Teil 8
Hermine glaubte immer noch zu träumen. Warme Lippen strichen ihr über das Gesicht, suchten Einlass über ihre Lippen und fanden sich in einem langen, unendlich andauernden Kuss. In diesem seltsamen Zustand zwischen Träumen und Wachen dachte sie über rein gar nichts nach, genoss einfach nur, wie sich ihre Zungen sanft aneinander rieben.
Sie seufzte unwillig auf, als er den Kuss unterbrach. War es doch nur pure Fantasie? Sie wollte die Augen öffnen, aber schaffte es nicht, aus der unbewussten Angst, die Realität könnte sie einholen.
„Hermine, was willst du hier?", flüsterte eine Stimme an ihrem Ohr und sie musste lächeln. Ihr Name klang so ungewohnt, dieses vertraute 'du' konnte einfach nur ein Traum sein.
„Dich", hauchte sie kaum hörbar zurück und suchte mit ihren Armen nach der Stimme. Was für ein toller Traum. Es km ihr so vor, als könnte sie ihn berühren, ihn noch näher an sich heranziehen. Warme Hände fühlen, die sich unter ihr Shirt schoben und die erhitzte Haut ihres Bauches streichelten. Noch einmal seufzte sie auf, nicht aus Unwillen, sondern weil sie die Berührungen genoss und ihr Unterbewusstsein rebellierte, wirklich aufzuwachen. Ihr Körper erschien wie aus elastischem Gummi, während sie immer wieder nachgab und unbewusst half, sich aus den störenden Kleidern zu befreien. Diese Hände waren überall, streichelten sie unentwegt, bis sie glaubte nur noch aus einem einzigen gereizten Nerv zu bestehen.
War der Traum vorbei? Plötzlich waren die wundervollen Hände weg und sie hörte nur noch ein leises Rascheln, als würde Stoff aufeinander gerieben. Doch nein, sie spürte, wie die Matratze unter seinem Gewicht ein wenig nachgab und er wieder da war. Es war ein wunderbares Gefühl, wie sich seine noch relativ kühle Haut an ihre erhitze schmiegte. Ihre Hände gingen auf Wanderschaft und taten es seinem gleich. Suchten, fanden, streichelten, ohne Unterlass.
Bitte nicht aufwachen, flehte Hermine, als sie das sanfte Kitzeln seiner Haare spürte, während seine Lippen ihre Brust umrundeten.
Aber kein Traum kann nicht so realistisch sein, meldete ihr letztes Fünkchen Verstand.
Sie verbannte das zarte Stimmchen in die hintersten Abgründe ihres Gehirns.
Es war unbeschreiblich, was diese Berührungen in ihr auslösten und sie bekam nicht genug davon. Sie wollte wieder diese kleine Sensation erleben, schmiegte sich noch enger an den harten Körper, suchte die Verbindung zu seinen Lippen und wurde fündig. Als seine Hände am Scheitelpunkt ihrer Schenkel verschwanden, war sie endgültig sicher, sterben zu müssen. Sie wollte ihm den gleichen Gefallen erweisen und fuhr mit ihren Fingerspitzen seinen Bauch hinab, bis zu seinem harten Geschlecht gelangte, welches sich fest an ihr Bein drückte. Völlig unerfahren, strichen zunächst nur ihre Kuppen über die feste Haut, ertasteten jede Unebenheit, jede Ader und entlockten ihm damit ein dumpfes Geräusch.
Mutig geworden umfasste sie es und wunderte sich, dass so etwas mit ihr kompatibel sein sollte. Aber da es sich ja nur um einen Traum handelte, verschob sie den Anflug von Sorge wieder. Außerdem hatte sie zum Denken keinen Platz in ihrem von Empfindungen überfluteten Kopf.
Bereitwillig gab sie dem Druck seiner Hände nach, spreizte ihre Beine noch ein wenig weiter, um ihm noch tiefer Einlass in das Zentrum all dieser Gefühle zu gewähren. Längst war ihr Körper schier willenlos geworden und handelte nur noch aus einer Art Urinstinkt.
