ACHTUNG ADULT!
6. Gefallener Engel
Langsam zogen die rauen Hände das weinrote Sweatshirt nach oben und erkundeten die blasse, weiße Haut darunter, die keinen einzigen Makel aufwies. Sie glitten zärtlich über die Brust und spielten keck mit den Brustwarzen, die sich unter dieser Behandlung aufstellten.Der blonde Vampir stöhnte und krallte seine Finger in die Haare des Ex-Gryffindors, der nun seine Zunge zum Einsatz brachte.
Er wollte unbedingt diese seidige Haut Dracos schmecken und leckte, kleine Kreise ausführend, von Schlüsselbein, hinab über die Brust, bis zum Bauchnabel, wo er mit seiner Zunge tief eintauschte und den Blonden zum Keuchen brachte. Dieser wimmerte nach mehr und rieb wieder seinen Unterleib gegen Harrys Hüfte.
Dem Schwarzhaarigen erging es nicht anders, denn dieser Vampir schien ihn in den Wahnsinn zu treiben.
Schnell landete der rote Pullover von Draco in einer Ecke und auch das Oberteil des Ex-Gryffindors verschwand von dem muskulösen Körper, dessen Muskeln der Blonde nun mit einem Finger nachzeichnete. Er setzte sich auf und verwöhnte nun seinerseits die Brustwarzen des Vampirjägers, der den Kopf in den Nacken gereckt hatte und genüsslich die Augen geschlossen hatte. Er strich dem Ex-Slytherin liebevoll durch die Strähnen und küsste dann seinen Haaransatz. Ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht und er hob sanft Dracos Kopf an, um ihn in die grauen Sturmböen zu schauen. Diese waren lustverhangen und drückten eine unbeschreiblich große Liebe aus, die den Schwarzhaarigen schief grinsen ließ, bevor er nun wieder seine Lippen auf die des Blonden drückte. Sofort kamen ihm dieser seidige Mund, der allein schon eine Sünde darstellte, entgegen und empfing ihn erwartend.
Draco stöhnte kehlig auf und verursachte dadurch bei Harry eine Gänsehaut, so dass sich seine Härchen aufstellten. Er drückte den Blonden wieder zu Boden und öffnete dessen ausgewaschene Jeans. Natürlich fühle er die beachtliche Erregung des Ex-Slytherin und schob seine eine Hand unter den lästigen Stoff. Sie wanderte zu Dracos Erektion, der nun seinen Rücken durchbog, um diesen Fingern entgegen zu kommen. Doch der Schwarzhaarige hielt ihn eisern fest, während seine Hand auch unter der Boxershorts verschwand. Sie strich neugierig über die gesamte Länge, wobei seine grünen Smaragde keine Gefühlsregung des Vampirs unbeachtet ließen.
Dieser atmete schon unkontrolliert und bettelte nach mehr. Er warf seinen Kopf hin und her, während sich kleine Schweißtropfen auf seiner Stirn bildeten. Draco wusste schon nicht mehr, wohin mit diesen Emotionen, am liebsten würde er alles hinausschreien, doch er verkniff es sich und konzentrierte sich weiter auf die kleinen Verwöhnungen des Schwarzhaarigen. All das musste er sich in seinen Kopf einbrennen, damit er immer daran denken konnte, wenn der Ex-Gryffindor wieder so brutal werden sollte, wie sonst. Er wollte Harry liebevoll und sanft in Erinnerung behalten.
Wieder tränten ihm die Augen und er schniefte, während er zugleich keuchen musste.
„Scht.", hauchte Harry an seinem Ohr und nahm wieder eine Träne in seinem Mund auf.
„Ich werde dir jetzt nichts tun. Entspann dich, mein gefallener Engel."
Der Ex-Slytherin riss die Augen ungläubig auf und lächelte schmerzvoll. Er hatte ihn gefallener Engel genannt. Ein Kosename, wunderschön, lieblich und doch so voller Verzweiflung. Ja, er war ein gefallener Engel, seit er zum Vampir wurde, seit man ihm seine Identität als Malfoy nahm, als man ihm die Zukunft raubte. Bitternis breitete sich in seinem Inneren aus und versuchte die Glücksgefühle zu verdrängen, die der Schwarzhaarige hervorrief, doch Draco verdrängte sie erfolgreich.
