° Chapter Five. Dining. °

Title: Chaos in the wind - Chapter Five. Dining.
Author: Dawnerah
Rating: T
Pairing: Fred/George :hoppel: Angedeuteterweise. Klar, sie haben sich ja bisher noch nicht getroffen. u,u
Warnings: Slash
Summary: Fred diniert.
Language: German
Words: 1865
Genre: Mystery, Fantasy
Disclaimer: So Leid es mir auch tut, nix mir.


Er hatte jedes Zeitgefühl verloren.

Es gab in Fred's „Zimmer" keine Fenster. Die dichten Steinwände schotteten ihn von jedem verräterischen Geräusch, wie dem Schuhuen eines Uhus, radikal ab und gaben ihm nicht den leisesten Hinweis darauf, welche Tageszeit war.
Die letzten Minuten, Stunden, Tage? hatte der Rothaarige größtenteils mit Schlafen verbracht. Er konnte sich daran erinnern, nichts getrunken oder gegessen zu haben, also waren wohl keine zwei Tage vorbei, sonst wäre er tot.

Während er in einem halbschlafähnlichen, dämmrigen Zustand vor sich hinmoderte (er hatte kein Licht, keine Werkzeuge, man konnte seinen Besitz mit einem Wort gut zusammenfassen: Leere) und noch nicht einmal an Ausbruch dachte, weckte ihn ein plötzlicher Lichtstrahl abrupt auf und er hob träge ein Augenlid.
Das Licht griff ihn aggressiv an, und er schloss sein Auge sofort wieder. Nach einigen Augenblicken fühlte er sich wieder mutig genug, um einen erneuten Versuch zu starten, und diesmal klappte es sogar recht gut.

Die schwarze, steinähnliche Tür war aufgesprungen und dort stand ein großgewachsener Mann. Nähere Details konnte Fred nicht erkennen, da der Kontrast für sein Auge noch immer zu groß war.

Der Mann fing an, in einer ihm unbekannten Stimme zu sprechen, und ehe der Weasley es sich versah, wurde er von einem starken, muskelbepackten Arm aufgehoben und gewalttätig nach draußen gezogen.
Die Tür fiel hinter ihm zu, und eine solche Erleichterung, wie der ehemalige Gryffindor sie im Moment verspürte, fühlt ein normaler Mensch nicht alle Tage.

Langsam hob er seinen Kopf. Das war doch recht unangenehm, da er an seinem Shirt gezogen wurde und sein restlicher Körper schlaff hinter ihm schleifte. In diesem langen Gang herrschte ein stetes, flackerndes Licht. Kerzen, vermutete Fred, also kein natürliches Licht. Er hob den Kopf noch etwas weiter, und während er gezogen wurde und tausende von Staubpartikeln sich in seiner Kleidung verfingen, beobachtete er seine Umgebung so genau, wie er es in diesem Moment konnte. Also kaum.

Ehe sie noch aus einem kurzen Gang herausgetreten waren, spürte Fred plötzlich keinen Zug mehr an seinen Schultern und rappelte sich schwerfällig auf. Der Mensch, der vor ihm stand, erinnerte eher das Kind eines Gorillas und einer Ziege: Er war über zwei Meter groß und bestimmt einen Meter fünfzig breit, würde man ihn zweidimensional ansehen. Seine Arme waren überwachsen von zentimeterlangen, dichtstehenden Haarbüscheln. Seine Kleidung bestand aus einem engen, uh, Fred glaubte erst, seinen Augen nicht zu trauen. Wozu sollte ein Gorillaziegenmensch einen Frack tragen?
Die fetten, schweren Muskeln waren tatsächlich in einen engen, schwarzen Frack gequetscht.

Es war bizarr.

Was aber am meisten den Blick anzog, waren seine beiden großen, dunkelgrauen Hörner auf dem Kopf, weswegen Fred auch die Assoziation mit der Ziege aufgestellt hatte.
Bevor der Weasley mit seiner Observation jedoch weiterfahren konnte, wurde er von dem Koloss wieder auf die Beine gehievt.

„Ugh." meinte er, obwohl die Kreatur zuvor schon bewiesen hatte, dass sie reden konnte. Fred dachte einfach, der Geselle neben ihm hätte ihm gesagt, dass er ihm folgen sollte.
„Name Ugh. Du folgen." Die Stimme war rau, und wenn man Stimmen in Formen pressen könnte, so wäre seine Stimme ein Amboss gewesen.
Fred brauchte einiges Momente, um zu begreifen, was man ihm gesagt hatte. Ugh? War das der Name des Dings? Gut, wieso nicht. Es passte ausgezeichnet zu ihm.

