Teil: 8/11
Kapitel 7- Alleine
Er langweilte sich. Er langweilte sich ganz furchtbar. Das Gemach war so seltsam leer ohne die Anwesenheit des Pharaos. Ohne die Gewissheit, dass er in wenigen Minuten durch die Tür kommen und ihm Gesellschaft leisten würde.
Yuugi seufzte laut auf und legte das Buch beiseite. Er rollte sich auf den Bauch und starrte vom großen Bett aus zum Fenster. Die ersten Tage waren noch auszuhalten gewesen. Yuugi hatte lange geschlafen und intensiv lesen und schreiben geübt. Und er hatte sich wirklich verbessert. Seine Schrift war flüssig und auch beim Lesen kam er nun schneller voran. Die Zeit zwischen den Mahlzeiten, die eine Sklavin ihm brachte, war relativ rasch verflogen.
Inzwischen genügte das aber nicht mehr, um die Zeit totzuschlagen. Er war mehr als ausgeschlafen, wusste nicht mehr, was er zu Papier bringen sollte und hatte inzwischen drei Bücher durchgelesen. Er brauchte einfach Abwechslung! Yuugi hatte sich an das gehalten, was der Pharao ihm geraten hatte. Obwohl er überall im Palast freien Zutritt hatte, hatte er sich auf Atemus Gemächer beschränkt, doch nachdem zwei Wochen vergangen waren und der Junge begonnen hatte, die Minuten bis zur Rückkehr des jungen Herrschers zu zählen, hielt er es nicht mehr aus.
In den letzten Tagen hatte er einige Male das irrationale Bedürfnis gehabt, einfach laut aufzuschreien, weil er nicht wusste, wohin mit seiner angestauten Energie. Er spürte, dass er launisch und unausgeglichen wurde. Außerdem kam seine Fantasie nach vierzehn Tagen Funkstille so richtig in Schwung und bombardierte ihn förmlich mit Horrorvorstellungen.
Warum meldete sich Atemu nicht? Er könnte ihm doch wenigstens eine kurze Nachricht zukommen lassen, dass er wohl auf war. An der Front konnte ihm so viel passieren und ihm musste doch klar sein, dass Yuugi halb krank vor Sorgen werden würde, wenn er nichts von ihm hörte. Oder war er nicht in der Lage, ihm zu schreiben? War er vielleicht schwer verwundet worden? Oder von gegnerischen Kämpfern entführt?
Jedenfalls musste er noch leben, denn die Kunde von seinem Tod hätte den Palast schon lange erreicht. Wenigstens das tröstete den einsamen Jungen etwas, wenn er Nachts auf dem Balkon stand, die Sterne betrachtete und die Götter bat, sie mögen Atemu beschützen.
Erneut seufzend stand Yuugi auf und beschloss, sich ein wenig abzulenken. Der Pharao konnte nicht erwarten, dass er sich über Wochen selbst einsperrte. Ihm fiel ja jetzt schon die Decke auf den Kopf.
Zielstrebig lief er durch den Palast, in dem er sich inzwischen schon recht gut auskannte, auch wenn er Atemu nur selten dazu bewegen konnte, auf seine Gegenwart zu verzichten. Etwas an diesem Gedanken ließ Yuugis Herz schneller schlagen, auch wenn er sich gleich darauf einen Esel schimpfte. Der Gottkönig würde selbstverständlich niemals dieselben Gefühle für seinen kleinen Gesellschafter hegen, wie dieser für ihn. Oder?
Als er sein Ziel erreicht hatte und die Frauengemächer betreten wollte, hielt ihn der Wachposten davor noch einmal zurück. Der Mann fühlte sich nicht wohl in seiner Haut, denn einerseits war es jedem außer dem Pharao verboten, diese Räumlichkeiten zu betreten, andererseits hatte der Junge auf Anweisung des Herrschers Ägypten, zu jedem Raum des Palastes Zutritt. Der Wachposten wusste nun aber nicht, ob das auch für diese speziellen Gemächer galt. „Ich werde das dem Pharao melden müssen."
Yuugi blickte auf. „Sicher. Macht das", erwiderte er unschuldig, völlig ahnungslos, dass der Mann mit seinen Worten implizierte, dass er sich mit Atemus Frauen vergnügen wollte. Dann drückte er die Tür vorsichtig auf und betrat etwas unsicher die Frauengemächer. Die Räume waren hell und freundlich eingerichtet, und die Bewohnerinnen lagen zu größten Teil träge um das flache Schwimmbecken in der Mitte herum und plauderten. Man schien seine Anwesenheit überhaupt nicht zu bemerken. Er räusperte sich leise und tatsächlich blickte eine der Frauen auf, um ihn verblüfft anzustarren und ihre Nachbarin mit dem Ellenbogen anzustoßen. Das setzte sich fort, bis alle Augen auf ihm ruhten.
„Hallo", begrüßte er sie schüchtern und wurde dafür angesehen, als hätte er zwei Köpfe.
Eine der Frauen, scheinbar die Älteste, erhob sich. „Mein Gebieter-"
„Oh nein, nein!", unterbrach Yuugi sie hastig. „Ich bin nicht der Pharao. Ich heiße Yuugi." Daraufhin erhob sich verblüfftes Gemurmel. Die Frau ließ sich wieder auf ihre Kissen sinken und klopfte auf einen freien Platz neben sich. Er nahm ihr Angebot an, doch kaum saß er, fand er sich im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Interessiert und neugierig musterten ihn die Frauen und rutschten näher heran, um ihn genau in Augenschein zu nehmen.
„Wie hast du dir hier Zutritt verschafft?", fragte eine neugierig.
„Durch die Tür", antwortete Yuugi und starrte sie irritiert an.
Eine andere lachte. „Dass du durch die Tür gekommen bist, haben wir auch gesehen." Ein Finger legte sich unter sein Kinn und zwang ihn sanft, sie anzusehen. „Aber wie hat es so ein niedlicher Junge geschafft, sich an dem Wachposten vorbeizuschummeln?"
Yuugi errötete. „Ähm... ich bin einfach an ihm vorbei gelaufen. Er hat mich nicht aufgehalten, weil der Pharao mir vor seiner Abreise Zutritt zu allen Räumlichkeiten gewährt hat."
Ihre Augen weiteten sich überrascht. „Dann muss er aber unglaubliches Vertrauen zu dir haben." Das Herz des Jungen machte einen Satz. War das wirklich so? War das ein Vertrauensbeweis von Atemu gewesen? Oh, wie sehr wünschte er sich, dass sie Recht hatte.
