06 Kapitel – Der Weckruf der anderen Lust

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Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

Manfred Grau
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Zwei Minuten später erschütterte ein Wutschrei das Haus Rosier. Evan stand im Zimmer seiner Tochter und begriff sofort, dass nur sie sich als das ominöse ‚Hausmädchen' entpuppt haben konnte. Wütend knallte er mit seiner Hand gegen einen Spiegel, der darauf in tausend Stücke zerbrach. Er ignorierte den Schmerz, zu groß war seine Wut von seiner missratenen Tochter ausgetrickst worden zu sein.

Rosier schnaubte wie ein Stier und zwang sich dann ruhig durchzuatmen. Wenige Augenblicke stand er in seinem Arbeitszimmer und kritzelte eilig etwas auf ein Stück Pergament, dann vervielfältigte er es und schickte seine Eule mit den Briefen in die dunkle Nacht.

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Abgehetzt, völlig fertig und vollkommen verschwitzt bog Helen schließlich schwer keuchend um die Ecke zu Gringotts. Es war kurz nach neun Uhr und sie hoffte, noch auf Sirius zu treffen.

Aufmerksam sah sie sich um, doch von ihrem selbst erwählten Retter war weit und breit keine Spur. Frustriert stampfte sie mit dem Fuß auf und musste einen Schrei unterdrücken. Sie war so weit gekommen, da konnte sie doch jetzt nicht einfach in den letzten Metern scheitern?

Wieder sah sie sich um, aber konnte niemanden erkennen, der sie kennen konnte. Also nahm sie ihren Koffer in die Hand und eilte zum Eingang der Bank. Gringotts war im Begriff zu schließen, doch nach einigem Zureden konnte Helen den Kobold am Eingang überzeugen, doch noch vorgelassen zu werden. Sie zeigte ihre benötigten Papiere und nach mehreren prüfenden, misstrauischen Blicken seitens des Kobolds, wurde ihr schließlich der Inhalt des Verließ' ausgezahlt. Helen erschrak sich über die tatsächliche Menge, aber sie plante, England für immer den Rücken zuzukehren, so dass sie schließlich doch alles nahm.

Sie bat den Kobold, für einen Moment in einen abseits gelegenen Raum verschwinden zu dürfen. Wieder dauerte es, bis der kleine Kerl durch ein Nicken seine Bestätigung gab. Ein Zweiter führte sie zu einer entsprechenden Lokalität und ließ die junge Hexe allein. Helen nahm das Geld, öffnete den Koffer und deponierte ein Großteil in verschiedenen Seitentaschen. Den Rest versteckte sie in ihrer Kleidung, einen Bruchteil tat sie in ihr Portemonnaie. So ausgerüstet kehrte sie in die Halle zurück und gab bekannt, dass sie nun fertig war. Mit einem Kopfnicken verabschiedete sie sich und trat vorsichtig aus Gringotts.

Aufmerksam sah sie sich auf dem Vorplatz um, sie wollte weder ihrem Vater noch seinen Freunden in die Hände fallen. Doch es war zu spät. Ehe sie überhaupt reagieren konnte, wurde sie gepackt und schon spürte sie die verräterischen Anzeichen des Apparierens. Helen hatte keine Chance sich zu wehren.

ooOoo

Ein bekannter platinblonder Mann hockte derweil absolut unmondän mit einer fürchterlichen Laune auf einem Baumstumpf vor einer abgelegenen Hütte und wartete. Das Gespräch mit Karkaroff dauerte bereits seit mehreren Stunden und langsam aber sicher verlor er die Geduld. Ein Malfoy harrte ungern aus, er ließ warten. Leider sah Lord Voldemort dies anders. Er ließ sich Zeit und dachte nicht an seinen folgsamen Todesser, der wie ein normaler Todesser Wachdienst schieben musste. In solchen Momenten hasste Malfoy sein Leben.

Gerade, als er bei der zweiundzwanzigsten Überlegung, wie er seinem Leben möglichst effektiv ein Ende bereiten konnte, angekommen war, ging die Tür zur Hütte auf und Karkaroff kam heraus. „Er will Sie sehen."

