Disclaimer: Gundam Wing und die Charaktere gehören nicht mir sondern Sunrise und Bandai. Ich verdiene auch kein Geld mit dieser Geschichte.
Kommentar: Meine lieben, treuen Leser, von mir ein großes Lob, dass ihr diese Geschichte so lange mitverfolgt habt! Es war bis jetzt auch meine längste FanFiction!
Hier nun in einem Rutsch den „heißen" Höhepunkt der ersten Staffel... und auch den Beginn von Staffel zwei! Ja, ihr habt richtig gelesen. Es geht noch weiter mit unseren Helden und ich habe noch so einiges mit ihnen vor.
Kapitel 37
Eine Jagd war angesetzt worden zur Vergnügung und Zerstreuung der besonderen Gäste aus Seres. Wufeis Onkel hatte bereitwillig zugestimmt dem Spektakel beizuwohnen, ebenso wie übrigen Gesandten. Auch die beiden Tribune waren eingeladen, selbst Zechs war mitgezogen als der Trupp noch vor Sonnenaufgang aufgebrochen war.
Wufei hatte in den letzten zwei Wochen kaum Zeit gefunden für sich und seinen Gedanken. Er trauerte nicht um seinen Vater, obwohl er das tun sollte. Aber er hatte diesen Mann kaum gekannt. Schon früh war er in die Obhut einiger Kriegermönche gegeben worden und dort seine Erziehung genossen. Zwar war er schon früh verheiratet worden, aber auch hier hatte er nie – oder nur selten – in Kontakt mit seinen leiblichen Eltern gestanden.
Wufei war nicht dafür vorgesehen gewesen die Nachfolge des Long-Clans zu übernehmen. Er hatte zahlreiche Geschwister und war deshalb auch sehr überrascht gewesen, dass ihn seine Familie zurück nach Seres holte.
Wufei wusste nicht, was er von seiner Zukunft erwartet hatte, aber gerade in den letzten Monaten hatte er gut mit der Vorstellung leben können, hier in Rom zu bleiben. Jedoch wusste Wufei auch um seine Verpflichtungen gegenüber der Familie und dem Clan. Er hatte keine Wahl und konnte sich schlecht gegen die versammelte männliche Verwandtschaft stellen, die ihn doch zurückholen sollte.
Jedoch waren die besagten Verwandten gerade außer Haus. Nie war es in der Villa die letzten Tage so ruhig gewesen und natürlich hatte Treize das genau geplant.
„Das war ein sehr guter Einfall.", lobte Wufei und schloss die Augen, ließ sich in die zerwühlten Decken des Bettes zurückfallen. Er spürte wie Treize sein Gewicht verlagerte und sich aufsetzte, dabei sich weit über Wufeis Körper beugte und nach der Schale mit Obst tastete, die eigentlich irgendwo vor dem Bett stehen musste.
Als Treize am Morgen verkündet hatte, dass er leider doch nicht der Jagdgesellschaft beiwohnen könne - angeblich wartete er auf eine wichtige Nachricht des Kaisers -, hatte Wufei es sofort gewusst, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Schließlich kannte er Treize und so hatte er sich beim Satteln der Pferde besonders ungeschickt angestellt, sich angeblich den Fuß vertreten.
So waren sie jetzt alleine und hatten genügend Zeit für sich. Sie hatten einen äußert vergnüglichen Morgen verbracht. Treize hatte ihn mit warmen Wassers des Caldariums im Badehaus zärtlich genommen. Die untere Hälfte ihrer Körper im Wasser verborgen, das immer höhere Wellen geschlagen hatte und immer mehr war aus dem Rand des Becken geschwappt.
Später hatte sich Wufei dafür revanchiert. Es war für ihn noch ungewohnt seinen Geliebten mit Lippen, Zunge und Zähne zu verwöhnen. Doch jedes Mal, wenn sich Treizes Finger fester in seine schwarzen Haare gekrampft und er seinen Namen gestöhnt hatte, da wusste Wufei, dass er alles richtig gemacht hatte.
Jetzt gerade hatte ihm Treize gezeigt, wie man sich gleichzeitig verwöhnen konnte. Wie man gleichzeitig geben und empfangen konnte. Auch wenn Wufei diese Position als etwas ungeschickt empfand und obwohl sie dies zum ersten Mal ausprobiert hatten, hatten sie gleichzeitig ihr Ziel erreicht.
