Okay, was kann man zu so einer Verspätung noch sagen? Eigentlich nur das: Es tut mir wirklich leid!

Und weiter geht's:

Kapitel7

Auf der Lichtung bei den Trollhöhen neigte sich der Kampf zwischen den Orks und Elronds Söhnen seinem Ende zu. Doch auch wenn die Orks allmählich begriffen, dass ihr Auftrag, Arathorns Sohn und seine Mutter zu töten ebenso gescheitert waren wie zuvor Ekets Versuch, Isildurs Erben zu vernichten, gaben sie den aussichtslosen Kampf gegen die beiden Elben nicht auf. Sie wussten, dass jedem Überlebenden, der die schlechte Nachricht überbringen würde ein grausamer Tod bevorstand. Der schnelle Tod durch die elbischen Klingen schien ihnen die bessere Wahl zu sein.

Elladan riss sein Schwert aus der Brust des Orks, den er soeben getötet hatte und sah sich auf der Lichtung um. Elrohir enthauptete in diesem Moment den letzten noch lebenden Ork und blickte sich ebenfalls suchend um.

Alle Orks lagen tot auf dem weichen Waldboden, aber von Gilraen und Aragorn war nichts zu sehen.

Schließlich hörte er ein leises Rascheln im Gebüsch. Leise trat Elladan näher, das Schwert in der Hand bereit falls sich Ork in dem dichten Busch lauern sollte.

Vorsichtig bog er die grünen Zweige beiseite.

Ihren schlafenden Sohn im Schoß beobachtete Gilraen, wie die beiden Elben einen Ork nach dem anderen erschlugen. Doch auch als der letzte Ork gefallen war blieb sie in ihren Versteck. Irgend etwas sagte ihr, dass dieser Angriff der Orks nicht der einzige Versuch sein sollte, ihre Flucht nach Bruchtal aufzuhalten.

Tief in Gedanken versunken bemerkte sie nicht, dass Elronds Söhne sich suchend nach ihr umblickten.

Sie fuhr erschreckt zusammen als sich das Gebüsch über ihr plötzlich teilte. Sie griff erneut nach dem kleinen Dolch in der Absicht, jeden weiteren Angreifer von ihrem Kind fernzuhalten.

Doch bevor sie sich zur Wehr setzte bemerkte sie, dass Elladan vor ihr stand.

"Gilraen, da seid Ihr. Ihr könnt heraus kommen, von den Orks habt Ihr nichts mehr zu befürchten. Seid Ihr oder Euer Sohn verletzt?"

Gilraen atmete erleichtert auf und steckte schnell die kleine Waffe weg.

"Nein, uns geht es gut. Dank Euch und Eurem Bruder. Aragorn ist eben eingeschlafen."

Mit diesen Worten nahm sie ihren schlafenden Sohn in den Arm und verließ ihr Versteck. Als sie die vielen toten Orks auf dem Waldboden sah lief es ihr kalt den Rücken herunter. Erst jetzt nahm sie richtig wahr, wie knapp sie und Aragorn bei diesem Angriff dem Tod entgangen waren.

Der Junge in ihren Armen regte sich, streckte die Arme und gähnte herzhaft. Dann sah er sich interessiert um.

Gilraen bemerkte Aragorns interessierte Blicke, die immer wieder hinüber zu den toten Orks schweiften und hielt ihm schnell die Augen zu.

"Das ist nichts für ein kleines Kind!"

Beleidigt senkte Aragorn den Blick.

Gilraen hatte jetzt nur noch den Wunsch, die Lichtung so schnell wie möglich zu verlassen.

Als hätte Elrohir in ihren Gedanken gelesen meinte er in diesem Augenblick: "Die Sonne steht schon hoch, es wird bald Mittag sein. Wir sollten aufbrechen."

"Du hast recht", stimmte Elladan seinem Bruder zu. "Wenn Ihr möchtet überlasse ich Euch gerne mein Pferd. Es trägt jeden sicher, den ich ihm befehle zu tragen", wandte er sich an Gilraen.

"Vielen Dank, aber ich bin bereits den ganzen Weg bis hierher zu Fuß gegangen und ich werde auch noch den restlichen Weg bis Bruchtal auf meinen eigenen Füßen zurücklegen. Schon mein Großvater hat sich soweit es ging immer auf seine eigenen Beine verlassen und ich halte es genauso", erwiderte Gilraen.

"Euer Sohn scheint da aber anderer Meinung zu sein", bemerkte Elrohir, der fasziniert beobachtete, wie Aragorn immer wieder mit großem Interesse die beiden weißen Pferde der Elben beobachtete und dann so lange in den Armen seiner Mutter herum zappelte bis sie ihn schließlich hinunter ließ. Er stand kaum auf seinen Füßen als er schon schnurstracks auf die Pferde zulief, die Elladan und Elrohir am Rand der Lichtung zurückgelassen hatten.

Er begann die Tiere vorsichtig zu streicheln. Als er jedoch bemerkte, dass die beiden Schimmel offensichtlich nichts gegen ihren kleinen Bewunderer hatten begnügte Aragorn sich nicht mehr damit, die Pferde bloß zu streicheln. Er warf einen kurzen Blick zu seiner Mutter und machte sich dann an den Versuch, auf das Pferd zu klettern.

Doch bevor er sein Vorhaben, sich am Schweif des Pferdes hochzuziehen ausführen konnte stand Elrohir hinter ihm, hob ihn hoch und setzte ihn in den Sattel.

