Hallo!
HA! Es hat funktioniert. Ich hab ja gesagt, irgendwann kommt Kapitel 15. Auch wenn es eine Weile länger gedauert hat, hier ist es. Ein sehr schönes Kapitel übrigens: Viel Edward - der kommt ja manchmal etwas zu kurz - und viel Will - ich bin immer noch Fan!

Aber zuerst mal ein Dankeschön an alle, die wieder reviewt haben. Ohne euch würde das Alles hier irgendwie nicht so ganz Sinn machen... Deshalb tut es mir auch wirklich Leid, wenn einige meiner Antworten nicht angekommen sind. Mein Compi hatte einen echt schlechten Tag. Vielleicht sollte ich mal wieder den AntiVirus durchlaufen lassen überleg

Dann ein großes Dankeschön an meine Betaleserin Vampyre: Du hast einen super Job gemacht. Und es freut mich ungemein, dass es Leute gibt, die genauso verpeilt sind wie ichmfg

Sodila, und nun - endlich - zum Kapitel:
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BPOV

"Weißt du, zuerst dachte ich, es wäre sinnlos. Eigentlich war ich ziemlich wütend darüber. Ich dachte an all die Gaben, die ich von meiner Vergangenheit hätte mitnehmen können. Warum musste es unbedingt diese sein? Ich dachte, sie sei völlig nutzlos, aber nach einigen Übungen erkannte ich, was für ein Potenzial meine Gabe hatte", erklärte Will uns lächelnd, als erkläre er Kindern, wie Süßigkeiten gemacht werden.
"Anna und ich hatten hier in London eine Show bevor wir nach Amerika zogen. Es war eine Art Hypnose- Show. Wisst ihr, ich konnte die Menschen dazu bringen, in Trance zu fallen und Anna konnte sie dazu bringen, Dinge zu tun; Dinge zu glauben, die sie normalerweise nicht glauben würden", sprach Will weiter.
Ich war jetzt völlig verwirrt. Ich hatte diese Geschichte nie zuvor gehört, und ich hatte nie gewusst, dass Will und Anna Gaben hatten. Offensichtlich war ich angelogen worden, und zwar auf eine ziemlich verräterische Art und Weise – und das machte mich wütender, als ich je gedacht hätte sein zu können. „William Black, ich hoffe, du hast einen guten Grund dafür, dass du es mir nie erzählt hast", fauchte ich, was ihn nur zu einem ärgerlichen Lachen veranlasste.
"Oh meine liebe, liebe Lizzy, ich habe eine perfekte Erklärung dafür, dass ich es dir nicht erzählt habe", sagte er jetzt wieder ernster. „Wenn ich es dir gesagte hätte, hättest du mich schon vor langer Zeit verlassen. Damals nämlich, als Alice zu unserem Haus in Portland gekommen ist, um dich zurück zu deinem geliebten Edward zu bringen", sagte er und knurrte dabei Edwards Namen.
Ich drehte mich um, um zu Edward zu blicken und dann wieder zu William. Schließlich blieb mein Blick an Alice hängen. Sie war gekommen um mich zu holen. Ja, das wusste ich, Will hatte mir erzählt, dass sie gekommen war, um mich zu einem furchtbaren Edward zu bringen, nicht zu einem geliebten Edward. Der Blick von völligem Unverständis auf Alice' Gesicht verwirrte mich noch mehr. Sie sah aus, als hätte sie keine Ahnung, wovon William sprach, als ob sie nicht daran erinnern könnte, jemals zu William gekommen zu sein und ihn bedroht zu haben.
"Wann bist du zu ihrem Haus in Portland gegangen?", fragte Edward Alice leise, beinahe als würde er sie für etwas anklagen.
"Ich war nie – ich hab' keine Ahnung, wovon er redet, Edward!", rief Alice.
"Ja, du warst hier, Alice", sagte ich mit tonloser Stimme. „Du bist gekommen und hast von Will gefordert, dass er mich Edward zurückgibt. Er hat sich geweigert und du hast ihm gedroht. Du hast ihm gesagt, er würde dafür bezahlen, dass deine Familie für die Volturi arbeitet und du irgendwann wegen mir wieder kommen würdest."
"Für die Volturi arbeiten? Bella, wir arbeiten nicht für die Volturi", sagte Edward mit dieser samtenen Stimme. „Ich weiß nicht, was William dir erzählt hat, und ich weiß nicht, wie er dich von diesen Lügen überzeugt hat, aber sie sind nicht wahr." Er trat einen Schritt auf mich zu, ich wich instinktiv zurück und traf auf die Wand.
