Warnungen: lime; lemon

Pairings: Draco/Harry; Blaise/Ron

Kommentar: Der 4. Teil - Danke für all die lieben Kommentare und das Lob zu KoaS! Es freut mich, dass ihr KoaS so mögt. Viel Spaß mit diesem Kapitel!


3. Kapitel

Third Step - Coming closer

Der nächste Morgen brachte Harry einen weiteren Heuler von Ron. Allerdings bemerkte er nicht so recht, dass es sich um einen handelte, weil er mit seinen Gedanken schon wieder bei dem wundervollen Kuss mit Draco war.

So konnte Rons wütende, magisch verstärkte Stimme ungehindert durch seine Wohnung hallen:

"WAS ZUR HÖLLE HAST DU DIR DABEI GEDACHT! UND WAS MACHST DU MIT MALFOY AUF DER TITELSEITE DES TAGESPROPHETEN?

..."

Ron schimpfte noch weiter, aber nach 'Tagespropheten' hatte Harry bereits aufgehört seinem Freund weiter zuzuhören. Stattdessen griff er eilig nach der Zeitung und kippte dabei beinahe seine Tasse mit heißem Tee um.

Fluchend faltete er die Zeitung auseinander und schon wusste er, was Ron so aufregte. Was wohl sicher jeder Zauberer des Landes sehen konnte. Wo war nur der verdammte Fotograf hergekommen?

Das Bild zeigte immer wieder die Szene wie Draco und er sich gestern geküsst hatten. Wie sie näher aufeinander zutraten um dann auch noch den letzten Schritt zu überwinden...

Was wohl Draco davon hielt? Das würde er sicher am heutigen Abend erfahren.

Die Schlagzeilen waren... Entsetzt starrte er die Zeitung an.

'Der Held der Zaubererwelt schwul!'

'Zukünftiger Minister knutscht mit Harry Potter'

'Die geheime Beziehung der Erzrivalen gelüftet'

...und es ging noch weiter. Mann oh Mann! Was sollte er denn jetzt machen? Unfreiwillig hatte er mal wieder die Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen. Und auf Draco hatte er sie auch gelenkt - hoffentlich war der Blonde nicht sauer.

Seufzend stellte er seine Tasse auf das Bild und ließ mit einem Accio ein Pergament herbeischweben. Er musste sofort Ron schreiben, vielleicht auch Hermine.

Wunderbar. Scheinbar war es ihm nicht mal möglich eine Beziehung anzufangen ohne das irgendwer davon etwas mitbekam. Dabei wollte er doch eigentlich nur wie jeder normale Mensch jemanden kennen lernen und mit demjenigen zusammensein. Sich verlieben.

Warum ging das nie ohne das es alle wussten und ihren Kommentar dazu abgaben?

---------------------------------------------------

Draco wusste nicht, ob er verärgert oder amüsiert über die Schlagzeilen sein sollte, die die Zeitungen zierten.

Er konnte sich allerdings vorstellen, dass es Harry nicht besonders gefiel. Der Schwarzhaarige hatte schließlich gesagt er hasse den Ruhm und diese Aufmerksamkeit.

Für ihn selber war es im Moment - jetzt wo die Wahlen anstanden - sicher eine gute Werbung, aber trotzdem behagte es ihm nicht.

Er war gerade dabei eine Beziehung anzufangen. Die erste vielversprechende, mochte man hinzufügen. Und er wollte nicht, dass sein Privatleben derart breitgetreten wurde.

Wenn er diesen verdammten Fotografen fand, würde der ihn kennen lernen!

--------------------------------------------------

Dann, am Abend, überprüfte Draco ein letztes Mal sein Äußeres.

Schwarze Hose, passende Schuhe und ein dunkelgrünes Seidenhemd komplettierten sein Erscheinungsbild.

Sein schulterlanges, blondes Haar hatte er zu eine Zopf zurückgebunden. Mit einem letzten Blick in den Spiegel und einem zufriedenen Murmeln apparierte er hinunter in den Speisesaal.

Ja Saal, in diesem Anwesen war nichts klein. Aber er hatte den Hauselfen aufgetragen an einem Ende des langen Tisches zu decken, an sich gegenüberliegenden Plätzen.

Er wollte Harry näher kennen lernen und nicht durch einen Tisch von ihm getrennt sitzen, so wie es seine Eltern gehandhabt hatten.

Seine Gedanken wanderten zu dem Kuss und er fragte sich, ob sie ihn heute wiederholen würden.

