Disclaimer: Gundam Wing und die Charaktere gehören nicht mir sondern Sunrise und Bandai. Ich verdiene auch kein Geld mit dieser Geschichte.
Kapitel 29
Tatsächlich war Treize über Zechs´ „Lüge" sehr erstaunt gewesen. Er hätte nicht gedacht, dass ihnen der Germane so eine Geschichte auftischen würde. Natürlich war es nicht gerade sehr rühmlich für Treize verlaufen, aber im Großen und Ganzen akzeptabel. Die Senatoren würden schon bald die Tatsache vergessen haben, dass ein Germane bei Treize weilte und sollte es wieder zu einem Feldzug kommen, dann profitierte Treize vom geheimen Wissen Zechs´.
Seine Gäste waren im Begriff aufzubrechen, einzig Une hatte er noch eingeladen länger zu bleiben. Er hatte ihr sogar eines seiner Gästezimmer angeboten. Doch nicht um sich mit ihr in der Nacht zu vergnügen. Oh nein, diese Zeiten waren schon lange vorbei. Er glaubte sowieso, dass sich jemand anders sehr über die Anwesenheit der Adligen freuen würde. Treize lächelte kurz bei dem Gedanken. Endlich hatte auch er einmal ein Thema gefunden mit dem er Sally aufziehen konnte. Die Ärztin würde sich in den nächsten Tagen so manche Stichelei anhören müssen.
Ganz der perfekte Gastgeber geleitete er die Senatoren und den Kaiser noch auf den Hof hinaus. Die Pferde und die prunkvollen Wagen waren schon bereitgestellt und schon bald blieb nur noch Marcus neben ihm stehen und wollte sich verabschieden. Der Sohn des Kaisers hatte seit dem Vorfall mit Zechs nichts mehr gesprochen und fast hatte Treize den Eindruck, dass Marcus noch immer schmollte.
„Habe ich mich wirklich so schlimm benommen?", wollte der kaiserliche Sprössling es jetzt nun doch wissen.
„Es war nicht gerade sehr würdevoll.", mahnte Treize auch wenn er seiner Stimme jegliche Schärfe genommen hatte und es mehr wie ein Trostwort klang.
Marcus schien dies nicht zu gefallen und schrie einen der Sklaven an, wo denn sein Pferd bliebe. Er war selbst geritten und nicht in einer Sänfte oder einem Wagen angekommen.
„Du siehst doch, dass sie viel zu tun haben. Sei etwas geduldiger. Wenn es dir nicht schnell genug geht, dann sattle doch dein Pferd selbst." Treize hatte lässig die Arme vor der Brust gekreuzt und nickte seinem Onkel zu, der noch einmal die Hand zum Gruß gehoben hatte.
„Pff, als ob ich das könnte."
„Was meinst du? Du kannst kein Pferd satteln?" Treize blickte Marcus verdutzt an.
„Wieso sollte ich es können? Die Diener haben das immer für mich gemacht? Bei dir nicht?"
Treize lachte. „Mein Vater hat ihnen verboten dies zu tun, weil ich mich nicht so oft draußen herumtreiben sollte. Als ob dies ein Hinderungsgrund gewesen wäre." Er legte seine blaue Toga ab und reichte sie dem Sklaven, der gleich an seine Seite geeilt kam. „Komm mit."
Gemeinsam betraten sie den Stall und Treize war als ob er sich zum ersten Mal an diesem Tag entspannte. Der vertraute Geruch nach den Pferden, ihrem Futter und dem Stroh war einfach beruhigend und weckte viele schöne Erinnerungen. „Wo steht dein Pferd?"
„Woher soll ich das wissen?"
„Siehst du es denn nicht?"
Marcus ging die einzelnen abgemauerten Boxen ab in denen jeweils ein Tier stand. „Ich glaube, das hier ist es." Sehr sicher klang das nicht gerade.
„Edler Herr, verzeiht, eurer Pferd steht noch auf der Weide." Trowa war zu ihnen getreten und verbeugte sich.
Treize warf Marcus nur einen säuerlichen Blick zu. Nun, das waren ja schöne Aussichten, wenn ihm Marcus demnächst tatsächlich als Tribun zugeteilt werden würde. Der junge Edelmann konnte ja nicht einmal sein eigenes Pferd erkennen. „Danke Trowa." Er nahm dem Diener das Halfter aus der Hand. „Ich mache es selbst."