„Bitte, Harry. Mach weiter. Ich will mehr!", flehte der Blonde keuchend und schloss verlegen die Augen, während der Ex-Gryffindor nur nickte und die Hand hervorzog. Danach befreite er den Vampir von seiner Hose und Boxershorts und sich ebenfalls. Draco stöhnte erleichtert auf und rekelte sich auf dem Teppich. Doch dann musste er aufkeuchen, als er Harrys vorwitzige Zunge an seinem Schaft spürte. Er kratzte mit seinen Fingernägeln über den Untergrund und zischte, als sein Glied von etwas Feuchtem umschlossen wurde. Harry hatte ihn in seinem Mund aufgenommen und saugte jetzt genüsslich. Dabei wanderten seine Finger langsam zu der Öffnung des blonden Vampirs und strichen zärtlich darüber.
„Harry.", schrie Draco spitz und zitterte am ganzen Leib. Noch nie hatte sich Sex so gut angefühlt und dabei war es nur das Vorspiel. Die Gefühle überrollten ihn regelrecht, übernahmen sein Denken und Handeln. Er drückte den Kopf des Vampirjägers weiter an seinen Schritt und bettelte nach mehr. Wenn der Schwarzhaarige jetzt aufhören würde, das könnte der Ex-Slytherin ihm nie verzeihen. Doch Harry unterbrach nicht. Im Gegenteil, immer schneller fuhr er die Erregung auf und ab, während seine Zunge weiter die Spitze verwöhnte. Dabei fühlte der Ex-Slytherin, dass er nicht mehr lange an sich halten konnte. Er wollte den Schwarzhaarigen noch warnen, doch zu spät: mit einem erlösenden Stöhnen ergoss sich der Blonde in Harrys Mund, der jeden Tropfen seines Geliebten in sich aufnahm.
Er leckte sich einmal über die Lippen und küsste dann den Vampir, damit dieser sich selbst schmecken konnte. Sofort legte Dracos seine Arme um Harrys Nacken, der immer noch seine Öffnung reizte.
„Mein gefallener Engel.", murmelte der Ex-Gryffindor wieder und leckte über das Ohr des Blonden, bevor er daran herumknabberte. Und dann versenkte er den Zeigefinger in Dracos schmächtigen Körper. Dieser bäumte sich wimmernd auf und kniff die Augen vor Schmerzen zusammen. Er spürte wieder die Hand des Schwarzhaarigen an seinem Glied und musste gleichzeitig vor Schmerz und Begierde aufkeuchen.
„Entspann dich, mein kleiner, gefallener Engel.", flüsterte Harry wieder und nahm einen zweiten Finger hinzu, um den Blonden weiter vorzubereiten.
„Harry, kannst du mich nicht hierbei mit meinem Namen ansprechen?", bat Draco mit geröteten Wangen und drehte den Kopf zur Seite, wobei er versuchte seine überwältigen Emotionen eine Weile zu missachten. Der Gryffindor sagte dazu nichts und führte noch einen dritten Finger ein. Draco schnappte erschrocken nach Luft und weinte.
Wieso konnte Harry seinen Vornamen nicht aussprechen? Könnte dieser Akt für ihn zu intim werden? Nun, eigentlich müsste Sex ja auch mit Liebe geschehen, doch der Blonde wusste ja, dass der Ex-Gryffindor nichts für ihn fühlte. Es tat dem Vampir weh, zu dieser Erkenntnis zu kommen, doch er hatte es doch von Anfang an bemerkt. Also wieso weinte er, wieso schrie seine Seele gellend auf und wieso schmerzte sein Herz, so, als ob es in vielerlei kleine Glasscherben zersprang?
Aber weshalb verzehrte sich dann sein Körper nach diesen sanften Berührungen, weshalb tanzten seine Gedanken in seinem Kopf umher? Er konnte sie nicht fangen, immer, wenn er sie fassen wollte, entfleuchten sie ihm, wie Wasser, das durch seine Hände floss.
