Pairings: Draco/Harry; Blaise/Ron
Warnungen: lime/limone
1. Kapitel
First Step - The Meeting
Samstagabend in der selben Woche.
Draco Malfoy überprüfte ein letztes Mal sein Erscheinungsbild im Spiegel, bevor er seinen Umhang nahm und zu der Adresse apparierte, die ihm der Tagesprophet geschickt hatte.
Vielleicht bescherte es ihm ja diesmal eine Verabredung, die er anziehend fand. In den letzten Monaten hatte er schon einige von diesen Dates gehabt, aber entweder hatten die Typen ein furchtbares Erscheinungsbild, waren totale Langweiler oder saßen den ganzen Abend nur sabbernd vor ihm.
Sicher würden sich viele die Frage stellen, warum er versuchte jemanden über Blinddates zu finden, mit dem eine Beziehung möglich war. Aber seit der Krieg - dank Potter - vorbei war, gehörte er zu den angesehensten Singles der Zaubererschaft Englands und praktisch jeder würde sich auf ihn einlassen um an sein Geld zu kommen.
Er hoffte über diese Art der Partnersuche jemanden zu finden, dem es egal war, wie reich er war und auch eher nebensächlich, dass er gut aussah, was natürlich nicht von der Hand zu weisen war...
Er runzelte die Stirn und hoffte diesmal mit jemandem verabredet zu sein, der ein Hirn besaß und in der Lage war eine interessante Unterhaltung zu führen, anstatt ihn den ganzen Abend anzustarren. Sonst hätte er ein weiteres Mal seine kostbare Zeit vertan.
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Als Harry vor dem kleinen italienischen Restaurant apparierte sah man ihm nicht an, dass er Ewigkeiten vor dem Spiegel gestanden hatte um sein Haar zu ordnen - vergeblich natürlich, wie immer.
Mit der Kleiderwahl hatte er weniger Probleme gehabt.
Seit er die Dursleys los war, musste er schließlich nicht mehr fürchten, dass man ihm sein Geld wegnahm und er verdiente inzwischen nicht schlecht in seinem Job im Ministerium.
Na ja gut, sicherlich nicht so gut wie Draco Malfoy, der, soweit er wusste, bald zum Minister aufsteigen würde, obwohl er sowieso schon steinreich war, aber er hatte genug um einen etwas gehobeneren Lebensstil zu pflegen und entgegen aller früherer Annahmen, hatte er auch Geschmack was seine Kleidung betraf.
Die Jeans saß perfekt, er trug Drachenlederschuhe und ein dunkelgrünes, eng sitzendes Leinenhemd, von dem er wusste, dass es seine Augen gut zur Geltung brachte. Sein Umhang war aus feinstem Stoff und ließ außerdem alle leichteren Flüche abprallen.
Leicht nervös händigte er seinen Umhang dem freundlichen, kleinen Italiener aus und versuchte den Gryffindormut auszupacken.
Wenn er Glück hatte, bescherte ihm dieses Date einen attraktiven, blonden Mann, mit dem er sich mehr vorstellen konnte, als einige interessante Spielchen im Bett.
Blonde Männer hatten es ihm wirklich angetan. Und hoffentlich erkannte dieser Mann ihn nicht als Harry Potter, jedenfalls nicht sofort - seine Narbe war nämlich mit dem Tag verschwunden, an dem er Voldemort besiegt hatte und die Leute erkannten ihn nicht mehr so leicht.
Noch einmal tief Luft holend folgte er dem rundlichen Mann zu einem Tisch, der in einer Ecke des Restaurants lag, sodass er eher uneinsichtlich für andere Gäste war.
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In Gedanken versunken saß Draco an dem Tisch - an dem er jetzt schon viel zu oft gesessen hatte - und wartete mit einer Gabel spielend auf seine Verabredung.
Doch plötzlich ertönte ein Räuspern neben ihm und sein Blick traf auf lange Beine in engen Jeans, wanderte hoch zu einem dunkelgrünen, angenehm eng sitzenden Hemd und dann weiter...
...bis zu dem erschrockenen Ausdruck im Gesicht seiner Verabredung.
Mühevoll unterdrückte er einen Laut der Überraschung. Das... Na damit hätte er nicht gerechnet. Harry Potter.
Der Mann, der eben noch ein Räuspern von sich gegeben hatte um Draco auf seine Verabredung aufmerksam zu machen blickte jetzt etwas unschlüssig zwischen dem Blonden und dem Schwarzhaarigen hin und her.
"Ihre Verabredung Sir.", erklärte er dann und Malfoy nickte, erhob sich jetzt endlich.
