ACHTUNG ADULT!

8. Vorahnungen...

Gelangweilt starrte er durch die durchsichtigen Scheiben hinaus in die sommerliche Natur. Die Blätter rauschten fröhlich im Takt des wärmenden Windes, während die Vögel sanft und zwitschernd dazu eine Melodie sangen. Hell schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel herab und durchdrängte jede Stelle, jeden Platz, wo die Dunkelheit ihre Wurzeln schlug.
Doch der junge Mann in der schwarzen Kleidung registrierte die Schönheit dieser Welt nicht. Zu sehr hielten ihn seine Gedanken gefangen, die nicht alle gut waren.
Immer wieder sah er diese wunderschöne Frau vor seinem inneren Auge, die weise Ewigkeit in ihrer großen Vielfalt, die pure Geborgenheit. Immer wieder stellte er sich die Frage, wer sie war. Er sollte sie suchen und finden, aber wo?
Der Schwarzhaarige seufzte und drehte sich vom Fenster weg. Sein Blick fiel auf seine halbgepackten Koffer, die darauf warteten, gefüllt und geschlossen zu werden. Nur widerwillig stampfte er zum Bett, worauf die Taschen lagen und verstaute dann mit sichtlichem Unmut seine neu gekauften Klamotten eher schlampig.

Morgen ging es schon wieder nach Hogwarts. Eigentlich seine wirkliche Heimat, doch seit er hier auf Malfoy Manor war, hatte sich diese Einstellung geändert. Wieso und weshalb wusste er selbst nicht so recht, doch er spürte eine Gefahr, eine Bedrohung, die sich seinem Verständnis entzog. Allerdings hatte der Gryffindor keine Ahnung, ob er sich auf dieses Gefühl verlassen konnte. Einfach auf sich zukommen lassen, dachte er und legte seine Bücher durcheinander in den Koffer. Mit gerunzelter Stirn betrachtete er sein Werk und zuckte dann mit den Schultern. Schnell schloss er die Taschen und stellte sie neben der Tür, an der es plötzlich klopfte.
"Wer ist das denn schon wieder?", murmelte der Junge und versuchte das Klopfen zu ignorieren. Doch die Person auf der anderen Seite des Holzes schien hartnäckig zu sein.
"Schon verstanden, ich habe gern Gäste.", knurrte er und öffnete dann die Tür, sehr zu der Überraschung von Tom, der die Hand zum nächsten Schlag erhoben hatte. Verdutzt sah er seinen Sohn an, der die Miene verzog.

"Gut, das sie kommen, dann können sie ja meine Koffer hinunter tragen.", säuselte Harry grinsend und machte dann für seinen Vater Platz zum Eintreten.
"Lass deine Späße.", stöhnte Tom und schaute sich im Zimmer um. "Sind wir allein?"

"Wie kommst du darauf? Habe alle meine Liebhaber unterm Bett versteckt.", antwortete Harry mit rollenden Augen und schmiss sich auf sein Bett. Sein Vater runzelte nur die Stirn und setzte sich auf einen Sessel.

"Wie ich sehe, hast du fertig gepackt?", fragte er und zeigte auf die Koffer.

"Wie du siehst.", meinte der Gryffindor und legte sich auf den Bauch. Sein Kinn legte er auf seine Handaußenflächen und musterte Tom, der sich unwirsch eine braune Haarsträhne aus dem Gesicht wischte.

"Freust du dich auf Hogwarts?"

"Dad, was soll das?" ,überging Harry die Frage und zog kritisch eine Augenbraue hoch. "Ich glaube nicht, dass dich das interessiert."
Tom schwieg eine Weile und lächelte dann anerkennend. "Bin ich so leicht zu durchschauen?"

"Du ahnst gar nicht, wie sehr.", kicherte plötzlich der Junge und sprang vom Bett auf.