Hermine schrie erstickt auf, als die Welle eines Höhnepunkts anrollte. Ihre Arme flogen hilflos hinauf, krallten sich an etwas fest, als könnten ihre Finger diesen Moment noch ein wenig länger festhalten.
Sie stöhnte, keuchte nach Luft und wurde erneut aufgefangen mit einem ewig andauernd Kuss.
Das war kein Traum. Die Wahrheit und die damit verbundene Realität ging einher mit abebben, jener wahnsinnigen Welle, auf der sie mitgeritten war.
Es war kein Gefühl von Reue, was sie empfand, als sie sich dessen bewusst wurde. Es war eher ein Gefühl von ängstlicher Erwartung, was noch auf sie zukommen würde.
Sein Körper schob sich auf ihren, dränge mit sanftem Druck ihre Beine noch weiter auseinander, bis sie sein hartes Geschlecht spürte. Ihr Oberkörper spannte sich, doch er tat nichts weiter. Küsste und streichelte sie, bis sie sich entspannte und erneut dieses köstliche Kribbeln die Oberhand gewann.
Langsam, unendlich langsam drang er in sie ein, ließ ihr alle Zeit sich an dieses neue, unbekannte Gefühl zu gewöhnen. Sie spürte den kurzen Schmerz kaum, klammerte sich haltsuchend an seinen Schultern fest und bog sich ihm entgegen. Hatte sie bisher geglaubt, es wäre keine Steigerung ihres Verlangens möglich, so wurde sie eines Besseren belehrt, als er anfing sich sanft zu bewegen.
Zunächst hatte sie gedacht, er würde sich einfach wieder aus ihr entfernen, sie allein lassen und die köstliche Verbindung trennen, aber es geschah nur, um sofort noch tiefer in sie einzudringen, sie mit jedem verführerischen Stoß noch näher an den Rand des Gefühlswahnsinn zu treiben.
Ihr Mund öffnete sich zu einem Schrei, doch nichts als unartikulierte Laute entflohen ihrer Kehle.
Nicht mit aller Vorstellungskraft hatte sie erahnen könne, wie es wirklich sein würde.
Hermine jammerte, wimmerte, flehte mit diesen Tönen, das Tempo zu steigern. Umklammerte mit den Beinen seine Hüften, ihn auf ewig in sich festzuhalten, bis eine neue, riesige Welle sie erfasste, mitriss und davontrug.
Es war schwer, die Fäden des Verstandes wiederzufinden, aber vielleicht war es auch nur ihr Unterbewusstsein, was sich weigerte, sie in die raue Wirklichkeit zurückzubringen. Ihr Atem ging immer noch stoßweise und sie beruhigte sich nur langsam. Sie hätte alles darum gegeben, einfach nur so liegen bleiben zu dürfen, erschöpft und mit dieser unglaublichen Zufriedenheit im Bauch.
Noch immer hielt er die Verbindung aufrecht, hielt sie mit seinem schweren Körper auf dem Bett fest und hatte sein Gesicht in ihrer Halsbeuge vergraben. Es war ihr gewesen, als hätte er etwas gesagt, aber sie konnte nicht erinnern, was es war.
Ihre Arme waren um seine Brust geschlungen und ein Bein mit seinem verdreht. Sie hätte ihn gerne noch viel länger so an sich gefesselt, aber nach einer, für ihr Empfinden viel zu kurzen Weile, befreite er sich vorsichtig von ihr und rollte zur Seite.
Ihre Augen hatten sich längst an die diffuse Dunkelheit gewöhnt. Die Tür zu seinem Büro stand immer noch offen, so dass ein Lichtschein durch den Rahmen fiel. Sie hätte gerne gewusst, wie spät es war, wie viel Zeit ihr noch blieb, bevor sie wieder in ihren Schlafsaal zurück musste.
Hermine bemerkte wie er sie anstarrte und in Erinnerung an das, was soeben geschehen war, war sie froh, dass das wenige Licht nicht zuließ zu erkennen, wie sie rot wurde.
