Okay, ich kann's erklären. Dummerweise hab ich mich erst in eine Klemme geschrieben und keine Ahnung gehabt wie ich da wieder raus kommen sollte. Dann hat sich die Festplatte in meinem PC verabschiedet, dann funktionierte der Internetanschluss nicht mehr, dann kam mir das Vordiplom in die Quere, das ich wegen einem dummen Scheinproblem staffeln musste (Juhuu, ein Jahr Prüfungen) und zu guter Letzt dann noch mein Hauptpraktikum mit Schichtdienst. Okay, das erklärt keine zweieinhalb Jahre, aber trotzdem sorry. Jetzt geht's aber weiter (ich hoffe mal, dass das überhaupt noch jemand liest) und ich verziehe mich am besten in eine dunkle Ecke wo mich niemand finden kann.
Kapitel 9
Gilraen schien es, als würde die Furcht, die von diesem dunklen Wesen ausging mit Händen nach ihr greifen. Jeder Gedanke war verschwunden und sie fühlte nur noch eine unbeschreibliche Angst.
"Überlasst uns das Kind und das Weib!", verlangte der Nazgûl mit heiserer Stimme.
Wie von einer unsichtbaren Macht angezogen stieg Gilraen langsam vom Pferd und tat einen Schritt auf den Nazgûl zu.
"Hört nicht auf ihn! Wir sind schon in der Nähe der Bruinen, Ihr könnt den Fluss schon hören. Euch und Eurem Sohn wird nichts geschehen!"
Erst durch die Stimme von Elrohir schien sich der Nebel der Furcht etwas zu lichten. Gilraen bemerkte, dass wirklich ein stetiges Rauschen in der Luft lag, das die Nähe des Flusses verriet.
Gilraen wagte es nun, sich trotz der Gefahr näher umzusehen und erkannte, dass die Lautwasser und damit auch ihre und Aragorns Rettung zum Greifen nah lag.
Der Weg, auf dem sie gekommen waren führte nur noch ein kurzes Stück geradeaus, machte dann eine scharfe Kurve nach rechts und führte an einem steilen Abhang entlang hinunter zum Fluss und dort weiter zur Bruinenfurt.
"Wenn ihr sie uns nicht freiwillig übergebt holen wir sie uns!", drohte der Nazgûl.
Mit einem Satz sprang Elrohir von seinem Pferd und zog in der gleichen Bewegung sein Schwert.
"Dann versuch es doch mal!"
Auch Elladan war inzwischen abgestiegen, hob das Kind aus dem Sattel und zog ebenfalls sein Schwert.
Aragorn hatte kaum seine Mutter entdeckt als er auch schon auf seinen kurzen Beinchen auf sie zu stürzte und sich zitternd hinter ihr verbarg.
Die beiden Elben hatten sich inzwischen so postiert, dass sie Gilraen und ihren Sohn von der unheimlichen Gestalt abschirmten.
"Ihr habt es so gewollt!", zischte der Nazgûl und machte einen Schritt auf sie zu.
Gilraen spürte, wie die Furcht mit jedem Schritt, den der Ringgeist näher kam zunahm. Doch dann fühlte sie wie ihr Sohn sich Schutz suchend an sie klammerte. Sofort wurde das Verlangen ihr Kind zu beschützen stärker als die Angst vor dem Nazgûl und Gilraen fasste einen Entschluss.
Sie nahm ihren Sohn in den Arm und rannte los so schnell sie konnte.
Überrascht sah Elrohir mit an, wie Gilraen verzweifelt versuchte ihr Kind in Sicherheit zu bringen.
Gilraen hatte die Klippe fast erreicht, doch sie verlangsamte ihr Tempo nicht.
Mit wachsendem Entsetzen sah Elrohir zu wie Gilraen am Abgrund stehen blieb, sich umsah, kurz zögerte und schließlich sprang, ihren Sohn fest im Arm.
Elrohir nahm nichts mehr um sich herum wahr. Für einen Moment war es so als sei die Zeit stehen geblieben.
Die grausame Furcht vor dieser dunklen Kreatur hatte Gilraen in den Tod getrieben. Und mit ihr war Arathorns kleiner Sohn, der letzte Erbe Isildurs nur wenige Tage nach seinem Vater gestorben. Die Linie Isildurs war für immer verloschen. Damit war eine große Hoffnung im Kampf gegen den Dunklen Herrscher für immer aus Mittelerde verschwunden.
Erst das grausame Gelächter des Nazgûl brachte Elrohir zurück in die Wirklichkeit.
"Sehr gut, das Weib hat das Problem selbst gelöst", höhnte der Ringgeist. "Jetzt widme ich mich euch, Elbenbrut!"