Auch Harry hatte sich wieder etwas gefasst, bemerkte wie nebenbei, dass Malfoy ihn um einige Zentimeter überragte, obwohl er selber nicht gerade klein war.
Nun, sein Wunsch war erhört worden. Vor ihm stand ein blonder, überaus attraktiver Mann. Was er davon halten sollte, dass er mit Draco Malfoy, ihrem zukünftigen Minister, eine Verabredung in einem kleinen italienischen Restaurant hatte, wusste er allerdings nicht.
Aber er würde jetzt nicht den Schwanz einziehen. Und das nicht nur, weil er Gryffindor gewesen war. Immerhin gab es wohl auch für Malfoy Gründe hier zu sein und es interessierte ihn, sie herauszufinden.
Lächelnd hielt er Draco die Hand hin. "Hi."
Der Blonde schüttelte sie und erwiderte die Begrüßung ebenso freundlich.
Und Harry erinnerte sich an die Szene im Zug, als er Malfoys Hand ausgeschlagen hatte. Vielleicht kamen sie ja inzwischen besser miteinander klar...
Der Kellner versprach die Speisekarten und Wein zu bringen und zog sich dann diskret zurück, während die beiden sich setzten.
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Einen Moment musterten sie sich schweigend.
Draco entging nicht, dass Potter keine Brille mehr trug. Und ihm entging auch nicht, dass er überraschenderweise Geschmack hatte. Seine Erscheinung war nicht mehr mit der aus Schulzeiten zu vergleichen, wo Potters Kleidung eher Säcken geglichen hatte.
Im Gegenteil. Er erkannte teuere Marken und Stoffe. Hätte ihm vor Jahren jemand gesagt, dass Potter, der Held der Zaubererwelt, jemals so etwas wie Geschmack entwickeln würde, hätte er ihn wohl ausgelacht und verspottet.
Allerdings hätte er wohl auch jeden verspottet, der es gewagt hätte zu behaupten, dass er ausgerechnet Harry Potter anziehend fand. Jetzt wo die Kleidung des Schwarzhaarigen eng saß, war es nicht schwer zu erraten, dass Potter einen gestählten, muskulösen Körper haben musste. Und er fand den Mann vor sich tatsächlich anziehend...
Jetzt war er wirklich neugierig wie sich der gemeinsame Abend entwickeln würde. Denn eins war sicher, Potter würde ihn nicht den ganzen Abend sabbernd anstarren, ein wenig Hirn hatte er wohl auch... Und auf sein Geld war er ganz sicher nicht aus. Er wusste, wie gut der Schwarzhaarige verdiente.
Harrys Gedanken bestritten ganz ähnliche Wege.
Malfoy war blond. Er war groß und schlank und diese aristokratische Blässe hatte es ihm angetan. Das blonde Haar war länger als zu Schulzeiten und zu einem Zopf zurückgebunden. Auch die silbergrauen Augen übten eine Faszination auf ihn aus, die er noch näher ergründen musste...
Malfoy trug schwarze Hosen und ein graues Seidenhemd, dass perfekt mit seiner Augenfarbe harmonierte. Nun, was das Aussehen seines Gegenübers anging, so hatte ihm das Blinddate wohl einen Glücksgriff beschert.
Leider kannte er Draco Malfoy nur als einen eingebildeten, arroganten, auf Muggel herabsehenden Snob und er würde sich wohl eine neue Meinung über ihn bilden müssen. Vielleicht - und er hoffte fast ein wenig darauf - war der Charakter des Blonden doch nicht so schlecht wie er immer geglaubt hatte...
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Dann, nachdem sie sich ausgiebig gemustert und die Vorzüge des jeweils anderen erkannt hatten, ergriff Draco das Wort.
"Sieht so aus, als hätten wir eine Verabredung, Potter."
Harry nickte.
"Scheint so, Malfoy."
Sie grinsten beide und nahmen dann die Speisekarte entgegen, die er Kellner brachte. Schweigend gingen sie sie durch und der Blonde erkannte, dass er die Gerichte schon auswendig kannte. Ein kurzer Blick zu dem Schwarzhaarigen zeigte ihm, dass dieser die Karte zum ersten Mal sah. Also war das sicher auch seiner erste Verabredung hier.
"Die Nummer 43 kann ich empfehlen.", bemerkte er freundlich und Harry sah auf.
"Warst du schon öfter hier?", fragte er dann interessiert.
Draco nickte bejahend. "Ja, aus dem gleichen Grund wie heute."