Die beiden Männer fixierten sich für einen Augenblick, dann nickten sie sich gegenseitig zu. „Wann kehren Sie zurück?", fragte der Blonde. „Morgen oder übermorgen, ich habe noch eine Verabredung", antwortete der Russe.

Malfoy nickte knapp und ging dann zur Hütte hoch. Bevor er klopfen konnte, schwang die Tür auf und der Dunkle Lord rief ihn herein. Er ging in die Mitte des Raumes und verbeugte sich.

Ungeduldig winkte Voldemort seinen Anhänger näher. „Setz dich, Lucius. Möchtest du einen Bordeaux?"

„Gern, Herr. Danke, Herr." Sekunden später hielt Malfoy ein Glas mit dem edlen Rebensaft in der Hand.

„Ich habe Karkaroff deinen Vorschlag unterbreitet. Er war einverstanden." Gedankenverloren starrte der Lord in das Feuer, das im Kamin brannte. „Für die Zeit in Russland wirst du als mein Stellvertreter fungieren. Du hast sämtliche Verfügungsgewalten, wenn du spontane Entscheidungen treffen musst. Halte mich aber auf dem Laufenden."

Ungläubig starrte Malfoy seinen Herrn an. „Danke… Herr."

Jener tat es mit einem Kopfnicken ab. Er hatte überlegt, ob er Malfoy soviel Macht und Verantwortung geben sollte, sich aber dafür entschieden. Es war an der Zeit seinen jungen Todesser zu ermutigen. Für Voldemorts Geschmack war Shivas Enkel zu weichherzig. Russland bot eine gute Möglichkeit für den Mann, sich ebenfalls weiterzuentwickeln. Er setzte auf seine Erfahrung als ‚Ausbilder'. Mit jedem neuen Todesser würde auch Malfoy lernen. Wenn alles nach Plan verlief, hatte er Ende des Jahres einen vorzeigbaren Todesseranführer, der gewisse Arbeiten für ihn erledigen konnte. Tödliche Aufträge.

Recht schnell verabschiedete sich der Lord von seinem Todesser und beauftragte ihn, etwas zu den Lestranges zu bringen. Malfoy nickte und nahm das kleine Päckchen in Empfang. Nachdem er sich ein letztes Mal vor seinem Herrn verbeugt hatte, eilte er zur Tür und über die Wiese zu der unsichtbaren Grenze, ab der er apparieren konnte.

Einen Augenblick später befand er sich mitten in London. Der Trubel, der um ihn herum herrschte, nervte ihn. Doch mit einer beneidenswerten Ruhe blendete er ihn aus und bahnte sich seinen Weg durch die Menschenmassen. Er hasste es, dass die Lestrange zentral wohnten. Warum konnten sie sich nicht einen Ort ausgesucht haben, der ein wenig außerhalb lag? Seitdem das Apparieren erfunden worden war, stellte es keinen Hinderungsgrund mehr da. Innerhalb von Sekunden war man an einem anderen Ort.

Ermüdet schüttelte er den Kopf. Irgendwann würde der Zeitpunkt kommen, an dem ihm die anderen aus dem Weg gingen. Er hatte vor, den Namen Malfoy bekannt zu machen. Jeder würde ihn mit Respekt aussprechen. Ein böses Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus.

Zehn Minuten später betracht er eine Kneipe von zweifelhaftem Ruf, grüsste den Inhaber und verschwand unauffällig in den Hinterzimmern. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung zu der gesuchten Wohnung.

Ungeduldig klopfte er an die Tür.

Rodolphus öffnete schließlich und bat seinen Gast lächelnd ein. „Lucius. Schön, dass du uns einmal besuchen kommst. Bel ist bei ihrer Kusine."

„Wie schade. Ich hätte sie gern mal wieder gesehen. Deine Frau wird von Tag zu Tag hübscher", erwiderte Lucius charmant, was Rodolphus spielerisch mit dem Zeigefinger winken ließ. „Denk nicht mal dran, alter Freund." Er führte seinen Freund in ein geräumiges Wohnzimmer. „Kann ich dir etwas zu Trinken anbieten?"

Der blonde Zauberer hob abwehrend die Hände. „Danke nein. Ich komme gerade von unserem Herrn und sein Wein war diesmal zwar wieder äußerst delikat, allerdings auch entsprechend schwer."