Bleich und entkräftet nickte er. Was hätte er auch sonst tun können, neben einer solchen Übermacht und unbewaffnet?
Stumm fing der andere an, wieder zu gehen.
Nun hatte Fred endlich Zeit, sich ausgiebig umzusehen. Nachdem sie aus dem engen, schlecht beleuchtendem Gang hinausgetreten waren, waren sie in einem breiteren Gang angekommen, der eher an ein sehr lang gezogenes Zimmer erinnerte und kein Ende zu haben schien.

Der Boden war samtig und rot, was man sehr gut durch die herabhängenden, alles erhellenden Kronleuchter sehen konnte. An den Wänden hingen alte, große Gemälde, vermutlich aus dem Mittelalter, die von Zeit zu Zeit von schönen Mahagoni-Türen unterbrochen wurden.
Dies schien ein Schloss zu sein, in dem jemand wohnte, der keine Angst vor Gorillaziegenmenschen hatte.
Nach einer halben Ewigkeit kamen Fred und sein stummer Begleiter am Ziel an, was der Rotschopf dadurch bemerkt, dass Ugh plötzlich stehen blieb und er selbst in den anderen hineinrannte.

„Da. Rein." Ugh stieß unelegant die Tür auf, vor der er kurz verweilt war. Sie war doppelt so groß als die anderen Türen, die Fred während seinem Lauf gesehen hatte.

Die beiden waren nun in einem riesigen, überwältigenden Raum. Der Teppich hatte sich von Rot in ein tiefes Dunkelblau verwandelt und war mit geschmeidigen, hellblauen Zeichnungen übersehen. Die Wände, sofern erkennbar, waren nicht mehr aus einfachem, poliertem Holz, sondern sie bestanden aus Blattgold und Verzierungen aus Silber waren angebracht. Überdeckt wurde diese famose Wand von Landschaftsgemälden.

Das Licht spendete ein riesiger Kronleuchter, die über und über mit Diamanten versehen war. Fred ekelte sich und war gleichzeitig auch begeistert von diesem Protz, dass er erst gar nicht bemerkte, dass Ugh und er nicht mehr allein im Raum waren.
In der Mitte der Halle stand ein riesiger, glänzender Tisch, auf dem schon allerlei Speisen und Getränke versammelt waren. Um ihn herum standen etwa zwanzig mit Seide überzogene Stühle, für die der Rothaarige kein Auge mehr hatte. Nach seiner unfreiwilligen Diät nun solche Herrlichkeiten zu sehen, ihm lief das Wasser im Munde zusammen.

Diener, normale Menschen, schwirrten um sie herum und schienen sehr beschäftigt mit dem Tisch zu sein, als plötzlich eine sonore Stimme erklang. Fred konnte nicht verstehen, was der Unbekannte sagte, aber er saß ihm direkt gegenüber am anderen Ende der Tafel, und kaum hatte er geendet, hörten die Butler auf, sich zu bewegen, und verschwanden so schnell wie Mäuse.
„Hallo, Frederick." meinte eine angenehme Stimme mit einem starken Akzent.
„Bitte setze dich zu mir. Und vergib', wie du behandelt wurdest - ich hatte leider keine andere Wahl und hoffe, dich durch dieses Festmahl wieder aufheitern zu können."

Neugierig spähte der ehemalige Gryffindor um gebratene Truthähne herum und erblickte einen Mann in seinen besten Jahren mit langen, schwarzen Haaren und einem kostbaren Gewand.
„Hier ist nichts vergiftet." Zum Beweis nahm der Schwarzhaarige ein Glas Wein, trank einige Schlücke und gab ihn dann an einen aus dem Nichts aufgetauchten Diener, der das Glas an Fred weiterreichte.

Dieser bemerkte erst jetzt, wie ausgedörrt er war, und griff gierig nach dem Getränk. Mit nur zwei Schlücken war der ganze Alkohol ausgetrunken und das Glas zerklirrte auf dem Boden. Gleich nach dieser Aktion zerrte Ugh Fred an den Tisch und schubste ihn unsanft auf den reich verzierten Stuhl gegenüber vom anscheinenden Schlossherrn.

„Bitte, iss, was dein Begehr ist." Diese Person schien eine alte Sprache zu nutzen, und dank des Akzents war Fred sich nicht wirklich sicher, was eben zu ihm gesagt wurde. Doch trotzdem befolgte er den Befehl, obwohl er im Befehle befolgen nie gut gewesen war, und aß wie vom Teufel besessen, während der andere ihm lächelnd zusah.

„Wer sind Sie?" Nachdem der gröbste Hunger gestillt war, fragte Fred nun diese Frage, die ihm auf der Zunge lag. Dieser Mann strahlte eine Aura von Respekt aus, dass selbst der rothaarige Weasley zugeben musste, dass er Autorität besaß.
„Man nennt mich Lord Angulasz Phrak Malfoy." meinte er mit demselben Lächeln, das er schon die ganze Zeit aufgetragen hatte, und Fred gab sein möglichstes, um sich die Überraschung nicht allzu sehr ansehen zu lassen.