Grinsend setzte er sich bei seinem Vater auf den Schoß und kuschelte sich an dessen starke Brust. Genießerisch senkte er die Lider. "Du riechst gut, Dad.", nuschelte Harry und schlang seine Arme um den Nacken des Mannes. Dieser erstarrte erstaunt und fassungslos.
Seit Harrys vollständiger Umwandlung zum Mischlingsvampir hatte der Junge ihn nicht mehr umarmt und sonst eine Berührung zugelassen und soweit Tom wusste, wurde auch Draco dauernd abgeblitzt. "Junge, es ist ernst."
Der Schwarzhaarige grummelte und hob den Kopf, um in Voldemorts strahlendblaue Augen zu schauen. Harry fand diese Farbe schöner, als das Rot, denn die erinnerte ihn immer daran, wie sehr sich doch Vater und Sohn einst gehasst hatten.
"Was gedenkst du in Hogwarts zu tun?"
"Was ich tue? Ist ja wohl klar, meinen Abschluss. Was sonst?"
"Du verstehst nicht. Wie wirst du dich verhalten? Du darfst nicht vergessen, wer und was du bist?"

"Oh, ach so." Nachdenklich knabberte Harry an seinen Fingernägeln. Lachte aber dann verstehend. "Brauchst keinen Schiss haben, Dad, ich werde niemanden verraten, dass ich dein Sohn und ein Vampir bin. Selbst meinen sogenannten Freunden nicht." Plötzlich stieg Wut in ihm hoch. Der Gryffindor ballte seine Hände zu Fäusten und biss die Lippen zusammen. "Mit denen habe ich nichts mehr zu tun. Man schickt mir noch nicht mal Post zum Geburtstag. Die einzige Karte kam von den Weasleyzwillingen.", schnaubte Harry und stand auf. Langsam ging er im Raum hin und her, um sich zu beruhigen.
"Es tut mir leid, Harry."
"Ach quatsch, schon vergessen.", strahlte der Junge schon und hüpfte durch das Zimmer.
Tom konnte nur mit dem Kopf schütteln. Dieses Kind hatte eine sehr gut veranlagte Begabung, Menschen in den Wahnsinn zu treiben. Nur schwer hielt er sein Auge davon ab zu zucken.

"Harry, wir müssen dein Aussehen verändern. Zumindest deine Augen und Haare."
Erschrocken drehte sich sein Sohn zu ihm. "Aber nicht die roten Strähnen, die bleiben. Bitte.", quengelte der Schwarzhaarige mit flehenden Augen. Tom gab sich geschlagen. Er konnte diesem Jungen einfach nichts verwehren.
"Von mir aus, aber die Augen. Also komm her."

Harry trabte ergeben zu seinem Vater und kniete sich vor ihm hin. Eine Hand wurde auf seine blauen Seen gedrückt, aus der nach ein paar Sekunden kleine grüne Blitze zuckten. Dann war es vorbei.
"Dann wäre das erledigt.", sagte Tom und wandte sich der Tür zu. "Und ich sag es dir jetzt schon mal. Stelle nichts in Hogwarts an, niemand darf erfahren, wer hinter ,Harry Potter' steckt. Haben wir uns verstanden?"
Harry zeigte ich dem aufgestellten Daumen, während er ein Auge zu kniff. "Glasklar.", strahlte der Junge unschuldig und winkte seinen Vater freudig hinterher. Dieser verließ das Zimmer kopfschüttelnd.
Als er wieder alleine war, sah er zur Decke, an der eine grinsende Fledermaus hing. "Hoho, der frischgebackene Daddy macht sich Sorgen um sein kleines liebes Söhnchen."

"Fly, du nervst."

"Ich weiß und deshalb liebst du mich.", keifte das geflügelte Wesen und setzte sich auf Harrys Schulter.

"Na, lieben würde ich es nicht bezeichnen."

"Aber fast... oder?", schmollte plötzlich Fly und rubbelte ihren Kopf an der Wange des Gryffindors.

"Natürlich.", presste der Junge hervor und piekste der Fledermaus in den kleinen Bauch. "Und jetzt hör auf dich an meine Wange zu schmiegen."

"Wieso denn, wäre es dir lieber es würde dieser Tölpel von Blondie machen? Ich schaue gerne wieder zu.", gackerte Fly.

"Nein, danke... und wenn, würdest du bestimmt nicht zugucken.", schnauzte Harry zurück und wollte sich gerade auf das Bett setzen, als es erneut an seiner Tür klopfte. "Was ist das hier? Tag der offenen Tür?" Genervt stiefelte der Gryffindor zum Zimmereingang und riss ruckartig die Türe auf. "Was?", meckerte er und sah sich dann einen blonden Jungen gegenüber.