Mit einer Schnelligkeit von der Gilraen nie gedacht hätte, dass sie möglich war näherte sich Gilraen dem Abgrund. Schließlich erreichte sie die Klippe und blieb stehen. Vorsichtig sah sie sich um und bemerkte erleichtert, dass der Nazgûl sie noch nicht verfolgte. Angetrieben hatte sie der Wunsch, ihr Kind zu beschützen. Doch was nun? Sie wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war bis der Nazgûl die Verfolgung aufnehmen würde. Sie würde es nie und nimmer rechtzeitig schaffen, zum Fluss hinunterzulaufen und die Furt zu durchqueren. Fieberhaft überlegte sie, was nun zu tun sei.
Plötzlich kamen ihre rasenden Gedanken mit einem Mal zu stehen und ihr war so, als höre sie aus weiter Ferne ihren Namen. Schließlich wurde die Stimme lauter und es bestand kein Zweifel mehr.
"Gilraen, verzweifle nicht. Es gibt noch Hoffnung. Du musst uns nur vertrauen."
Irgend etwas sagte Gilraen, dass diese Stimme keine bösen Absichten verbarg.
"Ich vertraue dir", flüsterte sie.
"Du musst springen! Hab keine Angst, deinem Kind und dir wird nichts geschehen. Die Macht der Elben wird euch beschützen."
Gilraen schloss ihren Sohn, der die ganze Zeit leise geweint hatte fest in die Arme und sprach leise auf ihn ein:
"Es tut mir so leid, aber mir bleibt keine Wahl!"
Schließlich holte sie tief Luft und sprang.
Doch der Sturz war viel kürzer als sie erwartet hatte, und statt auf dem harten Fels aufzuschlagen, der das Ufer säumte wurde sie sanft von klarem, tiefem Wasser aufgefangen.
Schnell kam sie wieder an die Oberfläche und dankte den Valar dafür, dass sie schon als Kind schwimmen gelernt hatte. Ihren Sohn noch im Arm ereichte sie das andere Ufer. Sie setzte Aragorn ab und sah ihn besorgt an.
"Fehlt dir auch nichts? Tut dir irgendwas weh?", fragte sie.
Doch Aragorn schüttelte nur den Kopf und strahlte über das ganze Gesicht.
"Nochma!", forderte er.
"Euer Sohn scheint sehr unerschrocken zu sein", bemerkte eine Stimme hinter ihr. Sie drehte sich um und erkannte zu ihrer großen Erleichterung Glorfindel und einige andere Elben.
Plötzlich fielen ihr Elronds Söhne und der Nazgûl wieder ein.
"Elladan und Elrohir stehen auf der anderen Seite des Flusses einem Nazgûl gegenüber! Ihr müsst ihnen helfen!", sprudelte es aus ihr heraus.
"Mit einem werden wir schnell fertig", meinte Glorfindel. Er wies einen der Elben an bei Gilraen zu bleiben und entfachte ein Feuer, an dem die anderen Elben Fackeln entzündeten, die später die mitgebrachten Brandpfeile in Brand stecken sollten und dann die Furt überquerten.
Erst jetzt merkte Gilraen, wie kalt ihr durch die nasse Kleidung war. Auch Aragorn schien inzwischen zu frieren. Zitternd saß er auf der Erde und schlang die Arme um sich. Mit einem Mal empfand sie große Dankbarkeit für seine Rettung. Sie zog ihren Sohn an sich und wärmte sich am Feuer. Zum ersten Mal seit langer Zeit spürte sie, wie die enorme Anspannung in ihr langsam nachließ.
Noch während der Nazgûl näher kam vernahm Elrohir Stimmen und das Klappern von Pferdehufen, das schnell näher kam. Er packte sein Schwert fester. Noch ehe der Ringgeist sie erreicht hatte surrte eine Bogensehne und ein brennender Elbenpfeil sauste durch die Luft. Zitternd blieb der Pfeil im schwarzen Mantel des Nazgûl stecken und entzündete den Stoff sofort. Mit einem ohrenbetäubenden Kreischen ließ der Nazgûl sein Schwert fallen und verschwand rasend vor Angst im Wald.
Mit einem leisen Klirren fuhr das Elbenschwert zurück in die Scheide. Auch Elladan steckte seine Waffe weg. Elrohir wagte nicht, Glorfindel ins Gesicht zu blicken.
"Wir danken euch, aber ich fürchte, es war alles umsonst. Gilraen hat lieber den Tod gewählt als sich und ihren Sohn dem Dunklen Herrscher auszuliefern."
Glorfindel konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Ausgerechnet ein Sohn Elronds unterschätzt die Macht der Elben und die Macht von Imladris. Die Wasser der Bruinen haben ihren Sturz aufgefangen. Sie und ihr Sohn sind wohlauf und warten auf der anderen Flussseite."
Nach einem kurzen Schweigen ergriff schließlich Elladan das Wort.
"Dann lass sie uns endlich nach Hause bringen!"
Tbc