Schließlich öffnete Wufei die Augen als Treize ihm eine Traube zwischen die Lippen schob. Spielerisch schnappte Wufei dabei nach den Fingern des anderen Mannes und gab sich erst wieder zufrieden als ihn Treize mit der gesamten Rebe gefüttert hatte.
„Wie viele Männer hat du schon gehabt?" Wufei kaute noch auf der letzten Traube. Er wusste nicht, warum er dies gefragt hatte, es war ihm so herausgerutscht. Vielleicht war es ihre bevorstehende Trennung, die ihn dazu antrieb zu fragen.
„Mehr als ich je zählen könnte.", gab Treize zurück.
„Dann bin ich nicht mehr als eine weitere Eroberung in einer langen Reihe." Wufeis Stimme klang keineswegs bitter oder wehmütig. Es war nur eine Feststellung. Natürlich kannte er Treize schon lange und kannte auch dessen Wirkung auf die Männer und Frauen in seiner Umgebung. Es war wohl auch bezeichnend, dass Treize dies nicht abstritt oder widersprach. Wufei blickte den Konsul an, der damit begonnen hatte eine Orange zu schälen.
„Selbst jetzt denkst du an einen anderen." Es war nicht als Vorwurf gemeint und Wufei selbst war Realist genug um zu wissen, dass es ihrer Beziehung von Anfang an nicht beschieden gewesen war, dass sie lange andauern konnte. Doch er wusste auch, dass ihn Treize nicht betrügen würde, so lange Wufei noch in Rom war.
„Entschuldige." Dies meinte Treize grundehrlich.
Wufei lächelte verschmitzt und stupste Treize mit einem Fuß in die Seite. „Und ich glaube auch zu ahnen, wer es ist."
Jetzt sah Treize auf, ein überraschter Ausdruck auf seinem Gesicht.
„Oh ja! Ich würde es unserem...", weiter kam Wufei nicht, denn Treize hatte ihm ein Stück Orange in den Mund geschoben.
„Das gehört nicht hierher.", lenkte Treize ab.
Wufei schluckte. „Ich weiß, du kannst es dir noch nicht eingestehen, aber du fühlst dich von ihm angezogen."
„Wufei!"
„Nein, ich bin nicht beleidigt. Ich bin froh darum."
„Wie... was?" Ein Stück des Obsts verharrte unschlüssig in der Luft als Treize ihn fragend ansah.
„Du brauchst jemanden... Ja, ja... Auch das kannst du dir nicht eingestehen...", redete Wufei weiter, bevor Treize erneut widersprach, dann wechselte er schnell das Thema: „Stimmt es, was Duo erzählt hat. Dass du den obersten Priester der Isis verführt hast?"
„Oh bei der süßen Venus." Treize stöhnte gequält. „Wo hat er denn das nur wieder her gehabt!"
„Es stimmt also! Duo sagte, der arme Junge hätte gewisse Probleme gehabt...", vielsagend hob Wufei eine Augenbraue.
„Kann man so sagen. Er hat auf einem Gelage behauptet noch nie den Freuden des Fleisches gefröhnt zu haben. Sein Körper wäre von den Götter gesegnet, so dass keine Frau ihn zu erregen vermag. Dass sein Körper so rein wäre wie eine ungeöffnete Lotosblüte..."
Wufei musste lachen.
„Doch, genau so hat er sich ausgedrückt..." Auch Treize lachte nun und wälzte sich auf den Bauch, stützte sein Kinn in die Hand und umfuhr Wufeis Brustwarze mit einem Finger. „Ich war damals zwanzig und sah es als persönliche Herausforderung an diesem Zustand Abhilfe zu schaffen."
Wufeis Bauch vibrierte vor Gelächter, dann öffnete er den Mund um noch mehr von der Orange zu ergattern.
„Also habe ich ihn zu einem privaten Gelage in mein Stadthaus in Rom eingeladen. Es war ein Leichtes in ins Schlafzimmer zu bekommen. Marcellus war so von sich überzeugt, dass er zu gerne einwilligte. Er wollte beweisen, dass auch ich an ihm scheitern würde... Aber... Nun, zuerst sah es so aus als ob er Recht behalten würde."
