16. Kapitel – Der Morgen danach
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Menschenschicksale
sind lose Blätter, die vom Winde getrieben zur Erde fallen,
vergehen, und keine
Spuren hinterlassen.
Wilhelm Vogel
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Der Morgen graute bereits und trotzdem saßen noch immer Gäste im DinGrinder. Little M. tauschte mit seinen Mädchen genervte Blicke. Öffnungszeiten gab es in dem Etablissement nicht, solange noch Gäste da waren, musste die Show weitergehen. Ein junger Todesser schien seinen Geburtstag zu feiern. Zum unzähligsten Male stieß er mit seinen zahlreichen Gästen an und schien dem Alkohol gewaltig zugesprochen hatten. Sie lachten. Sie grölten. Sie pfiffen, während die Mädchen des Nachtlokals mittlerweile vollkommen übermüdet auf der Bühne eine gute Performance hinzulegen.
Little M. stand neben der Bar, ein Sektglas locker in der Hand haltend, und machte die Abrechnung. Der zweite Mann, der an der Theke saß, rührte nachdenklich mit dem Stab seiner Cocktailkirsche in seinem Glas und schien vollkommen in Gedanken versunken zu sein. Rabastan Lestrange war ein Todesser, den der Conferencier schlecht einschätzen konnte. Aufgrund dessen scheinbar engen Freundschaft zu Malfoy, war er vorsichtig mit dem, was er sagte und tat.
Als das hauselfenähnliche Wesen, welches bereits den Wodka zu Malfoy gebracht hatte, erschien, schrak Little M. regelrecht zusammen. Es berichtete, dass Malfoy ihm am Abend zuvor befohlen hatte, bereits um fünf das Frühstück zu servieren. Little M. nickte und wandte sich wieder seiner Abrechnung zu, als sich die Eingangstür erneut öffnete
Ungewohnt ausgeschlafen und vor allem erholt, wachte Helen am nächsten Morgen verhältnismäßig früh auf. Ihr hatten die vergangenen Stunden Schlaf sehr gut getan. Sie lächelte noch mit geschlossenen Augen und streckte sich wohlig in dem großen, bequemen Bett. Es herrschte eine Ruhe, die sie schon lange nicht mehr hatte genießen dürfen. In Hogwarts war ständig etwas los gewesen. Eines der anderen Mädchen hatte im Schlaf andauernd geweint, ein anderes gesprochen. Am Anfang hatte Helen immer gedacht, es hätte Angst und war versucht, es zu trösten, doch schnell hatte sie das Gegenteil gelernt. Diese, ihr vollkommen unbekannte Stille, hatte etwas Beruhigendes an sich. Helen traute sich kaum, ihre Augen zu öffnen, aus Angst, den magischen Moment zu zerstören. Langsam wachten auch ihre anderen Sinne auf. Der Geruchssinn teilte ihr den Duft von frischem Tee mit. An ihr Ohr drang ein leises, atmendes Geräusch. Sie war also nicht allein im Zimmer.
Nicht allein! Sofort war Helen hellwach und hatte sich bereits im Bett aufgesetzt. Das Kleid, welches sie bereits am Vorabend getragen hatte, war zerknittert, aber ansonsten schien sie vollkommen unberührt zu sein. Erleichterung machte sich in der jungen Hexe breit. Doch sie übersah nicht den friedlich wirkenden Mann, der aufrecht mit ausgestreckten Beinen auf dem Sofa saß, unweit einer kleinen Flasche und zweier Frühstücksgedecke, und der die Arme vor der Brust verschränkt hatte. Sein Kinn war ihm auf die Brust gesunken, so dass die langen, hellblonden Haare wie ein Vorhang vor seine Augen fielen. Seine Haltung sah furchtbar unbequem aus, aber sie hinderte ihn nicht daran, tief und fest zu schlafen. Helen lächelte. Im Schlaf waren seine Gesichtszüge entspannt und er wirkte wesentlich jünger, als er es eigentlich war.
Ihr Blick eilte hastig durch den Raum und blieb schließlich an seinem Zauberstab hängen, den er unachtsam auf den Schreibtisch gelegt hatte. Eine Welle der Erregung erfasst sie. Ein Zauberstab. Endlich würde sie fliehen können. Auch wenn sie keinerlei Zeit gehabt hatte, sich einen richtigen Fluchtplan zu überlegen, so verdrängte sie diese Komponente weit in ihren Hinterkopf. Darüber würde sie sich später Gedanken machen. Ließe sie die Überlegung jetzt zu, sie würde verrückt werden.