"Malfoy.", stellte er erstaunt fest, ließ aber seinen ,erwünschten' Gast nicht rein.

"Potter.", sprach Draco kalt und musterte sogleich die Fledermaus. "Du, verschwinde.", verlangte er von ihr und zeigte mit dem Finger über seine Schulter.

"Warum?", fragte nun Fly, die den Kopf zur Seite neigte.

"Weil ich etwas mit Potter besprechen muss." "Oh ja natürlich. Kann mir denken, wie dieses ,Gespräch' aussehen wird.", quietschte die Fledermaus und konnte sich kaum auf der Schulter halten.
Harry schnappte nach dem geflügelten Wesen. "Hey, was-"

"Du hast ihn gehört. Verschwinde.", befahl jetzt der Gryffindor, versank aber weiter in den grauen Sturmböen seines Gegenübers.

"Pah. Ok, aber dann sagst du kleiner Tölpel mir, wo ich Blondie in Großformat finde." "Arbeitszimmer.", war das einzige was Draco dazu sagte, während Harry Fly losließ. Diese machte sich auch sofort hocherfreut auf den Weg. "Ja! Tölpel ärgern.", konnte man nur noch vernehmen, als sie auch schon um die nächste Ecke bog.

"Potter, ich-" Harry ließ Draco keine Zeit zum Ausreden, denn er zog ihn in sein Zimmer und drückte ihn an die verschlossene Tür.

"Halt die Klappe.", flüsterte Harry energisch und presste dann brutal seine Lippen auf Dracos Mund, der trotz dieser harten Behandlung aufstöhnen musste. Als auch noch die fordernden Hände von dem Gryffindor dazukamen, die seine Brust streichelten, pfiff er auf seine Selbstbeherrschung und verdrängte den eigentlichen Grund seines Besuches.
Sofort schob Draco das T-Shirt nach oben und zog es über den Kopf des anderen. Auch Harry befreite ihn von diesem lästigen Kleidungsstück und machte sich sofort an die Aufgabe, die Hose zu öffnen. Das ließ Draco fies grinsen.

"Da hat es jemand aber eilig.", hauchte er in das Ohr des Gryffindor und schmunzelte.

"Oh, passt das dir nicht?", fragte Harry und lächelte überlegen. "Dann kann ich ja aufhören."

Bei den Worten fuhr er noch sanft über die durch die Hose sichtbare Erregung und entfernte sich von Draco, der ihn erschrocken wieder an sich zog. "Das wagst du nicht.", warnte der Slytherin, der sich ziemlich verarscht vorkam.

"Gefällt es dir etwa?" Draco wusste, dass Harry mit ihm spielte, aber warum nicht. Schließlich wollte er ja keine Verpflichtungen und Liebe, sondern nur Lust und Spaß. "Verdammt ja und jetzt mach weiter." Das brauchte er kein zweites Mal sagen und der Gryffindor küsste Draco, dieses Mal etwas sanfter auf die rosigen Lippen. Seine Zunge fand zielsicher einen Weg in seine Höhle, die er erneut erforschte. Dann löste er sich wieder und ging vor dem geröteten Malfoyspross auf die Knie, wobei er die Hose mit herunterzog. Zärtlich streichelte er über die Erektion und befreite sie schließlich vom letzten Stück Stoff. Erschrocken blickte Draco nach unten und wurde von zwei smaragdgrünen Augen gebannt.

"Deine Augen! Sie sind ja wieder grün!", stotterte er und seufzte unabsichtlich auf. Harry grinste und nahm dann das beste Stück seines Gegenübers in die Hand und begann es zu massieren. Sein Mund begann die Leiste und den Unterleib zu verwöhnen, wodurch er dem Blonden Keucher entlockte. Das animierte Harry zu schnelleren Bewegungen. Diese Behandlung raubte Draco schier den Verstand und bemerkte gar nicht, dass seine Beine nachgaben. Der Gryffindor registrierte dies frühzeitig und hielt den Slytherin nun mit beiden Händen aufrecht. Leider musste er dabei Dracos Erregung vernachlässigen, was ihm von diesem ein Zischen einbrachte. Doch Harry wusste sich zu helfen und benutze seine Zunge zur weiteren Stimulation. Immer rascher fuhr seine Zunge die Länge auf und ab. Die ersten Tröpfchen bildeten sich und warnten den knienden Jungen vor den baldigen Ausbruch des Blonden. Noch einmal leckte er genüsslich über die Spitze, als sich dann seine Lippen um die Erektion schlossen. Ein Schrei drang an Harrys Ohren, bevor sich der Slytherin mit einem erleichterten Seufzer ergoss.

