Hallo alle zusammen.
Danke für alle reviews, die ihr wieder so fleißig getippt habt. Ich war auch fleißig - jaaa, ich bin stolz ;-)
Eigentlich kann man zum nächsten Kapitel net so dermaßen viel sagen, es erklärt sich von selbst. Also bin ich mal ruhig und sag nur noch kurz meiner Betaleserin Vampyre vielen Dank.
Das war's dann auch schon. Es folgt ein kurzes Kapitelchen:
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EPOV
Ich saß auf der Terrassenschaukel und wartete auf Bella. William und sie waren jetzt seit über zwei Stunden weg und ich machte mir mit jeder Minute mehr Sorgen. Ich wäre beinahe schon in den Wald gerannt, um nach ihr zu suchen, aber Carlisle hatte mich davon abgehalten und gemeint, ich sollte ihnen Zeit geben. Wie viel Zeit, fragte ich mich. Was, wenn William Zeit für immer wollte?
Ich konnte die Gedanken beider Familien im Haus hören. Alice, Esme und Emmet waren aufgeregt darüber, jemand neues kennenzulernen. Carlisle sprach mit Collin, Rosalie versuchte auf alles gelangweilt zu reagieren, was um sie herum passierte und der arme Adam steckte in einer Unterhaltung mit Sidney, die über irgendwas laberte, das ich nicht verstand - und Adams Gedanken nach verstand er es ebenfalls nicht.
Ich blockte ihre Gedanken ab und konzentrierte mich darauf, zu versuchen William zu hören, oder wenigstens Anna. Anna schien nahe bei ihrem Bruder zu sein und ich war mich sicher, sie wusste, wo er Bella hingebracht hatte.
"Vielleicht sollten wir nach ihnen suchen", sagte Adam, als er aus der Haustür nach draußen kam und sich neben mich setzte. „Ich habe etwa eine Million Mal versucht Wills, Bellas und sogar Annas Handy anzurufen und aber ich konnte keinen von ihnen erreichen."
"Adam, sollte ich mir Sorgen machen?", fragte ich langsam, beinahe hatte ich Angst vor seiner Antwort.
"Hör zu, Bella ist meine beste Freundin und wir stehen uns ziemlich nahe. Ich habe Jahre mit ihnen zusammengelebt, also denke ich, ich kenne Will ziemlich gut, aber die Art, wie er heute reagiert hat, beschäftigt mich", sagte er mir ehrlich.
"Was meinst du damit?" Seine Worte machten mich nervös und es benötigte meine gesamte Willensstärke nicht in den Wald zu rennen, um nach ihnen zu suchen.
"Ich habe William schon gekannt, bevor er Bella gefunden hat. Er war immer damit zufrieden, allein zu sein. Er hatte Anna als beste Freundin, also war er glücklich, aber ich glaube nicht, dass Anna glücklich war. William hing bei allem, was er tat, von Anna ab, jede Entscheidung die er traf, machte er wegen Anna. Ich denke, sie hatte die Schnauze voll davon. Dass sie heute alleine Jagen gegangen ist, ist nichts Ungewöhnliches. Sie mag es, wenn wir um sie herum sind, sie liebt Will und möchte, dass er glücklich ist, aber sie ist auch gerne allein, und es gefällt ihr wenn niemand an ihr hängt. Ich habe Anna kurz nachdem ich bei ihnen eingezogen bin schon gemocht, aber es hat acht Jahre gedauert, bis sie diesen Wunsch nach Unabhängigkeit überwunden hat und wir angefangen haben, miteinander auszugehen."
"Das scheint nicht auf den William zu passen, den ich getroffen habe", stellte ich fest. „Außerdem - was hat das mit Bella zu tun?", fragte ich, verblüfft über die Beschreibung des Williams, den ich ganz offensichtlich nicht gesehen hatte. Dieser William war nämlich unabhängig und selbstbewusst, jemand, der sich selbst um sich kümmerte.
