-1Regen und Wind

Verdammter Mist! Warum ist ihr das nicht schon früher aufgefallen? Sie war so Dumm!

Eine junge Hexe hetzte die unberechenbaren Treppen der Schule für Zauberei und Hexerei hinauf.

Auf ihrem Weg rempelte sie mehrere Schüler an, die sich lautstark beschwerten, doch das war für Hermine derzeit nicht relevant.

Sie musste zu Malfoy und das schnellstens, es gab ein mächtig großes Problem.

Mehrere Stunden zuvor:

Ein schmerzliches Stöhnen durchbrach die morgendliche Ruhe des Schulsprecher Quartiers. Hermine setzte sich mit einer gequälten Mimik in ihrem gemütlichen Himmelbett auf, fasste sich sogleich an die Stirn und stöhnte noch einmal jämmerlich.

Vorsichtig versuchte die Griffindor sich aus ihrem Bett zu hieven, was ihr beim ersten Versuch kläglich misslang.

Der zweite Anlauf klappte schon besser und sie stand wankend vor ihrem Bett. Schwor sich noch, dass sie nie wieder einen Schluck Alkohol trank bevor sie sich auf den Weg zum Badezimmer machte.

Ein prüfender Blick in den Spiegel und Hermines Laune sank unter Null. Ihre sonst schon ungezähmte Lockenpracht stand noch extremer von ihrem Kopf ab und war an ein paar wenigen Stellen verfilzt.

Die Braunen Augen waren zu schmalen Schlitzen verengt, da ihr das grelle Licht des Morgens nicht gut tat.

Doch das schlimmste an allem war ihre Haut, blasser als die gekachelte Badezimmerwand hinter Ihr, die tiefdunklen Ringe unter ihren Augen leuchteten richtig auf ihrer fahlen Haut.

Kurzum: sie sah aus wie eine getrocknete Wasserleiche, die man mit einem Stromschlag zu ihrer trockenen Erscheinung gebracht hatte.

Hermine wandte den Blick vom Spiegel ab, pellte sie aus ihren Kleidern, die noch die gleichen waren wie am Abend zuvor und ging duschen.

Frisch geduscht und hergerichtet suchte Hermine rasch ihre Schulbücher, Pergamentrollen, Tintenfass und Feder zusammen.

Doch bevor sie auch schon in Eile das Zimmer verlassen wollte, legte sie Draco noch ein Buch und eine Nachricht auf seinen Nachttisch.

Noch einen kurzen Blick auf das entspannte Gesicht des Slytherin erhaschen und mit schnellen Schritten das Zimmer verlassen.

Da Hermine die ersten zwei Stunden Verwandlung und eine Stunde Zauberergeschichte versäumt hatte, ließ sie die zweite Stunde des langweiligen Faches auch noch sausen um sich wenigstens ein Brötchen aus der Küche zu stibitzen.

Den Lehrern würde sie einfach angeben ihr war Heute früh so schlecht das sie lieber nicht zum Unterricht erscheinen wollte. Die Griffindor war die beste ihres Jahrganges, was machten diese Stunden denn schon aus?

Nachdenklich an ihrem Brötchen kauend, dass sie Dobby dankend abgenommen hatte, wanderten ihre Augen zu ihrer Armbanduhr.

Noch fast 50 Minuten bis zur nächsten Stunde Alte Runen, da konnte sie ja noch in die Bibliothek sich ein wenig mehr über diesen Beschwörungszauber erkundigen.

Zügig machte sich Hermine auf den Weg zur Bibliothek und ihr nach ein noch unbemerkter Kühler Windhauch.

Mittlerweile war auch der blonde Malfoy Erbe aus seinen Träumen erwacht und fühlte sich kein Stück besser als unsere liebe Hermine etwas früher.

Doch Draco kam besser mit seinem Kater klar als die zierliche Griffindor, was bedeutete dass er sich schneller im Bad zu Recht fand als Hermine zuvor.

Da Draco keinen Zeitdruck verspürte ließ er sich Zeit beim Duschen um über Granger nachzudenken.

Er hatte sie all die Jahre falsch eingeschätzt, besser gesagt, er hatte sie nie die Mühe gemacht sie besser einschätzen zu wollen. Er war einfach ein Idiot gewesen, wie all die Jahre zuvor unter dem Pantoffel seines Vaters.

Wenn er sich das genauer überlegte war sie auch nicht so abstoßend wie er immer geglaubt hatte. Sie hatte ein hübsch geformtes Gesicht und ihr Körper ließ jedem Mann die schmutzigsten und wildesten Fantasien kommen. Nein Schlecht sah sie nun wirklich nicht aus.

Sie war eine zu respektierende Hexe, die ein sehr großes Wissen besaß. Er würde sie, das hatte er sich fest vorgenommen, ab Heute auch so sehen, er würde ihr Respekt entgegenbringen.

Das hatte sie sich verdient.