Es war ihr, als könnte sie das Leuchten in den schwarzen Tiefen seiner Augen erkennen. Ungestellte Fragen und Unglauben darin zu lesen. Doch dieser Eindruck währte nicht lange.
„Du musst gehen." Sein Befehl war so gar nicht im Einklang mit dem, was sie fühlte, stellte sie enttäuscht fest. Aber er hatte Recht. Die Gefahr war zu groß, dass jemand ihre Abwesenheit trotz des Illusionszaubers bemerken könnte. Doch sie registrierte auch, dass er bei dem vertrauten 'du' blieb und ihr Herz machte einen Sprung. Ein kleines Fünkchen Hoffnung keimte in ihr auf. Konnte es sein, dass sie ihm doch nicht völlig gleichgültig war? War es überhaupt möglich, derartig zärtlich zu sein, ohne jegliche Spur von Gefühl?
Am liebsten hätte sie sich weiter an ihn herangekuschelt, aber er sah sie schon wieder so abweisend an, dass sie es nicht wagte. Enttäuscht stand sie auf und sammelte ihre Sachen zusammen, die verteilt neben dem Bett lagen.
Während sie sich anzog, spürte sie genau seinen Blick. Zu gerne hätte sie hinter diese verschlossene Fassade gesehen, hätte gewusst, was sich hinter seiner Stirn abspielte. Sie wollte ihn fragen, irgendetwas sagen, aber ihr Hals war wie zugeschnürt.
Als sie fertig war, stand sie noch sekundenlang abwartend da und glättete mit den Fingern ihre völlig zerwühlten Haare. Sie wünschte sich sehnlichst, dass er endlich etwas zu ihr sagen würde, auch wenn es nur ein einfaches 'Gute Nacht' wäre. Irgendetwas, was diese angespannte Stille zerstörte.
„War es das, was du dir vorgestellt hast?"
Hermine sollte vorsichtiger mit ihren Wünschen sein, warnte sie sich, und zuckte unter der gestellten Frage zusammen. Nein, es war ganz sicher nicht das gewesen, was sie sich vorgestellt hatte. Nicht im Entferntesten. Es war ihr, als könnte sie ihn noch immer in sich spüren und allein der Gedanke ließ die feinen Härchen an ihren Armen sich aufstellen.
„Ich weiß nicht mehr, was ich mir vorgestellt habe." Und das war nicht einmal gelogen.
Mit einem geschmeidigen Satz, den sie ihm nicht zugetraut hätte, war er aus dem Bett heraus und hatte sich vor ihr aufgebaut. Ihr Mund wurde trocken, als er ihr mit seiner Nacktheit noch einmal deutlich unterstrich, was soeben geschehen war. Auch wenn das Licht schlecht war, konnte sie jede kleine Narbe an seinem unbehaarten Oberkörper erkennen. Da wirkte nichts weich an ihm, nichts jungenhaft oder zart.
Weiter nach unten wagte sie ihren Blick nicht zu senken, denn sie hatte aus dem Augenwinkel erkannt, dass er immer noch erregt schien. Stattdessen fixierte sie seinen Blick mit ihrem und hoffte irgendetwas darin zu finden, was ihr Hoffnung geben könnte.
Was genau geschehen war, war selbst für Severus nicht ganz klar. Ursprünglich hatte er sie rauswerfen wollen und war dann wie hypnotisiert der süßen Verlockung erlegen, die sie in seinem Bett dargestellt hatte.
Warum nur hatte er es so weit kommen lassen? Es war niemals seine ernste Absicht gewesen, egal welche Gedanken er anfangs gehabt hatte, doch er hatte sich einfach mitreißen lassen. Er hatte sie gefragt, was sie hier wollte und, obwohl er genau wusste, dass ihre Antwort nicht ihm gelten konnte, hatte er alle Bedenken fort geworfen und sich genommen, was er wollte.