Rodolphus lachte röhrend. „In der Tat. Seine Weine sind unter Umständen schwer bekömmlich…" Er setzte sich seinem Gast gegenüber in einen gemütlichen Sessel. „Bist du nun endgültig aus Russland wiedergekommen?"

Lucius schüttelte den Kopf. „Nein. Ich hatte nur eine Verabredung mit dem Dunklen Lord. Morgen kehre ich wieder zurück."

Lestrange legte den Kopf schief. „Was genau machst du eigentlich drüben?"

Malfoy lächelte. „Berufsgeheimnis", witzelte er und fiel in das Lachen ein.

„Bist du eigentlich wirklich im Auftrag des Lords unterwegs?"

„Ja. Ich habe seine Vollmacht erhalten." Ein prahlerischer Unterton war in der Stimme des blonden Zauberers wahrzunehmen.

Rodolphus staunte. „Wow… Du als Botschafter des Dunklen Lords. Meinen Respekt." Er war offensichtlich neidisch, dass der junge Mann vor ihm etwas erreicht hat, wovon er immer geträumt hatte. Doch er war klug genug, seine Missgunst zu verbergen. Schließlich war es nicht klug, sich mit einem geschätzten Anhänger Voldemorts anzulegen.

„Wie wäre es, wenn wir uns einen schönen Abend im Chez Mére Griseldis machen? Komm schon, Lucius. Der alten Zeiten wegen. Wir hatten immer soviel Spaß. Und seitdem Severus nicht mehr dabei ist…" Provokant ließ er den Satz offen.

„Lass uns gehen", knurrte Malfoy. Er erinnerte sich an sein Vorhaben, nicht mehr an eine bestimmte, dunkelhaarige Hexe zu denken. Nun, es war der beste Zeitpunkt damit anzufangen.

ooOoo

Die beiden Männer bogen in die Nockturngasse ein und folgten ihrem Verlauf eine ganze Weile. Die Gegend veränderte sich langsam und unbemerkt. Erst wenn man an seinem Ziel angelangt war, registrierte man, wie heruntergekommen die Umgebung war. Auch das Chez Mère Griseldis bildete keine Ausnahme. Es fügte sich nahtlos in die Nachbarschaft ein. Doch unter Kennern war diese Lokalität ein wahrer Geheimtipp.

Von Außen erinnerte es an eine Muggelkneipe. Ein großes Gebäude mit ausladenden, breiten Fenstern, die in sich unterteilt waren, ließ nicht darauf schließen, dass es sich in Wirklichkeit um ein bestimmtes Etablissement handelte.

Grinsend ging Lestrange vor und öffnete die Tür. Malfoy nickte ihm kurz zu und betrat dann den Raum, in dem Zauberer aus allen Gesellschaftsschichten um Runde Tische saßen. Ein paar spielten Karten, andere wiederum buhlten um die Aufmerksamkeit der ‚Kellnerinnen'. Der Raum war rauchig, aber seltsamerweise bemerkte man ihn nicht. Hier und da standen einschlägige Lampen auf den Tischen, die darauf schließen ließen, dass im hinteren Teil der Bar durchaus intime Arrangements geschlossen wurden. Die Stühle waren mit samtig flauschigem Plüsch überzogen, die mal weinrot und mal schwarzweiß waren. Der komplette Raum war in diesen Farbkombinationen gehalten, so dass ein man im ersten Moment wie erschlagen wirkte, sich aber beim zweiten Hinsehen eines gewissen Charmes nicht erwehren konnte.

Auf der rechten Seite befand sich eine Bar wie aus alten Muggelfilmen. Gerade stand ein blutjunges, sehr hübsches Mädchen in knapp gehaltener Kleidung hinter dem Tresen und beeilte sich, der Bestellung nachzukommen. Zwischendurch wehrte sie sich gegen die anzüglichen Bemerkungen, indem sie einen kessen Spruch vom Stapel ließ.

Beobachtet wurde die ganze Szenerie von einer Dame nebelhaftem Alter, die in einer Ecke nahe der Tür stand und sich scheinbar mit Stammgästen unterhielt. Sie hatte die Tür immer im Blickwinkel, so dass ihr kein Neuankömmling entging. Als sie Rodolphus und Lucius' gewahr wurde, huschte ein Lächeln über ihre stark geschminkten Lippen. Diese beiden jungen Männer hießen ertragreiche Kundschaft.