"Und du hattest noch keinen Erfolg?", fragte Harry nach, während er durchlas, um was es sich bei Nummer 43 genau handelte.
"Nein. Nur Langweiler, hässliche Gesichter und sabbernde Idioten.", beschrieb er seine ehemaligen Dates.
Harry blickte wieder auf und grinste.
"Klingt ja vielversprechend. Ich mache das zum ersten Mal."
"Dachte ich mir.", erwiderte Draco nur.
Sie bestellten und Draco lächelte, als er hörte, dass Harry genau das bestellte, was er ihm empfohlen hatte.
Sie beide nippten an ihrem Wein und Harry stellte eine Frage, die ihn beschäftigte, seit er seine Verabredung als Draco Malfoy erkannte hatte.
"Also, warum gerade Blinddates? Dir müssen die Typen doch in Scharen nachlaufen."
Draco bemerkte, dass dies ein verstecktes Kompliment gewesen war und grinste erfreut.
"Ich habe meine Gründe."
"Irgendeine Chance, dass du mir sagst, was für Gründe?"
"Erklär mir, warum du hier bis. Dann erfährst du sie vielleicht."
Harry nickte. Damit hatte er kein Problem. Wirklich nicht.
"Okay, ich versuche einfach jemanden zu finden, der mich nicht nur will, weil ich Harry Potter, der Held der Zaubererschaft bin.
Man kann schließlich keine ernsthafte Beziehung führen, wenn der Typ nur meinen Ruhm, vielleicht auch mein Geld und all das sieht. Und ich dachte mir über ein Blinddate finde ich möglicherweise jemanden, der mich wegen meines Charakters mag und nicht wegen meinem Ruhm."
Draco hörte mit Erstaunen zu. Potter hatte ähnliche Gründe wie er selbst. Er hätte nicht erwartet, dass sie je etwas gemeinsam haben würden, selbst wenn es nur so etwas war.
Dann bemerkte er Harrys auffordernden Blick und nickte ergeben.
"Meine Gründe sind deinen ziemlich ähnlich. Jeder weiß, dass ich vermögend bin. Jeder weiß, dass ich der zukünftige Minister werden könnte. Und das lockt alle möglichen Typen an, die auf mein Geld scharf sind. Und auf mein Aussehen vielleicht.
Wie soll man da jemanden finden, der mehr hergibt als einen One-Night-Stand?"
Harry war perplex. Das kam ihm sehr bekannt vor. Wer würde nicht gerne mit ihm ins Bett steigen? Schließlich war er ja Harry Potter. Er brauchte praktisch nur mit dem Finger schnippen um jemanden ins Bett zu bekommen. Und Draco schien ganz ähnliche Probleme zu haben.
Auch wenn es ihm ein klein wenig merkwürdig vorkam, dass ausgerechnet Malfoy nach etwas Dauerhaftem suchte. Und überhaupt. Ihm war nie klar gewesen, dass Malfoy schwul war.
"Was mich wundert, Malfoy, ist, seit wann bist du schwul?"
Die Frage kam überraschend.
"Mir wurde im sechsten Schuljahr klar, dass mir Frauen nicht wirklich das geben, was ich brauche.", erwiderte er dann bereitwillig.
"Wie ist das bei dir? Der Held aller steht auf Kerle?"
Harry zuckte mit den Schultern. "Habs vor etwa nem Jahr herausgefunden."
Ehe Draco darauf noch etwas erwidern konnte, kam ihr Essen und sie aßen schweigend, tranken ihren Wein und fühlten sich beide überraschend wohl in der Gesellschaft des anderen.
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Der weitere Abend verlief für beide positiv. Harry stellte fest, dass er Malfoys Humor mochte und Draco schaffte es ihn häufig zum Lachen zu bringen.
Für Draco war ausgerechnet Potter seit langem jemand, mit dem er einen entspannten Abend genoss und viel lachte.
Wer schaffte es schon ihn zum Lachen zu bringen? Das gelang wirklich nur selten jemandem und meist nur seinen engsten Freunden. Potter hingegen brachte ihn außerdem ständig dazu zu lächeln.
Ein Malfoy, der den ganzen Abend ein Lächeln auf dem Gesicht hatte. Das war nicht nur für Harry ein seltsames Bild, sondern auch für Draco selber.
Nach dem Dessert näherte sich der gemeinsame Abend dem Ende und beide wünschten es wäre nicht so.
Draco fand, dass Harry Potter eine sehr erfrischende Art an sich hatte, die die Anziehung noch verstärkt hatte. Wer hätte erwartet, dass sein Schulerzfeind so etwas in ihm hervorrufen würde?