Mit einem leisen Rascheln stand Helen vom Bett auf und hielt nervös inne. Doch der Unbekannte rührte sich nicht. Sie tapste lautlos zu dem Sekretär und streckte ihre Hand nach dem Zauberstab aus. Als sie das glatte Holz mit ihrer rechten Hand ergriff und ihre Faust um den Zauberstab schloss, erfüllte sie eine plötzliche Hitze, die sie fast dazu veranlasst hätte, den Stab fallen zulassen. Sie spürte, dass eine uralte Macht versuchte, von ihr Besitz zu ergreifen. Helen ließ es zu, sie spürte, eine Gegenwehr war nicht möglich. Als sich der Zauberstab schließlich an sie gewöhnt zu haben schien, nickte Helen unbewusst und ging leise zur Tür. Der Türgriff ließ sich nicht drehen, wahrscheinlich musste sie einen Zauberspruch äußern. „Ich wäre Ihnen verbunden, wenn Sie gut auf meinen Zauberstab aufpassen würden", riss seine Stimme sie aus ihren Gedanken.
Lucius Malfoy war davon aufgewacht, dass er den Stoff des Bettes hatte rascheln hören. Ein leises Lüftchen verriet ihm, dass die junge Hure zum Schreibtisch gelaufen war. Ein Grinsen stahl sich auf seine Lippen, als er sie leise stöhnen hörte. Die Magie seines Stabes war nicht ungefährlich. Sekunden später stand er, nur auf Socken, neben dem Bett, lehnte sich an den Pfosten und, eine Handbewegung später, hielt eine Tasse Tee in den Händen. Seine Worte erschreckten sie und ließen sie herumwirbeln. Amüsiert registrierte er, dass sie einen Schritt zurückgegangen war und seinen Stab abwehrend vor ihrer Brust hielt, direkt auf ihn gerichtet. „Er ist ein Familienerbstück. Passen Sie drauf auf. Bitte."
Helen war ob seiner gelassenen Art irritiert. Auch wenn sie körperlich keine Chance gegen ihn hatte, so hatte sie den Vorteil, den Zauberstab in den Händen zu halten. Sie empfand ihn als äußerst leichtsinnig, schließlich war sie eine Hexe. „Kommen Sie mir bloß nicht zu nahe", rief sie fast schon panisch aus. Der Blonde lächelte charmant. „Aber nicht doch, kleine Helen. Du bist nicht der Typ Frau, der jemanden eiskalt ermordet." Ungeführt nippte er weiterhin an seiner Tasse, ließ sie junge Frau aber nicht aus den Augen. Er wirkte belustigt, doch jemand, der ihn sehr gut kannte, hätte bemerkt, dass er innerlich jederzeit zum Sprung ansetzen konnte.
Der Stab zitterte in Helens Händen. „Sie bleiben da, wo Sie sind." Malfoy lachte leise. „Ich habe mich keinen Schritt bewegt. Natürlich war ihm ihre Nervosität nicht entgangen. Genauso wenig, wie ihre wachsende Anziehungskraft. Als sie da so vor ihm stand, mit erhitztem Gesicht und geröteten Wangen, zog sie ihn in ihren Bann. Er konnte sich nicht dagegen wehren, so sehr er es auch versuchte. Diese Mischung aus Unschuld und Naivität faszinierte ihn. Dass sie sich in einer vermeintlichen Gefahrensituation zur Löwin verwandelte, erzeugte eine bezaubernde Ausstrahlung, die ihn Augenblick für Augenblick mehr und mehr fesselte.
„Ich mache Ihnen einen Vorschlag", sagte der Blonde sanft. „Sie geben mir meinen Zauberstab wieder und wir werden uns gemeinsam ein ausgedehntes Frühstück gönnen. So wie Sie aussehen, werden Sie eine gute Tasse Tee und ein frisches Brötchen zu schätzen wissen." Lächelnd nickte er in Richtung Tisch und ging langsam zu besagtem Möbelstück. „Bleiben Sie stehen", keuchte die junge Frau und richtete zitternd den Zauberstab auf ihn. Er stellte die Teetasse ab und drehte sich wieder zu ihr hin. „Helen, seien Sie vernünftig. Geben Sie meinen Zauberstab und ich vergesse die ganze Angelegenheit."