„Wirklich?", fragte er schüchtern.
Eine Hand auf seinem Oberschenkel ließ ihn den Kopf wenden. Er sah direkt in dunkelgrüne, halb geschlossenen Augen. „Ja", gurrte die Besitzerin und begann seinen Oberschenkel zu streicheln. „Er muss sich zum Beispiel darauf verlassen können, dass du diese Vollmacht nicht missbrauchst und beispielsweise seine Frauen verführst..." Yuugi lief tiefrot an und hatte das Gefühl, dass das wohl eher umgekehrt war. Dass er hier derjenige war, den man versuchte zu verführen.
„Och nein, wie süß", kicherte ein Mädchen mit langen, braunen Haaren, die sie zu einem Zopf geflochten hatte. „Seht mal, er ist ganz rot geworden." Plötzlich wusste Yuugi, es war ein Fehler gewesen her zu kommen. Er hatte sich zwar Gesellschaft gewünscht, aber nicht solche.
„Ja, noch so unschuldig", flüsterte die Frau, die ihn begrüßt hatte und fuhr ihm mit einer Hand durchs Haar. Der Junge lachte nervös und versuchte, sich von ihr fortzurücken, um sich gleich darauf in der Umarmung einer anderen wiederzufinden. Hände streichelten seinen Oberkörper und Yuugi geriet langsam in Panik. Es war ihm unangenehm. Er kam sich so in die Ecke gedrängt vor und wünschte sich im Moment nichts mehr, als eine Fluchtmöglichkeit. Nie wieder würde er diese Räumlichkeiten aufsuchen. Nie wieder!
„Nun lasst ihn doch endlich in Ruhe", erklang eine weitere Stimme und Yuugi schickte den Göttern seinen Dank für die prompte Rettung. „Der arme Junge sieht ja schon ganz verschreckt aus." Erleichtert sah Yuugi auf und erblickte ein junges Mädchen, kaum älter als er mit halblangen, braunen Haaren, azurblauen Augen und einem runden Babybauch.
Er rappelte sich hoch. „Du musst Anzu sein", begrüßte er sich lächelnd und sie sah ihn erstaunt an. „Der Pharao hat von Euch erzählt. Dass Ihr sein Kind unter dem Herzen tragt." Deshalb war er eigentlich hergekommen. Um nach der Mutter des Kindes von Atemu zu sehen. Er hatte ja nicht ahnen können, dass die anderen Frauen gleich über ihn herfallen würden.
Als sie ihn aufforderte, ihr zu folgen, tat er es ohne Widerworte, froh, den restlichen Bewohnern dieser Gemächer entfliehen zu können. Erst recht, als er hinter sich eine der Frauen schnurren hörte: „So ein süßer Hintern..." Anzu führte ihn in einen ruhigeren Teil des Raumes.
Als sie sich setzte, ließ sich Yuugi neben ihr nieder und starrte neugierig auf ihren runden Bauch. „Bewegt es sich schon?"
Sie lächelte. „Möchtest du mal fühlen?" Auf sein Nicken hin führte sie seine Hand zu ihrem Bauch und nachdem kurze Zeit nichts passierte, spürte Yuugi, wie das Kind gegen seine Hand trat.
Er lächelte begeistert. „Wow! Kinder sind etwas Tolles. Was denkst du, was es wird? Ein Junge oder ein Mädchen?"
Anzu lächelte zurück. „Ich weiß es nicht genau, aber ich denke, es wird ein Junge werden. Weißt du, ich hätte nicht gedacht, dass er mich unser Kind wirklich behalten lässt."
„Wollte er auch zuerst nicht", gab Yuugi zu. „Aber letztendlich hat er sich überzeugen lassen. Er ist nicht so grausam, wie man ihm immer nachsagt."
„Überzeugen lassen?", echote Anzu. „Von dir?"
„Ja, warum nicht?"
„Weil er schon immer nur seinen eigenen Kopf durchgesetzt hat. Er hat nie auf das gehört, was andere ihm gesagt haben. Du scheinst ihm viel zu bedeuten."
Wieder dieses Herzflattern. Yuugi räusperte sich verlegen. „Ach Unsinn. Er war bisher nur einsam und ich leiste ihm nun Gesellschaft."
„Du hast vorhin etwas von der Abreise des Pharaos erwähnt..."
„Ja, er ist an die Front geritten. Schon vor zwei Wochen", erklärte Yuugi betrübt. „Seitdem war ich ganz alleine in unseren Gemächern-"
„Unseren?"
„Ja, ich wohne bei ihm. Ich weiß nicht genau, warum er mich bei sich haben will. Eigentlich hatte ich sein Spiel ja verloren, aber der Pharao sagte, ich habe ihn tief beeindruckt und deshalb wolle er mir das Leben schenken. Und ich habe das Leben an seiner Seite gewählt. Er hat es einfach so akzeptiert."
Sie strich mit einer Hand über seine Wange (1). „Kleiner Yuugi, du bist etwas ganz Besonderes. Ich hätte nicht gedacht, dass es je einem Menschen gelingen würde, zu seinem Herzen durchzudringen. Anscheinend habe ich mich geirrt. Du magst ihn sehr, nicht wahr?"
Yuugi wurde rot um die Nasenspitze und er sah verlegen zu Boden. „Ja", gab er ehrlich zu und erhob sich. „Ich glaube, ich muss jetzt gehen."
Anzu stand ebenfalls auf. Sie drückte ihm einen keuschen Kuss auf die Stirn und sah ihn voller Zuneigung an. „Ich wünsche euch alles Glück der Welt, Yuugi. Besuchst du mich wieder?"
„Wenn ich mich auch mal um das Baby kümmern darf, wenn es da ist, gerne." Sie tauschten noch ein letztes Lächeln aus und dann begab sich der Junge wieder in die Gemächer des Pharaos. Verwirrt von den ganzen neuen Eindrücken, die in so kurzer Zeit auf ihn eingeprasselt waren.
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Vergnügt und guter Dinge schritt Yuugi durch die langen Palastgänge. Atemus Abreise war nun mehr als vier Wochen her, aber durch seine regelmäßigen Besuche bei Anzu hatte der Junge diese lange Zeit halbwegs überstanden. Natürlich fieberte er der Heimkehr des Pharaos immer noch entgegen und es verging kein Tag, an dem er nicht an ihn dachte, keine Nacht, in der er den beruhigenden, gleichmäßigen Atem des Anderen nicht vermisste, aber er langweilte sich nicht mehr so tödlich.