„Herr?"
„Etwas Ablenkung wird mir gut tun." Er wandte sich an Marcus. „Und du kommst mit."
Als sie dann auf der Weide standen und Treize wusste, dass sie ungestört waren, zog er Marcus näher an sich heran. Sogleich schlang dieser seine Arme um Treize und küsste ihn. „Komm wieder mit nach Rom."
„Nein.", wehrte Treize sofort ab. Er genoss diese Ruhe hier auf dem Land und er hatte vor diesen Zustand auch möglichst lange beizubehalten.
„Aber ich sehne mich nach dir."
Treize strich dem Jungen eine der Locken aus dem Gesicht. „Ich bin geschmeichelt... Entschuldige, dass ich dich vor deinem Vater zurecht gewiesen habe."
„Du hattest ja Recht.", gab Marcus zu und vertiefte ihren Kuss noch.
„Was hast du eigentlich mit Senator Barton beredet?", erkundigte sich Treize beiläufig. Er hatte nicht umsonst Marcus mit hier her genommen, war ihm doch diese verstohlene kleine Unterhaltung nicht verborgen geblieben und er wollte eine Erklärung.
„Ah, es ging um unser Treffen."
Das waren ja ganz neue Entwicklungen, doch Treize ließ sich seine Überraschung nicht anmerken. Er schob mit einer Hand Marcus´ Tunica nach oben und löste das Lendentuch, das zwischen den Beinen des Mannes zu Boden segelte. „Eurer Treffen? Wieso das denn?"
„Barton meinte, ich solle es nicht sagen."
„Aber mir kannst du es doch sagen.", gurrte Treize und strich mit den Fingern über die seidige Haut seines Geliebten. „Um was ging es denn?."
„Nein.", protestierte Marcus, jetzt allerdings schon weniger stark.
Treize schloss seine Hand um Marcus´ Penis. „Und jetzt?"
„Mhm, es ist nichts. Ein kleines Treffen von Senatoren und anderen Adligen. Alles nur zum Wohle Roms und Barton hat mich eingeladen."
Nun, das gefiel Treize ganz und gar nicht. Senator Barton fürchtete wohl um seinen Einfluss beim Kaiser und versuchte jetzt sich dessen Sohn zu bemächtigen. Und wankelmütig und leichtsinnig wie Marcus auch war...
„Wirst du hingehen?", bohrte Treize weiter nach, mit sanfter Stimme und geübten Fingern, die Marcus bald schwer keuchen ließen.
„Ja... Natürlich... Das ist doch eine Ehre."
„Sicher ist es das.", bestätigte Treize scheinheilig und war sehr froh darum, dass er Marcus nie irgendwelche Geheimnisse oder lebenswichtige Informationen erzählt hatte. Schlimmstenfalls würde der Sohn des Kaisers es eben ausplaudern, dass er und Treize Geliebte waren. Dies konnte zwar zu neuem Gerede führen über Treize und seiner bis jetzt sehr erfolgreichen Laufbahn als Soldat, aber ihm keinen ernsthaften Schaden zu fügen. Zumindest hoffte er das. Schließlich wusste man auch nie, welchen Strick einem die Senatoren drehen konnten.
„Wo ist dieses Treffen?"
„Willst du auch hin?"
„Mhm, nein... Falls jedoch Barton eine Gemeinheit plant, dann kann ich dich nur schützen, wenn ich weiß, wo du dich befindest. Ich könnte es mir doch nie verzeihen, wenn dir etwas zustößt."
Marcus lächelte selig bei so viel Besorgnis und nannte ihm ohne weiteres Zögern den Treffpunkt.
Treize lächelte auch, allerdings sah es Marcus nicht, denn der stand mit dem Rücken zu ihm und stützte seine Hände an einen Baum bereit Treize zu empfangen.
Das leidenschaftliche Stöhnen des anderen Mannes nahm Treize kaum war. Er dachte daran, dass er unbedingt Une von diesen Treffen erzählen musste, am besten noch heute Abend. Sie kannte sicher jemand Geeignetes, der sich dort einmal unauffällig umsehen konnte.