Gemütlich stieg Draco aus der Kleinen Dusche und schlang sich ein Handtuch um die schmalen Hüften. Er hatte ja nichts zu befürchten, da die Griffindor bestimmt beim Unterricht war. Denn ihr Bett war leer als er aufwachte.

Gut gelaunt schlenderte er zurück ins Schlafzimmer, um sein Bett herum zu seiner Reisetasche die er Gestern Morgen von Malfoy Manore mitgenommen hatte. Nach ein, zwei Minuten des wühlen fand der nun endlich alles was er brauchte um sich anzuziehen. Etwas murrend legte er seine Kleidung aufs Bett und griff stattdessen nach seinem Zauberstab. Da er nicht Wochenlang aus dem Koffer leben wollte zauberte er sich eine Kleine Kommode in das Zimmer. Mit sich selbst zufrieden, nickte der Slytherin und legte seinen Zauberstab zurück auf seinen Nachttisch als ihm eine Notiz auffiel.

Bin zu Unterricht gegangen, habe dir noch das Buch dagelassen von dem ich dir erzählt hatte, wegen der

Beschwörungsgeschichte.

Verlass das Zimmer, bitte, nicht willst dich ja nicht bemerkbar machen!

Werde vor dem Abendessen noch schnell vorbeischauen, da ich über Mittag weiter recherchieren werde.

Stell nichts Dummes an, bis Heute Abend.

Ach ja, ich habe Dobby gesagt er soll etwas zu essen in mein Quartier bringen du wirst also nicht verhungern.

Hermine

PS: Seite 317

Dracos graue Augen huschten zu dem Dicken Buch das sich ebenfalls auf seinem Nachttisch befand, musterte es kurz und entschloss sich zuerst einmal anzuziehen und etwas zu essen bevor er sich in die Arbeit stürzte. Er hatte ja den ganzen Tag Zeit.

Hermine drehte sich erschrocken um. War da jemand hinter ihr gewesen?

Ein Schauder lief ihr über den Rücken und sie schüttelte sich. Es war auch sehr kühl geworden und das lag bestimmt nicht nur daran, dass Draußen ein mittelgroßes Gewitter tobte. Irgendjemand oder Irgendetwas war hier, das spürte sie genau.

Die Gänsehaut vertreibend, rieb sie sich mit den Händen die nackten Unterarme und ging in einem Stechschritt weiter Richtung Grosse Halle, sie wollte das Mittagessen nicht verpassen.

Doch das unangenehme Gefühl wurde sie auch nicht in den Nachtmittagsstunden los, deswegen achtete Hermine noch genauer auf ihre Umgebung als sie es sonst schon tat seit sie diesen Plan gefasst hatte.

Schon bald stellte Hermine fest das es sich lohnte achtsamer zu sein.

Sie kam gerade von einer Doppelsunde in den Gewächshäusern und wollte sich beeilen um vor dem Abendessen noch in ihr Zimmer zu kommen. Als sie das Gefühl, dass sie Beobachtet wird, intensiver als sonst beschlich. Tief durchatmend drehte sie sich ruckartig um und sah: Nichts.

Verwirrt blickte sich Hermine um, kaum merklich erhaschte sie ein milder Windhauch, der sie zum erstarren brachte.

Wind? Im Schloss?

Dann weiteten sich Hermines Augen und man hätte denken Können das ein Licht über ihrem Kopf aufgeleuchtet wäre als sie verstand was hier los war. Nun wollte sie noch weniger Zeit verlieren und rannte, wie von der Tarantel gestochen los Richtung Türme.

Vollkommen außer Atem kam sie hechelnd und schwitzend in ihren Räumen an. Draco der durch den Tumult verwundert von dem Buch in seinen Händen Hoch Blickte, starrte Hermine nur Fragend entgegen, die abgehetzt vor ihm mühsam versuchte wieder zu Atem zu kommen.

„Tormentum praesagium"

Haspelte die Brünette vor sich hin. Doch Draco verstand nicht ganz was sie den nun genau wollte.

„Was?"

War seine einfache Gegenfrage die im auch prompt beantwortet wurde.

„Tormentum praesagium, ein Überwachungszauber, wir wurden ausspioniert."

Dann machte es ,Klick' und Draco war ganz bei der Sache, klappte das Buch zu und Schnarrte drauf los.

„Wie bitte? Und warum haben wir das erst jetzt bemerkt?"

„Woher soll ich den das wissen? Was werde ich hier eigentlich so blöde angemacht? Hättest du auch selber merken können das irgendwer uns beschattet."

Gab Hermine patzig zurück die sofort auf 180 war. Was fällt diesem Slytherin auch ein sie so anzufahren?

Eingeschnappt plumpste Hermine in den Sessel der Draco gegenüber stand, verschränkte Ihre Arme und Beine zum Zeichen der Unzufriedenheit.

Der Blonde beobachtete die Szene genau und musterte die Griffindor scharf.