Sie war pures Gift für ihn, machte ihn angreifbar und auf gewisse Weise verletzlich. Der Gedanke, dass dieser Weasley sie eines Tages so berühren, so halten würde, wie er es getan hatte, machte ihn nur noch wütender. Seine Hand schloss sich um ihren Oberarm und presste sich fester zusammen als beabsichtigt, doch sie verzog keine Miene und hielt seinem Blick weiter stand.
Er erwartete so etwas wie Reue zu erkennen, einen Funken von Bedauern und war beinahe erleichtert, dass er wenigstens eine Art Verzweiflung erkannte.
„Was glaubst du, würde er denken, wenn er wüsste was du getan hast?" Er hatte es nicht aussprechen wollen, aber der Zorn über den Gedanken, dass der kleine Idiot eines Tages mit seinen Fingern an ihr herumgrapschen würde, war einfach übermächtig.
„Ich weiß es nicht", antwortete sie mit leiser Stimme und stachelte ihn nur noch mehr an.
„Hast du Angst, er könnte es erfahren? Meinst du, er würde dich auch nur noch einmal anfassen, wenn er wüsste, dass du hier warst? Hat dir die Vorstellung gefallen, diese Dinge mit ihm zu tun?"
Verletzt und geschockt riss sie sich los und rieb ihren schmerzenden Arm. Zu seiner Überraschung gab es ihm keine Genugtuung, sie so entsetzt zu sehen.
„Ich...habe nicht an Ron gedacht und es wird auch niemals dazu kommen." Er konnte das Unverständnis in ihr förmlich fühlen. Aber was bedeuteten dann ihre Worte?
Sie war gekränkt aus einem ihm unverständlichen Grund. Und er sah noch zu, wie sie sich schnell umdrehte und regelrecht vor ihm floh.
Was hatte sie damit gemeint? Er widerstand dem Impuls ihr zu folgen, doch ihre Worte gingen ihm nicht aus dem Kopf. Nachdenklich zog er sich an und schaute immer wieder zur Tür. An Schlaf war nicht mehr zu denken und mit etwas Glück konnte er sie vielleicht sogar noch einholen.
Hermine war gerannt, als würde es um ihr Leben gehen. Es war ihr egal, dass sie einige Gemälde weckte, die ihr blinzelnd hinterher sahen. Tränenblind erkannte sie nichts um sich herum, bis sie von einem Paar Arme abgefangen wurde.
Erschrocken sah sie auf und atmete im gleichen Moment auch schon erleichtert aus. „Harry?"
„Hermine, wir sollten miteinander reden."
Sein Gesicht war ernst und sie nickte tapfer. Sie brauchte jetzt wirklich jemandem mit dem sie reden konnte. Wie auf ein unsichtbares Kommando setzten sie sich nebeneinander auf eine Treppenstufe und tröstend legte er einen Arm um ihre Schulten.
„Was ist los mit dir? Hast du gedacht, wir merken es nicht? Ginny hat deinen kleinen Trick sofort durchschaut und mir Bescheid gegeben. Schon seit Tagen treibst du dich nachts herum und bald geht die Sonne auf, da habe ich mir Sorgen gemacht." Dass er immer genau wusste, wo sie sich befand, verschwieg er ihr vorerst.
Himmel, würde sie jemals wieder in die Augen ihrer Freunde blicken können, ohne dieses Gefühl ein Verräter zu sein? Obwohl alles in ihr schrie, die Wahrheit zu sagen, entschloss sie sich doch, nicht alles preiszugeben. Trotzdem musste sie endlich mit jemandem darüber sprechen, sonst würde sie verrückt.
„Oh Harry", schniefte sie leise und legte ihren Kopf in seine Armbeuge, „es ist alles so kompliziert geworden und ich weiß nicht mehr, was ich machen soll."
„Vielleicht erzählst du mir erst einmal, was überhaupt los ist. Setzt dich jemand unter Druck, bist du in irgendeiner Gefahr?"
Hermine schüttelte heftig ihren Kopf und genoss das Gefühl von Trost, das er ihr gab.