„Ah?"
„Ja. Es regte sich nichts. Rein gar nichts. Das empfand ich natürlich als große Beleidigung."
„Oh." Wufei wurde von einer neuen Welle Gelächter erfasst. „Was hast du dann getan?"
Wie ein jeder guter Erzähler wartete Treize bis er schlussendlich den Höhepunkt zum Besten gab und vertilgte erst noch den letzten Rest der Orange. Dann legte er sich auf Wufei. „Dann hatte ich eine Idee - Trowa hatte mir einmal davon erzählt. Marcellus war eingeschlafen..."
„Unerhört!", kicherte Wufei.
„Und ich habe ihn ans Bett gefesselt."
„Wie?" Augenblicklich verstummte das Gelächter. Wufei glaubte nicht richtig verstanden zu haben.
Treize lächelte und ließ eine Hand an Wufeis Bein hinabwandern. „Ja, gefesselt. Mit Lederriemen aus dem Pferdestall. An jedem Bein." Er drückte Wufeis Beine auseinander und umfasste die Füße. Dann ergriff er die Hände, hob sie über Wufeis Kopf und drückte sie fest gegen die Kissen. „An jeder Hand... Und dann..."
„Tu es.", forderte Wufei atemlos und streckte sich, küsste Treize auf die Lippen. Mit einem Mal hatte sich die Stimmung in dem Zimmer gewandelt. Kein Gelächter mehr. „Tu es mit mir. Genau so wie damals mit Marcellus."
„Wufei?" Treize sah ihn aus weit geöffneten Augen an.
„Ich will es nie vergessen. Ich werde mich nie mehr einem Mann so hingeben können wie dir. Also sorge dafür, dass ich dich nie vergessen werde. Tu es!"
Sie sahen einander lange in die Augen. Treize schien es lange Zeit nicht zu begreifen, was Wufei da gerade gesagt und gewünscht hatte. Aber Wufei hatte ihn auch schon mehr als einmal überrascht.
Der junge Mann nickte ihm nochmals bestätigend zu. Oh ja, er wollte es.
„In Ordnung." Treizes eigene Stimme war rau vor Erregung. Seine kleine Liaison mit dem Priester hatte zu den erotischsten Erlebnissen seines Lebens gezählt und er ahnte bereits, dass es mit Wufei noch besser und unglaublicher sein konnte.
Treize ließ Wufeis Handgelenke los und richtete sich auf. Wufei sah ihn voller Erwartung an. Was sollte er tun? Doch mittlerweile wusste Wufei, dass Treize nichts von ihm erwarten würde. Er musste einfach die Augen schließen und Vertrauen haben.
„Bleib so liegen.", befahl Treize sanft und verließ das Zimmer. Wenig später kehrte er zurück doch Wufei konnte nicht erkennen, was sein Geliebter für Utensilien mitgebracht hatte, verbarg er sie doch hinter seinem Rücken. Treize beugte sich über Wufei, ein besitzergreifendes Funkeln in den blauen Augen. Ohne noch ein weiteres Wort zu sprechen schlang er einen Lederriemen um Wufeis rechten Fuß und fesselte ihn an den Bettpfosten. Ganz so wie Treize es angekündigt hatte.
„Und wehe dir, du sagst auch nur ein Wort, wenn ich es nicht befohlen habe." Treizes Stimme war nah an Wufeis Ohr und erinnerte den jungen Mann auf unangenehme Weise an das Verhör des jungen Boten, der die Kunde vom Brand am Julientor überbracht hatte. Genauso kalt und berechnend war Treizes Stimme damals gewesen.
Nachdem sämtliche Gliedmaßen gefesselt waren, wurde Wufei ein schwarzes Tuch auf die Augen gelegt und hinter seinem Kopf verknotet.
„Willst du immer noch Wufei?" Leichte Berührungen liebkosten Wufeis Gesicht. „Sag es."
„Ja!" Selbst dieses kleine Wort kam ihm nur schwer über die Lippen. War das klug? Wufei ahnte bereits, dass dies keine Frage war, die sich mit Logik erörtern ließ. Er wusste jedoch, dass es einen Menschen gab, dem er vertraute. Außerdem hatte er Treize schon einmal, mehr als einmal, sein Innerstes dar- und offengelegt. Hatte ihn Treize damals enttäuscht? Oh nein. Ganz im Gegenteil. Es war wundervoll gewesen und das würde es auch jetzt werden.