Er und Anzu hatte sich inzwischen angefreundet und die anderen Frauen hatten ihre Verführungsversuche zu Yuugis Erleichterung endlich aufgegeben. Nun konnte er sich in den Frauengemächern wohl fühlen. Gleichzeitig führten ihm seine Aufenthalte dort auch vor Augen, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Die Frauen waren alle bildschön und wenn sie wollten, konnten sie auch sehr verführerisch sein, aber ihn ließ das alles kalt. Seine Gedanken kreisten immer nur um den Pharao. Und schließlich hatte er es sich eingestehen müssen: Er hatte sich haltlos in den stolzen Herrscher Ägyptens verliebt. Und dieses Eingeständnis machte die Wartezeit auch nicht leichter. Im Gegenteil.
„So sieht man sich wieder", ertönte plötzlich eine dunkle Stimme neben ihm und riss den Jungen aus seinen Gedanken.
Er blickte auf und sah in das Gesicht des Mannes, mit dem er sich vor nicht allzu langer Zeit schon einmal unterhalten hatte, als er allein im Palast unterwegs gewesen war. Damals war Atemu dazwischen gegangen. „Oh... ähm... hallo." Obwohl es eigentlich keinen Grund gab, fühlte sich Yuugi plötzlich unwohl und beschleunigte seine Schritte. Vielleicht war es, weil er sich noch gut an Atemus Warnung vor diesem Mann erinnern konnte.
„Ich finde, es ist an der Zeit, dass wir unser kleines Gespräch fortsetzen. Du nicht?"
„Nein", erwiderte Yuugi steif und versuchte noch schneller zu laufen, ohne dass er rannte. Junias hielt Schritt.
„Ich glaube, als ich das erste Mal hier im Palast gesehen habe, lagst du in Ketten. Wie kommt es, dass du jetzt frei und mit allen Sondervollmachten durch den Palast marschierst?"
Atemu hatte Recht gehabt, er sollte sich vor diesem Mann in Acht nehmen. Er wollte ihm definitiv nichts Gutes. „Ich weiß nicht, was Ihr meint!" Jetzt wäre der passende Zeitpunkt für eine Flucht in die königlichen Gemächer, oder?
Doch Junias wusste das zu verhindern. Bevor Yuugi wusste, wie ihm geschah, hatte der Größere ihn an der Schulter gepackt und zu Boden geworfen. Mit einem Schmerzenlaut kam der Junge hart auf und versuchte sofort, sich wieder hoch zu rappeln, aber sein Angreifer war schneller.
Er drückte Yuugis schmale Schultern auf den Boden und positionierte sich mit einem Knie so auf dessen Beinen, dass der Junge nicht nach ihm treten konnte. Langsam beugte er sich vor und seine Augen glitzerten gefährlich. „Jetzt verrate mir doch mal, wie du es geschafft hast, den Pharao so in deinen Bann zu ziehen, dass er dich nicht hinrichten ließ."
Verzweifelt wand sich Yuugi unter Junias Griff. „Ich weiß nicht, wovon Ihr redet", presste er hervor und seine Fingernägel gruben sich in den Oberarm des Stärkeren, doch dieser zuckte nicht einmal zusammen.
Er beugte sich weiter vor und begann an Yuugi zu schnuppern. Dem Kleineren wurde noch mulmiger zumute. „Jetzt sag mir nicht, du machst nicht deine hübschen Beine für ihn breit..." Eine Hand entfernte sich von seiner Schulter, um hart in seinem Schritt zuzupacken. Yuugi schrie auf. Einmal, weil diese Bewegung so unerwartet kam und zum anderen, weil Junias ihm weh tat. Er versuchte instinktiv, sich zusammenzukrümmen, aber die Position von Junias und ihm verhinderte das.
„Nein! Tue ich nicht! Lasst mich los!" Yuugi versuchte sich aus dem festen Griff herauszuwinden und vor allem die Hand in seinem Schritt loszuwerden, doch keines von beidem gelang. Er wimmerte leise und stemmte seine Hände abwehrend gegen Junias Brust.
Die zweite Hand des Größeren wanderte von der schmalen Schulter zu Yuugis Hals und drückte zu. „Du lügst!", zischte der Mann. „Du kannst mir nicht erzählen, dass du nicht die Hure des Pharaos bist! Wer könnte dir schon widerstehen?" Wie um seine Aussage zu unterstreichen, presste er sich eng an den kleineren Körper, sodass Yuugi seine Erregung spüren konnte
Die Augen des Jungen wurde groß. „Nein!", keuchte er. Seine Hände schlossen sich um Junias Handgelenk und versuchten, die größere Hand von dem schlanken Hals des Kleineren fortzubewegen, damit dieser wieder Luft bekam. Gleichzeitig wehrte er sich noch heftiger und wand sich unter dem Älteren, um die Hand zwischen seinen Beinen los zu werden.
„Oh jaah... nur weiter, mein Kleiner", stöhnte Junias. „Das ist gut! Wir werden viel Spaß miteinander haben."
Yuugi erstarrte. „Der Pharao..." Weiter kam er nicht, denn ihm fehlte die Luft zum Sprechen. Er schloss seine Augen, als er spürte, wie sie sich mit Tränen füllten. Er fühlte sich so hilflos. Eine Hand des Größeren begann über seinen Schritt zu reiben und Yuugi hatte das Gefühl, sich übergeben zu müssen. Es war so widerlich, so demütigend. Trotzdem gab er noch nicht auf. Seine Nägel hinterließen lange Kratzspuren auf dem Rücken seines Angreifers.
„Der Pharao", wiederholte Junias, „ist selbst schuld, wenn er dich in solchen Sachen herum laufen lässt- noch dazu ohne seine Aufsicht..." Und Yuugi wusste, dass es stimmte. Atemu war nicht hier. Er würde ihn nicht retten können. Er war Junias ausgeliefert, sich selbst überlassen-
Plötzlich wurde der Mann von ihm herunter gezerrt und eine sonnengebräunte Hand, die sich in den dunklen Haarschopf von Junias gekrallt hatte, rammte dessen Kopf kraftvoll gegen die Wand. Mit blutender Nase und einer Wunde an der Stirn sank er halb bewusstlos zu Boden und brauchte eine Weile, um wieder zu sich zu finden. Yuugi indes starrte seinen Retter aus tränennassen Augen ungläubig an.
