Warnungen: fluffig, lime, lemon
Disclaimer: Wie immer halt, ne? Mir gehört nur die Idee zur Story...
Kommentar: So, da ich im Moment frei habe (und noch dazu ein furchtbar schlechtes Gewissen wegen der langen Wartezeiten, denen ich euch aussetze), habe ich fleißig weiter geschrieben - Viel Spaß!
11. Kapitel
Als Ron am Abend seine Wohnung betrat sah er sich stirnrunzelnd um. Mittags hatte er Blaise eine Eule geschickt und ihn gebeten am Abend zu ihm zu kommen, weshalb er gerade dabei war zu überlegen, ob er noch aufräumen sollte.
Wenn er wusste, dass Blaise zu ihm kam, hatte er das dringende Bedürfnis aufzuräumen, obwohl sein Freund nie gesagt hatte, dass ihn seine Unordnung störte. Meist änderte sich allerdings nicht viel an seinem persönlichen Chaos, da er einfach die Sachen hin und her schob, sodass es später eben in einer anderen Ecke unordentlich war...
Diesmal kam er zu dem Schluss, dass es definitiv Zeitverschwendung wäre und überlegte stattdessen, was er kochen sollte. Er konnte zwar keine 5-Gänge-Menüs zaubern wie Blaise, aber ein paar Grundzüge des Kochens mit Hilfe von Magie beherrschte er dennoch.
Während er mit einem beiläufigen Schwenker des Zauberstabes dafür sorgte, dass sich Geschirr und Besteck ordentlich auf dem Tisch arrangierten, beäugte er seine Vorräte und überlegte, was sich daraus machen ließe.
Nachdem er seine Entscheidung getroffen hatte, überließ er einem Messer das Gemüse und verschwand im Schlafzimmer, um sich ein anderes Hemd herauszusuchen. In Gedanken war er inzwischen schon wieder bei dem bevorstehenden Gespräch.
Wie sollte er das ganze bloß anfangen? Solche Dinge kamen ihm einfach nicht leicht über die Lippen und er wusste es wäre besser alles vernünftig zu formulieren, als dümmlich daherzuplappern.
Er verstand Blaise einfach nicht. Jeder wusste doch, dass Blaise schon mit einem guten Drittel der männlichen Zaubererschaft im Bett gewesen war und langsam fing er an diese Kerle zu beneiden...was ziemlich armselig war.
Wenn sie gemeinsam unterwegs waren kam es häufig vor, dass sie den ein oder anderen Exliebhaber von Blaise trafen, was diesem nichts auszumachen schien.
Ihm selber jedoch war es unangenehm, denn oftmals handelte es sich dabei auch um Leute, die er noch von Hogwarts kannte und jedes Mal, wenn Blaise ihn als seinen Freund vorstellte, warfen diese Typen ihm neidische Blicke zu ohne zu ahnen, dass sie bereits in den Genuss von etwas gekommen waren, was ihm bisher verwehrt worden war.
Wenn es irgendwo auf der Welt einen Mann gab, der in seiner Situation nicht verrückt und von Fantasien geplagt wurde, dann wollte er ihn gerne kennen lernen und ihm seine Bewunderung aussprechen.
In Malfoy Manor las Harry zur selben Zeit Dumbledores Antwortschreiben. Er war nicht überrascht kein Wort der Missbilligung wegen seiner Beziehung zu Draco zu lesen und erfreut, als Dumbledore versicherte es sei kein Problem wenn er nur zum Unterrichten in Hogwarts war und sonst außerhalb wohnte.
Viele Lehrer bevorzugten es einfach dort zu wohnen, weil es bequemer war, aber es sprach nichts dagegen, wenn er hin und wieder zurück apparierte - schließlich würde er nicht die Verantwortung eines Hauslehrers zu tragen haben.
Erfreut und auch erleichtert machte er sich auf den Weg zu ihren Privatzimmern, um Dumbledore seine endgültige Zusage zu schicken und um genauere Informationen zu bitten was den Unterrichtsstoff betraf.
Er mochte es durch die langen Flure des Manors zu laufen und dabei Generationen von Dracos Vorfahren in ihren Bilderrahmen zu sehen. Immer wieder entdeckte er neue Gesichter, da nicht immer alle in ihren Portraits verweilten.
Ganz besonders mochte er Dracos Urgroßmutter, deren leidenschaftliche Verachtung für Muggel und Muggelfreunde ihn immer wieder amüsierte. Das er Harry Potter war, regte sie besonders auf und so hallte ihr Gezeter ihm häufig hinterher, während er den Flur entlangging.
