kleineli Vielen Dank für dein Lob! Aufhören zu schreiben werd ich bestimmt nicht, da brauchst dir keine Sorgen zu machen.


Kapitel 4

Es war mitten in der Nacht und trotzdem prasselte ein Feuer im Kamin des Gryffindor Gemeinschaftsraumes. Er beleuchtete eine Szene, die so unwirklich schien, dass man darüber hätte lachen können:

Nachdem Harry auf der Suche nach Ginny gegangen war und Hermine Ron die Situation erklärt hatte, hatten die beiden den Schlafsaal verlassen und sich in die Sessel vor dem Kamin gesetzt. Gebannt hatten sie die schwarzen Pünktchen beobachtet, die sich durch die Korridore bewegten. Besonders nervös wurden sie, als sie Filch und Mrs Norris direkt an Harry, Ginny und seltsamer Weise auch Draco, vorbei gehen sahen. Besonders merkwürdig aber, war das, was danach passierte: Ginny gefolgt von Harry und Draco machten sich gemeinsam auf den Rückweg. Ron löschte sogar die Karte aus und aktivierte sie von neuem, weil er dachte sie hätte wohl einen kleinen Hänger.

Doch hilflos mussten sie zusehen wie sich die 3 weiter auf sie zu bewegten, bis plötzlich alles ganz schnell ging. Die Pünktchen bewegten sich flüchtig über das Pergament und auch jenes von Filch kam in bedrohliche Nähe. Dann schwang das Portrait auf. Hermine und Ron sprangen aus ihren Sesseln hoch und starrten auf die eben hereingestürmten Personen: Harry stand keuchend am geschlossenen Eingang der fetten Dame. Draco, ein paar Schritte vor ihm, hielt sich eine Hand in die Seite, in der anderen hielt er seinen Zauberstab nach vorne gestreckt und zielte auf einen Tisch, der noch voll beladen mit Schulbüchern war.

Man konnte in ihren Gesichtern regelrecht die Verwirrtheit ablesen: Ein Malfoy in ihrem Gemeinschaftsraum, keine Ginny weit und breit, und oh Gott ein Malfoy der ihren Tisch bedrohte.

Harry erkannte zum Glück ziemlich rasch diese verzwickte Situation. Hermine und Ron würden, nach ihren Gesichtern zu urteilen, wohl gleich einen Zauber auf Malfoy loslassen und das die schwebende Ginny daraufhin wohl eher unsanft landen würde, war offensichtlich.

„Alles in Ordnung Ron. Keine Zauberei Hermine", und zu Draco gewand fuhr er fort, „ Lass Ginny da auf der Couch nieder.

Da er deutlich in der Unterzahl war gehorchte Draco und kurz darauf beulte sich die Couch nach unten aus. Harry lief darauf zu und zog den Tarnumhang von Ginnys immer noch regungslosem Körper.

„Ginny", rief Ron und blickte sie bestürzt an. Ginny war sehr blass und sie sah, trotz das sie nicht bei bewusst sein war, erschöpf aus.

„Sollen wir sie nicht hinauf in ihr Bett bringen?", schlug Hermine vor.

„Ja, aber bleib bitte noch eine Weile bei ihr und schau ob sie wirklich schläft. Es war tatsächlich wieder Tom und, … und sie hat, laut Malfoy hat sie gezaubert." Harry schaute bedeutungsvoll zu Hermine die sich sofort erschrocken zu Draco umdrehte, ihn hatte sie doch fast vergessen.

Draco hatte sich nicht von der Stelle gerührt, wenn er schon mal hier sein konnte, würde er sich genau umsehen, während alle um Weasley herumstanden. Rot und gold, das war ja klar, aber ansonst konnte er nicht viel finden, an dem er etwas auszusetzen hätte. Gemütliche Sessel, knisternder Kamin, große Arbeitstische. Nun gut, es war alles in allem recht einfach gehalten und strahlte nicht die majestätische Atmosphäre aus, die Draco von den Slytherin Kerkern gewohnt war.

Nebenbei lauschte er aufmerksam dem Gespräch, doch einen Reim darauf konnte er sich immer noch nicht machen. Deswegen antwortet er Hermine, als sie ihn harsch aufforderte zu erzählen was genau vorgefallen sein:

„Ich denk ja nicht daran Granger. Solang ich nicht weis was hier gespielt wird sag ich kein Ton." Und nachdem er seinen Satz beendet hatte schaute er ihr mit einem Blick in die Augen, der jegliche Hoffnung auf Umstimmung auslöschte.

Draco drehte sich auf dem Absatz um, reckte die Hand in die Höhe und lies noch ein triumphierendes „Nacht" vernehmen, eher er erhobenen Hauptes den Gryffindor Turm verließ.