Ja, er liebte diesen Vampirjäger… und er wollte durch dessen Hände sterben… nur dann würde er den wahren Frieden finden, nach dem sein Körper sich sehnte und seine Seele schrie. Und diesen Wunsch würde ihm der Schwarzhaarige irgendwann erfüllen… zwar würde sich dieser Zeit lassen, ihn quälen, erniedrigen und ihn im Staub kriechen sehen, doch er würde es dulden, es mit sich machen lassen, bis, ja, bis er seine Erlösung bekommen würde… durch die Hände des Mannes, dem er voll und ganz verfallen war. Seit dem Augenblick in der Lagerhalle, als er diese smaragdgrünen Augen vor sich sah… nein, schon davor, als er seine melodische und doch kalte Stimme hörte, da war es um ihn geschehen! Er hatte sich verliebt… in einen Menschen, er als Vampir, was eigentlich gegen die Gesetze der Bluttrinker verstieß.
„Hey, mein gefallender Engel? Wo bist du mit deinen Gedanken?", fragte Harry mit unterdrückter Erregung und zog seine Finger aus Draco hervor, der nun gequält aufstöhnte und sich verlassen fühlte.
„Willst du mehr?", murmelte der Ex-Gryffindor verführerisch und küsste die geschwollenen Lippen des Blonden.
„J-ja.", antwortete Draco bebend und fror plötzlich, als sich Harry komplett von ihm löste und sich vor den Sessel hinsetzte. Er lehnte jetzt an dem Möbelstück und winkte den Vampir zu sich, der sich aufsetzte und die Arme um sich schlang, um den letzten Rest an Körperwärme zu bewahren.
„Komm zu mir, mein gefallener Engel", hauchte der Schwarzhaarige verführerisch und grinste leicht, worauf dem Blonden ein Schauer den Rücken hinunterlief. Doch er setzte sich in Bewegung und krabbelte auf den Ex-Gryffindor zu, der ihn dann am Arm packte und seine andere Hand in den verschwitzten Haaren vergrub. Er lächelte fies und küsste Draco auf den Mund.
„Sag es mir! Soll ich dich ficken?", flötete Harry sinnlich und verstärkte seinen Griff in den
blonden Haaren des Vampirs, der wieder weinte und dann nickte. Der Ex-Gryffindor zog Draco weiter zu sich und setzte ihn auf seiner Hüfte ab. Er rieb seine pralle Erektion an der Öffnung des Blonden, bevor er in Draco stieß. Dieser schrie auf und biss sich die Unterlippe blutig. Er spürte seine Vampirzähne in seine Haut dringen, schmeckte sein eigenes Blut, das seine Kehle hinunter rann.
„Bewege dich, mein kleiner, gefallener Engel.", befahl der Schwarzhaarige stöhnend, der nicht mit solch einer Enge gerechnet hatte. Doch als Draco seinem Befehl nachkam, musste auch er laut aufkeuchen. Er hielt den Blonden an den Hüften fest, kratzte mit seinen Fingern die perfekte Haut blutig. Seine smaragdgrünen Augen verzweigten sich mit den grauen Sturmböen des Ex-Slytherins, der ihn mit einer Mischung von Schmerz und unterdrückter Begierde ansah.
Er küsste Draco liebevoll auf die Lippen und kostete plötzlich selbst den Lebenssaft des Blonden. Das Blut benetzte seine Haut und Harry konnte dem Drang nicht widerstehen und schluckte es hinunter. Der Geschmack füllte ihn aus, berauschte ihn und er sah plötzlich Bilder in seinem Kopf, die in sekundenschneller Geschwindigkeit vor seinem inneren Auge abspulten. Er sah seinen Vater, James Potter, der ein kleines Bündel in seinen Armen liegen hatte und es hin und her schwenkte. Er erkannte einen großen, jungen Mann um die 20 Jahre, der wild gestikulierte. Seine hellbraunen Haare schüttelte er hin und her und seine smaragdgrünen Augen, die seinen so ähnlich sahen, sprühten vor Zorn. Dieser Mann zeigte immer wieder auf das kleine Baby in James Händen, der es an sich drückte und heftig mit dem Kopf schüttelte. Dadurch fauchte der Braunhaarige wütend und machte so seine weißen, spitzen Vampirzähne sichtbar, die bedrohlich in Kerzenlicht blitzten. Doch dann wurden die Gesichtszüge weicher und der Vampir lächelte. Er näherte sich James und dem Kind. Diesem streichelte er über die Wange und küsste dann dem schwarzhaarigen, jungen Mann auf den Mund, der die eine Hand vom Bündel löste und dem Vampir in die Haare griff.
