Disclaimer: Gundam Wing und die Charaktere gehören nicht mir sondern Sunrise und Bandai. Ich verdiene auch kein Geld mit dieser Geschichte.

Kommentar: Ja, das nächste Kapitel könnte auch längere Zeit beanspruchen. Ich bin nächste Woche im Ausland und werde kaum die Zeit und Muse haben zu schreiben.

Aber ich glaube, das interessiert euch gar nicht ;) Euch wird eher interessieren, was Wufei und Treize machen... (Ich sollte einmal zählen, wie viele Lemonszenen ich in dieser Geschichte schon geschrieben habe.)

Kapitel 31

Zechs verstand gar nichts mehr. Er ging in sein Zimmer, schob die schwere Truhe vor die Tür und warf sich auf das Bett. Kam es nur ihm so vor oder hatte er sich zum Narren gemacht?

Duo machte das freiwillig?! Ließ sich freiwillig von Heero schänden. Wie ging denn das? Gut, Duo war ja nur ein einfacher Diener. Womöglich lag es wirklich daran, dass Duo ein Diener war. Dass es auch die Aufgabe eines Dieners war so etwas zu tun.

Oder Duo hatte es aufgegeben sich zu wehren und erduldete es jetzt einfach und gab nur vor, dass es freiwillig war.

Zechs selbst jedenfalls konnte sich nicht im Geringsten vorstellen, dass man so etwas freiwillig tat. Und Liebe? Das konnte es doch unter zwei Männern nicht geben? Das war doch unnötig und unpraktisch und... Zechs schüttelte den Kopf. Und überhaupt, wer war dann Mann und wer die Frau?

Gut, Duo konnte sich gegen Heero wohl kaum behaupten, dann war schon klar, wie die zwei es anstellen würden. Undeutliche Bilder zeichneten sich hinter Zechs verschlossenen Lidern ab und er verdrängte sie sogleich. Aber Wufei und der Konsul! Wufei war alles andere als schwach oder jemand, der sich nicht würde zu wehren wissen. Zechs hatte Wufei schon kämpfen sehen und der junge Mann war auch sehr stolz. Der würde sich doch nicht mit so jemandem wie Treize einlassen. Hatte sich Zechs zumindest gedacht, aber das Bild der beiden auf dem Diwan, wie Wufei Treize geküsste hatte, das hatte da eine ganz andere Sprach gesprochen. Dies hatte sogar Zechs begriffen.

Odin möge ihm beistehen. Diese Römer waren ein noch verdorbeneres Volk als Zechs es sich je gedacht hätte! Wenn es normal war, dass sich zwei Männer küssten. Oder noch schlimmer... Nein, das war doch einfach nur widerlich.

Er zog sich eines der Kissen über den Kopf und versuchte nicht daran zu denken, was in diesen Momenten sich in den anderen Zimmern der Villa abspielte.

Auch Wufei ging gleich in sein Zimmer zurück. Er lehnte sich gegen die verschlossene Tür und legte sich eine Hand an die Wange. Sie fühlte sich eindeutig heiß an. Bei den großen Göttern, nie hätte er gedacht, dass es noch dazu kommen würde. Schon lange, hegte er insgeheim eine tiefe Bewunderung für Treize und hatte sich in seinen kühnsten Träumen versucht vorzustellen wie es wohl sei mit diesem großartigen Mann zusammen zu sein.

Treize war ihm mehr als nur ein ebenbürtiger Partner und wenn sich Wufei einem Mann hingeben würde, dann nur ihm.

Er öffnete den Knoten des breiten Stoffgürtels, der den Shenyi hielt, dann ließ er Seidenstoff zu Boden fallen und gleich bildete sich auf seiner nackten Haut eine Gänsehaut, die er mit wohligem Schauer hinnahm.

Wufei ging zu einer der Truhen, die in der hintersten Ecke des Zimmers standen. Treize hatte erwähnt, dass er noch Verpflichtungen heute Nachmittag hätte und Wufei war dankbar darum, dass er so noch Zeit hatte sich vorzubereiten. Zuerst würde er sich noch einmal gründlich waschen. Sein Volk legte schließlich großen Wert auf Sauberkeit. Eine Tugend, die die Römer von Zeit zu Zeit vernachlässigten wie Wufei fand. Er konnte sich nicht mit der Idee anfreunden seinen Körper mit Öl einzureiben und dieses dann wieder abzuschaben, wie es die meisten Römer taten.

