Babylon 5 -

Entscheidungen by Chris
Ein Sequel zu Hoffnungslose Suche

Disclaimer: Alle Rechte gehören J. Michael Straczynski und der Babylon 5 Group
Anmerkung des Autors: Diese Geschichte ist eine Ergänzung meiner früheren Geschichten. Es wurden bewußt nicht alle auftauchenden Fragen gelöst.
Spoiler: IV. Staffel von Babylon 5. Folgen ' Tyrannenmord ' und ' Das dritte Zeitalter'

Der Flug nach Babylon 5 dauerte nicht mehr allzu lange. Sofort brachte man die beiden Verletzten ins Medleb. Für den Minbari war kaum noch medizinische Hilfe notwendig. Bei Eric hingegen sah es nicht gut aus. Der Ranger lag immer noch im Koma und sein Zustand verschlechterte sich.

Franziska war den ganzen Abend bei ihm geblieben bis Dr. Hobbs sie drängte zu gehen um sich auszuruhen. Wenig später kaum in ihrem Quartier angekommen legte sich Franziska auf ihr Bett und war bald danach eingeschlafen. Doch ihr Schlaf war unruhig. Alpträume plagten die junge Frau. Immer wieder tauchten Schattenschiffe in ihren Träumen auf. Das grauenvolle Geräusch des sterbenden Schiffes war in ihren Erinnerungen eingebrannt. Schlagartig weckte Franziska auf und starrte ihre Umgebung an. Dann erinnerte sie sich. Es war ihr Quartier. Als sie Geräusche aus dem anderen Raum hörte stand die junge Frau verwundert auf, zog sich etwas über und öffnete die Tür zum Hauptraum.

Auf der Couch saß zurückgelehnt Mario. Als er die Freundin entdeckte und ihren übernächtigten Ausdruck in den Augen sah, fragte er besorgt:" Bist du in Ordnung?"
" Mir geht es gut.", lautete die Antwort und im gleichen Atemzug fragte Franziska." Was machst du eigentlich hier?"
" Wir dachten du wolltest nicht allein sein.", erklärte Mario.
Neugierig fragte die junge Frau:" Wer ist wir?"
" Alex und ich..."

Wütend, das ihre Freunde sie plötzlich wie ein kleines Kind behandelten, unterbrach Franziska den Anderen.:" Ich habe früher keinen Aufpasser gebraucht und jetzt müsst ihr damit erst recht nicht anfangen."
Der Freund verstand ihre Einwände, trotzdem versuchte er zuerklären:" Franziska es ist nicht so wie du denkst. Wir sorgen uns nur um dich. Die neue Situation in der du dich befindest..."
" Geh.", unterbrach die White Rangerin den Freund. Sie wollte keinerlei Erklärung, einfach nur ihre Ruhe. Natürlich hatten ihre Freunde recht aber erst einmal mußte sie mit der Situation selbst klar kommen.

Mario schaute die junge Frau überrascht an und es lag ihm eine Entgegnung auf der Zunge. Doch dann wandte er sich wortlos dem Ausgang zu.
Den verletzten Ausdruck in den Augen ihres Freundes sehend, rief sie ihm nach:" Mario. Es tut mir leid."
Ihr Stellvertreter blickte sie wieder an und Franziska fügte erklärend noch hinzu:" Ich möchte einfach nur etwas Zeit allein verbringen, mir über einige Dinge Klarheit verschaffen."
Verstehend nickte Mario und sagte:" Die neue Situation ist schwer für dich und in mir hast du einen Freund. Meine Gefühle für dich haben sich nicht geändert, werden es nie."
" Das weiss ich Mario. Danke aber nun geh bitte!", bat sie sehr sanft.
Mario kam dem nun nach, aber einen letzten sorgenvollen Blick auf die Freundin konnte er nicht lassen.

Kaum war Franziska allein, seufzte sie. Leider wusste sie was Mario meinte. Nur zu deutlich kannte sie die Abneigung der meisten Menschen gegen Telepathen. Viele hatten Angst vor ihnen. Da Franziska nun auch dazu gehörte, bestand die Möglichkeit das ihre alten Freunde sich aus eben diesen Gründen von ihr abwenden konnten. Mario wollte ihr damit zeigen das er nicht dazu gehören würde. Ebenso glaubte sie das Zack Allen oder Markus Cole immer noch zu ihr stehen würden.
Alexander Bisset war ein Telepath der Stufe P12 und arbeitet im Auftrag seines Vaters Al Besters im Untergrund von Babylon 5. Seine Aufgabe war es eigentlich abtrünnige Telepathen aufzuspüren. Doch stattdessen setzte er seine Befugnisse ein um ihnen zu helfen. Seit langen schon war er mit Franziska und Mario befreundet.