Ob ihm das gut gelang, war eine ganz andere Frage.

„Ja, du hast Recht gehört, Frederick. Ich bin ein Vorfahr von dem kleinen Draco. Er hat mir von dir erzählt." Seltsamerweise hörte das Wesen nie auf, beruhigend zu lächelnd, selbst, wenn er sprach. Eine eigenartige Gabe.
Gerade wollte der Weasley etwas erwidern, als der Malfoy anfing, wieder zu sprechen. „Es tut mir wirklich Leid, dass du all das hier ertragen musstest. Ab morgen wirst du als echter Gast behandelt, das verspreche ich dir, aber bis jetzt-"

Fred musste ihm einfach widersprechen.
„GAST!" schrie er wütend auf. „Gast! Ich wurde gegen meinen Willen entführt, das trifft die Sache wohl eher! Kannst du dir eigentlich vorstellen, was es für mich bedeutet, länger von-" Er machte eine kurze Pause, in denen er in Gedanken George's Namen durch andere vertauschte, was ihm einen nachdenklichen Blick vom Malfoy einbrachte, „… den anderen getrennt zu sein!" Er verschnaufte und ließ Angulasz etwas zu seiner Verteidigung sagen.

„Nein." Sein Gegenüber lüpfte eine Augenbraue. „Ich habe keinen Zwilling, daher kann ich es mir nicht vorstellen."
Fred erbleichte. Entweder dieser Zauberer beherrschte eine außergewöhnlich hohe Form des Gedankenlesens (1) oder er wusste zuviel.

„Aber ich habe Pläne mit dir, Frederick. Und wenn diese so laufen, wie ich es mir vorstelle, so kannst du bald zurückkehren zu… den anderen." Das letzte Wort wurde von einem verschmitzten Lächeln begleitet.

Fred fühlte sich ertappt und war sich plötzlich unheimlich sicher, dass diese Person etwas von seinen Gefühlen für seinen Zwilling wusste.
Erst die Bemerkung eben und nun dieses Grinsen.
Wenn Fred Weasley unsicher schauen könnte, so hätte er das nun gemacht, aber leider fehlte dieses Adjektiv komplett in seinem Wortschatz, und so besah er sich seinen ‚Gastgeber' genauer.

Der Lord hatte, wie schon erwähnt, hüftlanges, samtiges schwarzes Haar. Die Falten waren ihm nicht wirklich anzusehen, und die grauen Augen (MALFOY-Augen, würde Fred's kleiner Bruder wohl sagen) übten eine gefährliche Faszination aus. Die Lippen waren blassrot, und auch die Haut war heller als man erwartet hätte.

Die Kleidung war in einem Mitternachtsblau gehalten, passend zum Raum. Es war eine traditionelle Zaubererrobe, die von oben bis unten durchgehend zuknöpfbar war.

Schnell sah Fred wieder in's Gesicht des anderen und befeuchtete seine Lippen nervös mit seiner Zunge, ehe er weitersprach. Dieser Mensch flößte instinktiv Respekt ein, zudem war er ihr gefangen.
„… Gut, ich werde Folge leisten." knurrte er und erntete ein weiteres Lächeln.
„Dann iss' nun, Frederick. Ich will, dass du schön kräftig bleibst." erwiderte der Schwarzhaarige und der Weasley fing an, langsam die Gabel vom Teller zum Mund führen.

Er würde schon wieder hier herauskommen, und wenn er dafür dem Teufel seine Seele verkaufen würde.

Sein Bruder war bestimmt schon krank vor Sorge…


(1) - Verzeiht mir, ich habe vergessen, wie man diesen Spezialbegriff in der HP-Welt nennt. Ehehe.


A/N.: Soso, update ich also auch mal wieder… verzeiht mir, so ein Kapitel schreibt sich einfach nicht von allein. Sorry.Schon vom Prolog an wollte ich dieses Kapitel unbedingt schreiben - Fred isst mit dem Fremden zu Abend. Gut, die Szene ist dann doch etwas anders angekommen, als ich sie mir vorgestellt hatte, aber nunja…
Zudem fängt die Story an, Gestalt anzunehmen. Ich weiß zwar immer noch nicht, was im übernächsten Kapitel passieren wird, wie immer also, aber ich tüftele so langsam Details aus - lasst euch überraschen ;)
Und ja, auch, warum Luna von Draco dunkelelfisch beigebracht bekommen hat, ist nicht vergessen, glaubt mir.
Mehr gibt's auch nicht zu sagen (meine Anmerkungen sind bald länger als die Kapitel… u,u)
Reviewen wird für mein Leben gern gesehen, tehehe.
Lg!
Dawnerah