Er spürte wie Treize das Bett verließ und hörte wie sich der Konsul auf dem Stuhl niederließ. Unwillkürlich verlangte es Wufei danach seine Fesseln zu testen, waren sie wirklich so fest wie es den Anschein hatte. Sein Körper musste irgendein verräterisches Zucken von sich gegeben haben, denn Treize lachte leise, amüsiert. „Probier sie aus."
Wufei tat es und verbiss sich ein Stöhnen als sich die Lederriemen unerbittlich in das Fleisch seines Handgelenks schnitten. Nach kurzer Zeit bemerkte er ein merkwürdiges Pulsieren in den Fingerspitzen, die Riemen musste wohl die Blutversorgung unterbinden. Treize lockerte die Fesseln wieder ein wenig, dann setzte er sich abermals zurück. Lange vernahm Wufei keinen Laut und bewegte unruhig die Hüfte. Auch wenn Treize nichts tat, Wufei wusste, dass die dunkelblauen Augen des Konsuls über jede noch so kleine, entblößte Stelle seines Körpers wanderten. Obwohl nichts geschah; es erregte ihn. Und Treize wohl ebenso, denn Wufei hörte das leichte Seufzen und Knarren als er sich in den Stuhl zurücksetzte. Er hörte das charakteristische Geräusch von Fleisch, das auf Fleisch rieb.
Die Stellen, die er selbst heute Nachmittag liebkost hatte, nur jetzt tat dies Treize selbst. „Oh Wufei, du solltest dich sehen."
Zuerst dachte Wufei es wären wieder Treizes Finger, die ihn streichelten. Doch dann stellte er mit leichtem Schrecken fest: Es war ein Dolch und die kalte flache Seite der Klinge fuhr zärtlich die Linien von Wufeis Körpers nach bis zu der Stelle zwischen seinen Beinen. Das kalte Metall ein seltsamer Kontrast auf seiner erhitzter Haut. Wufei verstand, dass er ruhig halten sollte und zuckte doch zusammen als sich Treizes Lippen um seine Brustwarzen schlossen. Das Messer kratzte über Wufeis empfindliche Haut weiter unten an seinem Körper.
„Und an dieser Stelle hatte Marcellus bereits kapituliert. Aber du..." Treize küsste Wufei auf den offenen Mund, dämpfte so einen lustvollen Schrei, erkundete das Terrain auf schamlose Weise, ganz so wie ein Herr, der auf seine Ländereien zurückkehrt und nach dem Rechten sieht, erneut seine Besitzansprüche geltend machte. Wufei glaubte kaum, dass er es viel länger durchhalten würde als Marcellus. Doch Treize schien noch so einiges für ihn geplant zu haben, er hörte wie die Klinge plötzlich auf den Fließen landete. Und dann, dann passierte das Unglaubliche!
Für Wufei war es als ob die Zeit stehen bleiben würde, als ob sein Herz aufgehört hätte zu schlagen. Träumte er? Hatten ihn die Götter zu sich geholt? Nein, er hörte Treizes unbehagliches Stöhnen und wusste, dass es wahrhaftig geschah: Treize gab sich ihm hin. Diese heiße Enge, die sich um Wufeis Glied schloss, das war Treize selbst. Zitternde Finger lösten die Augenbinde und Wufei starrte den Konsul fragend an, dessen Augen nichts mehr von der kalten Härte hatten, sondern vielmehr einen fiebrigen Glanz aufwiesen. Er war noch immer gefesselt, aber zumindest sah er jetzt, was mit ihm geschah.
„Hast du das auch mit Marcellus getan?" Wufei brachte die Worte kaum hervor.
Treize hob sein Becken an, ließ sich auf Wufei hinabsinken und öffnete wieder die Augen. Langsam, als ob aus einem Traum erwachen würde, dann beugte er sich zu Wufeis Ohr hinab. „Nein... Das tue ich nur für dich..." Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Mein Abschiedsgeschenk für dich."
Er hätte Wufei kein größeres Geschenk geben können.