Dabei sprühten die blauen Augen ihres Portraits geradezu Funken und ihr ungewöhnlich krauses Haar für eine Malfoy stand wirr in alle Richtungen. Selbst Draco nannte sie einen Drachen und die Beschreibung traf es ziemlich gut auf den Punkt.
Später, als er den Brief beendet hatte, stand er hungrig auf und schickte Hedwig zu Dumbledore, damit sie etwas Bewegung hatte. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es bereits spät war und zeigte gleichzeitig an, dass Draco noch nicht zurück war - sein Zeiger stand noch immer auf Arbeit.
Seufzend machte er sich auf den Weg und bat eine Hauselfe das Essen zu machen.
Es fiel ihm schwer sich daran zu gewöhnen, dass Draco häufig so spät zurück kam und dass es immer völlig unterschiedliche Zeiten waren.
Natürlich machte er dem Blonden keine Vorwürfe deswegen. Es war sein Beruf und der Minister war nun mal ein gefragter Mann, der für vieles zuständig war.
Als Harry gerade zur Hälfte seine Mahlzeit beendet hatte, erschien Draco und warf auf den Hauselfen Umhang und Aktentasche zu, während einige andere eilig verschwanden um auch für ihn Essen aufzutragen.
Draco sah müde aus, lächelte aber als er Harry einen Begrüßungskuss gab und setzte sich zu ihm. Harry wartete bis auch Draco das Essen vor sich stehen hatte und setzte dann seine Mahlzeit fort.
"War viel los?", fragte er dann.
Draco, der gerade sein Hühnchen hungrig verschlang, sah auf und nickte. Als er den Bissen geschluckt hatte, nahm er einen Schluck Wein und erklärte.
"Irgendeine alte Hexe bekommt den Prozess gemacht, weil sie in ihrem Garten magische Kreaturen gehalten hat. Du glaubst gar nicht wie viele Probleme die macht - einige Kreaturen sind hierzulande nicht mal bekannt, weshalb wir extra andere Länder um Hilfe bitten mussten, damit die Tiere in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückkönnen - was da los war. Ich weiß schon gar nicht mehr mit wie vielen Leuten ich deshalb sprechen musste..."
Harry lachte leise. "Klingt nach einem ereignisreichen Tag."
"Kann man wohl sagen.", murrte Draco, aber Harry wusste, dass er seinen Job liebte und dass es ihm Spaß machte mit all diesen Leuten zu verhandeln.
"Bei mir war nichts los. Papierkram eben. Aber ich habe die Antwort von Dumbledore - es ist kein Problem, wenn ich außerhalb Hogwarts wohne."
Draco nickte und Harry sah ihm die Erleichterung an, aber er sagte nichts.
Harry grinste.
"Gib schon zu wie froh du darüber bist! Na?"
Draco sah ihn aus den Augenwinkeln an, während er heißhungrig weiteraß, sparte sich aber jeden Kommentar, sodass Harry lachen musste.
Niemand würde ihm glauben, dass der hiesige Zaubereiminister abends bei Tisch sein Essen derart rapide verschlang und das ganz ohne auf Manieren zu achten. Selbst Ron hatte er noch nie so schnell essen sehen.
Draco grummelte, nachdem er mit Wein nachgespült hatte.
"Lach nicht, ich sterbe vor Hunger - hatte nicht mal Zeit für eine richtige Mittagspause."
Das brachte Harry zum Lächeln und sein verliebter Blick hatte eine derart entwaffnende Wirkung, dass Draco einen Moment lang vergaß, dass er noch Hunger hatte.
Sein schlechtes Gewissen war sein ständiger Begleiter und wurde immer aufdringlicher. Es kam mittlerweile sehr häufig vor, dass er in alltäglichen Situationen wie gerade daran dachte, wie sehr er Harry brauchte und wie sehr er ihn liebte.
Trotzdem hatte er nach wie vor ein Problem damit es auszusprechen. Es fiel ihm schwer mit seinen Gefühlen offen umzugehen - sehr schwer. Selbst in seinem Beruf war es wichtig, wenn man seine wahren Beweggründe und Gefühle verbergen konnte und auf diesem Gebiet war er ein wahrer Meister.
Um es auf den Punkt zu bringen, es war ihm so sehr ins Blut übergegangen, dass er gar nicht mehr wusste, wie man anderen seine Gefühle mitteilte. Natürlich konnte er Gesten sprechen lassen, aber wem wäre das auf Dauer genug?