"Das ist es nämlich", setzte Adam fort. „Als ich Will Jahre später traf, nachdem Bella dazugekommen war, war er völlig anders. Er war selbstsicher. Er hing nicht mehr an Anna, weil Bella jetzt an ihm hing, und das ist das, was ihn am glücklichsten macht. Ich habe ihn nie vorher so zufrieden gesehen." Adam machte ein Pause und starrte ins Nichts. Ich dachte schon, er hätte aufgehört zu sprechen, als er wieder anfing. „Er hatte immer Angst davor, Anna zu verlieren, so dass er völlig auf sich allein gestellt wäre, aber bei Bella ist das anders. Bella hängt von ihm ab, weil er das einzige ist, was sie kennt. Ich bin mir sicher, dass er sie aufrichtig liebt, aber schau dich an, sie ist erst seit ein paar Stunden weg und du stehst am Rande eines Zusammenbruchs. Bella erzählt ihm, dass sie ihn verlässt, um bei dir zu sein und er soll "in Ordnung" sagen? Da stimmt was nicht. Er hatte niemals Angst sie zu verlieren und jetzt passiert es und für ihn ist das in Ordnung? Es ist beinahe als wüsste er, dass er sie nicht verliert."
Ich sah zu Adam und dachte darüber nach, was er gerade gesagt hatte. Er hatte recht. Ein Mann, der Angst davor hatte, alleine zu sein, würde nicht damit einverstanden sein, das Einzige, das ihm Kontrolle über sein Leben gab, zu verlieren. Etwas Schreckliches war passiert, ich wusste es. Bella war jetzt zu viele Stunden weg. Sie würde mir das nicht antun. Sie wusste, ich würde mir Sorgen um sie machen; sie würde nicht so lange weg bleiben, wenn sie eine andere Wahl gehabt hätte.
Ich stand auf, um in den Wald zu rennen, aber jemand packte meinen Arm. Ich drehte mich um und sah Alice mit verwirrtem Blick. Ich sah sofort in ihren Geist.
William stand in einem unmöbilierten modern aussehenden Haus. Anna kam aus einem anderen Zimmer hereingelaufen.
„Ich frage mich, wie lange wir hier bleiben können", fragte Anna William.
„London ist groß, mach dir keine Sorgen."
„Lustig, dich sagen zu hören, ich solle mir keine Sorgen machen", antwortete sie und lief aus dem Zimmer.
„Lizzy, Schatz, wie gefällt dir das Haus?", rief William in ein anderes Zimmer.
Ich fiel auf die Veranda. Ich konnte das nicht verstehen. Wenn Bella nicht bei mir sein wollte, hätte sie es mir sagen können. Ich hätte sie nicht dazu gezwungen bei mir zu sein, wenn sie mit Will glücklicher war. Er hatte sie Lizzy genannt, nicht Bella; obwohl sie sich an sich selbst als Bella erinnern konnte, wollte sie immer noch Lizzy sein.
"Edward, Edward!" Plötzlich bemerkte ich, dass Alice mich schüttelte und meinen Namen rief. Sie seufzte erleichtert und hörte auf mich zu schütteln, als ich sie ansah. „Ich bin sicher, es geht ihr gut. Ich glaube nicht, dass er sie verletzten würde. Er muss nur einfach eine Möglichkeit gefunden haben, sie zu überzeugen, mit ihm zu gehen."
Jetzt erst verstand ich, dass Alice dachte, William hätte Bella gezwungen mit ihm zu gehen. Warum hatte ich nicht daran gedacht? Hatte ich immer nochAngst davor, Bella würde bemerken, dass sie besser ohne mich dran war und mich verlassen? Ja, räumte ich ein, ich war immer noch so ängstlich. Aber sie hatte niemals in ihrer Liebe für mich gezaudert. Sogar, als sie sich nicht an mich erinnern konnte, liebte sie mich noch. Sie hatte sich regelrecht mit Dingen umgeben, die uns miteinander verbanden. Ich wusste, sie würde mich niemals freiwillig verlassen. Ich musste sie finden, damit ich William und seiner Schwester jedes einzelne Glied ausreißen konnte - für was auch immer sie ihr angetan hatten.