Da stand er. Atemu. Staubbedeckt, die Haare zerzaust von seinem schnellen Ritt zurück zum Palast, der Mund vor Zorn so schmal, dass von seinen Lippen kaum noch zwei dünne Striche zu erkennen waren, und in seinen Augen loderte unbeschreiblich kalte Wut. Yuugi erschauderte und drückte sich ängstlich gegen die Wand, obwohl dieser Blick nicht ihm galt. Er zog zitternd die Beine an den Körper und kämpfte gegen seine Tränen. Nicht nur wegen der Demütigung, die er gerade durch Junias erfahren hatte.
Atemu hatte ihn in dieser entwürdigenden Position gesehen, hatte mitbekommen, dass Junias ihn berührt hatte und dass er sich nicht aus eigener Kraft hätte befreien können. So viel also dazu, dass er auf sich selbst aufpassen konnte. Und was dachte Atemu jetzt wohl von ihm? Yuugi fühlte sich so schmutzig und er bezweifelte, dass er dem Pharao jemals wieder in die Augen blicken konnte.
„Was hat dich auf die Idee gebracht, dass er ohne Aufsicht ist?", fragte Atemu mit schneidender Stimme. Dann, sanfter: „Komm her, Kätzchen." Yuugi rührte sich nicht. Traute sich auch nicht aufzublicken, aus Angst vor dem, was er in den Augen des jungen Herrschers finden könnte. Er könnte es nicht ertragen, in ihnen Abscheu zu sehen. Atemus Kopf ruckte herum, als das gewohnte leise Klingeln der Glöckchen um Yuugis Fuß- und Handgelenke ausblieb. Er runzelte verärgert die Stirn. „Komm. Her.", wiederholte er, dieses Mal deutlich schärfer.
Aus Furcht, den gereizten Pharao noch zorniger zu machen, erhob sich der Junge und trat mit gesenktem Kopf zu dem Größeren. Eine der sonnengebräunten Hände fand ihren Weg in das weiche Haar an seinem Hinterkopf und drückte ihn mit der Stirn voran an Atemus Brust. Yuugis Augen weiteten sich überrascht und sein Herz setzte einen Takt aus. Wäre die Rüstung nicht gewesen, so hätte er das Herz des Pharaos schlagen spüren... genauso schnell wie sein eigenes.
Vor vier Tagen hatte seine Priesterin Ishizu plötzlich vor ihm gestanden. Der junge Pharao war einigermaßen überrascht gewesen, weil ihm nicht bekannt gewesen war, dass auch sie einen Ausflug an die Front geplant hatte, doch wie sich herausstellte, war sie gar nicht wegen der militärischen Lage gekommen, sondern wegen etwas, das ihr ihre Millenniumskette gezeigt hatte.
„Wenn Ihr den Jungen vor Unheil bewahren wollt, müsst Ihr sofort abreisen. Reitet schnell, mein Pharao", hatte sie gesagt und ihm war fast das Herz stehen geblieben. Ohne zu zögern und ohne weitere Fragen zu stellen, hatte er sich auf sein Pferd geschwungen und hatte es ihr überlassen, seine überstürzte Abreise zu erklären. Yuugi durfte unter gar keinen Umständen etwas passieren! Ohne, dass es ihm bewusst war, war das Kriegsgeschehen augenblicklich zur Nebensache geworden. Sein einziger Gedanke galt seinem kleinen Gesellschafter. Nicht auszudenken, wenn er ihn verlieren würde!
Er hatte seinen Hengst hart und bis zur Erschöpfung angetrieben, hatte ihn beinahe zu Schanden geritten und als er nach vier langen Tagen endlich im Palast angekommen war, hatte er auch keine Zeit verschwendet. Er war von seinem Pferd gesprungen, hatte es auf dem Hof stehen lassen, in dem Wissen, dass es schon von irgendjemandem versorgt werden würde und war in sein Gemach geeilt. Doch er hatte es verlassen vorgefunden. Keine Spur von Yuugi.
Hatte sein Schritt bisher einen schnellen Marsch geglichen, so rannte er nun, als er sich auf die Suche nach seinem Kätzchen machte. Es war für ihn nicht üblich, aber der Gedanke daran, was dem zierlichen Jungen geschehen könnte oder vielleicht sogar schon geschehen war, verbot ihm eine langsamere Gangart. Sein Puzzle leuchtete matt und endlich erinnerte sich Atemu an den Stirnschmuck, den er Yuugi gegeben hatte und der ihm die Suche um so vieles erleichtern würde.
Als er den Ort des Geschehens erreichte, stockte ihm der Atem. Er hatte Yuugis Widerwillen, seinen Ekel und seine Angst bereits auf dem Weg hierher gespürt, doch trotzdem konnte er kaum glauben, was er sah. Junias auf Yuugi, eine Hand in dessen Schritt, die andere um den schönen Hals des Jungen, der sich aus Leibeskräften wehrte.
Diese offensichtlich Missachtung der königlichen Besitzansprüche und dieser brutale Übergriff auf dieses wundervolle Geschöpf sprengten jeglichen Toleranzbereich (nicht, dass der Herrscher Ägyptens für seine große Toleranz bekannt gewesen wäre...) und Atemu würde den älteren Mann dafür büßen lassen. Oh ja! Als er den zitternden Jungen nun an sich drückte, wurde er in seinem Beschluss nur noch bestärkt.
„Ich kann niemanden gebrauchen, der mich hintergeht", teilte er dem Bündel Mensch vor sich mit. In seinen Augen blitzte es grausam auf und Junias kauerte sich auf dem Boden zusammen.
„Verzeiht mir, mein Pharao. Ich bedauere zutiefst, was ich getan habe", wimmerte er, sich wohl bewusst, dass hier sein Leben oder sogar mehr auf dem Spiel stand. „Ich schwöre bei meiner Ehre, dass solch ein Fehltritt nie wieder vorkommt. Ich habe mich durch seine Schönheit verführen lassen, doch von nun an werde ich standhaft-"
„SCHWEIG!", donnerte der junge Herrscher und sowohl der Mann auf dem Boden, als auch Yuugi fuhren zusammen. Der Junge spürte, dass Atemu vor Zorn bebte. „Nun, es bringt nichts, wenn du bei deiner Ehre schwörst, mein lieber Junias", erklärte er mit seidig glatter Stimme. „Denn davon ist ja nach diesem Vorfall nicht mehr allzu viel übrig, nicht wahr? Nein, du wirst um eine Strafe nicht herumkommen." Urplötzlich schwenkte sein Ton auf eisig kalt um: „Nun wirst du am eigenen Leib zu spüren bekommen, was es bedeutet, mir in die Quere zu kommen und Territorium zu betreten, das ich für mich allein beanspruchen."