Jene Männer bemerkten Mère Griseldis sofort. Sie blieb ihrem Stil der zwanziger Jahre treu und dominierte heute in einem puscheligem Rosaton. Während sie auf die Herren zuschritt, versenkte sie schnell die Reste ihrer Zigarette. Lucius hatte sich mittlerweile an ihre bestimmte Art und Weise gewöhnt, so dass es ihn nicht mehr störte. Sie begrüßten sich wie alte Bekannte und niemand der Anwesenden, hatte den Eindruck, dass sie es nicht auch wahren.

„Was möchten Sie trinken?", fragte Mère Griseldis überschwänglich. Sie freute sich immer, Malfoy zu sehen. Den Bonus in der Abendkasse konnte sie jedes Mal gut gebrauchen. „Ich lade Sie ein." Die Männer sahen sich an und bestellten kollektiv Whiskey. Die Dame nickte und wies das Mädchen hinter dem Tresen an, dann winkte sie ein Weiteres zu sich. „Amè, komm her." Die junge Frau mit den langen honigblonden Haaren nickte und kam hüftschwingend näher. Sie stellte sich zwischen die beiden Herren und schmiegte sich an sie. „Einen schönen guten Abend", sagte sie mit verführerischer Stimme und klimperte mit ihren langen Wimpern.

Malfoy sah seinen Begleiter an und seufzte dann. Ein Griff in seinen Umhang und schon hatte er eine Handvoll Galleonen auf die Theke gelegt. Wahrscheinlich hätte er sich das Chez für eine ganze Nacht kaufen können, doch es interessierte ihn nicht. „Behalten Sie das Wechselgeld." Die Hausherrin nickte mit leuchtenden Augen.

Auch Amè war seiner Bewegung mit begehrlichem Blick gefolgt, was Malfoy mit einem kalten Lächeln quittierte. „Versuch es erst nicht." Sie lachte perlend und zog den reichen Sprössling fordernd an sich. „Was Sie mir alles unterstellen, Monsieur." Rodolphus rollte grinsend mit den Augen, wohingegen Lucius leise lachte und die Handgelenke der jungen Hure, deren Hände unter seinen Umhang gefahren waren, und schob sie mit sanfter Gewalt von sich. Dabei schnalzte er leicht missbilligend mit der Zunge. „Man hat es ja mal probieren können", lachte Amè und warf ihm einen verführerischen Blick zu.

Malfoy und Lestrange lachten, als sie ihr in das Zimmer folgten, welches Amè für sich beanspruchte. Es war klein und sauber, doch das störte niemanden, solange das Bett bequem war. Die junge Frau ließ sich darauf sinken und räkelte sich verführerisch zwischen den Laken. Lucius lachte heiser. Lestrange war vergessen.

Er ging auf das Bett zu und öffnete dabei den Umgang. Sie begann sich mit ihren Händen zu streicheln und als sie über ihre Brüste fuhr, um sie zu kneten und ihm dabei einen anzüglich verführerischen Blick zuwarf, war es um Malfoy geschehen. Innerhalb von Sekunden war er über ihr und begann, ihren Körper mit Küssen zu bedecken. Als er sich ihrem Mund näherte, drehte sie den Kopf zur Seite und lächelte verneinend. Er verstand und respektierte ihre Grenze.

Das Kleid war schnell entfernt, seine Garderobe ebenfalls. Amè schlang die Arme um seinen Hals und öffnete einladend ihre Schenkel, nur um ihn tief in sich aufzunehmen. Sie stöhnte wohlig. Es gefiel ihr. Selten waren Männer fordernd, aber dennoch zärtlich. Als er ihr ungestüm in den Hals beißen wollte, bäumte sie sich unter ihm auf. Er respektierte es. Er stieß noch ein paar Mal in sie, dann ergoss er sich.

Rodolphus saß gelangweilt auf einem Stuhl und sah auf die erschöpfte Hure und den selig dösenden Lucius hinab. „Ist das alles?", fragte er eine Spur zu gelangweilt. Was er gesehen hatte, war durchaus förderlich für seine eigene Erregungskurve gewesen, doch lediglich als Aperitif. Er brauchte was anderes.

