Kapitel 3
„Bei Merlin, nicht auch noch Filch", entwich es Draco und mit ein paar schnellen Schritten war er bei Harry auf der Treppe angelangt. „Dir ist wohl klar, dass wenn du mich nicht mit unter den Umhang lässt, ich dich verpetzten werde, oder?"
Das war Harry allemal bewusst. Deshalb fing er erst gar nicht an zu diskutieren sondern sagte gepresst: „Stell dich dort hinten an die Wand. Ich werde Ginny zu dir schweben lassen und du wirst sie gefälligst festhalten."
Er lies Ginny sachte zu Draco schweben, der sich doch tatsächlich an Harrys Anweisungen gehalten hatte. Draco fasste Ginny unter den Armen und zog sie eng an sich, damit sie ihm nicht entgleiten konnte. Recht war ihm dies natürlich nicht. Doch besondere Notlagen erfordern besondere Opfer dachte sich Draco, denn er war alles andere als scharf darauf, von Filch erwischt zu werden.
Harry steckte seinen Zauberstab zurück in den Umhang, gesellte sich ebenfalls zu Draco und Ginny und warf den Tarnumhang über sie. Nach ein wenig hierhin und dorthin Geziehe saß der Umhang so, dass nicht von den Regelbrechern zu sehen war. Keine Sekunde zu früh, denn schon konnten sie Filch auf sie zu rennen hören.
„So meine Süße, zeig sie mir, wo sind die Verbrecher."
Draco schnaubte leicht, Verbrecher, also wirklich, dass jemand so unkompetentes überhaupt als Hausmeister in Hogwarts arbeiten durfte war ja unerhört. Doch ein warnender Rippenstoß seitens Harrys erinnerte ihn daran, dass er eher darauf hoffen sollte, dass Filch sich mal wieder hinters Licht führen lassen würde. Auch das abfällige Schnauben sollte er unterbinden, denn Mrs Norris fixierte genau die Wandstelle, an der er so unglücklich gefangen war.
„Die kleinen Biester, müssen weggerannt sein, komm meine Süße wir schauen uns mal ein Stockwerk höher um." Mr Filch stieg die Treppe hinauf, langsam an den Unsichtbaren vorbei, dann war er verschwunden und die Gefahr fürs Erste gebannt.
„Scheiße Potter, Weasley ist schwer. Wie lang sollen wir noch hier herumstehen?"
„Beruhig dich und gib sie mir, dann kannst du ja abhauen."
Draco jedoch, der sich nicht so leicht um die Auflösung seines Rätsels bringen lassen wollte, griff um, sodass Ginny schräg zur Seite rutschte. Das jedoch nur so lange, bis Draco seinen Zauberstab gezückt hatte und sie abermals schweben ließ. Da sie den Tarnumhang mit sich zog stand nun ein wenig verdatteter Harry neben Draco, der mit seinem Zauberstab in die Luft zeigte.
„Was soll das jetzt wieder Malfoy, wie soll ich jetzt sehen wohin ich mit meinem Zauber zielen soll?"
Ein dreckiges Grinsen breitete sich auf Dracos Gesicht aus und er sagte in einem triumphierenden Tonfall: „Ganz einfach: überhaupt nicht Potter. Du wirst mir das Ganze jetzt nämlich erstmal erklären!"
Harry glaubte er höre nicht gut, er solle also Malfoy eine Erklärung für Ginnys Verhalten liefern? Und das hier draußen, wo Filch nun besonders aufmerksam herumschlich? Genau aus diesem Grund konnte er Malfoy auch nicht einfach Angreifen, ein bisschen Lärm und Filch wäre dieses Mal schneller da, als er auch nur „Tarnumhang" denken konnte.
„Elender Erpresser. Ich werde aber nicht seelenruhig hier stehen bleiben. Ich red mit dir, wenn wir uns auf dem Weg zum Gryffindor Turm machen."
„Soll mir recht sein." Draco wand sich um und folgte Harry, der den kürzesten Weg zurück zum Turm einschlug.
„Tja ich weis nicht was du erwartest aber es war ja wohl offensichtlich, dass Ginny geschlafwandelt ist", fing Harry zögerlich an zu erklären.
„Ah ja und dann bist du rein zufällig den selber Korridor entlang gerannt, auf dem wir uns befanden. Du hast die Situation ganz zufällig sofort durchschaut und nicht, wie es wohl zu erwartet gewesen wäre, mich in der Annahme verhext, ich würde eben dies mit ihr anstellen? Halt mich nicht für dumm Potter!"