Das Millenniumspuzzle erstrahlte hell und Yuugi musste geblendet die Augen schließen. Als er sie wieder öffnete, glühte das Puzzle in einem warmen Gold. Trotzdem lief dem Jungen ein kalter Schauer über den Rücken und er konnte sich nicht erklären, warum. Atemu presste Yuugis Kopf immer noch unnachgiebig gegen sich, sodass dieser sich nicht umschauen konnte, als plötzlich ein zu Tode erschrockener Schrei ertönte.
„Das ist Ammit", sagte Atemu ruhig. „Dieses Monster wohnt im Raum deines Herzens und nun wirst du Opfer deiner eigenen Gier werden." Daraufhin ertönte ein schreckliches Fetzen und Reißen, begleitet von Schreien, die abrupt verstummten, und einem lauten Schmatzen. Yuugi erschauderte und begriff, weshalb Atemu ihn festhielt. Der Pharao bewahrte ihn so davor, die Geschehnisse mitanzusehen, wofür Yuugi ihm sehr dankbar war, denn die Geräusche alleine genügten, um ihm für Wochen Albträume zu bescheren.
Dann war es plötzlich wieder ganz still. Die Hand löste sich von seinem Hinterkopf und zögerlich wandte Yuugi den Kopf, um sich umzublicken. Doch der Gang, wo eben noch Junias gekauert hatte, war leer. Ihm lief erneut ein kalter Schauer über den Rücken. Ein Finger, der sich sanft unter sein Kinn legte, brachte ihn dazu, sich wieder dem Pharao zuzuwenden und er blickte genau in die faszinierenden rubinroten Augen, die er so lange vermisst hatte. Und was er sah, überraschte ihn. Nicht etwa Vorwürfe oder Abscheu, nein, für einen kurzen Moment strahlte ihm unverhohlene Zuneigung entgegen.
So lange, bis der Pharao die Augen schloss, sich zu ihm herunterbeugte und seine Lippen mit ungeahnter Zärtlichkeit auf Yuugis drückte. Der Kleinere hatte das Gefühl, sein Herz bliebe stehen und er war so überrumpelt, dass er nicht einmal dazu kam, den Kuss zu erwidern, bevor sich Atemu wieder von ihm löste. Als sich ihre Blicke wieder trafen, waren die Augen des Pharao gewohnt ernst und emotionslos. „Du gehörst mir. Nie wieder soll dich ein anderer berühren."
Yuugi war zu perplex, um irgendeine intelligente Antwort zu geben, deshalb nickte er nur, und fragte sich, was Atemu vorhatte. Dieser wandte sich in der Zwischenzeit um und bedeutet dem Jungen, ihm zu folgen. Es dauerte einen Moment, bis sich Yuugi in Bewegung setzen konnte, denn sein Herz schlug ihm bis zum Hals und seine Knie waren während des unerwarteten Kusses ganz weich geworden.
„Übrigens, mein Wildkätzchen: Gut gekämpft!" Es klang so beiläufig, aber es zauberte dem Jungen ein kleines Lächeln auf die Lippen und er beeilte sich, den Anschluss zu Atemu nicht zu verlieren.
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In den folgenden Tagen beobachtete Atemu Yuugi aufmerksam, um herauszufinden, ob dieser Überfall Folgen für sein Kätzchen gehabt hatte. Es war ihm nicht eine Sekunde in den Sinn gekommen, an die Front zurückzukehren, nachdem der Junge in Sicherheit war. Einer der Männer, die Gefallen an dem zierlichen Gesellschafter des Pharaos gefunden hatten, war unschädlich gemacht, doch wie viele lauerten wohl noch auf ihre Chance? Das Risiko war Atemu einfach zu hoch.
Außerdem war das Gesetz, das er kurz nach seiner Ankunft erlassen hatte, vermutlich noch nicht zu allen durchgedrungen. Wer Yuugi jetzt noch einmal berührte, war des Todes. Wer ihn ansah, dem wurden die Augen rausgebrannt. Der Junge wusste nichts von diesem neuen Erlass, er spürte nur, dass die Atmosphäre im Palast deutlich angespannter und angsterfüllter war.
An der Stelle, an der sich Junias Finger um seinen Hals geschlossen hatten, blühten ein paar schöne blaue Flecken und er wich Atemu nicht mehr von der Seite. Aus zwei Gründen. Einmal, weil der Pharao ihm das Gefühl von Sicherheit vermittelte und einmal, weil er sich einfach freute, das der junge Herrscher wieder da war. Nachdem Yuugi so lange auf seine Nähe hatte verzichten müssen, genoss er nun jede einzelne Sekunde davon.
Allerdings war er auch ein bisschen verwirrt. Es war bei diesem einen Kuss geblieben. Atemu hatte nicht noch einen Annährungsversuch unternommen, sondern behandelte ihn im Gegenteil, als wäre nichts geschehen. Yuugi wusste nicht, was er davon halten sollte, aber er traute sich auch nicht, das Thema anzusprechen.
„Ich habe gehört, du warst während meiner Abwesenheit des Öfteren in meinem Harem?", begann Atemu eines Abends, als sie dabei waren, sich bettfertig zu machen.
Yuugi nickte. „Ja, das stimmt. Ich habe mich mit Anzu angefreundet."
„So? Mehr hast du nicht mit meinem Frauen angestellt?"
„Nein!", empörte sich Yuugi und drehte sich zu Atemu herum. Wenn dieser sich entkleidet stand der Junge üblicherweise mit dem Rücken zu ihm. Der junge Pharao fand diese Schüchternheit bezaubernd. „Ich nicht!"
Atemu runzelte die Stirn und legte das letzte Kleidungsstück ab. „Du nicht? Wer dann?"
Yuugi schluckte trocken und starrte Atemu, der ihm den Rücken zugewandt hatte, an. „Ich... ich meinte, ich habe nichts mit ihnen angestellt. Wohl eher umgekehrt. Sie haben versucht, mich zu verführen!" Und wieder klang er empört und der Größere schmunzelte. Er wandte den Kopf zu seinem kleinen Gefährten.