Aus der Truhe beförderte er eine besonders teure und wohlriechende Seife zur Tage, warf sich eine grobe Tunica über und ging in das Badehaus, das sich an die Villa anschloss. Das Badehaus war zwar nicht übermäßig groß, aber verfügte dennoch über drei beheizte Räume mit Wasserbecken.

Danach begab er sich wieder in sein Zimmer, trocknete sich ab, kämmte seine schwarzen Haare und ließ sie sich offen auf die Schultern fallen.

Bildete er es sich nur ein oder steigerten diese Vorbereitungen in ihm die Lust, aber auch die Unsicherheit? Wufei lächelte kurz, auch wenn er noch nie einen Mann erkannt hatte, anders als Zechs war er sich sehr wohl bewusst, was zwei Männer miteinander tun konnten. Wenn Wufei ehrlich war, dann wollte er all das tun, von dem er schon gehört hatte. Dies und noch viel mehr.

Bei diesem Gedanken klopfte sein Herz schneller und er verspürte ein nicht ganz unangenehmes Ziehen in seinem Bauch während er einen nachtschwarzen Shenyi anlegte, der mit einem leuchtend gelben Band an der Hüfte geknotet wurde. Die Robe saß nicht eng an seinem Körper wie sonst üblich, sondern der Stoff klaffte an seiner Brust auseinander und es würde nicht viel brauchen bis er völlig abgestreift war. Wieder ging Wufei an die Truhe und ganz unten, eingewickelt in ein Tuch fand er den Tiegel mit Salbe und den Pflock. Wufei wusste nicht, wie diese beiden Gegenstände in sein Reisegepäck gelangt waren, doch jetzt war er froh darum.

Er setzte sich auf das Bett. Die Robe war so weit, dass sie ihn nicht behinderte während er den zuvor eingefetteten Pflock in sich einführte. Natürlich war dies nicht einfach, unberührt wie dieses Körperteil von ihm war, und er musste langsam vorgehen. Doch er wollte bereit, wenn es Treize war, der sich in ihm versenken würde.

Als das Utensil an Ort und Stelle saß, lehnte sich Wufei gegen die Kissen, die am Kopfende des Bettes aufgetürmt waren. Er schloss die Augen und versuchte zu meditieren, versuchte seine Sinne zu schärfen, wie er es vor einem Kampf tun würde. Während jede noch so kleine Muskelbewegung ihn daran erinnerte, dass da etwas in seinem Körper steckte und es nur ein kleiner Vorgeschmack auf das war, das in einigen Stunden mit ihm passieren würde.

Wufei wusste nicht, wie lange er so halb saß, halb lag. Erst als sich die Tür zu seinem Raum öffnete, schlug er die Augen auf und richtete sich auf. Was zur Folge hatte, dass sich der Pflock noch weiter in ihn schob und er unwillkürlich aufstöhnte.

Treize, der gerade die Tür geschlossen hatte und auch sofort den Schlüssel im Schloss drehte, wandte sich überrascht um. „So erfreut mich zu sehen?", neckte er.

Wufei lächelte nur und stellte erfreut fest, dass auch Treize noch einmal das Badehaus aufgesucht hatte. Ja, Treize war eben kein gewöhnlicher Römer. Das hatte Wufei schon immer gewusst und es wurde ihm jetzt wieder bestätigt.

Treize kam zu ihm auf das Bett gekrochen. Er legte eine Hand an Wufeis Wange, blickte ihm lange Zeit ins Gesicht, dann strichen seine Finger unendlich langsam über die Konturen seines fremdländischen Gesichts, über seinen Hals und streiften den seidigen Stoff von Wufeis Robe beiseite. Noch nicht genug damit der Stoff über seine Schulter fiel, aber genug um Wufeis Bauch zu enthüllen.

„Wufei?" Treizes Stimme war ganz nah an seinem Ohr, doch Wufei blickte nur auf die Finger, die dort unten zaghaft an seinem Gürtel zupften. „Ist es dein erstes Mal mit einem Mann?", verlangte der Römer zu wissen.

Wufei nickte nur und blickte immer noch auf die langen Finger.

„Ah. Also doch. Glaube mir, es wird dir gefallen."

Oh, da hatte Wufei keinen Zweifel und ließ es zu, dass Treize sich über ihn beugte, je ein Knie an Wufeis Seite und den Gürtel aufknotete. Fast von selbst enthüllte dann der Stoff Wufeis Lenden und Treizes Züge zeigte ein Lächeln. Eindeutig, ihm gefiel was er da sah. Besonders als er bemerkte, dass Wufei sich für ihn vorbereitet hatte.