Zechs beobachtete das kleine Grüppchen unten im Park, halb verborgen von den schweren Vorhängen. Nachdem die Adligen kein Interesse mehr an ihm gezeigt hatten, war er auf sein Zimmer gegangen und dort geblieben.
Jetzt war es mittlerweile Abend geworden und aus Neugierde war er auf den Gang hinaus getreten. Dort hatte er gesehen, das im Park Fackeln aufgestellt worden waren und ebenso einige Tische mit Essen. Die Frau, die heute Nachmittag seiner Befragung beigewohnt hatte, befand sich ebenfalls dort unten. Was ihm dabei besonders auffiel war ihr Umgang mit Treize. Wenn Zechs die Sklaven richtig verstanden hatte, dann hieß sie Une und war eine junge Witwe. Ihr Mann war wohl Soldat gewesen und schon bald nach der Hochzeit auf einem Feldzug verstorben. Gerade lachte sie über eine Bemerkung und Treize, der zu ihren Füßen auf dem Gras saß, legte den Kopf in den Nacken und schien eine Nettigkeit zu erwidern. Sie verhielten sich nicht wie frisch Verliebte.
Auf Zechs machten sie den Eindruck eines Paares, das vor langer Zeit einmal ein inniges Verhältnis hatte und dann im Guten auseinander gegangen war. Jetzt verband sie eine tiefe freundschaftliche Vertrautheit.
Zechs nahm sich vor Duo zu fragen, ob Une tatsächlich einmal die Geliebte des Konsul gewesen war. Apropos Duo, der Diener hatte sich gerade Wein aus einer Amphore geschenkt und sich neben Treize auf das Gras gesetzt. Zwischen den beiden stand ein Spielbrett mit zahlreichen Figuren.
Das überraschte Zechs nun doch. Er fand es ungewöhnlich und es passte nicht zu dem Bild, das er sich bis jetzt von Treize gemacht hatte. Treize, der mit seinem Leibdiener auf bloßem Boden saß und mit ihm spielte... und sogar verlor, denn anders war das triumphierende Grinsen Duos und Unes belustigtes Lächeln nicht zu deuten. Während Treize nach Heero rief und forderte, dass dieser Duo doch bitte mit etwas anderem beschäftigen sollte.
Schließlich stießen auch noch Wufei, die Ärztin, Quatre und Trowa zu den bereits Anwesenden. Die Sklaven brachten den Frauen ein Kohlebecken zum Wärmen, obwohl es eine angenehm laue Nacht war.
Zechs erinnerte das Zusammensein sehr an seine Heimat. Dort saß man auch in den Nächten des Sommers am ersterbenden Lagerfeuer mit Freunden zusammen, tanzte oder lauschte alten Geschichten, die von den Ältesten erzählt wurden. Ganz so wie es Treize und die Seinen taten. Wufei gab gerade einen Tanz aus seiner Heimat zum Besten und spontan versuchte Duo die eleganten Bewegungen nachzuahmen, was zu neuem Gelächter führte. Im Vergleich zu Wufei wirkte der Leibdiener wie ein ungeschickter, tapsiger Bär. Das freudige, unbeschwerte Lachen verstärkte Zechs´ Sehnsucht ins Unermessliche. Doch ganz sicher würde er nicht hinuntergehen in den Park und wenn er hier oben noch vor Traurigkeit umkam.
Quatre lehnte sich an Trowas Schulter zurück und bewunderte Wufei, der die Augen geschlossen hatte und sich ganz auf seine Bewegungen konzentrierte. Er blickte zu Treize hinüber und lächelte als er den Gesichtsausdruck des Konsul sah. Es war so etwas wie ein Wunder, dass die beiden Männer noch nie das Lager geteilt hatten. Es war doch so deutlich, dass Treize Wufei begehrte. Hatte es der Chinese etwa noch nicht bemerkt?