"Ich glaube, so ist es einfacher", meinte er mit einem Lächeln.

Gilraen und Elladan hatten inzwischen alles zusammengepackt. Gilraen atmete erleichtert auf als sie die Lichtung und die toten Orks endlich hinter sich lassen konnte.

Aragorn wurde auf dem Pferd langsam ungeduldig. Er zog an den Zügeln und versuchte, das Pferd in Bewegung zu setzen.

"Hüh", spornte er den Schimmel an. Als das Pferd sich jedoch nicht von der Stelle rührte sah Aragorn Elrohir, der noch immer neben ihm stand fragend an und stellte schließlich fest: "Ferd will nich. Is glaub, Ferd is müde und släft."

"Na, dann will ich mal sehen, ob ich das Pferd wieder aufwecken kann." Elrohir griff nach den Zügeln und begann, das Tier zu führen. Sofort setzte sich der Schimmel in Bewegung und folgte dem Elb.

Gilraen und Elladan folgten den beiden. Elladan führte sein Pferd ebenfalls an den Zügeln.

Eine Weile betrachtete Gilraen schweigend ihren Sohn, der stolz auf dem Pferderücken saß und den Ritt sichtlich genoss. Plötzlich sah sie Arathorn vor sich. Erst kurz vor seinem Aufbruch hatte er davon gesprochen, dass er seinem Sohn wohl bald schon das Reiten beibringen könnte. Gilraen hatte daraufhin erwidert, dass der Junge noch viel zu klein für ein Pferd wäre. Doch Arathorn hatte nur gelacht und gemeint, sie würden darüber noch einmal sprechen wenn er wieder zurück wäre.

Der Gedanke an ihren Mann trieb Gilraen die Tränen in die Augen. Doch dann bekämpfte sie die tiefe Trauer in sich und stellte Elladan leise die Frage, die sie jetzt schon seit einigen Tagen insgeheim beschäftigte.

"Ihr wart dabei, als Arathorn starb. Sagt mir, was wirklich geschehen ist."

Elladan sah sie erstaunt an.

"Ich bitte Euch. Ich weiß nur, dass er von einem Ork erschossen wurde. Bitte erzählt mir, was an jenem Tag passiert ist. Es lässt mir sonst keine Ruhe", bat Gilraen.

"Also gut. Ein paar Tage zuvor hatte uns die Nachricht erreicht, dass zahlreiche Orks aus dem Nebelgebirge das Land westlich von Bruchtal unsicher machten. Die verstreuten Siedlungen der Dúnedain sind gut versteckt, die Orks hätten niemals dorthin gefunden. Aber es war zu befürchten, dass sie früher oder später auf die Heimat der Periannath stoßen würden. Ich glaube, in Eurer Sprache nennt Ihr dieses Volk 'Hobbits'".

Arathorn hatte dieses Volk hin und wieder erwähnt. Gilraen hatte allerdings nie einen Hobbit zu Gesicht bekommen, da dieses Volk für sich und in Frieden im Auenland lebte und es nur sehr selten vorkam, dass sie ihre Heimat verließen.

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen als Elladan weiter erzählte:

"Dieses Volk wollten wir schützen. Die Große Oststraße war zudem auch nicht mehr sicher.

Wir brachen also auf, um die Orks zu bekämpfen oder wenigstens wieder zurück ins Nebelgebirge zu treiben.

Wir stießen schon bald nach unserem Aufbruch auf erste Spuren der Orks. Sie waren tatsächlich nach Westen unterwegs. Wir folgten ihnen und fanden sie schließlich östlich der Wetterberge. Diese Orks zumindest stellen keine Bedrohung mehr für Mittelerde dar", bemerkte Elladan mit einem kleinen Lächeln.

"Doch etwa zwei Tagesmärsche von Bruchtal entfernt gerieten wir in einen Hinterhalt. Die Orks waren in der Überzahl. Viele Elben und Dúnedain fanden in diesem Kampf den Tod, aber wir gewannen schließlich doch die Oberhand.

Euer Gatte rettete einem seiner Waldläufer das Leben, aber ein Ork hatte sich unbemerkt in den Schatten der Bäume ringsum verborgen. Er erschoss Arathorn aus dem Hinterhalt kurz bevor der Kampf zu seinem Ende kam. Arathorn starb in Elrohirs Armen."

Elladan beschloss, Gilraen die schrecklichen Einzelheiten von Arathorns Tod zu ersparen.

"Vielleicht ist es Euch ein kleiner Trost, zu wissen, dass sein letzter Gedanke Euch und Eurem Sohn galt", fügte Elladan leise hinzu.

Gilraen atmete tief durch. Endlich hatte sie Gewissheit, wie Arathorn zu Tode gekommen war.

Ein gespenstischer Schrei, der plötzlich die Stille im Wald zerbrach jagte Gilraen einen Schauer über den Rücken. Sie fühlte nichts mehr außer einer schrecklichen Furcht, die wie eine eisige Hand nach ihr griff. Bis auf diesen durchdringenden Schrei herrschte Totenstille in dem Wald.

Auch die beiden Elben spürten die schreckliche Präsenz ihres unheimlichen Verfolgers.

"Úlairi!", war das einzige Wort, das Elrohir aussprach.

Tbc

Pemaroth: Danke. Ich hab mir gedacht, dass Aragorn auch als kleines Kind eigentlich nicht tatenlos bei einem Kampf gegen die orks zusieht ;-)