Draco rechnete fest damit, dass Harry oder Ron ihm jeden Moment hinterher gerannt kamen, um ihn aufzuhalten. Dem war nicht so, er kehrte unversehrt, auch von Seiten Filchs, in die Slytherin Kerker zurück. Als er im Bett lag ärgerte es ihn jedoch ein wenig, dass er so schnell gegangen war und jetzt vermutlich niemals herausfinden konnte, was die seltsamen nächtlichen Ereignisse zu bedeuten hatten. Was soll's, war sein letzter Gedanke, als ob die Gryffindors irgendetwas Spannendes zu berichten hätten.

Die Sache die für Draco nun plötzlich so unspannend zu sein schien, war für Harry, Ron und Hermine jedoch so wichtig, dass sie diese nicht mal eben so zum Informationstausch preisgaben. Nach ein paar Beschimpfungen über den eingebildeten Malfoy legten jedoch auch sie sich ins Bett. Es war eine sehr lange Nacht gewesen.

Am nächsten Morgen waren 5 Hogwarts Schüler besonders müde.

Draco stand unter die kalte Dusche um wach zu werden.

Bei Harry und Ron musste erstmal Neville durch Wegziehen ihrer Bettdecken beim Aufstehen behilflich sein.

Hermine und Ginny wurden indessen um einiges freundlicher von ihren jeweiligen Schlafsaal Mitbewohnerinnen aus den Träumen geholt. Alle wussten wieso sie so müde waren, alle außer Ginny.

Da bin ich extra zeitig ins Bett gelegen und komm jetzt doch kaum aus den Federn, beschwerte sie sich über ihrer schlaffen Körper. Schlecht gelaunt zog sie sich an und bedauerte beim Frühstück, dass Luna nicht in ihrem Haus war. Luna würde bestimmt dafür sorgen, dass sie nicht drohte jeden Moment mit dem Kopf in ihrer Müslischale zu landen.

Eine kleine grau-braune Eule landete hinter ihrem Teller, doch sie bemerkte diese erst, als die Eule anfing aufgeregt auf und ab zu hüpfen und durch hohes Gefiepe versuchte auf sich aufmerksam zu machen. Nanu, dachte Ginny, das ist doch Pigwidgeon. Sie entnahm ihm den Brief woraufhin er sich stolz aufplusterte und zur Eulerei davon flog.

Liebe Ginny,

Du warst gestern wieder unterwegs…

Dabei bist du Draco Malfoy über den Weg gelaufen und er behauptet, du hättest gezaubert!!

Wir treffen uns nach dem Mittagessen am Gewächshaus 3 um dir alles genau zu erzählen.

Reg dich bitte nicht auf,

Hermine

Ginny bekam ab und zu solche Briefe geschickt. Früher zog sich daraufhin alles in ihr zusammen. Sie hatte den Eindruck, ihr Körper kühle um eine Grad ab, eine kalte dunkle Wolke umgebe sie. Alle Blicke hatte sie auf sich spüren können. Ausnahmslos jeder in der Halle sah sie an. Alle taxierten sie mit dem gleichen vorwurfsvollen Blick, sodass Ginny regelmäßig aus der Halle geflüchtet war.

Doch mit der Zeit brachten die Briefe keinen solchen Schock mehr mit sich und sie wusste, dass sie in der riesigen Schülermenge einfach unterging. Niemand zeigte mit dem Finger auf sie. Keiner konnte erraten was in diesen Unheil verkündenden Briefen stand.

Reg dich bitte nicht auf, Ginny schnaufte; aufregen, über was denn, nun gut, wenn sie ehrlich war, das mit dem Zaubern, das belastete sich doch. Das letzte Mal war Jahre her gewesen…

Je länger Ginny darüber nachdachte, umso unwohler fing sie an sich zu fühlen. Die Situation an sich war schon heikel genug, doch das sie gezaubert haben sollte…

Sich langsam den daraus resultierenden Tragweiten bewusst werdend, stand sie auf. Ein wenig frische Luft um einen klaren Kopf vor dem Unterrichtsbeginn zu bekommen würde vielleicht helfen sich zu beruhigen.

Den besorgten Blick dreier Freunde im Rücken, verließ Ginny die Große Halle. Auf dem Weg zum Ausgang kamen ein paar Slytherins die Kerker herauf gestiegen. Unter ihnen befand sich auch Draco.

Als Ginny die Gruppe passierte sprach Draco sie mit einem abfälligen Grinsen auf dem Gesicht an:

„Na heute so ganz allein unterwegs. Ohne Tommy, deinen besten Freund?"

Beunruhigt blieb Ginnys Blick an Malfoy haften. Wie viel weis Malfoy schon? Was ist heute Nacht nur passiert? Warum musste ich ausgerechnet ihm über den Weg laufen?

Verunsichert durch ihre Gedächtnislücke antwortete Ginny Draco nicht, sonder beeilte sich nach draußen zu kommen um noch ein paar ruhige Minuten zu haben.

