Kommentar: Puh, ihr musstet etwas länger warten, das tut mir leid...Ein paar umfangreiche Referate haben mich gekonnt vom Schreiben abgelenkt (und tun es noch, weil noch welche anstehen). Aber hier ist das neue Kapitel! Noch länger wollte ich euch echt nicht warten lassen, wo ich doch immer so zahlreiches und positives Feedback bekomme - danke dafür!

Viel Spaß beim Lesen!


8. Kapitel

Erst zehn Tage, nachdem Draco den Trank fertig gestellt hatte, kam Blaise ihn abholen.

Harry war eigentlich nur zufällig in Malfoy Manor, weil er gerade versuchte Draco dazu zu bringen mal etwas häufiger zu ihm selber nach Hause zu kommen.

Blaise sah nicht gut aus. Sein Gesicht war blass und irgendwie eingefallen und er hatte dunkle Ränder unter den Augen, als habe er seit längerem nicht geschlafen.

"Hi, Blaise!", begrüßte Harry ihn freundlich, aber die Antwort des Langhaarigen fiel etwas weniger enthusiastisch aus. Er lächelte nur leicht und Harry konnte seine Antwort kaum verstehen.

Als Draco mit dem Trank kam, musterte auch er Blaise einen Moment.

"Du bist spät.", meinte er dann zu seinem Freund und Harry runzelte fragend die Stirn.

Blaise zuckte mit den Schultern.

"Ich habe es wohl vergessen."

Draco nickte und reichte ihm den Trank.

"Komm das nächste Mal etwas früher, okay?"

"Ich werde daran denken. Danke, Draco." Und schon war er appariert. Harry starrte ihm nach und sah dann den Blonden fragend an.

"Ist er ernsthaft krank?", fragte er besorgt.

Draco schüttelte den Kopf. "Nein, eigentlich nicht. Er hat sich den Trank nur zu spät abgeholt. Deshalb sah er so müde aus. Frag´ mich, wie er das vergessen konnte..."

Harry schwieg einen Moment. Er war nicht dumm. Draco verschwieg ihm irgendein wichtiges Detail. Außerdem hatte Blaise eben erschreckende Ähnlichkeit mit Remus Lupin während der Vollmondnächte gehabt.

Er dachte noch einen Moment darüber nach. Sicher war Blaise kein Werwolf, dass konnte er sich nicht vorstellen... Und so schlimm wäre das ja auch gar nicht, aber Blaise hatte wirklich schlecht ausgesehen.

"Machst du dir keine Sorgen?", fragte er den Blonden weiter.

Doch der schüttelte nur den Kopf. "Nein, warum sollte ich. Es ist ja nichts lebensbedrohliches."

Für Draco war das Thema scheinbar abgehakt, aber Harry dachte dennoch eine ganze Weile darüber nach.

Warum Blaise seinen Trank vergessen hatte, war leicht erklärt. Ron.Sie trafen sich nun regelmäßig und unternahmen hin und wieder etwas, wenn sie keine Lust hatten zu Hause zu bleiben. Blaise hatte soviel Spaß mit dem Rothaarigen, dass er einfach vergessen hatte, dass er dringend den Trank von Draco brauchte. Dann war es auf einmal zu spät gewesen...

Und es war auch nicht so leicht gewesen vor Ron geheim zu halten, dass er diesen Trank dringend brauchte. Er hatte behauptet überarbeitet zu sein und offenbar hatte der Rothaarige es ihm geglaubt.

Zwar hatte Blaise sich geschworen ehrlich zu Ron zu sein und ihm zu vertrauen, aber bei dieser Sache befielen ihn Zweifel, ob es gut wäre Ron wissen zu lassen, was mit ihm los war...

Gewissensbisse hatte er aber dennoch. Ron war so nett und er brachte ihn ständig zum Lachen - eigentlich hätte er sein vollstes Vertrauen verdient. Aber es war immer noch seltsam, sich auf jemand anderen einzulassen. Jemandem außer sich selbst zu vertrauen...

So saß Blaise bei sich zu Hause und grübelte vor sich hin. Später, als Ron vorbei kam - das erste Mal seitdem er gesagt hatte er brauche Ruhe, weil er überarbeitet sei - verflogen die nagenden Gedanken.

Sie küssten sich zur Begrüßung und der Kuss dauerte etwas länger, weil sie sich einige Tage nicht gesehen hatten. Als sie sich lösten lächelte Ron. "Und? Geht es dir wieder besser?"

Blaise nickte. "Ja, ich war einfach nur zu sehr gestresst."