Dann verschwammen die Bilder und Harry musste aufstöhnen. Er versuchte sich die Szene genau einzuprägen, doch sie wurde undeutlicher und letztendlich wusste er nicht mehr, wie der Vampir aussah. Nur dieses Smaragdgrün hatte sich in sein Gehirn gebrannt, doch wieso konnte sich der Ex-Gryffindor nicht erklären.
Er bettete seinen Kopf in Dracos Halsbeuge und lockerte den Griff in den blonden Haaren. Sanft hauchte er dem Ex-Slytherin kleine Schmetterlingsküsse auf die samtige Haut und saugte dann leidenschaftlich daran. Ein kleiner Knutschfleck entstand, den Harry grinsen ließ.
„Schneller, mein gefallener Engel.", forderte der Schwarzhaarige keuchend und hob wieder den Kopf an, um in diesen grauen Seen zu versinken.
Draco kam dem nach und schlug einen härteren Rhythmus ein, denn beide Nahe an die Klippe des Abgrundes trug. Sie stöhnten im Gleichklang, versuchten beim anderen Halt zu finden, doch hoffnungslos. Sie schwebten immer näher an den Höhepunkt. Wieder biss sich der Blonde, doch diesmal in die Zunge. Er lutschte an seinem eigenen Fleisch und trank sein Blut, was den Vampir noch geiler machte. Und dann nicht mehr Herr seiner Sinne, vergrub Draco seine Zähne in die Halsschlagader des Schwarzhaarigen. Der knurrte und packte den Blonden am Hals, doch nicht, wie der Vampir dachte, um ihn von der Quelle wegzuzerren, sondern um ihn noch fester an die Wunde zu drücken. Der Ex-Slytherin nahm dies dankend an und schlug die Eckzähne noch weiter in die Haut, worauf hin Harry laut fauchte. Draco erschrak und wollte sich von dem Schwarzhaarigen lösen. Dieses Fauchen hatte nichts Menschliches an sich gehabt. Es klang eher nach einem Vampir, nach einem sehr starken Vampir.
„Wage es ja nicht aufzuhören.", zischte der Ex-Gryffindor warnend und knabberte dann an Dracos Nacken herum. Der Blonde nickte einfach und trank, während er weiter seine Hüften auf dem Vampirjäger bewegte. Und dann ruckte Draco zurück und leckte sich Harrys Blut von den Lippen, doch dieser küsste ihn verlangend und kostete dabei sein eigenes Blut.
Dabei sprang der Vampir über die Klippe und engte den Schwarzhaarigen ein, der keinen anderen Ausweg fand, als sich tief in den Blonden zu ergießen.
Beide schnauften luftringend, während Draco auf dem Ex-Gryffindor zusammenbrach. Sein Kopf rutschte auf die Brust des Vampirjägers.
„Die Sonne geht auf.", konnte der Blonde noch sagen, bevor sich seine Augen mechanisch schlossen und er einschlief. So lag Harry, den Vampir in seinen Armen und immer noch in ihm, am Sessel. Er küsste Draco auf die Stirn und sah durch die großen Fenster nach draußen, wo man bereits das Dunkel der Nacht sich in ein helleres Blau wandeln sah. Noch war das Licht nicht gefährlich für den jungen Vampir, aber nach ein paar Minuten sollte er den Blonden in das abgedunkelte Zimmer bringen. Doch er wollte sich noch nicht von der Stelle bewegen. Seine Finger kämmten unablässig durch die nassen, unordentlichen Zotteln des Ex-Slytherin, wobei seine Augen immer noch in die verdrängende Nacht hinausblickten.
