Vielen lieben Dank für das nette Feedback! Wie ihr seht, bin ich damit leicht zu erpressen, was Fortsetzungen angeht gg
Teil 3 – erste Lektion
Hatten sich die Stunden am Nachmittag wie Zauberkaugummi hingezogen, so rasten sie am Abend für Hermine nur so dahin. Die Zeiger der Uhr drängten unaufhörlich in Richtung Mitternacht und je näher die Stunde rückte, desto unruhiger wurde sie.
Sie konnte doch einen dieser Kotzpastillen aus Georges Fabrik zu sich nehmen und eine Krankheit vortäuschen? Aber das würde Madame Pomfrey sicher durchschauen. In ihrer momentanen Gefühlslage wäre Hermine sogar bereit gewesen, sich aus dem Fenster zu werfen, nur um irgendwie auf der Krankenstation zu landen.
Nein, sie war kein Feigling. Niemals würde sie Snape die Genugtuung geben, sie für kleinmütig zu halten. Und es war ja objektiv betrachtet eine rein wissenschaftliche Unternehmung. Selbstverständlich kannte sie alle Details, auch dass es unter den richtigen Voraussetzungen eine sehr angenehme Geschichte sein sollte. Sonst würde man ja wohl kaum so ein Aufheben um einen einfachen Geschlechtsakt machen.
Hermines rationaler Verstand übernahm die Kontrolle und drängte ihre lästigen Zweifel in eine hintere Ecke des Gehirns. Es ging ja nicht darum, dass sie sich vergnügte, sondern dass sie Erfahrungen auf dem Gebiet sammelte. Es war so ähnlich wie den ersten Zauberspruch sprechen, den ersten Trank brauen, oder der erste Ritt auf dem Besen. Man wusste alles in der Theorie, aber man hatte Angst vor dem ersten Mal in der Praxis, danach war alles nur noch reine Routine.
Pünktlich verschwand sie durch das Gemälde und machte sich, diesmal stocknüchtern, auf den Weg in Snapes Büro. Es war ein Glück gewesen, dass auch diesmal alle schon schliefen und niemand ihr Verschwinden bemerkte. Die letzten Schultage waren für die meisten sehr anstrengend und aufregend, so dass überall im Schloss eine gespenstische Stille herrschte.
Erst als sie wieder vor seiner Bürotür stand, verließ sie für einen Moment wieder ihr neu gewonnener Mut, aber sie riss sich zusammen und klopfte energisch gegen das Holz.
„Herein", dröhnte es von Innen und Hermine straffte ihre Schultern. Jetzt bloß keine Schwäche zeigen, mahnte sie sich und trat in das erleuchtete Büro.
Professor Snape saß an seinem Schreibtisch und schien einige Unterlagen gelesen zu haben, denn er legte einen Stapel mit Zetteln zur Seite und ließ sie mit Hilfe seines Zauberstabs in einer der Schubladen verschwinden.
„Ah, Miss Granger. Wie ich sehe, halten Sie sich an unsere Abmachung."
Mit vorgestrecktem Kinn trat sie an den Schreibtisch heran und sah ihrem ehemaligen Lehrer direkt ins Gesicht, bevor sie nickte. Sie sah tatsächlich für einen winzigen Augenblick so etwas wie Überraschung in seiner Miene aufflackern, aber das war so schnell vorbei, wie es gekommen war.
„Ich muss gestehen, dass ich etwas anderes erwartet habe. Ich hatte geglaubt Sie würde herkommen, um mich zu überzeugen, dass Sie einen wichtigen Grund gefunden haben, sich nicht daran zu halten."
Schwang da so etwas wie Hoffnung in seiner Stimme mit? Hermine war sich nicht sicher. Vielleicht ekelte ihn die Vorstellung an, mit ihr zu schlafen.
„Ich wüsste nicht, warum Sie so etwas denken sollten. Normalerweise pflege ich mich an meine Versprechen zu halten. Da müsste mich schon ein Bus überfahren, oder ein Drache fressen."
Wie nah sie an der Vorstellung gewesen war, sich die Treppe herunter zu werfen, verschwieg sie ihm jedoch geflissentlich.
„Sie sind sicher, dass Sie unter keinem Fluch stehen? Ihnen sollte wirklich bewusst sein, dass Ihr Vorhaben, sagen wir mal, etwas sehr außergewöhnlich ist."
Seine samtige Stimme verursachte ihr eine Gänsehaut. Redete er sich soeben aus der Angelegenheit heraus? War das der rettende Strohhalm, den er ihr fairerweise entgegen warf? Oder war sie in seinen Augen wirklich so widerwärtig, dass ihn der Gedanke so schockierte?