Harry leckte sich genießerisch über die Lippen und sah dann nach oben. Und was sich ihm zeigte war sprichwörtlich göttlich. Zwei halbgeschlossene graue Augen, kirschfarbene Lippen und eine blasse Haut, die in einem blassrosa schimmerte. Dracos Mund war etwas geöffnet, einladend zum Küssen.

Harry kam diesem nichtgeäußerten Wunsch gerne nach. Leicht knabberte er an der Unterlippe des Blonden, der die Augen schwach öffnete und ihn mit verschleierten Blick ansah. Leicht beugte sich Draco nach vorne und lehnte sich an die Brust des Schwarzhaarigen, der ihm um den Nacken fasste und nun wieder mit voller Leidenschaft seinen Mund in Beschlag nahm.
"Du bist ein Arschloch, Potter.", nuschelte der Slytherin, nachdem Harry sich von ihm löste.
"Ich weiß.", hauchte dieser zurück und drehte Draco mit einem Ruck herum, so dass er mit dem Rücken zu ihm stand. Schnell befreite sich auch der Gryffindor von seiner Hose. "Das weiß ich nur zu gut." Mit diesen Worten drang er gleich mit zwei Fingern in den Blonden ein, der dadurch unkontrolliert zu zittern anfing. Sachte bewegte er sich in dem Inneren seines Opfers und lächelte verstehend, als Draco aufstöhnte. Sogleich verschwand ein Dritter, der den an der Wand Stehenden weiter weitete. Nach geringer Eingewöhnungszeit ersetzte Harry die Finger durch seine Erregung und stieß zuerst probeweise leicht hinein. Nun keuchte der Malfoyspross erschrocken auf. Dennoch presste er sich näher an den Körper des Schwarzhaarigen, der diese Einladung nur zu gerne annahm. Immer wieder drang er in Draco ein, dessen Beben eine weitere Steigerung annahm. Doch auch Harry konnte seine Beherrschung nicht lange aufrechterhalten und stieß immer zügiger und fester zu.

Dann war es vorbei. Der ganze Körper des Blonden spannte sich an, nur um danach vor Entzückung und Erlösung an der Wand zusammenzubrechen. Dies brachte auch Harry dazu, dem Orgasmus nachzugeben und ergoss sich mit einem erleichterten Seufzer in dem Slytherin. Langsam rutschen beide auf den Boden und schlossen erschöpft die Augen.
"Scheiße, war das geil.", flüsterte Draco schwer atmend und drehte sich zum Gryffindor der neben ihm lag.

"Das sehe ich auch so.", keuchte dieser und setze sich mühselig auf. Der Blonde folgte seinem Beispiel und grinste dann.

"Wurde ja auch mal wieder Zeit."

"Bitte?"

"Potter, du hast mich schließlich die letzten 2 ½ Wochen nicht rangelassen."

"Na und? Glaubst du ich springe, wenn du dich abreagieren willst? Wenn, dann wird das anders herum geregelt.", lächelte Harry überlegen und zwinkerte anzüglich.

"Du kannst mich mal."

"Hab ich doch gerade."
Draco öffnete und schloss den Mund wieder. Zu perplex war er über diese der Wahrheit entsprechende Aussage des Gryffindors. Er stöhnte genervt auf und suchte sich seine Kleidung zusammen.

"Was wolltest du eigentlich von mir, außer diesem kleinen Zwischenspiel natürlich.", fragte Harry, der nun im Schneidersitz saß und Draco mit unschuldigen grünen Augen bei dem Zusammenklauben zusah.
"Ich wollte eigentlich nur fragen, wie wir uns weiter auf Hogwarts verhalten werden.", knurrte der Blonde, während er etwas tollpatschig sein T-Shirt überzog.
"So wie immer. Schließlich hat sich bei uns gefühlsmäßig nichts geändert. Oder siehst du das anderes... Malfoy?"