„Was hast du gesehen, Alice?", fragte Carlisle sie, als er auf die Veranda kam.
"Ich habe Anna und William reden sehen. Sie sind in London in einem modernen Haus und Bella ist bei ihnen. Sie nennen sie Lizzy", sagte Alice. Zweifellos hatten sich alle beeilt nach draußen zu kommen, als sie unsere Unterhaltung gehört hatten, um zu sehen, was los war.
"Ich wusste, William würde sie nicht gehen lassen", flüsterte Collin in Sidneys Ohr.
"Was weißt du, Collin?", knurrte ich ihn an.
"Ich weiß nichts, Edward", entgegnete er stolz. „Aber ich bin mir sicher, dass William sie nicht so einfach gehen lassen würde." Ich hörte seine Gedanken ab, aber es gab nichts, das mir hätte sagen können, was mit meiner Bella passiert war. Er sagte die Wahrheit, soweit ich das beurteilen konnte. Er wusste nicht, wie William es geschafft hatte, Bella mitzunehmen.
"Auf was warten wir noch? Wir sollten ein Flugzeug nach London nehmen, anstatt hier einfach nur herumzusitzen", meckerte Rosalie.
"Sie hat ausnahmsweise einmal recht", sagte ich und brachte Emmet so dazu, mich anzuknurren.
"Streitet jetzt nicht", sagte Esme und sah zwischen mir und Emmett tadelnd hin und her.
Adam schlug sein Telefon zu und sah uns an. „Ich hatte Glück. Ich habe ein Flugzeug gefunden, das noch zehn freie Plätze hat. Wir nehmen den Flug von Seattle aus in einer Stunde, der bringt uns nach Minneapolis und von dort bekommen wir einen Flug nach London."
"Sidney und ich werden nicht mit euch gehen", sagte Collin, packte seine Frau an der Taille und zog sie zu sich.
"Von was redest du da, Collin? William ist dein bester Freund und ich weiß, dass du Bella als Schwester siehst. Warum um alles in der Welt solltest du nicht mitkommen?", fragte Adam verärgert.
"Aus dem gleichen Grund, den du gerade genannt hast", sagte Collin und sah Adam kurz an. „William ist mein bester Freund und ich sehe Lizzy als meine Schwester an und deshalb denke ich, sie sollten zusammen sein. Ich werde nicht dabei helfen, sie auseinander zu reißen."
"Meine Güte, Collin", sagte Adam wütend und drehte sich, um zum Auto zu laufen.
"Lasst uns gehen", sagte Alice und zog mich mit sich zu ihrem Auto.
Im Auto angekommen, rasten wir auf unserer gewöhnlichen Art und Weise zum Flughafen. Wir ignorierten die verdatterten Sicherheitsbeamten, die sich darüber wunderten, dass wir kein Gepäck hatten, stiegen ins Flugzeug und hoben ab. Wenn ich jedoch gedacht hatte, der Flug nach Minneapolis wäre unerträglich lang, so war der Flug nach London endlos.
"Wohin jetzt", fragte ich Stunden später, als wir aus dem Flughafen von London traten.
"Ich weiß nicht", antwortete Alice kleinlaut. „Gib mir einen Moment Zeit und ich versuche etwas zu sehen."
"Mach dir keine Sorgen", warf Adam ein. „Bella wollte hier in London immer in einer bestimmten Gegend wohnen, und Will hat ihr versprochen, dass sie immer da leben würden. Ich kann euch den Weg zeigen." Er machte eine Pause. „Nun, das da ist doch niedliches Auto, lasst uns das nehmen", sagte Adam enthusiastisch und zeigte auf einen glänzend schwarzen Hummer.