„Nein, ganz sicher kein Fluch. Ich sehe das eher als wissenschaftliches Experiment an. Sie bringen mir die Grundlagen bei und das war es dann."
Scheinbar gelassen lehnte sich der Professor in seinem Stuhl zurück und schien etwas zu überlegen.
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Er hatte ihr mit seinen Worten alle Optionen geöffnet, einen Rückzieher zu machen, aber ganz offensichtlich war diese kleine Miss Oberschlau wirklich bereit, bis zum Äußersten zu gehen.
Es ärgerte ihn sogar ein wenig, mit welcher Bestimmtheit sie ihre Aussage traf. Doch es sollte ihm nur Recht sein. Ein kleiner Wink seines Zauberstabs reichte und es erschien eine Karaffe auf seinem Schreibtisch. Irgendwie war die Luft plötzlich so trocken, dass er den Wunsch nach einem Glas Wein bekommen hatte.
„Ist das ein...?" Sie brachte ihre Frage nicht zu Ende, aber er verstand was sie meinte und lächelte ironisch.
„Nein, Miss Granger, DAS ist es sicher nicht. Für das, was wir vorhaben, brauche ich derartige Tränke nicht. Es ist lediglich Wein. Muggelwein, um genau zu sein. Möchten Sie auch ein Glas?", bot er ihr großzügig an, doch Hermine schüttelte ablehnend ihren Kopf. Sie hatte die Anspielung sehr wohl verstanden. Es verstärkte in ihr nur den Eindruck, dass er sie eigentlich verabscheute, indem er auf ihre Abstammung verwies.
Severus Snape musste zugeben, dass sie ihn beeindruckte. Es war tatsächlich so gewesen, dass er ihr alle Möglichkeiten eröffnet hatte, sich ohne das Gesicht zu verlieren aus der Affäre zu ziehen. Auch die Art, wie sie aufrecht vor ihm stand und versuchte, völlig gelassen zu wirken, erstaunte ihn. Natürlich entging ihm nicht das ängstliche Flackern in ihren Augen.
Sie hatte wirklich Courage, das musste er ihr lassen.
„Ich muss Sie noch fairerweise darauf hinweisen, dass es dabei etwas unangenehm für Sie werden könnte und ich bin nicht dafür berühmt, besonders zimperlich zu sein."
Er wollte ihr noch mehr Angst machen. So viel Angst, dass sie aus einem Büro rannte und ihr verrücktes Vorhaben an den Nagel hängte. Allerdings würde es ihn bereits jetzt schon eine weitere schlaflose Nacht kosten.
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„Sie sollten mich gut genug kennen, dass ich ebenfalls nicht zimperlich bin. Die technischen Details sind mir absolut bewusst."
Hermine hatte wirklich Angst, aber trotz ihrer aufkommenden Panik war sie einfach nicht in der Lage ihm nachzugeben. Sie wollte um keinen Preis der Welt, dass er sie für schwach und feige hielt. Nicht er, soviel Genugtuung gönnte sie ihm um keinen Preis der Welt.
Der Professor erhob sich, umrundete seinen Schreibtisch und lehnte sich dann mit verschränkten Armen mit dem Rücken dagegen. Er ließ sich nichts anmerken, behielt seine äußerlich kühle Fassade und starrt Hermine unverhohlen an, als erwartete er etwas von ihr.
„Sollten wir zu dem Zweck vielleicht nicht besser in ihr Bett?" Sie sah an ihm vorbei zu der Tür, die vermutlich in seine privaten Gemächer führten, doch sein hartes Auflachen unterbrach sie im Ansatz und Hermine zuckte zusammen.
„Sie sind wirklich hartnäckig, Miss Granger. Aber wenn Sie etwas lernen wollen, dann werden Sie rein nach meinen Regeln handeln. Als Erstes vergessen Sie alles, was sie bisher gelesen oder gehört haben. Wir sind hier nicht in Arithmantik, wo Sie alles berechnen können."
„Aber ich dachte, dass..." Er ließ sie nicht aussprechen.
„Sie dachten was? Dass ich Ihnen bei einem kleinen Schäferstündchen die Unschuld raube und Sie damit alles wissen, was sie wissen müssen? Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, dass dies eine Einzelstunde wird. Wollen Sie es perfekt für ihren zukünftigen Liebhaber sein, oder sind Sie nur neugierig? Verschwenden Sie nicht meine Zeit, wenn das so sein sollte."
Hermine hatte keinerlei Ahnung, was sie tun sollte. Er klang und benahm sich wie ihr Lehrer, aber genau das hatte sie doch gewollt, oder? Sie verdrängte ihre Vorstellung von einem schnellen Akt unter einer Bettdecke in einem abgedunkelten Raum und nickte tapfer.