Harry war sehr geduldig, aber würde diese Geduld nicht auch irgendwann erschöpft sein? Er wollte Harry nicht verlieren. Malfoy Manor ohne Harry Potter war für ihn inzwischen unvorstellbar und da waren noch so viele Dinge, die sich mit Harrys Einzug verändert hatten. Positive Dinge.
Er konnte besser schlafen und kam leichter zur Ruhe, seit immer jemand neben ihm schlief. Er war fröhlicher, wenn er morgens aufstand, weil er es nicht alleine tun musste. Selbst die Mahlzeiten waren angenehmer, wenn man nicht alleine in diesem furchtbar riesigen Saal saß...
Ohne zu antworten lächelte er zurück und Harry griff nach seiner Hand und streichelte sie. So saßen sie eine Weile da und blickten sich tief in die Augen, sodass Dracos Sorgen bald vergessen waren.
Ron erschrak beinahe zu Tode, als Blaise in seine Küche apparierte und von hinten die Arme um ihn schlang.
Blaise lachte und küsste Rons Nacken, bevor er ihn wieder losließ, sodass sie einander richtig begrüßen konnten. Sie küssten sich innig, aber Ron war etwas abwesend, weil er in Gedanken bereits wieder bei dem bevorstehenden Gespräch war.
Blaise, dem der mangelnde Enthusiasmus seines Freundes natürlich auffiel, trat einen Schritt zurück und musterte Ron mit gerunzelter Stirn.
"Ist alles in Ordnung?", fragte er überrascht nach und Ron konnte nur nicken.
Er wollte erst noch gemütlich essen, bevor er mit seinem Anliegen die fröhliche Stimmung ruinierte.
"Sicher, Essen ist fertig, du kannst dich schon setzten."
Blaise beobachtete von seinem Platz aus wie Ron das Essen auf den Tellern verteilte. Er wusste, dass Ron etwas beschäftigte. Das war schon in seinem Brief durchgeklungen, aber offenbar war Ron noch nicht bereit darüber zu reden.
Das Essen verlief zum größten Teil schweigend - soviel zum Thema gemütlich. Blaise versuchte zwar eine Unterhaltung in Gang zu bringen, aber Ron war einfach zu abgelenkt um sich darauf zu konzentrieren.
Nachdem sie fertig waren, wechselten sie ins Wohnzimmer und setzten sich gegenüber, was Blaise überraschte. Es war seltsam, dass Ron heute so sehr auf Distanz bedacht war.
"Willst du mir nicht endlich sagen, was dich so beschäftigt?", fragte er leise.
Ron nickte. "Ja, ...schon."
Ron suchte einen vernünftigen Anfang, der nicht wie ein Vorwurf klang, aber er fand keinen. So platzte er einfach damit hinaus.
"Blaise, wir führen keine richtige Beziehung!"
Einen Moment stand dieser Satz im Raum und es herrschte Schweigen, ehe Blaise zu einer Antwort ansetzte.
"Wie meinst du das?"
Ron seufzte. Dann fing er einfach an zu reden.
"Hast du schon mal von einem Pärchen gehört, dass nach fast vier Monaten noch nicht miteinander im Bett war? Du weichst mir ständig aus. Und dann immer diese Exlover von dir... Mit all denen hast du geschlafen - warum hast du bei mir Hemmungen, verdammt?!"
Stille.
Ron wartete. Es kam ihm wie Ewigkeiten vor, doch er erhielt keine Antwort.
"Blaise?", fragte er schließlich nach.
Blaise wusste, er musste etwas sagen, aber... Wie sollte er Ron erklären, was los war? Unsicher spielte er mit einer Strähne seines Haares und mied Rons Blick.
Ron lehnte sich zurück und wartete. Als nach einigen weiteren endlosen Minuten immer noch keine Antwort kam, seufzte er wieder.
"Weißt du Blaise? Wenn du mir darauf nicht einmal eine Antwort geben kannst, dann sollten wir vielleicht nicht zusammen sein. Ich wüsste nicht, was ich noch machen soll. Ich habe dir gesagt, dass ich es ernst mit dir meine, ich akzeptiere dich als Werwolf und ich habe mir Mühe gegeben geduldig zu sein..."
"Ich weiß es ist irgendwie albern, wegen Sex an eine Trennung zu denken, aber wenn mir jemand so viel bedeutet wie du, dann ist es ganz natürlich, dass ich auch mit dir schlafen will. Und wir wissen ja nun beide, dass du auf diesem Gebiet ziemlich bewandert bist..."
Blaise nickte. Das wusste er.