Ron nickte, zufrieden mit dieser Antwort und Blaise konnte nicht wiederstehen und zog den Rothaarigen zu einem weiteren intensiven Kuss zu sich heran. Ron ließ sich das natürlich gerne gefallen und genoss Blaises Hände, die über seinen Rücken und seinen Bauch streichelten.

Schließlich landeten sie auf der Couch und küssten und streichelten sich eine ganze Weile, in der der Schwarzhaarige feststellte, wie schön es sein konnte nichts weiter zu tun, als zusammen zu sitzen und sich nahe zu sein. Ganz ohne miteinander im Bett zu landen...

Bisher war er davon ausgegangen so etwas sei furchtbar langweilig, aber offensichtlich belehrte Ron ihn gerade eines Besseren.

Trotzdem..., wie würde es sein mit Ron zu schlafen? Wer würde der dominantere sein? Denn eigentlich gab es bei ihnen - noch - keine festgelegten Rollen. Mal dominierte Ron und Blaise ließ sich einfach entspannt die Berührungen gefallen oder umgekehrt, so wie jetzt gerade. Meist hing von ihrer jeweiligen Stimmung ab, wer passiv war und wer aktiv.

Noch so etwas Neues. Blaise hätte vorher niemals zugelassen, dass er passiv blieb, aber bei Ron schien es selbstverständlich...

Die Frage, was Ron so anders machte, hatte er sich inzwischen schon unzählige Male gestellt ohne eine Antwort zu finden. Genaugenommen grübelte er ständig darüber nach. Rons Charakter? Aber es gab noch andere Menschen, die ihn zum Lachen bringen konnten. Oder, die nett waren. Gutaussehende Männer gab es auch haufenweise... Obwohl er ja fand, dass Ron eine ganz besondere Ausstrahlung hatte. Dennoch konnte er nicht genauer sagen, warum ausgerechnet Ron ihn so anzog und auch veränderte.

Da kamen so unendlich viele Dinge zusammen, die er gar nicht alle aufzählen konnte. Seltsamerweise mochte er sogar Rons Unordnung in dessen Wohnung, obwohl er bei sich zu Hause peinlich genau darauf achtete Ordnung zu halten. Aber Ron wäre nicht Ron, wenn er ordentlicher wäre.

Dann war da noch Rons Äußeres. Er achtete im Grunde kaum darauf was er trug und meistens waren es bequeme Sachen. Designermarken kannte er noch nicht mal. Blaise hingegen trug nur Designermarken und war sehr modebewusst. Normalerweise hätte ihn das vielleicht gestört, aber an Ron mochte er es.

Genau, wie er die Art mochte, wie Ron sich bewegte. Niemals hektisch, sondern immer entspannt. Und das übertrug sich sogar auf ihn selber, obwohl er hin und wieder dazu neigte in stressigen Situationen in Panik zu geraten.

All diese Dinge und noch mehr, mochte er an Ron. Und noch nie hatte er sich so gefühlt, dabei waren sie noch nicht einmal einen Monat zusammen.

Wie drückte man nur all diese Gefühle aus?

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Aus dem entspannten Abend, den Draco und Harry zusammen in Malfoy Manor verbringen wollten, war ein Streit entstanden, der auf Harrys Unzufriedenheit zurückzuführen war.

Es ärgerte den ehemaligen Gryffindor, dass er Draco gewissermaßen folgen musste, wie ein braves Hündchen. Immer waren sie in Malfoy Manor und Draco hatte immer ein Gegenargument parat, wenn Harry vorschlug ein Wochenende einmal bei ihm zu Hause zu verbringen.

Denn inzwischen, lebte er kaum noch dort und die arme Hedwig sah ihren Besitzer so selten, dass sie schmollte und sich weigerte einen Brief für Harry zu jemandem zu bringen. Selbst Unmengen von Eulenkeksen vermochten sie nicht umzustimmen und Harry musste zugeben, dass er mit der Situation auch unzufrieden war.

So war beim Abendessen bei Draco irgendwann das Gespräch darauf gekommen und es regte Harry unglaublich auf, dass Draco so gar nicht mit sich reden lassen wollte.

Er sagte nur immer wieder, dass er lieber im Manor blieb, weil dort Geschäftspartner besser empfangen werden konnten und er so immer erreichbar war. Da war Harry endgültig der Kragen geplatzt.

Egal was er sagte, er kam sich vor als rede er mit einer unendlich dicken Steinmauer, die einfach nicht nachgab.

"Harry, du wirst doch wohl einsehen, dass es so am besten ist.", meinte Draco nur.

"Außerdem hast du doch hier alles was du brauchst. Wieso beschwerst du dich? Bring Hedwig doch einfach mit hierher. Sie kann zu den anderen Eulen in meine Eulerei."