Sally und Une saßen auf zwei Stühlen neben einem der wärmenden Kohlebecken und unterhielten sich. Trowa hatte ihm erzählt, dass sich Sally extra erkundigt hatte, ob Une heute Nachmittag ebenfalls bei der Befragung des Germanen anwesend sei. Anscheinend verstanden sich die beiden Frauen wirklich sehr gut. Auch wenn es sich Quatre nicht so recht vorstellen konnte, dass sich Une, eine Frau aus der ältesten Adelsfamilie Roms, sich mit einer germanischen Ärztin einlassen würde. Aber dies war wohl auch der Vorteil der gleichgeschlechtlichen Beziehungen, die Standesunterschiede waren kein so großes Hindernis wie bei der Beziehung zwischen Mann und Frau. Zumindest konnte es keine Bastardkinder geben.
Quatre nahm noch einen Schluck Wein und schloss die Augen. Er war dankbar darum, dass Treize ihn gefragt hatte, ob er nicht über Nacht bleiben würde. Natürlich hatte seine ungeheuerliche Tat in Germanien und die Auspeitschung ihr Verhältnis geändert. Treize hatte sich von ihm ferngehalten und sich ausgesprochen kühl gegeben.
Doch Quatre wusste, dass ihm Treize vergeben hatte. Heute Abend war es fast so wie damals in den langen Winterabenden in Germanien, wo sie alle im Zelt des Konsul gegessen und sich von den Strapazen des Tages ausgeruht hatten. Die Diener und Offiziere waren zu einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft geworden und genau dieses Gefühl verspürte Quatre jetzt auch. Er öffnete die Augen und bemerkte, dass ihn Treize musterte. Der ältere Mann lächelte als Quatre seinen Blick erwiderte und prostete ihm zu. Dankbar erwiderte Quatre den Gruß und stand auf um sich etwas zu essen zu holen.
Die beiden Frauen waren mittlerweile verschwunden, Duo und Wufei widmeten sich dem Brettspiel und Heero hatte sich zu Trowa gesetzt.
Quatre bot Treize auch etwas von dem eingelegten Gemüse an und musste unwillkürlich schmunzeln als er bemerkte, dass sich Treize den Stuhl neben das Kohlebecken geschoben hatte. Für einen Mann war Treize ganz schön verfroren. Die Nacht war nun wirklich nicht kalt, aber in Germanien hatte Treize auch immer zwei Tunicen angezogen und immer seinen dicksten Umhang benötigt.
Während sie beide aßen, beobachtete Quatre wie sein Geliebter mit Heero sprach. Die beiden Männer kannten sich schon sehr lange und verstanden sich auch gut, aber ihm schien es manchmal, dass da noch mehr wäre und schon häufiger hatte sich Quatre gefragt, ob Trowa und Heero nicht einmal ein Liebespaar gewesen waren. Außerdem wusste er, dass es damals in Germanien eine unschöne Auseinandersetzung zwischen Duo, Heero und Trowa gegeben hatte. Auch wenn ihm niemand Genaueres darüber erzählt hatte.
„Hast du mit deinem Vater geredet?"
Quatres Gedankengang wurde jäh unterbrochen und er wandte sich Treize zu. „Worüber?"
„Quatre." Es klang tadelnd und Quatre seufzte.
„Ich will darüber nicht jetzt reden."
Treize schüttelte kurz den Kopf, schenkte sich noch Wein in seinen Pokal und ging dann in die Villa um sich einen Umhang zu holen.
Erst als der Konsul bereits im Inneren des Gebäudes verschwunden war, fragte sich Quatre, warum Treize denn den Pokal mitnahm, wenn er seinen Umhang holen wollte.
„Du kannst gerne zu uns kommen."
Überrascht wirbelte Zechs herum und genau hinter ihm stand Treize. „Hätte ich ein Schwert bei mir, dann wärt ihr jetzt tot. Schleicht euch nie mehr so an mich an.", grollte Zechs und schalte sich selber für seine Unachtsamkeit. Er hatte es nicht einmal bemerkt, dass Treize den Park verlassen hatte.
„Nun, dann habe ich wohl Glück, dass ihr kein Schwert tragt." Treize deutete nach unten. „Wir würden uns freuen.", kam er auf sein ursprüngliches Angebot zurück.
„Danke, nein."
Treize musterte ihn mit jenem durchdringendem Blick, der wohl so typisch für den Konsul war. Sicher sah er Zechs dessen Gefühlsregungen an, ließ es aber darauf bewenden.