Viele Informationen hatten sie ihm zu verdanken. Das letzte was er tun würde, wäre Franziska an das Psi Corps zuverraten. Doch er war nicht Franziskas wirkliches Problem, sondern Alex Vater der Psi Polizist. Jederzeit konnte Al Bester wieder auf der Station erscheinen. Sobald dieser Franziskas telepathischen Fähigkeiten mitbekommen würde, wäre es seine Aufgabe die junge Frau zum Psi Corps zubringen. Doch Franziska hatte soviel Pläne und wollte die Station Babylon 5 auf keinen Fall verlassen. Deshalb mußte sie so schnell wie möglich eine Lösung finden um sich Bester von Hals zu schaffen. Alsbald wurden ihre Überlegungen unterbrochen. Ein junger Mann vom Sicherheitsdienst meldete sich:" Sie wollten informiert werden wenn eine Nachricht von Corriana 6 eintrift."
" Ja, natürlich.", bestätigte sie hoffnungsvoll.
Auf dem Gesicht des jungen Beamten war ein Lächeln und die Erleichterung hörte man in seiner Stimme, als er berichtete:" Der Krieg ist vorbei. Die Schatten und auch die Vorlonen haben zusammen mit den Allerersten die Galaxie verlassenen. Wenn man den Berichten glauben darf gab es kaum Verluste."
Franziska schenkte dem Beamten ebenfalls ein Lächeln und bedanke sich:" Das ist in der Tat eine gute Nachricht. "
Gleich darauf wurde die Verbindung unterbrochen.

Die Anspannung der letzten Stunden fiel ab von der jungen Frau. Es kam ihr vor als ob ihr Herz von einer großen Last befreit war. Nun mußte nur noch Eric wieder gesund werden.
Sobald wie möglich kehrte die junge Frau in die Krankenstation zurück um am Bett des Freundes zu wachen. Wenige Stunden später war die Flotte von Corriana 6 zurück und die ganze Station feierte den Sieg über die Schatten und Vorlonen. Franziska stand an der Treppe die hinab zum Zocolo führte. Sie beobachtete mit einem Hauch von Schwermut die ausgelassene Freude der Menschen und Außerirdischen. Nicht weit von ihr standen Delenn und Captain Sheridan. Ihnen sah man ebenfalls an wie glücklich sie waren. Der Zocolo war voller Emotionen. Da gab es keine Traurigkeit, keinen Schmerz, keine Verzweiflung, nur Erleichterung und Freude. Doch da war noch etwas anderes, schwach nur aber es war da. Besorgnis.

Eine Stimme, wie ein Flüstern schwebte zu Franziska. Erstaunt drehte sie sich um. In ihrer unmittelbaren Nähe war niemand der die Worte ausgesprochen hatte, deshalb blickte sich die junge Frau um. Etwas unterhalb ihres Standpunktes auf der linken Seite der Treppe stand eine kleine Gruppe von Menschen.
Sie vermutete das Alex sie telepathisch gerufen hatte, doch sie täuschte sich. Etwas irritiert blickte Franziska die Männer neben Alex an. Sie hatte doch deutlich die Stimme gehört. Da niemand neben ihr war und die Musik, sowie die feierenden Menschen alle anderen Geräusche übertönte, wie hatte sie dann gehört:' Franziska, Höre auf zu grübeln und komm herunter zu uns!'
Vielleicht hatte sie sich diese Worte aber auch nur eingebildet. Doch dann sah Franziska das Erstaunen im Gesicht von Zack Allen. Die Worte die sie gehört hat, waren nur Gedanken gewesen. Zacks Gedanken. Wie war das möglich? Das die schwarzhaarige Frau darauf reagiert hat, verwunderte Zack.
Ein kleines zuerst zaghaftes Lächeln zeichnete sich auf Franziskas Gesicht ab. Das Lächeln wurde von den vier Männern erwidert, obwohl die junge Frau in diesem Moment nur Zack anschaute. Franziska konnte die Liebe und Freundschaft aller spüren. Obwohl der Raum voller Leute war, schien für einen Moment nur diese kleine Gruppe zu existieren.