Ihre Blicke trafen sich und Wufei errötete. Es war ja schließlich das erste Mal für ihn, dass er sich so hingab und auf die Gunst eines anderen Mannes vertraute. Er hob seine Hände und wollte Treizes Kopf näher zu sich heranziehen. Er wollte wieder die Lippen des Konsul küssen, so wie sie es heute Mittag getan haben. Aber Treize ergriff seine Hände und drückte sie mit sanfter Bestimmtheit auf das Bett.

Wufei wollte schon protestieren.

„Wir haben Zeit Wufei. Keine Eile.", mahnte Treize und legte eine Hand auf Wufeis Hüfte. Dann schien er zu einem Entschluss zu kommen und lächelte. „Dreh dich um."

Überrascht gehorchte Wufei, drehte sich auf seinen Bauch und erschauderte als Treize den Stoff des Shenyi fortzog, so dass Wufei jetzt nackt vor ihm lag. Fast erwartete er, dass Treize nun den Pflock entfernen und mit dem Akt an sich beginnen würde. Ganz gewiss hätte er nicht damit gerechnet, dass Treize damit beginnen würde seine Füße zu massieren.

Er richtete sich auf einen Unterarm auf und schielte über eine Schulter nach hinten. „Was soll das?", fragte Wufei mit brüchiger Stimme.

Treize lächelte und schaute auf. „Entspann dich Wufei. Ich habe doch gesagt, wir haben Zeit."

„Aber... Ich dachte, ihr wollt sofort..." Wufei presste die Lippen aufeinander, er konnte es nicht sagen, aber es war auch nicht nötig, denn Treize schien zu wissen, was er meinte.

„Was? Dass ich dich bespringe wie ein räudiger Hund?!" Treize klang belustigt und setzte nun seine Fingerknöchel ein, um die Innenseite von Wufeis Füße zu bearbeiten. Keine Frage, die Massage war angenehm und half, dass er sich entspannte. Aber es war merkwürdig für ihn so still und ruhig dazuliegen. Wieder stützte er sich auf den Ellbogen.

„Was erwartest du von mir?", erkundigte sich Wufei.

„Mhm?" Treize zog fragend eine Augenbraue nach oben.

„Na ja, ich muss doch auch etwas tun und bevor ich es falsch mache, dann sag es mir lieber gleich."

„Du musst nichts tun." Treize strich mit den Fingern die Rückseite von Wufeis Waden entlang, alles langsame Bewegungen mit bedächtigem Druck ausgeübt.

Wufei sah, dass Treize seine Fragen wohl sehr amüsant fand und sich nur mit Mühe das Lachen verkniff.

„Ich rede wohl zuviel.", stellte er fest.

Treize sah auf. „Nein, rede so viel du willst. Es ist nur... Ich habe mich an etwas erinnert."

„Oh?" Wufei legte seinen Kopf auf das Kissen zurück und schloss die Augen. „Was denn?", hauchte er.

„Es gibt für jeden ein erstes Mal.", antwortete Treize einige Zeit später. Wufei hatte schon nicht mehr mit einer Antwort gerechnet. Starke Hände lagen nun auf seinem Rücken und er stöhnte leise als sie einen empfindlichen Punkt streiften. Wufei wollte ja nicht drängen, aber so langsam könnte Treize zum Wesentlichen kommen. So angenehm alles bis jetzt gewesen war, seine Hüften zuckten immer häufiger unkontrolliert.

„Ich musste daran denken als ich das erste Mal so auf einen Man gewartet habe."

Hörte Wufei da einen leisen, bitteren Unterton? „War es nicht angenehm?", erkundigte er sich und krallte die Hände in die Kissen als die Finger jetzt von weichen Lippen abgelöst wurden, die sich ihren Weg zu seinem rechten Ohr suchten.

„Doch das war es."

Wufei konnte es sich nicht so recht vorstellen, dass Treize es je einem anderen Mann erlaubt hätte so etwas mit ihm zu tun. Es musste wohl ein ganz besonderer Mensch gewesen sein, der mit Treize damals das Lager geteilt hatte.

Wufei atmete langsam aus und die anfängliche Anspannung war völlig verflogen. Ihm war als ob er im nächsten Moment zerschmelzen würde wie Schnee unter der Frühlingssonne. Seine Beine und sein Rücken waren wunderbar warm und pulsierten. Sogar der Pflock, der ja noch immer in ihm steckte, erschien ihm jetzt regelrecht angenehm, fast vertraut.