„Und? Hatten sie Erfolg?" Es wunderte den Herrscher Ägyptens nicht, dass plötzlich so viele hinter seinem Yuugi her waren. Spätestens nach ihrer Trennungszeit war ihm aufgefallen, dass der Junge so umwerfend aussah, dass es ihm schon beinahe Angst machte. Es fing bereits bei seinen weichen, seidig glänzenden Haaren an. Die Wangen waren voll und rosig, passten zu seinen großen unschuldigen Augen, die so viel Wärme ausstrahlten. Yuugi war zwar noch sehr schlank, aber keineswegs mehr mager, sondern hatte genau das richtige Gewicht für seine Größe. Die Taille war schmal, die Haut weiß wie Elfenbein und seine geringe Körpergröße machte er durch auffallend lange Beine wett. An den süßen, runden Hintern wollte Atemu gar nicht erst denken.
„Nein", antwortete Yuugi leise mit glühenden Wangen und blickte mit einem hinreißend unschuldigen Augenaufschlag zu dem Pharao auf, der seinerseits damit beschäftigt war, den Körper des Kleineren zu begutachten. Das hübsche Gesicht, die schmalen Schultern, hinab zu dem flachen Bauch und... aber hallo, was war das denn?
Von einer Sekunde auf die andere, sprang alles in seinem Verhalten auf Verführung um. Die Augen fielen halb zu und er drehte sich vollständig zu Yuugi um. „Ah, hat mein Kätzchen etwa unartige Gedanken?", fragte er mit tiefer Stimme, spürte, dass sein eigener Körper ungewöhnlich heftig auf den Anblick von Yuugi mit dieser verräterischen Wölbung in seiner Hose reagierte.
Yuugi eepte, wich erschrocken zurück und versuchte schamhaft seine Erregung zu verdeckten. Er wollte sich rechtfertigen, bekam jedoch keinen Ton heraus. Stattdessen starrte er sprachlos auf die Tätowierung an Atemus Hüfte. Ein goldenes Ankh umlodert von heißen Flammen hob sich deutlich von der bronzefarbenen Haut ab. Die Linien der Tätowierung waren so fein, dass sie das Bild beinahe echt erscheinen ließen. Das Ankh leuchtete warm und die Flammen schienen zu tanzen. Yuugi fragte sich, warum er noch nicht früher auf diesen Blickfang aufmerksam geworden war. Vermutlich lag es daran, dass er es bisher vermieden hatte, Atemu anzusehen, wenn dieser nichts trug. Was eine gute Idee gewesen war, denn jetzt, als er es tat, spürte er, wie die Hitze zwischen seine Beinen zunahm.
Verlegen wollte sich der Junge abwenden, doch da legte sich schon zwei Finger unter sein Kinn und forderten ihn auf, Atemu ins Gesicht zu blicken, der nun unmittelbar vor ihm stand. Sein Herz pochte in Rekordzeit gegen seine Rippen, als er in die dunklen, rubinroten Augen blickte, die ihn so faszinierten. „Es...es t-tut mir leid... mein Pharao", stotterte er, doch Atemu ließ ihn nicht ausreden.
„Was tut dir leid?", fragte er mit samtiger Stimme, die Yuugi einer Schauder über den Rücken jagte. „Dass so ein hinreißendes Geschöpf wie du, mich begehrt?" Er lachte leise. „Nein, das muss dir nicht leid tun, Yuugi."
Dem Kleineren war schwindelig. Atemu hatte ihn bei seinem Namen genannt- das erste Mal seit Monaten- , hatte ihn sogar als „hinreißend" bezeichnet und nun... nun lehnte er sich vor. Unbewusst hielt Yuugi den Atem an und sank mit einem Seufzen in Atemus Arme, als sich ihre Lippen berührten.
Zufrieden mit dieser Reaktion legte Atemu die Arme um Yuugis Taille und zog den Kleineren eng an sich. Die Hände des Jungen lagen auf seiner Brust und verkrampften sich dort vor Aufregung ein wenig, als der Pharao mit der Zunge an einer Unterlippe entlang streichelte. Atemu spürte das Herz von Yuugi hastig schlagen und sein eigenes passte sich diesem schnellen Rhythmus unbewusst an, als sich die süßen Lippen des Jüngeren zögernd teilten und ihm Zugang gewährten.
Was hatte dieser Junge nur an sich? Der Herrscher Ägyptens fühlte sich, als wäre das sein erster Kuss- nur mit einem merkwürdigen Kribbeln im Magen, das damals nicht da gewesen war. Er keuchte leise, als er in Yuugis Mund schlüpfte und ihn vorsichtig erkundete. – Wow... lecker... –
Der Junge lehnte sich gegen den Größeren, weil seine Knie plötzlich so weich wurden, dass er nicht mehr alleine hätte stehen können. Schüchtern drückte er seine Zunge gegen die von Atemu, die ihre Erkundungstour sofort einstellte und sich ihrem neuen Spielkameraden zuwandte. Beide keuchten leise und Yuugis Hände rutschten kraftlos an Atemus Oberkörper herab und streiften dabei die Tätowierung.
Ohne Vorwarnung und so heftig, dass ihm beinahe die Beine wegknickten, schlug eine Welle der Lust über ihm zusammen und der junge Herrscher stöhnte auf. Yuugi öffnete die Augen, blickte in halbgeschlossene, lustverhangene rubinrote, deren Ausdruck nur langsam wieder klarer wurde und der ihm einen angenehmen Schauder über den Rücken jagte.
Als Atemu nach dem ersten Anbranden der Lust wieder zu sich kam, betrachtete er Yuugi kurze Zeit nachdenklich. Es hatte jedes Mal wie Feuer gebrannt, wenn jemand diese Stelle an seiner Hüfte berührt hatte, doch jetzt... jetzt reicht es mehr als aus, um ihn hart werden zu lassen. Warum reagierte er so seltsam auf diesen Jungen?
Eine Hand des Pharaos streichelte zärtlich durch die Haare des Jungen, als er sich vorbeugte und sanft an Yuugis Ohrläppchen knabberte. Die großen violetten Augen schlossen sich wieder im Zeitlupentempo, als der Kopf des Kleineren zurückfiel und er sich mit einem wohligen „Mhmmm..." in die Berührung lehnte.