Etwas hatte sich geändert. Nicht mit seiner Umgebung und nicht mit diesem Vampir in seinen Armen. Nein, etwas in seinem Körper hatte sich gewandelt, vielleicht sogar ein Teil seiner Seele? Er wusste nicht, doch etwas war jetzt nach dem Sex anders. Aber er konnte es sowieso nicht glauben, dass er mit einem Vampir geschlafen hatte. Wenn John davon erfahren würde, der würde ihm den Vogel zeigen und Envin… Ja, und Envin… ein weiteres Problem. Welche Gefühle brachte er dem Weißhaarigen entgegen? Konnte er selbst überhaupt Emotionen empfinden?
Harry schüttelte den Kopf. Es würde sich alles von selbst lösen und außerdem hatte er anderes zu tun, als sich über seine nichtvorhandenen Gefühle, Gedanken zu machen. Schließlich suchte er den ‚Ältesten', den Urvater aller Vampire, der Bluttrinker, von dem alle anderen abstammten. Wenn er diesen vernichtete, dann würden auch alle anderen Monster sterben. Das war sein Ziel und niemand würde ihn aufhalten! Selbst ein kleiner, liebestoller, blonder Vampir würde das nicht ändern können und er freute sich schon darauf, den jungen Bluttrinker sterben zu sehen.
Er lachte gehässig und blickte auf Draco hinab, der friedlich schlummerte.
Er hatte eine Bestimmung! Er musste seine Rache erfüllen! Er war ein Vampirjäger!
Etwas kitzelte ihn an der Nase. Er nieste und rieb sich die juckende Stelle, bevor er versuchte, wieder weiter zu schlafen. Doch wieder ärgerte ihn etwas und er kratzte sich. Dann vernahm er ein leises, kindliches Kichern und er schlug gähnend die Augen auf. Er wischte sich über die Augen, um die Müdigkeit zu vertreiben und zwinkerte die Person neben sich an, die ihn angrinste und wieder mit seinen Haarsträhnen spielte.
„Gut geschlafen, mein großer Bruder?", hauchte Kirion liebevoll und küsste den Blonden auf die kalten Lippen, der die Augen kurz schloss und es geschehen ließ.
Dann plötzlich roch er Blut in der Luft, menschliches Blut! Er fauchte vampirisch und setzte sich ruckartig auf, wobei er den braunhaarigen Jungen umarmte. Seine Nase schnupperte und seine Flügel flatterten leicht. Hier in diesem Raum war eindeutig ein lebendiges Wesen… Wieso fiel es ihm jetzt erst auf? Aber dann erinnerte er sich, was gestern Nacht passiert war und er wurde leicht rötlich um die Wangen. Kein Wunder, dass er so tief und fest geschlafen hatte.
Seine Augen suchten das Zimmer ab und blieben mit Entsetzen an der Wand gegenüber der Tür kleben. Die grauen Sturmböen weiteten sich geschockt, als er den Mann entdeckte, der dort hing. Seine Arme waren weit von sich gestreckt und mit kleinen Metallstäben an das Gemäuer geschlagen. Dickflüssiges Blut floss in kleinen Rinnsälen hinunter und tropfte gleichmäßig auf den Boden. Der Klang tat Draco in den Ohren weh und er hielt die Hände davor. Er schüttelte den Kopf und murmelte: „Kirion, was hast du getan?"
„Na ja, du hast noch geschlafen und da habe ich schon mal getrunken, aber er schrie wie am Spieß und trat um sich. Das ging mir auf die Nerven, also habe ich aus dem Metallgitter vom Bett ein paar kleine Stäbe herausgerissen. Tja, und jetzt ist er da…. Ich finde ihn wunderschön. Menschen sind so zerbrechlich… ich liebe ihre Schreie und ich liebe diese leidenden Augen, wenn sie erkennen, was wir sind.", erzählte Kirion mit kindlicher Eifer und kuschelte sich an Draco, dem es eisig den Rücken runter lief.
