste Regalwand. Das Buch flatterte zu Boden, klappte auf irgendeiner beliebigen Seite auf und blieb liegen.
„ Das ist doch verrückt was du da vor hast Hermine" flüsterte die Schulsprecherin enttäuscht vor sich hin und wollte das von ihr misshandelte Buch, „Gegenmittel gegen alles" , aufheben und zurück auf seinen Platz stellen. Doch wie von Zauberhand war das Buch auf der Seite aufgeschlagen, auf der das Gegenmittel für Hermine stand.
Hermine Jauchzte fröhlich auf und wurde sogleich von der streng dreinblickenden Bibliothekarin zurechtgewiesen, was die Griffindor nicht im Geringsten störte.
Mit einem zufriedenen Grinsen und dem freudigen Gedanken,Heute Abend geht's los' verließ das Bibermädchen die Bibliothek.
Mit angeekeltem Gesichtsausdruck schluckte Hermine einen großen Becher voll mit giftgrünem Innhalt, ließ gleich darauf ein Geräusch des Ekels von sich und schüttelte sich angewidert.
Warum mussten immer alle Tränke so eklig sein?
Doch nicht genug, nicht nur das ihr nun übel war, nein, jetzt fing sich auch noch alles zu drehen an. Die Griffindor dachte schon sie Müsse in Ohnmacht fallen, doch kaum war sie kurz vor dem Zusammenbruch fühlte sie sich wieder puddel wohl.
Mit einem Seitenblick und einem Anerkennenden Nicken, drückte Hermine der Person neben ihr etwas in die Hand und verließ Kerker Nummer 14.
Geschmeidig wie eine Katze schlich sie sich durch die verschlungenen Geheimgänge des Schlosses. In der einen Hand die Karte des Rumtreibers, die sie Harry mal abgenommen hatte, in der anderen eine Kette mit glitzerndem Anhänger. Mehr konnte man in der vorherrschenden Dunkelheit nicht erkennen.
Noch einmal tief durchatmend schmiegte sich Hermine an die Schlossmauer und betätigte den Portschlüssel, den sie selbst angefertigt hatte. Mit einem leisen ,Plopp' was sie verschwunden.
Mit einem lauten krachen landet das Mädchen auf einem grünen Teppich. Ehe sie sich versah, da es Hermine noch recht schwindelig war. Zischte ihr eine bekannte eisige Stimme durch die Dunkelheit entgegen:
„Wer wagt es mein Zimmer zu betreten?"
Hermine Schluckte hart da sie sich schon denken konnte das Malfoys Zauberstab auf sie gerichtet war.
Daher Antwortete sie lieber schnell genug, damit sie keinen Zauber abbekam.
„Jemanden den du nicht erwarten würdest, Malfoy."
Eine kurze Zeit lang herrschte Stille in dem Grün und Silber gehaltenen Schlafzimmers des Slytherin, Hermine wagte es nicht einmal sich zu erheben da sie befürchtete er würde sie verhexen.
„Granger!"
Kam es ungläubig aus der Dunkelheit, die viel zu schnell, für Hermines Geschmack, vor dem grellen Licht einer Nachttischlampe, wich.
Geblendet musste Hermine ihre Augen erst ein Paar Mal schließen und wieder öffnen bevor sie den blonden Schönling in seinem Bett hockend, im Nachthemd aus Grüner Seide erkannt.
„Bei Merlin, ja! Deswegen musst du nicht gleich versuchen mich mit diesem grellen Licht erblinden zu lassen."
Protestierte das braunhaarige Mädchen, stellte sich mühsam auf ihre Beine und putzte sich mit einer trotzigen Bewegung den imaginären Schmutz von ihrem Faltenrock.
Fragend Blickte Hermine sich auf dem Boden um, entdeckte was sie suchte, hob es auf und legte sich die silberne Kette mit dem blassblauen Anhänger um den Hals. Den sollte sie besser nicht verlieren, sie will ja wieder nach Hogwarts zurückkommen.
Eine schneidend scharfe und eiskalte Stimme riss sie aus ihrer trauten Stille:
„Was machst du hier Schlammblut?"