Harry zu küssen war Überraschung pur gewesen. Keine Schüchternheit, wie er es erwartet hatte. Und Leidenschaft, wie Zärtlichkeit gleichermaßen. Interessante, aufregende Mischung. Und das Bedürfnis noch mehr von dieser Seite Harrys kennen zu lernen war überraschend stark.

Harry hatte nach der Arbeit keine Zeit gehabt sich umzuziehen und erschien deshalb in Jeans und Hemd am Malfoy-Anwesen.

Beeindruckt sah er sich um. Schließlich war er noch nie hier gewesen und hatte bisher nur Bilder von der Villa gesehen.

Soweit er wusste zählte Malfoy Manor zu den ältesten magischen Häusern der gesamten Zaubererschaft und er fragte sich, wie viele Zauber wohl auf dem riesigen Anwesen lagen.

Während er sich umsah, trat er die Stufen zur Eingangstür hinauf. Nun, es war wohl eher ein Tor... Aus altem, dunklen Holz und sicherlich mit keinem Fluch zu zersprengen.

Dann tippte er mit dem Zauberstab eine riesige Glocke an, die neben dem Tor befestigt war und kaum hatte er das getan öffneten sich die riesigen Türflügel.

Langsam betrat er die Eingangshalle und staunte einmal mehr. Überall Steinskulpturen und Bilder, die zweifellos die ehemaligen Besitzer des Anwesen zeigten.

Eine leise, quiekende Stimme ließ ihn nach unten blicken.

"Willkommen Mister Potter, Sir. Ich hole Master Malfoy. Bitte warten sie hier, Mister Potter, Sir.", erklärte die kleine Hauselfe sich verbeugend und verschwand gleich darauf mit einem lauten Plopp.

Harry nutzte die Zeit um sich weiter umzusehen. Die meisten der Portraits hatten das gleiche blonde Haar wie Draco und viele hatten entweder graue oder hellblaue Augen. Die Ähnlichkeit war verblüffend.

Kurz darauf erklang ein leises Geräusch und er drehte sich um. Draco war appariert.

Harrys Augen weiteten sich.

Der Blonde sah einfach umwerfend aus. Der Zopf stand ihm perfekt und Hemd und Hose waren einfach wunderbar an Draco anzusehen. Hätte er zu Schulzeiten gewusst, dass er mehr an Männern interessiert war, wäre er wohl trotz Abneigung dem Malfoy verfallen.

Prompt kam er sich furchtbar gewöhnlich vor - als könnte er jemals mit Malfoys Klasse und Stil mithalten... Warum nur hatte Draco ihn wiedersehen wollen?

Ohne etwas von Harrys Gedankengängen mitzubekommen trat Draco näher auf diesen zu und lächelte freundlich. Er freute sich ihn wieder zu sehen.

"Da bist du ja.", begrüßte er ihn und Harry nickte.

"Da bin ich. Und jetzt verrate mir mal, wie du allein in diesem riesigen Anwesen leben kannst. Verläuft man sich hier drin denn gar nicht?"

Draco lachte und grinste.

"Es ist einsam. Außer mir leben ja nur die Hauselfen hier. Aber man gewöhnt sich dran."

Der Schwarzhaarige musterte ihn skeptisch.

"Wirklich?"

Draco zuckte mit den Schultern.

"Ich kenne es ja nur so - also fehlt mir im Grunde nichts."

"Hm." Dann fielen Harry die Schlagzeilen wieder ein und er bekam ein schlechtes Gewissen.

"Du hast sicher die Zeitungen gesehen, oder? Tut mir leid.", entschuldigte er sich, weil er das Gefühl hatte es sei seine Schuld, ganz einfach, weil er Harry Potter war.

"Warum? Ist doch nicht deine Schuld - es sei denn, du hast den Fotografen herbestellt.", antwortete Draco verblüfft.

"Nein, natürlich nicht.", war die schnelle Erwiderung.

Einen kurzen Augenblick war es still, bevor Draco wieder etwas sagte.

"Komm, das Essen wartet auf uns. Die Hauselfen haben ihr Bestes gegeben.", meinte er und ging dann voran durch die Gänge.

Harry folgte ihm und sah sich weiter um. Er hatte ein klein wenig das Gefühl in einem Museum zu sein und er fragte sich immer noch, wie Draco hier bloß alleine leben konnte.

Nach endlosen Abzweigungen erreichten sie das Esszimmer, oder eher, den Speisesaal.

Der Tisch war mindestens 10 Meter lang, doch zu seiner Erleichterung war nur an einem Tischende gedeckt. Für einen kurzen Moment hatte er geglaubt sie würden wie im Mittelalter jeder an einem Ende des Tisches sitzen ohne sich unterhalten zu können.