Auch Treize schien dies nicht verborgen geblieben zu sein und wies ihn an sich wieder auf den Rücken zu drehen. Wufei blickte zu Treize und wieder errötete er als den Blick des Mannes auf sich wusste. Beschämt drehte er den Kopf weg doch schlanke Finger hielten sein Kinn fest.

Treize sprach nichts doch sein Kuss sagte genug. Es gab nichts worüber sich Wufei schämen müsste... Auch nicht über seinen eigenwilligen Penis, der sich geradezu auffordernd an Treizes Seite presste. Kundige Finger erkundeten Wufeis Männlichkeit, während ihn Treize weiter küsste und Wufei mehr als einmal fürchtete er, dass er ihn Ohnmacht fallen würde. So komplex und vielschichtig waren die Empfindungen und ihm war, als ob sie seinen Körper überlasten würden.

Unwillkürlich fragte sich Wufei in dem Wirrwar von Gefühlen und Eindrücken ob dieser Zustand sich mit dem Vergleichen ließ, was die Weisen „die Einswerdung und Erlangung des ewigen Dao", jenen vollkommenen Zustand der Erleuchtung, nannten.

Lange würde er nicht mehr durchhalten, schon jetzt bewegte er seine Hüften und stieß unbewusst in die enge Umklammerung von Treizes Fingern.

Seine Lippen wurden wieder freigegeben und krampfhaft versuchte Wufei wieder zu Atem zu kommen. Er konnte sehen, dass ihn Treize lächelnd betrachtete. Der ältere Mann schien jedes noch so kleine Detail von ihm aufzunehmen und dann... dann verdichtete sich alles Sein auf einen kleinen Punkt, tief in seinem Innersten. Für einen kurzen Moment herrschte völlige Leere in ihm, nur um dann von mächtigeren Empfindungen überflutet zu werden.

Es mochte nicht lange gedauert haben bis Wufei wieder einigermaßen Herr über seinen Körper geworden war, denn noch immer war Treize über ihn gebeugt. Ermattet lag Wufei da und sein Mund verzog sich zu einem schwachen Lächeln. Doch wenn er gedacht hatte, dies alles war, dann hatte er sich gründlich getäuscht.

Ihm fiel auf, dass er Pflock nicht mehr an seinem Platz war und er bedauerte es fast. Dann geisterten Treizes Lippen über seinen Hals, hauchten fast nicht wahrnehmbare Küsse auf die Haut und schlossen sich um Wufeis Brustwarzen.

Wieder eine neue Empfindung und wieder so unerwartet und köstlich. Wufei hatten schon bei einigen Frauen gelegen und noch nie wäre eine auf die Idee gekommen sich um diesen Teil seiner Anatomie zu kümmern.

Fast augenblicklich fühlte er wie sein Blut wieder in seine Lenden schoss und er konnte es nicht verhindern, das aus seiner Kehle ein leises, hungriges Knurren entwich.

Er strich über Treizes Haare und spielte mit den honigblonden Strähnen während scharfe Zähne über seine empfindliche Haut kratzten und ihn noch mehr reizten. Unbewusst drückte er den Rücken durch, wollte mehr von diesen Liebkosungen empfangen und bettelte regelrecht danach.

Er stammelte unzusammenhängende Worte in seiner Heimatsprache, bettelte nach mehr.

Und es wurde ihm gewährt, dieses Mal waren es keine Hände die sich um sein Fleisch schlossen, sondern ein hungriger, warmer Mund. Es waren keine Finger, die über seine Spitze kreisten und die ersten Tropfen seiner Lust auffingen, sondern eine kundige Zunge und Wufei blieb jedes weitere Wort in der Kehle stecken.

Er hätte es nicht für möglich gehalten, aber er war schon wieder so weit. Wufei hatte den Eindruck, dass sein Körper schon längst nicht mehr ihm gehörte, sondern nur noch dem Mann, der solch einzigartige Dinge mit ihm anstellte. Dinge, von denen Wufei sich nicht einmal hatte vorstellen können, dass sie so betörend und erotisch waren.

Wieder gab es für ihn eine Überraschung und wieder konnte er nicht anders als sich auf den Bettlaken zu winden. Sein Kopf flog auf den Kissen von rechts nach links und er biss sich fast auf die Lippen. Was war nur das gewesen?

Treize hatte einen Finger in ihn eingeführt und dabei etwas in ihm ausgelöst... etwas Wundervolles. Da war es schon wieder und Wufeis Becken drängte nach vorn.