Wie sie dieses Wort hasste, sie hatte kein Schlamm im Blut, ihr Blut war so rein wie seines, dass würde er noch früh genug merken.
Was machte sie hier?
Gute Frage und das gleich zu Anfang, nicht schlecht. Ja, was machte sie noch Mal genau hier?
Der Lockenkopf war sich ihres Planes auf einmal nicht mehr so sicher, in der Theorie war das alles viel einfacher: Trank runterwürgen, mit dem Portschlüssel zu Malfoy, Malfoy nach Hogwarts zurück holen, mit dem Portschlüssel zurück, Gegenmittel einnehmen und gut ist.
Hermine hatte sich wohl ein bisschen verschätzt und die Rechnung ohne den Wirt, beziehungsweise ohne Malfoy gemacht.
Daher viel Hermines Antwort auch sehr, nun ja, zusammenhangslos aus:
„Na ja…weißt du zurück nach Hogwarts….Und Trank würgen…Doppelgänger mit Portschlüssel….keine Sorge Theorie ist einfacher…hoffe ich"
Resigniert brach sie ab und versuchte nicht beschämt zu Boden zu blicken, auch wenn ein peinlich berührtes Lächeln ihr Gesicht zierte.
Anfangs wagte sie es nicht dem Slytherin Prinzen in die Augen, geschweige den ihn anzusehen. Doch langsam wurde ihr die Stille zu unangenehm und sie suchte sein Gesicht.
Innerlich verfluchte die Schulsprecherin sich, denn das Gesicht des Blonden ist wie ein Portal in die Hölle.
Seine Augenbraue zuckte, sein Mund war zu einem dünnen Strich zusammengepresst und seine Nasenflügel bebten als er schnaubte.
„Bist du noch ganz bei Trost Biber? Hat man dir das Hirn amputiert! Weißt du eigentlich was du da gerade für einen Müll vor dich hin gebrabbelt hast? „
„Ähm, nein?"
„Du elendes Schlammblut, tauchst hier auf, weckst mich aus meinem DRINGEND benötigtem Schönheitsschlaf, nuschelst irgendetwas Unverständliches vor dich hin und hast wahrscheinlich auch noch das Gefühl du kämst hier wieder sicher weg!"
Wenn man es den so genau nahm wie er dann: Ja.
Sie hatte wirklich das Gefühl gehabt ihr Plan würde niet und nagelfest sein, aber irgendwie hatte Hermine vergessen Malfoys Launen einzuplanen.
Wie soll sie da nur wieder Raus kommen?
Keine Angst Hermine das wirst du schon hin kriegen und wenn nicht dann fang einfach an zu heulen, sprach die Griffindor sich selber mit zu und räusperte sich.
„Also, das ganze sieht so aus. Ich will dich nach Hogwarts zurück holen, zu Anfangs sah das ganze recht unmöglich aus, aber so wie ich das jetzt betrachte sieht es immer noch unmöglich aus. Jedenfalls habe ich mich jeder neuen Regel widersetzt, habe einen Trank, die Zutaten natürlich aus Snapes Büro geklaut, gebraut der einen Doppelgänger von mir erschaffen hat, habe einen Portschlüssel angefertigt"
Hermine deutete auf ihren Hals an der die Kette Glänzte.
„Und zu Guter letzt habe ich mich hier her gebracht in der Hoffnung dir zu begegnen und nicht sonst irgendeinem deiner Familie."
Die zarte Stimmer verstummte und wartete begierig und auch ängstlich auf das Ungewisse.
„Sehe ich das richtig, du, deines Zeichens Biber, Schlammblut und Besserwisserin, willst mich, meines Zeichens Reinblüter, Schönling und Erbe der Malfoys, nach Hogwarts verschleppen?"
Kam es spöttisch und in dem gewohnt eisigen Ton von Draco. Wenn Hermine jetzt schon am zweifeln war ob das ganze Gut gehen würde, dann wird sie jetzt erst recht in Schwierigkeiten kommen. Denn der blonde Schönling stellte die Frage die sie ihm nur sehr ungern beantworten würde.
„Warum?"
Merlin musste sie hassen, dachte sich die Griffindor und atmete zuerst ein, zwei Mal tief durch bevor sie zu sprechen begann.