Natürlich half die frische Luft kein bisschen. Die nächsten Stunden war Ginny unkonzentriert. Sie schweifte mit den Gedanken ab, und auch wenn sie sich dabei nur sinnlos im Kreis zu drehen schienen, konnte sie kein Unterrichtsstoff dauerhaft an die Realität binden.

Hastig schlang sie das Mittagessen hinunter und rannte schon fast zu den Gewächshäusern. Dort traf sie auf Harry, Ron und Hermine. Die 3 waren schon eifrig dabei sich über die nächtlichen Ereignisse auszutauschen.

Hermine sah Ginny auf sie zukommen und gebot den Jungs ihr Gespräch einzustellen. Ausführlich berichteten sie nun Ginny, was sich zugetragen hatte und dies führte nicht dazu, dass sie sich anfing wohler zu fühlen. Im Gegenteil.

„Ja aber, ich mein das letzte Mal ist doch schon so lange her, wieso hab ich grade gestern gezaubert und was hab ich denn nur angestellt?" Ginnys Stimme klang verzweifelt.

„Ich hab keine Ahnung Ginny", antwortet Harry bedauernd, „ als ich kam standest du mit Malfoy an der Wand und nach dem Bisschen was er erzählt hat scheinst du ihn zum Erstarren gebracht zu haben. Aber ich weis wirklich nicht, ob ich damit richtig liege, geschweige denn wieso du, sorry Tom, das gemacht hat."

Alle 4 verfielen in ein nachdenkliches Schweigen, bis es Ron schließlich zu viel wurde:

„Wir können uns noch so das Hirn zermartern, der einzige der weis wies war ist Malfoy!"

„Nun", fing Hermine vorsichtig an, „Ich denke wir sollten versuchen mit Malfoy zu reden…"

Harry fing darauf hin an zu lachen: „He Malfoy, jetzt wo ein paar Stunden rum sind sagst du uns doch sicher was im Korridor vorgefallen ist oder? Also echt Hermine, was soll den bitte dieser Vorschlag?"

„Und wenn wir ihm die Sache erzählen,"

Ginnys Augen weiteten sich angstvoll bei Rons Vorschlag.

„aber einen Schweigezauber über ihn aussprechen? Wie wär's damit?"

Der Anfang des Mittagsunterrichts unterbrach ihre Überlegungen und sie mussten das Gespräch auf den Abend verschieben.

Doch wie es der Zufall so wollte begegneten sich Draco und Ginny noch einmal an diesem Tage. Es war nach dem Abendessen, vor den Toiletten im ersten Stockwerk.

Na die Gelegenheit, noch einmal das klägliche Gesicht von der kleinen Weasley zu sehen, wie heute Mittag, lasse ich mir nicht durch die Lappen gehen, dachte sich Draco und schon rief er ihr zu:

„Hast deinen Tommy immer noch nicht gefunden? Fang deswegen ja nicht an zu heulen, ich werde dich deswegen nicht trösten"

Nun da Ginny soweit wie eben möglich über Alles im Bilde war ließ sie sich von Malfoys provozierendem Getue nicht mehr abschrecken.

Sie ging auf ihn zu und erhob eine Hand.

Draco blieb wo er war, vor ihr würde er doch nicht zurückweichen.

Ginny streckte ihren Arm aus und strich ganz langsam und sanft mit ihrem Zeigefinger über Dracos Wange. Derweil setzte sie einen kalten Blick auf und sagte mit drohender Stimme:

„Keine Angst, um mich brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Pass lieber auf dich selbst auf, nicht das du wieder erstarrt stehen bleibst."

Ginny traf damit genau ins Schwarze.

Draco war doch zu mindest soweit überrascht, von der plötzlichen Schlagfertigkeit, gegenüber ihrer vorherigen Begegnung, dass er reglos stehen blieb.

Das passte natürlich perfekt zu Ginnys Worten, sodass sie und einige andere Zuschauer sich schwer damit taten vor lachen nicht stehen zu bleiben, sondern lieber eiligst das Weite zu suchen.

Draco fühlte sich tief gedemütigt. Als ob ihn diese Weasley einfach so zum Affen machen konnte! Normalerweise hätte er ihr eine hübsche Portion Flüche an den Hals gehext. Nun normalerweise, doch nicht, wenn er sich nicht an etwas Bestimmtes erinnert gefühlt hätte.

Kochend vor Wut über Ginny und über seine eigene Schwäche rauschte Draco durch die Gänge und verbrachte den Rest des Abends alleine in seinem Zimmer.

Ginny hingegen erzählte diese Story unter gellendem Lachen ihren 3 Freunden.

An diesem Abend entschieden sie sich, auch wenn durch Ginnys Auftritt die Erfolgschancen wohl noch unwahrscheinlicher waren, Rons Plan eine Chance zu geben.


Und was sagt ihr dazu?