„Steh auf", befahl er Amè und warf ihre Kleidung zu dem jungen Mädchen. Es stand verdutzt auf, hoffte es doch auf einen großzügigen Bonus, doch dieser blieb ihr verwehrt. So trottete sie schmollend aus dem Raum und Rodolphus folgte ihr umgehend.

Im öffentlichen Bereich angekommen, steuerte er direkt auf Mère Griseldis zu. „War alles zu Ihrer Zufriedenheit?", erkundigte sich die besorgte Inhaberin.

„Für den Anfang…" Rodolphus lächelte vielsagend. „Ist Amìr heute da?"

„Ja, aber sie-" Weiter kam Mère Griseldis nicht. Rodolphus hatte sich umgedreht und schon die junge Frau entdeckt, die mit ihrer drallen Figur einen krassen Gegensatz zu den anderen, eher zierlichen Mädchen darstellte. Sie hockte gerade bei einem möglichen ‚Besucher' auf dem Schoß und schien sich prächtig zu amüsieren. Ob es nun an dem Mann oder seiner prall gefüllten Geldbörse lag, war nicht zu erkennen. Rodolphus steuerte auf sie zu und lächelte den Mann falsch an. „Entschuldigung, aber das Mädchen ist gebucht." Er zog die verdutzte Amìr von dessen Schoß und zog sie hinter sich her. Mère Griseldis rannte eilig zu dem Mann hin und bemühte sich um Schadensbegrenzung.

Lucius Malfoy hatte sich einstweilen frisch gemacht und seine Kleidung angezogen. Gerade als Lestrange die Tür öffnete, zog er mit einer letzten Bewegung seinen teuren Umhang gerade. Er drehte sich um und blickte irritiert auf die junge Frau.

„Das ist Amìr und jetzt zeigen wir dir mal, was ein guter Fick ist." Er lachte dreckig und stieß die junge Frau zu Boden. Scheinbar war sie eine solche Behandlung gewöhnt, denn sie machte alles andere als den Eindruck, irgendwelche Einwände zu hegen.

Lucius seufzte und steuerte auf einen Sessel zu, nur um sich danach in gemütlicher Position reinzusetzen und dem Geschehen zuzusehen.

Rodolphus sah auf die junge Hexe herab, die auf allen Vieren auf dem Boden kniete und den Kopf gesenkt hielt. „Du bist eine brave kleine Hure, nicht war Amìr?" Als sie nicht reagierte, blieb er hinter ihr stehen. Noch immer gab sie keinen Mucks von sich. Rodolphus warf seinem Freund einen genervten Blick zu. Dann schnellte er vor und presste die Frau mit dem Nacken zu Boden, so dass ihr Hinterteil verführerisch in die Luft gereckt war. „Nicht wahr, Amìr?", fragte er daher erneut.

„Ja", keuchte sie und wusste genau, was als Nächstes kam. Sie wollte es. Es gefiel ihr.

Rodolphus spielte gern mit Amìr. So war diese ‚Eröffnung' mittlerweile schon fast wie ein Ritual geworden. Er stand auf, hob sein Bein und platzierte seinen Fuß direkt in ihrem Nacken. Die Tatsache, dass er Stiefel dabei trug, schein keinen von Beiden zu stören.

Interessiert beugte sich Lucius Malfoy vor. Er hatte bereits von derlei Praktiken gehört, aber bislang noch nicht das Glück gehabt, bei so etwas zuzusehen.

„Und, was bist du, Amìr?", fragte Rodolphus leise.

„Ihre gute Hure… Sir."

„So ist's brav." Lobend beugte er sich vor und tätschelte Amìr das dralle Hinterteil. „Und was möchte eine gute Hure besonders gern?"

„Sie zufrieden stellen… Sir."

„Netter Anfang." Lestrange löste sich von der am Boden knienden Frau und trat zurück. „Zieh mir die Schuhe aus."