„Verdammt, Yuugi... spürst du, was du mit mir machst?", hauchte Atemu und zwickte Yuugis Hals mit seinen Zähnen.
„Hm?", kam es ein wenig desorientiert von dem Kleineren, der sich zu sehr auf die Liebkosungen konzentriert hatte, um noch irgendetwas anderes von seiner Umgebung mitzubekommen. Er spürte, wie Atemu ihn behutsam zum Bett dirigierte und fiepte erschrocken, als er plötzlichen einen etwas unsanften Schubser von dem Größeren bekam. Er landete jedoch weich und bevor er überhaupt wusste, wie ihm geschah, war seine Hose verschwunden.
Erschrocken schob sich Yuugi weiter aufs Bett und spürte, wie sein Herz einen ängstlichen Satz machte, als Atemu ihm folgte. „Nicht", flüsterte er, als der Herrscher Ägyptens ihn wieder in seine Arme zog. „Ich will das nicht..."
Und tatsächlich hielt der junge Pharao inne. Als sich ihre Blicke trafen, war der Ausdruck in seinen Augen weich und zärtlich und Yuugi entspannte sich wieder ein wenig. Eine Hand streichelte liebevoll über die Wange des Jungen, als Atemu erwiderte: „Hab keine Angst, Kätzchen. Ich werde dir nicht weh tun und es wird nichts geschehen, das du nicht willst. Vertrau mir."
Yuugi nickte und trotzdem spürte Atemu immer noch die Anspannung in dem kleineren Körper, als er sich hinunter beugte, um den schlanken Hals zu liebkosen. „Ich werde nicht mit dir schlafen, wenn es das ist, was dich ängstigt..." Violette, schuldbewusste Augen sahen ihn entschuldigend an und der Ältere lache leise. „Es ist in Ordnung, Yuugi." Und daraufhin spürte er tatsächlich, wie sich der Kleinere entspannte und sich ihm anvertraute.
Zufrieden widmete er sich wieder der weichen, weißen Haut des Jungen, liebkoste sie mit seinen Lippen und seiner Zunge und stellte befriedigt fest, dass sich Yuugis Atmung rasch beschleunigte. Eine Hand glitt zum Oberschenkel des Jüngeren, streichelte ihn zärtlich und Yuugi zuckte wie unter einem Stromschlag zusammen. Sein Kopf fiel in den Nacken und er stöhnte leise auf.
Atemu fand seine Vermutung, dass der Junge noch völlig unberührt war, bestätigt. Wenn er schon bei so einer relativ harmlosen Berührung so reagierte, fragte sich der junge Pharao ernsthaft, was Yuugi wohl tun würde, wenn er ihn zwischen seinen Beinen streichelte. Zu neugierig, um länger zu warten, knabberte Atemu an Yuugis Ohrläppchen und ließ gleichzeitig seine Hand zwischen die Beine des Jungen gleiten. Große, violette Augen wurden halb erschrocken, halb überrascht aufgerissen und Yuugi drückte der behutsam streichelnden Hand sein Becken entgegen und biss sich hart auf die Unterlippe, in dem vergeblichen Versuch, die Gefühle, die sich in ihm aufstauten und nach außen drängten, im Zaum zu halten.
„Nicht doch, Yuugi", gurrte Atemu, als er es bemerkte. „Wer hat dir denn befohlen, still zu sein? Ich will dich hören, Kätzchen." Er schloss seine Hand um Yuugis Erregung und der Jüngere gab ein Geräusch von sich, das dem Maunzen eines Kätzchens tatsächlich ziemlich nahe kam. In der Hoffnung, diesen Laut noch einmal zu hören, begann er mit seiner Hand rhythmisch auf und ab zu gleiten, während sich seine Lippen dem Hals des Jungen widmeten.
Yuugi legte den Kopf zur Seite, um Atemu instinktiv mehr Spielraum zu gewähren, und öffnete unbewusst die Beine ein wenig weiter, als die Intensität der Gefühle in ihm stetig zunahm. Atemu blickte auf und biss sich selbst auf die Unterlippe, als er merkte, wie sehr ihn dieser Anblick von Yuugi, der sich ihm so willig hingab, erregte. Er begann sich an der Seite des Jungen zu reiben; erst vorsichtig, um diesen nicht zu verschrecken, dann leidenschaftlicher, als er merkte, dass es Yuugi anscheinend nichts ausmachte.
Er hatte so etwas noch nie zuvor gemacht, weil es eigentlich unter seiner Würde war, seine eigenen Bedürfnisse hinter denen seines Partners zurückzustellen, aber mit Yuugi verschwammen diese klaren Grenzen, die er bisher immer zwischen sich und anderen gesetzt hatte. Er presste sich enger an den Kleineren und keuchte leise auf. Wie konnte es falsch sein, dass sich so verdammt gut anfühlte?
Er umfasste die Erektion des Kleineren etwas fester und lauschte auf die Geräusche, die dieser von sich gab. Dann plötzlich warf Yuugi den Kopf in den Nacken und sein kleiner Körper begann ekstatisch zu zucken, als er seinen Höhepunkt erreichte. Atemu nahm jedes einzelne Detail dieses Anblicks gierig in sich auf und leckte sich hungrig über die Lippen. Wenn sein Kätzchen wüsste, wie sexy er aussah, wenn er kam...
Er blieb fest an Yuugi gepresst liegen und streichelte ihm zärtlich über den flachen Bauch, auch nachdem der Junge wieder zur Ruhe kam und sich schwer atmend bemühte, zurück in die Realität zu finden. Lustvoll rieb Yuugi unbewusst seine Beine aneinander, weil er nicht wusste, wohin mit all diesen Gefühlen, die so plötzlich über ihm zusammen geschlagen waren und deren Nachhall er immer noch so deutlich spüren konnte. Sein ganzer Körper kribbelte und war in den ersten Momenten gar nicht fähig, Eindrücke aus seiner Umwelt aufzunehmen.
Atemu biss sich auf die Unterlippe und konnte nicht länger warten. Er beugte sich vor, knabberte sanft an Yuugis Ohrläppchen und hauchte dann lusttrunken: „Berühr' mich, Yuugi..."
Als der Junge langsam seine Augen öffnete und sich bemühte, diese einfachen Worte zu verarbeiten, blickte er in die lustverhangenen, rubinroten Augen, die er so liebte und in denen er augenblicklich zu ertrinken drohte. Und ganz automatisch begannen seine Hände daraufhin, die Brust des Pharaos zu streicheln, während er seinen Blick nicht eine Sekunde von Atemu löste.