"Was für ein Tisch...", rutschte es ihm heraus und Draco musste schon wieder lachen.

"Furchtbar, oder? Meine Eltern waren da auch ziemlich altmodisch. Sie an einem Ende, ich am anderen."

Harry schüttelte den Kopf. "Verrückt."

Während des Essens unterhielten sie sich über alles Mögliche. Arbeit, Hobbys, Politik - einfach über alles. Harry erzählte auch von Rons 'netter' Reaktion über ihre Treffen und den Heulern, was Draco erneut zum Lachen brachte.

Wirklich, der Schwarzhaarige schaffte es ihn ständig zum Lachen zu bringen. Er konnte sich nicht erinnern, dass das jemals jemand zuvor geschafft hatte.

Und dann Harrys Aussehen. Vermutlich war er sich dessen nicht bewusst, aber die einfache Jeans und das schwarze Hemd in Verbindung mit seinen Augen und dem struppigen Haar waren unglaublich anziehend.

Draco merkte, wie seine Gedanken zu ihrem Kuss zurückwanderten. Irgendwie hoffte er, dass sie heute noch mehr tun würden als sich zu unterhalten.

Außerdem waren sie schon lange mit Essen fertig.

"Was hältst du davon, wenn ich dir meine privaten Zimmer zeige?"

Harry nickte zustimmend. "Sicher."

Aber insgeheim fragte er sich, ob damit nur das Schlafzimmer gemeint war oder mehr. Er wusste nicht, ob er jetzt schon mit Draco schlafen wollte. Und er hoffte sehr, dass die Einladung des Blonden nicht darauf abzielte ihn ins Bett zu bekommen.

Draco hatte allerdings nicht aus derlei Gründen gefragt, sondern, weil der Teil des Hauses in dem er überwiegend lebte, wesentlich gemütlicher war als der Rest des Anwesens.

Zu seinen privaten Räumen gehörte nicht nur das Schlafzimmer, sondern auch eine Bibliothek und ein geräumiges Wohnzimmer, sowie sein Arbeitszimmer.

Er führte Harry ins Wohnzimmer und sie machten es sich auf einer großen, gemütlichen Couch bequem.

Insgeheim war Harry erleichtert, dass Draco keine Hintergedanken gehabt hatte. Das was er sich für die Zukunft ihrer Treffen ausmalte hatte überwiegend etwas mit Gefühlen und weniger mit Sex zu tun, obwohl er auch schon daran gedacht hatte.

Der Blonde hatte ihm erklärt, dass er diesen Teil des Hauses schon immer bewohnte und das er sich selten woanders aufhielt. Zwar gab es noch eine weitere Bibliothek, aber die hatte seinem Vater gehört und beherbergte hauptsächlich schwarzmagische Lektüre - nichts, was ihn interessierte.

Die anderen Räume hatten seinen Eltern gehört und es gab viele Gästezimmer. Dazu kamen noch einige geheime Zimmer, die nur Malfoys betreten konnten und natürlich das Kerkergewölbe. Dieses wurde erst seit wenigen Jahren nicht mehr genutzt, da seine Eltern häufig Gefangene nach Malfoy Manor gebracht hatten.

Harry staunte darüber nicht schlecht. Und aus jedem Wort Dracos konnte man schließen, dass er seine Eltern verachtete, dass er Voldemort verachtet hatte und das er niemals wahres Interesse an der dunklen Seite gehabt hatte.

"Ich dachte echt, du wärest einer der Anhänger Voldemorts, als wir noch zur Schule gingen.", sagte er und erntete hochgezogene Augenbrauen.

"Na ja,", er zuckte mit den Schultern, "ich habe wirklich geglaubt dein Ziel wäre es so schnell wie möglich Mitglied seiner Schergentruppe zu werden.", fügte der Schwarzhaarige noch hinzu.

Draco schüttelte den Kopf.

"Als ich jünger war vielleicht - mein Vater hat mich total verblendet. Aber sobald ich wusste, was wirklich vorging, hab ich meine Eltern nur noch gehasst."

Harry nickte. "Dann dürftest du ja froh über ihren momentanen Aufenthaltsort sein."

Draco lächelte leicht. "Kann man so sagen, ja."

Einen Augenblick herrschte angenehmes Schweigen und beide hingen ihren Gedanken nach.

Dann stellte Harry eine Frage, die ihn nun schon länger beschäftigte.

"Glaubst du, alles wäre anders gewesen zwischen uns, wenn ich damals deine Hand nicht ausgeschlagen hätte?"