Es verletzte Ron, dass Blaise nichts sagte - der Schwarzhaarige wusste es zwar nicht, aber er liebte ihn und er fühlte sich abgewiesen. Er fuhr sich kurz mit der Hand durchs Haar, ehe er weitersprach. Es fiel ihm schwer das zu sagen und er hatte nicht damit gerechnet, dass es soweit kommen würde - er hatte erwartet ganz sicher eine Erklärung zu bekommen.
"Es ist dir egal? Dann sehe ich wirklich keinen Sinn mehr darin noch zusammen zu sein."
Blaise zuckte zusammen und sein Kopf fuhr hoch.
"Es ist mir nicht egal!", rief er verzweifelt.
"Aha.", war alles was Ron dazu sagte. Er hatte Blaise genügend Ansatzpunkte gegeben. Wenn er keine Trennung wollte, dann würde er ihm alles erklären müssen.
Blaise Gedanken rasten. Genau so etwas hatte ihn dazu gebracht niemals zuzulassen, dass es mit einer Affäre ernster wurde. Er wollte keine Trennung! Ron war witzig, er war lieb, er war...einfach alles!
"Ron, ich liebe dich!"
Das kam überraschend - auch für Blaise. Er hatte sich immer vorgestellt, es wäre schwer es auszusprechen, doch es war ihm ganz leicht von den Lippen gekommen.
Blaise suchte Rons Blick. "Ich liebe dich.", wiederholte er leise. "Aber ich habe das Gefühl deine Zuneigung nicht verdient zu haben. Und deshalb...", er stockte.
Ron, noch immer ein wenig beflügelt und hoffnungsvoll wegen des überraschenden Liebesgeständnisses, sah Blaise aufmunternd an.
"Und deshalb...?"
Blaise holte tief Luft.
"Und deshalb kann ich mich einfach nicht richtig auf dich einlassen - so gerne ich es auch möchte. Es käme mir unfair vor dir gegenüber."
"Ich habe dir doch schon gesagt, dass es mir völlig egal ist, wer von uns welchen Part übernimmt."
"Das ist es nicht! Mir ist es auch egal, aber es kommt mir falsch vor, weil ich immer das Gefühl habe dich nicht verdient zu haben. Sieh mich doch an! Halb Hogwarts war zu unserer Schulzeit mit mir im Bett und danach war es auch nicht anders."
"Das macht mir nichts aus Blaise. Sonst hätte ich mich gar nicht erst auf dich eingelassen, schließlich wusste ich das schon vorher. Was mich stört und auch ärgert ist, dass all diese Typen etwas von dir bekommen haben, was ich nicht von dir bekomme."
So, jetzt war es raus. Er wusste warum er solche Gespräche hasste. Sie waren unglaublich anstrengend und nervenaufreibend.
Blaise schien ein wenig perplex und blickte Ron verwundert an. Jetzt wo Ron es sagte, machte es Sinn. Ihm war nie bewusst gewesen, dass er dem einzigen Mensch, der ihm wirklich etwas bedeutete etwas verwehrte, was...nun ja, was andere bekommen hatten, für die er rein gar nichts empfunden hatte.
Entsetzt über diese Erkenntnis ließ er den Kopf hängen und blickte auf seine Hände. Er hörte wie Ron aufstand und sich neben ihn setzte.
"Es tut mir leid, Ron. Es tut mir so leid. Ich habe das nie realisiert..."
Ron legte sanft einen Arm um ihn und zog ihn zu sich.
"Schon gut. Nach dem Liebesgeständnis konnte ich eh nicht mehr wütend sein."
Blaise lachte erstickt und drehte sich ein wenig. Dann warf er sich erleichtert in Rons Arme, sodass sie nach hinten auf die Couch fielen.
Ron hielt ihn fest und atmete innerlich erleichtert auf.
Oh man! Sein Herz hatte bereits leichte Risse bekommen bei der Vorstellung das sie sich trennen würden. Sanft und beruhigend streichelte er den Rücken seines Freundes. Blaise weinte zwar nicht, aber die Art und Weise wie er sich an ihn klammerte hatte etwas so verzweifeltes, dass Ron gar nicht anders konnte.
Das war zum Glück noch mal gut gegangen und er hoffte, dass es eine Weile dauern würde, bis sie etwas Ähnliches noch einmal durchmachen mussten.
TBC
A/N: Tadaa! Fertig! Hehe... Glaubt mir, ich habe vorher auch nicht damit gerechnet, dass Ron tatsächlich eine Trennung ansprechen würde - es ist einfach passiert, aber natürlich noch mal gutgegangen. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen - im nächsten Kapitel dürft ihr dann lesen, wie Draco an seinem Geständnis arbeitet und wie sich die Beziehung von Blaise und Ron jetzt entwickelt :)