Atemu seufzte leise, als er zärtlich liebkost wurde, und auch, wenn er sich die Berührungen in diesem Moment viel weiter unten wünschte, zwang er sich zur Geduld. Sollte sich der Junge ruhig zuvor ruhig ein wenig mit seinem Körper vertraut machen. Schließlich war sich Atemu trotz der im Moment beinahe überwältigenden Lust wohl bewusst, dass das alles neues Territorium für Yuugi war.
Und tatsächlich wanderten die feingliedrigen Hände zögernd weiter nach unten (nachdem sich schüchtern mit Atemus Brustwarzen gespielt und den Älteren fast zum Wahnsinn getrieben hatten), strichen sanft über den flachen Bauch des Pharaos und streiften dabei zufällig wieder die Tätowierung an dessen Hüfte.
Und erneut schlug eine Welle der Lust über Atemu zusammen und er klammerte sich aufstöhnend an Yuugi. Dieser blickte etwas erschrocken auf, weil ihn diese Reaktion völlig überrascht hatte, und Atemu biss sich hart auf die Unterlippe, in dem vergeblichen Versuch, sich zu beruhigen.
Noch einmal strich Yuugi über das Bild an der Hüfte des Pharaos, dieses Mal mit voller Absicht, und fragte sich, ob es ihm nur so vorkam, oder ob die Haut dort tatsächlich heißer war, als an allen anderen Stellen.
Ein erregtes Zittern lief durch Atemus Körper und er wurde schmerzhaft hart. Er wusste, er würde nicht mehr lange durchhalten, wenn der Kleinere so weiter machte. „Tiefer", hauchte er heiser und schloss die Augen. So intensiv hatte er noch nie gefühlt. Überall kribbelte es und sein Körper handelte bereits von ganz alleine und drückte sich eng an Yuugi.
Dieser schluckte nervös, als er die Erregung des Pharaos hart und bereit an sich gepresst fühlte, und wenn er ehrlich war, hatte er keine Ahnung, was er tun sollte. Doch dann beschloss er, einfach Atemu zu kopieren. Vorsichtig strich er über dessen Erektion, ließ seine Finger neugierig erkundend darüber wandern und Atemu bog sich ihm mit einem lustvollen Stöhnen entgegen. Dadurch ermutigt griff Yuugi nun vollständig zu und begann seine Hand langsam auf und ab zu bewegen.
„Ahhh... nhnnn..." Atemus Augen rollten nach hinten- wann hatte sich jemals etwas so gut angefühlt?- und sein Kopf fiel in den Nacken. Als Yuugi sein Tempo dann noch steigerte, war es nach kurzer Zeit um ihn geschehen und er folgte dem Jüngeren in die selige Erlösung.
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Als sich sein Atem wieder beruhigt hatte und er nach einer kleinen Ewigkeit seine Augen wieder öffnete, blickte er genau in Yuugis. Der Junge lag auf der Seite neben ihm, eine Hand unter seine Wange geschoben und starrte ihn mit unverhohlener Bewunderung und Zuneigung an.
Atemu grinste: „Soll ich ehrlich sein?" Yuugi nickte, obwohl er sich auf diese Frage keinen Reim machen konnte.
„Das war besser, als der beste Sex, den ich mit meinen Frauen bis jetzt hatte!" Damit erhob sich der Größere und Yuugi lief tiefrot an. „Komm, Kätzchen." Der Junge starrte ihn nur verständnislos an. „Willst du dich nicht abputzen?", fragte Atemu lächelnd und beugte sich dann zu ihm herunter. „Oder... soll ich das für dich machen?" Er leckte einmal über den Hals des Jüngeren und der erschauderte.
„Nein, ich komme schon", sagte Yuugi leise und folgte dem Herrscher Ägyptens lächelnd ins Badezimmer. Als sie wenig später ins Schlafgemach zurückkehrten und sich zur Ruhe betteten, zögerte Yuugi kurz und entschied sich dann, es zu wagen. Anstatt sich wie üblich an das Fußende des Bettes zu legen, schmiegte er sich an Atemu und schloss die Augen, in der Hoffnung, er würde nicht verscheucht werden.
Und Atemu ließ ihn mit einem milden Lächeln gewähren.
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(1) Fellfie: o.O Ich weiß, was ihr denkt... aber NEIN! Sie macht ihn nicht an sweatdrop
Yami+guckt böse+ Ist auch besser für sie+lässt seine Fingerknöchel knacken+
Yuugi+sweatdrop+
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Yami+unten im Wohnzimmer+ AHHH!
Yuugi+oben in seinem Zimmer, beim Hausaufgaben machen+springt auf und rennt so schnell er kann hinunter, um Yami zu helfen+ Yami, was- +hält inne starrt verblüfft auf Yami+
Yami+kämpft auf dem Boden mit dem Staubsauger, der sich an seinem Hals festgesaugt hat+panisch+ ER WILL MICH AUFFRESSEN!
Yuugi: o.O.…….+ggg+ Dann drück doch einfach hierauf +schaltet den Staubsauger am entsprechenden Knopf aus+
Yami+blush+ Oh...
Fellfie: Naa? Da kennt sich jemand wohl nicht mit moderner Technik aus, was+eg+
Yami+glare+ Ich wollte nur mal einen Blick in dieses lange, silberne Rohr werfen und dann? Dann fällt mich dieses Teil an!
Fellfie+ggg+
Yuugi: Och, armer Yami +drückt ihn+
Yami+drückt Yuugi an sich+ Und du, mit dir habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen!
Fellfie: o.O Mit mir?
Yami: Was fällt diesem Kerl überhaupt ein, meinen Yuugi anzutatschen?
Fellfie: Diese Szene habe ich doch nur reingebracht, damit du den Helden spielen konntest+stichel+ Machst du doch so gerne. +Yami anguckt+
Yami+glare+ Du-!
Yuugi+sweatdrop+Ist schon gut Kinder. Streitet nicht. Komm Yami, wir gehen. Du wolltest mir doch noch deine...ähm... „DuelMonsters-Karten-Sammlung" zeigen, nicht wahr?
Yami+hentai grinst+ Stimmt... +hat es auf einmal sehr eilig, mit Yuugi wegzukommen+
Fellfie: o.O"