Draco war überrascht und dachte einen Moment darüber nach.

"Vielleicht. Das mag seltsam klingen, aber du warst die erste Person, mit der ich mich bis zu diesem Zeitpunkt je anfreunden wollte und dann hast du abgelehnt."

Er grinste. "Das hat mir zugesetzt - als reiches, verwöhntes Balg kann man so was nicht so leicht wegstecken."

"Ach deshalb hast du mich von da an immer so von oben herab behandelt und meine Freunde auch.", stellte Harry fest und Draco bejahte dies.

"So ungefähr."

Harry lächelte nur, irgendwie konnte er Draco jetzt besser verstehen.

Draco gefiel dieses Lächeln, weil es so viel Verständnis ausdrückte und außerdem zeigte, was für ein netter Mensch Harry war.

Beinahe unbewusst rutschte er etwas näher an Harry heran und strich ihm einige Strähnen aus dem Gesicht. Der Schwarzhaarige erwiderte seinen Blick und Draco ließ seine Hand in Harrys Nacken wandern, um ihn näher zu ziehen.

Harrys Augenlider flatterten, dann schloss er seine Augen ganz und Draco legte seine Lippen auf die des anderen.

Kaum das sie sich so berührten schoss ein elektrisierendes Gefühl durch ihre Körper und Draco rutschte noch näher, während Harry seine Arme um den Hals des Blonden schlang um ihn an sich zu ziehen.

Beide hatten sich nach dieser Berührung gesehnt und als Dracos Zunge vorsichtig über Harrys Unterlippe strich, öffnete er sofort den Mund für einen intensiven, leidenschaftlichen Zungekuss.

Draco genoss die Laute des Wohlgefallens, die Harry machte, während er dessen Mund erforschte. Er lächelte kurz in den Kuss und küsste dann gierig wieder die weichen Lippen des Schwarzhaarigen. Seine Hände streichelten Harrys Arme, während dieser seinen Nacken kraulte. Es war berauschend.

Nach einigen Minuten lösten sie sich etwas außer Atem wieder und Harry blickte Draco mit eindeutig verschleiertem Blick an.

"Ich bin dir schon völlig verfallen, Draco.", gab er dann zu, was den Blonden zum Lächeln brachte.

"Ach ja? Gut so.", dann presste er seinen Mund wieder auf Harrys und das Spiel begann von neuem.

----------------------------------------------------

Ein paar Stunden später brach Harry auf.

Sie hatten noch ziemlich lange auf der Couch gesessen und sich geküsst. Danach hatten sie sich noch etwas unterhalten und Wein getrunken.

Der Schwarzhaarige hatte nun mehr und mehr das Gefühl, dass sie gut zusammen passten. Draco war nett, hatte Humor, sah - natürlich - gut aus und er war ein Meister im Küssen.

Beim Küssen hatte der ehemalige Gryffindor bisher noch nie so unterschiedliche, positive Gefühle gehabt, wie mit dem Blonden.

Draco begleitete Harry bis in die Eingangshalle und trat mit ihm nach draußen um sich zu verabschieden.

Im Gegensatz zu ihren vorherigen Verabredungen zog er Harry diesmal an sich und küsste ihn sanft zum Abschied. Harry schlang seine Arme um den Nacken des Blonden und erwiderte die Berührung ebenso sanft, bevor sie sich voneinander lösten.

Sie beide lächelten.

Dann sah Draco den Schwarzhaarigen mit einem bedauernden Blick an.

"Ich bin ab morgen ein paar Tage geschäftlich unterwegs. Ich schicke dir eine Eule, wenn ich zurück bin, damit wir uns sehen können, in Ordnung?"

Harry nickte.

"Stimmt ja, du hast ja immer noch einen Wahlkampf auszutragen."

"Ja genau. Was ist, bekomme ich deine Stimme?", wollte er dann grinsend wissen.

Harry lachte.

"Das werde ich mir noch überlegen. Mal sehen wie du mich überzeugen kannst."

Auch Draco lachte. "Gut, mir wird schon was einfallen."

Daraufhin küsste Harry ihn nocheinmal kurz auf die Lippen und murmelte ein "Bis dann.", bevor er apparierte.

Draco trat zurück ins Haus und lehnte sich einen Moment gegen die Tür. Es war ihnen eindeutig schwer gefallen sich heute zu trennen.

Er atmete tief durch.

"Was machst du nur mit mir Harry Potter?"

TBC


A/N: Ihr könnt euch denken, was ich jetzt von euch will, oder? Wie war´s? Kommis bitte! -gg-