Helen dachte nach. Dies war die beste Gelegenheit zu flüchten und wahrscheinlich kam so eine Gelegenheit nie wieder. Ihre Nerven waren zum zerreißen gespannt und freudige Erregung ergriff sie. Little M. und seine Familie kam ihr wieder in den Sinn und sie wusste, sie musste sich entscheiden. Entweder sie nahm die Gelegenheit zur Flucht war und riskierte, dass Little M. ihre Flucht ausbaden musste oder sie gab nach und verzichtete, diesen günstigen Zeitpunkt zu nutzen.
Die Entscheidung wurde ihr abgenommen. Malfoy zuckte zusammen und presste seine rechte Hand auf seinen linken Unterarm. Er keuchte auf. „Geben Sie mir meinen Zauberstab, sofort", presste er hervor und sah Helen eindringlich an. „Verdammt, Mädchen, das ist kein Spiel hier." Er richtete sich wieder auf, als der Schmerz so plötzlich verschwand wie er aufgetaucht war, und ging schnellen Schrittes auf Helen zu. „Impedimenta", schrie sie reflexartig und erstarrte, als Malfoy unbeeindruckt weiter auf sie zugeeilt kam. Seine Hand schloss sich um ihr Handgelenk, so dass er ihr mühelos den Stab entwenden konnte. Sie nicht weiter beachtend eilte er zur Tür und entriegelte sie. Das Haus war so mit Zaubern belegt, dass niemand apparieren konnte, um eine mögliche Zechprellerei zu vermeiden.
Verblüfft starrte Helen ihm hinterher.
ooOoo
Als Malfoy ins Foyer kam, hörte er bereits den Lärm, der aus dem Saal kam. Sofort eilte er in die Richtung des Radaus und versuchte, sich einen Überblick über das sich ihm bietende Chaos zu verschaffen. Zwanzig junge Männer taumelten eher, als dass sie standen, und versuchten sich gegen eine unbestimmte Masse russischer Zauberer zu behaupten. Die doppelte Anzahl englischer Todesser stand in dem Raum verteilt und kämpfte gegen eine noch größere Gruppe Einheimischer.
„Du bist spät, Lucius." Der Angesprochene drehte sich blitzschnell nach links. „Und unvorsichtig", spöttelte der Dunkle Lord. „Ich hätte dich bereits erledigen können." Malfoy sah, wie sein Herr verborgen an einer Wand lehnte stand und dem Treiben zusah. „Die Russen sind gut." – „Herr", Lucius beeilte sich, eine Verbeugung anzudeuten. „Eure Männer-" Voldemort winkte ab. „Die kommen gut allein zu recht. Siehst du die Anzahl der verletzten Russen? Sie steigt, während auf unserer Seite bislang nur zehn Männer den Tod gefunden hat. Komm, stell dich zu mir." Nach einem letzten Blick auf das Gefecht kam Malfoy der Aufforderung umgehend nach.
„Es ist eine gute Übung", fuhr Voldemort fort. „Die Russen planen etwas gegen uns. So lernen die Todesser deren Kampfstil kennen." Er klang regelrecht amüsiert. „Siehst du diese Gruppe aus fünf Männern da vorne recht?" Der Blonde nickte. „Sie kämpfen wie Berserker. Allerdings unkontrolliert und ohne jegliche Taktiken. Das werden wir später zu unserem Vorteil auszunutzen wissen." Voldemort zog nachdenklich seine Stirn in Falten. „Sie sind stark, das muss ich zugeben, aber ihnen fehlt die Raffinesse, um aus diesem Kampf als Sieger hervorzugehen. Sie mögen uns zahlentechnisch überlegen sein, aber wir haben die wirkungsvolleren Flüche." Befriedigt stellte er fest, dass zwei weitere Russen zu Boden gingen.
„Wo bist du gewesen?" Malfoy spürte den wissenden Blick seines Herrn auf sich, hielt aber dennoch seine Augen auf den Kampf gerichtet. Zwei Russen hatten gerade einen Todesser eingekreist und versuchten, ihn gemeinsam zu entwaffnen. Sie hatten nicht mit der Verbissenheit des Einzelnen gerechnet. Dieser wusste, dass der Dunkle Lord in der Nähe stand und versuchte, sich vor dem Herrn zu beweisen.