"Oh, du hast mich erwischt, Edward", sagte William und warf die Hände in die Luft. Edward drehte sich zu ihm und knurrte leise.
"Edward, lass ihn erklären", befahl Carlisle. Edward drehte sich zu ihm als wäre Carlisle zu einem Verräter geworden. Aber sein Blick wurde nach einer Sekunde milder und er nickte so schnell, dass ich es kaum mitbekam.
"Wir können ihn später auseinander reißen", sagte Emmett, wobei er ein bisschen zu glücklich für meinen Geschmack klang. Selbst wenn Will mich belogen und betrogen hatte, ich liebte ihn immer noch.
"Niemand zerreißt hier irgendwen", sagte ich und versuchte streng zu klingen, aber ich klang schwach; ich verfluchte mich selbst dafür.
"Du hast recht, Bella, hier wird niemand zerrissen. Aber bis jetzt sind immer noch nicht alle Fragen beantwortet", sagte Edward, „Wie hast du Bella nun von alledem überzeugt?"
"Nun, es war einfacher als man denken würde", sagte Will und lehnte sich lässig an die Wand. „Weißt du, ich musste sie von gar nichts überzeugen. Ich musste nur ihre Erinnerungen von dir ausradieren, oder eher gesagt, ihre Gefühle für dich. Aber das funktioniert im Grunde genau gleich. Rein technisch gesehen, habe ich sie nicht angelogen."
Will packte fröhlich meine Taille und zog mich zu sich. Aber ich kämpfte mich frei, um ihm ins Gesicht zu sehen. Er hatte etwas mit mir gemacht. Ich verstand nicht, was; er hatte meine Erinnerungen oder Gefühle genommen, was auch immer das bedeutete. Und so sehr ich ihn auch liebte; dass er mich berührte, machte mich krank.
„Was meinst du mit du hast ihre Erinnerungen genommen? Ich dachte sie sei gegen andere Mächte immun?", fragte Adam.
"Nun, weißt du, soweit ich das sagen kann, ist Lizzy nur dagegen immun, dass andere in ihren Gedanken rumwühlen. Ich meine, Edward kann ihre Gedanken immer noch nicht lesen. Aber verstehst du, ich mach mit ihren Gedanken nicht wirklich etwas. Wie ich gesagt habe, ich nehme ihre Gefühle. Gefühle sind unglücklicherweise etwas, das nicht von unserem Hirn kontrolliert wird." Will hörte sich an wie ein Wissenschaftslehrer. „Völlig egal wie oft unser Hirn uns sagt, wir sollen nicht auf eine bestimmte Art fühlen, wir werden niemals gehorchen. Wir können unseren Gefühlen nicht nachhelfen. Nun, ausgenommen, du hast die Hilfe von mir und Anna", lachte Will.
"Als Lizzy das erste Mal aufwachte, erinnerte sie sich an dich, Edward. Sie wollte zu dir zurückgehen. Ich muss sagen, dass ich wirklich darüber überrascht war, wie sie reagierte, als ich ihr sagte, sie sei ein Vampir. Aber das alles machte Sinn als sie mir von dir erzählte", sprach Will weiter, „Ich wollte sie zu dir zurückschicken, ich wollte es wirklich, aber meine liebe Schwester Anna zeigte mir den Fehler in meiner Denkweise. Ich ging zu ihr zurück und löschte alle ihre Erinnerungen."
Edward knurrte nun laut und Emmett und Jasper brauchten ihre ganze Kraft um ihn zurückzuhalten, aber William schien es nicht zu bemerken, oder es interessierte ihn nicht. Er fuhr einfach mit seiner Geschichte fort, erzählte, wie er mir alles genommen hatte.