Doch sein Hunger nach Blut war stärker, als sein Ekel vor dieser Szenerie, die sich ihm bot. Mit glasigem Blick schob er den braunhaarigen Vampir beiseite und ging auf den bewusstlosen Menschen zu, der gequält stöhnte. Er blieb nur wenige Meter vor diesem stehen und betrachtete sich den Mann mit geneigtem Kopf. Ein Geruch nach Alkohol und Zigarettenrauch stieg ihm in die Nase und betäubte sein Entscheidungsvermögen. Draco blecke die Vampirzähne und überwand den restlichen Abstand schnell. Er verbiss sich in die andere Seite des Halses, da Kirion seine Abdrücke schon hinterlassen hatte. Der süße Quell schoss ihm sofort entgegen und gierig schluckte er alles, was dieser Halbtote ihm noch bieten konnte.
Nach nur ein, zwei Minuten, war Draco fertig und genoss noch die letzten Tropfen, als er bemerkte, dass er nur eine Boxershorts anhatte. Genau in diesem Moment öffnete sich die Tür und Envin stand im Rahmen, der eine Kerze in der Hand hielt. Interessiert betrat der Weißhaarige dann das Zimmer, als er den toten Menschen an der Wand hängen sah. (Er huschte mit den grauen Augen zu Draco, der seufzte und eine angedeutete Kopfbewegung Richtung Kirion machte. Envin verstand und stellte die brennende Kerze auf den Holztisch, bevor er zum Ausgang deutete.
„Wenn du willst, Draco, dann kannst du duschen gehen.", sagte er zu dem Blonden, dem es peinlich war, nur in Shorts vor dem jungen Mann zu stehen. Er wusste ja schließlich, dass Envin mit Harry zusammen war und wenn er an die Aktion von letzter Nacht dachte, schoss ihm die Röte ins Gesicht.
Envin überging diese Reaktion, die ihm aufgefallen war und wandte sich an den braunhaarigen Vampir, der sich das Kopfkissen gekrallt hatte und es umarmte.
„Wenn du magst, Kleiner, dann kannst du währenddessen fernsehen, solange dein großer Bruder sich waschen geht."
Kirion hüpfte vom Bett, warf das Kissen beiseite und sprang dem Weißhaarigen um den Hals, der erstaunt den kleinen Vampir auffing und ihm aus dem Raum trug. Draco folgte den beiden und versuchte die Vorahnung zu verdrängen, die sich ihm aufzwang. Der Braunhaarige wurde immer unheimlicher, seine Taten brutaler. Er hoffte nur, dass er den Kleinen unter Kontrolle halten konnte, denn sonst hatten sie hier ein irres Raubtier, das vor nichts und niemanden Halt machen würde.
„Die Dusche ist dort drüben, die zweite Tür rechts. Badetuch und frische Klamotten, liegen bereit.", meinte Envin zu dem Ex-Slytherin und setzte dabei Kirion auf dem Sofa ab, der sofort gespannt auf die Mattscheibe starrte.
„Wieso tun sie das?", fragte Draco geradeheraus. Er verstand einfach nicht, warum dieser junge Mann so nett zu ihnen war. Der Weißhaarige lächelte nur geheimnisvoll und deutete zum Bad.
„Geh, bevor Harry zurückkommt. Er mag es nicht, wenn das Bad besetzt ist."
„Wo ist der?"
„Jagen. Wie jede Nacht!", seufzte Envin und schaltete für den kleinen Vampir den Fernseher an, der sofort aufquietschte vor Freude und sich weiter vorbeugte.
Draco schmunzelte bei diesem Bild und schlenderte dann ins Badezimmer. Er sah sich um und fand die Kleidung, die diesmal aus einer schwarzen Stoffhose und einem weißen T-Shirt bestand. Die Turnschuhe waren die gleichen Dunkelblauen, die er gestrige Nacht schon getragen hatte. Dann nahm er das Badetuch in die Hand, dessen Farbe Erinnerungen in ihm weckte: Hogwarts, Slytherin, seine Freunde, vor allem Blaise und der alte Harry Potter, den er immer wieder geärgert hatte, wenn sie sich über den Weg liefen.
Doch diese Zeiten waren für alle Ewigkeit vorbei. Seine Augen füllten sich mit Tränen, als er noch einmal über den dunkelgrünen, flauschigen Stoff strich. Dann entfernte er die Boxershorts und betrat weinend und schluchzend die Dusche.