„Ich hatte ein kleines Rendevous mit einer entzückenden jungen Dame", beantwortete Lucius die Frage des Lords und hörte diesen lachen. „Hat sich die kleine Rosier endlich gefügt?" Es verwunderte den jungen Mann immer wieder aufs Neue, wie gut der Herr informiert war. „Ein hübsches Ding", fuhr dieser fort. „Talentiert, nett anzusehen und breite Hüften, gute Voraussetzungen für eine Mutter zukünftiger Todesser." Malfoy lief es eiskalt den Rücken runter. Er war seit Kindesbeinen an dazu erzogen worden, die Frau zu ehren und als kostbar zu erachten, was mit Sicherheit darauf zurückzuführen war, dass Shiva selbst eine Frau war. Die Art und Weise, wie sein Herr über die kleine Rosier sprach, passte nicht in das Bild, welches er über Jahre hinweg vermittelt bekommen hatte.
Ein paar der verletzten Russen rappelten sich wieder auf und stürzten sich erneut ins Kampfgetümmel. Ihr Angriff war mit einer Aggressivität gewürzt, die die Todesser für einen Moment ins Straucheln kommen ließ. Lucius zückte seinen Zauberstab, doch der Dunkle Lord hielt ihn zurück. „Du bist ein hervorragender Kämpfer. Gib den anderen eine Chance, ebenfalls einer zu werden", befahl der Lord sanft, doch Malfoy überhörte nicht den drohenden Unterton. Er wusste, ein solches Gespräch mit seinem Herrn war eine Seltenheit und dessen Zeichen von Wertschätzung. Er tat gut daran, dessen Geduld nicht übermäßig zu strapazieren. „Ja, Herr", entgegnete er daher.
Voldemort nickte. „Diese Russen haben keinen Stil", sprach er wieder im Plauderton. „Sie glauben, erfolgreich zu sein, weil sie von zwei Seiten angreifen. Doch siehst du, Lucius? Sie haben gegen meine Todesser keine Chance. Links brechen Yaxley und MacNair aus, um von hinten anzugreifen. Und Bellatrix mag zwar lediglich eine Frau sein, aber sie hat ein Gefühl dafür, dem Feind zuvor zu kommen. Sie hat mittlerweile zehn dieser Barbaren erledigt. Eine vielversprechende Frau." Lucius nickte. Einen Kampf zu beobachten, hatte zweifelsohne etwas Mitreißendes an sich. „Der Russe ist ein erbärmlicher Gegner", sinnierte Voldemort weiter. „Wie armselig."
„Da haben Sie Recht", knurrte eine dritte Stimme vom Eingang her. „Suworow", nickte Voldemort, „Sie sollten Ihren Männern taktisches Denken beibringen." Suworow presste die Lippen aufeinander. Er war der Anführer der Antioligarchen und wusste von der allabendlichen Vergnügungssucht des Schwarzen Ordens. Er hatte seinen Männern den Angriff befohlen, um zu sehen, wie stark der Gegner war. Auf den Dunklen Lord zu treffen, hatte er nicht vermutet und er war nicht einfältig genug, um zu glauben, gegen diesen Mann eine Chance zu haben. Daher hatte er den Zauberstab nicht erhoben, sondern streckte dem Lord die andere Hand hin, in der er ein weißes Taschentuch hielt. Voldemort akzeptierte diese Geste mit einem Kopfnicken.
Suworow trat näher und nickte zum Getümmel. „Ihre Engländer sind gut", meinte er. „Wir werden noch viel üben müssen." Ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Aber freuen Sie sich nicht zu früh. Wir Russen sind zäh. Wir werden euch Engländer noch aus unserem Land vertreiben." Voldemort warf ihm einen undefinierbaren Blick zu. „Überschätzen Sie sich nicht", meinte er. „Wir haben nicht vor, uns vertreiben zu lassen." – „Alles andere hätte mich auch enttäuscht." Die beiden Männer standen nebeneinander und beobachteten die sich bekämpfenden Männer. Gelegentlich ließ der eine einen Kommentar fallen, welcher umgehend kommentiert wurde. Lucius wusste, dass der Lord den russischen Befehlshaber einwickelte. Er mimte den interessierten Feldherrn, der erfreut darüber war, sich mit dem Gegner austauschen zu können. In Wirklichkeit lenkte der Lord den Russen mit Kommentaren ab, um ungehindert in dessen Kopf einzudringen und eventuelle brauchbare Informationen zu sammeln.