Harry schwieg. Dann stand er auf, schmiss seine Serviette auf den Tisch und ging schnellen Schrittes aus dem Raum. Sobald er den Eingangsbereich des Manors erreicht hatte, apparierte er. Denn vom Rest des Hauses aus konnte man nicht nach draußen apparieren. Nur innerhalb des Hauses.

Zu Hause angekommen, ignorierte er Hedwigs Gekreische und lief im Wohnzimmer, immer noch vor Wut kochend, auf und ab.

Warum sah Draco einfach nicht ein, dass ihm diese Sache wichtig war?

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Der Blonde saß unterdessen immer noch am gedeckten Tisch und starrte perplex auf den leeren Platz, an dem bis vor wenigen Sekunden noch Harry gesessen hatte. Offenbar war Harry richtig wütend...

Mist. Langsam stand er auf und signalisierte mit einem Winken den wartenden Hauselfen, dass sie abräumen konnten. Der Appetit war ihm gründlich vergangen.

Hätte Harry ihn weiter angeschrieen anstatt ihn anzuschweigen und mit diesem verletzten Ausdruck in den Augen anzusehen, hätte er das sicherlich besser ertragen können.

So aber, fühlte er sich schlecht. Sein Gewissen nagte an ihm. Und das mochte etwas heißen, denn ein Malfoy hatte normalerweise kein Gewissen...

Aber Harry bedeutete ihm etwas. Sie waren nun schon eine ganze Weile zusammen und er mochte den Schwarzhaarigen sehr.

Das war es ja auch. Er wollte nicht, dass Harry nach Hause ging, er wollte ihn immer um sich haben, wenn es irgendwie möglich war. Und zwar hier. In Malfoy Manor. Und es war wirklich besser, wenn er sich zu Hause aufhielt, damit man ihn erreichen konnte.

Natürlich hatte er das Harry so nicht gesagt. Solche Dinge gestand er sich nun mal nicht gerne ein. Und gab sie erst recht nicht anderen gegenüber zu.

Doch Harry hatte es verdient, dass er ihm die Wahrheit sagte.

Wenn nicht er, wer denn sonst?

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Harry hatte sich irgendwann in seinen Sessel fallen lassen und starrte nun in das knisternde Feuer des Kamins. Gedankenverloren sah er den Flamme dabei zu, wie sie höher und höher züngelten, bis ein Holzscheit in sich zusammenfiel.

So erschrak er fürchterlich, als hinter ihm plötzlich ein lautes Plop ertönte. Eigentlich war es auch nur deshalb so laut, weil es in der Wohnung so still war.

Erschrocken drehte er sich in Richtung des Geräuschs und seine Augen weiteten sich überrascht, als er Draco erkannte.

Der sah sich einen Moment um und trat dann ins Licht des Kaminfeuers.

"Du hast ja keinen einzigen Schutzzauber auf der Wohnung liegen.", bemerkte der Blonde um ein Gespräch anzufangen. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte.

Er war einfach grottenschlecht, wenn es darum ging solche Dinge, wie ihren Streit, zu klären...

Harry stand auf. Er mochte es nicht, wenn Draco so auf ihn hinunter blickte, selbst wenn sein Blick nicht hochnäsig oder herablassend war.

Dann zuckte er mit den Schultern.

"Mir ist es egal. Ein Schwarzmagier würde sie eh durchbrechen, also bringt es gar nichts einen Schutzzauber zu benutzen.", murmelte er gleichgültig und gab seiner Stimme einen gelangweilten Klang.

Trotzdem überraschte es ihn, dass Draco gekommen war...

Einen Moment herrschte Stille und Draco sah ein, dass es an ihm war etwas zu sagen.

"Hör zu", murmelte er, "ich weiß, dass das was ich gesagt habe dich verletzt hat."

Stille.

"Und es tut mir leid.", fügte er hinzu.

"Gut. Entschuldigung angenommen. Aber das eigentliche Problem ist damit noch lange nicht gelöst.", erwiderte Harry und verschränkte die Arme, während sein Blick herausfordernd auf Draco gerichtet war.

Draco haderte mit sich und zögerte, sodass Harry weitersprach.

"Ich habe einfach den Eindruck, dass du kein Interesse an meinem Leben hast, dass ich aber Interesse für dein Leben aufbringen muss, damit du zufrieden bist. Und ehrlich gesagt, vermittelt das ein wenig den Eindruck als interessiere ich dich auch nicht."

Innerlich geschockt, aber nach außen hin ruhig, verinnerlichte Draco, was Harry soeben gesagt hatte. Und das Schlimmste war - es stimmte.