Vorbehaltlos hatten Marcus, Zack und Mario vor längerer Zeit Alex akzeptiert obwohl er ein Telepath ist. Deshalb sollte Franziska die Freunde nicht von sich stoßen und sie ausschließen. Sie war nicht allein, das erkannte sie in diesem Augenblick. Plötzlich wußte sie, bei diesen Freunden wird es immer Vertrauen geben. Sicher, sie konnte Unsicherheit spüren aber gerade das machte die Freunde menschlich.
Sie vergaß ihre Zweifel und lief die restlichen Stufen der Treppe hinab. Hier wurde sie von den vier Männern in den Arm genommen. Jeder zeigte ihr offen seine Gefühle. Eine Woche war inzwischen vergangen. Franziska saß wieder am Bett von Eric und hielt seine Hand, so wie jeden Tag, wobei sie an die Ereignisse der letzten Tage dachte.

Babylon 5 war von der Erde unter Quarantäne gestellt wurden und ausgerechnet Alfred Bester tauchte auf der Station auf um diese Hiobsbotschaft zu überbringen. Der Zweck seines eigentliches Besuches war ein ganz anderer. Er wollte nach Z'ha'dum dem Heimatplaneten der Schatten. Bevor jedoch die White Star dort ankam wurde der Planet von einem unbekannten Volk verlassen und zerstört, den Drakh wie sich später heraus stellte.

Kurz darauf hatte sich Franziska mit dem Psi Cop in der Nähe des Medleb getroffen. Gemeinsam hatten sie ein Arrangement getroffen womit vorerst beide Seiten zufrieden waren. Derzeit hatte Al Bester andere Probleme, die zu lösen es galt. Obwohl Franziska ihre Hilfe angeboten hatte glaubte Bester nicht wie sie das fertig bringen könnte. Trotzdem war die junge Frau fest entschlossen zu helfen.
Außerdem da sie Bester im Moment nicht fürchten mußte entwickelte die junge Frau eigene Pläne. Der Krieg zwischen den Centauri und den Narn, sowie gegen die Schatten hatten ihr gezeigt das Informationen allein nicht ausreichten. Oft mußte man den Opfern helfen. Es war nicht in Franziskas Sinn das die White Ranger in Kämpfe eingriffen, deshalb auch der Name. Er sollte Neutralität und Frieden symbolisieren. Noch während die junge Frau nachdachte betrat Marcus in Begleitung eines weiteren Ranger die Krankenstation. Der ältere Ranger war Enrice Montoya, Franziskas Bruder. Der Captain der White Star 27 war seit vielen Jahren mit Eric befreundet gewesen. Deshalb hatte er Entil'za Delenn gebeten einige Tage auf Babylon 5 bleiben zu dürfen, da er sich nicht nur um Eric sorgte sondern auch um seine Schwester.

Er umarmte Franziska und fragte fürsorglich: " Wie geht es ihm?"
Seine jüngere Schwester seufzte und entgegnete traurig:" Bis jetzt noch keine Änderung. Ich hoffe doch...", sie unterbrach sich und blickte erstaunt auf den Kranken.
Es war nur minimal gewesen, ein Gefühl, doch irgend etwas hatte sich verändert. Mit ihren neuen Fähigkeiten als Telepathin kam Franziska noch nicht richtig zurecht. Sie las zwar nicht die Gedanken anderer aber oft konnte sie die Gefühle empfangen. Jetzt hatte sie geglaubt bei Eric eine Reaktion zu spüren.
Es war keine Täuschung. Auf dem Monitor konnte man erkennen das sich die Gehirnströme des Patienten veränderten und auch die Hand, die Franziska hielt zuckte kurz. Marcus eilte sofort in den anderen Raum um Dr. Franklin zu holen.
Trotzdem dauerte es noch eine ganze Weile bis der Ranger aufwachte. Langsam öffneten sich die Augen von Eric Ericsson. Er versuchte etwas zu sagen, doch es gelang ihm nicht. Er war noch zuschwach und schlief wieder ein.
Nur wenig später bestätigte Dr. Franklin das Eric auf dem Weg der Besserung war, was eine große Erleichterung bei Franziska, Marcus und Enrice auslöste. In den nächsten Tagen ging es langsam bergauf. Trotzdem waren die Wachphasen noch recht kurz. Immer wieder glitt Eric in den wohltuenden Schlaf.