Als schließlich Treize selbst in ihn eindrang war Wufeis Körper in Schweiß gebadet. Er hatte gar kein Gefühl mehr in seinen Beinen und seine Muskeln zuckten nur noch unkontrolliert. Würde Treize nicht seine Knie halten, sie würden von den Schultern des Mannes rutschen. Er konnte nicht einmal mehr die Hände in das Bettlaken krallen. Sein Kopf war auf die Seite gesunken .

„Wufei, schau mich an.", raunte eine heisere Stimme und eine Hand drehte sein Kinn. Er schlug die Augen auf und fand Treize über sich gebeugt und tief in ihn gestoßen.

„Ah.", entfuhr es Wufei als sich Treize bewegte und er spürte wie sein Körper noch einmal alle Kräfte wie zu einem letzten Kampf sammelte. Noch einmal spannten sich alle seine Muskeln an und umschlossen Treize auf feste und unerbittliche Weise.

Jetzt war es an dem Römer zu stöhnen und doch beherrschte er sich und marterte Wufei mit langsamen, genussvollen Stößen.

Noch einmal fühlte Wufei diese Welle in sich aufsteigen, immer weiter und weiter bis zu jenem Punkt an dem alles in sich zusammenfiel.

Dieses Mal erreichten sie ihn gemeinsam.

Treize blickte hinab auf das angenehme Gewicht in seinen Armen. Wufei lag dicht an ihn gedrängt und schlief. Seine Atemzüge strichen warm über Treizes Brust und er hob eine Hand und schob die langen Strähnen zur Seite, die in das entspannte Gesicht des Schlafenden gefallen waren.

Normalerweise blieb er danach nie bei ihnen. Schon oft hatten sich seine Liebhaber beschwert, dass sie des Nachts alleine in ihren Betten erwachten, aber Treize hatte es nie anders gehandhabt. Er hatte auch noch nie Jemanden – sie es Mann oder Frau – in seinem eigenen Zimmer empfangen. Nein und an der Seite eines anderen Menschen einzuschlafen, völlig ungeschützt, das konnte er nicht. Selbst mit Wufei nicht. Er genoss es ihm beim Schlafen zu zusehen, aber mehr nicht.

Er lächelte und rief sich noch einmal Wufeis Gesicht in Erinnerung, das einen Ausdruck voll ungläubigen Staunens getragen hatte als er zum ersten Mal in Treizes Armen gekommen war. Treize selbst hatte sich schon oft gefragt, was sich die Götter dabei wohl gedacht hatten, dass sie die Menschen befähigt hatten solche Gefühle zu entwickeln.

Wufei regte sich in seinem Schlummer und drückte sich noch enger an ihn. Treize schlang die Arme um die schmalen Schultern des jungen Mannes und drückte einen Kuss auf den Scheitel.

Es war schon komisch, seit Jahren hatte er nicht mehr an Merenptah gedacht, aber heute als Wufei so vor ihm gelegen hatte und er ihn in die Geheimnisse der fleischlichen Genüsse eingeführt hatte, da hatte ihn die Erinnerung eingeholt.

Es stimmte schon, damals war er auf einem ägyptischen Bett gelegen. Er wusste noch ganz genau mit welchem Muster die Stuckdecke über dem Bett bemalt gewesen war: Weiße Lotusblüten und filigranes Schilfgras. Er konnte sich auch noch sehr gut daran erinnern, wie diese Bilder vor seinen Augen verschwommen waren.

Merenptah war der erste Mann gewesen, der Treize genommen hatte... und auch gleichzeitig der letzte. Bei den Göttern, damals war er ein unerfahrener Junge von 16 Jahren gewesen, der schon bei dem Gedanken, dass ihn ein anderer Mann begehren könnte, errötet war. Der sich nicht einmal mehr auf den Beinen hatte halten können als ihn dieser exotische Ägypter geküsst und dann ins Bett getragen hatte.

Entschlossen schob er die Erinnerung an den früheren Liebhaber zur Seite. Das war Vergangenheit.

Versonnen schlang er eine der Strähnen um den Finger und betrachtete den Kontrast zwischen dem schwarzen Haar und seiner Haut. Aber einen Gedanken konnte er nicht zur Seite schieben und er schämte sich dafür, dass er ihn hegte... Dass er sich versuchte vorzustellen, wie es wäre wenn sich nicht schwarzes Haar unter seinen Fingern ausbreiten würde... sondern hellblondes.