Harry war inzwischen Dracos Augen verfallen. Ja verfallen. Er hatte bemerkt, dass sich die Augenfarbe des Blonden immer wieder veränderte. Wenn er lachte, wenn er ernst war, wenn er über etwas nachdachte... Er hatte einige neue Seiten an Draco Malfoy kennen gelernt und er konnte nicht behaupten, dass ihn der Abend enttäuscht hatte.
Sie verabschiedeten sich - beide etwas in Gedanken - und apparierten nach Hause. Harry in seine Wohnung und Draco nach Malfoy Manor.
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Draco ließ seinen Umhang von einer der zahlreichen Hauselfen wegbringen und apparierte dann in sein Schlafzimmer.
Es war ruhig im Haus - wie immer. Bisweilen war es hier recht einsam. Denn außer den Hauselfen und ihm lebte schließlich niemand hier. Sein Vater und seine Mutter verrotteten in Askaban und würden selbstverständlich nie zurückkehren.
Nach fünf Jahren war er die Einsamkeit einfach satt. Er wollte jemanden, der mit ihm hier lebte. Jemanden, der morgens neben ihm aufwachte, mit ihm die Mahlzeiten einnahm...
In dieser riesigen Villa war es einfach viel zu einsam. Zu viele Zimmer, die er alleine gar nicht alle benutzen konnte, eine riesige Bibliothek, in der er zwar sehr viel Zeit verbrachte, die aber nicht wirklich genutzt wurde.
Dann das Kellergewölbe mit den alten Kerkern.
Er hatte immer noch nicht entschieden, was er damit machen könnte.
Zusätzliche Räumlichkeiten brauchte er wahrhaftig nicht und die Sachen seiner Eltern, die er behalten hatte, lagerten schon dort unten in einem Kellerraum.
Mit einem Wink seines Zauberstabes verschwand seine Kleidung und ein weiterer Wink löschte das Licht, als er sich ins Bett legte.
Schlafen konnte er allerdings noch nicht. Potter spukte in seinem Kopf herum. Wie es wohl wäre mit ihm hier zu leben? Der Abend hatte ihm wirklich gefallen.
Die Unterhaltung war abwechslungsreich und interessant gewesen. Im Grunde hatten sie über alles erdenkliche gesprochen.
Was sie beide nach Voldemorts Fall gemacht hatten. Potter hatte erzählt, dass seine Freunde noch nicht wussten, dass er auf Männer stand. Das Granger ihn immer wieder verkuppeln wollte - mit Frauen.
Er grinste leicht. Amüsant. Wirklich amüsant. Wenn er sich vorstellte, wie Granger Potter ständig zu Abendessen einlud, bei denen sie ihm Frauen vorstellte, obwohl er an Männern interessiert war.
Na ja, würde er sie aufklären würde sie wahrscheinlich stattdessen versuchen ihn mit irgendwelchen Männern bekannt zu machen...
Morgen würde er eine Eule losschicken um dem Tagespropheten bekannt zu geben, ob er einer weiteren Verabredung mit Harry Potter zustimmte oder nicht.
Nun, er hatte seine Entscheidung schon getroffen.
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Harry war noch nicht zur Ruhe gekommen.
Im Gegenteil. Seit er zu Hause angekommen war, lief er unruhig auf und ab.
Der Abend hatte ihm so gut gefallen, dass er ganz verwirrt war. Ein Abend, ein Essen mit Draco Malfoy hatte ihm gefallen...
Wer würde ihm vorwerfen das es ihn verwirrte? Das es ihn verwirrte, dass er sich bereits dazu entschieden hatte einem weiteren Treffen zuzustimmen, sofern Malfoy das auch wollte.
Malfoy...
Er war anziehend. Attraktiv. Besaß Humor. War den ganzen Abend über nett gewesen. Und blond...
Niemand durfte ihm vorwerfen, dass er bereits Gefallen an dem Mann gefunden hatte. Wahrscheinlich mehr als gut für ihn war. Aber fasste man einige Tatsachen zusammen, war es eindeutig.
Draco Malfoy war blond und unglaublich attraktiv. Er war ganz sicher nicht auf sein Geld aus, weil er selber darin schwamm und er gab nichts auf seinen Ruhm. Und er hatte keine einzige abfällige Bemerkung über Ron oder Hermine, generell Muggelgeborene, gemacht.
Was mehr konnte er sich noch wünschen? Nicht viel...
Es wurde Zeit, dass er seinen Freunden schrieb und ein paar Dinge klarstellte.
So nahm er Pergament und Feder und schrieb an Ron und Hermine.
TBC
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