Natürlich nicht die letzte Aussage, dass er kein Interesse an Harry selbst hatte. Aber, dass er sich wenig für Harrys Leben interessierte, stimmte leider. Er war es gewohnt, dass alles immer nach seinem Willen lief und, dass die Leute seinem Willen folgten. Er interessierte sich nur selten für andere. Deshalb war ihm wohl einfach nicht klar geworden, wie das auf Harry wirken musste.

Doch Harry redete noch weiter...

"Und ehrlich gesagt bin ich nur deshalb so verletzlich dir gegenüber, weil...", er stockte und Draco musterte ihn fragend. "Weil?"

Harry schwieg noch einen kurzen Moment, dann...

"Es verletzt mich, weil ich dich liebe Draco.", sagte er schließlich und biss sich dann auf die Zunge.

Oh nein. Jetzt war es raus. Und er kam sich plötzlich noch angreifbarer vor, als zuvor.

Dracos Augen weiteten sich in Unglaube. Das...

Noch niemals hatte jemand diese Worte zu ihm gesagt. Und sie auch ehrlich gemeint. Aber es stand außer Frage, dass Harry unehrlich war.

"Harry..."

Doch der Schwarzhaarige wich nun seinem Blick aus und fixierte stattdessen irgendeinen Punkt auf dem Teppich.

Draco wollte jetzt nichts sehnlicher, als Harry in den Arm nehmen, ihn zu küssen und... Aber das musste warten, er musste erst noch erklären, was mit ihm los war.

"Harry...ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt, als es darum ging, warum ich will, dass wir uns auf Malfoy Manor treffen."

Überrascht sah Harry ihn an. "Was?"

"Ja, eigentlich möchte ich, dass du immer in meiner Nähe bist, selbst dann, wenn ich Geschäftliches erledigen muss. Und das geht nun mal am besten, wenn du auf Malfoy Manor bist."

"Aber Draco...", wollte Harry zu einer Erwiderung ansetzen, doch der Blonde , unterbrach ihn, bevor er den Mut verlor.

"Zieh zu mir Harry. Bitte."

Und Harry klappte buchstäblich die Kinnlade herunter.

"Was?", hauchte er dann, als er sich einigermaßen gesammelt hatte.

"Ich möchte, dass du zu mir ziehst. Ich will dich in meiner Nähe haben. Und ohne dich ist das Haus inzwischen so einsam...", murmelte Draco und wirkte dabei recht verlegen.

Kein Wunder. Solche Worte von Draco Malfoy. Bis vor einigen Monaten hätte Harry noch geglaubt, dies sei ganz sicher ein Scherz, aber nun war er vollkommen sicher, dass Draco es ernst meinte.

"Draco, ich..."

Doch der sprach nun eilig weiter, bevor ihn doch noch der Mut verlies.

"Und was du eben gesagt hast...", fing er an und trat ein paar Schritte näher.

"Das du mich liebst und deshalb so verletzlich bist..."

Harry nickte. "Ja?"

"Eigentlich möchte ich dich jetzt nur noch in den Arm nehmen und küssen."

Harry wurde weich. Er schüttelte den Kopf und lächelte dann.

"Draco, du bist einfach unmöglich."

Dann machte er die letzten Schritte auf den Blonden zu und ließ sich in den Arm nehmen. Fast sofort schlangen sich Dracos Arme besitzergreifend um ihn und die weichen Lippen des Blonden pressten sich sehnsüchtig gegen seine.

Harry seufzte und erwiderte den Kuss. Er genoss, dass der Kuss sanft blieb und nicht leidenschaftlicher wurde. Als sie sich voneinander lösten, waren beide außer Atem.

Harry war glücklich, aber etwas brannte ihm noch auf der Seele...

"Draco... Bekomme ich eigentlich eine Antwort?", fragte er und lächelte schelmisch.

Die Augenbrauen seines Gegenübers flogen nach oben, dann raste Dracos Blick ruhelos hin und her.

"Also... Ich mag dich wirklich sehr, sehr gerne Harry. Ich..."

Doch Harry legte ihm einen Finger auf die Lippen und brachte ihn so zum Schweigen.

"Schon gut. Küss mich einfach noch mal."

Harry wusste, dass Draco einfach noch etwas brauchte, bis er ihm die Antwort geben konnte, die er sich wünschte. Aber er würde gerne warten...

TBC


A/N: Findet ihr Draco ist zu OCC? Ich hoffe nicht. Völlig kalt möchte ich ihn nämlich auch nicht darstellen... Na, ich hoffe ihr mochtet das Kapitel. Bis zum nächsten Teil!