Zechs wechselte das Thema: „Wart ihr zufrieden mit meiner Geschichte?"
„Durchaus. Ich muss gestehen, dass diese Version mit sogar sehr gut gefallen hat... und auch sehr glaubwürdig war. Ich hätte es nicht besser machen können." Dies war wohl als Kompliment gemeint und Zechs nickte nur knapp.
„Diese Legenden über den Tallgeese, glaubt ihr daran?" Zechs lehnte sich an die Wand und Treize stellte den Pokal mit Wein auf einem der Schränke ab, die neben dem Fenster abgestellt waren.
„Nein. Ich glaube nicht an Legenden."
Das beruhigte Zechs, er hatte schon befürchtet, dass Treize dieses Gerede ernst nehmen würde und den Dolch oder das Schwert selbst suchen wollte.
„Wie geht es jetzt weiter?", hakte Zechs nach und folgte Treize gezwungenermaßen, der auf sein eigenes Schlafzimmer zuging.
„Wie soll es weitergehen?" Der Konsul zuckte nur mit der Schulter, betrat sein Zimmer und suchte etwas in einer der Truhen. „Du bist immer noch mein Gast. Ich hoffe, dass dir klar ist, dass eine Flucht sinnlos wäre. Zumal sie gegen unsere Abmachung verstoßen würde. Fliehst du, dann werde ich persönlich dafür sorgen, dass der nächste Feldzug nach Germanien zu dem blutigsten der Geschichte wird."
Oh, daran hatte Zechs keinen Zweifel. Er blieb unschlüssig unter der Tür stehen und schürzte die Lippen. Sollte er fragen? „Das kleine Mädchen, das heute Mittag hier war...", begann er und stellte mit Befriedigung fest, dass Treize kaum merklich zusammenzuckte. Wenn er nicht darauf geachtet hätte, dann wäre es Zechs vermutlich gar nicht aufgefallen.
„Sie ist die Enkelin von Senator Barton." Treize legte sich einen Umhang um die Schultern und war im Begriff wieder nach draußen zu gehen. Aber Zechs stand noch immer in der Tür und versperrte den Weg. Wohl oder übel musste Treize ihn ansehen. „Was noch?"
„Sie sieht jemandem sehr ähnlich. Sie hat eure..."
Ehe Zechs überhaupt blinzeln konnte, spürte er die Klinge eines Dolches an seinem Hals. Treize musste das Messer in seinem Ärmel getragen haben.
„Ein weiteres Wort und ich schneide dir die Kehle durch." Treizes Stimme war auf einmal völlig kalt und bei dem Klang richteten sich die kleinen Härchen auf Zechs´ Nacken auf.
„Ihr seid sehr leichtfertig, wenn ihr glaubt, es würde nicht auffallen.", hielt Zechs dagegen und war sich des kalten Metalls sehr wohl bewusst.
„Was auffallen?" Treize blickte ihn an, die Klinge drückte sich an Zechs´ Hals, durchbrach noch nicht die Haut, aber es fehlte nicht viel.
„Nichts. Ich muss mich getäuscht haben.", lenkte Zechs ein. Nein ganz sicher wollte er nicht hier mit durchschnittener Kehle sterben. Dass es Treize ernst damit war, da war sich Zechs sicher. Das Verhalten des Konsul erinnerte Zechs an eine Hündin, die er einmal besessen hatte. Lia hatte Welpen geworfen und jeden, selbst Zechs, angeknurrt und gebissen, der den kleinen Hunden zu nahe gekommen war. Wenn er noch einen Beweis gebraucht hätte, dann wäre es ihm jetzt klar gewesen. Treize war der Vater der Kleinen.
Grob drängte sich der Konsul an ihm vorbei, ging den Gang entlang und die Treppe hinab. Er sah sich nicht einmal mehr nach Zechs um.
Seinen Wein hatte er vergessen, der Pokal stand noch immer auf dem Schrank. Zechs schnupperte daran und trank dann in vollen Zügen ohne abzusetzen. Es war kein mit Wasser verdünnter Wein, der oft von den Römern zum Essen getrunken wurde, sondern ein schwerer Tropfen.
Sicher würde er jetzt gut schlafen können.