Gerade, als er begann, sich zu entspannen, lenkte Voldemort wieder seine Aufmerksamkeit auf den jungen Mann. Er deutete Malfoy an, näher zu kommen und drehte sich so, dass Suworow den Inhalt ihres Gesprächs nicht mit anhören konnte. „Ich freue mich, dass du dich der kleinen Rosier angenommen hast", sagte der Dunkle Lord. „Ich erwarte, dass du ihren Widerstand vollkommen brichst und sie brauchbar machst. Wenn es nötig ist, sie hier zu belassen, soll es mir recht sein. Ich erwarte dich mit ihr am Sonntagabend, um ihre Fortschritte zu kontrollieren. Je eher sie vernünftig wird, desto besser." Seine Augen fixierten die Eisgrauen seines Gegenübers. „Ich bin sehr zufrieden mit dir, Lucius." Der warnende Unterton in seiner Stimme war nicht zu überhören und stand im krassen Gegensatz zu dem Inhalt seiner Worte. Malfoy nickte. In fünf Tagen musste er eine fügsame Helen Rosier vorweisen können.
Begriffe:
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Berserker: kampfwütiger Mann
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Suworow: Alexander
Wassiljewitsch Suworow-Rymnikski, 1729 – 1800, russischer General
und gilt als einer der größten Strategen der Neuzeit
Anmerkung:
Zu der Tasse Tee. Die natürliche Begabung für diese Art der Magie war von Anfang an da. Aber es reicht nur ‚für den Hausgebrauch'. Zum ‚richtigen' Zaubern benötigt unser Blondes Toxikum natürlich seinen Zauberstab.
Ich hoffe, euch gefällt mein Voldemort. Vergesst nicht, seine Horkruxe waren noch nicht alle erstellt, entsprechend besitzt er 1979 noch ein gewisses Maß an ‚Menschlichkeit'. Ebenso ist Malfoy noch ein junger Mann, der zwar auf der einen Seite ein harter Kämpfer für die Sache seines Herrn ist, auf der anderen Seite aber eine gute Seite besitzt und durchaus noch als charmanter Jungspund bezeichnet werden kann.
Vielleicht wundert ihr euch, dass ich die Todesser bislang nicht als die Bestien auftreten lasse, die JKR darstellt. In meiner Vorstellung kann ein Mensch nicht nur schlecht und nicht nur gut sein. Jeder hat zwei Seiten in sich. Ich will die Todesser menschlich machen, heißt: Sie haben auch humane Seiten. Eine brutale Handlung seitens eines Mitgliedes des Schwarzen Ordens passte bislang noch nicht in DSS. Aber natürlich wird es solche Szenen geben, spätestens beim großen, richtigen Kampf gegen die Antioligarchen. Lasst euch also nicht einlullen zwinker.
Außerdem bin ich ein Anhänger von Subtilität. So mag Voldemort in dieser Szene vordergründig als fast schon sympathisch auftreten, zeigt aber in Wirklichkeit einen äußerst perfiden Charakterzug, indem er seinen Todessern beim Kämpfen zusieht, ohne einzuschreiten. Dass er ‚mal eben' zehn Männer verliert, interessiert ihn nicht, solange er den Kampf gewinnt.
Voldemort und Suworow sehen den Kampf als Übungszweck an. Früher gab es bestimmte Regeln, nach denen Krieg geführt wurde. Ich entleihe mir diese Regeln, um zu demonstrieren, dass die willkürliche und brachiale Herrschaft Voldemorts noch nicht angebrochen ist. Das sagt allerdings nichts über die Brutalität und Radikalität von Riddles Einstellung und Ansichten aus, lediglich über die Art und Weise des Kampfes, die vor seinem Sturz „fairer" war. Auch der Lord vollführt in meinen Augen eine Wandlung und war nicht von Anfang an so, wie wir ihn bei JKR kennengelernt haben. Kann ich verständlich machen, was ich meine, oder haltet ihr das für totalen Mist?
Das weiße Taschentuch - Die weiße Fahne: Die Flagge wurde offiziell in der Haager Landkriegsordnung (1907) juristisch festgelegt. Das heißt, dass sich die kriegsführenden Lager ehrenhaft verhalten müssen. Sie gilt auch heute noch als Zeichen der Aufgabe. Ich habe in Anlehnung an eine Filmszene aus „Der Patriot" gewählt. Suworow symbolisiert damit, dass er Voldemort nicht angreifen wird und erhofft, sich auf ein Gespräch nähern zu können.