"Wie ich sagte, als ich verwandelt wurde, verstand ich das Potenzial meiner Gabe nicht ganz. Ja, ich konnte Gefühle nehmen, aber was wirklich gut war, war dass ich jemanden völlig teilnahmelos machen konnte. Es brauchte Jahre um meine Fähigkeiten völlig unter Kontrolle zu bekommen, völlig zu verstehen, was ich tun konnte. Ich übte Jahre, lernte, dass ein Gefühl niemals wie das andere ist. Dass ich Gefühle genauso löschen konnte wie Erinnerungen." Will klatschte mit den Händen als wäre er ein Großvater, der uns eine besondere Freude bereitete. „Ich lernte bald, die Gefühle bis zu dem Punkt zu lesen, an dem ich die Erinnerungen, die ichnahm, wiederbeleben konnte. Nun muss ich wohl sagen, wann ich deine nahm, Lizzy", sagte er und drehte sein Gesicht zu mir. „Ich nahm alle jeglicher Art und achtete nicht sonderlich auf sie, aber es gab ein Gefühl, auf das ich achtete, weil es mir zeigte, wie sehr du Edward wirklich liebtest. Ich wusste, wenn du in der Lage sein würdest, mich auch nur halb so sehr zu lieben, wie du ihn geliebt hattest, wäre ich glücklich damit."
"Das erklärt nicht, warum ich keine Visionen von ihr habe", rief Alice dazwischen.
"Oder weshalb ich keine Gefühle von ihr fühlen kann", sagte Jasper.
"Jasper, hast du das ernsthaft noch nicht herausgefunden?", fragte William ihn, als wäre er ein Fünfjähriger. Das machte mich wütend. Es gab keinen Grund für ihn so herablassend zu sein. Er hatte gerade diese Bombe auf uns fallen lassen und nun erwartete er, dass wir das alles verstanden, als wäre es nur ein Regentropfen, der auf einen Hut fiel und so nicht sonderlich störte. „Ich habe alle ihre Erinnerungen gelöscht. Das war wirklich einfach. Bei dir war es ein bisschen kniffeliger, Alice. Ich löschte alle Gefühle, die dafür sorgen könnten, dass du eine Vision von Lizzy bekommst. Ich habe so etwas nie zuvor getan und ich muss zugeben, dass ich ziemlich überrascht war, als es funktionierte."
„Oh", war alles, was Alice sagte.
"Also hast du ihre Gefühle genommen. Du hast dafür gesorgt, dass sie alles über uns vergisst, aber als wir vorbeikamen, hat Bella angefangen dieselbe Liebe für mich zu fühlen, die sie all die Jahre zuvor hatte und mit dieser Liebe hat sie ihre Erinnerungen wiederbekommen", sagte Edward ruhig. Ich bemerkte, dass er die Kontrolle über seine Wut wiedergewonnen hatte und Emmett und Jasper hatten die Umklammerung um ihn gelockert.
Aber Edward hatte etwas gesagt, dass mich wirklich erschütterte. „Ich habe meine Erinnerungen wieder gewonnen?"
"Ja, Bella", sagte Edward und kam auf mich zu. Dieses Mal wich ich nicht zurück. Er legte einen Finger behutsam an mein Kinn, folgte meiner Wangenlinie und malte vorsichtig kleine Kreise auf mein Gesicht. Ich vergas alle, die um und herumstanden völlig, als er mich so berührte. „Ich habe dich in New York gefunden und ich wusste, du konntest unsere Liebe immer noch fühlen. Du bist durch das ganze Land nach Forks in Washington gefahren, deiner Heimatstadt. Ich bin dir gefolgt und du hast dich an alles erinnert. Du sagtest, du würdest dich wegen unserer Liebe erinnern."
"Was ist dann passiert?" Wenn ich mich dann erinnert hatte, warum war ich dann hier in London und mit William verheiratet?
"Nun, meine liebe Lizzy, als du deine Gefühle wieder entdeckt hattest, bemerkte ich, dass ich nicht ohne dich weitermachen konnte", sagte William nun beinahe schon flehend, „Du warst damit einverstanden mit mir spazieren zu gehen und als ich dich allein hatte, nahm ich deine Erinnerungen erneut. Es tut mir wirklich Leid, wenn ich dir in irgendeiner Form Leid angetan habe, aber ich wusste wirklich nicht, wie ich weitermachen sollte. Das erste Mal, als ich dafür gesorgt hatte, dass du Edward vergisst, habe ich nicht dafür gesorgt, dass du mich liebst, aber nach diesem unglücklichen Zwischenfall in Forks bemerkte ich, dass ich diesen Fehler nicht zweimal machen sollte. Ich weiß, es scheint unfair zu sein, dir deinen freien Willen zu nehmen, aber ich hatte wirklich keine Wahl. Dieses Mal versicherte ich mich, dass du mich lieben würdest und ich sorgte sogar dafür, dass du glaubtest, du hättest mich geheiratet." Er trat vor und versuchte nach mir zu greifen. Die Geste erinnerte mich an die Bitte zu verstehen. Ich riss mich aus seiner Umarmung und stolperte ach soanmutig über meine eigenen Füße. Edward streckte die Hand nach mir aus und packte mich an der Taille, zog mich an seine Brust und legte schützend einen Arm um meine Schulter.