„Nein, nichts davon. Es ist nur so, dass ich mich in etwas verrannt habe, von dem ich nicht mehr los komme. Ich weiß, dass ihr mich hassen würdet, wenn ich sagen würde, was ich getan habe."
Sie schniefte leise und wischte sich mit dem Ärmel ihre Nase, während Harry sie ernst ansah.
„Hermine, nichts könnte uns dazu bringen dich zu hassen. Wenn du nicht sagen willst, was geschehen ist, dann akzeptiere ich das und ich werde dir auch glauben, wenn du sagst, dass niemand, am wenigsten du, in irgendeiner Gefahr schwebt. Wir machen uns nur Sorgen um dich. Du bist so verändert und das macht uns Angst."
„Ich habe ja selber Angst vor mir. Harry, was würdest du tun, wenn ich Ron verletzen würde? Wenn ich ihm sagen müsste, dass ich nicht den Rest meines Lebens mit ihm verbringen kann?" Wenigstens das war heraus und sie fühle sich ein wenig erleichtert.
„Das ist alles? Ihr seid meine Freunde, warum sollte sich für mich etwas ändern? Es würde mir Leid tun, aber das würde meine Freundschaft zu euch nicht beeinflussen."
Ein wenig erleichtert drückte sie ihn an sich und spürte, wie er tröstend seine Lippen auf ihre Stirn legte.
„Und wenn ich etwas tun würde, was ihr nicht verstehen könntet? Etwas Dummes, oder Schreckliches, etwas..."
„Hermine", unterbrach er sie leise und lächelte schief, „ich weiß genau, dass du niemandem von uns willentlich schaden würdest. Was auch immer das für eine Sache ist, die du mir nicht erzählen kannst, ich vertraue dir."
Weinend schlang sie ihre Arme um seinen Hals und klammerte sich fest, während Harry geduldig wartete, bis sie sich beruhigt hatte. Niemand bemerkte den Schatten, der weiter unten im Treppenhaus aufgetaucht war und die Szene von weitem beobachtete.
„Soll ich mit Ron reden?", bot er ihr an, als sie gemeinsam aufstanden und zum Gemälde der fetten Dame gingen.
„Nein, das muss ich selbst tun, danke", entgegnete sie. „Ich muss nur noch den passenden Moment erwischen."
Draußen dämmerte es bereits, denn das erste leichte Glimmen erreichte den Horizont und versprach einen sonnigen Tag.
Das war es also! Severus Snape kam sich vor wie in einem seltsamen Alptraum gefangen. Ein Déjà vu, bei dem er alles noch einmal durchlebte und mit ansehen musste. Wie hatte er überhaupt auf die lächerliche Ideen kommen können, dass Hermine auch nur einen Gedanken an ihn verschwenden würde?
Das war ihr kleines, dreckiges Geheimnis. Deshalb die Andeutungen und das seltsame Gerede. Potter und Granger. Das ganze hatte etwas dermaßen Abstruses, dass er versucht war, darüber zu lachen, doch er konnte nicht.
Erneut beschwor er die Bilder seiner Vergangenheit vor das innere Auge. Sah die Frau, die er mehr als alles andere wollte, in den Armen des Mannes, den er von allen Mitschülern am meisten verachtete.
Welche perverse Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet die Hexe, durch die er das erste Mal seit Ewigkeiten wieder etwas anderes gefühlt hatte als Hass und Verachtung, den Sohn des Mannes liebte, der ihm einst das Kostbarste genommen hatte. Die Bilder in seinem Kopf verwandelten sich. Da saß nicht mehr Lily, sondern Hermine und auch die Züge von James wandelten sich zu denen seines Sohnes.
Er sah, wie sie ihre Arme um ihn schlang und er sie auf die Stirn küsste. Sah, wie sie leise miteinander tuschelten und noch näher zueinander rutschten.
Mit einer lautlosen Drehung verschwand der Lehrer wieder im Dunkel des Treppenhauses, denn er hatte genug gesehen.