"Natürlich nicht. Der Sex ist nur zum Spaß da, genauso wie unsere Streitereien.", stimmte der Slytherin zu und schloss eine Hose.

"Gut, ich fürchtete schon, du siehst das anders."

"Das wüsste ich. Ich kann dich immer noch nicht leiden.", schnaubte Draco und verließ, ohne genau zu wissen wieso, wütend das Zimmer. Als die Tür in die Angel fiel, überrannte den Schwarzhaarigen ein Lachanfall. Kichernd landete er komplett auf dem Boden und hielt sich den vor lachen schmerzenden Bauch.

"Ach, Draco, so wie es aussieht kannst du wohl nicht mehr ohne mich.", lachte er und wischte sich eine Träne weg. "Aber das ist gut so, denn dich kann ich noch gut gebrauchen."
Nur langsam beruhigte sich der Gryffindor, konnte allerdings ein gemeines Grinsen nicht verkneifen. "Ich werde jede Menge Spaß auf Hogwarts haben."

Langsam lief er über den Bahnhof von Kings Cross, der nur vor Menschen überquirlte. Immer wieder wurde er von den Leuten angerempelt, die ihn zu übersehen schienen und dies machte den Gryffindor einfach nur stocksauer. Er knurrte und wischte sich über die Stirn, auf der die blitzförmige Narbe zu sehen war. Zu seinem Unmut, fand sie sein Vater überaus wichtig, um weiter die Rolle des ‚Goldenen Jungen' zu spielen. Wenn es nach Harry ginge, wäre diese schon längst verschwunden, genauso diese dumme überflüssige Brille, die sein Gesicht zierte.
"Blödes Mugglepack.", schimpfte er leise und trat an die Schranke zum Gleis 9 ¾.

"Ach sind wir heute wieder gut gelaunt.", keifte die Fledermaus, die aus Harrys Mantel hervorlugte.

"Schnauze, Fly."

"Hey, so kann man wirklich nicht mit mir reden. Ich bin eine wichtige Persönlichkeit."

"Ja, genauso wichtig, wie die Sahne auf dem Kuchen. Sei froh, dass ich dich mit auf Hogwarts nehme.", zischte der Schwarzhaarige ihr zu und lächelte entschuldigend einen Passanten an, der ihn verwirrt betrachtete. "Und sei ruhig. Die Leute gucken schon."

"Ja, ja, schon verstanden. Aber eine Frage noch.", meinte Fly, die Harry in die Seite zwickte.

"Und die wäre?"

"Wo sind deine Tölpel? Besonders Blondie in Großformat."

"Du hast einen Narren an Mr. Malfoy gefressen, hä?"

"Na und? Denn kann man gut ärgern." Harry seufzte nur und überging diese überaus logische Aussage. "Die kommen nach, schließlich kann ich mich nicht mit den Malfoys sehen lassen." "Warum denn nicht? Ich liege doch nicht falsch, wenn ich sage, dass du so gut wie mit dem kleinen Blondie-Tölpel eine Beziehung hast."

"Wir haben keine Beziehung. Es geht ausschließlich nur um Sex. Wie oft soll ich dir das noch sagen? Hast du solch ein Interesse daran, mich mit ihm zu verkuppeln?"

"Vielleicht, ihr passt einfach so süß zusammen."

"Ja, und das beste ist, wir gehen auf die selbe Schule.", antwortete ihm Harry sarkastisch und stampfte dann durch die Schranke zum Gleis 9 ¾.
Als er hindurch war, rammte der Gryffindor sofort einen jungen Mann, der auf dem Asphalt landete. Erschrocken musterte Harry die angerempelte Person und streckte seine Hand hin. "Entschuldigung, ich habe sie nicht gesehen." Der Fremde grummelte etwas und blickte zu dem Jungen hoch. Smaragdgrüne Augen trafen auf Schokoladenbraune.
Harry löste sich nur widerwillig von den Augen seines Gegenübers und wanderte dann zu den dunkelblonden längeren Haaren, die zum Zopf gebunden waren über den schlanken zierlichen Körper zu den langen kräftigen Beinen.
Der Schwarzhaarige musste schluckten und überspielte seine Unsicherheit mit einem schiefen Lächeln. "Tut mir leid.", entschuldigte sich Harry noch mal und versank dann wieder in den braunen Augen, die ihm plötzlich sanft und verstehend anglitzerten.