Harry war nicht erstaunt über diese Antwort. Er hatte schon damit gerechnet, dass sich Malfoy nicht so einfach belügen lassen würde. Also Plan B, er musste wohl oder übel das ein oder andere Geheimnis preisgeben.
„Nun ich besitze ein magisches Ding mit dem ich bestimmte Personen in Hogwarts finden kann. Also kam Hermine zu mir, als sie bemerkte, dass Ginny fehlte. Und bevor du weiter fragst, es ist nicht das erste Mal das sie nachts den Turm verlässt. Also wussten wir was zu tun ist."
„Und dann hatte sie ausgerechnet das Pech an mich zu geraten", ergänzte Draco grinsend.
„Das war vielleicht ihr Glück und eher dein Pech", entwich es Harry bevor er darüber nachdachte, was er als nächstes sagen sollte.
„Soso, ich und ihr Glück, das ich so einen Satz aus deinem Mund hören würde hätte ich auch niemals erwartet."
„Vergiss es Malfoy. Sie weis einfach nicht was sie tut wenn sie schlafwandelt", versuchte Harry sich heraus zu reden.
Draco dachte kurz an den Augenblick zurück als er bewegungsunfähig gewesen war und wie sie ihn dabei betrachtet hatte. Ein kleiner Schauer durchfuhr ihn. Auf ein weiteres solches Treffen konnte er getrost verzichten.
„Dafür, dass sie angeblich nicht weis was sie tut, hat sie aber einen recht berechnenden Eindruck auf mich gemacht."
Harry gingen nun langsam die Ausreden aus, dass dieser Malfoy sie nicht einfach in Ruhe lassen konnte.
„Also wirklich Malfoy was interessiert es dich denn, wenn Ginny allein durchs Schloss wandert und dabei wach aussieht auch wenn sie schlafwandelt. Falls du dich da nicht auskennen solltest, das ist typisch."
„Ach ja, so einen einsamen Eindruck hatte sie aber nicht auf mich gemacht. Sie sprach dauernd von ihrem lieben Tommy der für sie da ist."
Harry zuckte bei der Erwähnung dieses Namens zusammen. Sie hätten besser auf Ginny aufpassen müssen, keiner hat bemerkt, wie schlecht es ihr anscheinend ging. Doch darum müssten sie sich in den nächsten Tagen kümmern, im Moment klebte ein viel größeres Problem an ihm: der immer skeptische Malfoy.
„Wenn man schlafwandelt halluziniert man eben."
„Ach und ist es auch normal wenn die schlafwandelnde Weasley mich derweil unbeweglich gehext hat?"
Draco hatte diesen Satz im Vorfeld gut abgewogen. Einerseits stellte es eine Demütigung für ihn da, so überwältigt worden zu sein. Doch er setzte darauf, dass Potter diese Neuigkeit in die Enge treiben würde und er endlich den Mund aufmachen müsste.
Den Mund machte Harry auch auf, doch nicht um weitere fadenscheinige Ausreden herunterzustottern sondern um entsetzt aufzuschreien:
„WAS? Sie hat gezaubert?"
„Potter du Dummkopf, willst du unbedingt Strafarbeiten machen?" Draco wusste nicht was er denken sollte, so blöd konnte doch nicht einmal Potter sein.
Auch Harry realisiert nun, dass er wohl ein paar Nuancen zu laut geworden war und flüsterte schnell, nicht das dies jetzt noch etwas bringen würde: „Lauf da vorne um die Ecke ist unser Gemeinschaftsraum!"
Das lies sich Draco nicht zweimal sagen, er verpasste Ginny mit seinem Zauberstab den nötigen Schwung und spurtete Harry hinterher. Dieser war mittlerweile fast am Portrait der fetten Dame angelangt und rief: „Hasenbau"
Das Portrait schwang auf, auch wenn die fette Dame sich lauthals über die nächtliche Ruhestörung empörte. Harry blieb stehen, damit Draco den Eingang auch ja nicht verpasste.
Die unsichtbar schwebende Ginny voran flüchtete er sich in den Gryffindor Turm. Harry folgte und lies einen lauten Seufzer los, als die fette Darme sich hinter ihm schloss und er sich nun im schützenden Gemeinschaftsraum befand.
Harry schaute zu Draco, der starr auf die Sessel am Kamin blickte. Harry drehte daraufhin auch seinen Kopf in diese Richtung und blickte in die fassungslosen Gesichter von Ron und Hermine.
Tjaja das ist eindeutig eine lange Nacht für den lieben Draco.
Was Hermine und Ron wohl mit ihm anstellen werden?g
Hät nix gegen einen kleinen Kommi