Sie machte sich keine Illusionen, dass er mit viel Rücksicht vorgehen würde, aber das hatte sie nie erwartet.
„Gut, wenn das dann geklärte wäre." Er griff nach seinem Glas und trank noch einmal einen großen Schluck, bevor er sich wieder Hermine zuwandte, die immer noch verloren mitten in seinem Büro herum stand und abwartend ihre kleinen Hände zu Fäusten geballt hatte.
Er war davon überzeugt, dass Sie nach dieser ersten Lektion nie wieder freiwillig seine Räume betreten würde.
„Ziehen Sie sich aus", befahl er kalt und lächelte böse.
Unsicher stand Hermine vor Professor Snape und atmete hektisch. Hatte sie das richtig verstanden?
Eigentlich wollte sie ihn fragen, aber er unterbrach sie schon, bevor sie den Mund öffnen konnte. Hob seine Hand und schwenkte den Zeigefinger hin und her, um ihr anzudeuten, dass er keine Fragen, Einwände oder etwas derartiges erlaubte.
Es war ihr dermaßen peinlich, dass sie rot anlief. Nein, so hatte sie sich das ganz sicher nicht vorgestellt, sofern sie überhaupt etwas gedacht hatte. Ihre Knie verwandelten sich in Pudding. Es war ja nicht so, dass er sie nicht bereits nackt gesehen hätte, nach ihrer tollen Vorstellung letzte Nacht.
Trotzdem störte sie die die Unpersönlichkeit, mit der er das anging.
„Gewissensbisse in letzter Sekunde, Miss Granger?" Seine Stimme tropfte vor Hohn, in der Erwartung, dass sie einen Rückzieher machen würde, und Hermine ärgerte sich über ihre eigenen Empfindungen. Das war doch genau das, was sie gewollt hatte? Einfache Unterweisung ohne Schnörkel und Schnickschnack. Und das, was sie lernen wollte, ließ sich nun mal nicht in vollständiger Bekleidung bewerkstelligen.
Hastig nestelte sie an den Knöpfen ihrer Bluse, ohne auch nur noch einen Kommentar abzugeben. Es wunderte sie nur ein wenig, dass er sich nicht ebenfalls auszog, sondern zusah, wie sie förmlich an ihren Ärmeln riss, um die Bluse schnellstmöglich herunter zu bekommen.
„Hören Sie sofort auf damit."
Der untere Teil ihres Hemdes war noch verschlossen, und um Zeit zu sparen, war sie bereits aus einem Ärmel geschlüpft. Die Bluse hing noch über einer Schulter und man konnte einen Teil ihres blütenweißen BHs erkennen.
Erschrocken sah Hermine auf und blickte in die ärgerlich verzogene Miene des Zaubertränkelehrers.
„Miss Granger, wenn Sie ihren Ronald nicht zu Tode erschrecken wollen mit ihrem Übereifer, sollten wir an ihrem Timing arbeiten. Bei dieser ersten Lektion geht es um Verführung. Wollen Sie es zu einem besonderen Ereignis werden lassen, oder ist Ihre Vorstellung von Sex mit ihm so erschreckend, dass Sie es auf die nur schnellstmögliche Weise hinter sich bringen wollen?"
Sie hatte ihre Bluse wieder hochgezerrt und starrte schuldbewusst auf ihre Fußspitzen. Nein, es war nicht die Vorstellung, mit Ron zu schlafen, die sie zu einer solchen Eile bewegt hatte.
„Aber ich dachte..."
„Ah, ah, was habe ich Ihnen denn eben gesagt? Hören Sie auf zu denken, Miss Granger und tun Sie, was ich Ihnen sage. Stellen Sie sich ihren Freund vor. Es ist ihre erste gemeinsame Nacht. Sie wollen jede Minute davon genießen und er auch. Dazu gehört, dass Sie ihm die Vorfreude gönnen, jeden verdammten Zentimeter ihres Körpers zu entdecken und zwar langsam. Soll er Sie begehren, oder soll er über Sie herfallen wie ein Karnickel? Wenn er Sie wie ein kostbares Geschenk behandeln soll, dann gehört das umsichtige Auspacken dazu."
Betroffen schluckte Hermine ihren Einwand herunter und gab ihm Recht. Immerhin tat sie das alles ja nur für Ron. Die Perfektionistin in ihr gewann wieder die Oberhand.
„Gut, dann noch einmal und jetzt mit dem nötigen Gefühl."