Eine Woche später gegen 2 Uhr früh Erdstandartzeit wachte der Ranger wieder auf. Franziska saß an seinem Bett und ihr Kopf ruhte auf ihren Arm. Mit einer Hand hielt die junge Frau Erics Hand. Lange betrachtete er die schlafende Freundin heimlich. Er wußte zwar nicht wie lange er schon hier lag und warum. Es verwirrte ihn, besonders Franziskas Anwesenheit. Er konnte sich an kaum etwas erinnern. War da nicht ein Kampf gegen die Schatten gewesen? Plötzlich schreckte Franziska hoch und sah erfreut das Eric wach war. Sie wollte aufstehen und Dr. Franklin benachrichtigen.
Der Ranger hingegen hielt ihre Hand fest und bat dann immer wieder stockend:" Beantworte mir nur eine Frage. Was tust du hier. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder ich lebe oder du bist tot."
Unwillkürlich mußte Franziska lächeln. Sie strich über Erics Stirn und sagte:" Du bist am Leben."
" Aber wieso?", es war mehr ein Flüstern als der Kranke verständnislos fragte.
Sehr sanft antwortete Franziska:" Später, jetzt mußt du erst einmal wieder gesund werden."
Obwohl Eric die Antwort nicht gefiel, gab er sich damit zufrieden, da er Franziska vertraute.
Immer noch lag ihre Hand auf der Stirn des Rangers und vermittelte ein Gefühl von Geborgenheit. Obwohl Franziska dem Kranken erst die ganze Geschichte erzählen wollte, wenn er völlig gesund wäre, erfuhr Eric einiges von Mario.

Fassungslos darüber was Franziska und die Crew der beiden Schiffe riskiert hatten, denn wäre nur ein Schattenschiff bei Dorax 7 zurückgeblieben, die beiden Schiffe hätten keine Chance gegen die Feuerkraft der schwarzen Riesen gehabt. Deshalb wollte der Ranger Franziska darauf ansprechen. Doch dann entdeckte er die Melancholie der Freundin und begriff erst jetzt das ganze Ausmaß
" Mario hat mir erzählt was dich meine Rettung gekostet hat." begann Eric.
Franziska ließ ihn nicht weiter sprechen und sagte wütend:" Mario hatte keine Recht dir das zu erzählen."
" Gib ihm nicht die Schuld. Es war mein Recht es zu wissen. Ich bin ihm dankbar." widersprach der Ranger. Dann sprach er weiter:" Und dir ebenfalls."
Kopfschüttelnd verneinte die junge Frau und entgegnete:" Es war nicht mein Verdienst das du am Leben bist. Ein Mitglied deiner Crew hat dich gerettet."
Daraufhin zeigte Franziska dem Ranger die Aufzeichnung des Minbari. Als Eric die Krankenstation verlassen durfte versammelte Franziska ihre Freunde in einem Raum und offenbarte ihnen ihre Pläne. Franziska hatte ihnen nun auch erklärt was es mit ihren telepathischen Fähigkeiten auf sich hatte. Sie konnte Gefühle wahrnehmen und spürte wenn jemand gezielt an sie dachte. Aber ansonsten konnte sie die Gedanken andere Leute völlig ausblenden. Sie hatte nicht vor ihre Fähigkeiten zu nutzen oder auszubauen, denn es gab Dinge dir ihr wichtiger waren.

Ihre Freunde und auch Captain Sheridan, sowie Delenn waren der Meinung das Franziska weiterhin geheimhalten sollte das sie eine Telepathin war. Denn man konnte nie wissen für was es einmal gut war. Da Eric bis zu seiner völligen Genesung den Rangern die unter Captain Sheridan im Befreiungskrieg gegen die Erde kämpften kaum von Nutzen war, begann er Franziska zu helfen wo er nur konnte. Er entlastete die junge Frau in vielen Bereichen und wurde bald unentbehrlich. Eric kehrte nicht zu den Rangern zurück. In Zukunft widmete er sich mit seiner ganzen Kraft dem Aufbau und der Leitung der White Ranger. Er sah darin eine Möglichkeit sein Leben was ihm der Minbari rettete sinnvoll zu nutzen. John Sheridan und Delenn akzeptierten diese Entscheidung und respektierte sie.

Ende

Copyright 03.02.2008