Nein, in diesem Moment konnte ich mich nicht an meine Liebe für ihn erinnern. Nein, ich konnte mich nicht an unsere Vergangenheit oder unser kurzes, erneutes Beisammensein erinnern, das uns gestohlen worden war, aber ich wusste eines;Ich konnte ihm vertrauen. So mit seinem Arm, der schützend um mich gelegt war, fühlte ich mich sicher, sicherer als ich mich je gefühlt hatte, eingebildet oder nicht, mit Will. Man hatte uns beiden das Glück mit dem anderen zusammen zu sein geraubt. Ich wusste, dass ich ihn einmal geliebt hatte, zweimal; völlig egal. Ich hatte meine Erinnerungen wiedererlangt und ihn geliebt. Ich konnte es wieder tun. Wir hatten eindeutig hart darum gekämpft zusammen zu sein, also würde ich jetzt nicht aufgeben. Die eine Sache, der ich mir in diesem Moment sicher war, und was etwas bedeutete, war, dass wir dazu bestimmt waren, zusammen zu sein.
"Ich dachte, du hättest gesagt, du nimmst nur Erinnerungen", knurrte Edward und brach damit in meine Erleuchtung ein. „Wie hast du sie dazu gebracht dich zu lieben, all diese Lügen zu glauben, die du ihr erzählt hast?"
"An dieser Stelle kam ich ins Spiel." Annas leise, aber starke Stimme kam dazu. „Erinnerst du dich daran, wie Will sagte, wir hätten in unserer Vergangenheit eine Show gehabt? Er hat sie hypnotisiert und ich sie Dinge tun lassen. Es ist dasselbe bei unseren Gaben. Ich denke, es macht Sinn, dass unsere Gaben verbunden sind, weil wir Zwillinge sind und alles. Also Will nimmt Gefühle, infolgedessen Erinnerungen. Ich gebe Gefühle, oder in anderen Worten, Erinnerungen."
"Du hast dafür gesorgt, dass sie denkt, sie würde William lieben, Anna? Wie konntest du nur?", warf Adam ein. Er hörte sich völlig angewidert an. "Liebe ist etwas Heiliges. Niemand sollte gezwungen werden jemanden zu lieben, wenn sie nicht dazu bestimmt sind. Jemanden zu finden, den man liebt, ist sein Schicksal zu finden. Das ist etwas, das man nie anrühren sollte."
"Du schienst aber glücklich zu sein, Adam", sagte Anna mit einem höhnischen Lächeln. „Ich wusste, du hattest Gefühle für mich, aber du hast mich nie wirklich geliebt, bis ich es dir gezeigt habe."
"Anna, sag bitte, dass du das nicht getan hast", bettelte Adam entsetzt.
"Ich hatte die Schnauze gestrichen voll davon zu warten. Ja, ich habe genauso dafür gesorgt, dass du mich liebst, wie ich Lizzy dazu brachte, William zu lieben. Ich verstehe nicht, was daran falsch sein soll. Wir waren alle glücklich und wir können es wieder sein."
"Nein Anna, können wir nicht." Adams Stimme war voller Kummer. Ich wollte nach ihm greifen und ihn glücklich machen, aber ich wusste nicht, was ich sagen sollte. So etwas wie: Ich weiß wie es ist, angelogen zu werden. Oder es ist beschissen, wenn du denkst, du würdest jemanden lieben, aber dann findest du heraus, dass man dir das nur vorgemacht hat. Stattdessen blieb ich einfach still und nach einem Moment schüttelte Adam nur den Kopf und ging aus der Tür ins Freie hinaus.
"Nun, jetzt wo ich euch alles erzählt habe, denke ich ist es an der Zeit, euch alles vergessen zu lassen. Wer will zuerst?" Will klatschte erneut in die Hände.
Ich weiß nicht, wer zuerst lossprang, aber ich weiß, dass Edward mich in Esmes Arme drückte und sie mich festhielt, während ich trocken in ihre Brust schluchzte, während Edward knurrte und der Rest der Cullens sich William und Anna nährten.