Was fällt dieser Pute auch ein, einen auf , Beleidigte Leberwurst' zu machen, sie soll ihm lieber erzählen woher sie das mit dem ausspionieren nun wusste.

„Sag schon woher du das nun weißt mit dem Überwachen."

Kam es monoton von Draco.

Hermine Schnaubte verächtlich, dennoch setzte sie zu einer Erklärung an.

„Schon den ganzen Tag hatte ich das Gefühl verfolgt zu werden. Ich wusste auch nicht was es genau war, auf jeden fall hatte ich kein gutes Gefühl bei der Sache, darum achtete ich genau auf mein Umfeld."

Draco machte eine klare Handbewegung die so viel heißen soll wie: Ja, ja schlaf nicht ein.

„Und da war es dann plötzlich, zwar nur sehr minimal aber es war da. Ein sanfter Wind strich um mich und mir wurde alles klar. Irgendjemand hat uns diesen Zauber aufgehalst und es war bestimmt nicht nett gemeint."

„Was heißt hier uns? Ich hab nichts von einem Wind bemerkt, man hat dir einen Zauber angehängt Granger."

Schlussfolgerte Draco mit einem süffisanten Grinsen im Gesicht. Was Hermine gar nicht lustig fand und den Kommentar einfach ignorierte.

„Irgendjemand muss mitbekommen haben das du nicht mehr dort bist wo du theoretisch sein solltest. Man hat wohl deinen Doppelgänger den wir hinterlassen haben durchschaut."

Murmelte Hermine nachdenklich vor sich hin.

Die Augen verdrehend meinte der Slytherin.

„Natürlich hat man Vater das mitgekriegt ein Tonklumpen kann mich wunderbares Geschenk der Natur nicht ersetzen."

Auch diese Bemerkung wurde von Hermine verdrängt und kam nun zu den Schlechten Nachrichten.

„Ich war Heute früh noch in der Bibliothek und habe über die Beschwörung nachgeforscht und einen kleinen Hacken an der Geschichte gefunden."

Sie räusperte sich und holte aus.

„Nicht nur das wir von verschiedenen Seiten stammen müssen, also gut und Böse, müssen wir uns auch vollkommen einig sein was wir mit dem Beschwörten anstellen wollen. Das bedeutet wir müssen automatisch und tief in unserer Seele uns den Untergang des Dunklen Lords wünschen, sonst endet das in einer Katastrophe. Es reicht nicht das wir Unsere beider Abstammungen zum teil verraten, wir müssen uns komplett und 100 einig sein. Weißt du was das zur Folge hat?"

Hermine war während dem Sprechen immer Gestenreicher geworden und fuchtelte nun immer noch wild mit ihren Armen umher. Was Draco einen genervten Seufzer entlocken lässt.

„Wir müssen uns vertragen?"

Grummelte der junge Mann ihr entgegen.

Was Hermine nur noch mehr aufregte und die Arme fuchtelten noch mehr umher.

„Viel Schlimmer wie müssen uns ehrlich und von Ganzem Herzen vertragen!"

Hermine stoppte schwer atmend, unterließ das fuchteln und versuchte sich zu beruhigen.

Wie hypnotisiert starrte sie vor sich hin und nuschelte etwas das klang wie ,Hätte wen anders nehmen sollen.'

Was Malfoy mit einem erstickenden Lachen quittierte.

„Das kannst du vergessen Granger, es muss ein Reinblüter und eine Muggelgeborene sein. Sonst funktioniert das ganze nicht. Ach ja und da du keinen Anderen Reinblüter finden wirst, der auf der Bösen Seite steht und sich mit dir zusammenschließt, musst du wohl mit mir vorlieb nehmen."

Fragende Braune Augen suchten Graue. Hermine wollte gerade Fragen woher er das wusste, als ihr das Buch auf dem Tisch in den Sinn kam. Er hatte es also schon gelesen, gut dann hatte sie wohl etwas übersehen.

Hermine fühlte sie schwer, sie glaubte zu spüren von den ganzen Informationen des Tages erdrückt zu werden.

Sie wollte einfach nur noch schlafen.

Doch Malfoy machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

„Eine Frage hätte ich da noch. Wie ist dein Doppelgänger verschwunden?"

Ihr Doppelgänger? Hermine Schaute auf und direkt in glänzend graue Augen, so schön.

Die Griffindor schüttelte leicht den Kopf bevor sie antwortete.

„Mit der Dörrtraube. Der Doppelgänger kann sich nur selber auflösen indem er eine Dörrtraube isst, die ihm das Wasser entzieht und übrig bleibt ein Häufchen Sand."

Dann herrschte wieder Stille.

Die sich beharrlich dahin zog bis sich Hermine von Ihrem Sessel erhob und Draco eine gute Nacht wünschte.

Der Slytherin blieb sitzen und lauschte den Regentropfen die sanft an die Fensterscheibe trommelten.