"Ach, kein Problem, hätte ja auch aufpassen können.", sprach der Mann und nahm Harrys Hand dankend an. Als sich ihre Haut berührte, musste der Gryffindor leicht zusammenzucken. Ein wohliges Gefühl durchflutete seinen Körper und es fühlte sich so an, als ob er diesen Mann kennen würde.
Harry schüttelte unmerklich den Kopf und ignorierte diese Empfindung beharrlich.
"Dann hatten wir beide Schuld.", meinte der Gryffindor und zog den Braunhaarigen nach oben. Dieser rubbelte sich dann Hinterkopf und lachte.
"Du bist Harry Potter, oder?", fragte dieser und besah sich kurz die Narbe, nur um danach wieder in die Augen seines Gegenübers zu blicken.
"Ähm, ja. Und sie sind?"

"Mensch, wie dumm von mir. Ich bin Kai Adell. Neuer Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste.", stellte er sich vor und strich sich eine dunkelbraune Strähne zur Seite. "Echt? Sie sehen so jung aus, Professor Adell."

"Na ja, siehst du 25 als jung an?"

"Jedenfalls sind sie jünger als alle anderen Professoren an unserer Schule."

"So? Ist das ein Problem für dich?"

"Aber nein, ich finde es gut." Verlegen kratzte sich Harry am Kopf und grinste unsicher. Er wusste nicht so recht, was er von diesem Mann halten sollte. Aber eins war klar, der Gryffindor fand ihn auf eine unbeschreibliche Weise wunderschön.

"Na ja, gut Harry. Wir sollten jetzt in den Zug einsteigen. Nicht das wir ihn noch verpassen.", lockte ihn Kai Adell aus seinen Gedanken und wurde im nächsten Augenblick von diesem an der Hand zu Zug gezerrt. Er sah nur noch aus den Augenwinkeln die Familie Malfoy, die ihn stirnrunzelnd hinterher guckte.
Harry zuckte mit den Schultern und ließ sich von dem Professor in ein leeres Abteil stoßen. Seufzend nahm er auf der Bank Platz und schaute dann aus den Fenster. Er hörte noch, wie die Tür geschlossen wurde und sich jemand auf dem Sitz ihm gegenüber setze. Nach Minuten des Schweigens drehte sich Harry zu dem Professor herum, der ihn die ganze Zeit angestarrt zu haben schien. Wieder musste er in die schokoladenfarbigen Augen sehen, die ihn anscheinend mit aller Kraft festzuhalten versuchten. Harrys Herz begann schneller zu schlagen.

"Bin ich so interessant?", fragte er Adell, der nur auf diese Frage wieder lächelte.

"Natürlich, hätte nie damit gerechnet, dass Harry Potter solch eine Schönheit ist." Der Gryffindor errötete und schaute zur Seite. Plötzlich fühlte er sich schwach und klein gegenüber dieser Persönlichkeit, doch hatte dies nichts Negatives. Trotzdem hatte er eine Aufgabe zu erfüllen und deshalb musste er stark sein und niemanden sich in die Quere kommen lassen. Schließlich war er doch jetzt nach seines Vaters Aussage ein mächtiger Vampir.
Er schenkte wieder dem Professor seine Aufmerksamkeit und kicherte dann. "Bitte, haben sie das nötig, sich bei mir einzuschleimen? Und wenn sie mich verunsichern wollen, dann suchen sie sich einen anderen. Nicht mit mir, Ok? Solche Spiele langweilen mich.", äußerte Harry fest und zog eine Augenbraue hoch. Sein Gegenüber allerdings verschränkte nur die Arme vor der Brust.

"Nicht schlecht. Du hast Mumm. Ich glaube, wir beide werden uns sehr gut verstehen.", sprach dieser nun ernst und stand dann wieder auf. "Ich gehe zum Schaffner."
Harry sah ihm hinterher und starrte dann die geschlossene Tür an. Irgendetwas würde geschehen. Etwas mit diesem Kai Adell. Ein sonderbarer Mann, dachte sich der Schwarzhaarige und legte den Kopf schief. Irgendetwas verbarg dieser unter seiner fröhlichen Maske... und er würde schon noch entdecken, welches Geheimnis er zu verstecken versuchte.