Hermine schloss die Augen und begann noch einmal von vorn. Unendlich langsam und mit fließenden Bewegungen, öffnete sie die restlichen Knöpfe und ließ in Zeitlupe den Stoff über ihre Schultern nach hinten gleiten. Ron, Ron, Ron, hämmerte es in ihrem Hinterkopf, doch trotz aller Bemühungen konnte oder wollte sie sich ihren Freund einfach nicht vorstellen, wie er sie dabei beobachtete. Vermutlich würde er sie mit offenem Mund anstarren und albern kichern.
Nein, da war es einfacher sich der Tatsache bewusst zu werden, dass hier nicht Ron, sondern Professor Snape vor ihr stand und zusah.
Mit der gleichen Umsicht, nicht in Eile auszubrechen, öffnete sie den Knopf ihrer Hose und zog langsam die Enden auseinander, so dass der Reißverschluss automatisch aufging. Sanft glitt der raue Stoff an ihren glatten Beinen entlang und so langsam und anmutig wie es ihr möglich war, schlüpfte sie aus ihren Schuhen und stieg heraus.
Obwohl es warm im Büro war, fröstelte sie und zog für einen Augenblick die Schulterblätter zusammen. Sie schaffte es nicht mehr, die Augen geschlossen zu halten, und öffnete ihre Lider.
Keinerlei Regung zeigte sich in seinem Gesicht und Hermine tastete rücklings nach der Öffnung ihres BHs. Betont langsam öffnete sie jeden einzelnen der drei Haken und ließ dann einfach die Träger über ihre Schultern gleiten. Für einige Sekunden hielt sie ihn noch unter ihren Armen eingeklemmt fest, bevor sie diese leicht öffnete und der dünne Stoff ebenfalls zu Boden schwebte.
Gebannt verfolgte sie seine Miene und wartete auf irgendeine Reaktion seinerseits. Doch er hielt eisern mit seinen schwarzen Augen ihren Blick gefangen und sie hakte ihre Daumen nun in den Bund ihres Höschens. Es war seltsam, aber sie schämte sich nicht einmal mehr für ihre Nacktheit.
So behutsam es ging, zog sie es Stück für Stück nach unten, bis die Schwerkraft einsetzte und es einfach herunter fiel.
Sie hatte vergessen, wie lange sie da schon stand und in den schwarzen Tiefen seiner Augen versunken war. Noch immer hatte er kein Wort gesagt, oder auch nur das winzigste Anzeichen gemacht, dass er zufrieden war.
Hilflos steckte sie ihre Arme zur Seite und endlich schien auch er wie aus einem Bann zu fallen, denn er zwinkerte kurz und räusperte sich dann.
„Und was nun?", wagte sie zu fragen und der Professor nickte ihr zu.
„Wir machen morgen weiter. Sie können sich wieder anziehen."
Eine Welle der Enttäuschung überkam Hermine. Das war alles? Kein Wort, dass sie es gut gemacht hatte? Oder war sie so schlecht gewesen, dass er einfach nur so freundlich war, ihr die Peinlichkeit einer Demütigung zu ersparen? Es war seltsam, das Wort 'freundlich' und Snape in einen Zusammenhang zu bringen, aber Sie rechnete ihm hoch an, dass er sich einen zynischen Kommentar ersparte.
Mit der gleichen Eile, mit der sie sich anfangs hatte ausziehen wollen, raffte sie nun ihre Sachen hoch und zog sich an.
„Gute Nacht", sagte sie noch beim Herausgehen und drehte sich dann doch noch einmal um. Snape hatte sich noch kein Stück bewegt, sondern stand immer noch an seinen Schreibtisch gelehnt und sah ihr hinterher.
„Professor?"
Ein Ruck durchfuhr ihn und er zog fragend eine Braue in die Höhe.
„Was es mies?"
Ein Lächeln huschte über sein Gesicht und erneut überkam Hermine der Gedanke, dass er mit diesem Ausdruck beinahe nett wirkte.
„Sie wollen eine Zensur dafür?" Überraschung schwang in seiner Stimme mit, bevor er ihr die erlösende Antwort gab.
„Annehmbar", erklärte er plötzlich kalt, „und jetzt machen Sie, dass Sie ins Bett kommen."
Er schloss hinter ihr ab und lehnte sich dann mit dem Rücken an seine Bürotür.
Er war ein Lügner ersten Grades. Die Vorstellung, welche die Kleine ihm da gegeben hatte, war mindestens ein 'Erwartungen übertroffen' wert und würde ihm vermutlich noch in vielen Jahren den Seelenfrieden rauben.
Musste dieses verflixte Biest denn wirklich in allem perfekt sein?
TBC?