Lucius verlagerte seine Position und beobachtete, wie Amìr den Befehlen des älteren Todessers nachkam. Scheinbar bereitete es ihr selbst sogar gewisse Lust. Er sah, wie Lestrange ihr ins Haar griff und sie gewaltsam hoch beförderte, nur um sie umgehend aufs Bett zu schmeißen. Sofort war er bei ihr und riss an ihrem Kleid. Als sie sich ihrerseits an seinen Stoffen zu schaffen machen wollte, gab ihr der Mann eine schallende Ohrfeige. „Das habe ich dir nicht erlaubt", keuchte er.

Für Lucius' war diese Ohrfeige bei weitem nichts Schockierendes. Manchmal brauchte eine Frau das. Er sah lediglich zum ersten Mal, dass eine Frau dies sogar zu genießen schien. Es irritierte ihn nicht, doch es machte ihn neugierig. Er hörte, wie sein Freund die junge Frau anschrie, sie „Schlampe" nannte oder „Bückstück". Er sah, wie Rodolphus in das Fleisch des Mädchens kniff und ihr Schläge auf das einladende Hinterteil gab. Sie bettelte nach mehr. Es erregte ihn.

Die offensichtliche Hingabe dieser jungen Frau weckte Neugier in ihm. Das Spiel der Macht kannte er bei seinen Gegner. Die Partie der Unterdrückung bei seinen Opfern. Doch nun erlebte er diese beiden Aspekte in einer vollkommen neuen Dimension. Er sah, wie Rodolphus Lestrange die Macht über das Weib genoss. Er fühlte regelrecht das Verlangen, was die beiden ausstrahlten und er begann zu begreifen, dass zu diesem Spiel viel mehr Intensität gehört, als auf dem Wege, den er bislang gegangen war.

Er stand auf und trat näher. Rodolphus lag auf dem Bett, Amìr kniete zwischen dessen Beinen und befriedigte ihn mit dem Mund. Rodolphus sah auf und lud seinen Freund ein, dazuzukommen. „Komm, Lucius, bedien dich. Sie mag es." Harsch befahl er Amìr ihr Tun zu unterbrechen und rutschte höher. Sie folgte ihm und wackelte dabei verführerisch mit ihrem Hintern. Sie schien ihn geradezu aufzufordern. Er hob die Hand, blickte noch einmal auf das vor ihm kniende Stück Fleisch und schlug zu.

Er hatte Blut geleckt… und er wollte mehr, viel mehr…


Begriffe:

- mondän, frz.: betont elegant

Anmerkung:

Das Chez Mère Griseldis habe ich aus Eosphoros' FF (http:// www. fanfiktion.de /u / Eosphoros natürlich ohne Leerzeichen) „Das Kätzchen in der Torte" bzw. aus der Fortsetzung „Das Kätzchen lässt das Mausen nicht" entliehen (mit ihrer freundlichen Genehmigung). Ich kann diese beiden Geschichten nur wärmstens empfehlen. Es dreht sich zwar um Sirius Black, aber das macht absolut nichts. Sogar ich, die den Charakter SB eigentlich nicht mag, liebe diese beiden FFs. Eosphoros hat seine Persönlichkeit selbstständig weiterentwickelt und zu einem liebenswerten Zauberer gemacht, den sogar ich knutschen könnte. (Und das heißt was gg).

Wer außerdem wissen möchte, was mit den Zigaretten von Mère Griseldis passiert, sollte ebenfalls lesen.

Schaut doch einfach mal rein und lasst euch in eine wunderbare Welt entführen. Im zweiten Teil gibt's auch ganz viel tollen Lucius zwinker

Zu den Namen…. Kein Kommentar gg

Zu Lucius Malfoy: Das erotische Intermezzo mit Amè war ein wenig kalt, gebe ich zu, aber ich darf mein Pulver doch nicht verschießen. Schließlich gibt es da noch Helen….

Zu Rodolphus Lestrange: Ich habe ihn absichtlich so dargestellt, um später den Unterschied zu Lucius' Dominanz demonstrieren zu können. Rodolphus Art und Weise ist ein „So macht man es nicht" zwinker

Ich brauche ich diese Szene, um zu zeigen, wie Lucius' Interesse an diesem Metier (siehe QED) geweckt wurde und um gleichzeitig einen Unterschied zu demonstrieren. Aber wie immer im Leben gibt es auch hier Frauen, die solcherlei Praktiken mögen.